{"id":2051,"date":"2021-05-24T08:34:23","date_gmt":"2021-05-24T07:34:23","guid":{"rendered":"http:\/\/buechertanz.de\/?p=2051"},"modified":"2022-03-31T09:14:54","modified_gmt":"2022-03-31T08:14:54","slug":"die-frauen-von-kopenhagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=2051","title":{"rendered":"&#8222;Die Frauen von Kopenhagen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Gertrud Tinning<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\" style=\"grid-template-columns:34% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1602\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/27-Die-Frauen-von-Kopenhagen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2052 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/27-Die-Frauen-von-Kopenhagen.jpg 1602w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/27-Die-Frauen-von-Kopenhagen-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 1602px) 100vw, 1602px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Erschienen am 26. April 2021 im Diana-Verlag<br>ISBN: 978-3453292512 <\/strong><br><br><a href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Paperback\/Die-Frauen-von-Kopenhagen\/Gertrud-Tinning\/Diana-Verlag\/e360909.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Paperback\/Die-Frauen-von-Kopenhagen\/Gertrud-Tinning\/Diana-Verlag\/e360909.rhd<\/a><br><br><strong>Klappentext:<br><\/strong> <em>\u201eKopenhagen 1885: Nelly und Marie arbeiten in der gr\u00f6\u00dften Weberei Kopenhagens. Bei einem Unfall am Webstuhl verletzt sich Marie schwer. Als w\u00e4re das nicht schon schlimm genug, gibt das Verhalten der Verantwortlichen R\u00e4tsel auf. Nelly steht mit einem schweren Verdacht alleine da und erz\u00e4hlt nicht einmal ihrem Geliebten Johannes davon. Dessen Schwester Anna kommt zur selben Zeit aus J\u00fctland nach Kopenhagen. Und ist schockiert, wie brutal und ungerecht das Leben in der gro\u00dfen Stadt ist. Furchtlos nimmt sie den Kampf auf und setzt einen Meilenstein in der Geschichte D\u00e4nemarks.\u201c <\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"> <strong>Hinweise:<\/strong><br> <em>\u2013 Das Buch habe ich freundlicherweise vom Diana-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar \u00fcber das \u201aBloggerportal\u2018 zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen .<\/em><br> <em>\u2013 Ich habe f\u00fcr diese Rezension von der Autorin und\/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Das Buch \u201eDie Frauen von Kopenhagen\u201c von Gertud Tinning spielt in der Stadt Kopenhagen des 19. Jahrhunderts w\u00e4hrend der Industrialisierung und beschreibt anhand eines Arbeitsunfalls die beschwerlichen Anf\u00e4nge der Frauenbewegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Kopenhagen im Februar 1885: Nelly Hansen und ihre Schw\u00e4gerin Marie Hansen arbeiten in der gro\u00dfen Weberei Rubens an den Webst\u00fchlen. Es kommt zu einem schrecklichen und dramatischen Unfall, den die Verantwortlichen in der Fabrik mit Gleichg\u00fcltigkeit behandeln, sogar versuchen zu vertuschen. Nelly kann das so nicht stehenlassen und begibt sich mit ihrer Hartn\u00e4ckigkeit in gro\u00dfe Gefahr. Unverhofft tritt ihr Nachbar Johannes, ein Bauerssohn aus J\u00fctland, in ihr Leben.<br>Zur selben Zeit in J\u00fctland: Johannes Schwester Anna soll einen reichen Bauern heiraten und damit die Familie vor dem Ruin retten. Auf Umwegen erf\u00e4hrt sie, dass ihr Bruder Johannes in Kopenhagen in gro\u00dfen Schwierigkeiten steckt. Sie reist dorthin und wird in einen Strudel aus Grausamkeiten, Geheimnissen und Intrigen gezogen. Doch Anna l\u00e4sst sich auf ihrer Suche nach Gerechtigkeit nicht aufhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das Buch habe ich bei den Neuerscheinungen in meiner Lieblingsbuchhandlung entdeckt. Dieses wunderbare Cover und der spannende Klappentext sprachen mich direkt an, aber auch die Zeit der Industrialisierung interessiert mich sehr, da es in dieser Zeit gro\u00dfe gesellschaftliche und politische Umw\u00e4lzungen gab. Ich fragte im \u201aBloggerportal\u2018 ein Rezensionsexemplar an und bekam es freundlicherweise genehmigt und zugeschickt &#8211; a<em>n dieser Stelle ein herzliches Dankesch\u00f6n an den Diana-Verlag.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Direkt zu Beginn des Buches lernt der Leser\/ die Leserin Nelly Hansen und ihre Schw\u00e4gerin Marie kennen. Nelly, eine junge Frau, die sich mit den Arbeitsbedienungen irgendwie arrangiert hat, im Privatleben aber vor vielen Problemen steht. Ihr Vater starb fr\u00fch, ihre Mutter ist Alkoholikerin. Sie hat weder Mann, noch Kinder und lebt in \u00e4rmsten Verh\u00e4ltnissen. Ihre Schw\u00e4gerin Marie muss mit der gef\u00e4hrlichen Arbeit am Webstuhl drei Kinder und noch dazu einen Mann versorgen, der an der Flasche h\u00e4ngt. Die Beiden sind, wie alle Charaktere in diesem Buch, lebensecht und authentisch gezeichnet und haben mich mit ihrer Geschichte direkt gefangen genommen.<br>Johannes, der Nachbar von Nelly, wirkt anfangs sehr undurchsichtig, man wei\u00df nicht viel \u00fcber seine Biographie und wo er her kommt. Er hat das Herz aber am richtigen Fleck und verliebt sich in Nelly. Seine Schwester Anna, die man erst sp\u00e4ter kennenlernt, hat gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit zu ihm. Beide haben eine ruhige, sch\u00fcchterne Art, aber mitunter auch temperamentvoll und mit gro\u00dfen \u00dcberzeugungen im Herzen, f\u00fcr die sie k\u00e4mpfen. Sie machen aber auch Fehler und wirken dadurch sehr lebensecht.