Wenn Bücher tanzen …

... oder Bücher uns zum Tanzen bringen!

Ihr Lieben,
Welcher Bücherwurm kennt dieses Gefühl nicht: Man schlägt ein Buch auf, atmet den Duft des Buches ein, liest die ersten Worte, den ersten Satz, den ersten Abschnitt – und da passiert es: Die Gedanken beginnen zu Tanzen, die Geschichte nimmt in unserem Kopf immer mehr Gestalt an. Figuren werden zu Freunden, manch andere Figuren auch zu Feinden.
Das Buch bittet uns zum Tanz, und wir tanzen mit.

Ich wünsche euch auf meinem Blog „Büchertanz“ ganz viel Vergnügen


Eure



Ihr möchtet wissen, was ich gerade lese? Dann bitte HIER entlang… dort findet ihr mein Lesetagebücher.


„Eifelfrauen – Der Ruf der Nachtigall“

von Brigitte Riebe

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2024
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Hardcover, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3805201032
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preis: HC: 23,00€, eBook: 17,99€
Reihe: „Eifelfrauen 02/02“

Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/reihe/eifelfrauen

Klappentext:
„Altenburg, 1945: Wiesen voller Orchideen im Frühling, Heuernten in der Sommersonne, stille Landschaften im Herbstnebel. Klara und Mia Fuchs wachsen als Schwestern auf einem idyllischen Bauernhof in der Eifel auf. Die beiden sind unterschiedlich wie Tag und Nacht: Während Mia alle Blicke auf sich zieht und die Menschen mit ihrer ungezwungenen Art für sich einnimmt, ist Klara nachdenklich und in sich gekehrt. Nur wenn sie singt, fällt alle Schüchternheit von ihr ab. Ihre glockenhelle Stimme verzaubert jeden, der ihr zuhört. Als der tschechische Sänger Pavel auf dem Hof Schutz sucht, nimmt das Leben der Schwestern eine unerwartete Wendung …“

Hinweise:
Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Band „Die Eifelfrauen – Das Haus der Füchsin“ noch nicht gelesen habt, dies aber noch machen wollt. Spoilergefahr!
Meine ausführliche Rezension zum ersten Band findet ihr hier: „Eifelfrauen – Das Haus der Füchsin“
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– 
Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_

Das Buch „Eifelfrauen – Der Ruf der Nachtigall“ von Brigitte Riebe ist der zweite Band der historischen Romanreihe und spielt in den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs und zeigt wie die beiden Töchter von Johanna Fuchs ihr Leben in diesen schwierigen Zeiten in die eigenen Hände nehmen möchten und ihre Träume verwirklichen wollen.

„Die Füchsin war zurück, vermutlich eine aus Renas zahlreicher Nachkommenschaft.
«Bist du gekommen, um mir Mut zu machen?» flüsterte Klara. «Und um mich daran zu erinnern, dass auch ich eine Füchsin bin, die vor nichts und niemanden Angst zu haben braucht?»

[Kapitel 3, Seite 106]

Altenburg im Jahr 1945: Der Krieg ist zu Ende, doch die Zeiten bleiben schwierig und entbehrungsreich.
Klara und Mia wachsen wie Schwestern auf dem idyllischen Hof ihrer Mutter Johanna auf – träumen jedoch auch von einem eigenen Leben. Klara, welche sehr in sich gekehrt ist, verliert beim Singen all ihre Schüchternheit, Mia hingegen geht mit ihrer offenen und beherzten Art gerne auf die Menschen zu.
Als der Sänger Pavel in das Dorf kommt, mischt er die Gefühlswelt der beiden Schwestern gehörig auf. Er bietet Klara eine Zukunft. Mia bleibt erst mal alleine bei ihrer Mutter und all den Tieren zurück.
Doch auch Mia zieht es hinaus in die weite Welt.

