„Im Jahr der Waldblüte“

von Bettina Seidl

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. März 2026
Verlag: dtv
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-423-22115-3
Seitenanzahl: 464 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„In den Bergen ist Freiheit
Alle sieben Jahre blüht der Wald. So auch 1940 bei der Geburt von Babette Koller in einem Bergbauernhof oberhalb von Berchtesgaden. Seitdem ist ihr Leben eng mit dem Rhythmus der Natur verbunden. 
Immer wenn der Wald blüht, nimmt Babettes Leben eine entscheidende Wende.
Von der Mutter gedrängt, heiratet sie mit 21 in eine angesehene Familie, obwohl sie einen anderen liebt. Nur ihrer kleinen Tochter Anna zuliebe fügt sie sich 14 Jahre in eine Ehe, die ihr kaum Freiraum lässt. Ganz anders ihre Schulfreundin Burgi, die früh der Enge ihres Elternhauses entflieht und ihrem Drang nach Freiheit unbeirrt folgt. Beide Frauen zahlen einen hohen Preis, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aber sie gehen konsequent ihren Weg.
Zwei ergreifende Frauenschicksale.
Ein uraltes Handwerk.
Ein Leben im Einklang mit der Natur.


Homepage:
https://www.dtv.de/buch/im-jahr-der-waldbluete-22115

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Im Jahr der Waldblüte“ von Bettina Seidl ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt und eine emotionale Geschichte über eine lebenslange Freundschaft und der Suche nach persönlicher Freiheit erzählt.

„Alles in meinem Leben hat genau zu diesem Moment geführt, dachte Babette zufrieden.“

[Seite 78, Kapitel 11]

Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich diese emotionale Geschichte vollkommen in ihren Bann gezogen und mich tief berührt und gleichzeitig fasziniert zurückgelassen. Es ist eines dieser Bücher, von denen ich weiß, dass die Figuren noch lange einen festen Platz in meinem Herzen behalten werden.
Im Zentrum der Geschichte stehen Babette und ihre Schulfreundin Burgi: Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Babette, die ich ab der ersten Seite ins Herz geschlossen habe, verkörpert eine beeindruckende stille Stärke. Geboren 1940 auf einem Bergbauernhof bei Berchtesgaden, ist ihr Leben von Anfang an untrennbar mit dem Rhythmus der Natur verwoben. Ihr Weg führt sie in eine traditionelle, beengende Ehe, in der sie sich nur ihrer Tochter Anna zuliebe fügt.
Burgi hingegen war für mich ein Charakter, dem ich mich erst langsam annähern musste. Doch gerade diese anfängliche Distanz machte ihre Entwicklung umso spannender. Sie bildet das notwendige, fast rebellische Gegengewicht zu Babettes eher traditionellem Leben und zeigt uns, welchen Preis Frauen zahlen mussten, um aus der Enge ihres Elternhauses auszubrechen.
Es spielen noch einige weitere Figuren große und kleine Rollen. Sie alle konnten mich mit ihren interessanten Lebensgeschichten und ihren starken Zeichnungen überzeugen und sie bilden ein sehr authentisches Bild der Gesellschaft von damals und heute ab.

Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist die atmosphärische und einnehmende Dichte. Die seltene Waldblüte ist hier nicht nur eine Kulisse, sondern ein schicksalhafter Taktgeber. Immer wenn der Wald blüht, nimmt Babettes Leben eine entscheidende Wende. Bettina Seidl schafft es meisterhaft, diese Naturverbundenheit so greifbar zu beschreiben, dass die Geschichte etwas fast schon Magisches bekommt, ohne dass diese dabei an Bodenhaftung verliert.
Ich möchte nicht zu viel verraten, um niemandem die wunderbare Leseerfahrung zu nehmen, aber es gab Momente, in denen ich die Tränen kaum zurückhalten konnte. Die Schicksalsschläge sind so unmittelbar und echt erzählt, dass ich den hohen Preis, den beide Frauen für ihre Selbstbestimmung zahlen, körperlich spüren konnte. Besonders beeindruckt hat mich dabei das Zusammenspiel der zwei Erzählebenen. Auch wenn mir im Laufe der Lektüre immer klarer wurde, wie die Fäden zusammenlaufen, konnte ich das Buch gerade zum Ende hin kaum noch aus der Hand legen.

„Selber über das eigene Leben zu entscheiden, das hatte sie gelernt, war das höchste Gut, das es in einem Menschenleben gab.“

[Seite 94, Kapitel 14]

Danke für dieses großartige und unvergessliche Leseerlebnis. 

Fazit: Der Roman „Im Jahr der Waldblüte“ von Bettina Seidl ist eine Hommage an die tiefe Verbindung zur Natur, das unschätzbare Glück eine beste Freundin zu haben und die Erkenntnis, dass unsere Vergangenheit uns immer begleitet. Alles, was passiert ist, formt uns zu den Menschen, die wir heute sind. Für mich ist diese wundervoll erzählte Geschichte ein absolutes Jahreshighlight. Unbedingt lesen.

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„Die Bücherfrauen von Listland – Der Duft des Strandhafers“

von Gabriella Engelmann

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 02. März 2026
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3426525081
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preise: 12,99€ (Taschenbuch), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Die Bücherfrauen von Listland“ Band 02/02

Klappentext:
„Es ist Spätsommer, als Journalistin Anna März nach Sylt zurückkehrt, um der 85-jährigen Fenja Lorenzen bei der Suche nach ihrer Schwester Martje zu helfen. Denn nach einer Sturmnacht im Jahr 1958 verliert sich jede Spur von ihr. Anna ahnt nicht, dass Martje sich damals in den charismatischen Strandpiraten Hark verliebt hatte und sich nach einem Schiffsunglück auf die Insel Amrum retten konnte. Fenja dagegen scheint mehr über Martjes Verschwinden zu wissen, als sie bereit ist zuzugeben. Je tiefer Anna gräbt, desto klarer wird, wie kompliziert das Verhältnis der Schwestern gewesen sein muss, die sich als Kinder abgöttisch liebten, bevor das Schicksal sie auseinanderriss. Und da ist auch noch Eric, für den Annas Herz nach wie vor schlägt …“

Homepage:
https://gabriella-engelmann.de/der_Duft_des_Strandhafers.html

https://www.droemer-knaur.de/buch/gabriella-engelmann-die-buecherfrauen-von-listland-der-duft-des-strandhafers-9783426525081

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Nachdem ich den ersten Teil („Der Gesang der Seeschwalben“) der Buchreihe „Die Bücherfrauen von Listland“ von Gabriella Engelmann mit so großer Begeisterung gelesen hatte, musste ich einfach sofort den zweiten Band „Der Duft des Strandhafers“ lesen.

