„Die Fasern der Welt – Wolkenglühen“

von Lia Scott

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Oktober 2026
Verlag: SP
Ausgabe: eBook
Seitenanzahl: 272 Seiten
Preise: 02,69€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 04 von 04

Klappentext:
„Yorkshire, 1869: June Barlow steht vor dem Nichts. Ihre mutige Aufklärungskolumne hat sie in Bradford in tiefe Existenznöte gestürzt. Doch dann taucht Franky plötzlich wieder auf. Endlich stellt sich der irische Wollsortierer seiner Vergangenheit und offenbart June, was er ihr all die Jahre verschwiegen hat. Angesichts der Wahrheit können die beiden ihre Gefühle nicht mehr leugnen und gestehen sich endlich ihre Liebe. Aber das neue Glück ist sofort in Gefahr. Frankys alte Geister drohen alles wieder kaputtzumachen, noch bevor es richtig begonnen hat. Gleichzeitig sitzt Conal weiterhin im Gefängnis und die Zeit für seine Rettung läuft unaufhaltsam ab. Und dann erhält June auch noch einen Brief aus ihrer Heimat, der alles verändert …“

Kontakt:
https://www.instagram.com/die.landschreiberin/?hl=de

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Lia Scott keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
– Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Wolkenglühen“ von Lia Scott ist der vierte und finale Band der Saga „Die Fasern der Welt“, spielt im Jahr 1869 im englischen Yorkshire und bringt die hochemotionale Geschichte rund um June und Franky zu einem emotionalen Ende.

Der Einstieg in dieses große Finale fiel mir unglaublich leicht. Seit dem letzten Band im August ist nur wenig Zeit vergangen und ich war ich ab der ersten Seite sofort wieder mitten in der Geschichte angekommen. Gleichzeitig schwang von Beginn an eine feine Saite Wehmut mit: Ich war und bin einfach unendlich traurig, dass diese wunderbare Reihe nun beendet ist. Ach, was werde ich diese liebgewonnenen Figuren vermissen. 
Lia Scott entführt uns ein letztes Mal in das unbarmherzige Bradford und zeigt uns die historischen und gesellschaftlichen Facetten der Industrialisierung gewohnt eindringlich. Besonders fasziniert hat mich diesmal, dass die Autorin sogar ein leises Umdenken bei einigen Fabrikbesitzern schildert. Ein kleiner Hoffnungsschimmer und doch ist da im Kontrast immer noch diese unvorstellbare, drückende Armut in der Bevölkerung. Die düstere Atmosphäre, der Überlebenskampf der Arbeiter und die spürbar schlechte, rußige Luft der Stadt Bradford wurden für mich beim Lesen wieder fühl- und spürbar. 
Das Erzähltempo im Finale zieht noch einmal ordentlich an. Junes Existenznot durch ihre mutige Kolumne, Frankys plötzliche Rückkehr und das langersehnte Lüften seines Geheimnisses haben mich regelrecht an die Seiten gefesselt. Als die beiden sich endlich ihre Liebe gestehen, klopfte mein Herz wild mit … nur um kurz darauf wieder um Conal im Gefängnis und wegen des geheimnisvollen Briefes aus Junes Heimat zu bangen.

Für mich ist dieses Finale einfach rundum gelungen. Ich lege diese großartige Buchreihe nun mit großer Wehmut zur Seite, aber gleichzeitig auch mit einer riesigen Begeisterung im Herzen. Lia Scott hat ihren Figuren ein wunderschönes, zutiefst emotionales und absolut würdiges Ende geschenkt.

Herzlichen Dank liebe Lia Scott für diese Geschichte, die für immer in meinem Herzen bleiben wird. 

Fazit: Das Buch „Wolkenglühen“ von Lia Scott ist ein fesselndes und rundum gelungenes Finale, das mich tief bewegt hat. Ich verabschiede mich nun mit großer Wehmut, aber noch größerer Begeisterung und Dankbarkeit von einer absoluten Herzensreihe, die ich mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde. 

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„Die Lieder von Adhartach“

von Andrey Kot

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2026
Verlag: SP
ISBN: 979-8172922190
Ausgabe: Paperback & eBook
Seitenanzahl: 618 Seiten
Preise: 17,99€ (TB), 02,99€ (eBook)

Klappentext:
„Normandie, 1256. Im Wald unweit eines Benediktinerklosters wird die verstümmelte Leiche eines Jungen gefunden.
Als Amaury de la Roche, Komtur des Templerordens, in die Heimat seiner Familie zurückkehrt, hat seine Schwester bereits eine blutverschmierte Fremde aus dem Wald mit auf die Burg gebracht. Melanie d’Eville nennt sich Opfer eines grausamen Verbrechens. Die Inquisition hält sie für eine Hexe. Amaury muss entscheiden, wem er glaubt, bevor das Feuer brennt.
Ein rätselhafter Mönch führt ihn zu einer Prophezeiung, die weit über alles hinausreicht, was ein normannischer Ritter zu wissen glaubte. Sein Weg verbindet ihn mit Menschen, denen er niemals hätte begegnen sollen: einem Schamanen aus der mongolischen Steppe und einer jungen Frau aus Nowgorod. Ihre Sprachen, ihr Glaube und ihre Vorstellungen von der Welt könnten kaum unterschiedlicher sein. Und doch scheint eine alte Geschichte ihre Schicksale miteinander zu verknüpfen.
Was als Kampf um Familie und Überleben beginnt, wird zu einer Reise durch eine mittelalterliche Welt, in der christlicher Glaube auf ältere Überlieferungen trifft, Macht auf Aberglauben, und jedes Wunder auch eine Täuschung sein könnte.“


