{"id":11281,"date":"2026-08-21T12:39:49","date_gmt":"2026-08-21T11:39:49","guid":{"rendered":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=11281"},"modified":"2026-08-21T12:39:49","modified_gmt":"2026-08-21T11:39:49","slug":"marseille-1940-die-grosse-flucht-der-literatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=11281","title":{"rendered":"&#8222;Marseille 1940 &#8211; Die gro\u00dfe Flucht der Literatur&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>von Uwe Wittstock<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werbung *<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">_ _ _ <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-vertically-aligned-center\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"445\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/61-Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11275 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/61-Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur.jpg 285w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/61-Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:11px\"><strong>Bibliografische Angaben:<\/strong><br>Erscheinungsdatum: 15. Februar 2024 (eBook), 28. Februar 2024 (HC), 09. Juli 2026 (TB)<br>Verlag: C.H. Beck<br>Ausgabe: Hardcover, Taschenbuch &amp; eBook<br>ISBN: 978-3406814907 (HC), 978-3406851155 (TB)<br>Seitenanzahl: 351 Seiten (HC), 352 Seiten (TB)<br>Preise: 26\u20ac (HC) 18\u20ac (TB), 17,99\u20ac (eBook)<br><br><strong>Klappentext:<\/strong><br><em>&#8222;Juni 1940: Hitlers Wehrmacht hat Frankreich besiegt. Die Gestapo fahndet nach Heinrich Mann und Franz Werfel, nach Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger und unz\u00e4hligen anderen, die seit 1933 in Frankreich Asyl gefunden haben. Derweil kommt der Amerikaner Varian Fry nach Marseille, um so viele von ihnen wie m\u00f6glich zu retten. Uwe Wittstock erz\u00e4hlt die aufw\u00fchlende Geschichte ihrer Flucht unter t\u00f6dlichen Gefahren.<br>Es ist das dramatischste Jahr der deutschen Literaturgeschichte. In Nizza lauscht Heinrich Mann bei Bombenalarm den Nachrichten von Radio London. Anna Seghers flieht mit ihren Kindern zu Fu\u00df aus Paris. Lion Feuchtwanger sitzt in einem franz\u00f6sischen Internierungslager gefangen, w\u00e4hrend die SS-Einheiten n\u00e4herr\u00fccken. Sie alle geraten schlie\u00dflich nach Marseille, um von dort einen Weg in die Freiheit zu suchen. Hier \u00fcbergibt Walter Benjamin seinen letzten Essay an Hannah Arendt, bevor er zur Flucht \u00fcber die Pyren\u00e4en aufbricht. Hier kreuzen sich die Wege zahlreicher deutscher und \u00f6sterreichischer Schriftsteller, Intellektueller, K\u00fcnstler. Und hier riskieren Varian Fry und seine Mitstreiter Leib und Leben, um die Verfolgten au\u00dfer Landes zu schmuggeln. Szenisch dicht und feinf\u00fchlig erz\u00e4hlt Uwe Wittstock von unfassbarem Mut und gr\u00f6\u00dfter Verzweiflung, von trotziger Hoffnung und Mitmenschlichkeit in d\u00fcsterer Zeit.&#8220;<\/em><br><br><strong>Homepage:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/uwe-wittstock.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/uwe-wittstock.de<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.chbeck.de\/buehnen\/uwe-wittstock-marseille-1940\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.chbeck.de\/buehnen\/uwe-wittstock-marseille-1940\/<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:11px\">*<strong>Hinweise:<\/strong><br><em>\u2013 Ich habe f\u00fcr diese Rezension vom Autor Uwe Wittstock und\/ oder dem C.H. Beck Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder.\u00a0<br>\u2013\u00a0Das Buch habe ich mir selbst gekauft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">_ _ _ <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"582\" height=\"725\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur_01_komp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11282\" style=\"width:395px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur_01_komp.jpg 582w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur_01_komp-241x300.jpg 241w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">_ _ _ <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size wp-block-paragraph\">Es gibt B\u00fccher, die lese ich nicht einfach so nebenbei. Es sind B\u00fccher, auf die ich mich voll und ganz einlassen muss. B\u00fccher, die in meinem Kopf einen dichten, fast schmerzhaften Sog entwickeln. Uwe Wittstocks dokumentarisches Buch <strong><em>\u201eMarseille 1940 &#8211; Die gro\u00dfe Flucht der Literatur\u201c<\/em><\/strong> ist genau so ein Werk. <br>F\u00fcr mich war der Einstieg absolut problemlos, doch schnell wurde mir klar: Dieses Buch wird mich herausfordern und gleichzeitig mit einer zutiefst bewegenden Erfahrung belohnen.