Und was soll ich sagen? Gabriella Engelmann hat mich mit ihrer Geschichte erneut vollkommen in ihren Bann gezogen.
Das Lesen fühlte sich für mich wie ein „Nach-Hause-Kommen“ an. Da ich die meisten Figuren und die malerische Kulisse von Sylt bereits aus dem ersten Band kannte, war ich sofort wieder mittendrin im Geschehen. Doch dieser zweite Teil bietet so viel mehr als nur Inselfeeling: Es ist eine hochemotionale Reise zwischen zwei Zeitebenen.
Während mich die Gegenwart rund um die Journalistin Anna März warm empfangen hat, hat mich der historische Strang um das Jahr 1958 emotional tief erschüttert. Ich habe so sehr mit Martje gelitten, die ihr Herz an den Strandpiraten Hark verliert und nach einer dramatischen Nacht völlig allein auf Amrum strandet. Gleichzeitig ist da in der Gegenwart die 85-jährige Fenja, deren Geheimnisse Schicht um Schicht freigelegt werden. Diese Mischung aus dem gemütlichen Wohlfühlfaktor und einer fast greifbaren, dramatischen Spannung hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen.
Besonders beeindruckt hat mich das Zusammenspiel der vielen unterschiedlichen Frauenfiguren. Obwohl sie alle ihre eigene Geschichte und ihre Ecken und Kanten haben, verbindet sie so viel. Allen voran dieser ganz besondere Zauber von Büchern und die Liebe zum Lesen, was Gabriella Engelmann so wunderbar in Worte fasst und zu einem zentralen Punkt der Geschichte macht.
Am Ende fügt sich alles so stimmig und feinfühlig zusammen, dass ich tatsächlich Tränen in den Augen hatte. Was für mich nach dem Lesen der letzten Seite bleibt, sind diese kraftvollen Botschaften: Die Liebe zwischen Schwestern ist unzerstörbar, die Wahrheit hat eine heilende Kraft und es ist schlichtweg nie zu spät, um nach Hause zu kommen.

„Wieso konnte man einander nicht einfach vertrauen, die Wahrheit sagen und damit all die Fragen beantworten, die unbeantwortet in den Köpfen jener umhergeisterten, die nach Antworten suchten und sich unweigerlich irgendwann ihre eigenen zurechtspannen.“

[Kapitel 18]

Danke für dieses erneut unvergessliche und mitreißende Leseerlebnis.

Fazit: Der zweite Band „Der Duft des Strandhafers“ von Gabriella Engelmann ist ein tief berührendes Leseerlebnis, das mit Sicherheit noch lange in mir nachklingen wird. Dazu ist es eine absolut gelungene Fortsetzung und gleichzeitig der wunderbare Abschluss einer lesenswerten und unvergesslichen Buchreihe.

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„Die Bücherfrauen von Listland – Der Gesang der Seeschwalben“

von Gabriella Engelmann

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 03. März 2025
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3426525074
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 12,99€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Bücherfrauen von Listland“ Band 01/02

Klappentext:
„Die 55-jährige Journalistin und Podcasterin Anna reist für das Schreiben eines Beitrags über die 85-jährige Bücherfrau Fenja Lorenzen an den abgelegenen Lister Ellenbogen. Im reetgedeckten Haus der alten Dame trifft Anna allerdings nur deren Tochter Elisa an. Als ein heftiges Gewitter die antiquarischen Buchschätze bedroht, die Fenja auf dem Dachboden hortet, packen die Frauen gemeinsam an. Dabei fällt Anna ein alter Gedichtband in die Hände, der als Versteck für einen Samtbeutel und eine silberne Dose dient. Ehe sie es sich versieht, wird Anna mit Geheimnissen aus der Vergangenheit konfrontiert, die bis in die Gegenwart reichen. Denn Fenja hatte eine Schwester, die von einem Tag auf den anderen spurlos verschwand – genau wie Fenja jetzt …“

Homepage:
https://gabriella-engelmann.de/der_Gesang_der_Seeschwalben.html

https://www.droemer-knaur.de/buch/gabriella-engelmann-die-buecherfrauen-von-listland-der-gesang-der-seeschwalben-9783426525074

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Der Roman „Der Gesang der Seeschwalben“ von Gabriella Engelmann ist der Auftakt der Reihe „Die Bücherfrauen von Listland“ und erzählt eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und Vergangenheit und Gegenwart auf eine sehr berührende Weise miteinander verknüpft. 

Im Mittelpunkt steht die 55-jährige Journalistin Anna, ein Charakter, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat. Es ist die perfekte Mischung aus ihrer beruflichen Neugier als Podcasterin und Autorin und ihrer tiefen Empathie, mit der sie sich in die geheimnisvolle Welt der 85-jährigen Fenja und deren Tochter Elisa einfühlt. Der Kontrast zwischen moderner Medienwelt und den antiquarischen Buchschätzen auf dem Dachboden verleiht der Geschichte einen ganz besonderen Reiz.
Außerdem ist die Dynamik zwischen den drei Frauengenerationen absolut gelungen und sehr mitreißend dargestellt.
Was diesen Roman für mich ganz besonders macht, ist die allgegenwärtige Liebe zu Büchern und zum Lesen. Als absolute Buchliebhaberin ging mir bei den Beschreibungen der alten Buchschätze und dem Abtauchen in Geschichten regelmäßig das Herz auf. Diese Leidenschaft bildet das emotionale Fundament der Geschichte und verbindet die Generationen auf wunderbare Weise.
Besonders mitreißend fand ich das Rätsel um Fenjas spurlos verschwundene Schwester. Da dieses Rätsel zum Ende des Buches nicht gelöst wird, bleibt es spannend, wie es im zweiten Band weitergehen wird.
Außerdem verwebt die Autorin in dem Erzählstrang der in der Vergangenheit spielt, das persönliche Schicksal der Familie geschickt mit den dunklen Kapiteln der Judenverfolgung, dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Diese historischen Hintergründe geben der Geschichte ordentlich Gewicht und machen die Suche nach der Wahrheit in der Gegenwart umso dringlicher.
Obwohl ich selbst noch nie auf Sylt war, hat Gabriella Engelmann die Umgebung so bildhaft beschrieben, dass ich das Rauschen des Meeres hören und den salzigen Wind in meinen Haaren spüren konnte. Die detaillierte, kurzweilige Sprache baut ab der ersten Zeile eine sehr einnehmende Atmosphäre auf. Ich war sofort in der Geschichte angekommen und konnte und wollte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen.
 
Danke für dieses absolut gelungene und mitreißende Leseerlebnis. 

Fazit: „Der Gesang der Seeschwalben“ von Gabriella Engelmann ist ein wunderbarer Wohlfühlroman mit Tiefgang und einer ordentlichen Portion Spannung. Ich bin so begeistert von diesem ersten „Kennenlernen“ mit Gabriella Engelmann dass ich direkt den zweiten Band lesen werde … und ich bin so gespannt, wie es weitergeht. Sehr lesenswert. 