Homepage:
https://www.kotand.com/adhartach.html

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor Andrey Kot als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Der historische Roman „Die Lieder von Adhartach“ von Andrey Kot entführt die Leser und Leserinnen in das 13. Jahrhundert und verknüpft die düstere Welt des Templerordens und der Inquisition mit einer weitreichenden, kulturübergreifenden Prophezeiung.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht leichtgefallen. Die Grundhandlung rund um den Templer-Komtur Amaury de la Roche, der in seine Heimat zurückkehrt und zwischen die Fronten von Familie, Kirche und einer vermeintlichen Hexe gerät, baut schnell eine immense Spannung auf. Andrey Kot versteht es zweifellos, packende Momente zu schaffen, die mich an das Buch gefesselt haben. Gerade das Einbinden des historischen Konflikts mit der aufstrebenden, gnadenlosen Inquisition, die im 13. Jahrhundert begann, Europa mit Verfolgungen zu überziehen, verleiht dem Auftakt eine sehr dichte und eindringliche Atmosphäre.
Allerdings wurde meine Leselust im weiteren Verlauf durch zwei Faktoren stark gedämpft: Zum einen ist das Buch stellenweise unglaublich brutal – die Kampfszenen sind extrem ausführlich beschrieben, und besonders die Morde sowie die Überfälle auf verschiedene Familienmitglieder sind mir als empfindsame Leserin sehr nahegegangen. Auch wenn diese Härte die Grausamkeit des Mittelalters, in einer Ära von Kreuzzügen, Fehden und kirchlicher Willkür, vermutlich sehr realistisch und historisch akkurat widerspiegelt, war es mir persönlich an vielen Stellen einfach zu viel.
Zum anderen hat mich die Struktur der Erzählung zunehmend den Faden verlieren lassen. Was vielversprechend im westlichen Rittertum begann, weitet sich zu einem gewaltigen Panorama aus. Durch das Einführen immer neuer Figuren wird die Geschichte geografisch extrem gestreckt. Wir reisen zu einer jungen Frau nach Nowgorod und tief in die mongolische Steppe zu einem Schamanen. Das spiegelt zwar faszinierende historische Realitäten wider (immerhin war das 13. Jahrhundert die Epoche der verheerenden Mongolenstürme, die Russland und Osteuropa erschütterten und asiatische Einflüsse bis nach Europa brachten), doch die Umsetzung litt unter häufigen Zeitsprüngen und machte es mir zunehmend schwer, am Ball zu bleiben.

Obwohl das Aufeinandertreffen dieser völlig unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Glaubenswelten sowie die Verknüpfung von christlichem Dogma, Hexenglauben und fernöstlichem Schamanismus einen unterhaltenden Kern besitzt, bleibe ich zwiegespalten zurück. Wenn auf dem Cover „Historischer Roman“ steht, erwarte ich eine in der Realität verankerte Geschichte. Der starke, fantastische Einschlag rund um die Lieder und Prophezeiungen hat mich hier mitunter eher verwirrt, da die Grenze zwischen realer Historie und reiner Fiktion verschwimmt. Durch diese Sprünge und die spirituelle Distanz blieben mir die Charaktere bis zum Schluss leider allesamt etwas fremd, sodass mir echtes Mitfühlen schwerfiel.
Der Autor kündigt in einem Nachwort bereits einen zweiten Band an – und ich bin noch unsicher, ob ich diesen lesen möchte.

Trotzdem bedanke ich mich herzlich bei Andrey Kot für die mitunter unterhaltsamen Lesestunden und das Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Die Lieder von Adhartach“ von Andrey Kot ist ein ambitioniertes Werk mit hohem Spannungsfaktor und einer faszinierenden Grundidee, das den riesigen geografischen und politischen Raum des 13. Jahrhunderts greifbar machen will. Wer detailreiche Schlachten/ Kämpfe und einen kräftigen Schuss Mystery im Mittelalter sucht, wird hier gut bedient. Für mich persönlich war der Mix aus expliziter Brutalität, fantastischen Elementen und den vielen weit verstreuten Handlungssträngen jedoch eine Spur zu überladen, um mich vollends zu überzeugen.

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„Der Zauber der kleinen Dinge“

von Beate Maly

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 23. September 2026
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3734115882
Ausgabe: Paperback & eBook
Seitenanzahl: 384 Seiten
Preise: 17€ (TB), 13,99€ (eBook)

Klappentext:
„Wien, 1900: Für die Zuckerbäckerin Charlotte Geiger bricht mit der Ankunft des Winters eine Welt zusammen. Ihr Vater möchte die familiengeführte Backstube verkaufen, in der sie kunstvolle Marzipanfiguren anfertigt. Doch als unverheiratete Frau darf sie diese weder übernehmen noch anderswo eine Anstellung bekommen! An einem verschneiten Markttag lernt sie Erwin Perzy – Mechaniker und Erfinder – kennen, und die beiden kommen sich näher. Charlottes kleine Kunstwerke sollen Erwin schon bald auf eine große Idee bringen: Gemeinsam mit dem Waisenjungen Rudi entsteht so die erste Wiener Schneekugel …“

Homepage:
https://www.beatemaly.com/kopie-von-historische-romane-1

https://www.penguin.de/buecher/beate-maly-der-zauber-der-kleinen-dinge/paperback/9783734115882

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Blanvalet Verlag als Rezensionsexemplar über das „Bloggerportal“ zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkungen der Homepage des Verlages und der Homepage der Autorin, sowie der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem warmherzigen historischen Roman „Der Zauber der kleinen Dinge“ entführt uns die Autorin Beate Maly in das verschneite Wien des Jahres 1900 und verwebt die faszinierende, reale Entstehungsgeschichte der allerersten Wiener Schneekugel mit dem emotionalen Schicksal einer mutigen jungen Frau im Kampf gegen die ungerechten Zwänge ihrer Zeit.

