Bettina Pecha

  • Zur Autorin: Biografie, Kontakt und Bibliografie

Geboren wurde Bettina Pecha in Bremen, aufgewachsen ist sie in Siegen. Bereits als Schülerin veröffentlichte sie Kurzgeschichten in Zeitschriften. Sie verbrachte vier Jahre in England, wo sie an der Oxford Brookes University Sprachen studierte. In ihrer Freizeit befasste sie sich intensiv mit der britischen Geschichte. Ihre Romane „Die Liebesbotin der Königin“ und „Eine Liebe im Schatten der Krone“ spielen im England und Schottland des 16. Jahrhunderts.
Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie im südlichen Schwarzwald. Die Beschäftigung mit der jüngeren Geschichte ihrer Wahlheimat hat sie zu der Wirtschaftswunder-Saga „Die Straße des Glücks“ und „Die Zeit der Hoffnung“ inspiriert, die in der Nachkriegszeit und den 1950/60er Jahren spielt.
Seit 2012 ist Bettina Pecha Mitglied bei der Autorenvereinigung DELIA.
(Quelle: www.bettinapecha.de)

Copyright Foto: Julia Hirt, Schwenningen

  • „Eine Liebesbotin der Königin“ (2014)
  • „Eine Liebe im Schatten der Krone“ (2015)
  • „Die Straße des Glücks“ (2021)
  • „Die Zeit der Hoffnung“ (2024)
  • Interview

Im April 2024 habe ich mit der Autorin Bettina Pecha ein sehr interessantes Interview geführt – ihr findet es direkt hier. Viel Freude beim Lesen.
Die Copyrights der verwendeten Fotos liegen ausschließlich bei Julia Hirt aus Schwenningen und bei Bettina Pecha.

Hallo liebe Bettina, erstmal vielen Dank, dass du uns in diesem Interview einen Einblick in dein Autorinnenleben und in dein literarisches Werk gibst.
Magst du uns dein neues Buch „Die Zeit der Hoffnung“ in drei Worten beschreiben?

Bettina: „Liebe, Freundschaft, Hoffnung.
Die Liebe steht in dem Roman im Vordergrund, sehr wichtig ist aber auch die Freundschaft zwischen der Protagonistin und anderen Frauen. Freundschaft beinhaltet Treue und Zuverlässigkeit, sie muss auch Enttäuschungen verkraften können. Hoffnung spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle in diesem Buch, wie es ja der Titel schon andeutet. Ich glaube, Hoffnung ist für jeden Menschen wichtig, um die Klippen des Lebens meistern zu können.

Wann und wie wurde dir klar, dass du eine Romanreihe über die Wirtschaftswunder-Zeit schreiben möchtest? Gab es einen ‚Schlüssel-Moment“?
Bettina: „Nein, es gab keinen Schlüssel-Moment. Meine Eltern haben die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit als junge Erwachsene erlebt und waren fasziniert von dem kometenhaften Aufstieg der westdeutschen Wirtschaft. Sie haben mir so viel darüber erzählt, dass ich manchmal den Eindruck hatte, selbst dabei gewesen zu sein. Später merkte ich allerdings, dass sie diese Ära mit etwas verklärten Augen sahen. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass es ein guter Stoff für ein Buch sein könnte. Diese Zeit liegt noch gar nicht lange zurück und war trotzdem in vieler Hinsicht so ganz anders, wie wir es uns heute zum Glück kaum noch vorstellen können.“

Wie ist deine Empfehlung: Sollte man den ersten Band „Die Straße des Glücks“ unbedingt vor „Die Zeit der Hoffnung“ gelesen haben? Oder kann man die Teile unabhängig voneinander lesen?
Bettina: „Man kann beide Teile gut unabhängig voneinander lesen und kommt meiner Meinung nach schnell in die Handlung hinein. Wenn man die Reihe aber noch nicht kennt, empfiehlt es sich natürlich, mit Band 1 „Die Straße des Glücks“ anzufangen.“

„Die Straße des Glücks“ spielt zum größten Teil, „Die Zeit der Hoffnung“ teilweise in dem fiktiven Ort Erbingen. Du hast dich allerdings an der Stadt Villingen orientiert – warum hast du einen fiktiven Namen gewählt?
Bettina: „Ja, Erbingen ist Villingen. Ein fiktiver Name gibt einem Autor grundsätzlich mehr Freiheiten, weshalb sich viele dafür entscheiden – gerade bei kleineren Orten. Man muss die Stadt dann beispielsweise nicht maßstabgetreu beschreiben, sondern kann sie der Handlung anpassen. Auch irgendwelche, nicht beabsichtigten Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind dann ausgeschlossen.“

