{"id":1427,"date":"2020-07-01T21:21:02","date_gmt":"2020-07-01T20:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/buechertanz.de\/?p=1427"},"modified":"2022-03-31T09:03:11","modified_gmt":"2022-03-31T08:03:11","slug":"eine-liebe-zwischen-den-fronten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=1427","title":{"rendered":"&#8222;Eine Liebe zwischen den Fronten&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Maria W. Peter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Erschienen am 29. Juni 2020 im L\u00fcbbe Verlag<br>ISBN: 978-3404179893 <br><a href=\"https:\/\/www.luebbe.de\/bastei-luebbe\/buecher\/historische-romane\/eine-liebe-zwischen-den-fronten\/id_6801946\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.luebbe.de\/bastei-luebbe\/buecher\/historische-romane\/eine-liebe-zwischen-den-fronten\/id_6801946<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Das Buch \u201eEine Liebe zwischen den Fronten\u201c von Maria W. Peter zeigt den Ausbruch des Deutsch-Franz\u00f6sische Krieges 1870\/1871, vor allem aber, wie sich dieser Krieg auf die Grenzregionen Elsass und Lothringen ausgewirkt und Menschen auseinander gerissen hat.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Eine-Liebe-zwischen-den-Fronten-1024x970.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1424\" width=\"426\" height=\"403\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Eine-Liebe-zwischen-den-Fronten-1024x970.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Eine-Liebe-zwischen-den-Fronten-300x284.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Eine-Liebe-zwischen-den-Fronten-768x727.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><figcaption><em>Coverrechte: L\u00fcbbe Verlagsgruppe<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Berlin im Juli 1870: Die junge Franz\u00f6sin Madeleine Tellier  k\u00f6nnte nicht gl\u00fccklicher sein &#8211; sie feiert mit Paul Gerlau, einem preu\u00dfischen Arzt, ihre Verlobung. In diese Verlobungsfeier platzt eine schreckliche Nachricht: Preu\u00dfen und das Franz\u00f6sische Kaiserreich befinden sich im Krieg. Paul wird sofort ins ferne Coblenz beordert, Madeleine verl\u00e4sst mit ihrem Vater Berlin und rei\u00dft zur\u00fcck in ihre lothringische Heimatstadt. Eine Reise, die einen gro\u00dfen Schicksalsschlag begleiten wird.<br>Wenig sp\u00e4ter befindet sich Paul an der Front, wo das gro\u00dfe Sterben begonnen hat. Madeleine und ihr algerisches Hausm\u00e4dchen Djamila k\u00e4mpfen in Metz gegen das Sterben und gegen Madeleines Mutter, die vergangenen Zeiten hinterhertrauert. Zwischen Paul und Madeleine liegt nun eine Kriegsfront, sie sind sich teilweise nah und doch Welten voneinander entfernt. <br>Da taucht Madeleines \u00e4lterer Bruder Cl\u00e9ment auf \u2013 mit einem unb\u00e4ndigen Hass auf die Deutschen. Und auch das algerische Hausm\u00e4dchen Djamila steht gro\u00dfe \u00c4ngste um ihren Bruder Karim aus, der sich ebenfalls an der Franz\u00f6sischen Front befindet und dem Tod n\u00e4her ist als dem Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Auf das Buch bin ich durch die sozialen Medien aufmerksam geworden, dort k\u00fcndigte es die Autorin auf ihrer Seite an. Mir war klar, dass ich dieses Buch lesen muss, da ich die B\u00fccher \u201eDie Festung am Rhein\u201c und \u201eDie Melodie der Schatten\u201c von Maria W. Peter sehr gerne gelesen habe. Au\u00dferdem findet man B\u00fccher, die im 19. Jahrhundert spielen, momentan eher selten auf dem Markt und ich empfinde diese Epoche als eine sehr spannende Zeit, da sich aus dieser Zeit viel ableiten l\u00e4sst, was dann im 20. Jahrhundert geschehen ist.<br><em>An dieser Stelle ein herzliches Dankesch\u00f6n an den Verlag L\u00fcbbe und an die Autorin f\u00fcr die Zusendung eines Vorab-Exemplares.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Maria W. Peter hat in diesem Buch ganz besondere Charaktere geschaffen: Sie sind stark, gleichzeitig spielt das Leben aber auch ein unerbittliches Spiel mit ihnen, welches sie \u00f6fters an ihre pers\u00f6nlichen Grenzen bringt.<br>Madeleine war mir gleich auf den ersten Seiten sympathisch, sie hat ihr Herz am rechten Fleck, genoss eine gute Erziehung und Bildung und wird von ihrem Vater respektiert. W\u00e4hrend der ersten 100 Seiten macht Madeleine eine gro\u00dfe Entwicklung durch, sie l\u00e4sst sich aber nicht unterkriegen. Eine starke und einf\u00fchlsame Person, die auch eine verletzliche Seite hat. F\u00fcr ihr Gl\u00fcck mit Paul alles gibt sie alles und verliert dabei ihren Bruder Cl\u00e9ment nicht aus den Augen. Auch ein Zerw\u00fcrfnis mit ihrer Mutter wirft sie nicht aus der Bahn, ganz im Gegenteil: Es macht sie noch st\u00e4rker.<br>Mit Paul ging es mir \u00e4hnlich: Er ist ebenfalls ein K\u00e4mpfer, der sich nicht so schnell von seinen Idealen abbringen l\u00e4sst. Er zeigt als Arzt an der Front soviel Menschlichkeit und versucht dort den Soldaten zu helfen. Auch wenn er immer wieder an seine Grenzen gebracht wird, verliert er seinen gro\u00dfen Traum nicht aus den Augen: Ein gemeinsames Leben mit seiner geliebten Madeleine.<br>Madeleines Bruder Cl\u00e9ment ist ein sehr tragischer Charakter: Schon fr\u00fch hatte er das Gef\u00fchl, dass sein Vater ihn nicht ernst nimmt, er sogar im Schatten von Paul steht. Er ist eine Figur, die st\u00e4ndig auf der Suche nach sich selbst ist und verzweifelt versucht, Halt zu finden &#8211; dabei wirkt er immer rastloser.<br>Das algerische Geschwisterpaar Djamila und Karim hat eine sehr grausame und bewegte Geschichte, die sich erst nach und nach offenbart. Die Beiden sind lange Zeit voneinander getrennt, haben aber immer eine immense Verbindung zueinander. <br>Viele Charaktere agieren um die Hauptfiguren, und sie alle sind lebensnah gezeichnet, mit St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Jede Figur hat eine eigene Geschichte und entwickelt sich w\u00e4hrend der Geschichte. Auch historische Pers\u00f6nlichkeiten, wie z.B. Otto Graf von Bismarck, wurden in diesem Buch greifbarer.