Klappentext: „In den Rauen Nächten ist die Wilde Jagd unterwegs ― ruhelose Seelen und alte Götter auf der Jagd nach Vergeltung. Kathy O‘Banion freut sie sich darauf, gemütliche Weihnachten mit ihrer angereisten Stiefmutter Holly und ihrem Mentor Silver zu feiern. Ein heftiger Schneesturm macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Ihr Wagen kommt von der Straße ab. Als die drei auf einem abgelegenen Bauernhof Schutz vor dem Sturm suchen, merken sie schnell, dass dort etwas nicht stimmt. Gehöft und Bewohner wirken wie aus dem letzten Jahrhundert. Kathy und ihre Begleiter werden in die sich anbahnende Familientragödie hineingezogen. Wenn sie es nicht schaffen, ein altes Versprechen einzulösen und dem Unglück einen anderen Verlauf zu geben, dann steht ihr eigenes Überleben auf dem Spiel. »Haus im Schnee« ist ein weiterer Mystery-Roman um die Geisterseherin Kathy O‘Banion.“
Hinweise: – Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür! – Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. – Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. – Hier findet ihr die Rezension zum ersten Band: „Haus im Nebel“.
_ _ _
_ _ _
Nachdem mich Alexandra Scherer mit „Haus im Nebel“ bereits in eine Welt voller düsterer Geheimnisse und nebliger Ungewissheit entführt hat, war ich sehr gespannt auf das neue Abenteuer der Geisterseherin Kathy O’Banion. Doch ich sage es direkt vorab: Wer dachte, der Nebel sei beklemmend gewesen, wird im „Haus im Schnee“ eine ganz neue Dimension der Isolation erleben.
„Rund um mich nichts als weiße unerbittliche Kälte, in der ich mich zusammenkrümme, um ihr keine Angriffsfläche zu bieten. Leichentücher sind weiß. Wird der Schnee unser Leichentuch sein?“
[Kapitel 20]
Die Ausgangslage klingt fast nach einem klassischen Kammerspiel: Ein heftiger Schneesturm, ein Unfall und die Flucht auf einen abgelegenen Einödhof. Doch was Kathy, ihre Stiefmutter Holly und ihren Mentor Silver dort erwartet, ist kein gemütlicher Zufluchtsort. Während mich der erste Band durch eine eher diffuse, mystische Bedrohung bestochen hat, fühlte sich dieser Teil für mich deutlich düsterer und beklemmender an. Der Hof und seine Bewohner wirken wie aus der Zeit gefallen, eine Welt aus dem letzten Jahrhundert, die sich jeder Logik entzieht. Diese Enge hat Alexandra Scherer meisterhaft eingefangen. Man spürt förmlich, wie die Kälte und die Ausweglosigkeit nicht nur von außen drücken, sondern auch das Gefüge zwischen den Protagonisten beeinflussen.
Ein interessanter Unterschied zum Vorgänger ist die Rollenverteilung. In „Haus im Schnee“ tritt Kathy als Hauptfigur gefühlt fast ein Stück weit zurück. Was im ersten Moment ungewohnt wirkt, entpuppt sich als geschickter Schachzug der Autorin: Denn dadurch bekommen Holly und Silver deutlich mehr Raum. Ich hatte das Gefühl, beide endlich besser kennenzulernen, auch wenn die bedrückende Atmosphäre auf dem Hof die Spannungen zwischen den Dreien merklich verschärft hat. Sie sind kein reiner Anker in der Not, denn die Enge zerrt an ihren Nerven, was die Geschichte noch authentischer macht. Wie schon im ersten Band arbeitet Alexandra Scherer mit verschiedenen Erzählebenen. Es fühlt sich wieder an wie ein großes Puzzle, bei dem man als Leser/ Leserin zunächst einzelne Stücke sammelt, die sich erst nach und nach zu einer Geschichte zusammenfügen.
ACHTUNG – Kleiner Spoiler zum historischen Hintergrund: – Wer völlig unvoreingenommen lesen möchte, lässt den folgenden Absatz bitte aus. –
Erst durch das Nachwort der Autorin wurde mir bewusst, welche reale Tragödie hier als Inspiration diente: Die schrecklichen Morde auf dem Einödhof Hinterkaifeck. Ich selbst wusste vor der Lektüre nichts von diesem Fall, was das Leseerlebnis für mich extrem eindringlich gemacht hat. Die Vorstellung, dass die fiktive Mystery-Handlung auf einem so grausamen, realen Fundament ruht, verleiht mir im Rückblick noch immer eine Gänsehaut.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Alexandra Scherer für die Bereitstellung und Zusendung des Rezensionsexemplars und für das erneute spannende und aufreibende Lesevergnügen.