Wie bist du bei der Recherche vorgegangen? Welche Recherchemittel standen dir zur Verfügung? Warst du an den Orten deiner Geschichten?
Bettina: „Ich habe Bücher zu den einzelnen Themen gelesen. Sehr viel wertvoller ist aber die Recherche im Internet, hier finde ich oft – manchmal erst nach langer, intensiver Suche – die punktgenaue Antwort auf meine historischen Fragen, unterstützt von Bildmaterial. Für die Kapitel rund um den Berliner Mauerbau war mir YouTube eine große Hilfe. In Doku-Sendungen wurde die schrittweise Abriegelung des Ostsektors gezeigt. Die Verzweiflung und Ohnmacht der Menschen ging mir auch mehr als 60 Jahre später noch unter die Haut. Außerdem habe ich im Laufe der Jahre viele Gespräche mit Zeitzeugen geführt, lange, bevor mir der Gedanke kam, eine Reihe darüber zu schreiben. Aber die Menschen wollten von ihren Erlebnissen erzählen, und mich hat es interessiert.

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Deine Romane „Die Liebesbotin der Königin“ und „Eine Liebe im Schatten der Krone“ spielen im England und Schottland des 16. Jahrhunderts. „Die Straße des Glücks“ und „Die Zeit der Hoffnung“ spielen während der deutschen Nachkriegszeit. Welche Zeit übt einen größeren Reiz auf dich aus? Und warum ist das so?
Bettina: „Beide Epochen faszinieren mich. In Großbritannien gibt es noch sehr viele gute erhaltene Bauwerke aus dem 16. Jahrhundert. Fast jede Stadt hat ein historisches Zentrum, wo man in die Vergangenheit eintauchen kann. Den größeren Reiz übt aber doch die Nachkriegszeit auf mich aus, weil sie so nahe bei der Gegenwart liegt.“

Was magst du besonders daran, Buchreihen zu schreiben?
Bettina: „7. Die Wirtschaftswunder-Saga ist meine erste Buchreihe, „Die Liebesbotin der Königin“ und „Eine Liebe im Schatten der Krone“ sind zwei voneinander unabhängige Romane. An meiner Buchreihe gefällt mir, dass die Charaktere aus dem ersten Band wieder dabei sind, sie sind vertraut und entwickeln sich gleichzeitig weiter. Daneben kommen neue Figuren dazu, die ich auch entsprechend der Handlung gestalte.“

Wie behältst du beim Schreiben den Überblick über deine vielen Figuren und deren Hintergründe?
Bettina: „Ich lege Akten über meine Charaktere an: Äußere Beschreibung, Merkmale des Charakters und Hintergrund. Das ist sehr wichtig, denn tatsächlich vergesse ich Einzelheiten, gerade, was Band 1 „Die Straße des Glücks“ betrifft. Und es darf natürlich keine Ungereimtheiten geben.“

Was macht für dich eine gute fiktive Figur aus und für wie wichtig empfindest du fiktive Figuren in einem historischen Roman?
Bettina: „Eine gute fiktive Figur muss vor allem überzeugend herüberkommen. Ob sie einen sympathischen oder unsympathischen Charakter darstellt, spielt dabei keine Rolle. Sie darf sich widersprüchlich und unlogisch verhalten, aber ihr Verhalten muss für den Leser stimmig und nachvollziehbar sein. Für mich sind fiktive Figuren in einem historischen Roman sehr wichtig, sie geben mir als Autorin viel Freiheit in Bezug auf den Plot.“

Hast du in unter deinen Figuren in deinen Büchern eine Lieblingsfigur? Wenn ja, wen und warum?
Bettina: „Die beiden Protagonisten sind meine Lieblingsfiguren. In Katharina steckt ein Stück von mir selbst. Moritz, die männliche Hauptfigur, muss man näher kennenlernen, um ihn lieb zu gewinnen. Unter den Neben-Charakteren ist Elli mein Favorit. Ich mag ihre trotzige Art, sich nicht auf ihrem Weg beirren zu lassen.“

Wie sieht dein Schreib-Alltag/ deine Schreib-Routine aus? Was sind deine Störfaktoren beim Schreiben?
Bettina: „Ich schreibe meistens am Vormittag, da bin ich ausgeruht und kann mich konzentrieren. Der Nachmittag gehört eher dem Haushalt und anderen Pflichten. Abends recherchiere ich gerne oder lese. Störfaktoren können das Telefon (ich gehe fast immer hin) und WhatsApp-Nachrichten sein (da bin ich einfach neugierig, wer mir geschrieben hat).

