{"id":5055,"date":"2023-05-13T09:36:45","date_gmt":"2023-05-13T08:36:45","guid":{"rendered":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=5055"},"modified":"2023-05-13T10:42:05","modified_gmt":"2023-05-13T09:42:05","slug":"die-trostbriefschreiberin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=5055","title":{"rendered":"&#8222;Die Trostbriefschreiberin&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Michael Paul<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[Werbung*]<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"723\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-Die-Trostbriefschreiberin-723x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4870 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-Die-Trostbriefschreiberin-723x1024.jpg 723w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-Die-Trostbriefschreiberin-212x300.jpg 212w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-Die-Trostbriefschreiberin-768x1087.jpg 768w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/21-Die-Trostbriefschreiberin.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 723px) 100vw, 723px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p style=\"font-size:11px\"><strong>Bibliografische Angaben:<\/strong><br>Erscheinungstermin: Mai 2023<br>Verlag: Bunte Hunde<br>Ausgabe: Hardcover &amp; eBook<br>ISBN: 978-3-947081-11-0<br>Seitenanzahl: 352 Seiten<br>Preis: 22,00\u20ac<br><a href=\"https:\/\/www.michael-paul.eu\/b\u00fccher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.michael-paul.eu\/b\u00fccher\/<br><\/a><br><strong>Klappentext:<br><\/strong>\u201e<em>Als die Freiburger Reporterin Mel Burger den Auftrag erh\u00e4lt, in ein aufgel\u00f6stes Kloster in der Eifel zu fahren, ahnt sie nicht, was sie damit ausl\u00f6st. Die 99-j\u00e4hrige, sehr angesehene und beliebte ehemalige Priorin weigert sich, als Letzte das Kloster zu verlassen. Niemand wei\u00df, warum.<br>Als der Investor eine Millionenspende f\u00fcr die klamme Stadt auslobt, \u00fcberschlagen sich die Ereignisse. W\u00e4hrend die B\u00fcrger vor dem Kloster demonstrieren, erz\u00e4hlt die Nonne Mel Burger ihr Leben. Aber es gibt ein schreckliches, dunkles Geheimnis im Lebenslauf der Nonne. Was hat sie 1940 gemacht, \u00fcber das sie nicht sprechen will?<br>Nach dem Erfolg von \u201eVersteckt im Schwarzwald\u201c greift Michael Paul in diesem packenden Roman das Thema Schuld aus verschiedenen Perspektiven auf, auch wenn diese mehr als 80 Jahre zur\u00fcckliegt.\u201c<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><strong>Hinweise:<br><\/strong><em>-Das Buch habe ich freundlicherweise \u00fcber den Autor Michael Paul als vorzeitiges und kostenloses Rezensionsexemplar (eBook) zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!<\/em><br><em>&#8211; Ich habe f\u00fcr diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder.<\/em><br><em>&#8211; Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.<\/em><br>&#8211; <em>Da ich dieses Buch als eBook gelesen habe, werden die angegebenen Zitate nicht mit einer Seitenzahl versehen.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5056\" width=\"512\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-300x300.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-150x150.jpg 150w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-768x768.jpg 768w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_02_komp-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption><em>Coverrechte: Michael Paul<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>_<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Das Buch \u201eDie Trostbriefschreiberin\u201c von Michael Paul ist ein Roman, welcher gr\u00f6\u00dftenteils im Jahr 2022 spielt und das Thema und die Frage der Schuld in den Fokus stellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Nach einem schweren Schicksalsschlag hat die Reporterin Mel Burger ihrer Heimatstadt Freiburg den R\u00fccken gekehrt und lebt und arbeitet in K\u00f6ln. Ihr Schwerpunkt liegt in der Lokalredaktion, eine Arbeit, welche sie nur m\u00e4\u00dfig begeistert. Doch dann erh\u00e4lt Mel den Auftrag in ein aufgel\u00f6stes Kloster in der Eifel zu fahren und dort eine 99j\u00e4hrige ehemalige Priorin zu interviewen. Diese weigert sich vehement das aufgel\u00f6ste Kloster zu verlassen. Niemand wei\u00df warum, die Priorin l\u00e4sst bisher niemanden an sich und ihre Lebensgeschichte heran.