{"id":4605,"date":"2023-03-13T15:21:49","date_gmt":"2023-03-13T14:21:49","guid":{"rendered":"https:\/\/buechertanz.de\/?page_id=4605"},"modified":"2023-07-03T13:19:22","modified_gmt":"2023-07-03T12:19:22","slug":"handlungsorte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?page_id=4605","title":{"rendered":"Das Kronprinzenpalais"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1015\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230530_104049_resized-1024x1015.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5155 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230530_104049_resized-1024x1015.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230530_104049_resized-300x297.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230530_104049_resized-150x150.jpg 150w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230530_104049_resized-768x761.jpg 768w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/20230530_104049_resized.jpg 1244w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em>&#8222;Die Kronprinzessin wohnte gar nicht im Schloss, erfuhr Dr. Haurowitz von den Wachen, die vor dem gro\u00dfen Portal postiert waren, sondern im Kronprinzenbau, und der lag dem Schloss direkt gegen\u00fcber.&#8220;<\/em><br><br>[&#8222;Die russische Herzogin&#8220; v. Petra Durst-Benning, S. 27]<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Ich muss euch dieses Geb\u00e4ude leider in der Vergangenheit beschreiben, da das Kronprinzenpalais bei  Luftangriffen 1944 schwer besch\u00e4digt wurde. Die verbleibende Ruine fiel nach einer umstrittenen Entscheidung im Jahr 1963 den Abrissbaggern zum Opfer. Aber von Anfang an &#8230; <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Die Vorgeschichte<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Nach der Thronbesteigung&nbsp;K\u00f6nig Wilhelms I.&nbsp;1816 wurde das von ihm bisher bewohnte alte Kronprinzenpalais an der K\u00f6nigstra\u00dfe 46 der Sitz des Ausw\u00e4rtigen Ministeriums, des&nbsp;Geheimen Rats&nbsp;und des Staatsministeriums. Nun fehlte seinem herangewachsenen Sohn&nbsp;Karl und damit dem jungen Kronprinzen ein standesgem\u00e4\u00dfer Wohnsitz, der ihm nach den Landesgesetzen zustand. An der Stelle, an der das Kronprinzenpalais entstehen sollte, stand bis dato das sogenannte F\u00fcrstenhaus, welches nach Wilhelms Ansicht ungeeignet als Wohnsitz eines Kronprinzen war. Somit fasste fasste Wilhelm 1843 den Beschluss, <em>\u201eauf der Stelle in der K\u00f6nigs-Stra\u00dfe, auf welcher gegenw\u00e4rtig der F\u00fcrstenbau steht, ein entsprechendes Palais f\u00fcr Seine k\u00f6nigliche Hoheit neubauen zu la\u00dfen\u201c<\/em>. <br>Ludwig Friedrich Gaab, der Hofkammerbaumeister,&nbsp;wurde mit der Planung des Bauwerks beauftragt. Seinen Entwurf lehnte Gaab teilweise an das&nbsp;Herzog-Max-Palais&nbsp;von&nbsp;Leo von Klenze&nbsp;in der M\u00fcnchener&nbsp;Ludwigstra\u00dfe&nbsp;an. <br>Mitte 1845 bewilligte die&nbsp;Kammer&nbsp;den Kostenvoranschlag von 400.000 Gulden f\u00fcr den Bau, die Vorg\u00e4ngerbauten wurden abgerissen und die Bauarbeiten zum Neubau des Kronprinzenpalais begannen.  Diese wurden 1850 abgeschlossen, der Innenausbau wurde 1854 vollendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Das Kronprinzenpalais:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br>Am 02. Dezember 1854 zogen der Kronprinz Karl und seine Frau Olga unter gro\u00dfen Jubel der Bev\u00f6lkerung in das Kronprinzenpalais in der K\u00f6nigstra\u00dfe 32 ein. Zuvor bewohnten die Beiden unter anderem die Villa Berg. <br>Der Geb\u00e4udekomplex des Kronprinzenpalais bestand aus einem dreist\u00f6ckigen Hauptgeb\u00e4ude an der K\u00f6nigstra\u00dfe und einem zweist\u00f6ckigen Nebengeb\u00e4ude an der F\u00fcrstenstra\u00dfe &#8211; beide Geb\u00e4ude waren dreifl\u00fcgelig angelegt.