Fazit: Das Buch „Haus im Schnee“ von Alexandra Scherer ist die noch intensivere Fortsetzung dieser faszinierenden Reihe. Während „Haus im Nebel“ mit dem Unbekannten spielte, konfrontiert dieser Mystery-Roman mit einer fast greifbaren Dunkelheit. Die Mischung aus Fiktion, Kathys Gabe und der historischen Schwere erzeugt eine Sogwirkung, der ich mich kaum entziehen konnte. Eine atmosphärisch dichte Geistergeschichte, die noch lange nachhallt. Sehr lesenswert!
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
Klappentext: „Nach einem schweren Unfall sucht Kathy Heilung im Haus der Großmutter. Der Zeitpunkt ihrer Ankunft ist schlecht gewählt: Etwas stimmt nicht an dem Ort. Wenn Nebel aus dem Fluss aufsteigt, sterben Menschen. Weil das Haus der Großmutter am todbringenden Fluss liegt, beschließt Kathy, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, bevor sie selbst zum Opfer wird. Doch die Grenzen zwischen Verbündeten und Gegnern verwischen sich im Nebel …“
Hinweise: – Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür! – Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. – Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
_ _ _
_ _ _
Das Buch „Haus im Nebel“ von Alexandra Scherer ist der Auftakt einer Mystery-Reihe und spielt in einer deutschen Kleinstadt, in der die Protagonistin Kathy O’Banion nach einem Unfall Heilung sucht. Doch stattdessen gerät sie in einen Strudel aus düsteren Geheimnissen und mysteriösen Todesfällen.
“ »(…) Merk dir einfach für die Zukunft: Es sind die anderen, die ein Problem mit der Wahrnehmung haben. In letzter Zeit warst du mit Leuten zusammen, die aus verschiedenen Gründen Interesse daran hatten, dass du unglaubwürdig wirkst.«“
[Kapitel 35]
Als leidenschaftliche Leserin historischer Romane ist das Genre der „Mystik-Thriller“ für mich absolutes Neuland gewesen. Entsprechend gespannt, aber auch mit einer gewissen Skepsis, griff ich zu „Haus im Nebel“ von Alexandra Scherer. Ich muss gestehen: Zu Beginn musste ich mich erst einmal bewusst auf diese ganz andere Art des Lesevergnügens einlassen. Was mich jedoch sofort für die Geschichte einnahm, war der Schreibstil der Autorin: Alexandra Scherer schreibt sehr flüssig und schaffte es von der ersten Seite an, mich direkt in die Handlung hineinzuziehen. Etwas gewöhnungsbedürftig waren anfangs die häufigen Zeit- und Ortssprünge. Doch was sich zunächst wie einzelne Puzzleteile anfühlte, fügte sich im Laufe der Handlung zu einer wirklich gelungenen und packenden Geschichte zusammen. Die Atmosphäre des Buches ist durchweg düster und von einer fast greifbaren Bedrohung geprägt. Das Haus am Fluss, der unheimliche Nebel, der Tod und Verderben bringt … ich konnte die Kälte und die Gefahr förmlich spüren. Inmitten dieser Szenerie steht die Hauptfigur Kathleen O’Banion. Sie ist eine faszinierend undurchsichtige Persönlichkeit, die schwer zu durchschauen ist. Doch gerade diese Unnahbarkeit hat sie mir sehr sympathisch gemacht … ich mochte sie trotz (oder gerade wegen) ihrer Ecken und Kanten sehr. Das Ende hat mich dann noch einmal richtig überrascht. Damit hatte ich so nicht gerechnet! Was bei mir nach dem Lesen vor allem nachhallt, ist die Figur der Kathy selbst und der Gedanke, dass es zwischen Himmel und Erde vielleicht doch mehr gibt, als wir mit unseren Augen sehen können.
