{"id":860,"date":"2019-11-16T14:23:32","date_gmt":"2019-11-16T13:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/buechertanz.de\/?p=860"},"modified":"2022-03-31T08:54:27","modified_gmt":"2022-03-31T07:54:27","slug":"das-weingut-tage-des-schicksals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buechertanz.de\/?p=860","title":{"rendered":"&#8222;Das Weingut &#8211; Tage des Schicksals&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>von Marie Lacrosse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Erschienen am 30. September im Goldmann Verlag<br>ISBN: 978-3442205905 <br><a href=\"https:\/\/www.randomhouse.de\/Paperback\/Das-Weingut-Tage-des-Schicksals\/Marie-Lacrosse\/Goldmann\/e556801.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.randomhouse.de\/Paperback\/Das-Weingut-Tage-des-Schicksals\/Marie-Lacrosse\/Goldmann\/e556801.rhd<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Der dritte und damit der letzte Teil der \u201eWeingut \u2013 Saga\u201c von Marie Lacrosse beschreibt haupts\u00e4chlich den Kampf der Arbeiter im ausgehenden 19. Jahrhundert f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen und damit die Entstehung des Sozialistengesetzes.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Weingut-3-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-861\" srcset=\"https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Weingut-3-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Weingut-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/buechertanz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Das-Weingut-3-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Coverrechte: Goldmann Verlag<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">+++ Achtung! Bitte diese Rezension nur lesen, wenn ihr die ersten beiden Teile der Reihe schon gelesen habt! +++<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap has-small-font-size\">Von der ersten Seite an war ich gleich wieder in der Geschichte angekommen.<br>Irene und Franz f\u00fchren eine gl\u00fcckliche Ehe. Ihr gemeinsamer Sohn Fr\u00e4nzel gedeiht pr\u00e4chtig und auch seine beiden j\u00fcngeren Schwestern machen Irene gl\u00fccklich. Da Franz oft auf Reisen und mit den Aufgaben des Weinguts besch\u00e4ftigt ist, erkennt Irene immer mehr, dass sie das Leben als Mutter nicht genug auslastet. Sie m\u00f6chte f\u00fcr die \u00e4rmere Bev\u00f6lkerung, vor allem aber f\u00fcr die arbeitenden Frauen k\u00e4mpfen. Sie gr\u00fcndet Frauengruppen, dabei kreuzt sich ihr Weg wieder mit ihrem ehemaligen Geliebten Josef, der als Arbeitsf\u00fchrer aktiv ist. Die Treffen mit Josef h\u00e4lt Irene vor Franz geheim, als Franz dahinterkommt steht ihre Ehe auf der Kippe. Aber auch mit den Frauengruppen begibt sich Irene auf d\u00fcnnes Eis, da die sozialistischen Ideen immer mehr in den Fokus geraten und schlussendlich verboten werden. Doch Irene m\u00f6chte nicht aufgeben und k\u00e4mpfen \u2013 f\u00fcr ihre Ehe und die Rechte der arbeitenden Frauen.<br>Und Franz k\u00e4mpft w\u00e4hrend dessen auch: F\u00fcr das Weingut, welches von einem Sch\u00e4dling bedroht wird, aber auch f\u00fcr seine Ehe, die immer wieder als nicht standesgem\u00e4\u00df angesehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Endlich: Der dritte Teil der packenden Weingut-Saga von Marie Lacrosse. Alle anderen B\u00fccher mussten warten, da ich so gespannt darauf war, wie es mit Irene und Franz weitergeht. Selten hat mich eine Buchreihe so besch\u00e4ftigt, so mitgerissen.  <br>An dieser Stelle ein herzliches Dankesch\u00f6n an den Goldmann Verlag f\u00fcr die Zusendung eines Rezensionsexemplars.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Wie in den ersten beiden Teilen sind alle Figuren wieder absolut lebensnah gezeichnet. Sie leiden, sie machen Fehler, sie handeln nach ihrem Herzen.  Nach den ersten Seiten hatte ich das Gef\u00fchl, wieder unter guten Freunden zu sein. Irene und Franz sind beide so stark, aber auch Pauline (Mutter von Franz) ist ein so feiner, sympatischer und kluger Charakter. Auch in diesem Teil kommen neue Figuren hinzu, einige verlassen uns.  <br>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist die Vorstellung nur schwer zu ertragen, dass ich nichts mehr von diesen Charakteren lesen werde. Sie alle wurden zu Freunden, vor allem Irene. <br>Mit ihren Figuren schafft Marie Lacrosse ein stimmiges Abbild der Bev\u00f6lkerung des ausgehenden 19. Jahrhunderts.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Zum Stil und der Sprache kann ich mich nur wiederholen: Das Buch ist, wie seine Vorg\u00e4nger, packend und ber\u00fchrend. Wie schon erw\u00e4hnt, hat mich selten eine Buchreihe so gepackt, wie diese Reihe. Ich habe mitgelitten, bekam beim Lesen vor Spannung feuchte H\u00e4nde und wollte es teilweise nicht mehr aus den H\u00e4nden legen. Auch dieser Teil erm\u00f6glicht wieder eine komplette Flucht vor dem Alltag\u2026 Buch auf, ein paar Zeilen gelesen und ich war wieder in einer anderen Welt.<br>Die Sprache ist teilweise sehr direkt, Marie Lacrosse zeigt eindringlich, warum der Kampf f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen so wichtig war. Hier wird nichts besch\u00f6nigt, aber trotzdem klingt auch hier wieder viel Hoffnung mit.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Die gro\u00dfen Themen in diesem Buch sind der Weinbau, der Kampf f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen der armen Bev\u00f6lkerung und das damit verbundene Sozialistengesetz.  Der Weinbau spielt auch hier eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als im ersten Band, ich habe viel \u00fcber einen Sch\u00e4dling gelernt, der den Weinbau im ausgehenden 19. Jahrhundert vor gro\u00dfe Probleme stellte.  <br>Marie Lacrosse beschreibt im zweiten Teil der Reihe die Arbeitsbedingungen in Fabriken, ihre Hauptfigur Irene musste diese am eigenen Leib erfahren. Diese Erfahrungen lassen Irene auch im dritten Teil nicht los, sie beginnt dagegen zu k\u00e4mpfen. Es wird deutlich, wie und warum die Arbeiter aufbegehrten, vor allem aber auch, warum die Frauen sich erhoben. Diese mussten nach einem langen Tag in der Fabrik, bei der sie nur ein Bruchteils des Gehaltes der M\u00e4nner bekamen und oft schutzlos den Fabrikherren ausgeliefert waren, noch bis sp\u00e4t in die Nacht Heimarbeit verrichten. Ganz oft war ihr Gehalt dann auch daf\u00fcr da, die Familie durchzubringen, da viele M\u00e4nner ihr Geld in der n\u00e4chsten Kneipe in Alkohol umsetzten.  <br>Diese Erhebung der armen Bev\u00f6lkerung drohte die komplette Gesellschaft zu ver\u00e4ndern. So kam es nach Attentaten auf den Kaiser zu den \u201eSozialistengesetzen\u201c. Diese sollten alle Bestrebungen der Sozialdemokratie (z.B. k\u00fcrzere Arbeitszeiten) im Keim ersticken.  <br>All das beschreibt Marie Lacrosse so lebendig und lebensnah, als Leser hat man das Gef\u00fchl, dass man direkt neben dran steht und alles hautnah miterlebt. Teilweise musste ich sehr schlucken.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Fazit: Ber\u00fchrend. Ein fulminanter Abschluss einer absolut empfehlenswerten Reihe. Unbedingt lesen, ich bin tief beeindruckt und es wird noch lange nachklingen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size\"><em>Hinweis: Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag Goldmann bekommen \u2013 es hat meine Meinung aber nicht beeinflusst.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Marie Lacrosse Erschienen am 30. September im Goldmann VerlagISBN: 978-3442205905 https:\/\/www.randomhouse.de\/Paperback\/Das-Weingut-Tage-des-Schicksals\/Marie-Lacrosse\/Goldmann\/e556801.rhd Der dritte und damit der letzte Teil der \u201eWeingut \u2013 Saga\u201c von Marie Lacrosse beschreibt haupts\u00e4chlich den Kampf der Arbeiter im ausgehenden 19. Jahrhundert f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen und damit die Entstehung des Sozialistengesetzes. +++ Achtung! 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