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„Leas Spuren“

von Bettina Storks

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2019
Verlag: Diana (Heyne)
Ausgabe: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3453360464
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 10,99€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Paris 2016: Ein lukratives Erbe winkt der Stuttgarter Historikerin Marie und dem französischen Journalisten Nicolas, wenn sie eine schwierige Aufgabe lösen: Gemeinsam sollen sie ein lang verschollenes Gemälde finden und es den möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie zurückgeben. Ihre Suche führt sie nicht nur in die Wirren des Zweiten Weltkriegs und an die Abgründe der Besatzungszeit, sondern wird rasch zu einem atemlosen Ringen mit der Vergangenheit ihrer Familien. Im Dickicht des Kunstraubs der Nazis muss sich Marie einem schrecklichen Geheimnis stellen – und bald auch ihren Gefühlen für Nicolas.Dramatisch, atmosphärisch und hoch spannend – mit großer Erzählkunst verwebt Bettina Storks reale Begebenheiten und Fiktion.“

Homepage:
https://www.bettinastorks.de

https://www.penguin.de/buecher/bettina-storks-leas-spuren/taschenbuch/9783453360464

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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In ihrem Roman „Leas Spuren“ entführt Bettina Storks ihre Leser und Leserinnen auf eine hochemotionale Reise zwischen dem modernen Paris von 2016 und den düsteren Jahren der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Was als Suche nach einem verschollenen Gemälde beginnt, entwickelt sich schnell zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit Schuld, Verantwortung und der heilenden Kraft der Wahrheit.

„Sie würde in die Anfänge zurückgehen müssen, dorthin, wo alles begann. Sie würde Charlottes Leben erforschen. Mit dem Blick einer Wissenschaftlerin und dem Herzen einer Angehörigen. In den Keller der Familienarchive hinabsteigen und ihre Geschichte freischaufeln.“

[Seite 69, Kapitel 6]

Die Geschichte besticht durch ihre meisterhafte Konstruktion: Zunächst scheinen die Ereignisse in der Vergangenheit und die moderne Recherche der Stuttgarter Historikerin Marie sowie des Journalisten Nicolas nur lose miteinander verbunden. Doch Bettina Storks versteht es glänzend, diese Fäden im Laufe der Handlung immer enger zu einer eindrücklichen Geschichte zu verweben.
Besonders beeindruckend ist die atmosphärische Darstellung von Paris. Während die Stadt in den Jahren 2016/2017 als Sehnsuchtsort voller Leichtigkeit und Lebensfreude geschildert wird, wirkt das Paris der Besatzungszeit unter der deutschen Herrschaft bedrückend und düster. Dieser Kontrast machte die Tragweite der historischen Ereignisse für mich spürbar.
Trotz der schweren Thematik des Kunstraubs, der Judenverfolgung und Deportation gelingt es der Autorin, Lichtblicke in die Erzählung einzubauen. Die Liebesgeschichten – sowohl zwischen Marie und Nicolas in der Gegenwart als auch zwischen Charlotte und Victor in der Vergangenheit – sind feinfühlig und absolut glaubwürdig gezeichnet. Es ist dieses typische „Storks-Knistern“, das bereits früh spürbar ist und die Leser und Leserinnen hoffen lässt, dass die Liebe auch in Zeiten größter Not bestehen kann.

Ein zentraler Punkt des Buches ist die fundierte Aufarbeitung des NS-Kunstraubs. Für Leser/ Leserinnen, die sich bisher wenig mit dem „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ beschäftigt haben, eröffnet der Roman erschütternde Einblicke in die systematische Plünderung jüdischen Eigentums. „Leas Spuren“ macht deutlich, dass es beim Kunstraub nicht nur um materielle Werte ging, sondern um den Versuch, die Identität und Geschichte ganzer Familien auszulöschen. Die fiktive Suche nach Lea und ihrem Gemälde wird so zum Mahnmal für die realen Opfer dieser Zeit.

„Historische Fakten waren eine Sache. Den Namen der eigenen Familie auf einem Originaldokument der Nazis zu sehen, eine andere.“

[Seite 37, Kapitel 3]

Bettina Storks hat mit dieser beeindruckenden Geschichte einmal mehr bewiesen, warum sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört – was für eine besondere und große Erzählerin. Es ist eine Geschichte, die ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde. Danke für dieses emotionale und mitreißende Leseerlebnis.

Fazit: Das Buch „Leas Spuren“ ist mehr als ein historischer Roman – es ist ein Plädoyer für das Erinnern. Bettina Storks verbindet akribische historische Recherche mit einer tief bewegenden Familiengeschichte. Wer Bücher liebt, die Herz und Verstand gleichermaßen fordern und die zeigen, wie sehr unsere Gegenwart in der Vergangenheit verwurzelt ist, wird dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen können. Absolut empfehlenswert!

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„Die Chemie der Liebe“

von Hannah Hope

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. August 2024
Verlag: SP
Ausgabe: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 979-8335877749
Seitenanzahl: 313 Seiten
Preise: 11,99€ (Taschenbuch), 2,99€ (eBook)

Klappentext:
„Als Rosa 1955 nach Heidelberg kommt, gibt sie sich zunächst mit ihrem Schicksal als Wäscherin für wohlhabende Familien zufrieden. Doch ihr Herz schlägt für etwas ganz anderes: ihre heimliche Liebe zu Hannes und der Chemie.
Jahrzehnte später macht ihre Enkelin Chiara eine bahnbrechende Entdeckung, die sie als „die Chemie der Liebe“ bezeichnet.
Bald wird jedoch klar, dass Chiaras Forschung nicht nur das Interesse seriöser Wissenschaftler weckt, sondern auch dunkle Machenschaften anzieht. Während sie sich um ihre Großmutter Rosa kümmert, offenbart diese ihre lang gehütete Vergangenheit, die Chiara auf die Spur einer verborgenen Familiengeschichte führt.
In einem Wettlauf gegen die Zeit muss Chiara nicht nur das Geheimnis ihrer Familie lüften, sondern auch ihre Entdeckung vor falschen Händen schützen, bevor es zu spät ist.“


Homepage/ Kontakt:
https://www.instagram.com/mimij.poppersen/?hl=de

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Die Chemie der Liebe“ von Hannah Hope ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen eine ergreifende Familiengeschichte erzählt und größtenteils in Heidelberg spielt.

„Sie erkannte, dass der Lauf der Lebens oft darin bestand, dass neue Leben begannen, während andere endeten. Es war ein ständiger Wechsel von Freude und Verlust, der den Fluss des Lebens bestimmte.“

[Kapitel 47]

Nachdem mich Hannah Hope bereits mit ihren beiden Reihen „Geheimnisse der Brandung“ und „Die Nordseeschwestern“ absolut begeistert hat, war ich sehr gespannt auf das Buch „Die Chemie der Liebe“. Ich mag Geschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen und so Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden. Und eines schon mal vorweg: Ich wurde von dieser wunderbaren Geschichte nicht enttäuscht: Es ist eines dieser seltenen Bücher, die einen nicht nur unterhalten, sondern tief im Inneren berühren und noch lange nachklingen.

