„Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“

von Arabella Meran

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839281420
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 18,00€ (Paperback), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Köln, 1873: Als der junge Parfümeur Ferdinand Mülhens die Leitung des Dufthauses in der Glockengasse übernimmt, muss er sein Kölnisch Wasser gegen den ärgsten Konkurrenten Farina verteidigen. Auf einer Reise nach Wien trifft er die Blumenverkäuferin Ottilie, deren Wärme und Mut ihn tief berühren. Sie folgt ihm nach Köln, wo sie von der Familie Mülhens als nicht standesgemäße Braut abgelehnt wird. Erst fernab gesellschaftlicher Zwänge, im Siebengebirge, findet sie mit Ferdinand ein stilles Glück. Doch eine geschäftliche Niederlage zwingt Ferdinand zu einer radikalen Veränderung, durch die sein Duftwasser die Welt erobern wird.“

Homepage:
https://www.ulrikearabella.de/meine-buecher/

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/der-parfuemeur-aus-der-glockengasse-der-ein-blumenmaedchen-liebte-die-anfaenge-einer-duftdynastie.html

* Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Arabella Meran und dem Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Homepage des Verlages und der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem historischen Roman „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“ entführt uns die Autorin Arabella Meran in das Köln des Jahres 1873 und verwebt die faszinierende Firmengeschichte des weltberühmten Kölnisch Wasser meisterhaft mit einer tief berührenden Liebesgeschichte gegen die harten Zwänge der Gesellschaft.

»Ja, diese Rezeptur ist ganz einfach und doch sehr wirkungsvoll. Nicht ohne Grund verkauft dieser Duft sich am besten und hat über die Jahre eine treue Kundschaft gewonnen.«

[Seite 96, Kapitel 7]

Arabella Merans wunderschöner und bildhafter Sprachstil hat mich ab der allerersten Seite komplett abgeholt und begeistert. Ich habe mich in der Geschichte sofort unglaublich wohlgefühlt. Die Autorin schafft es meisterhaft, die historischen Kulissen lebendig werden zu lassen. Der Kontrast zwischen den engen, damals leider gar nicht wohlriechenden Gassen Kölns und der weiten, glanzvollen Kaiserstadt Wien war beim Lesen absolut spürbar.
Ein ganz großes Highlight war für mich das vermittelte Wissen, denn ich habe mich bisher noch nie so genau mit dem Duft des berühmten Kölnisch Wasser beschäftigt. Durch dieses Buch habe ich unheimlich viel Neues gelernt. Mir war zum Beispiel gar nicht bewusst, dass dieser legendäre Duft überhaupt nicht aus Blumen gewonnen wird, sondern seine Frische aus erlesenen Kräutern und spritzigen Zitronen zieht. Arabella Meran beschreibt die Rezepturen so lebendig, dass ich beim Lesen den Duft förmlich in der Nase hatte. 

Die Liebesgeschichte zwischen Ferdinand und Ottilie hat mich emotional richtig mitgenommen und ich habe von der ersten Sekunde an intensiv mit den beiden mitgefiebert. Sie waren mir Beide sofort unheimlich sympathisch, und die gegenseitige Anziehung ist auf jeder Seite spürbar. Umso mehr hat es mich traurig und auch nachdenklich gestimmt zu sehen, dass sie sich aufgrund der starren Standesgrenzen des 19. Jahrhunderts nicht „offiziell“ lieben durften und ihr Glück im Verborgenen suchen mussten. Und all dies beruht auf wahren Begebenheiten.
Neben dieser berührenden Liebesgeschichte bildet der geschäftliche Überlebenskampf rund um das Dufthaus in der Glockengasse einen weiteren, extrem spannenden Handlungsverlauf. Die Rivalität mit dem Konkurrenten Farina und mit Ferdinands (fiktiven) Bruder Justus ist unheimlich anschaulich und packend beschrieben, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Herzlichen Dank an den Gmeiner-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar und ein großes Dankeschön an Arabella Meran für das spannende und lehrreiche Leseerlebnis. 

Fazit: „Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte“ von Arabella Meran hat einfach alles, was ich an historischen Romanen so sehr liebe: Authentische Figuren, eine dichte Atmosphäre und eine Menge faszinierendes geschichtliches Wissen. Ein großartiges Buch, das ich euch bedenkenlos weiterempfehlen kann.

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„Das Haus Faber Castell – Träume in Farbe“

von Elke Becker

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. September 2026 (eBook) 16. September 2026 (Taschenbuch)
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3453444102
Seitenanzahl: 464 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Stein bei Nürnberg, 1847. Ottilie Richter wächst in einer weltoffenen Familie auf, die Bildung und Kunst hochhält. Ihre enge Verbindung zu Lothar Faber, dem ältesten Sohn der angesehenen Fabrikantenfamilie, wird auf eine harte Probe gestellt, als aus Freundschaft Liebe wird. Während Lothar mit der Vision einer neuen Stiftgeneration das Faber-Werk in eine moderne Zukunft führen will, träumt Ottilie davon, als Künstlerin ihren eigenen Weg zu gehen – zwischen gesellschaftlicher Erwartung, familiärem Pflichtgefühl und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Parallel kämpft die junge Hebamme Elise Seidel, Witwe und Mutter, am Rand der Wohlstandsgesellschaft für bessere Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien. Die Wege der beiden ungleichen Frauen kreuzen sich, als Ottilie nach mehreren Fehlgeburten medizinische Hilfe sucht – und in Elise eine unbequeme, aber bewundernswerte Freundin findet. Zwischen gesellschaftlichem Aufstieg, politischem Umbruch und der Frage nach weiblicher Selbstverwirklichung müssen beide Frauen lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, füreinander und für eine neue Zeit.“

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/elke-becker-das-haus-faber-castell-traeume-in-farbe/taschenbuch/9783453444102

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin und der „Buchmomente Leseagentur“ als vorzeitiges Rezensionsexemplar zusammen mit einer Bloggerbox erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars und verschiedener Goodies, den Verlinkungen der Verlagshomepage, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem mitreißenden historischen Roman „Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ entführt uns die Autorin Elke Becker in das Jahr 1847 nach Stein bei Nürnberg und beleuchtet die glanzvollen Visionen sowie die tiefen sozialen Konflikte rund um den Aufstieg einer bis heute weltberühmten Bleistift- und Buntstift-Dynastie.