<br>Mel schafft es, dass Vertrauen der im Ort angesehenen und beliebten ehemaligen Priorin zu gewinnen und bekommt Einblicke in ein Leben, welches von einem schrecklichen und dunklen Geheimnis \u00fcberschattet wird. Doch als der Investor, welcher das Kloster zu einem Luxushotel umbauen will, eine Millionenspende f\u00fcr den Ort in Aussicht stellt, \u00fcberschlagen sich die Ereignisse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Nachdem ich die B\u00fccher \u201eWimmerholz\u201c, <a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=2674\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDas Haus der B\u00fccher\u201c<\/a> und <a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=2906\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eVersteckt im Schwarzwald\u201c<\/a> gelesen hatte und diese mich sehr beeindruckt hatten, freute ich mich auf das neue Buch von Michael Paul. Er schreibt sehr pr\u00e4zise und lebendige B\u00fccher gegen das Vergessen, welche mir noch immer im Ged\u00e4chtnis sind.<br>Das Buch \u201eDie Trostbriefschreiberin\u201c erhielt ich vom Autor als vorzeitiges Rezensionsexemplar, wof\u00fcr ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Da ich das eBook gelesen habe, kann ich in dieser Rezension das Hardcover nicht beschreiben \u2013 aber eines ist klar: Wie auch die anderen historischen Romane von Michael Paul, wird auch dieses als gebundenes Buch den Weg in mein Regal finden. Das sind B\u00fccher, die ich einfach besitzen muss. <br>Das stimmungsvolle Cover zeigt eine Person im Habit, welche mir nach vorne verschr\u00e4nkten Armen mit dem R\u00fccken zum Betrachter steht. Sie steht vor einem Fenster, welches aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist und mit der nach oben spitz f\u00f6rmig zusammenlaufenden Form an ein gotisches Kirchenfenster erinnert. Die Verdunklungen sind ge\u00f6ffnet und die Person steht im hellen Tageslicht, in welches sie schaut. Jedoch scheinen vor den Fenstern Gitter zu sein. Sie schaut in eine Welt, aus der sie ausgesperrt ist.<br>Das Buch beginnt mit einem Gedanken von Dietrich Bonhoeffer (geb. 1906, ermordet 1945), dann folgt ein Vorwort von Kurt Schrimm (leitendet Oberstaatsanwald a.D.). Mit dem Prolog des Buches befinden wir uns im Jahr 1940 in Mosbach. Dieser Prolog trieb mir schon direkt die Tr\u00e4nen in die Augen und ich musste schwer schlucken. Das erste Kapitel setzt dann im Jahr 2022 an und der Leser\/ die Leserin lernt die junge Reporterin Mel, ihren Chef, den Erzabt und einen Cellerar kennen. Die weiteren 17 Kapitel, spielen gr\u00f6\u00dftenteils im Jahr 2022, gehen aber auch zeitlich zur\u00fcck in die 1930er und 1940er Jahre. Das Nachwort ist dann das \u201aVorwort zum Schluss\u2018 und wird dann mit einem informativen, eindringlichen und erschreckenden Bericht zu \u201eGrafeneck 1940 &#8211; \u00bbEuthanasie\u00ab-Verbrechen in Baden und W\u00fcrttemberg\u201c von Thomas St\u00f6ckle (Historiker und Politologe) erg\u00e4nzt. Es folgen Angaben zum Autor, die Danksagungen und eine \u00dcbersicht \u00fcber die bisherigen Werke von Michael Paul.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Mel, die junge Reporterin, ist eine der Figuren, welche im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Nach einem schweren Schicksalsschlag l\u00e4sst sie ihr Leben und ihre Karriere in Freiburg hinter sich und f\u00e4ngt in K\u00f6ln ein neues, einfacheres Leben an. Doch sie kann ihre Vergangenheit nicht g\u00e4nzlich hinter sich lassen und wird auch immer wieder von dieser eingeholt. Auch wenn sie mitunter sehr taff wirkt, ist sie doch sehr vom Leben gezeichnet und hat \u00c4ngste und Schw\u00e4chen, welche sie sich auch eingesteht. Dazu verfolgt sie ein unertr\u00e4gliches Schuldgef\u00fchl, welches sie immer wieder aus der Bahn wirft. Somit ist dieser Auftrag ins Kloster zu gehen f\u00fcr Mel auch eine Art des Heilungsprozesses. Sie muss sich nun sich selbst und ihren Gef\u00fchlen stellen. Mels ehrlicher Charakter und ihre sehr authentische und dramatische Lebensgeschichte konnten mich sehr schnell \u00fcberzeugen und in den Bann ziehen.