Was mich an dieser Geschichte am meisten bewegt hat, ist die tiefe, beinahe greifbare Verbindung zwischen Rosa und ihrer Enkelin Chiara. Die Autorin verwebt die beiden Erzählebenen meisterhaft. Es ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern ein Zeugnis von gegenseitigem Respekt und bedingungsloser Liebe. Besonders berührend fand ich, wie Chiara in einer schwierigen Zeit ganz selbstverständlich für ihre Großmutter da ist. Diese Loyalität, die keine großen Worte braucht, bildet das emotionale Rückgrat des Romans.
Der historische Teil im Heidelberg der 1950er Jahre hat mich tief beeindruckt. Hannah Hope gelingt es hervorragend, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Ich habe richtig mit Rosa mitgefühlt: Diese innere Zerrissenheit zwischen dem Pflichtgefühl gegenüber ihren Eltern und ihrem brennenden Wunsch nach Freiheit und einem Chemiestudium war für mich absolut greifbar. Es macht deutlich, welche Hürden Frauen damals überwinden mussten, um ihren eigenen Weg zu gehen.
Obwohl die Geschichte von großen Gefühlen lebt, kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Die Entdeckung der „Chemie der Liebe“ durch Chiara und die damit verbundenen dunklen Machenschaften bringen einen Thriller-Aspekt ein, der sich wunderbar in die Handlung einfügt. Dieser nimmt nicht überhand, sorgt aber dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Es ist eine perfekte Balance zwischen den leisen, emotionalen Momenten der Vergangenheit und dem Wettlauf gegen die Zeit in der Gegenwart.

Danke für dieses wunderbare und stimmige Lesevergnügen. Und eines ist für mich nach der Lektüre klar: Ich möchte unbedingt in nächster Zeit Heidelberg besuchen – ein absoluter Sehnsuchtsort.

„Die Erinnerungen an die Zeit, die sie hier verbracht hatte, kehrten lebhaft zurück. Sie kannte jede Ecke dieses Hauses. Der Blick auf den Garten und das Schloss ließen sie kurz in einem Moment der Nostalgie innehalten.“

[Kapitel 41]

Fazit: „Die Chemie der Liebe“ von Hannah Hope ist für mich mehr als nur ein Roman. Es ist ein Plädoyer für den Mut, für seine Träume zu kämpfen, eine Erinnerung an die Kraft der Vergebung und die Erkenntnis, dass Liebe tatsächlich eine ganz eigene, unbezwingbare Chemie besitzt. Ich bin wirklich glücklich, Chiara und Rosa auf ihrem Weg begleitet zu haben. Absolut empfehlenswert!

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„Mein Herz bei ihnen“

von Rosina Grün

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 30. August 2025
Verlag: BoD
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3819233968 (Taschenbuch)
Seitenanzahl: 376 Seiten (Taschenbuch), 355 Seiten (eBook)
Preis: 04,99€ (eBook)
Reihe: „Mein Herz“ 02/02

Homepage:
https://www.rosinagruen.com

Klappentext:
„Fünf Jahrzehnte sind vergangen, seit Betty einst nach San Francisco zurückgekehrt war, um dort auf Emma zu warten – vergeblich. Doch nun erreicht sie eine Nachricht, die sie noch einmal nach Norwegen führt, dorthin, wo alles begann.
San Francisco, 1966: Emmas Treuebruch stürzt Betty in eine tiefe Krise. Doch die kalifornische Metropole entwickelt sich in den späten 1960er-Jahren zum schillernden Zentrum der Gegenkultur. Dort begegnet Betty Menschen, die wie sie an Freiheit glauben und an das Recht auf Liebe. Sie findet Halt, neue Freunde – und allmählich auch zurück zu sich selbst und ihrem Traum, in der Modewelt Fuß zu fassen.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als vorzeitiges Rezensionsexemplar (eBook) von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung der Homepage der Autorin muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Mein Herz bei ihnen“ von Rosina Grün ist der zweite Band der Buchreihe „Mein Herz“ und entführt in die spannende und turbulente Atmosphäre der 1960er Jahre in San Francisco.

»Ich habe euch doch erzählt, wie weh es damals getan hat. Wie ich all die Jahre gebraucht habe, um mich von allem zu erholen. Und dann … stellst du mich einfach wieder davor, ohne zu fragen. Ohne mir die Wahl zu lassen.«

[Kapitel 2]

Eine unerwartete Nachricht von Emmas Enkelin Mayla führt Betty nach über fünf Jahrzehnten nach dem Ende ihrer Liebe zu Emma noch einmal an den Ort zurück, an dem alles begann: Nach Norwegen.
Hier wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, doch die Erinnerungen an San Francisco in den späten 1960er Jahren bleiben lebendig. Es war eine Zeit, in der die Stadt zum Zentrum der Gegenkultur wurde und Betty neue Hoffnung und eine neue Liebe fand.

Nachdem ich im Dezember 2024 den ersten Band „Mein Herz bei ihr“ mit großer Begeisterung gelesen habe, freute ich mich schon sehr auf die Fortsetzung, da nach der Lektüre doch einige Fragen offen geblieben sind.
Meiner Meinung nach muss man muss den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben, um in die Geschichte von Emma und Betty zu finden. Trotzdem empfehle ich es, da man den Entwicklungen der Figuren besser folgen und die dadurch noch Geschichte noch tiefer und besser verstehen kann.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Rosina Grün für das vorzeitige Rezensionsexemplar bedanken.
Die Cover der beiden Bücher passen wunderbar zusammen – sie beide zeigen die Hauptfiguren der jeweiligen Teile als Scherenschnitt. Wie das Cover des ersten Bandes gibt auch das Cover des zweiten Bandes die Stimmung des Buches perfekt wieder.

Ich war sehr schnell wieder in der Geschichte angekommen, da der Erzählstrang in der Gegenwart genau an der Stelle weitergeführt, an der der erste Band endet.
Zudem hat Rosina Grün einen flüssigen und bildhaften Sprachstil, der mich gleich wieder mit in die Geschichte genommen hat und es mir zudem ermöglicht hat, mir die Handlungsorte und Figuren gut vorzustellen und der Geschichte damit wunderbar zu folgen.

In diesem zweiten Band stehen Betty und ihre liebenswerten Freunde in San Francisco im Mittelpunkt der Geschichte. Betty ist bereits aus dem ersten Band bekannt, hier wird ihre mitreißende und emotionale Geschichte weiter erzählt. Ihre Entwicklung während der Geschichte ist enorm, einerseits kämpft sie mit den Geistern der Vergangenheit, andererseits gibt sie sich und ihre Träume nicht auf. Dadurch, dass Betty die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, erhält die Geschichte eine gelungene emotionale Tiefe.
Ihre Freunde geben ihr Halt und Zuversicht und sie kann ein neues Leben beginnen. Auch wenn die Enttäuschung über das plötzliche Beziehungs-Aus zu Emma offene Wunden auf Bettys Seele hinterlassen hat, schöpft sie langsam wieder neuen Lebensmut und die Wunden auf ihrer Seele vernarben.
Neben Betty spielt auch die Emma wieder eine wichtige Rolle, insbesondere im Erzählstrang in der Gegenwart. Zudem ist Emma durch nicht abgeschickte Briefe von Betty an sie in der Vergangenheit präsent. Diese Briefe sind ein interessantes Stilmittel und zeigen deutlich, wie sehr Betty Emma vermisst hat und wie tief ihre Gefühle für sie waren.
Die Verbindung zwischen Betty und den Themen Liebe, Verlust und Selbstbestimmung ist besonders berührend: Betty erfährt enorme Verluste, aber auch Liebe: Eine gleichgeschlechtliche Liebe für die sehr kämpfen muss. Denn in den 1960er Jahren in San Francisco wird diese Liebe nicht selbstverständlich anerkannt. Die Gegenkultur in San Francisco in den 1960er-Jahren stellt Rosina Grün authentisch und farbenfroh dar, ich fühlte mich sehr in dieses Jahrzehnt zurück versetzt. Es war eine Zeit des Umbruchs, geprägt von der Hippie-Bewegung, Friedensprotesten und künstlerischer Freiheit, aber auch die Schattenseiten wie Drogenkonsum und der gesellschaftlichen Stigmatisierung von gleichgeschlechtlicher Liebe hat die Autorin gut herausgearbeitet.

