Wenn Bücher tanzen …

... oder Bücher uns zum Tanzen bringen!

Ihr Lieben,
welcher Bücherwurm kennt dieses Gefühl nicht: Man schlägt ein Buch auf, atmet den Duft des Buches ein, liest die ersten Worte, den ersten Satz, den ersten Abschnitt – und da passiert es: Die Gedanken beginnen zu Tanzen, die Geschichte nimmt in unserem Kopf immer mehr Gestalt an. Figuren werden zu Freunden, manch andere Figuren auch zu Feinden.
Das Buch bittet uns zum Tanz, und wir tanzen mit.

Ich wünsche euch auf meinem Blog „Büchertanz“ ganz viel Vergnügen


Eure



Ihr möchtet wissen, was ich gerade lese? Dann bitte HIER entlang… dort findet ihr mein Lesetagebücher.


„Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“

von Julia Heinecke

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Dezember 2018
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808902
Seitenanzahl: 272 Seiten
Preise: 13,90€

Klappentext:
„Südbaden Anfang der 1940er-Jahre: Weil die Lebensmittelversorgung in Freiburg immer schwieriger wird, entschließen sich Miggis Eltern, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben. Während Miggi auf dem ersten Hof schlecht behandelt wird, fühlt er sich bei seiner zweiten Hütestelle fast wie zuhause. Doch der Krieg hält auch im Alltag der Bauern Einzug, und die Lage auf dem Hof eskaliert, als 1945 die Franzosen im Schwarzwald einmarschieren …“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Mit dem Roman „Kalte Weide – ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke bin ich auf ein Buch gestoßen, das mich emotional tief bewegt und gleichzeitig mit dem historischen Hintergrund intensiv mitgerissen hat. Die Autorin versteht es meisterhaft, eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, die ab der ersten Seite eine enorme Sogwirkung entfaltet.

„Heimweh zerriss ihm fast das Herz, und wieder konnte er nicht verhindern, dass seine Augen sich mit Tränen füllten, die ihn bis in den Schlaf folgten.“

[II. Kapitel, Seite 44]

Die Geschichte führt uns in das Südbaden der frühen 1940er-Jahre. Aus purem Überlebenskampf und wegen der dramatischen Lebensmittelknappheit in der Großstadt Freiburg sehen sich die Eltern des jungen Miggi gezwungen, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben.

Was heute unvorstellbar und völlig unwirklich erscheint, war damals bittere Realität: Eine Kindheit, die im Grunde gar keine sein durfte, geprägt von harter körperlicher Arbeit und dem frühen Verlust der familiären Geborgenheit.
Miggis Schicksal hat mich zutiefst erschüttert. Wie er auf seinem ersten Hof behandelt wurde, hat bei mir pures Entsetzen ausgelöst. Die emotionale Härte und die Schutzlosigkeit des Jungen mit zuerleben, tat weh. Mehr als einmal kamen mir beim Lesen selbst die Tränen, weil Miggis Heimweh und seine Sehnsucht nach der Familie so greifbar und schmerzhaft authentisch beschrieben sind. Umso mehr atmete ich auf, als er bei seiner zweiten Hütestelle endlich einen Ort gefunden hat, an dem er sich fast wie zu Hause fühlen darf.
Besonders fasziniert und erschreckt hat mich, wie Julia Heinecke das Zusammenspiel zwischen dem vermeintlich abgelegenen Bauernalltag und den großen Weltgeschehnissen darstellt. Es wird im Buch überdeutlich, dass der Zweite Weltkrieg im Schwarzwald ein ganz anderes Gesicht hatte als im zerbombten Freiburg. Und dennoch war er allgegenwärtig.
Miggi steht mittendrin in diesem Spannungsfeld: Während er versucht, auf den Höfen zu überleben, bangt er um seine Familie in der Stadt. Die Autorin zeichnet ein sehr bildhaftes und ungeschöntes Bild dieser Zeit. Die Präsenz von Zwangsarbeitern auf den Höfen und schließlich die finale Eskalation im Jahr 1945, als die französischen Truppen in den Schwarzwald einmarschieren, werden so eindringlich geschildert, dass die Bedrohung förmlich spürbar wird.
Julia Heineckes Schreibstil ist packend, feinfühlig und zeugt von einer exzellenten historischen Recherche. Sie verharmlost nichts, verfällt aber auch nicht in reine Effekthascherei. Sie gibt den einfachen Menschen und vergessenen Schicksalen dieser Epoche eine kraftvolle Stimme.
Danke für dieses eindrucksvolle Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: Ich kann das Buch „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist eine zutiefst berührende, menschliche Familiengeschichte, die noch lange nach dem Lesen der letzten Seite im Kopf widerhallt. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Kopfnote Glück“

von Luise Loewe

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 04. März 2026
Verlag: SP
Ausgabe: Hardcover, Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3819444333 (HC), 978-3695606160 (TB)
Seitenanzahl: 488 Seiten
Preise: 32,99€ (HC) 19,99€ (TB), 06,99€ (eBook)

Klappentext:
„Glück ist so flüchtig wie die Kopfnote eines Dufts. Europas Sommerresidenz Baden-Baden, 1862: Zwei, die nicht füreinander bestimmt sind, werden miteinander verheiratet. Die junge Auguste träumt von der großen Liebe, Apotheker Hieronymus sehnt sich nach Freiheit als Botaniker auf Capri. Während Auguste alles gibt, damit aus der Ehe mehr wird als bloße Notwendigkeit, zieht sich Hieronymus immer weiter von ihr zurück. Alleingelassen in der Ehe ohne Liebe, entdeckt Auguste die Welt der Düfte und versucht sich in der Kunst, ein Parfum herzustellen. Dann schlägt das Schicksal zu und verändert alles. Ausgerechnet in dieser schweren Zeit, und als sie Hieronymus am meisten gebraucht hätte, lässt er sie allein. Kopfnote Glück erzählt von Liebe, aufbrechenden Konventionen, von Verlust und Neubeginn. Und vom Duft eines Lebens, das man sich selbst ermöglicht.“

Homepage:
https://www.luiseloewe.com/kopfnoteglueck

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Luise Loewe als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe ist ein historischer Roman, der in den 1860er Jahren vorwiegend in Baden-Baden spielt und das Leben der jungen Auguste erzählt, die zwischen aufbrechenden Konventionen, schweren Verlusten und dem Mut eines Neubeginn steht.
Eines vorweg: Diese Geschichte hat mich auf eine Weise berührt, die ich selten beim Lesen erlebe. Es war ein wahres Wechselbad der Gefühle, das mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig gefesselt und nicht mehr losgelassen hat.

