{"id":7662,"date":"2024-08-14T08:39:32","date_gmt":"2024-08-14T07:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=7662"},"modified":"2026-01-26T10:37:22","modified_gmt":"2026-01-26T09:37:22","slug":"das-pensionat-an-der-mosel-schwestern-im-geiste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=7662","title":{"rendered":"\u201eDas Pensionat an der Mosel \u2013 Schwestern im Geiste\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Marie Pierre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[Werbung*]<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-vertically-aligned-center\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"294\" height=\"445\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/50-Das-Pensionat-an-der-Mosel-Schwestern-im-Geiste.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7654 size-full\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/50-Das-Pensionat-an-der-Mosel-Schwestern-im-Geiste.jpg 294w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/50-Das-Pensionat-an-der-Mosel-Schwestern-im-Geiste-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p style=\"font-size:11px\"><strong><strong>Bibliografische Angaben:<\/strong><br><\/strong>Erscheinungsdatum: 14. August 2024<br>Verlag: Heyne<br>Ausgaben: Paperback und eBook<br>ISBN: &nbsp;978-3453427235<br>Seitenanzahl: 560 Seiten<br>Preise: 16\u20ac (Taschenbuch), 12,99\u20ac (eBook)<br>Reihe: \u201eDas Pensionat an der Mosel\u201c, Band 02 von 03<br><br><strong>Klappentext:<\/strong><br><em>&#8222;Diedenhofen, 1911. Zwischen Pauline Martin und dem preu\u00dfischen Hauptmann Erich hat sich eine tiefe Freundschaft entwickelt. Auch wenn Pauline sich manchmal nach mehr sehnt, ist eine Liebesbeziehung f\u00fcr sie als Lehrerin undenkbar. Noch st\u00e4rker als zuvor konzentriert sie sich auf ihre Sch\u00fctzlinge und stellt eine zus\u00e4tzliche Lehrkraft ein. Rhona O\u2019Meally soll ihren Sch\u00fclerinnen nicht nur die englische Sprache, sondern auch die irische Kultur n\u00e4herbringen. Rhona sorgt f\u00fcr frischen Wind, hat jedoch ein gef\u00e4hrliches Geheimnis. Als es im Pensionat zu Diebst\u00e4hlen kommt und in Diedenhofen vermehrt antipreu\u00dfische Schmierereien auftauchen, ger\u00e4t Pauline selbst unter Verdacht. Die politischen Spannungen verh\u00e4rten sich \u2013 in der Moselstadt und in ganz Europa \u2013, und Pauline muss f\u00fcr ihre Zukunft k\u00e4mpfen.&#8220;<\/em><br><br><strong>Homepage:<\/strong><br>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.mariawpeter.de\/sites\/buecher.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.mariawpeter.de\/sites\/buecher.php<\/a> (Website Autorin)<br>&#8211; <a href=\"https:\/\/www.penguin.de\/buecher\/marie-pierre-schwestern-im-geiste\/paperback\/9783453427235\">https:\/\/www.penguin.de\/buecher\/marie-pierre-schwestern-im-geiste\/paperback\/9783453427235<\/a> <br>(Website Verlag)<br><br><br><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:11px\"><strong>Hinweise:<\/strong><br>\u2013 <em>Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Band <strong><a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=6632\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Das Pensionat an der Mosel &#8211; T\u00f6chter des Aufbruchs&#8220;<\/a><\/strong> noch nicht gelesen habt &#8211; <strong>Spoilergefahr!<\/strong><\/em><br><em>\u2013 Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Vorab-Exemplar <\/em>(PDF) und als Paperback&nbsp;<em>zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!<br>\u2013 Ich habe f\u00fcr diese Rezension von der Autorin und\/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder.