{"id":1584,"date":"2020-08-30T15:55:53","date_gmt":"2020-08-30T14:55:53","guid":{"rendered":"http:\/\/buechertanz.de\/?p=1584"},"modified":"2022-03-31T08:49:57","modified_gmt":"2022-03-31T07:49:57","slug":"grossstadtfluestern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=1584","title":{"rendered":"&#8222;Gro\u00dfstadtfl\u00fcstern&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Karin Joachim <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Erschienen am 08. Juli 2020 im Gmeiner-Verlag<br> ISBN: 978-3-8392-2718-3 <br> <a href=\"https:\/\/www.gmeiner-verlag.de\/buecher\/titel\/grossstadtfluestern.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.gmeiner-verlag.de\/buecher\/titel\/grossstadtfluestern.html<\/a><br><br><em>Hinweis: Dies ist eine Rezension zu dem zweiten Teil der Reihe um Karolina. Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr den ersten Teil &#8222;Domschattentr\u00e4ume&#8220; noch nicht kennt und lesen m\u00f6chtet. Ihr k\u00f6nntet sonst gespoilert werden!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Das Buch \u201eGro\u00dfstadtfl\u00fcstern\u201c von Karin Joachim ist der zweite Teil um die junge Karolina Offermann, die im Berlin der 1920er Jahre ihren Traum als Schauspielerin verwirklichen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Gro\u00dfstadtfl\u00fcstern-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1585\" width=\"376\" height=\"501\"\/><figcaption><em>Coverrechte: Gmeiner-Verlag<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">K\u00f6ln und Berlin im Jahr 1927: Karolina Offermann ist ihrem Traum Schauspielerin zu werden ein St\u00fcck n\u00e4her gekommen. Der gro\u00dfe Durchbruch in Form einer ersten Hauptrolle l\u00e4sst aber weiterhin auf sich warten. <br>Sie pendelt zwischen K\u00f6ln und Berlin: K\u00f6ln, ihre Heimatstadt, in der nach wie vor ihre Familie wohnt, und Berlin: Die Stadt, in der ihr Tr\u00e4ume Wirklichkeit werden sollen. Karolina steht zwischen den Forderungen ihrer Familie und dem Wunsch, ihren eigenen Weg zu gehen.<br>Als dann der mysteri\u00f6se Tod ihrer Mutter erneut in das Interesse der Polizei r\u00fcckt und auch die ersten Verd\u00e4chtigungen gegen ihren Bruder und ihren Vater im Raum stehen, treten Karolinas Tr\u00e4ume und W\u00fcnsche in den Hintergrund. Die Ermittlungen bringen Unglaubliches ans Tageslicht.<br>Und dann ist da noch Rudolf, ihre gro\u00dfe Liebe. Eine Liebe, die sich Karolina nicht eingestehen m\u00f6chte und und zu verlieren droht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Mir hat der erste Teil \u201eDomschattentr\u00e4ume\u201c schon sehr gefallen, da musste ich den zweiten Teil direkt im Anschluss lesen. Mir ist Karolina mit ihrer Geschichte sehr ans Herz gewachsen und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit ihr und ihren Tr\u00e4umen weitergeht. <br>Meine erste Rezension findet ihr <a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=1579\">hier<\/a>.<br><em>An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankesch\u00f6n an die Autorin Karin Joachim f\u00fcr die Vermittlung eines Rezensionsexemplars und an den Gmeiner-Verlag f\u00fcr die Zusendung des Buches.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Alles beginnt wieder mit einem Prolog, der Fragen aufwirft. Wie kam es zu dieser Situation, in der Karolina in diesem Prolog ist. <br>Ich war sofort wieder in der Geschichte angekommen und freute mich, Karolina und all die anderen Charaktere wieder zu treffen. Das erste Kapitel f\u00e4ngt im August 1927 an: Karolina ist mit ihrer Bekannten Gertrud (Freundin m\u00f6chte ich sie nicht nennen) auf dem Weg von K\u00f6ln nach Berlin. Die Beiden m\u00f6chten einer Filmpremiere beiwohnen, sind aber recht schnell zerstritten. Zu unterschiedlich sind die beiden Charaktere.<br>Auch wenn sich Karolina weiterentwickelt hat, steht sie nach wie vor sehr unter der Fuchtel ihres Vaters: Sie ist noch nicht vollj\u00e4hrig, hat in Sachen Schauspielerei noch nicht sehr viel erreicht und ist mitunter von seinem Geld abh\u00e4ngig. Auch wenn Vater und Tochter Momente haben, die sie wieder n\u00e4her zueinander bringen, ist das Verh\u00e4ltnis der Beiden eher schwierig. Karolina gibt aber nicht auf &#8211; wie im ersten Teil macht sie alles, um ihren Tr\u00e4umen n\u00e4her zu kommen. Eine K\u00e4mpferin. Leider vergisst sie dann auch so manch guten Vorsatz, bleibt sich selbst nicht immer treu und ger\u00e4t in eine andere, gef\u00e4hrliche, Abh\u00e4ngigkeit. Den Verlust ihrer Mutter hat sie nie \u00fcberwunden, deshalb macht sie auch alles, um ihren Tod aufzukl\u00e4ren und Licht ins Dunkle zu bringen. Ihre Seele ist verwundet, auch wenn sie es nach au\u00dfen hin gut verbergen kann. <br>Karolinas Vater hat, wie schon erw\u00e4hnt, eine leichte Wandlung durchgemacht. Er ist nicht mehr ganz so cholerisch, wie im ersten Teil, von Lob und Anerkennung seiner Tochter gegen\u00fcber ist er aber noch weit entfernt. Er wei\u00df noch immer, wie er Karolina unter Druck setzen kann.