Ich bin absolut begeistert davon, wie meisterhaft es Beate Maly gelungen ist, diese weihnachtliche und winterliche Stimmung einzufangen. Ihr Sprachstil ist wunderschön, elegant und unheimlich bildhaft. Ich bin beim Lesen völlig in die Handlung abgetaucht und konnte mir einfach alles wunderbar vorstellen: Die historischen Schauplätze, die liebevoll ausgearbeiteten Figuren und vor allem den feinen, süßen Duft der Leckereien aus der Zuckerbäckerei. Das Buch verströmt von der ersten Seite an eine wohlige Wärme.
Charlotte ist ein so authentischer und lebensechter Charakter, den man einfach ab der ersten Sekunde ins Herz schließen muss. Ich habe unentwegt mit ihr mitgefiebert, aber auch intensiv mitgelitten. Es war eine unheimlich ungerechte Zeit für Frauen, und ich war beim Lesen oft einfach nur sprachlos über die gesellschaftliche und rechtliche Unmündigkeit, gegen die Charlotte ankämpfen musste.
Umso schöner war es zu sehen, wie Erwin und der Waisenjunge Rudi (samt seinem goldigen tierischen Begleiter) in ihr Leben treten. Diese Figuren wurden von der Autorin so liebevoll gezeichnet, dass sie mir ganz sicher noch sehr lange im Kopf und vor allem im Herzen bleiben werden. Die Dynamik unter den Charakteren stimmt einfach perfekt und trägt die Geschichte mit einer unglaublichen emotionalen Tiefe.
Das absolute Highlight war für mich das reale historische Fundament des Romans, denn ich muss ehrlich gestehen: Ich habe mir bisher noch nie Gedanken über die Erfindung der Schneekugel gemacht, obwohl ich diese kleinen Souvenirs aus verschiedenen Städten und Regionen sammle. Die Entstehungsgeschichte dieses weltberühmten Gegenstands im Roman mitzuerleben, war absolut faszinierend. Ich habe unheimlich viel Neues gelernt – von den physikalischen Experimenten des Mechanikers Erwin bis hin zur Geburtsstunde des ersten künstlichen Schneegestöbers.

Herzlichen Dank für dieses wunderschöne und lehrreiche Lesevergnügen und die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar.

Fazit: Das Buch „Der Zauber der kleinen Dinge“ von Beate Maly ist ein wunderschöner, zutiefst warmherziger und berührender Roman, der den Zauber der Weihnachtszeit und des historischen Handwerks perfekt einfängt. Ein absolutes Wohlfühl-Roman voller Seele und Herz – unbedingt lesen. 

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„Die Friedenskriegerin – Merciens Lied“

Zoe Leonhard

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 17. November 2025
Verlag: SP
ISBN: 979-8272522979
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
Seitenanzahl: 661 Seiten (TB), 663 Seiten (eBook)
Preise: 20€ (TB), 08,99€ (eBook)

Klappentext:
„England, 1016 trifft 1066.
An der Geschichte Englands Interessierte wissen um die Eroberung Englands durch Herzog Wilhelm von der Normandy. Dass diese jedoch schon 1016 mit der Eroberung eines Wikingers begann, ist kaum bekannt.
Eadric,
– eine Frau, die dermaßen in der Rolle eines Mannes aufgeht, dass sie oft vergißt, keiner zu sein.
– Zum mächtigsten Mann des Reiches aufgestiegen, hat Ealdorman Eadric einen Platz unter den elf schlimmsten Briten der Geschichte.
Eadric will einen dauerhaften Frieden, nach über dreihundert Jahren Krieg. Und wenn sie dafür einen Wikinger auf den englischen Thron setzten muss, so sei es.
Egal, wie viele Tote das fordert – um langfristig unzählige Menschenleben zu retten.
In einer Welt des Krieges, in der die physische Körperkraft über Leben und Tod bestimmt, erkämpft sie sich den Weg zur Macht.
Begreift sie zu spät, dass ihr Plan den Untergang derer bedeutet, die sie liebt ?
–Jarl Thorkell, Anführer der gefürchteten Jomswikinger, will Rache für den Tod seines Bruders, den der Ealdorman mit unzähligen anderen Dänen am Tag des heiligen Sankt Brictius ermordet haben soll. Der Jarl zieht seine Truppen zusammen und greift Shrewsberie, den Hauptsitz Eadrics an.
Eine unmögliche mitreißende Beziehung zwischen zwei Herrschern
welche, um ihr Land vor dem endgültigen Untergang zu bewahren, sämtliche Grenzen überschreiten.
Auch wenn sie dafür das größte Opfer bringen müssen
.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Zoe Leonhard als signiertes Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem über 660 Seiten starken historischen Roman „Die Friedenskriegerin – Merciens Lied“ entführt uns die Autorin Zoe Leonhard in das von Unruhen und brutalen Machtkämpfen geprägte England des Jahres 1009 und zeichnet das faszinierende, vielschichtige Schicksal einer unnahbaren Protagonistin im Kampf um ihr Überleben.

England, 1009: Das Land leidet unter den ständigen, blutigen Überfällen der Wikinger und steht am Abgrund. Jahre nach dem grausamen St.-Brice-Massaker versucht eine junge Frau in dieser unbarmherzigen, männerdominierten Welt zu überleben. Als Mann getarnt, taucht sie tief in die politischen Ränkespiele und kriegerischen Konflikte ein. Doch der Preis für dieses Überleben ist hoch: Eadric muss eine extreme Skrupellosigkeit entwickeln, die sie immer tiefer in eine Spirale aus Düsternis und Geheimnissen zieht. Zwischen dem Ringen um Glauben, Identität und Loyalität spinnt sich eine Geschichte, die das gesamte Schicksal Merciens verändern könnte.

Man spürt auf wirklich jeder einzelnen Seite das Herzblut der Autorin Zoe Leonhard, das in dieser Geschichte steckt. Was mich absolut begeistert hat, ist das grandiose historische Fundament. Die Autorin wirft uns direkt zu Beginn mitten in ein reales, unfassbar düsteres Kapitel der englischen Geschichte: Das historisch belegte St.-Brice-Massaker vom 13. November 1002. Der englische König Äthelred gab damals den grausamen Befehl, alle Dänen im Land systematisch umzubringen. Dass die Autorin diesen Schrecken so spürbar und ohne Beschönigung einfängt, zeigt, wie kompromisslos und historisch ehrlich dieses Epos recherchiert ist. Die darauffolgenden, unbarmherzigen Wikinger-Invasionen und die ständige Angst der Bevölkerung vor neuen Plünderungen bilden die perfekte, geschichtlich fundierte Kulisse für diesen Roman.
Besonders faszinierend fand ich zudem die historische Überlegung, die reale Figur des Eadric als Frau zu interpretieren, die als Mann durchs Leben gehen musste. Dieser Aspekt hebt das Buch auf ein ganz hohes literarisches Niveau. 
Zoe Leonhards Schreibstil ist unheimlich bildgewaltig und atmosphärisch dicht, sie erweckt das raue Frühmittelalter damit regelrecht zum Leben. Allerdings schreibt sie auch extrem detailverliebt. Sie nimmt sich sehr viel Zeit für geschichtliche Erklärungen und weitet Nebensächlichkeiten stark aus. Für mich persönlich hatte die Handlung dadurch im Mittelteil stellenweise mit einigen Längen zu kämpfen, die dem Erzähltempo ein wenig den Schwung und das Tempo genommen haben. Außerdem findet sich auf Seite 378 ein kleiner historischer Patzer: Bei einem großen Festmahl werden Tomaten, Gurken und Paprika aufgetischt – also Gemüse, das erst Jahrhunderte später nach Europa kam. 