<br>Von den historischen Pers\u00f6nlichkeiten hat es mir vor allem Katharine Wei\u00dfgerber, ein Dienstm\u00e4dchen von der Saar, angetan: Sie muss eine wunderbare, starke Frau gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die Sprache von Maria W. Peter ist sehr bild- und lebhaft. Stellenweise hatte ich das Gef\u00fchl, dabei zu sein, die Schreie der Soldaten zu h\u00f6ren und sp\u00fcrte die Verzweiflung sowie die k\u00f6rperlichen und seelischen Verletzungen der Figuren. Die Autorin f\u00fchrt uns das Grauen des Krieges, bei dem es nicht mehr Mann gegen Mann ging, so genau vor Augen, dass ich das Buch teilweise zur Seite legen und durchatmen musste. Aber das Buch zeigt auch, dass es, wie grausam die Zeit auch war, immer wieder Hoffnung gab. Und auch Menschen, die sich das Mensch-sein bewahrt haben.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das gro\u00dfe Thema des Romans ist der Deutsch- Franz\u00f6sische Krieg von 1870 bis 1871. Ausl\u00f6ser des Konflikts war der Streit zwischen Frankreich und Preu\u00dfen um die Frage der spanischen Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen. <br>Da der Haupthandlungsort die lothringische Stadt Metz ist, wird in diesem Buch klar, wie dieser Krieg das Leben der Menschen in den Grenzregionen ver\u00e4ndert hat. Aus Freunden wurden pl\u00f6tzlich Feinde, Menschen auseinander gerissen und viele Bewohner verloren nach Ende des Krieges ihre Identit\u00e4t. Mir wurde klar, wie sehr sich der weitere Verlauf der Geschichte eigentlich auf diesen Krieg zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst.<br>Maria W. Peter beschreibt den Beginn und Verlauf des Krieges so eindringlich, ich konnte durch den Roman einige Bildungsl\u00fccken schlie\u00dfen.<br>Au\u00dferdem zeigt Maria W. Peter auch das Schicksal algerischer Muslime, die fern ihrer Heimat von Frankreich f\u00fcr den Kriegsdienst verpflichtet wurden. Es wird klar, wie der Kolonialismus Frankreichs in diesen L\u00e4ndern seine, teils grausamen, Spuren hinterlassen hat.<br>Im Geschichtsunterricht endete der Deutsch-Franz\u00f6sische Krieg immer mit der Kapitulation Frankreich und den Versailler Vorvertr\u00e4gen. Maria W. Peter hat mir gezeigt, dass es aber, vor allem in Paris, noch lange dauerte, bis tats\u00e4chlich Frieden hergestellt war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Zahlreiche Denkm\u00e4ler in verschiedenen St\u00e4dten erinnern heute noch an diesen Krieg. Auch in meiner Heimatstadt steht eines, das sogenannte \u201eSiegesdenkmal\u201c. Ich habe mir das Denkmal etwas genauer angeschaut:  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1428\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090410-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1428\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090410-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090410-300x225.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090410-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Gesamtansicht<\/em><br\/><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1430\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090123-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1430\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090123-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090123-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090123-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Victoria mit Lorbeerkranz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1431\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090243-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1431\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090243-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090243-300x225.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090243-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Gedenktafel 1<br\/><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1432\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090222-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1432\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090222-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090222-300x225.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090222-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Gedenktafel 2<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1434\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090048-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1434\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090048-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090048-300x225.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090048-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Soldat am Fu\u00dfe des Denkmals<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"1435\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090324-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1435\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090324-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090324-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200701_090324-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Detailaufnahme<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das Cover und der Titel des Buches suggerieren, dass in diesem Buch eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Dem ist aber nicht so. Ich w\u00fcrde das Buch eher in dem Genre &#8218;Kriegsroman&#8216; sehen, bei dem die Liebe eine Rolle spielt \u2013 aber nicht die Hauptrolle.<br>Ein ausf\u00fchrliches Nachwort rundet den Roman perfekt ab. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Fazit: Ein starker Roman, der so manche Bildungsl\u00fccke schlie\u00dft und einen mal wieder dankbar daf\u00fcr sein l\u00e4sst, in friedlichen Zeiten zu leben. Ein Buch mit starken Charakteren, die ich nicht mehr vergessen werde.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Bemerkung:\n\u201eDas Buch habe ich freundlicherweise von der L\u00fcbbe Verlagsgruppe\nals Rezensionsexemplar erhalten \u2013 es hat meine Meinung aber nicht\nbeeinflusst.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Maria W. Peter Erschienen am 29. 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