<br>\u2013 Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"758\" height=\"766\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Das-Pensionat-an-der-Mosel_01_komp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7664\" style=\"width:312px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Das-Pensionat-an-der-Mosel_01_komp.jpg 758w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Das-Pensionat-an-der-Mosel_01_komp-297x300.jpg 297w\" sizes=\"auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>_<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Das Buch&nbsp;<strong><em>\u201eDas Pensionat an der Mosel \u2013 Schwestern im Geiste\u201c<\/em><\/strong>&nbsp;von Marie Pierre ist der zweite Band einer Buchreihe, der haupts\u00e4chlich in der Stadt Diedenhofen (Thionville) im ehemaligen Reichsland Elsa\u00df-Lothringen im Jahr 1911 spielt und einen weiteren Einblick in das turbulente Leben der jungen Lehrerin und Pensionat-Leiterin Pauline Martin zeigt. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:16px\">&#8222;Von jeher war Pauline \u00fcberzeugt, dass Sprachen nicht nur T\u00fcren zu neuen Welten \u00f6ffneten, sondern auch die gegenseitige Verst\u00e4ndigung &#8211; und somit zugleich das Verst\u00e4ndnis &#8211; f\u00f6rderten.&#8220;<br><br><strong><em>[Kapitel 01, Seite 16]  <\/em><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Diedenhofen (Thionville) im Reichsland Elsa\u00df-Lothringen im Jahr 1911: Die junge Pensionat-Leiterin und Lehrerin Pauline freut sich auf ihre zus\u00e4tzliche Lehrkraft Rhona O\u2019Meally. Diese soll den Sch\u00fclerinnen nicht nur Englisch beibringen, sondern auch die irische Kultur n\u00e4her bringen. Doch von Anfang an nimmt Pauline etwas anderes, geheimnisvolles an der neuen Lehrerin wahr. <br>Als es im Pensionat zu Diebst\u00e4hlen kommt und in der Stadt immer wieder Schmierereien gegen die preu\u00dfischen Besatzer auftauchen, braucht Pauline Hilfe und Unterst\u00fctzung. Die erh\u00e4lt sie von dem preu\u00dfischen Hauptmann Erich &#8211; die beiden eint mittlerweile eine tiefe Freundschaft. <br>Doch als sich die politischen Fronten nicht nur im Reichsland Elsa\u00df-Lothringen immer weiter verh\u00e4rten, geraten Paulines Zukunft und auch ihr Pensionat und dessen Bewohner in gro\u00dfe Gefahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Marie Pierre ist das offene Pseudonym der Autorin Maria W. Peter, welche mich mit ihren starken und unvergesslichen B\u00fcchern wie&nbsp;<strong><em>\u201eDie Festung am Rhein\u201c<\/em><\/strong>,&nbsp;<strong><em>\u201eDie Melodie der Schatten\u201c<\/em><\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong><em><a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=1427\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eEine Liebe zwischen den Fronten\u201c<\/a><\/em><\/strong>&nbsp;begeistert hat.<br>Als die Autorin ihre neue Buchreihe ank\u00fcndigte, wusste ich sofort, dass ich diese unbedingt lesen wollte, da mich die B\u00fccher und die tiefgr\u00fcndigen Geschichten dieser Autorin immer wieder beeindrucken und auch der spannend klingende Klappentext sprach mich an. Die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts empfinde ich als eine sehr spannende Zeit, aus der sich zudem vieles ableiten l\u00e4sst, was dann im weiteren Verlauf des Jahrhunderts geschehen ist. <br>Der Auftakt&nbsp;<strong><em><a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=6632\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDas Pensionat an der Mosel \u2013 T\u00f6chter des Aufbruchs\u201c<\/a><\/em><\/strong>&nbsp;empfand ich durch die Spannung, die tiefe und dichte Atmosph\u00e4re, die vielf\u00e4ltigen Charaktere und der wunderbar dargestellten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergr\u00fcnde als rundum gelungen. Ich habe so viel Neues \u00fcber diese spannende Epoche gelernt und erfahren. <br>Nat\u00fcrlich wollte ich wissen, wie es mit all den Figuren und auch der Handlung weitergeht &#8211; deshalb musste ich den zweiten Band auch unbedingt lesen. Diesen zweiten Band bekam ich freundlicherweise von der Autorin einmal als Vorab-Exemplar (PDF) und einmal als Paperback zugesendet, wof\u00fcr ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken m\u00f6chte. <br>Das Buch ist ein wundersch\u00f6n gestaltetes Paperback. Auf der vorderen Klappe steht ein Textausschnitt, der schnell die Lust auf die Geschichte weckt, auf der hinteren