Die Protagonistin ist eine unheimlich spannende und vielschichtige Figur. Gleichzeitig ist sie aber auch extrem düster, undurchschaubar und skrupellos in ihren Taten. Als feinfühlige Leserin konnte ich mich dadurch leider wenig bis gar nicht mit ihr identifizieren, und sie blieb mir bis zum Schluss emotional recht unnahbar. Dennoch ist psychologisch absolut hervorragend ausgearbeitet, warum sie sich in dieser brutalen Epoche zu genau diesem harten Menschen (Mann) entwickeln musste, um im Strudel der damaligen Ereignisse zu bestehen.
Nach dem etwas fordernden Mittelteil zieht die Spannung zum Ende hin noch einmal ganz ordentlich an. Das Tempo wird rasant und steuert auf einen gewaltigen Showdown zu. Das Buch endet mit einem ziemlich heftigen Cliffhanger, der mich als Leserin im ersten Moment richtig platt zurückgelassen hat. Man fühlt sich durch dieses plötzliche Ende fast ein bisschen aus der Geschichte geworfen … gleichzeitig macht es aber natürlich unheimlich neugierig auf den zweiten Band.

Herzlichen Dank für die lehrreichen Lesestunden und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Die Friedenskriegerin – Merciens Lied“ von Zoe Leonhard ist ein unheimlich packender und lehrreicher historischer Roman voller atmosphärischer Dichte: Episch, detailreich und schonungslos düster. Ein beeindruckendes Werk – trotz kleiner Längen sehr lesenswert!

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„Die Seidenblumen-Saga – Blüten für eine neue Welt“

von Thea Lehmann

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. Juni 2026
Verlag: Tine & Feder
ISBN: 978-2496740738
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
Seitenanzahl: 411 Seiten (TB), 408 Seiten (eBook)
Preise: 11,99€ (TB), 04,49€ (eBook)

Klappentext:
„Dresden 1865: Während in Sachsen immer mehr Schornsteine die Luft mit Ruß füllen, entwickelt sich in einer kleinen Grenzstadt ein völlig anderes Gewerbe. Hunderte von böhmischen Blumenmädchen fertigen in Sebnitz Seidenblumen. Die junge Carla ist eine von ihnen, doch sie träumt zwischen Stoffblumen und Kleister von mehr als dem bescheidenen Los einer einfachen Blumenarbeiterin. Mit dem Geschick ihrer Mutter und kühnen Ideen wagt sie es, die Grenzen ihrer Zeit zu überwinden.
Doch der Erfolg hat seinen Preis: Die Gesellschaft verurteilt eine Frau, die nach Selbstständigkeit strebt. Der einzige Mann, der sie auf ihrem Weg unterstützt, ihr Jugendfreund Raimund, bittet sie, mit ihm fortzugehen, denn sein Vater, der evangelische Pastor der Stadt, billigt keine Ehe mit einer katholischen Einwanderin. Carla will ihre Mutter nicht alleine zurücklassen und Raimund verspricht, wiederzukommen. Jahrelang hört Carla nichts von ihm, bis sie sich nach New York aufmacht, um neue Kunden zu gewinnen – und Raimund zu suchen.“


Homepage:
https://www.thealehmann.de

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Thea Lehmann keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
– Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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In ihrem mitreißenden historischen Roman „Blüten für eine neue Welt“, dem Auftakt der packenden „Seidenblumen-Saga“, entführt uns die Autorin Thea Lehmann in das Jahr 1865 und schildert den fesselnden Lebensweg einer jungen Blumenarbeiterin zwischen dem sächsischen Sebnitz und der Metropole New York im Kampf um Liebe, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

Ich bin nur so durch die Seiten dieses Buches geflogen. Thea Lehmann hat einen wunderschönen, bildhaften und angenehm unaufgeregten Sprachstil, der mich ab der allerersten Seite komplett abgeholt und begeistert hat. Ich war sofort mitten in der Geschichte angekommen. Die Charaktere und vor allem die Orte waren vor meinem inneren Auge sofort lebendig. Besonders faszinierend und lehrreich fand ich die detaillierten Beschreibungen der einzelnen Arbeitsschritte bei der Seidenblumenherstellung. Man lernt unglaublich viel Neues über dieses feine Handwerk, ohne dass es jemals trocken wirkt. Ich saß so gerne mit Elisabeth, Carla und den anderen Figuren am Tisch und habe ihnen bei der Herstellung der Seidenblumen zugeschaut. 
Ein Aspekt, der mich beim Lesen zutiefst bewegt, traurig gemacht und auch schockiert hat, ist die unfassbare gesellschaftliche Situation der Frauen zur damaligen Zeit. Thea Lehmann arbeitet diese erdrückende Unmündigkeit ganz hervorragend heraus. Es ist einfach unvorstellbar, wie sehr die Gesellschaft Carla für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihren Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit verachtet hat. Eine Frau hatte sich unterzuordnen, und wer aus dieser Rolle ausbrach, galt als Rebellin – und in den Augen vieler Männer als Freiwild. 
Umso mehr habe ich Carla für ihre selbstbewusste Art bewundert: Sie ist keine perfekte Heldin, bei der alles glattläuft. Sie stolpert, sie fällt hin und muss schwere Rückschläge einstecken, aber sie besitzt die Stärke, immer wieder aufzustehen. Sie ist eine so sympathische und authentische Figur, die ich mit Sicherheit noch ganz lange im Gedächtnis behalten werde. Ebenso ihre Mutter Elisabeth. 
Die Liebesgeschichte zwischen Carla und Reimund hat mich emotional ebenfalls sehr mitgenommen, aber das absolute Highlight im letzten Drittel war für mich die Reise von Carla nach New York: Der Unterschied zwischen der beschaulichen, engen sächsischen Grenzstadt Sebnitz und der pulsierenden, weiten Welt der Weltmetropole New York ist einfach unglaublich und atemberaubend. Die Autorin zeichnet hier zwei völlig verschiedene Welten, und ich bin unheimlich gerne an Carlas Seite über den großen Ozean gereist. 