„»Spüren, was jemand nicht spricht, aber denkt oder nur fühlt. Solche Töne hören wir nur, wenn es still ist und das eigene Herz willens, das Gefühl zu hören.«

[Kapitel 19, Seite 154]

Was mich an diesem Buch am meisten fasziniert hat, ist die enorme und fast greifbare Entwicklung der Hauptfigur Auguste. Zu Beginn begegnen wir einer sehr jungen, träumerischen Frau, die im Jahr 1862 in eine lieblose und arrangierte Ehe gedrängt wird. Die gesellschaftlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts lassen ihr kaum Raum zum Atmen und von ihrem Ehemann Hieronymus erfährt sie anfangs fast nur Ablehnung. Doch Auguste zerbricht nicht daran. Sie wächst zu einer starken Mutter heran, die im Laufe der Handlung einen furchtbaren Schicksalsschlag erleiden muss. Ihr Weg hat mich tief bewegt: Denn trotz dieser immensen Rückschläge und des tiefen Schmerzes gibt sie sich selbst und ihren großen Traum von einem eigenen Duftwasser niemals auf. Sie kämpft für ihre Träume und für die Liebe … eine Resilienz, die mich zutiefst berührt hat.

Besonders stark fand ich, wie präzise die Autorin Luise Loewe das historische Fundament dieser Epoche nutzt, um Augustes Kampf greifbar zu machen:
Im Jahr 1862 war eine Ehefrau rechtlich und wirtschaftlich komplett unmündig. Eine arrangierte Ehe bedeutete für eine Frau damals oft das Ende jeglicher persönlicher Freiheit: Ihr Vermögen ging an den Mann über, und ohne sein Einverständnis durfte sie weder reisen, noch ein Geschäft gründen oder gar eigenständig arbeiten. Dass Auguste inmitten dieser patriarchalen Strukturen versucht die Herstellung von Parfum zu erlernen, enthält eine enorme Sprengkraft. Es ist eben kein bloßes Hobby, sondern ihr zutiefst revolutionärer Ausbruchsversuch aus einer gesellschaftlichen Gefangenschaft. 
Die Dynamik zwischen Auguste und dem Apotheker Hieronymus ist außergewöhnlich. Wer hier eine klassische, klischeehafte Liebesgeschichte erwartet, wird angenehm überrascht. Hieronymus bleibt fast bis zum Ende der Geschichte sehr undurchsichtig. Genau das verleiht der Handlung jedoch eine außerordentliche Tiefe und eine konstante, unterschwellige Spannung. Man versucht als Leser/ Leserin unwillkürlich, hinter seine Fassade zu blicken.
Diese emotionale Distanz der beiden Eheleute wird durch die zwei völlig unterschiedlichen Handlungsorte meisterhaft spürbar und fühlbar gemacht. Auf der einen Seite das elegante und glanzvolle Baden-Baden, das damals als „Sommerhauptstadt Europas“ die internationale Elite, Monarchen und Künstler anzog. Doch hinter dieser prunkvollen, glitzernden Fassade der Kurstadt verbarg sich für Auguste ein unheimlich enges Korsett aus gesellschaftlichen Zwängen und Verpflichtungen. Auf der anderen Seite steht die Sehnsucht nach dem fernen, wilden und freien Capri, wohin es den Botaniker Hieronymus zieht. Die geografische Trennung spiegelt die Zerrissenheit ihrer beiden Seelen perfekt wider. 
Ein besonders schönes Element ist das Thema der Parfumherstellung. Entgegen meiner ersten Erwartung nimmt dieses Thema gar nicht so extrem viel Raum in der Geschichte ein. Und genau das fand ich perfekt gelöst. Die Welt der Düfte ist nicht überladen, sondern wird wohlstrukturiert und fein dosiert eingesetzt. Das was beschrieben wird, ist dafür umso intensiver: Ich konnte die Aromen und Essenzen beim Lesen förmlich riechen. Zudem habe ich ganz nebenbei eine Menge über die faszinierende historische Geschichte der Duftwasser gelernt. Die Düfte werden zu einem Symbol für Augustes Befreiung und für das Glück, das man sich selbst ermöglichen muss.

Herzlichen Dank liebe Luise Loewe für dieses berührende und gleichzeitig wunderschöne Leseerlebnis – und das signierte Rezensionsexemplar. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung „Herznote Liebe“.