Das Buch erreichte mich Anfang September zusammen mit einer wunderschönen Bloggerbox. Ich freue mich sehr über die liebevoll zusammengestellten Goodies der „Buchmomente Leseagentur“ und das von Elke Becker persönlich signierte Buch – ein neuer Schatz in meiner Büchersammlung.

Elke Becker hat einen wunderbar warmen und bildhaften Sprachstil, der mich ab der allerersten Seite komplett gefesselt und mitten in die Geschichte hineingezogen hat. Die Autorin schafft es meisterhaft, die Atmosphäre der damaligen Zeit spürbar zu machen. Die krassen Unterschiede im 19. Jahrhundert – auf der einen Seite der Wohlstand und Luxus der Fabrikantenfamilie Faber, auf der anderen Seite das bittere, harte Elend der Arbeiterfamilien – waren für mich während des Lesens emotional tief zu fühlen und zu spüren.

Besonders begeistert hat mich die Verbindung zwischen Ottilie und Elise. Obwohl die beiden Frauen aus zwei völlig unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen, entwickelt sich zwischen den sympathischen Charakteren eine ungewöhnliche und ehrliche Freundschaft. Ihre Schicksale sind mir unheimlich nahegegangen. Vor allem Ottilies schmerzhafter Kampf um ein Kind und Elises unermüdlicher, mutiger Einsatz am Rande der Wohlstandsgesellschaft haben mich tief bewegt.
Ein absolutes Highlight war für mich der geschichtliche Hintergrund. Um ehrlich zu sein, habe ich mich bisher noch nie so genau mit der Produktion von Bleistiften beschäftigt. Das Buch bietet hierzu absolut spannende Einblicke. Ich habe unheimlich viel Neues gelernt und sehe das Unternehmen Faber-Castell nach dieser spannenden Lektüre wirklich mit ganz anderen Augen.

Wenn ich am Ende dieser Rezension noch einen kleinen Kritikpunkt äußern müsste, dann betrifft das das Finale der Geschichte: Das Ende kam für mich leider sehr plötzlich. Die Charaktere und die gesamte Kulisse des Romans sind mir so ans Herz gewachsen und ich habe mich so wohlgefühlt in dieser Geschichte, dass ich mir sehnlichst gewünscht hätte, es würde einfach noch weitergehen.

Herzlichen Dank für dieses wunderbare und lehrreiche Leseerlebnis.

Fazit: „Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ von Elke Becker ein Buch über eine unglaublich spannende Firmengeschichte, aber eben auch ein gelungenes Bildnis über die gespaltene Bevölkerung im 19. Jahrhundert und die spürbaren Auswirkungen der Industrialisierung auf die Menschen. Eine ganz große Leseempfehlung!

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„Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“

von Julia Heinecke

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. September 2019
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808964
Seitenanzahl: 304 Seiten
Preis: 15,80€
Reihe: „Kalte Trilogie“ 03/03

Klappentext:
„Südbaden Mitte der 1970er-Jahre. Im kleinen Ort Wyhl am Kaiserstuhl soll ein riesiges Atomkraftwerk gebaut werden. Hannelore und ihr Mann Karl sind entsetzt. Gemeinsam mit ihrer Nichte Klara, Studentin in Freiburg, schließen sie sich dem Widerstand an. Bald sind Familien und das ganze Dort in Befürworter und Gegner gepalten. Winzer und Bauern fürchten um ihre Existenzgrundlage und ihre Heimat. Als der Bau ohne Rücksicht auf ausstehende Gerichtsentscheidungen beginnt, bleibt den protestierenden Kaiserstühlern nur ein letztes Mittel: die Bauplatzbesetzung. Julia Heineckes dritter Roman erzählt eindrücklich, wie die politische Stimmung damals kippte und einen gesellschaftlichen Umbruch einläutete.“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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In ihrem Roman „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“ nimmt uns die Autorin Julia Heinecke mit in das Südbaden der 1970er-Jahre und beleuchtet ein hochspannendes und emotionales Kapitel deutscher Zeitgeschichte: Den erbitterten Kampf der lokalen Winzer, Bauern und Studenten gegen den Bau eines gigantischen Atomkraftwerks in Wyhl am Kaiserstuhl. 

Julia Heinecke gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Umso größer war meine Vorfreude auf den dritten und wahrscheinlich letzten Band der „Kalten Trilogie“. 
Was ich an Julia Heineckes Erzählstil so sehr schätze, ist ihre besondere Art zu schreiben: Er ist unglaublich bildhaft und trotzdem angenehm unaufgeregt. Ich tauchte sofort in die  Geschichte ein. Und für mich gab es auch diesmal wieder ein ganz besonderes Wiedersehen mit bekannten Figuren aus den vorherigen Werken „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald und „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald
Hier noch ein wichtiger Hinweis für alle Leser und Leserinnen, die neu in diese Reihe einsteigen möchten: Man muss die beiden vorherigen Bände nicht zwingend gelesen haben. Die Bücher hängen zwar durch die Geschichten der Figuren zusammen, aber jeder Band steht wunderbar für sich allein.