Klappe wird die Autorin mit einer kurzen Biografie und einem Foto vorgestellt. Das absolute Highlight befindet sich in der Innenseite der vorderen Klappe: Hier sind verschiedene historische Ansichten des Ortes Diedenhofen (Thionville) zu sehen. Es ist einfach sch\u00f6n, wenn man die Handlungsorte direkt vor Augen hat. In der hinteren Klappe werden die drei Teile der Reihe nochmal vorgestellt. <br>Insgesamt hat das Buch 560 Seiten und gliedert sich in insgesamt 49 Kapitel auf. An das letzte Kapitel schlie\u00dfen sich ein Epilog, ein ausf\u00fchrliches Nachwort, eine Karte von Diedenhofen\/ Thionville um das Jahr 1910, ein Glossar (Fachbegriffe), ein Glossar (Fremdsprachlich), ein \u00dcberblick \u00fcber die wissenschaftliche Beratung und Reise- und St\u00f6bertipps zu den Schaupl\u00e4tzen und Hintergr\u00fcnden an.<br>Das erste Kapitel beginnt im Februar 1911, der Epilog setzt im Mai 1911 an. Somit umfasst die gesamte Handlung des Buches also etwa drei Monate und beginnt unmittelbar nach den Geschehnissen des ersten Bandes. Da die Handlung des ersten Bandes immer wieder aufgenommen wird, empfehle ich, dass ihr den ersten Band der Reihe unbedingt vorher gelesen haben solltet. Nur so ist es m\u00f6glich, die Entwicklung der Charaktere nachzuvollziehen und auch deren Handlungen und Denkweisen richtig einzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"195\" height=\"295\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/9783453428553.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6568\"\/><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"195\" height=\"295\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/9783453427235.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6569\" style=\"width:219px;height:auto\"\/><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"195\" height=\"295\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/9783453427242.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6570\"\/><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das Cover des zweiten Bandes passt sehr gut zum Cover des ersten Bandes und zeigt eine Collage aus zwei jungen Frauen in der Seitenansicht. Ihre Blicke gehen nach unten, beide l\u00e4cheln. <br>In der Mitte des Covers befindet sich die Zeichnung eines herrschaftlichen Hauses, darunter der Titel und der Untertitel des Buches. Den unteren Bereich des Covers bildet die Ansicht einer kleinen Stadt, welche idyllisch an einem Fluss liegt, hinter der Stadt ist eine bergige Anh\u00f6he zu sehen, hinter sich der schier endlos erscheinende Himmel erhebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Wie in ihren bisher erschienen B\u00fcchern zeichnet sich auch dieser Roman durch die exzellente, ambivalente und authentische Zeichnung der Figuren aus. Marie Pierre hat in dieser Buchreihe ganz besondere Charaktere geschaffen, welche auf der einen Seite stark sind, gleichzeitig aber auch vom Leben gezeichnet sind und ihre Schw\u00e4chen, vor allem ihre Geheimnisse haben. Viele der Figuren sind bereits aus dem ersten Band bekannt und es war sehr spannend zu erleben, wie diese sich weiterentwickelt haben. Es kommen auch einige neue Figuren hinzu.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:16px\"><em>\u201e\u00bb<\/em>Herr von Schwegat, wie Sie sicher wissen, behandele ich alle meiner Sch\u00fclerinnen gleich, mit derselben F\u00fcrsorge und demselben Respekt, v\u00f6llig ungeachtet ihrer gesellschaftlichen oder religi\u00f6sen Herkunft. (&#8230;) Denn nur so, (&#8230;) ist es m\u00f6glich, in einer Institution wie dieser hier, die sich im Spannungsfeld zwischen deutscher und franz\u00f6sischer Kultur befindet, mit allen daraus resultierenden Missstimmungen und Diskussionen, tats\u00e4chlich allen Sch\u00fclerinnen gerecht zu werden.