Fazit: Der historische Roman „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe hält genau das, was der Klappentext verspricht: Es ist eine Geschichte über aufbrechende Konventionen, Verlust und den Mut zum Neubeginn. Die Kernbotschaft, die mich nach dem Lesen begleitet, ist klar: Gib niemals deine Träume auf, egal wie schwer die Schicksalsschläge auch sein mögen. Für mich ein absolutes Lese-Highlight! 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Das Rad der Welt“

von Hendrik Lambertus

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2026
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499016875
Seitenanzahl: 624 Seiten
Preise: 15€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Lüneburg um 1300. Die junge Agnes leidet unter den Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, der entschlossen ist, seine Tochter an einen Adeligen zu verheiraten. Doch Agnes‘ Liebe gilt der Wissenschaft: Begeistert studiert sie Werke der Naturkunde und Geografie. Sie erstellt Skizzen für eine eigene Darstellung der Welt, eine Karte, in die ihr gesamtes Wissen einfließen soll.
Bei ihrer Recherche begegnet sie dem jungen Krämer Liudger, der ihre Leidenschaft teilt und in den sie sich verliebt. Sie plant, mit ihm davonzulaufen, den Standeszwängen zu entfliehen und endlich etwas von der Welt zu sehen, als ihr Vater hinter die Affäre kommt und sie zur Buße für den Rest ihrer Tage ins Heidekloster Ebstorf schickt.
Agnes ist verzweifelt, bis sie den großen Wissensschatz des Klosters entdeckt: die Bibliothek. Während ihr Traum zu reisen in unerreichbare Ferne rückt, wächst die Entschlossenheit, ihre Karte fertigzustellen. Ein prunkvolles Dokument, das die Welt als großes Ganzes abbildet – eine Karte, die in die Geschichte eingehen könnte. Wenn es Agnes gelingt, sie zu vollenden ..“


Homepage:
https://www.hendrik-lambertus.de/buecher/historische-romane/das-rad-der-welt

https://www.rowohlt.de/buch/hendrik-lambertus-das-rad-der-welt-9783499016875

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Als begeisterte Leserin von historischen Romanen suche ich immer nach Geschichten, die mich nicht nur gut unterhalten, sondern mich auch tief in die damalige Epoche eintauchen lassen. Mit dem über 600 Seiten starken Schmöker „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus bin ich fündig geworden und eines vorweg: Dieser Roman ist ein Meisterwerk – genau so muss ein guter historischer Roman sein: Emotional, lehrreich und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ich muss gestehen, dass ich vor der Lektüre noch nie etwas von der berühmten „Ebstorfer Weltkarte“ gehört hatte. Doch nach diesem Buch bin ich restlos fasziniert von ihrer (möglichen) Geschichte.

Der Einstieg in den Roman fiel mir unglaublich leicht. Der Autor besitzt einen sehr angenehmen und bildhaften Sprachstil, der mich ab der ersten Seite regelrecht in die Geschichte hineingezogen hat. Die Schauplätze, das geschäftige Lüneburg um 1300 und das spätere Heidekloster Ebstorf, werden so lebendig beschrieben, dass ich die Atmosphäre während des Lesens richtig spüren konnte. 
Im Mittelpunkt steht die junge (fiktive) Agnes, die ich unheimlich schnell ins Herz geschlossen habe. Sie ist keine makellose, typische Heldin, sondern eine wunderbar ambivalent und tiefgründig gezeichnete Figur. Agnes brennt für die Wissenschaft und Geografie, muss aber unter den grausamen Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, leiden. Obwohl sie immer wieder mit sich hadert, herbe Rückschläge erleidet und an den harten Standeszwängen zu zerbrechen droht, gibt sie sich und ihre Träume niemals auf. Seine Tochter wegen einer nicht standesgemäßen Liebe für den Rest ihres Lebens in ein Kloster zu verbannen, ist aus heutiger Sicht ein unvorstellbar heftiger Akt. Umso spannender und faszinierender fand ich es zu erleben, wie Agnes im Kloster Ebstorf ihren ganz eigenen Weg geht – und dort auch gehen darf. Das Kloster entpuppt sich als Ort, an dem sie geschützt ist und die seltene Möglichkeit bekommt, sich intellektuell weiterzubilden.
Die Liebesgeschichte zwischen Agnes und dem jungen (ebenfalls fiktiven) Krämer Liudger hat mich zutiefst berührt. Da die beiden auch nach Agnes‘ Verbannung den Kontakt nicht verlieren, bleibt das emotionale Band durchgehend spürbar. Die Romanze wirkt zu keinem Zeitpunkt kitschig oder aufgesetzt, sondern ist extrem stark und glaubwürdig erzählt. Ich habe bis zum Schluss ununterbrochen mit den beiden mitgefiebert.

Besonders begeistert hat mich die Verwebung von Fiktion und Realität. Die Entstehungsgeschichte der „Ebstorfer Weltkarte“, wie Hendrik Lambertus sie hier aufbaut, wirkt auf mich absolut authentisch, fundiert und glaubhaft. Beim Lesen dachte ich mir immer wieder: Ganz genau so könnte es sich damals tatsächlich abgespielt haben! Man spürt in jeder Zeile das fundierte historische Wissen des Autors, das er jedoch mit einer ungeheuren Leichtigkeit vermittelt.
Danke für dieses großartige Leseerlebnis und ein herzliches Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der historische Roman „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus ist emotional, lehrreich und bis zur letzten Seite extrem spannend. Ich empfehle dieses Buch von ganzem Herzen allen Leserinnen und Lesern, die Lust auf einen historischen Schmöker der Superlative haben. Ein echtes Lese-Highlight und absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Weiße Westen, schwarze Nächte“

von Sabine Hofmann

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2026
Verlag: Aufbau
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3841240491
Seitenanzahl: 351 Seiten
Preise: 13€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Zwischen Wirtschaftswunder und Halbwelt tummeln sich die Spione. 
Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss ist gewitzt, unabhängig – und verzweifelt. Um für ihre kranke Schwester Elsa sorgen zu können, hat sie keine andere Wahl, als zu tun, was sie am besten kann: Einbrüche verüben. Eines Tages fallen Hedy dabei gefährliche Informationen in die Hände, mit denen Elsa leichtfertiger umgeht, als es den beiden Schwestern guttut. Plötzlich schweben die beiden in höchster Gefahr, und Hedy muss sich entscheiden, wie weit sie bereit ist zu gehen, um Elsa und sich zu schützen. 
Eine junge Frau gerät zwischen die Fronten des deutsch-deutschen Spionagekriegs – der erste Fall für die Meisterdiebin Hedy Voss.“


Homepage:
https://sabinehofmann.net

https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/weisse-westen-schwarze-nachte/978-3-7466-4246-8

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von den Aufbau Verlagen als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Der Kriminalroman „Weiße Westen, schwarze Nächte“ war mein erstes Buch von Sabine Hofmann. Und ich kann jetzt schon eines vorweg nehmen: Es wird sicher nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.