Danke für dieses lehrreiche und großartige Leseerlebnis. 

Fazit: Der Roman „Blüten für eine neue Welt“ von Thea Lehmann ist ein wunderbarer Reihen-Auftakt und bietet die perfekte Mischung aus Familiensaga, historischem Tiefgang und großen Gefühlen. Ich bin absolut begeistert und freue mich jetzt schon riesig auf den zweiten Band, der bereits im Januar 2027 erscheinen soll.  Eine ganz große Leseempfehlung. 

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„Als die Würfel fielen“

von Ana Pawlik

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839281437
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 16,50€ (Paperback), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Österreich 1625: Unerbittlich verfolgt Adam von Herberstorff im Auftrag des Kaisers die Gegenreformation. Wer am lutherischen Glauben festhält, riskiert Besitz, Freiheit und Leben. Bauerntochter Lena flieht mit ihrem Kind nach Steyr, wo Stadtrichter Wolf Madlseder den letzten Rest an Gewissensfreiheit zu bewahren sucht. Als drei Dutzend Männer auf Befehl von Herberstorff um ihr Leben würfeln müssen, entfacht die Willkür den Zorn der Menschen – und ein Aufstand bricht los, der alles verändert und die Schicksale von Lena, Madlseder und von Herberstorff unaufhaltsam miteinander verwebt …“

Homepage:
https://www.anapawlik.at/romane.html

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/als-die-wuerfel-fielen.html

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Ana Pawlik als signiertes Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem mitreißenden historischen Roman „Als die Würfel fielen“ entführt uns die Autorin Ana Pawlik in das von Unruhen geprägte Oberösterreich des Jahres 1625 und schildert vor diesem Hintergrund das dramatische Schicksal aufständischer Bauern im Kampf um Glaubensfreiheit und das Überleben.

„Manchmal verstehe ich diese Welt nicht … warum die einen so viel haben, tausendmal mehr, als sie brauchen, während andere nichts als ihr Leben besitzen.“

[Seite 224]

Ich schätze Ana Pawlik als Autorin bereits seit ihrem Debütroman „In den Klauen der Macht“ sehr und auch dieses Mal hat sie mich mit ihrem mitreißenden und bildgewaltigen Schreibstil absolut begeistert.
Der Einstieg in die Geschichte war zwar anfangs etwas knifflig, da ich unheimlich viele verschiedene Figuren und Handlungsorte im Kopf behalten musste. Doch die Erzählstruktur ist einfach genial: Der Prolog wirft uns als Lesende direkt hinein in das große, grausame Geschehen des Würfelspiels um Leben und Tod … und man hält unwillkürlich den Atem an. Danach springt die Handlung zurück und arbeitet sich Schritt für Schritt wieder bis zu diesem emotionalen Wendepunkt vor und erzählt noch darüber hinaus weiter. Aus den vielen verschiedenen Geschichten wird nach und nach eine einzige, große Erzählung. Diese Struktur erzeugt einen unglaublichen Sog, der mich komplett mitgerissen hat.

Was mich beim Lesen besonders schockiert und fasziniert hat, waren die tiefen gesellschaftlichen Einblicke in diese Epoche. Ana Pawlik zeigt meisterhaft, dass es bei diesem Konflikt um weit mehr als nur Religion ging. Es war ein unerbittlicher Kultur- und Klassenkampf. Die lutherischen Bauern und Bürger, die seit Generationen ihren Glauben lebten, sahen sich plötzlich einer absolutistischen Staatsgewalt gegenüber, die ihre Gewissensfreiheit komplett vernichten wollte.
Die Autorin arbeitet zudem die enorme soziale Ungerechtigkeit heraus: Die einfachen Menschen trugen erdrückenden Steuerlasten und Abgaben, während die Obrigkeit mit unglaublicher Willkür regierte. Wie sich dieser religiöse und politische Konflikt immer weiter ausbreitet, bis das gesamte Land wie ein Pulverfass explodiert, ist unheimlich packend und historisch fundiert dargestellt.

Ana Pawlik nutzt eine wunderbare Mischung aus historisch belegten Persönlichkeiten und fiktiven Charakteren. Wir erleben den unerbittlichen Statthalter von Herberstorff, aber eben auch das Schicksal der fiktiven Bauerntochter Lena, die mit ihrem Kind flieht, oder des Stadtrichters Wolf Madlseder aus Steyr, der verzweifelt versucht, Menschlichkeit und Recht zu bewahren. Genau diese Kombination sorgt dafür, dass ich die Schicksale der betroffenen Menschen als sehr intensiv, lebensecht und emotional tiefgehend erlebt habe. Man begreift beim Lesen, dass hinter den nackten Jahreszahlen der Geschichtsbücher echte, tragische Menschenleben stehen.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich bisher noch überhaupt nicht mit den Bauernaufständen in Österreich beschäftigt habe. Durch diesen Roman habe ich unglaublich viel neues Wissen über die Gräuel des Jahres 1625 und die darauffolgenden Erhebungen der Bevölkerung gelernt. Es ist ein extrem lehrreicher und gleichzeitig so spannender Roman, dass ich ihn stellenweise nur ganz schwer aus der Hand legen konnte.

Herzlichen Dank für dieses lehrreiche Leseerlebnis und auch ein herzliches Dankeschön für das signierte Rezensionsexemplar.

Fazit: Der historische Roman „Als die Würfel fielen“ von Ana Pawlik ist ein grandios recherchiertes, lehrreiches und hochspannendes Epos über den Kampf um Würde, Mut und Freiheit. Eine lesenswerte Geschichte mit Sogwirkung, die im Gedächtnis bleiben wird.