<br>Neben Mel steht die ehemalige Priorin Schwester Scholastika im Zentrum der Handlung. Mit ihren 99 Jahren hat sie in ihrem Leben schon vieles erlebt, gesehen und durchgemacht. Zu Beginn des Buches wirkt sie mit sich und ihrem Leben im Kloster sehr beherrscht und zufrieden. Es wird aber schnell klar, dass sie etwas zu verbergen versucht und damit eine Last und ein Geheimnis mit sich tr\u00e4gt, welches schwer auf ihr lastet. Diesem Geheimnis und dieser B\u00fcrde m\u00f6chte Mel auf die Schliche kommen. Schwester Scholastika hat sich in ihrem Leben noch keinem Menschen ge\u00f6ffnet, Mel findet einen Zugang zu ihr und ihrem Geheimnis.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"font-size:16px\"><p>\u201eKathrin hatte recht gehabt, Schwester Scholastika war eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Frau. Und sie trug ganz sicher mehr als nur ein Geheimnis in sich, das es wert war, angemessen erz\u00e4hlt zu werden.\u201c<\/p><cite><strong>[Kapitel 4]<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Es ist zu Beginn auch f\u00fcr die Leser\/ Leserinnen v\u00f6llig undurchsichtig, wie und warum Schwester Scholastika nicht aus dem Kloster ausziehen m\u00f6chte. Ihre Lebensgeschichte enth\u00fcllt sich erst im Laufe der Handlung St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck.<br>Neben Mel und Schwester Scholastika gibt es noch einige weitere fiktive Figuren in diesem Roman, welche aber eher am Rande stehen &#8211; trotzdem aber f\u00fcr den Fortgang der Geschichte immens wichtig sind. Hier sind zum Beispiel Kathrin und ihr Mann Stefan zu nennen, welche sich ganz r\u00fchrend um Schwester Scholastika k\u00fcmmern. Mels Chef Joe ist ein mitunter knallharter Vorgesetzter, agiert sehr impulsiv, ist aber trotzdem f\u00fcr Mel da. Aber auch die weiteren Charaktere wie der Erzabt Christian, der Cellerar Johannes, der Investor Konradi und der B\u00fcrgermeister Wittkamp konnten mich mit ihren \u00e4u\u00dferst lebensechten Darstellungen \u00fcberzeugen. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten und vieles aus ihrer Lebensgeschichte offenbart sich erst im Laufe der Handlung. Dies sorgt f\u00fcr einen guten Lesefluss, da man einfach wissen will und muss, wie und warum es so gekommen ist und wie es weitergeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Michael Paul hat einen sehr eindr\u00fccklichen, lebendigen und detaillierten Sprachstil, welcher nie langatmig wird und mich, wie bereits in seinen vorherigen Romanen, sofort mit in die Handlung genommen hat. Aber auch seine bildhaften Beschreibungen des leerstehenden Klosters sorgten bei mir f\u00fcr die oder andere G\u00e4nsehautmomente und ich konnte mir die Handlungsorte sehr gut vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"font-size:19px\"><p>\u201eGespenstisch kam es ihr vor. Das gesamte Kloster, ein riesiges Geb\u00e4ude, oder besser eine Ansammlung von mehreren zusammenstehenden Geb\u00e4uden, stand komplett leer, nur hier in den Zimmern war so eingerichtet, als h\u00e4tte sich die letzten mindestens f\u00fcnfzig Jahre nicht ver\u00e4ndert. Steven King h\u00e4tte an der Kulisse f\u00fcr \u00bbShining 2\u00ab seine wahre Freude, war sich Mel sicher und versp\u00fcrte ein Unwohlsein.\u201c<\/p><cite><strong>[Kapitel 4]<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Was ich als sehr gelungen empfand, waren auch die wiedergegeben Einblicke in das Klosterleben. Der Autor hat einige Zeit im Kloster Maria Hilf in B\u00fchl\/ Baden verbracht und dort den gr\u00f6\u00dften Teil seines Romans verfasst. F\u00fcr viele Menschen ist ein Kloster und das Leben darin v\u00f6llig aus der Zeit gefallen, weshalb auch immer mehr Kl\u00f6ster geschlossen werden m\u00fcssen. Jedoch w\u00fcrden mit einem Wegfall dieser Einrichtungen ein einzigartiger Teil unserer Kultur verloren gehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5057 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-300x300.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-150x150.jpg 150w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-768x768.jpg 768w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_01_komp-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#939191;font-size:16px\"><em>\u201eEin Kloster war eine Kommune, eine eigene Art der Gesellschaftsform, eine eigene Lebensrealit\u00e4t, abseits der Welt, au\u00dferhalb der Klostermauern. Ein Leben in Bescheidenheit und Demut, weitab von Ehrgeiz und Karrieredenken, Hektik und Stress, in Bedeutungslosigkeit von Geld und Statussymbolen. Was auf den ersten Blick wie ein Verlust von Freiheit aussah, war in Wirklichkeit vielleicht genau das Gegenteil, eine Befreiung. Schwester Scholastika hatte mit ihrem Gang ins Kloster ihre Freiheit nicht aufgegeben, sie hatte eine neue, gesch\u00fctzte Freiheit gew\u00e4hlt.