<br>Es gibt aber auch die nicht so freundlichen Figuren: Der Besitzer der Weberei, die Vorarbeiter und viele unfriedliche und d\u00fcstere Gestalten auf den Stra\u00dfen und in den Fabriken von Kopenhagen. <br>Ich war v\u00f6llig fasziniert davon, mit was f\u00fcr einer Authentizit\u00e4t die Autorin Gertrud Tinnung ihre Figuren beschrieben hat. Die Lebensgeschichten ihrer Protagonisten, aber auch kleinerer Nebenrollen, wurden so wunderbar ausgearbeitet, dass ich ihnen gerne folgte, auch wenn es wie ein Wechselbad der Gef\u00fchle war.<br>Teilweise kommen auch historisch belegte Figuren in diesem Roman vor, einigen Charakteren dienten historische Figuren der Autorin als Vorbild f\u00fcr ihre Figuren. <br>Gertrud Tinning nahm mich direkt mit in diese Geschichte, in der die Figuren nicht nur herbe R\u00fcckschl\u00e4ge einstecken m\u00fcssen und in eine Zeit, in der ihnen nichts, aber auch wirklich gar nichts geschenkt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Gertrud Tinning hat einen sehr lebendigen Sprachstil, versch\u00f6nert diese Zeit aber mit keinem Wort, keiner Zeile. Sie beschreibt die prek\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnisse der Arbeiterfamilien im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert, aber auch die Arbeitsbedingungen der Menschen in den Fabriken ohne Schn\u00f6rkel.<br>Das Buch beginnt mit einem schrecklichen Unfall in der Weberei, der Leser\/ die Leserin wird also direkt komplett in der Handlung des Buches hineingeworfen und nicht mehr so schnell losgelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Der geschichtliche Hintergrund bildet die Stadt Kopenhagen im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert und die Zeit der Industrialisierung. Der einzelne Mensch z\u00e4hlte zu dieser Zeit nicht viel \u2013 allein seine Arbeitskraft wurde ben\u00f6tigt. Konnte er diese nicht mehr aufbringen oder starb, wurde er ersetzt, wie ein abgenutztes Zahnrad in einer Maschine. Eine unvorstellbar grausame Zeit. Den Schwerpunkt legt Gertrud Tinning in ihrem Roman, auf die Ausbeutung der Frauen, und wie sich, zwar langsam, gegen diese Zust\u00e4nde erhoben und erste Frauenvereine gegr\u00fcndet wurden.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"> \u201e<em>Wenn es wirklich darauf ankam, war man in dieser Fabrik nichts wert, selbst wenn man sein Bestes gab.\u201c <br> [S. 32, Z. 9 \u2013 11]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Au\u00dferdem wird die Auswanderung nach Amerika thematisiert. Zu dieser waren vor allem die USA das Ziel, hier versprachen sich die Menschen einen schnellen gesellschaftlichen Aufstieg und Reichtum, gleichzeitig war es eine Flucht vor den Lebens- und Arbeitsbedingungen in ihren Heimatl\u00e4ndern.<br>Spannend fand ich aber auch, wie die Autorin das Leben auf dem Land in den Kontrast zu dem Leben in der Stadt gesetzt hat. Auf dem Land kannten sich die Menschen alle gegenseitig, dagegen stellt sie die Anonymit\u00e4t in der Gro\u00dfstadt. Wirklich frei waren die Menschen weder auf dem Land noch in der Stadt.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Fazit:\nEin Buch, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett\n\u00fcberzeugt hat und welches atmosph\u00e4risch und historisch Top ist. Es\nist keine leichte Kost, mitunter musste ich das Buch zur Seite legen\nund tief durchatmen. Die 450 Seiten waren innerhalb weniger Tage\nausgelesen \u2013 aber der Inhalt, die Figuren und ihre Geschichte werde\nich nie vergessen. Absolute Lese-Empfehlung f\u00fcr euch f\u00fcr diesen\ngrandiosen historischen Roman. Ein klares Highlight, welches ihr\nunbedingt lesen solltet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em> Hinweis: Das Buch habe ich freundlicherweise \u00fcber das &#8218;Bloggerportal Randomhouse&#8216; vom Diana-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zugesendet bekommen &#8211; meine Meinung wurde aber nicht beeinflusst. <\/em><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gertrud Tinning Erschienen am 26. April 2021 im Diana-VerlagISBN: 978-3453292512 https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Paperback\/Die-Frauen-von-Kopenhagen\/Gertrud-Tinning\/Diana-Verlag\/e360909.rhd Klappentext: \u201eKopenhagen 1885: Nelly und Marie arbeiten in der gr\u00f6\u00dften Weberei Kopenhagens. Bei einem Unfall am Webstuhl verletzt sich Marie schwer. Als w\u00e4re das nicht schon schlimm genug, gibt das Verhalten der Verantwortlichen R\u00e4tsel auf. Nelly steht mit einem schweren Verdacht alleine da &hellip; <a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=2051\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Die Frauen von Kopenhagen&#8220;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34,8],"tags":[],"class_list":["post-2051","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allerezensionen","category-historische-romane"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2051"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2051\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3090,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2051\/revisions\/3090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}