<em>\u00ab<\/em>&#8220; <br><br><em><strong>[<\/strong>Kapitel 10, Seiten 112\/113]<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Wie im ersten Band steht auch im zweiten Band die Pensionats-Leiterin Pauline im Mittelpunkt der Geschichte und der Geschehnisse. Nachdem sie vor einiger Zeit die Leitung des M\u00e4dchenpensionats \u00fcbernommen hat, hat sie mit ihrer Familie gebrochen &#8211; Ein Zustand, welcher des \u00d6fteren in ihr hochkommt und sie belastet. <br>Aus ihren Sch\u00fclerinnen m\u00f6chte Pauline starke, selbstst\u00e4ndige, selbstbewusste und vor allem freie Frauen machen, die sich in einer von M\u00e4nnern regierten Welt gut zurechtfinden &#8211; dabei jedoch auch nie die Etikette verlieren. Beleidigungen und Verunglimpfungen mag sie \u00fcberhaupt nicht. Pauline wei\u00df genau, was sie will und setzt ihre W\u00fcnsche und Ziele auch schnell und zielgerichtet um. Auch wenn sie wei\u00df, dass hinter vorgehaltener Hand viel \u00fcber sie und ihr Pensionat geredet wird, gibt sie sich und ihre Einrichtung nicht auf. Im Herzen ist und bleibt Pauline Franz\u00f6sin &#8211; durch die Besatzung der Preu\u00dfen ist sie jedoch auch gleichzeitig im Inneren zwischen den zwei Kulturen zerrissen. <br>Pauline hat eine feine Beobachtungsgabe und ist eine so lebensbejahende und aufgeschlossene Figur, welche ich ab der ersten Seite fest ins Herz geschlossen habe und ich bin so gespannt, wie es mit ihr und ihrer Geschichte weitergehen wird. <br>Hauptmann Erich von Pliesnitz ist bereits aus dem ersten Band bekannt und wieder an Paulines Seite. Aus dem auf den ersten Blicks gef\u00fchllosen Preu\u00dfen ist mittlerweile Paulines Freund und Vertrauter geworden &#8211; sie kann sich immer auf ihn verlassen. Doch auch Erich tr\u00e4gt die Last der Vergangenheit mit sich herum. Ich mochte die immense Entwicklung von Erich, aber auch, wie ambivalent er gezeichnet ist. Einerseits ist er sehr hart zu den Menschen in seiner beruflichen Umgebung, auf der anderen Seite kann er aber auch sehr empfindsam und freundlich sein. Auch bei ihm bleibt es spannend, wie seine Entwicklung weitergehen wird.<br>Mit der Lehrerin Rhona O\u2019Meally kommt eine neue und hochinteressante Figur in die Geschichte. Bereits ab dem ersten Moment bemerkt Pauline (und auch der Leser und Leserin), dass Rhona etwas Geheimnisvolles und D\u00fcsteres umgibt. Doch wie auch Pauline tappen alle im Dunkeln und das Licht kommt erst nach und nach ins Dunkle.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:16px\">&#8222;War es nicht auch Paulines pers\u00f6nliches Ziel, dass ihre Sch\u00fclerinnen lernten, frei und ungezwungen ihre Meinung zu \u00e4u\u00dfern? Besa\u00df sie nicht auch selbst den Mut, durchaus heikle und unbequeme Themen im Unterricht anzuschneiden, wenn sie es als notwendig erachtete? Hatte sie in der neuen Lehrerin nicht also eine verwandte Seele, eine Schwester im Geiste getroffen? Jemand, der genau zu ihrer Schule passte?&#8220;<br><br><strong><em>[Kapitel 15, Seite 157]<\/em><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br>Einige Geschichten der Sch\u00fclerinnen werden auch im zweiten Band wieder aufgegriffen &#8211; diesmal stehen jedoch zwei andere junge M\u00e4dchen im Zentrum der Geschichte: Esther und Charlotte. Diese beiden M\u00e4dchen k\u00f6nnten unterschiedlicher nicht sein und halten mit ihren Unstimmigkeiten und Streits Pauline auf Trap. Charlotte und auch ihr Bruder sorgten bei mir w\u00e4hrend des Lesens immer wieder f\u00fcr Kopfsch\u00fctteln. Doch genau von solch unliebsamen Figuren lebt eine gute und authentische Geschichte. <br>Neben diesen Figuren spielen noch eine Vielzahl an Figuren, welchen gr\u00f6\u00dftenteils bereits aus dem ersten Band bekannt sind, kleine und gro\u00dfe Rollen. Sie alle bilden mit ihren unterschiedlichen Charakteren und Eigenheiten ein stimmiges Bild der bunt gemischten Bev\u00f6lkerung aus Deutschen und Franzosen im ehemaligen Reichsland Elsa\u00df-Lothringen ab. Um nichts von der Spannung der Geschichte vorwegzunehmen, gehe ich an dieser Stelle nicht detailliert auf die zahlreichen Figuren ein.<br>Wie bereits im ersten Band arbeitet Marie Pierre in ihren Dialogen oft mit dem jeweiligen Zungenschlag ihrer Figuren. Dadurch wirken die Figuren nochmals lebendiger.