{"id":2356,"date":"2021-09-06T18:36:12","date_gmt":"2021-09-06T17:36:12","guid":{"rendered":"http:\/\/buechertanz.de\/?p=2356"},"modified":"2022-03-31T09:04:10","modified_gmt":"2022-03-31T08:04:10","slug":"eine-familie-in-berlin-paulas-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=2356","title":{"rendered":"&#8222;Eine Familie in Berlin &#8211; Paulas Liebe&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Ulrike Renk<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[Werbung*]<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"389\" height=\"600\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/47-Eine-Familie-in-Berlin-Paulas-Liebe.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2354 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/47-Eine-Familie-in-Berlin-Paulas-Liebe.jpeg 389w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/47-Eine-Familie-in-Berlin-Paulas-Liebe-195x300.jpeg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Erschienen am 16. August 2021 im Aufbau-Verlag<br>ISBN: 978-3-7466-3555-2 <\/strong><br><br><a href=\"https:\/\/www.aufbau-verlag.de\/index.php\/eine-familie-in-berlin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.aufbau-verlag.de\/index.php\/eine-familie-in-berlin.html<\/a><br><br><strong>Hinweise:<\/strong><br> <em>\u2013 Das Buch habe ich freundlicherweise vom Aufbau-Verlag \u00fcber die Agentur \u201eehrlich &amp; anders\u201c als kostenloses Rezensionsexemplar  zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen .<\/em><br> <em>\u2013 Ich habe f\u00fcr diese Rezension von der Autorin und\/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder.<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Klappentext:<\/strong><br><strong> <\/strong><em><strong>\u201e<\/strong>Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts. Sie nennen ihn &#8222;Merlin&#8220;, weil er alle verzaubert \u2013 der Mann, den ihr Bruder ihr als seinen Freund vorstellt. Paula Oppenheimer, die in einem offen j\u00fcdischen Haushalt gro\u00df geworden ist, verliebt sich in den jungen Dichter Richard Dehmel. Er verkehrt mit vielen Literaten und will als K\u00fcnstler leben. Paula wird zu seiner Muse und zur strengen Kritikerin seiner Texte. Als sich ihre Eltern gegen ihre Verbindung stellen, k\u00e4mpft Paula f\u00fcr ihre Liebe. Doch dann muss sie sich fragen, ob Richards wilde, unkonventionelle Art sie auf Dauer gl\u00fccklich machen kann \u2026 Das Portr\u00e4t einer K\u00fcnstlerin in unruhigen Zeiten: Am Anfang war sie die Ehefrau des Dichters Richard Dehmel \u2013 dann wurde sie selbst zur Schriftstellerin.\u201c<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>_<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Das Buch \u201eEine Familie in Berlin \u2013 Paulas Liebe\u201c von Ulrike Renk beschreibt die Lebensgeschichte der Paula Oppenheimer, die sich im ausgehenden 19. Jahrhundert in den Dichter und Schriftsteller Richard Dehmel verliebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Berlin im Jahre 1878: Auch wenn die finanziellen M\u00f6glichkeiten der Familie Oppenheimer begrenzt sind, werden die vier Geschwister Paula, Franz, Elise und Carl von ihren Eltern liebevoll und bildungsorientiert erzogen.<br>Als Tante Auguste vorschl\u00e4gt, Paula zu sich zu nehmen, als Gesellschafterin auszubilden und damit ihre Schwester finanziell zu entlasten, f\u00e4llt Paula die Entscheidung alles andere als leicht: Sie h\u00e4ngt an ihrem Elternhaus und an ihrem Bruder Franz, mit welchem sie eine innige Verbindung teilt.<br>Sie zieht zu ihrer Tante und ihr er\u00f6ffnet sich eine neue Welt: Sie besucht Opern, nimmt an literarischen Salons teil, vertieft ihr Klavier-Spiel und f\u00e4hrt zur Sommerfrische an die Ostsee.