Was mich von der ersten Seite an fasziniert hat, ist die dichte und einnehmende Atmosphäre des Romans. Sabine Hofmann versteht es wunderbar, das Ruhrgebiet der 1960er Jahre lebendig werden zu lassen. Man spürt förmlich den Umbruch dieser Zeit: Das Revier verändert sich rasant, die Kohleförderung geht zurück, und überall prägen riesige Baustellen das Stadtbild. Dieses Gefühl zwischen dem alten „Stahl-und-Ruß-Alltag“ und dem ungestümen Drang nach Modernisierung bildet die perfekte, fast greifbare Kulisse für die düsteren Schatten des Kalten Krieges.

Im Zentrum steht Hedy Voss, eine Protagonistin, mit der ich erst warm werden musste. Sie ist kein offenes Buch, denn ihr Charakter ist undurchsichtig und von Geheimnissen umhüllt. Doch gerade diese Distanz machte es spannend. Je tiefer ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr konnte ich ihre emotionale Zerrissenheit nachfühlen. Die Art und Weise, wie sie für ihre kranke Schwester Elsa sorgt hat mich tief berührt. Beide Schwestern sind außergewöhnlich komplex gezeichnet und bringen eine Tiefe mit, die man in diesem Genre selten so intensiv findet.
Besonders beeindruckt haben mich die Szenen, die in die Vergangenheit der Schwestern führen. Jedes Mal, wenn sich dort wieder etwas mehr der Nebel lichtete, wurde die Geschichte noch greifbarer. Die Handlung ist insgesamt durchaus komplex, doch die Autorin hält die Balance perfekt: Das persönliche Schicksal von Hedy und Elsa ist so eng mit den politischen Verwicklungen der Starfighter-Affäre und dem deutsch-deutschen Spionagekrieg verknüpft, dass es gleichermaßen informativ wie hochspannend bleibt. Sabine Hofmanns Sprachstil ist detailliert und packend und auch wenn man anfangs viele Handlungsfäden und Charaktere sortieren muss, führt sie zum Ende hin alles meisterhaft zusammen und schafft dadurch ein packendes Leseerlebnis, das vor allem im Finale eine enorme Spannung entwickelt. 
Und nun freue ich mich auf hoffentlich weitere Teile über und mit Hedy Voss.

Fazit: Der Kriminalroman „Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann ist ein absolutes Muss für alle, die historische Krimis mit Tiefgang und einer starken, wenn auch geheimnisvollen weiblichen Hauptfigur lieben. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Der Rosenhof“

von Priska Buchsbaum

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Februar 2026
Verlag: Goldmann
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3442495511
Seitenanzahl: 736 Seiten
Preise: 15€ (TB), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Freiburg im Breisgau 1914: Als ihr einziger Sohn in den Krieg zieht, muss die vermögende Witwe Else das Weingut ihrer Familie, den Rosenhof, allein weiterführen. Zwei junge Frauen, die ebenfalls auf sich gestellt sind, finden dort Zuflucht: Helene und Pauline. Die Krankenschwester Helene arbeitet in einem Freiburger Lazarett und ist insgeheim dankbar für die Abwesenheit ihres herrschsüchtigen Ehemanns. Pauline dagegen möchte möglichst nah an der Grenze zu Frankreich sein, wo sowohl ihr Bruder als auch ihre heimliche Liebe, der Franzose André, kämpfen. Noch ahnen die drei Frauen nicht, dass ihre Schicksalsgemeinschaft auf dem Rosenhof ihr Leben für immer verändern wird …“

Homepage:
https://www.priska-locascio.com/priska-buchsbaum-1

https://www.penguin.de/buecher/priska-buchsbaum-der-rosenhof/taschenbuch/9783442495511

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Manchmal liest man ein Buch, das einem nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern den Blick auf die eigene Heimat für immer verändert. So ging es mir mit „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum. Als Freiburgerin war dieser historische Roman für mich ein ganz besonderes Erlebnis, das mich tief bewegt und zugleich sprachlos zurückgelassen hat.

Wir schreiben das Jahr 1914 in Freiburg im Breisgau. Der Erste Weltkrieg bricht aus und reißt Lücken in das Leben der Menschen. Auf dem Weingut „Rosenhof“ bildet sich eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft aus drei Frauen: Die vermögende Witwe Else, die Krankenschwester Helene und die junge Pauline.

Was mich an diesem Buch besonders nachhaltig beeindruckt hat, ist die Darstellung des Ersten Weltkriegs fernab der Schützengräben. Da Freiburg so nah an der französischen Grenze liegt, war die Stadt eine der ersten in Deutschland, die den modernen Luftkrieg in seiner ganzen Härte zu spüren bekam. Die Schilderungen der heftigen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung haben mich traurig und sprachlos gemacht. Mir war das Ausmaß dieser frühen Angriffe auf meine Heimatstadt in dieser Form nicht bewusst.
Ein ganz persönlicher Moment war für mich die Erwähnung des Lazaretts indem Helene als Krankenschwester arbeitet: Die Autorin beschreibt ein Lazarett in einer Schule, die sich ganz in der Nähe meines heutigen Wohnhauses befand. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, und ohne dieses Buch hätte ich nie geahnt, welche dramatischen Szenen sich dort, wo ich heute lebe, abgespielt haben. Die Schilderungen des Lazarett-Alltags sind ungeschönt und machen das Leid der Verwundeten greifbar, ohne dabei den Respekt vor den Schicksalen zu verlieren.
Obwohl Else, Helene und Pauline charakterlich völlig unterschiedlich sind, hat mich ihre gemeinsame Stärke fasziniert. Jede trägt ihr eigenes Päckchen, doch in der Krise finden sie auf dem Rosenhof zusammen. Diese Darstellung weiblicher Solidarität in einer Zeit des Umbruchs ist der emotionale Anker der Geschichte.
Ein großes Lob verdient auch der Sprachstil von Priska Buchsbaum. Sie schreibt wunderbar eindringlich und so detailliert, dass man das Gefühl hat, den Duft der Reben auf dem Rosenhof in der Nase zu haben oder den Staub der Freiburger Straßen zu spüren. Trotz der historischen Tiefe und der vielen Details kam niemals Langeweile auf. Die Sprache ist so lebendig und packend, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen. Es ist diese perfekte Mischung aus informativer Geschichtsschreibung und emotionalem Storytelling, die diesen über 700 Seiten starken Schmöker, so lesenswert und unvergesslich macht.