Das Buch „Mein Herz bei ihnen“ von Rosina Grün ist ein gelungener zweiter Band einer mitreißenden Buchreihe und hat mich emotional berührt, mich aber auch zum Nachdenken angeregt, besonders durch die Themen von Verlust und tiefer Liebe, und wird mit Sicherheit noch lange nachklingen. Herzlichen Dank für dieses gelungene Leseerlebnis.

»Hör auf, dich deinen Gefühlen gegenüber zu verschließen. Du hast nur dieses eine Leben, und es ohne Liebe zu leben, wäre eine Verschwendung. Wenn dein Herz bereits bei ihnen ist, dann kann es auch bei mir sein.«

[Kapitel 23]

Fazit: „Mein Herz bei Ihnen“ von Rosina Grün ist eine ergreifende und emotionale Geschichte die mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen bleiben wird und mich in die spannende und turbulente Zeit der 1960er Jahre in San Francisco mitgenommen hat. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Rezensionsexemplars und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.


„Die verborgene Erinnerung“

von Michaela Abresch

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. März 2025
Verlag: Lübbe
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-404-19388-2
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 12,99€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://bastei-luebbe.de/Buecher/Liebesromane/Die-verborgene-Erinnerung/9783404193882 (Homepage Verlag)

https://www.michaelaabresch.com/buecher/familiengeheimnisse (Homepage Autorin)

Klappentext:
„Als Mella für einen Rechercheauftrag von Köln auf die schwedische Insel Gotland reisen soll, hält sie dies für einen Wink des Schicksals. Gotland ist die Heimat ihrer Mutter, die der Insel noch vor Mellas Geburt den Rücken gekehrt hat und nie wieder dorthin zurückgekehrt ist. Zu schmerzlich sind die Erinnerungen an Mellas Vater, der bei einem Bootsunglück ums Leben kam. Nun ist Mella entschlossen, ihre Wurzeln zu suchen …
Siri hingegen hat ihr ganzes Leben auf Gotland verbracht. Doch jetzt verspürt sie den Wunsch nach Veränderung. Als ihre Mutter unerwartet verstirbt, findet sie in deren Nachlass eine Fotografie, die sie nicht loslässt …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar (Taschenbuch) von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlags-Homepage und der Homepage der Autorin muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Die verborgene Erinnerung“ von Michaela Abresch handelt von zwei Frauen, deren Leben auf Gotland (Schweden) durch ein tragisches Geheimnis miteinander verbunden sind.

„Manchmal dienen Geheimnisse dazu, einen oder mehrere Menschen zu schützen. Jemanden vor seelischen Schmerz zu bewahren, vor Angstgefühlen, vor Scham oder Schuld.“

[Seite 170]

Mella, die in Köln lebt, reist beruflich nach Gotland. Ihre Mutter hat die Insel vor vielen Jahren, noch vor Mellas Geburt verlassen und sie hofft, dort Antworten auf Fragen über ihre Familie und ihre Vergangenheit zu finden.
Siri, die auf Gotland aufgewachsen ist, erlebt einen Wendepunkt in ihrem Leben, als ihre Mutter stirbt und sie eine alte Fotografie findet, die sie nicht loslässt. Diese Fotografie bringt Siri dazu, ihre eigene Vergangenheit und ihre Beziehung zu ihrer Mutter zu überdenken.
Die Geschichten von Mella und Siri verflechten sich auf Gotland, wo sie beide auf ihre eigene Weise nach Antworten und Erinnerungen suchen. Durch ihre Reisen und Entdeckungen müssen beide Frauen ihre Vergangenheit und ihre Identität neu definieren.

Nachdem ich erst vor Kurzem mit großer Begeisterung das Buch „Das Geheimnis von Dikholmen“ von Michaela Abresch gelesen habe, freute ich mich schon sehr auf den zweiten Roman der Autorin, der ebenfalls in Schweden spielt und über ein Familiengeheimnis erzählt. Auch wenn die traumhaften Cover der beiden Bücher perfekt zusammen passen, stehen die beiden Geschichten völlig für sich alleine.


Dieses Buch bekam ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zusendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Eines vorweg: Mit diesem emotionalen Roman hat sich Michaela Abresch ganz fest in mein Leseherz geschrieben und ich werde sie und ihre Bücher definitiv weiter verfolgen.
Es ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte von Mella und Siri ist einfühlsam und tiefgründig erzählt, mit Figuren, die durch ihre Verletzlichkeit und Selbstzweifel sehr menschlich wirken. Die Autorin hat es geschafft, die Themen Identität, Familie und Trauma mit Sensibilität und Authentizität zu behandeln, ohne dabei zu moralisieren oder zu dramatisieren.
Die Struktur des Romans ist geschickt aufgebaut – mit emotionalen Briefen als Bindeglied zwischen den Geschichten von Mella und Siri. Diese Briefe sind nicht nur ein Mittel, um die Vergangenheit und Gegenwart zu verweben, sondern auch ein Weg, um die Emotionen und Gedanken der Figuren zu offenbaren. Michaela Abresch hält die Spannung und Neugierde stets aufrecht, auch wenn einige Aspekte der Geschichte für mich etwas vorhersehbar waren.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Art und Weise, wie Michaela Abresch die Figuren entwickelt hat: Mella und Siri sind beide komplexe Charaktere, mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Sie sind nicht perfekt, aber gerade das macht sie so menschlich und nachvollziehbar. So stellt Michaela Abresch eine tiefe Verbindung zwischen den Lesern/ Leserinnen und den Figuren her – was dafür sorgt, dass man sich völlig in der Geschichte verliert.
Für mich ein absolutes Highlight.

Herzlichen Dank für das großartige und unvergessliche Leseerlebnis und für das signierte Rezensionsexemplar.