„»(…)Ich mag zwar wie ein Wrack aussehen. Aber mein Hirn hat nicht gelitten und ich merke, wenn mich jemand verarscht. (…)«„
[Kapitel 47]
Ein ganz herzliches Dankeschön an Alexandra Scherer für die Bereitstellung und Zusendung des Rezensionsexemplars und für das spannende Lesevergnügen.
Fazit: Das Buch „Haus im Nebel“ von Alexandra Scherer war für mich ein gelungener Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand. Wer spannende Lektüre liebt und bereit ist, sich auf eine mystische, dichte Atmosphäre einzulassen, dem kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen. Für mich war es eine bereichernde Erfahrung außerhalb meiner Komfortzone und ich freue mich nun tatsächlich schon sehr auf den zweiten Band dieser Reihe!
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
Klappentext: „Als Lukas’ Mutter als Hexe angeklagt wird und sein Vater beim Versuch, sie zu retten, stirbt, ändert sich alles. Während Lukas vor dem Inquisitor Waldemar von Schönborn fliehen kann, bleibt seine kleine Schwester Elsa zurück. Auf sich allein gestellt, hat der junge Grafensohn nur noch ein Ziel: seine Schwester zu finden und Schönborn zur Rechenschaft zu ziehen. Doch was kann ein einzelner Junge gegen einen mächtigen Inquisitor ausrichten? Auf dem Weg durch das vom Dreißigjährigen Krieg zerstörte Deutschland findet Lukas gute Freunde und ein neues Ziel: Vielleicht kann ihm die sagenhafte Fechttruppe seines Vaters helfen – die Schwarzen Musketiere. Doch um die mutigste Kampftruppe Wallensteins zu finden, müssen sie direkt an die vorderste Kriegslinie …“
Hinweise: – Das Buch habe ich freundlicherweise vom Lago Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank! – Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. – Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
_
Das Buch „Die Schwarzen Musketiere – Das Buch der Nacht“ ist ein Fantasyroman mit historischen Hintergrund, spielt zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und ist der Auftakt einer dreibändigen Buchreihe.
Eigentlich sollte sein Geburtstag ein schöner und unbeschwerter Tag werden, doch es kommt alles anders und das Schicksal schlägt erbarmungslos zu und verändert das Leben des 13 jährigen Lukas für immer: Seine Mutter wird vom Inquisitor Waldemar von Schönborn als Hexe angeklagt und verhaftet. Bei dem Versuch, ihr zur Seite zu stehen, stirbt der Vater. Lukas kann im letzten Augenblick fliehen, seine Schwester hingegen nicht – sie verbleibt beim Inquisitor. Völlig auf sich alleine gestellt, muss Lukas schauen, wie er in einer Welt zurecht kommt, welche durch den Dreißigjährigen Krieg komplett aus den Fugen geraten ist. Doch er findet Freunde, und auch eine Spur, welche zu einer ehemaligen Fechtgruppe seines Vaters führt: Die Schwarzen Musketiere. Doch der Weg zu dieser Gruppe führt in mitten ins Kriegsgetümmel.
„Einer für alle, alle für einen.“
Oliver Pötzsch und seine Bücher sind schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil in meiner Büchersammlung. Mit seiner Reihe um „Die Henkerstochter“ hat er sich zu einer festen Größe im Genre des Historischen Romans gemacht und begeistert mit seinen Büchern viele Leser und Leserinnen. Seine Jugendbuchreihe „Die Schwarzen Musketiere“ hatte ich immer mal wieder gesehen, ich schaffte es aber nicht, diese zu lesen. Im Mai 2023 erschien der hier vorliegende erste Teil in neuem Gewand im Lago Verlag. Dieser fragte an, ob ich dieses Buch gerne lesen und rezensieren möchte. Das war die Gelegenheit, mich mit dieser Reihe näher zu befassen – also sagte ich zu. Das Buch erreichte mich mit einer „Ballade der Schwarzen Musketiere“, einer Autogrammkarte und einer Kette mit drei Pentagramm-Anhängern. An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich dafür.