<br>Wittstocks Schreibstil ist mitunter sehr sachlich, fast dokumentarisch. Doch genau diese N\u00fcchternheit erzeugt eine ungeheure Intensit\u00e4t. Ich tauchte v\u00f6llig in dieses dunkle, wichtige Kapitel der Geschichte ein. <br>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung beim Lesen ist das dichte Geflecht aus Schicksalen. Manchmal war es gar nicht so leicht, die vielen historischen Figuren und ihre komplexen Hintergr\u00fcnde im Kopf zu behalten. Das ist kein Buch f\u00fcr das schnelle \u00dcberfliegen vor dem Einschlafen. Ich musste stets konzentriert bleiben, doch jede investierte Minute in dieses Buch hat sich gelohnt. <br>Was mich beim Lesen am intensivsten ber\u00fchrt hat, ist die allgegenw\u00e4rtige Atmosph\u00e4re aus Angst und Verzweiflung. Wittstock transportiert die Beklemmung des Jahres 1940 direkt ins Hier und Jetzt. Marseille war in diesem Sommer der letzte, \u00fcberlaufene Zufluchtsort f\u00fcr j\u00fcdische und vom NS-Regime verfolgte Intellektuelle, w\u00e4hrend die Wehrmacht und die Nationalsozialisten immer n\u00e4her r\u00fcckten.<br>Besonders schrecklich war hier die perfide, b\u00fcrokratische Willk\u00fcr: St\u00e4ndig \u00e4nderten sich die Voraussetzungen, Gesetze und Regeln f\u00fcr Visa und Ausreisen. Alles war v\u00f6llig undurchschaubar. Ich sp\u00fcrte beim Lesen f\u00f6rmlich das l\u00e4hmende Ohnmachtsgef\u00fchl der Menschen, die in diesem b\u00fcrokratischen Mahlwerk gefangen waren und deren \u00dcberleben von einem einzigen Stempel abhing. <br>Die Schicksale im Buch sind mir allesamt unglaublich nahegegangen. Ob Anna Seghers, die mit ihren Kindern um das nackte \u00dcberleben bangte, oder Heinrich und Golo Mann. Hier prallten pl\u00f6tzlich zwei v\u00f6llig verschiedene Welten aufeinander, die aus der Not heraus zusammenarbeiten mussten: Auf der einen Seite die ber\u00fchmte Elite der europ\u00e4ischen Kultur, also gefeierte Intellektuelle, die nun v\u00f6llig auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen waren. Und auf der anderen Seite Varian Fry. Was f\u00fcr eine unfassbare Pers\u00f6nlichkeit. Ein amerikanischer Journalist, der mit purem Pragmatismus, immensem Mut und unter st\u00e4ndigem Lebensrisiko zu einem der gr\u00f6\u00dften Retter der Kulturgeschichte wurde. Der Kontrast zwischen den feinsinnigen Denkern und dem riskanten, zupackenden Einsatz dieses Mannes ist meisterhaft gezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Das Buch <em>\u201eMarseille 1940 &#8211; Die gro\u00dfe Flucht der Literatur\u201c<\/em> von Uwe Wittstock hat meinen Blick auf unsere heutige Welt ver\u00e4ndert. Es f\u00fchrt uns allen schmerzhaft vor Augen, wie unfassbar verletzlich unsere Kultur, unsere Werte und unsere Freiheit sind, sobald politische Systeme sich radikalisieren. Freiheit ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Sie kann innerhalb k\u00fcrzester Zeit wegbrechen. Danke f\u00fcr dieses gro\u00dfartige und nachhallende Leseerlebnis.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-vertically-aligned-center\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"504\" height=\"629\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur_02_komp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11283 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur_02_komp.jpg 504w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Marseille-1940-Die-grosse-Flucht-der-Literatur_02_komp-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Fazit: &#8222;Marseille 1940 &#8211; Die gro\u00dfe Flucht der Literatur&#8220; ist ein emotional forderndes, aber absolut gro\u00dfartiges und wichtiges Sachbuch. Uwe Wittstock hat den Verfolgten und ihren Rettern ein w\u00fcrdevolles Denkmal gesetzt<\/strong>. <strong>Unbedingt lesen!<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">_ _ _ <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Uwe Wittstock Werbung * _ _ _ Bibliografische Angaben:Erscheinungsdatum: 15. Februar 2024 (eBook), 28. Februar 2024 (HC), 09. Juli 2026 (TB)Verlag: C.H. BeckAusgabe: Hardcover, Taschenbuch &amp; eBookISBN: 978-3406814907 (HC), 978-3406851155 (TB)Seitenanzahl: 351 Seiten (HC), 352 Seiten (TB)Preise: 26\u20ac (HC) 18\u20ac (TB), 17,99\u20ac (eBook) Klappentext:&#8222;Juni 1940: Hitlers Wehrmacht hat Frankreich besiegt. 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