\u201c<br><\/em><em><strong>[Kapitel 7]<\/strong><\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Den geschichtlichen Hintergrund bildet das Jahr 1940 und die damit beginnenden Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus. Diese systematischen Morde kosteten von 1933 bis 1945 etwa 216.000 Menschen mit k\u00f6rperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen das Leben.<br>Allein in der T\u00f6tungsanstalt Grafeneck (im heutigen Baden-W\u00fcrttemberg) wurden 10.654 Menschen mit Behinderung ermordet. Diese Zahlen machen mich immer wieder fassungslos, da sich hinter diesen Zahlen Menschen befinden. Menschen mit Gef\u00fchlen, Gedanken und Geschichten. Michael Paul greift hier ein Thema auf, welches immer wieder f\u00fcr enormen Zwiespalt sorgt: Ab wann ist ein Mensch mitschuldig an diesen Taten? Hat man als reine Schreibkraft eine Mitschuld an tausenden Toten? H\u00e4tte man diese T\u00f6tungen verhindern k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"font-size:16px\"><p>\u201e\u00bbZuletzt wurden Wachleute, denen keine direkte Tat nachgewiesen werden konnte, trotzdem wegen Beihilfe zum Mord angeklagt und verurteilt. Der letzte Fall liegt noch nicht so lange zur\u00fcck. Und die Angeklagten sind mittlerweile alle \u00fcber f\u00fcnfundneunzig Jahre alt. Aber welches Rad soll ich aus der Uhr nehmen? L\u00e4uft sie nur richtig wegen der gro\u00dfen R\u00e4dchen? Die kleinen winzigen Zahnr\u00e4dchen oder Federn sind ebenso notwendig, damit das Uhrwerk pr\u00e4zise funktioniert, oder?\u00ab\u201c<\/p><cite><strong>[Kapitel 14]<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Diese Frage wird von dem Autor nicht vorgebend beantwortet, sondern es wird dem Leser\/ der Leserin selbst \u00fcberlassen, diese Antwort f\u00fcr sich selbst zu beantworten. Immer wieder legte ich das Buch zur Seite und fragte mich: \u201eSchuldig oder unschuldig?\u201c und \u201eWie h\u00e4tte ich mich in dieser Zeit verhalten?\u201c<br>Die geschichtlichen Hintergr\u00fcnde und Themen stellt Michael Paul v\u00f6llig ungesch\u00f6nt da und verbindet diese Fakten gekonnt mit den Geschichten und Lebensgeschichten seiner fiktiven Charaktere.<br>Sehr interessant, aber auch erschreckend empfand ich die Darstellung, wie schnell die Medien dabei sind, die die Menschen mit teilweise ungesicherten Informationen aufzuschrecken und auch gegeneinander aufzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Zum Schluss dieser Rezension m\u00f6chte ich mich ganz herzlich bei Michael Paul f\u00fcr dieses intensive, ber\u00fchrende aber auch stellenweise sehr bedr\u00fcckende Leseerlebnis bedanken. All seine B\u00fccher sind etwas Besonderes \u2026 dieses Buch ist etwas ganz besonders Besonderes. Vielen Dank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\"><strong>Fazit: Was f\u00fcr eine Geschichte &#8211; ich bin mir sicher, dass diese mich noch lange nach Beendigung des Buches besch\u00e4ftigen und begleiten wird. Es ist ein Buch, welches zum Nachdenken anregt und gleichzeitig bestens und spannend unterh\u00e4lt. Ein absolutes Highlight \u2013 unbedingt lesen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:11px\"><em>*Ich habe f\u00fcr diese Rezension vom Verlag Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_03_komp-1024x986.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5058\" width=\"512\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_03_komp-1024x986.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_03_komp-300x289.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_03_komp-768x740.jpg 768w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_03_komp-1536x1479.jpg 1536w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Die-Trostbriefschreiberin_03_komp-2048x1972.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/figure><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Michael Paul [Werbung*] Bibliografische Angaben:Erscheinungstermin: Mai 2023Verlag: Bunte HundeAusgabe: Hardcover &amp; eBookISBN: 978-3-947081-11-0Seitenanzahl: 352 SeitenPreis: 22,00\u20achttps:\/\/www.michael-paul.eu\/b\u00fccher\/Klappentext:\u201eAls die Freiburger Reporterin Mel Burger den Auftrag erh\u00e4lt, in ein aufgel\u00f6stes Kloster in der Eifel zu fahren, ahnt sie nicht, was sie damit ausl\u00f6st. 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