Die Atmosphäre der 1970er-Jahre und die Natur des Kaiserstuhls waren beim Lesen für mich greifbar nah. Der Kern der Geschichte, also der geplante Bau des Atomkraftwerks im kleinen Ort Wyhl, bringt eine enorme Zerrissenheit mit sich. Julia Heinecke schildert unglaublich packend und emotional, wie tief dieser Konflikt damals das gesamte Dorf und sogar einzelne Familien gespalten hat. Es ist erschreckend und faszinierend zugleich zu lesen, wie die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern so sehr verhärteten, dass die Menschen am Ende sogar vor der Zerstörung von Eigentum nicht zurückschreckten. Auch die inneren Zerrissenheiten der Hauptfiguren Hannelore, Karl und Klara sind meisterhaft und tief berührend herausgearbeitet worden. 
Da ich selbst in Freiburg wohne (also quasi direkt ums Eck von Wyhl), hat mich dieses Buch ganz besonders mitgenommen. Obwohl ich hier lebe, war mir das Ausmaß der gesamten Protestbewegung bisher gar nicht so bewusst. Julia Heinecke hat mir durch diesen Roman unglaublich viel neues Wissen über meine eigene Region geschenkt.
Diesen historischen Wendepunkt der ersten großen Bauplatzbesetzungen durch die Augen der Romanfiguren mitzuerleben, hat sich für mich vollkommen echt, lebendig und hochemotional angefühlt. Ich bangte, hoffte und protestierte auf jeder Seite mit den Winzern und Bauern mit, die um ihre Existenz und für ihre und unsere Heimat kämpften.

Herzlichen Dank für dieses großartige und lehrreiche Leseerlebnis. 

Fazit: Der Roman „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“ von Julia Heinecke ist ein absolut großartiges, wichtiges und sehr, sehr lesenswertes Buch. Es verknüpft packende Fiktion perfekt mit realer Regionalgeschichte. Unbedingt lesen.

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„Sturmland“

von Miriam Georg

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2026
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499017988
Seitenanzahl: 608 Seiten
Preise: 14€ (Taschenbuch), 9,99€ (eBook)
Reihe: „Sturmland-Saga“ 01/02

Klappentext:
„Niemand darf erfahren, wer Cora wirklich ist! Die Reedertochter muss aus ihrem alten Leben in Hamburg fliehen – und nimmt unter falschem Namen eine Stelle als Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Doch die Nordsee ist unberechenbar. Schon kurz nach ihrer Ankunft bringt Cora sich und ihre Schülerin Emmi in Lebensgefahr …
Der Tagelöhner Onnen beobachtet das Unglück. Kein Wunder, dass die unwissenden Badegäste ständig in Seenot geraten. Ausgerechnet mit dieser Gouvernante soll er nun zusammenarbeiten. Weil er dringend Geld braucht, nimmt er den Job an.
Von Tag zu Tag kommen Cora und Onnen sich näher. Doch Onnen hat eine Vergangenheit auf seiner Heimatinsel Borkum, die er fest in sich verschlossen hält. Und Cora hat Menschen in Hamburg, die sie verzweifelt zurückholen wollen.
Aber das darf nicht passieren. Niemand darf erfahren, wer Cora ist – und was sie getan hat …“


Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/miriam-georg-sturmland-9783499017988

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Miriam Georg und/ oder dem Rowohlt Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
 Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Sturmland“ von Miriam Georg bildet den Auftakt ihrer packenden Sturmland-Saga, spielt im Jahr 1860 auf den Inseln Norderney und Borkum sowie in Hamburg und thematisiert das Schicksal zweier vom Leben gezeichneter Menschen inmitten der rauen Naturgewalten und den Anfängen des Tourismus auf den Ostfriesischen Inseln.

«Seit ich denken kann, muss ich immer um Erlaubnis fragen. Bei allem, was ich tue. Ich kann niemals einfach irgendwo hingehen, nur weil ich es möchte. Für die Frauen hier auf den Inseln ist das anders, scheint mir. Sie sind viel freier, als ich es kenne.»

[S. 315, Kapitel 14]

Es ist mein allererstes Buch von Miriam Georg und es wird definitiv nicht mein Letztes gewesen sein, denn ich bin schlichtweg restlos begeistert. Nach dem Zuklappen der letzten Seite fällt es mir unheimlich schwer, wieder in der Gegenwart anzukommen. 
Der Einstieg in das Jahr 1860 fiel mir leicht, obwohl die Geschichte von Beginn an und auch im weiteren Verlauf viele Fragen aufwirft. Doch genau das entwickelt beim Lesen einen mächtigen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Es war wahnsinnig schwer, das Buch überhaupt aus den Händen zu legen. Miriam Georgs Sprachstil ist so unglaublich mitreißend und bildgewaltig, ich spürte förmlich den rauen Wind und die Naturgewalten der Nordsee zwischen den Zeilen. 

Im Mittelpunkt stehen die geflüchtete Hamburger Reedertochter Cora und der verschlossene Tagelöhner Onnen. Beide tragen riesige Geheimnisse mit sich herum. Während ich zu Cora ziemlich schnell eine tiefe Bindung aufbauen konnte, habe ich bei Onnen anfangs etwas länger gebraucht, um ihn zu durchschauen – was aber perfekt zu seiner unnahbaren Art passt. Ihre Schicksale haben mich im Verlauf der Handlung tief berührt. Ich weiß jetzt schon ganz genau, dass ich diese beiden Charaktere und ihre berührenden Geschichten definitiv nie wieder vergessen werde.

Die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe habe ich als absolut authentisch empfunden. Ich habe beim Lesen unheimlich viel über das damalige Inselleben gelernt. Es war faszinierend und erschreckend zugleich zu sehen, wie die wohlhabenden „Sommerfrischler“ aus der Stadt für die Einheimischen Segen und Fluch zugleich waren. Besonders packend fand ich die Schilderungen über die damals noch völlig unzureichende, lebensgefährliche Seenotrettung. Wahnsinn, unter welchen Bedingungen die Menschen damals überleben mussten! 
Vor allem hat mich schockiert, wie wenig die Frauen in den oberen Gesellschaftsschichten zu dieser Zeit zu sagen hatten und wie wenig (bis gar keine) Rechte sie besaßen. Sie waren völlig von den Männern abhängig, erst vom Vater, später vom Ehemann.