Copyright Foto: Julia Hirt, Schwenningen

Über welche Epoche/ welches Land/ Thema könntest du dir überhaupt nicht vorstellen einen Roman zu schreiben? Warum?
Bettina: „Zur Epoche: Vermutlich werde ich nie einen Roman über den Dreißigjährigen Krieg schreiben. Die Gräueltaten, die über Jahrzehnte an der unschuldigen Zivilbevölkerung verübt wurden, lassen mich schaudern. Ich möchte sie nicht beschreiben.
Zum Land: Länder, die seit vielen Jahren unter Krieg, Terror und den Folgen leiden, werde ich wohl eher nicht beschreiben. Natürlich ist das Leben kein Rosengarten und wer historische Romane schreibt, kommt an der Schilderung von brutalen Ereignissen nicht vorbei, das ist auch bei meinen Büchern so. Ansonsten würde ja auch ein geschichtlich unkorrektes Bild entstehen. Ich versuche aber, diesen Anteil gering zu halten.
Zum Thema: Folter, grausame Verbrechen, Kindesmissbrauch u. ä.“

Viele Autoren und Autorinnen schreiben unter Pseudonymen. Wie stehst du zu Pseudonymen? Warum bleibst du, trotz eines ‚Genrewechsels‘ bei deinem Namen?
Bettina: „Von vielen Verlagen wird ein Pseudonym angeregt, gerade beim Genrewechsel. Der neue Autorenname soll eine gedankliche Verbindung zum Genre herstellen, zum Beispiel ein französischer Name, wenn die Handlung in Frankreich spielt. Das ist bestimmt sinnvoll, wie überhaupt ein schönes, klangvolles Pseudonym was für sich hat. Aber ich bleibe lieber so, wie ich bin. Zwar kann ich mir schönere Nachnamen als „Pecha“ vorstellen, aber – es ist mein eigener Name, mit dem ich mich auch identifiziere.“

Du bist Mitglied bei der Autorenvereinigung ‚Delia‘. Wie wichtig ist dir der Kontakt mit anderen Autoren/ Autorinnen und deinen Lesern/ Leserinnen?
Bettina: „Der Kontakt mit meinen Leser*innen ist mir sehr wichtig, denn ich schreibe ja für sie. Daher ist ihr Feedback für mich so wertvoll. Über die Autorenvereinigung DELIA habe ich wunderbare Kolleg*innen kennengelernt, der Austausch mit ihnen ist sehr bereichernd. Wenn ich mit einem Problem oder einer Frage nicht weiterkomme, finde ich dort eigentlich fast immer Hilfe. Wir unterstützen uns gegenseitig und obwohl gerade der Buchmarkt ja ziemlich hart ist, habe ich in der Gruppe noch nie „Ellbogentaktik“ erlebt.“

Was kannst du schon zu deinem neuen Schreibprojekt erzählen?
Bettina: „Mein neues Schreibprojekt ist der 3. Band meiner Wirtschaftswunder-Saga. Er führt in die späten 1960er Jahre; die Adenauer-Ära ist zu Ende und eine junge Generation ist herangewachsen, die mit der alten Moral und ihren Zwängen nichts mehr anfangen kann. Die vertrauten Figuren trifft man natürlich auch wieder. Es wird zwei Liebesgeschichten geben, eine mit dem Schwerpunkt in der alten Bundesrepublik und eine Ost-West-Beziehung.“

Was liest du gerne zu deinem eigenen Vergnügen?
Bettina: „Es interessiert mich immer, wie Kolleg*innen ein Thema bearbeiten, über das ich gerade schreibe. Zum Beispiel der neue Roman „Was nun, Annabell?“ von Gisela Böhne, der sich auch mit der deutschen Teilung befasst und den ich sehr empfehlen kann. Rein zum Vergnügen lese ich gern die beschaulichen Krimis von Agatha Christie und die berührenden Liebesgeschichten von Jojo Moyes.“

Herzlichen Dank liebe Bettina für deine Antworten und die spannenden Einblicke. Ich wünsche dir und deinem neuen Buch „Die Zeit der Hoffnung“ alles Liebe und viele begeisterte Leser und Leserinnen.

Liebe Grüße,

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