<br>Doch dann tritt Richard Dehmel in ihr Leben. Die zarte Paula verliebt sich Hals \u00fcber Kopf in den charismatischen Mann. Doch ihre Liebe steht auf wackligen Beinen und weckt in Paulas Familie keine St\u00fcrme der Begeisterung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Am 09. August erhielt ich von der Agentur \u201eehrlich &amp; anders\u201c eine Anfrage, ob ich das neue Werk von Ulrike Renk als Rezensionsexemplar erhalten m\u00f6chte. Bisher hatte ich von der Autorin noch kein Buch gelesen, was ich aber schon l\u00e4ngst \u00e4ndern wollte. Also sagte ich zu, da der Klappentext und auch das wundersch\u00f6ne und stimmige Cover mein Interesse weckten. Die Namen Paula Oppenheimer und Richard Dehmel sagten mir nichts und dadurch versprach mir das Buch neue Erkenntnisse. <br><em>An dieser Stelle m\u00f6chte ich mich ganz herzlich beim Aufbau-Verlag und bei der Agentur \u201eehrlich &amp; anders\u201c f\u00fcr das liebevolle und wundersch\u00f6ne P\u00e4ckchen bedanken, welches mich erreichte. <\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">In diesem Buch spielen eine Menge an unterschiedlichen Charakteren mit, die mich aber alle mit ihrer authentischen Zeichnung \u00fcberzeugen konnten. Einige der Figuren sind historisch und werden von Ulrike Renk gekonnt zu Leben erweckt.<br>Paula, die Hauptfigur des Buches und historisch belegt, ist zu Beginn der Handlung ein junges M\u00e4dchen von knapp 16 Jahren. Ich schloss sie schnell ins Herz, sie ist eine sehr zarte Person , die auch immer wieder von ihrer Krankheit zur\u00fcckgeworfen wird und sich im Laufe der Zeit selbst findet. Sie ist stets f\u00fcr andere da und hat immer ein offenes Ohr f\u00fcr die Sorgen und Probleme der Menschen in ihrem Umfeld, nimmt aber auch gerne Hilfe an. Als Richard Dehmel in ihr Leben tritt, ver\u00e4ndert sich Paula. Sie setzt sich st\u00f6rrisch bei ihrer Familie f\u00fcr eine Ehe mit Richard durch. Ulrike Renk hat die Lebensgeschichte von Paula Dehmel  und die ungesunde Liebe zu Richard  detailreich und farbenfroh nacherz\u00e4hlt <br>Tante Auguste ist Paula eine Vertraute und ihre F\u00f6rderin. Sie ist kinderlos, was sie sehr mitnimmt, trotzdem lebt sie ein gutes und sorgenfreies Leben. Anfangs fiel es mir etwas schwer, sie einzuordnen, doch dann mochte ich ihre ehrliche und direkte Art sehr. Zudem entwickelt sie sich weiter und nimmt auch gerne Tipps von ihrer Nichte Paula an. Die Beiden erg\u00e4nzen sich gut \u2013 sie helfen sich gegenseitig und sind immer f\u00fcreinander da.<br>Toni und Julius, Paulas Eltern, konnte ich anfangs auch nicht richtig fassen. Einerseits sind sie sehr streng, auf der anderen Seite tun sie alles f\u00fcr ihre Kinder und stehen zu ihnen. Zwischen Toni und ihrer Schwester Auguste steht schon seit Ewigkeiten die Eifersucht, welche ihnen immer wieder das Leben schwer macht und auch in Paula das Gef\u00fchl erzeugt, zwischen den St\u00fchlen zu sitzen. <br>Die Geschwister von Paula sind auch wunderbar und authentisch gezeichnet. Hier ist an erster Stelle Franz zu nennen, Paulas \u201eSeelenbruder\u201c. Sie teilen ihre Sorgen und ihre \u00c4ngste und verlieren nie den Kontakt zueinander, auch wenn Franz im fernen Freiburg studiert. Mein Liebling bei den Geschwistern Oppenheimer ist aber der junge Carl: Ungest\u00fcm und mit kindlichen \u00dcbermut entdeckt er die Welt von damals und wir nehmen diese durch seine Kinderaugen wahr. Elise ist eher unscheinbar.<br>Richard Dehmel, welcher erst in der zweiten H\u00e4lfte des Buches erscheint, ist ein Charakter, welcher es mir \u00fcberhaupt nicht leicht machte. Auf der einen Seite tat er mir leid, da Paulas Familie ihn nicht akzeptiert, er immer wieder abwarten muss\u2026 aber auf der anderen Seite stie\u00df mich sein Verhalten Paula gegen\u00fcber so ab. Er ist v\u00f6llig von sich und seinem K\u00f6nnen \u00fcberzeugt und lebt in seiner eigenen Welt. Er sieht nur sich, ist ein Narzisst, der viele Menschen in seiner Umgebung blendet und versucht zu manipulieren. Ich empfand seine Art als sehr unangenehm und h\u00e4tte ihn gerne das ein oder andere mal gesch\u00fcttelt.<br>Phine, eine Freundin von Paula, macht eine gro\u00dfe Entwicklung durch und hat mich mit ihrer Lebensgeschichte sehr beeindruckt.