Ehrlich gesagt gibt es an der Geschichte selbst absolut nichts auszusetzen. Mein einziger, echter Kritikpunkt ist ein rein persönlicher: Ich muss jetzt tatsächlich etwa zwei Monate auf die Fortsetzung „Salzwind“ warten! Ich wurde mit so vielen offenen Fragen zurückgelassen, dass ich am liebsten sofort direkt weiterlesen möchte. 

Ganz herzlichen Dank für dieses großartige und mitreißende Leseerlebnis. 

Fazit: Es ist mein erstes gelesenes Buch von Miriam Georg… und definitiv nicht mein Letztes. „Sturmland“ ist eine mitreißende Geschichte, die man einfach inhaliert und nie wieder vergisst. Eine absolute Leseempfehlung! 

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„Die Fasern der Welt – Schwelende Stürme“

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2026
Verlag: SP
Ausgabe: eBook
Seitenanzahl: 277 Seiten
Preise: 02,69€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 03 von 03

Klappentext:
„Yorkshire, 1869: Im unbarmherzigen Bradford kämpft June um ihren Platz im Leben. Doch während sie mit den Konsequenzen ihrer Offenheit ringt und alles zu verlieren droht, gerät die Welt um sie herum vollends aus den Fugen. Journalist Jacob Ford wird mit einem ungewollten Erbe konfrontiert, die Bruntys landen nach einem Streik im Elend und Conal hinter Gittern. Zu allem Überfluss wird June von den Geistern der Vergangenheit verfolgt: Seit Monaten fehlt von Franky jede Spur. Hat er einmal mehr alle im Stich gelassen? June will ihn vergessen, ist sich sicher, dass es besser so ist. Doch das Schicksal hat andere Pläne …“

Kontakt:
https://www.instagram.com/die.landschreiberin/?hl=de

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Lia Scott keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
 Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Schwelende Stürme“ von Lia Scott ist der dritte Band der Saga „Die Fasern der Welt“, spielt im Jahr 1869 im englischen Yorkshire und thematisiert das Schicksal und den Überlebenskampf verschiedener liebgewonnener Charaktere inmitten der sozialen Ungerechtigkeiten der Industrialisierung.

Bei fortlaufenden Reihen habe ich nach einer längeren Pause ehrlicherweise immer ein wenig Angst, ob ich wieder gut in die Geschichte hineinfinde. Diese Sorge war hier jedoch völlig unbegründet. Ich war ab der ersten Seite sofort wieder in der Handlung angekommen. Es war eine riesige Freude, die vielen liebgewonnenen Figuren wiederzutreffen und sie ein weiteres Stück auf ihrem steinigen Lebensweg zu begleiten. Die düstere, unbarmherzige Atmosphäre des viktorianischen Bradfords hatte mich augenblicklich wieder im Griff – und doch schwang beim Lesen immer auch die wertvolle Hoffnung mit, dass es selbst in so dunklen Zeiten gute Menschen gab.
Lia Scott schildert den extremen Kontrast zwischen der wohlhabenden Oberschicht und den armen Arbeiterfamilien absolut authentisch und ungeschönt. Das Jahr 1869 markiert eine Epoche, in der der rücksichtslose Kapitalismus der Industrialisierung seinen Höhepunkt erreichte. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte damals meilenweit auseinander. Während die Fabrikbesitzer immensen Reichtum anhäuften, versank die neu entstandene Arbeiterklasse in bitterer Armut und Elend.
Besonders die gesellschaftlichen Hintergründe und die fehlenden sozialen Absicherungen haben mich tief berührt und gleichzeitig so wütend gemacht. Ein Streik bedeutete für die Familien damals sofort den existenziellen Ruin. Wenn die Sprache auf die Kinderarbeit in den Fabriken kam, ging mir das wirklich unter die Haut: Junge Kinder mussten unter lebensgefährlichen Bedingungen schuften und riskierten jeden Tag, an den riesigen Webstühlen schwer verletzt oder gar getötet zu werden. Und das für einen ohnehin niedrigen Lohn, der von den mächtigen Herren der Oberschicht immer weiter gekürzt wurde. Puh, diese historische Realität hat die Autorin extrem greifbar und bewegend eingefangen.
Ein weiterer großer Pluspunkt dieses Bandes ist das häufige Hin- und Herspringen zwischen den verschiedenen Charakteren und ihren Geschichten. Was vielleicht kompliziert klingt, macht die Geschichte in Wahrheit unglaublich dynamisch und verleiht ihr ordentlich Tempo.

Wichtig ist mir an dieser Stelle ein Blick hinter die Kulissen: Die ersten beiden Teile der Reihe („Der Wind von Yorkshire“ und „Glimmende Himmel“) sind im Verlag Tinte & Feder erschienen. Da der Verlag die Reihe leider nicht mehr weiterführen wollte, hat Lia Scott sich dazu entschlossen, diesen dritten Band in Eigenregie auf den Markt zu bringen. Dafür hat sie meine absolute Hochachtung und hat mich mit dieser Entscheidung sehr glücklich gemacht. Und noch glücklicher bin ich, dass Lia Scott uns Leser und Leserinnen auch nach diesem dritten Band nicht im Regen stehen lässt … denn es geht weiter! Weil am Ende noch so viele Handlungsstränge offen sind und so viele Fragen unbeantwortet bleiben, fiebere ich nun dem 25. Oktober 2026 entgegen. Denn dann erscheint mit „Wolkenglühen“ der vierte Band der Buchreihe.

Herzlichen Dank für das großartige Leseerlebnis.

Fazit: Lia Scott hat es auch bei diesem Band geschafft, mich mit auf eine Reise in die Vergangenheit zu nehmen, von der ich nur schwer zurückkehren kann. „Schwelende Stürme“ ist emotional, erschreckend, lehrreich und einfach großartig. Sehr lesenswert!

