{"id":526,"date":"2019-03-14T10:04:38","date_gmt":"2019-03-14T09:04:38","guid":{"rendered":"http:\/\/buechertanz.de\/?p=526"},"modified":"2022-03-31T08:45:51","modified_gmt":"2022-03-31T07:45:51","slug":"die-fotografin-am-anfang-des-weges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=526","title":{"rendered":"&#8222;Die Fotografin &#8211; Am Anfang des Weges&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Petra Durst-Benning<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Erschienen am 10. September 2018 im Blanvalet Verlag<br>ISBN: 978-3-7645-0662-9<br><a href=\"https:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Die-Fotografin-Am-Anfang-des-Weges\/Petra-Durst-Benning\/Blanvalet-Hardcover\/e540225.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Die-Fotografin-Am-Anfang-des-Weges\/Petra-Durst-Benning\/Blanvalet-Hardcover\/e540225.rhd <br><\/a><br><br>Das Buch \u201eDie Fotografin \u2013 Am Anfang des Weges\u201c von Petra Durst-Benning beschreibt den Werdegang einer jungen Frau im Jahre 1911, die sich jeglichen gesellschaftlichen Konventionen widersetzt und Fotografin wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Die-Fotografin-Am-Anfang-des-Weges-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-527\" width=\"303\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Die-Fotografin-Am-Anfang-des-Weges-768x1024.jpg 768w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Die-Fotografin-Am-Anfang-des-Weges-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 303px) 100vw, 303px\" \/><figcaption><em>Coverrechte: Blanvalet Verlag<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Minna Reventlow, genannt Mimi, ist eine Pfarrerstochter aus Esslingen. Sie ist ganz anders als die Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts: Sie hat keine Lust auf Hochzeit, Haushalt und Familie. Ihre Leidenschaft ist die Fotografie, sehr zum Leidwesen ihrer konservativ eingestellten Mutter. Ihr Onkel, der ein Fotoatelier in der kleinen Leinenweberstadt Laichingen besitzt, best\u00e4rkt Mimi in ihrem Wunsch Fotografin zu werden.<br>Mimi kauft sich eine Fotoausr\u00fcstung und wird zu einer Wanderfotografin \u2013 sie bereist nun das ganze Land und schenkt den Menschen mit ihren Fotografien Sch\u00f6nheit. Es ist anfangs kein leichter Weg f\u00fcr Mimi \u2013 aber sie geht ihn.<br>Doch dann erkrankt ihr Onkel und Mimi h\u00e4ngt ihr &#8218;Wanderfotografin- Dasein&#8216; erst mal an den Haken und reist zu ihrem Onkel nach Laichingen. Dort \u00fcbernimmt sie das Atelier, eckt aber bei der teils bitterarmen Bev\u00f6lkerung mit ihren neuen Ideen und ihrer Freiheit als Frau an. Aber auch in den h\u00f6heren Kreisen der Bev\u00f6lkerung macht sie sich nicht nur Freunde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Petra Durst-Benning ist seit vielen Jahren eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Im Jahr 2009 habe ich zum ersten Mal ein Buch von ihr gelesen  \u2013 seit dem freue ich mich auf jede Neuerscheinung aus ihrer Feder.<br> Als \u201eDie Fotografin \u2013 Am Anfang des Weges\u201c angek\u00fcndigt wurde, war eigentlich schon klar, dass ich es lesen werde: Das 20. Jahrhundert interessiert mich momentan doch sehr, au\u00dferdem liebe ich das Thema Fotografie. Und als dann noch klar war, dass es nicht ein Einzelband sein wird, sondern der Auftakt zu einer Reihe, war ich au\u00dferordentlich gl\u00fccklich. Ich lese sehr gerne Reihen, da die Charaktere und die Handlung sehr viel mehr Zeit haben, sich zu entfalten. <br> <br>Die Figuren des Buches sind sehr fein gezeichnet \u2013 jede von ihnen hat ihre Ecken und Kanten. Mimi wurde mir sehr schnell sympathisch, ich hatte nach den ersten Seiten schon das Gef\u00fchl eine neue Freundin gefunden zu haben. Man merkt als Leser schnell, das Mimi so ganz anders ist als Frauen zu dieser Zeit sein sollten. So bekommt sie im ersten Kapitel einen Heiratsantrag. Doch anstatt zu strahlen und vor Gl\u00fcck zu juchzen, geht Mimi auf Abstand: Hochzeit? Familie? Haushalt? Nichts f\u00fcr Mimi. Eine starke Figur, die auch R\u00fcckschl\u00e4ge einstecken muss und auch lernt mit diesen umzugehen.