Das Buch ist ein schön gestaltetes Hardcover und überzeugt mit einem schlichten und doch sehr eindrucksvollen Cover. Über zwei gekreuzten Degen steht in weißer Schrift der Name des Autoren, darunter in goldglänzender Schrift der Haupttitel des Buches, der Untertitel ist in weißen Buchstaben gehalten. Der dunkle Hintergrund wird von schemenhaften Pflanzenblättern aufgelockert, in der oberen linken Ecke und in der unteren rechten Ecke befinden sich rote Ornamente. Direkt am Anfang des Buches ist ein Landkartenausschnitt des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation um das Jahr 1633 zu sehen, auf welcher Lukas‘ Reise nachvollziehbar wird. Diese Karte befindet sich auch am Ende des Buches. Nach der Widmung („Für den Jungen, der ich einmal war. Ich glaube, diese Geschichte hätte ihm gefallen.“) beginnt die Geschichte mit einem Prolog, welcher am 08. November 1620 nahe Prag beginnt. Dieser spannende Prolog öffnet die Tür zur Geschichte, hinterlässt auch viele Fragen und macht dementsprechend große Lust auf die Geschichte und darauf, diese Fragen zu lösen. Das erste Kapitel setzt dann im elf Jahre später, im September 1631 an. Wir befinden uns nun auf Burg Lohenstein, in der Nähe von Heidelberg. Nach dem ersten Kapitel wird die Handlung chronologisch weitererzählt und umfasst hierbei in insgesamt 27 Kapiteln etwas mehr als ein Jahr. Angehängt sind ein Epilog, ein Lexikon, ein „kleines Wörterbuch der Fechtkunde“ und „Von der Kunst zu kämpfen“. Mit dem „Dank“ des Autoren endet das Buch. Ein Personenregister gibt es nicht, welches ich aber auch zu keiner Zeit vermisst habe – ich konnte den vielfältigen Figuren und ihren Geschichten immer gut folgen.
„Lukas zitterte, er schloss die Augen und versuchte, seine Angst wenigstens für einige Minuten zu vergessen. Doch es gelang ihm nicht. Er fühlte sich so einsam, als wäre er der letzte Mensch auf der Welt. Sein Vater war tot, die Mutter und die Schwester gefangen und er selbst ein namenloser Flüchtling, ohne Heim und Zukunft.“
[Seite 33]
Der dreizehnjährige Lukas steht im Mittelpunkt der Geschichte. Von einer Sekunde auf die andere verändert sich sein bis dahin behütetes und sorgloses Leben und er muss erwachsen werden. Lukas ist ein sensibler und doch auch gleichzeitig sehr selbstsicherer und freundlicher Junge. Er fasst schnell Vertrauen zu anderen Menschen, hat aber auch einen großen Gerechtigkeitssinn und erkennt Unrecht. Er fällt oft – anfangs auch sehr tief – doch er gibt sich nicht auf. Ich fühlte von Beginn an eine starke Verbundenheit zu Lukas und schloss ihn sehr schnell in mein Herz. Ähnlich ging es mir mit Lukas‘ kleiner Schwester Elsa. Auch wenn sie selbst nicht so häufig direkt in der Handlung vor kommt, ist sie mit ihrer Geschichte immer sehr präsent und bildet für Lukas den Antrieb, weiter zu machen und immer wieder aufzustehen. Ähnlich ging es mir mit Lukas Eltern, welche der Leser/ die Leserin nach wenigen Seiten gehen lassen muss – auch ihre Geschichten werden weiter fortgeführt und wirken auf die Handlung und auf Lukas ein. Auch wenn sie nicht mehr da sind, sind sie es irgendwie doch. Neben Lukas und seiner Familie stehen noch weitere fiktive Charaktere im Zentrum der Geschichte. Auf diese möchte ich nicht detailliert eingehen, da ich sonst zu viel von der Geschichte vorwegnehme. An einigen Charakteren sieht man, wie wichtig, wahre Freundschaft ist und wie diese einen leiten und führen kann.