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„Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“

von Rebekka Eder

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. August 2026 (eBook) & 14. August 2026 (Taschenbuch)
Verlag: Rowohlt
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499017049
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 14€ (TB), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Die Elbinsel-Saga“ 01/02

Klappentext:
„Finkenwerder, 1892: In dem alten, verwilderten Garten ihrer verstorbenen Mutter träumt die junge Kea davon, den perfekten Apfel zu züchten. Doch der erste vielversprechende Sämling keimt ausgerechnet hinter der Landesgrenze zwischen Preußen und Hamburg, auf den Ländereien der verfeindeten Familie Rentfeld. Als Kea dennoch hinüberschleicht, wird sie von Kristen, dem Knecht der Rentfelds, erwischt. Was Keas Plänen ein jähes Ende bereiten könnte, ist der Beginn einer großen Liebesgeschichte, obwohl Kea und Kristen in unterschiedlichen Welten leben. Doch dann bricht die Cholera aus, und auf den Grenzübertritt steht die Todesstrafe.“

Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/rebekka-eder-der-geheime-apfelgarten-getrennte-welten-9783499017049

https://www.rebekkamitk.de

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Der historische Roman „Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“ von Rebekka Eder spielt im Jahr 1892 auf der Elbinsel Finkenwerder und thematisiert den leidenschaftlichen Kampf einer jungen Frau um ihre Träume inmitten von familiären Fehden und der Bedrohung durch die große Hamburger Cholera-Epidemie. Für mich war es das erste Buch der Autorin – und ich bin restlos begeistert!

Rebekka Eder ist der Einstieg in diese Geschichte unglaublich gut gelungen, denn ich war ab der allerersten Seite in der Handlung und dem historischen Setting angekommen. Besonders die Aufarbeitung der Hamburger Cholera-Epidemie von 1892 hat mich tief beeindruckt. Die Autorin fängt die allgegenwärtige Angst, die katastrophalen hygienischen Zustände der damaligen Zeit und das schleichende Gift der Krankheit meisterhaft ein. Die Seuche ist nicht nur eine Randnotiz, sondern eine spürbare, düstere Bedrohung, die das Leben der Menschen von heute auf morgen komplett lähmt. Als die Grenze zwischen Hamburg und Preußen schließlich dichtgemacht wird und das Überschreiten massiv bestraft wird, erreicht die Dynamik des Buches hier einen packenden Höhepunkt.
Gepaart mit der Liebe zum Detail beim Obstanbau habe ich beim Lesen unheimlich viel über diese Zeit dazugelernt.

Die Protagonistin Kea Loop hat mein Leseherz im Sturm erobert. Sie ist eine sehr authentische, leidenschaftliche und starke Figur, die für ihre Träume und Wünsche alles in Bewegung setzt. Besonders interessant fand ich den gesellschaftlichen Konflikt der damaligen Zeit: Kea setzt sich zwar oft mutig über die Autorität ihres Vaters hinweg, leidet gleichzeitig aber auch oft unter einem schlechten Gewissen ihm gegenüber. Das macht sie so wunderbar menschlich. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren ist großartig. Es ist nicht gleich alles perfekt, sondern es gibt echte Missverständnisse und Unstimmigkeiten … auch wenn das Knistern zwischen Kea und Kristen von Anfang an spürbar ist.
Und auch Keas Cousine Rosa ist eine sehr interessante Figur, die mich das ein oder andere Mal sehr überraschen konnte.
An dieser Stelle habe ich eine ganz wichtige Warnung: Bitte lest nicht den Klappentext in den Onlineshops! Der Verlag hat es auf der Buchrückseite des gedruckten Buches toll gelöst, aber im Internet wird ein riesiger Plot-Point, der eigentlich erst auf den letzten 100 Seiten überhaupt eine Rolle spielt, vorab verraten. Da ich diesen Online-Text leider vorab gelesen hatte, hat mich dieser Spoiler beim Lesen etwas beeinflusst, weil ich im Mittelteil ständig das Gefühl hatte, nur auf dieses eine Ereignis zu warten. Spart euch den Online-Text also lieber und springt blind in die Geschichte! Hinweis: In meiner Rezension habe ich den spoilerfreien Klappentext des Buches verwendet.

Ich bin jetzt schon gespannt auf den zweiten Band „Der geheime Apfelgarten – Geteilte Träume“, der im April 2027 erscheinen soll. Ich freue mich, all die vielen und teilweise sehr liebgewonnen Charaktere wieder zutreffen.
Herzlichen Dank an Rebekka Eder für das spannende Leseerlebnis und an den Rowohlt Verlag ein großes Dankeschön für das vorzeitige Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“ von Rebekka Eder ist ein spannender und vor allem lehrreicher Reihen-Auftakt. Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite mitgerissen und es ist so schwer, das Buch zur Seite zu legen. Sehr lesenswert – und ich freue mich so sehr auf die Fortsetzung.

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„Das Mündel des Königs“

von Beatrice Braun

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 03. August 2026
Verlag: Ullstein
Ausgaben: eBook
ISBN: 9783843737500
Seitenanzahl: 550 Seiten
Preise: 09,99€ (eBook)

Klappentext:
Zwischen der Treue zu Land und König und der Liebe zu einem Mann trotzt eine junge Frau allen Stürmen
Die Fränkin Aldana ist das Mündel Karls des Großen, der über weite Teile Europas herrscht. Aldanas Verlobter stirbt in der Schlacht gegen die Sachsen. Auf der Flucht vor den Kriegswirren verliebt sie sich in einen verletzen Knecht. In Wahrheit ist der verwundete Mann der sächsische Rebellenführer Eike und der meistgesuchte Mann des Reiches, der zudem Aldanas Bräutigam ermordet hat. Als sie das herausfindet, muss sie zwischen Liebe und der Treue zum König entscheiden.
Ein mitreißender Roman, der Sie ins Frühmittelalter unter Karl dem Großen entführt: spannend, sinnlich, fesselnd!