<br>Es kommen einige neue Charaktere dazu, viele Charaktere aus dem ersten Teil sehen wir aber wieder. Alle Charaktere machen Entwicklungen durch, sie machen aber auch Fehler. Dadurch wirken sie authentisch und lebensecht. Ein bunter Blumenstrau\u00df an Charakterz\u00fcgen. Ganz toll fand ich, wie reale Pers\u00f6nlichkeiten neben den fiktiven Charakteren agieren und in die Handlung eingeflochten sind.<br>Eine meiner Lieblings-Figuren ist Felix \u2013 Karolinas Cousin. Auch wenn er nur am Rande eine Rolle spielt, ist er f\u00fcr Karolinas Leben unendlich wichtig.  Zusammen mit Karolinas Halbbruder Alexander bilden die zwei jungen M\u00e4nner f\u00fcr Karolina den Fels in der Brandung. Sie sind f\u00fcr sie da, wenn sie nicht mehr weiter wei\u00df und fangen sie auf. <br>Dadurch, dass sehr oft der K\u00f6lner Dialekt, ab und zu auch Berliner Dialekt, eingebunden wurde, kam ich den Figuren nochmal n\u00e4her und sp\u00fcrte den Flair der St\u00e4dte noch einmal mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die Sprache von Karin Joachim ist detailreich ohne langweilig zu sein. Mit wundersch\u00f6nen Beschreibungen von Pl\u00e4tzen, Orten und Menschen hat sie mich in die Geschichte mit rein genommen. Ich konnte v\u00f6llig abschalten und mich fallen lassen. Teilweise wurde es richtig spannend, da wollte und konnte ich das Buch nicht mehr aus den H\u00e4nden legen.<br>Ich habe noch einmal viel \u00fcber das Filmhandwerk und die Technik dahinter gelernt. Wahnsinn, was es innerhalb von ein paar Jahren f\u00fcr Entwicklungen im Film gab. <br>Karin Joachim hat akribisch recherchiert und sich intensiv mit dem Thema Film aber auch der Zeit auseinandergesetzt. Sie l\u00e4sst die Filme vor unserem Auge wieder aufleben und sie uns durch Karolinas Augen sehen. Auch wenn es hinter den Kulissen alles andere als sch\u00f6n war \u2013 wie \u00fcberall gab und gibt es dort Neid und Missgunst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das gro\u00dfe Thema in diesem Buch ist die Filmindustrie der 1920er Jahre. Eine Zeit, die auch als \u201eDie goldenen 20er\u201c bekannt ist. Glamour und Elend lagen in diesem Jahrzehnt sehr nah beieinander. Das wird in diesem Buch sehr deutlich. <br>Au\u00dferdem ist die Emigration vieler Schauspieler und Regisseure in die USA ein gro\u00dfes Thema. Einerseits hofften sie dort auf einen Duchbruch, aber auch auf bessere Arbeitsbedingungen und mehr Selbstverwirklichung und Kreativit\u00e4t. In Deutschland wurde es politisch f\u00fcr viele K\u00fcnstler immer gef\u00e4hrlicher, ihr Schaffen wurde eingegrenzt. Viele K\u00fcnstler nutzen noch die M\u00f6glichkeit rechtzeitig all dem zu entgehen. <br>In diesem Teil wird die Hauptfigur Karolina endlich vollj\u00e4hrig und kann sich damit etwas dem Einfluss ihres Vaters entziehen. Brauchte sie davor immer noch sein Einverst\u00e4ndnis kann sie nun eigenst\u00e4ndig Vertr\u00e4ge unterzeichnen. Eine Ehe w\u00fcrde sie wieder ein eine Abh\u00e4ngigkeit zu einem Mann bringen. <br>Das Buch \u201eGro\u00dfstadtfl\u00fcstern\u201c hat mich wieder bestens unterhalten und mir viel geschichtliches Wissen vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Fazit: \u201eGro\u00dfstadtfl\u00fcstern\u201c steht dem ersten Teil \u201eDomschattentr\u00e4ume\u201c in Nichts nach. Es war wundersch\u00f6n, sich mit Karolina in den 1920er Jahren aufzuhalten und sie zu begleiten. Wenn ich mir etwas w\u00fcnschen d\u00fcrfte: Bitte einen dritten Teil \u2013 es gibt noch so viel zu erz\u00e4hlen.  <\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em>Bemerkung: Das Buch habe ich freundlicherweise vom Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen, es hat meine Meinung aber nicht beeinflusst.<\/em><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Karin Joachim Erschienen am 08. 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