<br>Das Hauptgeb\u00e4ude erstreckte sich auf fast 80m entlang der K\u00f6nigstra\u00dfe. Im Erdgeschoss des rechten Fl\u00fcgeltrakts residierte der der sp\u00e4tere K\u00f6nig in insgesamt sieben Zimmern, Olga wohnte im Stock dar\u00fcber.  <br>Der linke Trakt beherbergte im Erdgeschoss ebenfalls acht Zimmer, die urspr\u00fcnglich als G\u00e4stezimmer und sp\u00e4ter als Dienstzimmer dienten. Der linke Teil des ersten Obergeschosses war f\u00fcr den zweigeschossigen Tanzsaal mit zwei Nebens\u00e4len, Gesellschaftszimmern und B\u00fcffet reserviert.&nbsp;<br>Die 20 Zimmer im dritten Stock waren f\u00fcr die Hofdamen und das weitere Dienstpersonal bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Die weitere Nutzung<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br>Als Karl seinem Vater nach dessen Tod 1864 auf dem K\u00f6nigsthron nachfolgte, zog er mit seiner Frau in den Gartenfl\u00fcgel des&nbsp;Neuen Schlosses. Das Kronprinzenpalais wurde nun von der K\u00f6niginwitwe&nbsp;Pauline&nbsp;bis zu ihrem Tod 1873 bewohnt. Ab 1876 wohnte Kronprinz Wilhelm, der sp\u00e4tere K\u00f6nig&nbsp;Wilhelm II., in dem Palais. Er selbst zog 1887 in das&nbsp;Wilhelmspalais, w\u00e4hrend sein Hofstaat bis 1892 im Kronprinzenpalais verblieb. Von 1893 bis 1918 residierten als letzte f\u00fcrstliche Bewohner&nbsp;Herzog Albrecht von W\u00fcrttemberg&nbsp;und seine Frau&nbsp;Margarete Sophie&nbsp;in dem Palais.<br>Ab 1919 nutzte die&nbsp;<em>Stuttgarter Handelshof AG<\/em>, eine Vorg\u00e4ngerin der heutigen&nbsp;Messegesellschaft, einen gro\u00dfen Teil des Palais als Ausstellungsgeb\u00e4ude, in dem zahlreiche Messen veranstaltet wurden. Ab 1930 bis zur Zerst\u00f6rung im Zweiten Weltkrieg 1944 war das Palais Sitz der Staatlichen Kunstsammlungen und nahm Best\u00e4nde aus der&nbsp;W\u00fcrttembergischen Staatsgalerie&nbsp;auf. Die im Krieg ausgelagerte Sammlung hat gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcberlebt &#8211; ganz im Gegensatz zum Geb\u00e4ude selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Die vollst\u00e4ndige Zerst\u00f6rung<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br>Das ehemalige Kronprinzenpalais wurde bei den Luftangriffen 1944 erheblich besch\u00e4digt, die Au\u00dfenmauern blieben stehen &#8211; damit w\u00e4re  ein Wiederaufbau m\u00f6glich gewesen. Doch es sollte anders kommen:<br>Zugunsten einer Neuordnung der Verkehrswege musste die Ruine 1963 weichen. Eine Fehlentscheidung, wie sie schlimmer nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, denn mit dieser Entscheidung wurde ein St\u00fcck Zeitgeschichte unwiederbringlich zerst\u00f6rt &#8211; f\u00fcr ein, wie sich sp\u00e4ter zeigte, nutzloses Verkehrskonzept:<br>An der Stelle des Kronprinzenpalais wurden sechs Tunnelr\u00f6hren gebohrt, f\u00fcnf f\u00fcr den Autoverkehr und eine f\u00fcr die Stra\u00dfenbahn. Die R\u00f6hren wurden 1968 mit einer Platte \u00fcberdeckt, die als&nbsp;<em>Kleiner Schlossplatz<\/em>&nbsp;bezeichnet wurde. Wenige Jahre danach gingen \u201eTeile des riesigen Verkehrsbauwerks wieder au\u00dfer Betrieb, weil sich zeigte, dass dieser Funktionalismus gar nicht funktionierte und die Anlagen eigentlich auch nicht gebraucht wurden\u201c. 1980 wurde die Stra\u00dfenbahn in den Untergrund verlegt, und 1993 verschwanden auch die Fahrstreifen unter der Erde. Die Eing\u00e4nge der nunmehr nutzlosen Tunnelr\u00f6hren wurden durch eine gro\u00dfe Treppe verdeckt. <br>Vor Stuttgart 21 wurde \u00fcber kein anderes Thema in Stuttgart so heftig gestritten und diskutiert wie \u00fcber den Abriss des Kronprinzenpalais.