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„Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“

von Arabella Meran

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839281420
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 18,00€ (Paperback), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Köln, 1873: Als der junge Parfümeur Ferdinand Mülhens die Leitung des Dufthauses in der Glockengasse übernimmt, muss er sein Kölnisch Wasser gegen den ärgsten Konkurrenten Farina verteidigen. Auf einer Reise nach Wien trifft er die Blumenverkäuferin Ottilie, deren Wärme und Mut ihn tief berühren. Sie folgt ihm nach Köln, wo sie von der Familie Mülhens als nicht standesgemäße Braut abgelehnt wird. Erst fernab gesellschaftlicher Zwänge, im Siebengebirge, findet sie mit Ferdinand ein stilles Glück. Doch eine geschäftliche Niederlage zwingt Ferdinand zu einer radikalen Veränderung, durch die sein Duftwasser die Welt erobern wird.“

Homepage:
https://www.ulrikearabella.de/meine-buecher/

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/der-parfuemeur-aus-der-glockengasse-der-ein-blumenmaedchen-liebte-die-anfaenge-einer-duftdynastie.html

* Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Arabella Meran und dem Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Homepage des Verlages und der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem historischen Roman „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“ entführt uns die Autorin Arabella Meran in das Köln des Jahres 1873 und verwebt die faszinierende Firmengeschichte des weltberühmten Kölnisch Wasser meisterhaft mit einer tief berührenden Liebesgeschichte gegen die harten Zwänge der Gesellschaft.

»Ja, diese Rezeptur ist ganz einfach und doch sehr wirkungsvoll. Nicht ohne Grund verkauft dieser Duft sich am besten und hat über die Jahre eine treue Kundschaft gewonnen.«

[Seite 96, Kapitel 7]

Arabella Merans wunderschöner und bildhafter Sprachstil hat mich ab der allerersten Seite komplett abgeholt und begeistert. Ich habe mich in der Geschichte sofort unglaublich wohlgefühlt. Die Autorin schafft es meisterhaft, die historischen Kulissen lebendig werden zu lassen. Der Kontrast zwischen den engen, damals leider gar nicht wohlriechenden Gassen Kölns und der weiten, glanzvollen Kaiserstadt Wien war beim Lesen absolut spürbar.
Ein ganz großes Highlight war für mich das vermittelte Wissen, denn ich habe mich bisher noch nie so genau mit dem Duft des berühmten Kölnisch Wasser beschäftigt. Durch dieses Buch habe ich unheimlich viel Neues gelernt. Mir war zum Beispiel gar nicht bewusst, dass dieser legendäre Duft überhaupt nicht aus Blumen gewonnen wird, sondern seine Frische aus erlesenen Kräutern und spritzigen Zitronen zieht. Arabella Meran beschreibt die Rezepturen so lebendig, dass ich beim Lesen den Duft förmlich in der Nase hatte. 

Die Liebesgeschichte zwischen Ferdinand und Ottilie hat mich emotional richtig mitgenommen und ich habe von der ersten Sekunde an intensiv mit den beiden mitgefiebert. Sie waren mir Beide sofort unheimlich sympathisch, und die gegenseitige Anziehung ist auf jeder Seite spürbar. Umso mehr hat es mich traurig und auch nachdenklich gestimmt zu sehen, dass sie sich aufgrund der starren Standesgrenzen des 19. Jahrhunderts nicht „offiziell“ lieben durften und ihr Glück im Verborgenen suchen mussten. Und all dies beruht auf wahren Begebenheiten.
Neben dieser berührenden Liebesgeschichte bildet der geschäftliche Überlebenskampf rund um das Dufthaus in der Glockengasse einen weiteren, extrem spannenden Handlungsverlauf. Die Rivalität mit dem Konkurrenten Farina und mit Ferdinands (fiktiven) Bruder Justus ist unheimlich anschaulich und packend beschrieben, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Herzlichen Dank an den Gmeiner-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar und ein großes Dankeschön an Arabella Meran für das spannende und lehrreiche Leseerlebnis. 

Fazit: „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“ von Arabella Meran hat einfach alles, was ich an historischen Romanen so sehr liebe: Authentische Figuren, eine dichte Atmosphäre und eine Menge faszinierendes geschichtliches Wissen. Ein großartiges Buch, das ich euch bedenkenlos weiterempfehlen kann.

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„Das Haus Faber Castell – Träume in Farbe“

von Elke Becker

WERBUNG*

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. September 2026 (eBook) 16. September 2026 (Taschenbuch)
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3453444102
Seitenanzahl: 464 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Stein bei Nürnberg, 1847. Ottilie Richter wächst in einer weltoffenen Familie auf, die Bildung und Kunst hochhält. Ihre enge Verbindung zu Lothar Faber, dem ältesten Sohn der angesehenen Fabrikantenfamilie, wird auf eine harte Probe gestellt, als aus Freundschaft Liebe wird. Während Lothar mit der Vision einer neuen Stiftgeneration das Faber-Werk in eine moderne Zukunft führen will, träumt Ottilie davon, als Künstlerin ihren eigenen Weg zu gehen – zwischen gesellschaftlicher Erwartung, familiärem Pflichtgefühl und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Parallel kämpft die junge Hebamme Elise Seidel, Witwe und Mutter, am Rand der Wohlstandsgesellschaft für bessere Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien. Die Wege der beiden ungleichen Frauen kreuzen sich, als Ottilie nach mehreren Fehlgeburten medizinische Hilfe sucht – und in Elise eine unbequeme, aber bewundernswerte Freundin findet. Zwischen gesellschaftlichem Aufstieg, politischem Umbruch und der Frage nach weiblicher Selbstverwirklichung müssen beide Frauen lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, füreinander und für eine neue Zeit.“

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/elke-becker-das-haus-faber-castell-traeume-in-farbe/taschenbuch/9783453444102

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin und der „Buchmomente Leseagentur“ als vorzeitiges Rezensionsexemplar zusammen mit einer Bloggerbox erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars und verschiedener Goodies, den Verlinkungen der Verlagshomepage, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem mitreißenden historischen Roman „Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ entführt uns die Autorin Elke Becker in das Jahr 1847 nach Stein bei Nürnberg und beleuchtet die glanzvollen Visionen sowie die tiefen sozialen Konflikte rund um den Aufstieg einer bis heute weltberühmten Bleistift- und Buntstift-Dynastie.