Danke für dieses lehrreiche und emotionale Leseerlebnis.

Fazit: Der historische Roman „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum ist eine Liebeserklärung an die Widerstandskraft der Frauen und ein wichtiges Stück Freiburger Zeitgeschichte. Wer packende Schicksale mag und Freiburg einmal mit ganz anderen Augen sehen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird.

_ _ _

„Melodie der Neuen Welt – Auftakt in New York“

von Susanne Popp

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. April 2026 (eBook), 29. April 2026 (Taschenbuch)
Verlag: S. Fischer Verlage
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3596712656
Seitenanzahl: 544 Seiten
Preise: 13€ (TB), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Melodie der neuen Welt“ 01/ 02

Klappentext:
„1850: Dorettas Familie hat schon in Deutschland Klaviere gebaut. Jetzt wagt sie den Sprung nach New York. Trotz harter Arbeit ist der Anfang schwer in den Mietskasernen des deutschen Viertels, aber Doretta findet als Klavierlehrerin Eingang in die Prachthäuser der Reichen. Instrumente von Steinway & Sons werden zum »Must-have« der New Yorker Gesellschaft.
1925: Dorettas Urenkelin Florence begibt sich auf die Suche nach den deutschen Wurzeln ihrer Familie und stößt dabei auf Schweigen und Geheimnisse, die sie sich nicht erklären kann. Wie einst Doretta vor fünfundsiebzig Jahren fragt auch sie sich, wer sie wirklich ist und wo sie ihr Glück finden kann.“


Homepage:
https://susannepopp.de

https://www.fischerverlage.de/buch/susanne-popp-melodie-der-neuen-welt-auftakt-in-new-york-9783596712656

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Melodie der Neuen Welt – Auftakt in New York“ von Susanne Popp ist ein bewegender Roman zwischen Little Germany und dem Glanz der Zwanziger Jahre. 

»Frauen haben oftmals den klareren Blick. Sie erkennen, was möglich ist und was nicht, während die Männer sich nicht selten von ihrem Ehrgeiz zu riskanten Unternehmungen verleiten lassen und von ihrer Wichtigkeit so überzeugt sind, dass sie über das Ziel hinausschießen.«

[Kapitel „1856“]

Ich habe schon einige Reihen über die deutsche Auswanderungsgeschichte in den USA gelesen, aber Susanne Popp hat mich mit dem Auftakt ihrer neuen Dilogie noch einmal ganz neu begeistert. Es ist eine Geschichte, in die ich tief abtauchen und alles um mich herum vergessen konnte und bei der ich nebenbei noch einiges gelernt habe.

Die Handlung ist auf zwei faszinierenden Zeitebenen miteinander verwoben: 1850 begleiten wir Doretta, deren Familie in Deutschland Klaviere baute und nun in New York bei Null anfangen muss. In den engen Mietskasernen des Little Germany von Manhattan ist das Leben hart, doch Doretta und ihre Familie kämpfen sich mit großen Ehrgeiz bis in die Oberschicht vor. 1925 begibt sich ihre Urenkelin Florence auf eine geheimnisvolle Spurensuche nach ihren Wurzeln und stößt dabei auf ein Schweigen, das viele Fragen aufwirft.

Susanne Popp schafft es meisterhaft, das New York der Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Dieses historische New York war ein völlig anders als das heutige New York und doch fühlt es sich während des Lesens absolut greifbar an. Besonders die Einblicke in das quirlige Little Germany haben mich sehr berührt.
Der Name „Steinway & Sons“ war mir natürlich ein Begriff, aber die Geschichte hinter dem Aufbau dieses Weltunternehmens mit deutschen Wurzeln so hautnah mitzuerleben, war unglaublich spannend. Besonders fasziniert hat mich dabei, die Frauen hinter der Firma kennenzulernen. Es war erschütternd und zugleich fesselnd zu sehen, wie wenig Rechte die Frauen damals hatten und gegen welche Widerstände sie ankämpfen mussten, während die Männer das Imperium aufbauten und die Frauen zur Randnotiz in den Geschichtsbüchern wurden.
Anfangs musste ich mich sortieren und orientieren, da es viele Namen und Akteure gibt und es eine Menge Verbindungen zu behalten gilt, aber irgendwann war ich so in der Geschichte angekommen und die Schicksale der vielen Figuren ließen mich nicht mehr los. Es ist absolut faszinierend, wie die beiden Ebenen nach und nach ineinandergreifen und zu einer großen und ganzen Geschichte verschmelzen.
Aber Achtung: Diese Geschichte endet mit einem absoluten Cliffhanger. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Teil in den Händen zu halten, um endlich zu erfahren, wie sich die Familiengeheimnisse auflösen. Der zweite Band erscheint voraussichtlich im Februar 2027.

Danke für dieses großartige und gleichzeitig lehrreiche Leseerlebnis. 