<br>Um diese Hauptfiguren agieren noch einige Nebenfiguren, die mir aber alle sehr gut gefallen haben, da sie ebenfalls authentisch und lebensecht daher kommen. Das Personal, welches vorwiegend mit Berliner Mundart redet, lockerte viele angespannte Situationen wieder angenehm auf.<br>Was mir gefehlt hat, war ein Personenregister am Anfang des Buches, da ich ab und zu mit den Figuren durcheinander kam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Ulrike Renk hat eine sehr angenehme, ruhige und auch bildhafte Sprache. Detailliert und liebevoll beschreibt sie Paulas Leben, ohne das es langweilig wird. Ganz besonders haben mir die Passagen an der Ostsee gefallen. Ich hatte das Gef\u00fchl, das Meer zu riechen und zu sp\u00fcren und mit Paula zu entdecken. Im weiteren Verlauf des Buches hat die Autorin viele Briefe und Gedichte von Paula und Richard eingebunden. Das machte f\u00fcr mich einen besonderen Reiz des Buches aus, da die Geschichte durch diese Gedanken noch lebendiger und greifbarer wurde. <br>W\u00e4hrend die Handlung der ersten H\u00e4lfte des Buches eher ruhig und bed\u00e4chtig ist, wurde es in der zweiten H\u00e4lfte turbulent. Ich wollte das Buch dann nicht mehr aus den H\u00e4nden legen und las bis sp\u00e4t in die Nacht.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Den historischen Hintergrund des Buches bilden die sp\u00e4ten Jahre des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung ver\u00e4ndert das Leben der Menschen und das Antlitz der St\u00e4dte: Mehrfamilienh\u00e4user entstehen, Automobile erobern die Stra\u00dfen und der Smog der Industrie nimmt vielen Menschen die Luft zum Atmen. Nicht viele konnten dieser schlechten Luft entgehen und ans Meer zur \u201aSommerfrische\u2018 aufbrechen. <br>Die Gesellschaft ist gespalten: In den Arbeitervierteln herrscht bittere Armut, die Reichen der Gesellschaft werden immer reicher. Paulas Familie steht zwischen diesen beiden Schichten: Nicht arm, aber auch nicht reich.<br>Frauen durften in dieser Zeit nicht studieren und mussten sich ganz die Abh\u00e4ngigkeit der M\u00e4nner begeben. Erst im Jahr 1896 wurden Frauen als Gasth\u00f6rerinnen an Unis zugelassen, wobei davor auch schon Frauen mit einer Sondergenehmigung studieren durften \u2013 aber nicht promovieren. Dies war ihnen erst mit dem Gasth\u00f6rerinnen-Zugangsrecht m\u00f6glich. 1908 wurde den Frauen das Studium in Preu\u00dfen allgemein erlaubt. Paula ist \u00fcber diesen Zustand sehr betr\u00fcbt und beneidet ihren Bruder Franz, f\u00fcr den beruflich alle T\u00fcren offen stehen.<br> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Fazit: Das Buch \u201eEine Familie in Berlin \u2013 Paulas Liebe\u201c von Ulrike Renk entf\u00fchrt den Leser\/ die Leserin mit einer detaillierten und liebevollen Sprache, einem akribisch recherchierten Hintergrund und authentischen Charakteren in vergangene Zeiten. Die Lebensgeschichte von Paula Dehmel hat mich bestens unterhalten, die Liebesbeziehung zu Richard Dehmel auch teilweise verst\u00f6rt. <\/strong><br><strong>Es wird definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin sein. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil, der im Februar 2022 erscheint. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:11px\"> *Kennzeichnung, da Produktnennung eines kostenlosen Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst \u2013 dieser Artikel muss aber als Werbung gekennzeichnet sein. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Paulas-Liebe.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2360\" width=\"364\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Paulas-Liebe.jpg 623w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Paulas-Liebe-300x296.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><figcaption><em>Ein liebevoll gepacktes P\u00e4ckchen<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ulrike Renk [Werbung*] Erschienen am 16. 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