Das Buch erreichte mich Anfang September zusammen mit einer wunderschönen Bloggerbox. Ich freue mich sehr über die liebevoll zusammengestellten Goodies der „Buchmomente Leseagentur“ und das von Elke Becker persönlich signierte Buch – ein neuer Schatz in meiner Büchersammlung.

Elke Becker hat einen wunderbar warmen und bildhaften Sprachstil, der mich ab der allerersten Seite komplett gefesselt und mitten in die Geschichte hineingezogen hat. Die Autorin schafft es meisterhaft, die Atmosphäre der damaligen Zeit spürbar zu machen. Die krassen Unterschiede im 19. Jahrhundert – auf der einen Seite der Wohlstand und Luxus der Fabrikantenfamilie Faber, auf der anderen Seite das bittere, harte Elend der Arbeiterfamilien – waren für mich während des Lesens emotional tief zu fühlen und zu spüren.

Besonders begeistert hat mich die Verbindung zwischen Ottilie und Elise. Obwohl die beiden Frauen aus zwei völlig unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen, entwickelt sich zwischen den sympathischen Charakteren eine ungewöhnliche und ehrliche Freundschaft. Ihre Schicksale sind mir unheimlich nahegegangen. Vor allem Ottilies schmerzhafter Kampf um ein Kind und Elises unermüdlicher, mutiger Einsatz am Rande der Wohlstandsgesellschaft haben mich tief bewegt.
Ein absolutes Highlight war für mich der geschichtliche Hintergrund. Um ehrlich zu sein, habe ich mich bisher noch nie so genau mit der Produktion von Bleistiften beschäftigt. Das Buch bietet hierzu absolut spannende Einblicke. Ich habe unheimlich viel Neues gelernt und sehe das Unternehmen Faber-Castell nach dieser spannenden Lektüre wirklich mit ganz anderen Augen.

Wenn ich am Ende dieser Rezension noch einen kleinen Kritikpunkt äußern müsste, dann betrifft das das Finale der Geschichte: Das Ende kam für mich leider sehr plötzlich. Die Charaktere und die gesamte Kulisse des Romans sind mir so ans Herz gewachsen und ich habe mich so wohlgefühlt in dieser Geschichte, dass ich mir sehnlichst gewünscht hätte, es würde einfach noch weitergehen.

Herzlichen Dank für dieses wunderbare und lehrreiche Leseerlebnis.

Fazit: „Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ von Elke Becker ein Buch über eine unglaublich spannende Firmengeschichte, aber eben auch ein gelungenes Bildnis über die gespaltene Bevölkerung im 19. Jahrhundert und die spürbaren Auswirkungen der Industrialisierung auf die Menschen. Eine ganz große Leseempfehlung!

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„Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“

von Julia Heinecke

Werbung *

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. September 2019
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808964
Seitenanzahl: 304 Seiten
Preis: 15,80€
Reihe: „Kalte Trilogie“ 03/03

Klappentext:
„Südbaden Mitte der 1970er-Jahre. Im kleinen Ort Wyhl am Kaiserstuhl soll ein riesiges Atomkraftwerk gebaut werden. Hannelore und ihr Mann Karl sind entsetzt. Gemeinsam mit ihrer Nichte Klara, Studentin in Freiburg, schließen sie sich dem Widerstand an. Bald sind Familien und das ganze Dort in Befürworter und Gegner gepalten. Winzer und Bauern fürchten um ihre Existenzgrundlage und ihre Heimat. Als der Bau ohne Rücksicht auf ausstehende Gerichtsentscheidungen beginnt, bleibt den protestierenden Kaiserstühlern nur ein letztes Mittel: die Bauplatzbesetzung. Julia Heineckes dritter Roman erzählt eindrücklich, wie die politische Stimmung damals kippte und einen gesellschaftlichen Umbruch einläutete.“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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In ihrem Roman „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“ nimmt uns die Autorin Julia Heinecke mit in das Südbaden der 1970er-Jahre und beleuchtet ein hochspannendes und emotionales Kapitel deutscher Zeitgeschichte: Den erbitterten Kampf der lokalen Winzer, Bauern und Studenten gegen den Bau eines gigantischen Atomkraftwerks in Wyhl am Kaiserstuhl. 

Julia Heinecke gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Umso größer war meine Vorfreude auf den dritten und wahrscheinlich letzten Band der „Kalten Trilogie“. 
Was ich an Julia Heineckes Erzählstil so sehr schätze, ist ihre besondere Art zu schreiben: Er ist unglaublich bildhaft und trotzdem angenehm unaufgeregt. Ich tauchte sofort in die  Geschichte ein. Und für mich gab es auch diesmal wieder ein ganz besonderes Wiedersehen mit bekannten Figuren aus den vorherigen Werken „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald “ und „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald “. 
Hier noch ein wichtiger Hinweis für alle Leser und Leserinnen, die neu in diese Reihe einsteigen möchten: Man muss die beiden vorherigen Bände nicht zwingend gelesen haben. Die Bücher hängen zwar durch die Geschichten der Figuren zusammen, aber jeder Band steht wunderbar für sich allein.

Die Atmosphäre der 1970er-Jahre und die Natur des Kaiserstuhls waren beim Lesen für mich greifbar nah. Der Kern der Geschichte, also der geplante Bau des Atomkraftwerks im kleinen Ort Wyhl, bringt eine enorme Zerrissenheit mit sich. Julia Heinecke schildert unglaublich packend und emotional, wie tief dieser Konflikt damals das gesamte Dorf und sogar einzelne Familien gespalten hat. Es ist erschreckend und faszinierend zugleich zu lesen, wie die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern so sehr verhärteten, dass die Menschen am Ende sogar vor der Zerstörung von Eigentum nicht zurückschreckten. Auch die inneren Zerrissenheiten der Hauptfiguren Hannelore, Karl und Klara sind meisterhaft und tief berührend herausgearbeitet worden. 
Da ich selbst in Freiburg wohne (also quasi direkt ums Eck von Wyhl), hat mich dieses Buch ganz besonders mitgenommen. Obwohl ich hier lebe, war mir das Ausmaß der gesamten Protestbewegung bisher gar nicht so bewusst. Julia Heinecke hat mir durch diesen Roman unglaublich viel neues Wissen über meine eigene Region geschenkt.
Diesen historischen Wendepunkt der ersten großen Bauplatzbesetzungen durch die Augen der Romanfiguren mitzuerleben, hat sich für mich vollkommen echt, lebendig und hochemotional angefühlt. Ich bangte, hoffte und protestierte auf jeder Seite mit den Winzern und Bauern mit, die um ihre Existenz und für ihre und unsere Heimat kämpften.