<br>Geschickt verbindet Marie Pierre die einzelnen Geschichten ihrer gr\u00f6\u00dftenteils fiktiven Figuren zu einer gro\u00dfen und spannenden Geschichte und verwebt alles mit den akribisch recherchierten historischen Hintergr\u00fcnden.<br>Dabei waren die Spannungen, Zerw\u00fcrfnisse und Differenzen, vor allem auch die Anziehungen zwischen den Figuren immer f\u00fchlbar und nahmen mich mit in die Geschichte, Geschehnisse und Geheimnisse hinein. Ich freue mich jetzt schon auf den dritten Band, welcher voraussichtlich am 12. Februar 2025 erscheint und bin gespannt, wie es mit all den Figuren weitergehen wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Nicht nur die lebensechten Figuren und deren mitrei\u00dfenden Lebensgeschichten sorgten f\u00fcr einen guten Lesefluss. Vor allem der der bildhafte und wundersch\u00f6ne Sprachstil der Autorin entf\u00fchrte mich ab der ersten Seite in vergangene Zeiten. Marie Pierre baut damit eine diffuse Atmosph\u00e4re und Spannung auf und sorgte daf\u00fcr, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand legen wollte. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:16px\">&#8222;Ein malerisches Fleckchen Erde, dieser \u00f6stliche Teil Lothringens. Ebenso wie Louises els\u00e4ssische Heimat, mit dem er zwangsvereint war, stand er jedoch seit nunmehr vier Jahrzehnten unter der deutschen Knute, hin und hergerissen zwischen Anpassung und Widerstand, wirtschaftlichen Aufschwung und kultureller Entfremdung.&#8220;<br><br><em>[Kapitel 03, Seite 44]<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Den \u00dcberblick \u00fcber den geschichtlichen Hintergrund habe ich aus der Rezension zum ersten Band \u00fcbernommen und stellenweise etwas erg\u00e4nzt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Den geschichtlichen Hintergrund bildet das Jahr 1911 im damaligen Reichsland Elsa\u00df-Lothringen. Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg (19. Juli 1870 bis 10. Mai 1871), musste Frankreich das\u00a0Elsass und Teile von Lothringen\u00a0an Deutschland abtreten und eine Kriegsentsch\u00e4digung von f\u00fcnf Milliarden Franc zahlen. F\u00fcr Frankreich bedeuteten die deutschen Annexionen eine tiefe Dem\u00fctigung, f\u00fcr die Bewohner der Gebiete war es der Verlust der eigenen Identit\u00e4t, Kultur und Vergangenheit.<br>Viele Bewohner Elsass-Lothringens nutzten die M\u00f6glichkeit, die franz\u00f6sische Staatsangeh\u00f6rigkeit zu behalten und ihren Wohnsitz nach Frankreich zu verlegen. Bis zum Stichtag am 1. Oktober 1871 optierte rund 10 Prozent der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Frankreich.<br>W\u00e4hrend viele Els\u00e4sser und Lothringer ihre Heimat verlie\u00dfen, wanderten zahlreiche Deutsche ins \u201eReichsland\u201c ein, insbesondere Beamte und Milit\u00e4rs. Schon 1875 stellten die Einwanderer rund f\u00fcnf Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung, 1890 etwa zehn Prozent und 1910 rund 15 Prozent. Die neue deutsche Verwaltung, welche die franz\u00f6sische auf allen Ebenen abgel\u00f6st hatte und h\u00e4ufig als Fremdherrschaft wahrgenommen wurde, verfolgte eine stark repressive Germanisierungspolitik, was immer wieder zu schweren Konflikten f\u00fchrte. <br>Die damalige Gesellschaft war von den M\u00e4nnern gepr\u00e4gt und dominiert. Frauen durften zu dieser Zeit nicht w\u00e4hlen und auch in Sachen Bildung standen M\u00e4dchen den Jungen hinten an.<br>Die sogenannten M\u00e4dchenpensionate wurden als Alternative zu den \u00f6ffentlichen Schulen in Anspruch genommen, waren aber wegen des Schulgeldes nur f\u00fcr besserverdienende Familien eine Option. Erst im Jahr 1908 gab es in Preu\u00dfen eine Bildungsreform, die es M\u00e4dchen fortan erlaubte zu studieren.<br>Diese geschichtlichen, vor allem aber die gesellschaftlichen Hintergr\u00fcnde hat Marie Pierre in ihrem Roman sehr gut dargestellt und nachgesp\u00fcrt. Der Leser\/ die Leserin bekommt anhand der lebensecht gezeichneten fiktiven Figuren und deren vielf\u00e4ltigen Hintergr\u00fcnden eine Ahnung davon, wie das Leben, vor allem das Zusammenleben, der unterschiedlichen Menschen im Reichsland Elsa\u00df-Lothringen war und welche allt\u00e4glichen Konflikte zwischen den Menschen herrschten.