Homepage:
https://www.beatricebraun.com

https://www.ullstein.de/werke/das-muendel-des-koenigs/epub/9783843737500

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Beatrice Braun als vorzeitiges Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Mit ihrem historischen Roman „Das Mündel des Königs“ entführt die Autorin Beatrice Braun ihre Leserschaft in die brutale und umkämpfte Epoche des Frühmittelalters, um vor dem Hintergrund der Sachsenkriege unter Karl dem Großen eine dramatische Geschichte über verbotene Liebe, Loyalität und Emanzipation zu erzählen. Der Klappentext verspricht eine packende Dreiecksgeschichte: Die Fränkin Aldana, Mündel des mächtigen Königs Karl, verliert ihren Verlobten im Krieg. Auf der Flucht verliebt sie sich ausgerechnet in den verletzten sächsischen Rebellenführer Eike – ohne zu ahnen, dass er der meistgesuchte Mann des Reiches und der Mörder ihres Bräutigams ist. Ein Konflikt zwischen der Treue zum eigenen König und den Gefühlen für den Feind ist damit vorprogrammiert. 

„Sie musste sich der Realität stellen. Und sich vor allem anpassen! Sie war noch immer des Königs Mündel. Dennoch war sie als Frau schutzlos allem ausgeliefert. Und sie war ganz allein in einem fremden Land.“

[Kapitel „Karlsburg Paderborn, September 782“]

Als regelmäßige Leserin von Romanen, die im 19. und 20. Jahrhundert spielen, musste ich mich zu Beginn der Geschichte immer wieder selbst erinnern: Wir befinden uns hier im rauen 8. Jahrhundert. Zu Beginn des Romans bin ich leider über ein paar Anachronismen und Klischees gestolpert. Dass Aldana als adliges Mündel des Königs enorme Freiheiten genießt, sich stellenweise komplett unbewacht bewegen darf und aus Langeweile in der Krankenpflege mithilft, widerspricht dem starren höfischen Korsett jener Zeit sehr.
Doch genau hier liegt der Schlüssel zu diesem Buch: Man darf es nicht als trockenes historisches Fachbuch lesen. Beatrice Braun schreibt auch keinen rein wissenschaftlichen Geschichtsroman, sondern einen lebendig erzählten historischen Roman, bei dem das emotionale Prickeln und die Figurenentwicklung im Vordergrund stehen. Als die Liebesgeschichte zeitweise etwas in den Hintergrund trat, nahm die Handlung massiv an Fahrt auf und ich konnte den Reader nur noch schwer aus den Händen legen.
Der Schreibstil der Autorin ist von Anfang an unglaublich bildhaft, detailliert und niemals langweilig. Es ist ihr hervorragend gelungen, den komplexen, tief recherchierten Hintergrund des Franken-Sachsen-Konflikts unbeschönigt und extrem greifbar darzustellen. Die Szenen zeigen eindringlich, wie unerbittlich dieser jahrzehntelange Krieg geführt wurde, in dem es um weit mehr als Territorien ging: Es war ein brutaler Kultur- und Glaubenskrieg zwischen dem christlichen Frankenreich und den sächsischen Stämmen, die verzweifelt an ihren alten Göttern und Traditionen festhielten. Die Autorin zeigt hautnah, wie sehr die einfache Bevölkerung unter den Plünderungen, den grausamen Strafen und den ständigen Vergeltungsschlägen litt und wie wertlos ein Menschenleben in diesem blutigen Konflikt oft war.
Auch die Darstellung von Karl dem Großen hat mir sehr gut gefallen. Er wird angenehm ambivalent gezeichnet: Als weitsichtiger Herrscher, aber eben auch als unerbittlicher Kriegsherr. Und er ist in der Geschichte stets spürbar präsent, ohne die eigentliche Handlung zu erdrücken.
Ein weiteres emotionales Thema war für mich das Schicksal, das Aldana mit ihrem zweitem Ehemann erfuhr: Es führt uns die schreckliche Rechtlosigkeit der Frauen in dieser Epoche sehr real und ungeschönt vor Augen.

Trotz der anfänglichen leichten Schwierigkeiten hat mich das Buch absolut mitgerissen. Aldana ist mir mit all ihren modernen Facetten schlussendlich so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie und auch die anderen Figuren nach dem Lesen der letzten Seite richtig vermisse.

Herzlichen Dank für das spannende und lehrreiche Leseerlebnis und das vorzeitige Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Das Mündel des Königs“ von Beatrice Braun ist ein glänzend erzählter historischer Roman, der in einer brutalen Zeit spielt und doch zeigt, dass es damals Liebe, Freundschaften und Hoffnung gegeben haben muss. Ein süffiges, fesselndes Leseerlebnis für alle, die große Gefühle vor einer dramatischen, historischen Kulisse suchen. Lesenswert!

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„Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“

von Bettina Lausen

Werbung*

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 31. Juli 2026
Verlag: between pages Piper
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-492-50939-8
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 18,00€ (Taschenbuch), 06,99€ (eBook)
Reihe: „Neue Zeiten auf der Kö“ 03/03

Klappentext:
„1954 lebt Grace in einem Londoner Arbeiterviertel und arbeitet als Kellnerin, doch in ihrer Fantasie entstehen elegante Kleider. Als ihre Freundin Zuria sie zur Hochzeit nach Düsseldorf einlädt, verbietet ihr Vater die Reise – zu groß ist sein Hass auf die Deutschen, die ihm im Krieg den Sohn nahmen. Trotzdem folgt Grace ihrem Freiheitsdrang und dem Wunsch, die Heimat ihrer Großmutter kennenzulernen. In Düsseldorf lernt sie den charmanten Schneider Luciano kennen. Zwischen ihnen entsteht eine leise Liebe und die Idee, gemeinsam eine Modemarke zu gründen. Grace wagt ein neues Leben in Deutschland, doch als ihre Modenschau scheitert und Zukunft und Beziehung zu zerbrechen drohen, muss sie entscheiden, ob sie zu hoch hinauswollte – oder endlich über sich hinauswächst.“

Homepage:
https://www.piper.de/buecher/neue-zeiten-auf-der-koe-die-designerin-isbn-978-3-492-50939-8

https://www.bettinalausen.de/bücher-1/

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Piper Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem Roman „Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“ entführt uns Bettina Lausen in das quirlige Düsseldorf der Wirtschaftswunderzeit und erzählt eine mitreißende Geschichte über Emanzipation, Mode und die Kraft des Neuanfangs im Jahr 1954.