„Der kurze Wortwechsel (…) hatte ihm klargemacht, dass er trotz aller Beschwernisse über ein wertvolles Gut verfügte. Freundschaft. Seine Reise war doch nicht ganz umsonst gewesen.“
[Seite 199]
Die Erwachsenen in diesem Jugendroman sind rau, von Krieg, Neid, Missgunst und vom Leben gezeichnet. In diese grobe Welt gerät Lukas und ab sofort sind er und seine Freunde eines nicht mehr: Kinder. Sie sehen schreckliche Gräueltaten und begehen auch Dinge, die heute unvorstellbar sind. Zwischen all den fiktiven Charakteren spielen auch einige sehr bekannte historische Persönlichkeiten in dieser Geschichte eine Rolle: So machen die Jungen beispielsweise mit Wallenstein Bekanntschaft und auch der schwedische König Gustav II. Adolf kommt in dieser Geschichte vor. Alle Figuren, egal ob fiktiv oder historisch sind durch ihre Schicksale und Lebensgeschichten miteinander verwoben und verbinden sich zu der großen, spannenden Geschichte. Auch die Tragik, die Spannungen, Zerwürfnisse, Differenzen zwischen den Figuren waren für mich fühl- und spürbar und zogen mich schnell in die Geschichte hinein. Es bleibt spannend, wie sich einige der Charaktere in den Folgebänden entwickeln werden und welchen Weg sie einschlagen. Die sehr gelungene Mischung aus historischen und fiktiven Figuren zeigt einen Querschnitt der damaligen Gesellschaft, welche nach wie vor nach Ständen gegliedert war. Zu den drei Ständen gehörten der Klerus, Adel und Bürger/Bauern. Außerdem ist diese Gesellschaft vom Dreißigjährigen Krieg beherrscht worden. Dieser Krieg dauerte von 1618 bis 1648 und war ein Konflikt um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich und in Europa. Was als Religionskrieg begann, endete als Territorialkrieg: In diesem Krieg entluden sich auf Reichsebene der Gegensatz zwischen dem Kaiser und der Katholischen Liga einerseits und der Protestantischen Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien neben ihren territorialen auch ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden vorwiegend auf dem Boden des Reiches aus. Die Zahl der Toten des Dreißigjährigen Krieges schwankt in der Forschung zwischen drei bis neun Millionen, bei einer geschätzten Gesamtbevölkerung von 15 bis 20 Millionen Menschen.
„Oben zwischen den Glocken blickten die Freunde über ein verheertes Land, die Felder niedergetrampelt, die Bäume gefällt und als Brennholz mitgenommen, Rauchsäulen standen über den vereinzelten Weilern. Hier gab es kein Leben mehr, nicht mal ein Vogel zwitscherte.“
[Seite 115]
„» Ich stimme Lukas zu. Das ist ein Krieg der Mächtigen, und die Bauern müssen ihn ausbaden. Auch ich bin es leid, den Ärmsten den letzten Pfennig abzupressen, damit unser Tross sich weiter durch die Lande frisst. Wenn wir so weitermachen, wird der Krieg nie enden.«“
[Seite 225]
Ein weiterer geschichtlicher Hintergrund ist die Hexenverfolgung. Dieses Thema und den Hintergrund hat Oliver Pötzsch einerseits realistisch heraus gearbeitet, fügt diesen aber auch eine Prise an Fantasie und Mystik hinzu. Es wird deutlich, wie der Glaube an Hexen über Jahrhunderte in der Gesellschaft weitergetragen wurde und wo dieser seinen Ursprung hat. Auf diesen Teil der Fantasie muss man sich als Leser/in einlassen können. Ich fand das alles sehr stimmig … und vor allem spannend. Noch etwas zum geschichtlichen Hintergrund: Die Hexenverfolgungen in Europa fanden überwiegend in der Frühen Neuzeit statt – also von 1450 bis 1750. Ihre Höhepunkte erreichten die Verfolgungen zwischen 1550 und 1650, in Österreich bis 1680. Die heutige Forschung, die auf breit angelegten Auswertungen der Gerichtsakten basiert, geht davon aus, dass die Verfolgung in ganz Europa etwa 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte.
Das Buch „Die Schwarzen Musketiere – Das Buch der Nacht“ von Oliver Pötzsch ist eine Geschichte, in der es um das klassische Gut gegen Böse geht. Allerdings machen die akribisch recherchierten Hintergründe und Themen den starken Reiz dieser Geschichte aus. Hier sind auch die vielen interessanten Einblicke in die Kunst des Fechten und Kämpfen zu erwähnen. Mit viel Gespür für die damalige Zeit, den mitunter drastischen Beschreibungen und dem detaillierten Sprachstil nahm mich Oliver Pötzsch schnell mit in die mitreißende Geschichte. Stellenweise wurde es so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus den schweißnassen Händen legen konnte und wollte und innerhalb von zwei Tagen war die Geschichte ausgelesen. Die chronologisch erzählte Handlung des Buches wirkt zu keiner Zeit überlastet – alles und jede/r hat seinen/ihren Platz in der Geschichte. Ich konnte der Handlung, den Hintergründen und den vielfältigen Figuren immer gut folgen. Das Buch hat eine Altersfreigabe ab 13 Jahren, ich würde das Buch aber erst ab 14 Jahren aufwärts empfehlen, denn es ist keine leichte Kost ist: Viele Szenen spielen direkt auf den Schlachtfeldern, einige andere Szenen beschreiben die Auswirkungen des Krieges auf die Bevölkerung und auch die Folter und die Hinrichtungen von Hexen werden sehr drastisch beschrieben.
Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Oliver Pötzsch für dieses gelungene Leseerlebnis bedanken.
Fazit: Oliver Pötzsch hat mit „Die Schwarzen Musketiere – Das Buch der Nacht“ einen spannenden Reihenauftakt geschrieben. Gekonnt würzt er die historischen Hintergründe mit einer Prise Fantasie und Mystik und lässt seine interessanten Charaktere eine tolle Entwicklung durchleben. Am Ende möchte man sofort wissen, wie es weitergeht und sich den zweiten Teil der Reihe „Die Schwarzen Musketiere – Das Schwert der Macht“ schnappen und weiterlesen. Dieser wird demnächst definitiv hier einziehen.
* Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplars durch den Verlag, der Titelbezeichnung/ Namensnennung und der Link zur Verlagshomepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
Hinweise: – Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
Klappentext: “ „Chrona Elizabeth Josephine Hel Clark. Ich hatte mir mehr erwartet. Mit dir geht kein Königreich auf, keines unter.“ Jeder kennt ihren Namen. Ihr Gesicht prangt auf jedem Titelblatt. Sie lebt für die nächste Schlagzeile. Chrona Clark ist der Inbegriff von Perfektion. In der Nacht ihres 21. Geburtstags springt Chrona in das Böhmen des frühen 17. Jahrhunderts. Statt des Applauses donnern Kanonen. Anstatt von ihrem Verlobten wird Chrona von einem Fremden empfangen. Schon bald droht Chrona zwischen den Epochen mehr zu entgleiten als nur ihr beispielloser Ruf.“
_
Coverrechte: Celina Weithaas
Das Buch „Fünf Minuten vor Mitternacht“ von Celina Weithaas ist der Auftakt einer Fantasy- Trilogie, in der die Protagonistin Chrona aus der Zeit des 21. Jahrhunderts immer wieder in das Böhmen des 17. Jahrhunderts zurückreist.
Chrona steht kurz vor ihrem 21. Geburtstag, und damit ihrer Volljährigkeit, als es das erste Mal passiert: Sie reist in der Zeit zurück. Statt ihres Lebens, welches von Luxus gezeichnet ist und wo ihr jeder Wunsch erfüllt wird und sie in der Presse als das reichste und schönste Mädchen der Welt gefeiert wird, erwartet sie das Böhmen des 17. Jahrhunderts mit Krieg und Verderben. Nur knapp entgeht sie dem Tod auf dem Scheiterhaufen und kommt wieder halbwegs unbeschadet zurück in ihre Zeit. Als sie das nächste in der Zeit zurückreist lernt sie dort Anton kennen, einen jungen Alchemisten, der in den Wirren und Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges lebt. Allen Unstimmigkeiten und Unterschieden zwischen den Beiden zum Trotz, nähren sich die Beiden an. Chrona muss erkennen, dass ihr Leben im 21. Jahrhundert nicht so perfekt ist, wie es scheint. Auch das Verhalten ihres Verlobter Achim gibt ihr immer mehr Rätsel auf. Und wer ist der fremde graue Mann, dessen Auftauchen bei Chrona immer wieder für Angst und Schrecken sorgt?
Die Autorin Celina Weithaas schrieb mich Ende September 2021 auf Instagram an und fragte mich, ob sie mir ein Rezensionsexemplar von „Fünf Minuten vor Mitternacht“ schicken dürfe. Eigentlich bin ich keine begeisterte Fantasy-Leserin, aber als ich den Klappentext gelesen hatte und auch das wunderschöne Cover sah, stimmte ich spontan zu. Zeitreisen finde ich sehr faszinierend, vor allem, wenn sie in die Vergangenheit führen – wenn Gegenwart und Vergangenheit aufeinander treffen, mit einander verflochten werden und eine Geschichte daraus wird, welche einen nicht mehr loslässt. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei der Autorin Celina Weithaas für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar bedanken.