„Vor der kleinen Stehlampe lag ein Buch (…). Das Lesezeichen steckte ungefähr in der Mitte. Ein nicht zu Ende gelesenes Buch, schoss es ihr durch den Kopf. Es passte zum nicht zu Ende gelebten Leben ihrer Mutter.“

[Seite 97]

Fazit: Insgesamt ist „Die verborgene Erinnerung“ von Michaela Abresch ein Roman, der mich emotional berührt hat und den ich definitiv nicht so schnell vergessen werde. Die Geschichte ist tiefgründig und einfühlsam erzählt, mit Figuren, die im Herzen bleiben. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich für tiefgründige und emotionale Geschichten interessieren.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Das Geheimnis von Dikholmen“

von Michaela Abresch

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. März 2024
Verlag: Lübbe
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3404192472
Seitenanzahl: 464 Seiten
Preise: 12,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.michaelaabresch.com/buecher/familiengeheimnisse/ (Autorin)

https://bastei-luebbe.de/Autorin/Michaela-Abresch/KT233238

Klappentext:
„Lillemor, Inga und Eira, drei Frauen verschiedener Generationen, finden Zuflucht auf der schwedischen Schäreninsel Dikholmen: Für die völlig verzweifelte Eira, die schweren Herzens ihr bisheriges Leben hinter sich lässt, wird die Insel im Jahr 1960 zum selbstgewählten Exil. Die aus wohlhabendem Hause stammende siebzehnjährige Inga bringt dort 1968 ihr uneheliches Kind zur Welt. Und Lillemor, die Dikholmen seit ihrer Kindheit kennt, kehrt in der Gegenwart dorthin zurück, hoffnungsvoll auf der Suche nach der Frau, die sie war, bevor ein Unglück ihr alles genommen hat.
Als sie einander im Hier und Jetzt begegnen, ahnen sie nichts von dem Band, das das Leben bereits zwischen ihnen geknüpft hat …“


Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar (Taschenbuch) von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Das Geheimnis von Dikholmen“ von Michaela Abresch ist eine emotionale Geschichte, die in Schweden angesiedelt ist und auf drei Zeitebenen von Verlust, Trauer und Selbstfindung erzählt.

»Damals habe ich begriffen, dass ein Traum viel schöner ist, solange er in der Ferne liegt. Solange er nicht zum Greifen nah ist.«

[Seite 176]

Auf der idyllischen schwedischen Schäreninsel Dikholmen finden drei Frauen in verschiedenen Epochen Zuflucht vor ihren Problemen: Eira, eine verzweifelte Frau, flieht 1960 in ein selbstgewähltes Exil. Acht Jahre später bringt die 17-jährige Inga, Tochter einer wohlhabenden Familie, auf genau dieser Insel ihr uneheliches Kind zur Welt. Und auch für Lillemor bedeutet Dikholem viel: Nach einem tragischen Verlust muss Lillemor wieder zu sich selbst finden.
Als sich die Wege der drei Frauen kreuzen, entdecken sie ein gemeinsames Schicksal, das ihre Leben miteinander verbindet.

Die Autorin Michale Abresch schrieb mich im Juni 2025 an und stellte mir ihre beiden Romane vor, die von großen Familiengeheimnissen erzählen und in Schweden spielen. Außerdem fragte sie Rezensionen an, welche nach dem Lesen der Klappentexte gerne zusagte, da die wunderschönen Cover und auch die Handlung selbst und das Setting mein Interesse weckten. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die signierten Rezensionsexemplare bedanken.
Ich begann mit dem Roman „Das Geheimnis von Dikholmen“, der im März 2024 im Lübbe Verlag erschienen ist.

Die Charaktere sind sorgfältig angelegt und ihre Geschichten sind so emotional – ich musste das ein oder andere Mal mit den Tränen kämpfen. Also: Unbedingt Taschentücher bereit legen.
Eira, die im Jahr 1960 auf der Insel ankommt, ist eine Frau, die von ihrer Vergangenheit geplagt wird. Ihre Geschichte ist geprägt von Schmerz und Verlust, aber auch von der Hoffnung auf ein neues Leben. Inga, die 1968 auf der Insel ihr uneheliches Kind zur Welt bringt, ist eine junge Frau, die gegen die Konventionen ihrer Zeit ankämpft. Ihre Geschichte ist eine von Liebe, Verlust und Selbstfindung. Lillemor, die in der Gegenwart auf die Insel zurückkehrt, ist eine Frau, die nach Antworten auf die Fragen ihrer Vergangenheit sucht. Ihre Geschichte ist eine von Trauer, Schuld und der Suche nach Identität.
Auch wenn die Zeitsprünge zwischen den verschiedenen Handlungssträngen zunächst etwas schwierig sind, fügen sich die einzelnen Geschichten schnell zu einer großen Erzählung zusammen. Michaela Abresch hat eine klare und bildhafte Sprache, die die Geschichte lebendig und greifbar macht. Die Beschreibungen der schwedischen Landschaft und der Schäreninseln sind so detailliert, dass ich mir alle Handlungsorte – vor allem die fiktive Insel Dikholmen – gut vorstellen konnte.
Das Buch behandelt viele verschiedene Themen, wie Verlust, Tod, Trauer, Selbstfindung und psychische Erkrankungen. Die Autorin geht sensibel und authentisch mit diesen Themen um und schafft es, die Leser und Leserinnen emotional zu berühren. Die Geschichte ist auch eine von der Kraft der menschlichen Beziehungen und der Bedeutung von Familie und Freundschaft.
Die Atmosphäre des Buches ist komplex und vielschichtig – wie ein Himmel mit dunklen Wolken, durch die aber immer mal wieder einzelne Sonnenstrahlen dringen. Die Autorin schafft es eine Atmosphäre aufzubauen, die von Spannung und Geheimnissen geprägt ist und mich bis zum Ende des Buches gefesselt hat.
Und ganz nebenbei habe auch einiges über die Schäreninseln und Schweden selbst gelernt, was das Buch noch mal interessanter macht. Die Autorin hat eine tiefe und spürbare Verbundenheit zu Schweden und seiner Kultur, die sich in dem Buch widerspiegelt.
Die Geschichte von Lillemor, Inga und Eira ist eine, die mich mit Sicherheit noch lange nach dem Lesen des Buches beschäftigen wird. Ich bin dankbar, dass ich dieses Buch lesen durfte und ich freue mich darauf schon ganz bald ein weiteres Buch von Michaela Abresch zu lesen. Danke für dieses emotionale und gelungene Leseerlebnis – ein absolutes Highlight!

Fazit: „Das Geheimnis von Dikholmen“ von Michaela Abresch ist ein empfehlenswerter Roman für alle, die Familiengeheimnisse und emotional tiefe Geschichten lieben. Die Autorin hat eine großartige Geschichte geschrieben, die mich von Anfang an gefesselt und mitgerissen hat – absolut empfehlens- und lesenswert und ein großes Highlight im Lesejahr 2025.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Akte Schneeweiß“

von Felicitas Fuchs

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2025
Verlag: Heyne Verlag
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3-453-42904-8
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preise: 16,00€ (Paperback), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/felicitas-fuchs-die-akte-schneeweiss/paperback/9783453429048

https://www.carla-berling.de

Klappentext:
„Bielefeld, 1963. Katja Schilling wächst im Wirtschaftswunder in einfachen Verhältnissen auf, in denen für ihren Traum, Ärztin zu werden, kein Platz ist. Nur ihr Großvater glaubt an sie – bis er eines Tages spurlos verschwindet. Sein Name wird in der Familie zum Tabu, und Katja bleibt mit ihren unbeantworteten Fragen allein. Jahre später stößt sie auf eine Wahrheit, die alles, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte, erschüttert.
Bielefeld, 1936. Mathilde Schneeweiß beginnt ihre Arbeit als Sprechstundenhilfe bei Dr. Bönisch. Sie verliebt sich in den engagierten Arzt und wird in ein gefährliches Unterfangen hineingezogen. Gemeinsam helfen sie heimlich Frauen in Not, aber ihr Mut bleibt nicht unbemerkt. Als sie ins Visier der Gestapo geraten, muss Mathilde eine Entscheidung treffen, auch wenn diese sie das Leben kosten könnte. Der Kampf für die Rechte der Frauen muss schließlich weitergehen ..“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

Der Roman „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs ist ein Roman der auf zwei verschiedenen Zeitebenen spielt und vom Kampf zweier junger Frauen für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frauen erzählt.