Es ist nach „Die Journalistin“ und „Die Fotografin“ der dritte Band der starken und packenden Reihe „Neue Zeiten auf der Kö“, die ich einfach unglaublich gerne gelesen habe.
Vorweg sei gesagt: Es ist nicht zwingend erforderlich, dass man die ersten beiden Bände kennt, um der Handlung zu folgen. Dennoch ist es für treue Leser und Leserinnen wunderschön, die vielen liebgewonnenen Figuren wiederzutreffen und ihre Entwicklung weiterzuverfolgen. Alle bekannten Charaktere haben sich wunderbar weiterentwickelt und es hat mir eine große Freude bereitet, erneut Zeit mit ihnen zu verbringen und sie auf ihrem weiteren Lebensweg zu begleiten.
Gleichzeitig haben sich auch die beiden neuen Hauptfiguren in mein Herz geschlichen: Grace mochte ich von der ersten Seite an mit ihrer ehrlichen und lebensechten Art. Ihr Kampf um ihren Platz im Leben und für ihre Träume ist absolut greifbar. Der charmante Schneider Luciano war für mich anfangs zwar etwas schwerer zu fassen, aber auch ihn habe ich schnell sehr liebgewonnen.

Besonders begeistert hat mich die dichte und einnehmende Atmosphäre der Geschichte, die mich sofort wieder komplett mitgenommen hat. Bettina Lausen arbeitet hier mit faszinierenden Kontrasten: Auf der einen Seite das ärmliche, triste Leben von Grace im engen Londoner Elternhaus. Eine Enge, die sowohl wohnlich als auch emotional durch den tiefen Kriegshass ihres Vaters auf die Deutschen spürbar ist. Auf der anderen Seite das quirlige, freie Leben in Düsseldorf. Obwohl im Stadtbild des Jahres 1954 noch immer die Ruinen des Zweiten Weltkriegs zu sehen sind, pulsiert hier bereits der Aufbruchsgeist rund um die berühmte Modemeile der Königsallee.
Die Handlung selbst hat mich emotional völlig gefesselt. Als Graces große Modenschau scheitert und ihre Zukunft sowie die leise Liebe zu Luciano zu zerbrechen drohen, habe ich absolut mitgefiebert und mitgelitten. Die dramatischen Wendungen sind packend erzählt und ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen.
Für mich zeigt diese Geschichte auf wunderschöne Weise, wie wichtig es ist, mutig für seine eigenen Träume und Ziele zu kämpfen. Gleichzeitig erinnert uns die Geschichte daran, dass wir solche Wege nicht alleine gehen müssen. Denn die Familie und der bedingungslose Zusammenhalt im Freundeskreis sind am Ende das, was uns trägt.
Ganz herzlichen Dank für die wunderbaren Lesestunden und das vorzeitige Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der Roman „Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“ von Bettina Lausen ist ein atmosphärisch dichter, emotional tiefgründiger und rundum gelungener Finalband, den ich euch absolut weiterempfehlen kann. Obwohl … vielleicht geht es ja mit einem vierten Band weiter? 

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„Schlosshotel Fuschl“

von Caren Benedikt

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juli (eBook), 15. Juli (Paperback)
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3764508524
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Ein malerisch gelegenes Hotel. Eine Besitzerin, die um ihre Existenz kämpft. Und eine Familie voller abgrundtiefer Geheimnisse.
Salzburger Land, Sommer 1955: Theresa von Reuschenberg, Hotelière mit Herz und Vision, steht vor dem Chaos. Die Festspiele laufen, »Sissi« wird gedreht, die High Society geht bei ihr ein und aus – und plötzlich taucht ihr tot geglaubter Bruder Benedikt auf. Gezeichnet von der Kriegsgefangenschaft, fordert er seinen Anteil am Familienerbe. Während Theresa von finanziellen Schwierigkeiten geplagt um ihre Hotels kämpft, droht Benedikt, alles zu zerstören. Doch Theresa lässt sich ihre Liebe und Leidenschaft nicht nehmen und tut alles, um ihre Hotels, vor allem aber ihre Familie, beisammenzuhalten.“


Homepage:
https://petra-mattfeldt.de/schlosshotel-fuschl/ (Homepage Autorin)
https://www.penguin.de/buecher/caren-benedikt-schlosshotel-fuschl/paperback/9783764508524
(Homepage Verlag)

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
Das eBook habe ich mir selbst gekauft.
– Da diese Rezension Links zur Homepage der Autorin und des Verlages enthält, kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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In ihrem fesselnden Roman „Schlosshotel Fuschl“ entführt uns die Autorin Caren Benedikt in das glanzvolle Salzburger Land des Jahres 1955 und verwebt dort eine packende Hotel- und Familiensaga mit den Schatten der Nachkriegszeit.

Die Geschichte nimmt uns mit in das Salzburger Land des Sommers 1955: Die Salzburger Festspiele laufen, die High Society feiert und der legendäre „Sissi“-Film mit Romy Schneider wird gerade gedreht. Caren Benedikt schafft es meisterhaft, eine extrem dichte Atmosphäre zu erzeugen. Man spürt beim Lesen förmlich die Aufbruchstimmung und den schillernden Glanz dieser Epoche.
Doch das Buch ist weit mehr als nur eine glamouröse Kulisse. Durch das plötzliche Auftauchen von Theresas tot geglaubtem Bruder Benedikt, der gezeichnet aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt, wird die schillernde Fassade durchbrochen. Die Autorin zeigt eindringlich, dass die Schrecken des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1955 noch lange nicht vergessen waren. Dieser Kontrast zwischen dem neuen Luxus und den tiefen, nachwirkenden Wunden der Vergangenheit verleiht dem Roman eine enorme emotionale Tiefe.