Chrona ist eine der anstrengendsten Hauptfiguren, die ich bisher kennenlernen durfte. Eine Diva … eine Zicke. Ihr Leben dreht sich nur um sich selbst, um ihr Äußeres und darum, wie sie es als nächstes in die Schlagzeilen schafft. Die Menschen in ihrer Nähe verachtet sie, die Dienstmädchen sind ihr wichtig, aber auch ersetzbar und austauschbar. Einzig vor ihren Eltern, denen sie ihren Status als reichstes Mädchen der Welt verdankt, hat sie Respekt und fügt sich ihnen. Achim, ihr Verlobter, scheint für Chrona der Fels in der Brandung zu werden und sie freut sich sehr auf die Hochzeit, die bald ansteht. Als sie sich in Böhmen des 17. Jahrhunderts wieder findet, merkt die arrogante und verwöhnte Chrona plötzlich, wie ihre Welt aus den Fugen gerät. Sie wird unsicher, muss auf einmal Hilfe annehmen und ist damit nicht mehr Herrin ihrer Welt. Es ist absolut faszinierend, wie die Autorin Celina Weithaas es geschafft hat, dass ich für eine zunächst verhasste Protagonistin, plötzlich doch Sympathien aufbringen konnte. Ich konnte ihre Sehnsüchte und Gefühle, die in ihr hochkommen spüren. Diese menschlichen Regungen brachten mir Chrona sehr viel näher und ich hätte sie gerne das ein oder andere Mal gerne in die Arme genommen. Auch wenn Chrona nach außen hin kalt wie Stein ist, sie ihre Mitmenschen verletzt, ist auch sie tief innen verletzlich und verunsichert. Alchemist Anton, der im 17. Jahrhundert lebt, ist ein ganz besonders liebenswerter Charakter und ich mochte seine Offenheit und Ehrlichkeit von Anfang an. Er lebt in einer Zeit, in der ein Menschenleben nicht viel wert ist. Der Dreißigjährige Krieg tobt und fordert, verschiedenen Quellenangaben zur Folge, bis zu 9 Millionen Todesopfern. Anton behält aber trotz der Grausamkeiten seine Menschlichkeit und nimmt sich Chrona an. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihm und seiner Geschichte im zweiten Teil weitergeht. Achim, Chronas Verlobter, aber auch ihre Eltern bleiben in ihrem Verhalten sehr undurchsichtig und kühl. Sie wollen das Beste für Chrona, aber auch für sich – sie scheint oft ein Mittel zum Zweck zu sein, großes Mitspracherecht hat sie bei ihnen nicht. Es gibt noch einige Charaktere in diesem Buch, welche ich aber nicht anführen werde, da ich sonst zu viel von der Handlung vorweg nehmen würde. Mir hat aber gut gefallen, dass alle Figuren des Buches außerordentlich authentisch beschrieben wurden. Wie es wohl mit all den Figuren im zweiten Buch der Reihe weitergeht? Ich bin sehr gespannt.
Celina Weithaas hat eine ganz starke, ungewöhnlich bildhafte Sprache, die mich gleich von der ersten Seite an mit in die Handlung genommen hat. Die zeitliche Gegenwart beschreibt sie sehr farbenfroh, die Jagd der Presse nach Schlagzeilen und verfänglichen Geschichten und Fotos von Chrona. Die Vergangenheit, also die Zeit des Dreißigjährigen Krieges beschreibt Celina Weithaas sehr drastisch und dazu völlig ungeschönt. Mir lief des Öfteren während des Lesens ein Schauer durch den Körper. Was für eine unvorstellbar grausame Zeit.
Fazit: Das Buch „Fünf Minuten vor Mitternacht“ von Celina Weithaas bietet ein spannendes und eindrückliches Lesevergnügen, welches ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Eine perfekte Verflechtung von Gegenwart und Vergangenheit und einem Schuss Fantasy. Ja, Chrona hat es mir nicht leichtgemacht, sie zu mögen. Doch ich habe mit ihr mitgelitten und möchte jetzt unbedingt wissen, wie es mit ihr und Anton und Achim weitergeht. Deshalb werde ich auch ganz sicher den zweiten Teil der Reihe lesen, auf den richtig Lust habe und auf den ich mich schon sehr freue.
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.