Fazit: Das Buch „Melodie der Neuen Welt- Auftakt in New York“ von Susanne Popp ein gut recherchierter historischer Roman über starke Frauen, die Suche nach der eigenen Identität und dem Mut des Neuanfangs. Sehr lesenswert. 

_ _ _

„Sommersehnsucht und Glücksgefühle“

von Anja Saskia Beyer

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. September 2025
Verlag: SP
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3819431029
Seitenanzahl: 291 Seiten (TB), 251 Seiten (eBook)
Preise: 14,99€ (TB), 02,24€ (eBook)
Reihe: „Liebe auf Capri“, Band 03 von 03

Klappentext:
„Auf einer traumhaften Hochzeit auf Capri fühlt sich Ann als Single fehl am Platz. In Berlin hat sie gerade alles verloren – ihr WG-Zimmer, ihren Job als Grafikdesignerin, ihre Richtung. Auf der sonnendurchfluteten Insel bei ihren Schwestern hofft sie auf einen Neuanfang – irgendwo zwischen Zitronenduft, Meeresrauschen und vertrauter Nähe.
Doch gleich bei ihrer Ankunft begegnet sie einem geheimnisvollen Mann, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Zurückhaltend, rätselhaft – und mit eigenen Plänen für Capri. Der Journalist Phil und Ann geraten immer wieder aneinander. Und doch wächst da etwas zwischen ihnen – leise, widerspenstig, überraschend.
Als die beiden gezwungen sind, eine Nacht unter einem Dach zu verbringen, spüren sie das gefährliche Knistern. Doch beide kämpfen gegen ihre aufkommenden Gefühle.
Bald steht Ann vor einer Entscheidung: Schafft sie es, ihre Ängste zu überwinden und die Liebe zuzulassen – oder verliert sie ihre Chance auf Glück für immer?“


Homepage:
https://www.anja-saskia-beyer.com

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Sommersehnsucht und Glücksgefühle“ von Anja Saskia Beyer ist der dritte und abschließende Band der Reihe „Liebe auf Capri“. 

Es erzählt die Geschichte der dritten Schwester Ann, die nach einer schweren Zeit in Berlin und ohne Job als Grafikdesignerin und ohne WG-Zimmer buchstäblich vor dem Nichts steht. Auf einer traumhaften Hochzeit auf Capri fühlt sie sich als Single zunächst völlig fehl am Platz, hofft aber zwischen Meeresrauschen und der vertrauten Nähe ihrer Schwestern auf einen Neuanfang.
Wie bei den vorherigen Bänden „Sommersehnsucht und Limonenblüten“ und „Sommersehnsucht und Meeresglitzern“ stellte sich bereits nach den ersten Seiten bei mir erneut dieses wunderschöne Gefühl des „Nach-Hause-Kommens“ ein. Es war herrlich, wieder in die sonnendurchflutete Landschaft der Insel Capri einzutauchen, aber das eigentliche Highlight war das Wiedersehen mit den vielen liebgewonnenen Figuren.
Anns persönliche Reise hat mich tief berührt, denn ich konnte mich so gut in sie hineinversetzen: Ihre Ängste, das Gefühl, manchmal vergessen zu werden oder die Richtung im Leben verloren zu haben, waren für mich absolut greifbar. Dass sie trotz dieser Zweifel den Mut aufbringt, sich neu zu erfinden, macht diesen Roman für mich so besonders und vor allem inspirierend.
Auch das Knistern zwischen ihr und dem rätselhaften Journalisten Phil hat mich gefesselt. Phil ist zurückhaltend und verfolgt eigene Pläne auf der Insel, was dazu führt, dass die beiden immer wieder aneinandergeraten. Ja, es gab Momente, in denen ich die beiden am liebsten geschüttelt hätte, weil man sich einfach wünscht, dass sie schneller zueinanderfinden. Aber letztlich habe ich dieses langsame und widerspenstige Annähern, total genossen. 
Was mich besonders überrascht hat: Die Handlung wird teilweise richtig spannend. Durch Phils Geheimnisse und die rätselhaften Umstände auf der Insel konnte ich das Buch an vielen Stellen nur schwer aus der Hand legen. Diese Mischung aus Romantik und fesselnden Momenten hat mich stellenweise nur so durch die Seiten fliegen lassen. 

Danke für dieses erneut wunderbare Leseerlebnis.

Fazit: „Sommersehnsucht und Glücksgefühle“ ist ein hochemotionaler und mitreißender Abschluss der wunderbaren Trilogie „Liebe auf Capri“.
Anja Saskia Beyer zeigt meisterhaft, dass man auch nach einem tiefen Fall die Chance auf ein neues Glück ergreifen kann. Ein absolutes Wohlfühlbuch mit Suchtfaktor. Sehr lesenswert. 

_ _ _

„Sommersehnsucht und Meeresglitzern“

von Anja Saskia Beyer

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2025
Verlag: Tinte&Feder
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-2496714944
Seitenanzahl: 283 Seiten
Preise: 11,99€ (Taschenbuch), 02,49€ (eBook)
Reihe: „Liebe auf Capri“, Band 02 von 03

Klappentext:
„Als ihre Ehe kriselt, fährt die Architektin Lina mit ihrer Tochter Marie nach Capri zu ihren Schwestern. Sie liebt die Insel, doch warum hat ihr verstorbener Großvater sie alle stets ferngehalten? Und warum will Marie auf einmal das Abi schmeißen?
Nachdenklich streift Lina über die Insel, entdeckt ein zauberhaftes verfallenes Häuschen – und trifft den attraktiven Schreiner Luca. Spontan beauftragt er sie, es mit ihm zu restaurieren. Zwischen Lavendel und Orangenbäumen kommen die beiden sich näher. Als sie mitbekommt, dass ihre Großväter sich kannten, hofft Lina, endlich mehr zu erfahren. Tatsächlich stoßen die Schwestern dank Luca auf ein Familiengeheimnis. Doch auch er trägt etwas mit sich herum.“


Homepage:
https://www.anja-saskia-beyer.com

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das eBook habe ich mir selbst gekauft

_ _ _

_ _ _

Nachdem ich den ersten Band „Sommersehnsucht und Limonenblüten“ der Reihe „Liebe auf Capri“ von Anja Saskia Beyer vor einiger Zeit gelesen hatte, war ich mit dem zweiten Band „Sommersehnsucht und Meeresglitzern“ sofort wieder mittendrin und zurück im Geschehen. Anja Saskia Beyer schafft es meisterhaft, eine Vertrautheit zu erzeugen, die mich direkt an die bekannten Orte auf Capri zurückführte und mich liebgewonnene Figuren wie gute Freunde wiedersehen ließ.