Die Hauptfigur Theresa von Reuschenberg ist eine faszinierende Persönlichkeit. Zu Beginn war sie für mich zwar etwas schwer zu greifen, doch im Laufe der Handlung ist sie mir absolut ans Herz gewachsen. Ihr Kampf um ihre Hotels, ihre finanziellen Sorgen und vor allem ihr Wille, die Familie trotz Benedikts Forderungen zusammenzuhalten, haben mich tief berührt. Ich konnte in jeder Sekunde mit ihr mitfühlen.
Als treuer Fan von Caren Benedikt wurde ich auch dieses Mal nicht enttäuscht: Mit ihrem gewohnt detaillierten, farbenfrohen und lebendigen Sprachstil gehört sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Bei „Schlosshotel Fuschl“ gab es für mich keine Sekunde Langeweile, die Seiten flogen beim Lesen einfach nur so dahin. Danke für dieses großartige Leseerlebnis. 

Fazit: Das Buch „Schlosshotel Fuschl“ von Caren Benedikt ist ein absolut packender Roman, den ich allen Leserinnen und Lesern weiterempfehlen möchte, die Geschichten über Hotels, tiefgründige Familiensagas und lebendig erzählte Geschichte lieben. Sehr lesenswert. 

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„Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“

von Astrid Lehmann

*Werbung

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 08. Juli 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3839281161
Seitenanzahl: 288 Seiten
Preise: 17,00€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)

Klappentext:
„Bretagne, Gegenwart. Die achtzigjährige Alice ist so rau wie die bretonische Küste und am liebsten allein mit ihrer Hündin Marguerite. Doch in ihr tobt ein Sturm. Lange schon hütet sie ein dunkles Geheimnis. Als die Schatten ihrer Geschichte sie einholen, beginnt eine Reise zurück in den Schwarzwald – und vielleicht auch zu sich selbst. Schwarzwald, 1942. Elsa, eine tüchtige Magd, lernt beim Tanz den älteren Soldaten Heinrich kennen. Bereits beim nächsten Heimaturlaub läuten die Hochzeitsglocken, dann verliert sich von Heinrich jede Spur im Krieg. Beim französischen Soldaten Antoine findet Elsa Trost. Doch hat ihre Liebe Zukunft?“

Homepage:
https://astridlehmann.de/index.php/buecher

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/und-der-wind-steht-still.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, der Verlinkung zur Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem Roman „Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“ erzählt Astrid Lehmann ein bewegendes historisches Drama, das eine verbotene Liebe im Jahr 1942 mit einer familiären Spurensuche in der Gegenwart verknüpft und dabei ein wichtiges, oft tabuisiertes Stück deutsch-französischer Geschichte in den Mittelpunkt stellt.

Der Roman verwebt meisterhaft zwei Zeitebenen miteinander. In der Gegenwart begegnen wir der achtzigjährigen Alice an der rauen bretonischen Küste, in deren Innerem ein düsteres Geheimnis tobt. In der Vergangenheit, mitten im Kriegsjahr 1942, erleben wir die Magd Elsa im Schwarzwald, die nach dem Verschwinden ihres Ehemanns Trost beim französischen Soldaten Antoine sucht – eine Liebe, die in Zeiten des Krieges eigentlich nicht existieren darf.

Für mich ist es unmöglich zu entscheiden, welcher der beiden Handlungssträngen mich mehr begeistern konnte. Die Schicksale von Elsa und Alice sind so untrennbar miteinander verwoben, dass die Geschichte erst durch diese Verbindung ihre volle emotionale Wucht entfaltet. Während ich Elsa in der Vergangenheit sehr tief kennenlernen durfte, hat mich Alices Weg im Hier und Jetzt ebenso intensiv im Herzen berührt. Es wird deutlich, wie die Traumata der Vorfahren in den nachfolgenden Generationen nachwirken.
Die bedrohliche Atmosphäre des Zweiten Weltkriegs verleiht der heimlichen Liebe zwischen Elsa und Antoine eine ungemeine Tragik. Diese Beziehung stand unter ständiger Lebensgefahr, was jede Annäherung umso intensiver und herzzerreißender macht. Doch das Buch blickt noch weiter: Es beleuchtet schonungslos, wie grausam die unmittelbare Nachkriegszeit war, insbesondere für viele Frauen, die zwischen die Fronten verfeindeter Nationen gerieten, und für die sogenannten „Besatzungskinder“. Astrid Lehmann bricht hier feinfühlig, aber bestimmt das Schweigen über Themen, die viel zu lange tabuisiert wurden.
Die Schauplätze sind absolut stimmig gewählt und spiegeln die innere Zerrissenheit der Protagonistinnen perfekt wider. Die stürmische Bretagne steht für Alices inneren Aufruhr, während der mystische Schwarzwald Elsas Heimat darstellt. Da das Buch teilweise auch in Freiburg spielt, war das Lesen für mich zusätzlich eine ganz besondere, magische Zeitreise in die Vergangenheit meiner eigenen Heimatstadt. Durch die detaillierten Beschreibungen hatte ich die vertrauten Straßen sofort vor Augen, was die Geschichte für mich noch realer und greifbarer gemacht hat.
Astrid Lehmanns Schreibstil ist einfach wunderschön: Ungemein detailliert, bildhaft und doch kurzweilig und sehr poetisch. Sie schafft es, historische Fakten mit großen Gefühlen zu verknüpfen, ohne jemals in Kitsch abzudriften. Die wichtigste Botschaft, die ich nach der letzten Seite für mich mitnehme, ist, wie existenziell wichtig es für einen Menschen ist, seine eigenen Wurzeln zu kennen, um Frieden mit sich selbst zu schließen. 

Danke für dieses großartige Leseerlebnis und auch herzliches Dankeschön an den Gmeiner-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der Roman „Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“ von Astrid Lehmann ist ein emotionales Buch, das mich zu Tränen gerührt und zum Nachdenken anregt hat und mit Sicherheit noch sehr lange nachklingen wird. Sehr lesenswert. 

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