Bielefeld im Jahr 1963: In den goldenen Jahren des Wirtschaftswunders wächst Katja Schilling in einfachen Verhältnissen auf – ihr Traum ist es, Ärztin zu werden. Ein Traum, der unerreichbar erscheint – nur ihr Großvater glaubt an sie und unterstützt sie auf ihrem Weg. Doch als dieser plötzlich spurlos verschwindet, wird sein Name in der Familie zum Tabu und Katja bleibt mit all ihren Fragen allein. Erst Jahre später entdeckt sie eine Wahrheit, die ihre ganze Welt auf den Kopf stellt.
Die Geschichte beginnt jedoch viel früher – in den dunklen Jahren des Nationalsozialismus: Mathilde Schneeweiß wird Sprechstundenhilfe bei Dr. Bönisch. Sie verliebt sich in den engagierten Arzt und wird Teil eines gefährlichen Unterfangens. Gemeinsam helfen sie Frauen in Not – doch ihr Handeln bleibt nicht unbemerkt. Als die Gestapo ihnen auf die Spur kommt, muss Mathilde eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr eigenes Leben in große Gefahr bringt.

Mit großer Vorfreude und Spannung erwartete ich das neue Buch von Felicitas Fuchs. Im Juni 2022 habe ich das Buch „Minna – Kopf hoch, Schultern zurück“ von Felicitas Fuchs mit großer Begeisterung gelesen. Auch die zwei weiteren mitreißenden Bände der „Mütter-Trilogie“ konnten mich überzeugen. Von ihrem neuen Buch erwartete ich Großes – und wurde nicht enttäuscht.
Ich fragte das eBook bei erster Gelegenheit als Rezensionsexemplar an und bekam dieses vom Heyne Verlag zugesendet. Dafür ganz herzlichen Dank.

Zu Beginn hat mich die Geschichte etwas herausgefordert: Die verschiedenen Erzählebenen und die nicht-chronologische Erzählweise haben mich zunächst etwas verwirrt – es war nicht so ein leichter Einstieg wie beispielsweise bei den Bänden ihrer „Mütter-Trilogie“. Doch je weiter ich las, desto mehr fügten sich die Puzzleteile zusammen und die Geschichte begann, mich in ihren Bann zu ziehen. Felicitas Fuchs hat es geschafft, zwei scheinbar völlig unterschiedliche Erzählstränge zu einer packenden Geschichte zu verweben.
Der erste Erzählstrang, der sich mit der Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahre beschäftigt, ist eine gelungene Auseinandersetzung mit Themen wie Selbstbestimmung (wie beispielsweise das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch) und Emanzipation. Mit Katja Schilling hat Felicitas Fuchs eine Protagonistin erschaffen, die sich gegen die gesellschaftlichen Normen auflehnt und einen eher Frauenuntypischen Beruf ergreift: Sie studiert Medizin. Alles sehr zum Ärger ihrer Eltern. Felicitas Fuchs zeigt eindrücklich, wie schwierig es für Frauen war, in dieser, noch immer von Männern dominierten Welt, Fuß zu fassen und wie viel Mut und Entschlossenheit es erforderte, sich gegen die Konventionen dieser Zeit aufzulehnen.
Die Beschreibungen der Frauenbewegung und ihrer Ziele sind detailliert und informativ. Felicitas Fuchs gibt einen gelungenen Einblick in die damalige Zeit und zeigt auf, wie die Frauen für ihre Rechte, vor allem über die Selbstbestimmung über ihren Körper, kämpften. Alle Figuren in diesem Erzählstrang sind gut entwickelt, ihre vielfältigen Geschichten sind emotional und authentisch. Die Leser und Leserinnen können sich gut in ihre Lage versetzen und ihre Erfolge, aber auch ihre Frustrationen, gut nachvollziehen.
Der zweite Erzählstrang, der kurz vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg spielt, ist meiner Meinung noch mal emotionaler und intensiver – ich musste immer wieder nach den Taschentüchern greifen: Felicitas Fuchs beschreibt die Schrecken des NS-Regimes, des Krieges und die menschlichen Tragödien, die diese mit sich bringen so intensiv, dass ich tief betroffen war. Es wird deutlich, wie das NS-Regime und der Krieg die Menschen veränderte und ihre Leben zerstörte. Die Geschichte von Mathilde werde ich so schnell nicht mehr vergessen.
Was diese Geschichte in meinen Augen besonders macht, ist die Tatsache, dass sie auf wahren Begebenheiten beruht – das gibt der Geschichte noch einmal eine besondere Authentizität und Tiefe. Leider fehlt hier im Nachwort etwas zur „Realität und Fiktion“.
Felicitas Fuchs verbindet die beiden Erzählstränge zu einer großen Geschichte und zeigt auf, wie die Erfahrungen und Entscheidungen in der Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen und auch, wie sich Geschichte wiederholen kann. Die vielfältigen Themen, wie beispielsweise Verhütung und Abtreibung sind, wie der Blick in verschiedene Länder zeigt, aktuell und wichtig. Deshalb regt der Stoff der Geschichte die Leser und Leserinnen zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.

Wie bereits in ihrer „Mütter-Trilogie“ ist der Sprachstil von Felicitas Fuchs wieder mitreißend, stimmungsvoll und bildhaft.
Auch wenn der Einstieg in die Geschichte für mich anfangs etwas schwierig war, hat mich das Buch letztendlich doch sehr gefesselt und bestens unterhalten. Zusammen mit den interessanten und vielfältigen Charakteren schafft Felicitas Fuchs eine sehr dichte und emotionale Atmosphäre. Es ist eine ergreifende Geschichte, die mit Sicherheit noch lange nachwirken wird und mich zum Nachdenken angeregt hat. Herzlichen Dank für dieses gelungene Lese-Erlebnis.