<br> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Auf den Spuren des Kronprinzenpalais:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">An der Stelle an der das Kronprinzenpalais stand, erinnert nichts mehr an diesen prachtvollen Bau und die Zeitgeschichte, die damit verbunden war. <br>Ein Rundbogenfenster des Kronprinzenpalais kann dennoch besichtigt und bewundert werden: Es steht im st\u00e4dtischen Lapidarium an der M\u00f6rikestra\u00dfe. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"font-size:11px\">\n<p class=\"has-small-font-size\">&#8222;Die Erhaltung ist dort sinnvoll, wo die die geschichtlich gewordene Gegenwart, die Zukunft befruchtet, dort aber nicht, wo sie die gegenw\u00e4rtige und k\u00fcnftige Entwicklung \u00fcberwiegend hemmt.&#8220;<\/p>\n<cite>[Paul Bonatz in einem Brief an den Oberb\u00fcrgermeister Arnulf Klett]<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Wie geht es euch mit dieser Geschichte? Mich macht es sehr traurig, dass es heute nicht mehr m\u00f6glich ist, diesen geschichtstr\u00e4chtigen Ort zu besuchen.<br>Im Internet findet ihr auf zahlreichen Seiten noch einige Bilder des Kronprinzenpalais &#8211; in voller Pracht und dann auch als Ruine.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-small-font-size wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kronprinzenpalais_(Stuttgart)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kronprinzenpalais_(Stuttgart)<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-album-ueber-einen-umstrittenen-abriss-in-der-city-vor-60-jahren-haben-die-autos-ueber-das-kronprinzenpalais-gesiegt.682fbeaa-4526-4e98-ad8d-a26cbc3246d5.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-album-ueber-einen-umstrittenen-abriss-in-der-city-vor-60-jahren-haben-die-autos-ueber-das-kronprinzenpalais-gesiegt.682fbeaa-4526-4e98-ad8d-a26cbc3246d5.html<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/gallery.von-zeit-zu-zeit-kleiner-schlossplatz-palais-betonburg-glaswuerfel-das-auf-und-ab-am-kleinen-schlossplatz.a16bde19-4bcb-4e0e-b1cb-ed980636b44a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/gallery.von-zeit-zu-zeit-kleiner-schlossplatz-palais-betonburg-glaswuerfel-das-auf-und-ab-am-kleinen-schlossplatz.a16bde19-4bcb-4e0e-b1cb-ed980636b44a.html<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.abgerissener-prachtbau-in-stuttgart-spaziergang-durchs-kronprinzenpalais.ace40f6b-a0e5-4efd-80f7-cf1c7beba973.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.abgerissener-prachtbau-in-stuttgart-spaziergang-durchs-kronprinzenpalais.ace40f6b-a0e5-4efd-80f7-cf1c7beba973.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">_ _ _ <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Blume-5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-367\" width=\"132\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Blume-5.png 264w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Blume-5-260x300.png 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 132px) 100vw, 132px\" \/><\/figure><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Kronprinzessin wohnte gar nicht im Schloss, erfuhr Dr. Haurowitz von den Wachen, die vor dem gro\u00dfen Portal postiert waren, sondern im Kronprinzenbau, und der lag dem Schloss direkt gegen\u00fcber.&#8220; [&#8222;Die russische Herzogin&#8220; v. 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