Herzlichen Dank für dieses großartige und lehrreiche Leseerlebnis. 

Fazit: Der Roman „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“ von Julia Heinecke ist ein absolut großartiges, wichtiges und sehr, sehr lesenswertes Buch. Es verknüpft packende Fiktion perfekt mit realer Regionalgeschichte. Unbedingt lesen.

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„Sturmland“

von Miriam Georg

Werbung *

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2026
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499017988
Seitenanzahl: 608 Seiten
Preise: 14€ (Taschenbuch), 9,99€ (eBook)
Reihe: „Sturmland-Saga“ 01/02

Klappentext:
„Niemand darf erfahren, wer Cora wirklich ist! Die Reedertochter muss aus ihrem alten Leben in Hamburg fliehen – und nimmt unter falschem Namen eine Stelle als Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Doch die Nordsee ist unberechenbar. Schon kurz nach ihrer Ankunft bringt Cora sich und ihre Schülerin Emmi in Lebensgefahr …
Der Tagelöhner Onnen beobachtet das Unglück. Kein Wunder, dass die unwissenden Badegäste ständig in Seenot geraten. Ausgerechnet mit dieser Gouvernante soll er nun zusammenarbeiten. Weil er dringend Geld braucht, nimmt er den Job an.
Von Tag zu Tag kommen Cora und Onnen sich näher. Doch Onnen hat eine Vergangenheit auf seiner Heimatinsel Borkum, die er fest in sich verschlossen hält. Und Cora hat Menschen in Hamburg, die sie verzweifelt zurückholen wollen.
Aber das darf nicht passieren. Niemand darf erfahren, wer Cora ist – und was sie getan hat …“


Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/miriam-georg-sturmland-9783499017988

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Miriam Georg und/ oder dem Rowohlt Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
– Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Sturmland“ von Miriam Georg bildet den Auftakt ihrer packenden Sturmland-Saga, spielt im Jahr 1860 auf den Inseln Norderney und Borkum sowie in Hamburg und thematisiert das Schicksal zweier vom Leben gezeichneter Menschen inmitten der rauen Naturgewalten und den Anfängen des Tourismus auf den Ostfriesischen Inseln.

„«Seit ich denken kann, muss ich immer um Erlaubnis fragen. Bei allem, was ich tue. Ich kann niemals einfach irgendwo hingehen, nur weil ich es möchte. Für die Frauen hier auf den Inseln ist das anders, scheint mir. Sie sind viel freier, als ich es kenne.»„

[S. 315, Kapitel 14]

Es ist mein allererstes Buch von Miriam Georg und es wird definitiv nicht mein Letztes gewesen sein, denn ich bin schlichtweg restlos begeistert. Nach dem Zuklappen der letzten Seite fällt es mir unheimlich schwer, wieder in der Gegenwart anzukommen. 
Der Einstieg in das Jahr 1860 fiel mir leicht, obwohl die Geschichte von Beginn an und auch im weiteren Verlauf viele Fragen aufwirft. Doch genau das entwickelt beim Lesen einen mächtigen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Es war wahnsinnig schwer, das Buch überhaupt aus den Händen zu legen. Miriam Georgs Sprachstil ist so unglaublich mitreißend und bildgewaltig, ich spürte förmlich den rauen Wind und die Naturgewalten der Nordsee zwischen den Zeilen. 

Im Mittelpunkt stehen die geflüchtete Hamburger Reedertochter Cora und der verschlossene Tagelöhner Onnen. Beide tragen riesige Geheimnisse mit sich herum. Während ich zu Cora ziemlich schnell eine tiefe Bindung aufbauen konnte, habe ich bei Onnen anfangs etwas länger gebraucht, um ihn zu durchschauen – was aber perfekt zu seiner unnahbaren Art passt. Ihre Schicksale haben mich im Verlauf der Handlung tief berührt. Ich weiß jetzt schon ganz genau, dass ich diese beiden Charaktere und ihre berührenden Geschichten definitiv nie wieder vergessen werde.

Die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe habe ich als absolut authentisch empfunden. Ich habe beim Lesen unheimlich viel über das damalige Inselleben gelernt. Es war faszinierend und erschreckend zugleich zu sehen, wie die wohlhabenden „Sommerfrischler“ aus der Stadt für die Einheimischen Segen und Fluch zugleich waren. Besonders packend fand ich die Schilderungen über die damals noch völlig unzureichende, lebensgefährliche Seenotrettung. Wahnsinn, unter welchen Bedingungen die Menschen damals überleben mussten! 
Vor allem hat mich schockiert, wie wenig die Frauen in den oberen Gesellschaftsschichten zu dieser Zeit zu sagen hatten und wie wenig (bis gar keine) Rechte sie besaßen. Sie waren völlig von den Männern abhängig, erst vom Vater, später vom Ehemann.

Ehrlich gesagt gibt es an der Geschichte selbst absolut nichts auszusetzen. Mein einziger, echter Kritikpunkt ist ein rein persönlicher: Ich muss jetzt tatsächlich etwa zwei Monate auf die Fortsetzung „Salzwind“ warten! Ich wurde mit so vielen offenen Fragen zurückgelassen, dass ich am liebsten sofort direkt weiterlesen möchte. 

Ganz herzlichen Dank für dieses großartige und mitreißende Leseerlebnis. 

Fazit: Es ist mein erstes gelesenes Buch von Miriam Georg… und definitiv nicht mein Letztes. „Sturmland“ ist eine mitreißende Geschichte, die man einfach inhaliert und nie wieder vergisst. Eine absolute Leseempfehlung! 

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