Fazit: „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs ist eine mitreißende und unvergessliche Lektüre. Felicitas Fuchs ist es gelungen, eine packende Geschichte mit aktuellen und wichtigen Themen zu erzählen, die mich emotional berührt und zum Nachdenken angeregt hat.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Erbin“

von Claire Winter

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. April 2025
Verlag: Heyne Verlag
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3453292581
Seitenanzahl: 592 Seiten
Preise: 22,00€ (Hardcover), 16,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/claire-winter-die-erbin/buch/9783453292581

https://claire-winter.de/die-erbin/

Klappentext:
„Köln, 50er-Jahre: Cosima ist Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch mit der Gründung einer Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter geht sie ihren eigenen Weg. Da tritt der Journalist Leo Marktgraf in ihr Leben, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Die Leiche des Anwalts wurde am Ufer des Rheins gefunden, nur kurz nachdem er öffentlich schwere Anschuldigungen gegen die Liefensteins erhoben hatte. Cosima will Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen und muss schon bald erkennen, dass nichts so ist wie es scheint. Aber in der jungen Bundesrepublik, in der niemand mehr an die Zeit des Dritten Reichs erinnert werden will, gibt es ein Netzwerk von Menschen, die noch immer mächtig sind. Sie sind bereit, alles dafür zu tun, dass Cosima und Leo der Wahrheit nicht auf die Spur kommen …“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Das Buch „Die Erbin“ von Claire Winter ist ein historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen hauptsächlich in Köln und Berlin spielt und eine junge Frau zeigt, die Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen möchte.

„Es kam ihr vor, als wäre ihr ganzes Leben nur auf einem Konstrukt von Lügen und Behauptungen aufgebaut – Alexander, ihr Onkel, die Beziehung ihrer Eltern, die Vergangenheit ihrer Familie … Was war damals passiert?“

[Kapitel 48]

Köln in den 50er Jahren: Die 21-jährige Cosima ist die Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch sie möchte auch ihren eigenen Weg gehen und gründet eine Stiftung, die sich für bedürftige Frauen und Mütter einsetzt.
Dann tritt der Journalist Leo in ihr Leben: Dieser stellt Nachforschungen zum Tod seines Freundes an – ein Rechtsanwalt, der auch Cosima bekannt vorkommt. Kurz vor seinem Tod hatte der Anwalt schwere Anschuldigungen gegen Cosimas Onkel erhoben.
Cosima beginnt sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinanderzusetzen – doch schnell steht sie vor einer Mauer des Schweigens. Niemand möchte sich in der jungen Bundesrepublik an die Zeit des Dritten Reiches und die damaligen Gräueltaten erinnern. Doch Cosima gibt nicht auf und bringt nicht nur sich damit in große Gefahr.

Mit ihren beiden Büchern „Kinder ihrer Zeit“ und „Kinder des Aufbruchs“ hat mich Claire Winter in den Jahren 2020 und 2022 begeistert und bestens unterhalten. Als sie ihr neues Buch „Die Erbin“ ankündigte, war mir deshalb sofort klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen wollte.
Freundlicherweise bekam ich das Buch als Rezensionsexemplar vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Als sehr gelungen empfinde ich das aussagekräftige und stimmige Cover, das zusammen mit dem Klappentext sofort mein Interesse an der Geschichte geweckt hat.
Der Inhalt des Buches gliedert sich in ein Personenverzeichnis, einen spannungsgeladenen Prolog, 125 Kapitel, einen Epilog, der Danksagung und einer Übersicht über Wahrheit und Fiktion. In den kurzen Kapiteln stehen immer wieder abwechselnd andere Figuren im Mittelpunkt. Das erste Kapitel setzt im Februar 1957 an – eine Woche nach den Geschehnissen des Prologs. Mit dem 09. Kapitel beginnt ein zweiter Erzählstrang, der achtundzwanzig Jahre zuvor ansetzt. Diese beiden Erzählstränge wechseln sich dann in unregelmäßigen Abständen ab, wobei die Vergangenheit der Familie und des Unternehmens Stück für Stück enthüllt wird. Die Zeitsprünge sorgten dafür, dass ich immer an der Geschichte dran bleiben wollte – es entwickelt sich eine Art Sog, der die Leser und Leserinnen mitreißt und nicht mehr so schnell loslässt.
Ab der ersten Seite war ich in der Geschichte angekommen, fand mich zeitlich und räumlich gut zurecht und konnte auch zu den vielen und vielfältigen Figuren schnell eine Beziehung aufbauen. Dafür sorgte auch der packende, rasante und bildhafte Sprachstil von Claire Winter.

„Solange sie zurückdenken konnte, hatte Cosima in all ihren menschlichen Begegnungen und Bekanntschaften das Misstrauen begleitet, dass man nicht wirklich sie mögen könnte, sondern nur Interesse an ihrem Vermögen und und dem Namen Liefenstein hatte.“

[Kapitel 39]

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die sympathische Cosima Liefenstein, die junge Erbin einer reichen und einflussreichen Industriellenfamilie.
Zu Beginn der Geschichte ist sie etwas schwer greifbar – auch wenn sehr schnell klar wird, dass sie ein gutes Herz und eine sehr bewegte Familiengeschichte hat. Sie hat früh ihren Vater verloren und ist bei ihrem Onkel aufgewachsen. Nach außen hin lebt sie ein sorgenfreies Leben – doch sie und auch die anderen Familienmitglieder mussten in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge erleiden. Ich mochte Cosima sehr gerne, da sie ihren eigenen Weg geht und sich auch von Rückschlägen nicht davon abbringen lässt. Sie ist stark, gleichzeitig misstraut sie aber auch vielen Menschen.
Auch die anderen Figuren in Cosimas unmittelbaren und näheren Umfeld stellt Claire Winter sehr ambivalent da. Sie alle sind authentisch angelegt und vor allem stark gezeichnet – ihre Geschichten sind so emotional und bewegend, dass ich das ein oder andere Mal ein Taschentuch brauchte. Ich möchte an dieser Stelle nicht detailliert auf all die Figuren eingehen, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme. Claire Winter ist es vortrefflich gelungen, ihre fiktiven Figuren in die hervorragend recherchierten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe einzubetten und gekonnt mit- und untereinander zu verbinden. Auch die Spannungen, Zerwürfnisse und Differenzen zwischen einigen der Figuren waren stets fass- und fühlbar und zogen mich schnell in die emotionale Geschichte hinein.
Dieser Roman ist ein packendes und aufrüttelndes Leseerlebnis, das die dunkle Vergangenheit eines fiktiven Unternehmens während des Nationalsozialismus zeigt. Hierbei werden die Themen Zwangsarbeit und Arisierungen von Claire Winter sensibel und detailliert aufgearbeitet und regen zum Nachdenken an. Der Roman zeigt die Komplexität der deutschen Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Menschen, die sie erlebt haben und stellt zudem auch die Nachwirkungen auf die nachfolgenden Generationen da.
Danke liebe Claire Winter für dieses fesselnde und emotionale Leseerlebnis, das mit Sicherheit noch lange nachklingen wird.

Fazit: Der Roman „Die Erbin“ ist ein starker und unvergesslicher Roman gegen das Vergessen. Von der ersten bis zur letzten Seite hält dieser Roman seine Leser und Leserinnen in Atem, nimmt sie mit in die Vergangenheit und regt zum Nachdenken an. Genau sollte ein guter Roman sein. Ein absolutes Jahreshighlight und eine absolute Leseempfehlung.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.