Das absolute Highlight war für mich das fantastische Insel-Feeling. Die Beschreibungen der Schauplätze sind so lebendig, dass ich beim Lesen richtig Lust bekommen habe, Capri irgendwann selbst zu besuchen. Besonders spannend fand ich die Frage, warum der verstorbene Großvater seine Enkelinnen stets von der Insel ferngehalten hat. Die Suche der Schwestern nach der Wahrheit und die letztliche Aufklärung der Familiengeheimnisse haben die Spannung durchweg hochgehalten.
Die Liebesgeschichte zwischen der zutiefst verletzten Architektin Lina und dem geheimnisvollen Schreiner Luca ist wunderschön und romantisch erzählt. Als Lina in ihrer Ehekrise nach Capri flieht und dort auf Luca trifft, beauftragt er sie spontan, mit ihm ein zauberhaftes, verfallenes Häuschen zu restaurieren. Auch wenn die Renovierung für mich eher im Hintergrund stand, bot sie den perfekten Rahmen für die Annäherung der beiden sympathischen Figuren. Die leisen Zwischentöne und kleinen Missverständnisse zwischen Lavendel und Zitronenbäumen machten ihre Geschichte sehr greifbar, zumal auch Luca ein eigenes Geheimnis mit sich herumträgt.
Was dem Buch für mich eine ganz besondere Tiefe verliehen hat, war die zusätzliche Ebene der Mutter-Tochter-Beziehung. Maries plötzlicher Wunsch, das Abi zu schmeißen, gab der Geschichte eine sehr realistische und emotionale Dynamik. 
Es ist eine Geschichte, in der ich mich rundum wohl gefühlt habe. Herzlichen Dank für dieses wunderbare Lesevergnügen. 

Fazit: „Sommersehnsucht und Meeresglitzern“ von Anja Saskia Beyer ist ein wunderbarer Wohlfühlroman, der mein Fernweh geweckt hat und mich mit einer perfekten Mischung aus Romantik und verzwickter Familiengeschichte überzeugt hat. Sehr lesenswert. 

_ _ _

„Das Leuchten von Ligurien“

von Cristina Caboni

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. März 2026
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3734115035
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)

Klappentext:
„Ein Wein, der auf dem Meeresgrund gereift ist – so etwas hat Adeline noch nie gehört. Der edle Tropfen ist von Miranda, einer alten Dame, die im Rathaus von Nizza, Adelines Arbeitsplatz, nach Hinweisen auf ihren tot geglaubten Sohn gesucht hat. Sie ist überzeugt, ihn auf der Straße gesehen zu haben. Adeline, die sich als Archivarin leidenschaftlich für Familienforschung interessiert, fasst sich ein Herz und reist zu Miranda nach San Remo, in die Stadt der Blumen, traumhaften Buchten und malerischen Strände, um Nachforschungen anzustellen. Das Geheimnis, das sie ans Licht bringt, führt sie auf die Spur ihrer eigenen Vergangenheit …“

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/cristina-caboni-das-leuchten-von-ligurien/taschenbuch/9783734115035

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Das Leuchten von Ligurien“ von Cristina Caboni ist ein Roman, der eine tiefgründige Geschichte über zwei Frauen erzählt, die sich gegenseitig Halt geben, während sie nach Antworten auf die großen Fragen ihrer Vergangenheit suchen. 

»Alles, was in deinem Leben passiert ist, gehört zu dir, es hat dich geformt, dazu beigetragen, dich zu der Frau zu machen, die du bist.«

[Kapitel 26, Seite 274]

Es ist eine Geschichte, die mich nicht nur geografisch mitgenommen hat, sondern vor allem emotional. Cristina Caboni schafft es meisterhaft, zwei völlig unterschiedliche Schauplätze lebendig werden zu lassen: Das quirlige, lebhafte Nizza auf der einen Seite und das ruhige, traditionsreiche Weingut in Ligurien auf der anderen. Dieser Kontrast hat mich sofort in den Bann gezogen und eine Atmosphäre geschaffen, in die ich vollkommen abtauchen konnte.
Die Protagonistin Adeline ist eine unglaublich facettenreiche Figur. Ihre Leidenschaft für die Archivarbeit und die Familienforschung ist auf jeder Seite spürbar. Besonders berührt hat mich jedoch die Dynamik mit der alten Dame Miranda. Miranda ist verzweifelt auf der Suche nach ihrem tot geglaubten Sohn, und genau diese Suche führt sie und Adeline zusammen. Es entsteht eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden, während sie gemeinsam versuchen, das Rätsel zu lösen. Dass sich dabei auch Adelines eigene Hintergrundgeschichte nach und nach wie ein Puzzle zusammen setzt, hat mich völlig in die Geschichte hineingezogen und ich konnte das Buch nur schwer aus den Händen legen. 
Ein faszinierendes Detail war für mich das Thema Wein, insbesondere der Wein, der auf dem Meeresgrund reift. Dieser Wein verleiht der Geschichte eine ganz besondere, fast geheimnisvolle Note. Außerdem habe ich durch die kleinen Sachtexte über jedem Kapitel viel neues Wissen zum Thema Wein dazu gewonnen. 
Obwohl das Setting wunderschön ist, war es für mich vor allem die Suche nach der eigenen Identität und den Wurzeln, die mich am meisten überzeugt hat. Hier finde ich den italienischen Originaltitel „Das Mädchen ohne Wurzeln“ fast noch treffender als den deutschen Titel, da er den Kern der Geschichte perfekt einfängt.