<br>Aber auch die anderen Charaktere, die um Mimi agieren, schloss ich schnell ins Herz: Ihren liebenswerten Onkel, ihre etwas nervige Mutter. Manchmal rollte ich innerlich auch die Augen \u00fcber das Verhalten und die Sichtweise der ein oder anderen Figur.<br>Und genau das liebe ich an den Figuren, die Petra Durst-Benning schafft: Nach nur wenigen S\u00e4tzen hat man das Gef\u00fchl, dass man sie schon ewig kennt, aber trotzdem noch Neues \u00fcber sie erf\u00e4hrt. Sie wirken absolut lebensecht.<br>Ganz besonders positiv ist mir die Figur Eveline in Erinnerung geblieben: Eine arme Frau, die mit ihrer Familie in sehr \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen in Laichingen wohnt. Eveline strahlt trotz der Armut eine Herzlichkeit aus und sie verliert nicht den Mut jeden Tag aufs Neue zu beginnen und f\u00fcr ihre Kinder da zu sein. <br> Nat\u00fcrlich gibt es auch den B\u00f6sewicht \u2013 diesen m\u00f6chte man gerne ab und zu sch\u00fctteln und ihn anschreien, wie ungerecht er doch ist.<br> <br>Zum Stil ist zu sagen: Toll, einfach toll. Petra Durst-Benning versteht es prima, eine spannende Handlung vor einen absolut gut recherchierten historischen Hintergrund zu packen. Ihre lebendige Sprache lie\u00df mich eine Seite nach der anderen lesen \u2013 und es kam nicht einmal Langeweile auf. Au\u00dferdem merkt man, wie sehr das Thema Fotografie die Autorin fasziniert und wie gut sie recherchiert hat. Diese Faszination gibt sie dann an den Leser weiter. <br>Dazu wird deutlich, wie schwer es Frauen im Jahre 1911  in der Gesellschaft hatten: Von Gleichberechtigung und einem selbstbestimmten Leben der Frauen war man ganz weit entfernt. Frauen, vor allem die, die aus dem Schema ausbrachen, hatten es alles andere als leicht. Doch Mimi l\u00e4sst sich davon nicht unterkriegen.<br>Aber auch das Leben der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschicht zeigt Petra Durst-Benning auf. Es wird deutlich, wie entbehrungsreich viele Familien Anfang des 20. Jahrhunderts leben und arbeiten mussten und wie Fabrikarbeiter ihrem Arbeitgeber ausgesetzt waren.<br> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Fazit: Sehr authentisch, gro\u00dfe Gef\u00fchle und eine perfekte Recherche zu dem spannenden Thema Fotografie. Dazu ein wundersch\u00f6nes Cover. Eine absolut empfehlenswerte Lekt\u00fcre f\u00fcr alle, die gerne ins 20. Jahrhundert abtauchen m\u00f6chten.  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em>Ich freue mich so sehr auf den zweiten Band, der im April 2019 erscheint!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Petra Durst-Benning Erschienen am 10. September 2018 im Blanvalet VerlagISBN: 978-3-7645-0662-9https:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Die-Fotografin-Am-Anfang-des-Weges\/Petra-Durst-Benning\/Blanvalet-Hardcover\/e540225.rhd Das Buch \u201eDie Fotografin \u2013 Am Anfang des Weges\u201c von Petra Durst-Benning beschreibt den Werdegang einer jungen Frau im Jahre 1911, die sich jeglichen gesellschaftlichen Konventionen widersetzt und Fotografin wird. Minna Reventlow, genannt Mimi, ist eine Pfarrerstochter aus Esslingen. 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