<br>Zwei weitere geschichtliche und gesellschaftliche Themen werden in diesem zweiten Band aufgegriffen: Zum einen der Kampf der Iren um Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit und zum anderen ein Teil der j\u00fcdischen Geschichte im deutschen Kaiserreich. An dieser Stelle empfehle ich euch das ausf\u00fchrliche Nachwort der Autorin &#8211; hier geht sie ausf\u00fchrlich auf diese Themenkomplexe ein.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:16px\">\u201e\u00bbW\u00e4re es nicht sch\u00f6n, (&#8230;) wenn die Menschen wie dieser Fluss w\u00e4ren, sich miteinander verbinden k\u00f6nnten? Ungeachtet der Kultur, ungeachtet irgendwelcher oft willk\u00fcrlich gesetzten Landesgrenzen?\u00ab <br>(&#8230;)<br><em>\u00bb<\/em>Glauben Sie, dass dies eines Tages m\u00f6glich sein wird? M\u00f6glich, das Trennende zu \u00fcberwinden und sich stattdessen auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen? All das Gute, was man miteinander teilt? Eine gemeinsame &#8230; Zukunft?\u00ab&#8220;<br><br><em>[Epilog, Seite 515]<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Am Ende dieser Rezension m\u00f6chte ich mich erneut ganz herzlich bei der Autorin f\u00fcr dieses lehrreiche und emotionale Lesevergn\u00fcgen bedanken. Ich freue mich schon so sehr auf den dritten Band der Reihe und auf ein Wiedersehen mit den vielen (teils sehr liebgewonnenen) Figuren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\"><strong>Fazit: Wie auch im ersten Band konnte mich in diesem zweiten Band die Spannung, die tiefe und dichte Atmosph\u00e4re, die absolut gelungenen und vielf\u00e4ltigen Charaktere und die wunderbar dargestellten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergr\u00fcnde mitnehmen und \u00fcberzeugen. <br>Bereits der erste Band hat mir sehr gut gefallen &#8211; meiner Meinung nach toppt der zweite Band &#8222;Schwestern im Geiste&#8220; diesen nochmals &#8211; denn hier ist einfach alles dabei: Dramatik, Spannung, Historie und Liebe. Sehr lesenswert!<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"758\" height=\"766\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Das-Pensionat-an-der-Mosel_02_komp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7675\" style=\"width:412px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Das-Pensionat-an-der-Mosel_02_komp.jpg 758w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Das-Pensionat-an-der-Mosel_02_komp-297x300.jpg 297w\" sizes=\"auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:11px\"><strong>*<\/strong><em>Ich habe f\u00fcr diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein pers\u00f6nliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Marie Pierre [Werbung*] Bibliografische Angaben:Erscheinungsdatum: 14. August 2024Verlag: HeyneAusgaben: Paperback und eBookISBN: &nbsp;978-3453427235Seitenanzahl: 560 SeitenPreise: 16\u20ac (Taschenbuch), 12,99\u20ac (eBook)Reihe: \u201eDas Pensionat an der Mosel\u201c, Band 02 von 03 Klappentext:&#8222;Diedenhofen, 1911. Zwischen Pauline Martin und dem preu\u00dfischen Hauptmann Erich hat sich eine tiefe Freundschaft entwickelt. Auch wenn Pauline sich manchmal nach mehr sehnt, ist eine &hellip; <a href=\"https:\/\/buechertanz.de\/?p=7662\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas Pensionat an der Mosel \u2013 Schwestern im Geiste\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34,8],"tags":[],"class_list":["post-7662","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allerezensionen","category-historische-romane"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7662"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7662\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10300,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7662\/revisions\/10300"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buechertanz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}