Danke für dieses großartige Leseerlebnis. 

Fazit: „Das Leuchten von Ligurien“ von Cristina Caboni ist ein absolut mitreißender Roman, durch dessen Handlung ich förmlich geflogen bin. Es ist eine Geschichte, die in meinem Kopf, vor allem aber in meinem Herzen bleiben wird. Sehr sehr lesenswert. 

_ _ _

„Im Jahr der Waldblüte“

von Bettina Seidl

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. März 2026
Verlag: dtv
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-423-22115-3
Seitenanzahl: 464 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„In den Bergen ist Freiheit
Alle sieben Jahre blüht der Wald. So auch 1940 bei der Geburt von Babette Koller in einem Bergbauernhof oberhalb von Berchtesgaden. Seitdem ist ihr Leben eng mit dem Rhythmus der Natur verbunden. 
Immer wenn der Wald blüht, nimmt Babettes Leben eine entscheidende Wende.
Von der Mutter gedrängt, heiratet sie mit 21 in eine angesehene Familie, obwohl sie einen anderen liebt. Nur ihrer kleinen Tochter Anna zuliebe fügt sie sich 14 Jahre in eine Ehe, die ihr kaum Freiraum lässt. Ganz anders ihre Schulfreundin Burgi, die früh der Enge ihres Elternhauses entflieht und ihrem Drang nach Freiheit unbeirrt folgt. Beide Frauen zahlen einen hohen Preis, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aber sie gehen konsequent ihren Weg.
Zwei ergreifende Frauenschicksale.
Ein uraltes Handwerk.
Ein Leben im Einklang mit der Natur.


Homepage:
https://www.dtv.de/buch/im-jahr-der-waldbluete-22115

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Im Jahr der Waldblüte“ von Bettina Seidl ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt und eine emotionale Geschichte über eine lebenslange Freundschaft und der Suche nach persönlicher Freiheit erzählt.

„Alles in meinem Leben hat genau zu diesem Moment geführt, dachte Babette zufrieden.“

[Seite 78, Kapitel 11]

Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich diese emotionale Geschichte vollkommen in ihren Bann gezogen und mich tief berührt und gleichzeitig fasziniert zurückgelassen. Es ist eines dieser Bücher, von denen ich weiß, dass die Figuren noch lange einen festen Platz in meinem Herzen behalten werden.
Im Zentrum der Geschichte stehen Babette und ihre Schulfreundin Burgi: Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Babette, die ich ab der ersten Seite ins Herz geschlossen habe, verkörpert eine beeindruckende stille Stärke. Geboren 1940 auf einem Bergbauernhof bei Berchtesgaden, ist ihr Leben von Anfang an untrennbar mit dem Rhythmus der Natur verwoben. Ihr Weg führt sie in eine traditionelle, beengende Ehe, in der sie sich nur ihrer Tochter Anna zuliebe fügt.
Burgi hingegen war für mich ein Charakter, dem ich mich erst langsam annähern musste. Doch gerade diese anfängliche Distanz machte ihre Entwicklung umso spannender. Sie bildet das notwendige, fast rebellische Gegengewicht zu Babettes eher traditionellem Leben und zeigt uns, welchen Preis Frauen zahlen mussten, um aus der Enge ihres Elternhauses auszubrechen.
Es spielen noch einige weitere Figuren große und kleine Rollen. Sie alle konnten mich mit ihren interessanten Lebensgeschichten und ihren starken Zeichnungen überzeugen und sie bilden ein sehr authentisches Bild der Gesellschaft von damals und heute ab.

Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist die atmosphärische und einnehmende Dichte. Die seltene Waldblüte ist hier nicht nur eine Kulisse, sondern ein schicksalhafter Taktgeber. Immer wenn der Wald blüht, nimmt Babettes Leben eine entscheidende Wende. Bettina Seidl schafft es meisterhaft, diese Naturverbundenheit so greifbar zu beschreiben, dass die Geschichte etwas fast schon Magisches bekommt, ohne dass diese dabei an Bodenhaftung verliert.
Ich möchte nicht zu viel verraten, um niemandem die wunderbare Leseerfahrung zu nehmen, aber es gab Momente, in denen ich die Tränen kaum zurückhalten konnte. Die Schicksalsschläge sind so unmittelbar und echt erzählt, dass ich den hohen Preis, den beide Frauen für ihre Selbstbestimmung zahlen, körperlich spüren konnte. Besonders beeindruckt hat mich dabei das Zusammenspiel der zwei Erzählebenen. Auch wenn mir im Laufe der Lektüre immer klarer wurde, wie die Fäden zusammenlaufen, konnte ich das Buch gerade zum Ende hin kaum noch aus der Hand legen.

„Selber über das eigene Leben zu entscheiden, das hatte sie gelernt, war das höchste Gut, das es in einem Menschenleben gab.“

[Seite 94, Kapitel 14]

Danke für dieses großartige und unvergessliche Leseerlebnis. 

Fazit: Der Roman „Im Jahr der Waldblüte“ von Bettina Seidl ist eine Hommage an die tiefe Verbindung zur Natur, das unschätzbare Glück eine beste Freundin zu haben und die Erkenntnis, dass unsere Vergangenheit uns immer begleitet. Alles, was passiert ist, formt uns zu den Menschen, die wir heute sind. Für mich ist diese wundervoll erzählte Geschichte ein absolutes Jahreshighlight. Unbedingt lesen.

_ _ _