Schon seit vielen Jahren gehört Brigitte Riebe zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Mit ihren vielfältigen Geschichten erweitert sie laufend meinen geschichtlichen Horizont und versteht mich dabei bestens zu unterhalten. Es sind Geschichten zum Erleben, Staunen und vor allem zum Mitfühlen.
Von 2018 bis 2021 konnte sie mich mit ihrer wundervollen Buchreihe „Die Schwestern vom Ku’damm“ begeistern. Als sie dann Ende 2022 das Buch „Eifelfrauen – Das Haus der Füchsin“ ankündigte, welcher der Auftakt einer neuen Buchreihe ist, freute ich mich sehr und wurde nicht enttäuscht. Mit diesem stimmungsvollen Auftakt nahm mich Brigitte Riebe mit in eine starke und unvergessliche Geschichte, welche mich direkt abholen und bestens unterhalten konnte. Einfach nur absolut empfehlenswert! Deshalb war es klar, dass ich auch den zweiten Band „Eifelfrauen – Der Ruf der Nachtigall“ lesen wollte, da ich wissen musste, wie es mit all den liebgewonnen Figuren weitergeht. Und eines sei an dieser Stelle schon mal verraten: Ich bin von diesem gelungenen zweiten Band sehr begeistert, welcher mich, wie schon der erste Band, ab der ersten Seite begeistert und mitgerissen hat.
Freundlicherweise bekam ich das Buch vom Rowohlt Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

Das Buch ist, wie bereits der erste Band, ein sehr hochwertig gestaltetes Hardcover mit Lesebändchen und Schutzumschlag. Auf der vorderen Klappe des Schutzumschlages befindet sich ein kurzer und ansprechender Text zum Inhalt des Buches, der das Interesse an der Geschichte weckt. Die hintere Klappe beinhaltet ein Bild und eine kurze Biographie der Autorin.
Das Cover zeigt zwei junge Frauen, welche über ein Lavendelfeld laufen. Die Frau links schiebt mit einer Hand ein Fahrrad, während ihr anderer Arm bei der zweiten Frau eingehakt ist. Die beiden scheinen in ein Gespräch vertieft zu sein, wobei die zweite Frau sehr ausgelassen wirkt und zu lachen scheint. In beiden Frauen erkennt man die beiden Hauptfiguren Mia und Klara.
Es ist wieder ein Cover, welches sofort Lust auf die Geschichte macht, perfekt zum ersten Band der Reihe passt und stilistisch auch an die Reihe „Die Schwestern vom Ku’damm“ erinnert und somit auch einen gelungenen Wiedererkennungswert bietet.
Die Landschaft des Covers zieht sich auch über den Buchrücken und über die Rückseite des Schutzumschlages, auf welcher sich die Inhaltsinformation und der Barcode, ISBN und Preis befinden.

Der Widmung des Buches folgen Zitate Jean Paul und Siegfried Lenz, danach schließt sich eine Übersicht über die wichtigsten Personen der Romanreihe an. Der erzählerische Teil wird mit der Danksagung der Autorin abgeschlossen. Ich fand es sehr angenehm, dass über jedem der insgesamt 12 Kapitel die Datums- und Ortangabe steht, was für eine gute räumliche und zeitliche Orientierung in der Geschichte führt.
Die Handlung des Buches beginnt mit dem Prolog, welcher kurz vor dem Zeitpunkt im ersten Kapitel ansetzt. Das erste Kapitel beginnt dann im Juni 1945, der Epilog endet im Oktober 1954. Somit umfasst die chronologisch erzählte Gesamthandlung des Buches etwa neun Jahre und setzt etwa sieben Jahre nach Ende des ersten Bandes an. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass man den ersten Band der Reihe gelesen haben sollte, da ansonsten viele Hintergrundinformationen zu den vielfältigen Charakteren fehlen und deren Entwicklungen nicht richtig erfasst werden
Die wechselnden Erzählperspektiven und ihrem bildgewaltige Sprachstil sorgt Brigitte Riebe (wie in all ihren Büchern) für einen absoluten Lese-Sog. Nur ungern legte ich das Buch aus den Händen, ich flog nur so durch die Seiten und die Geschichte. Außerdem konnte ich mir und konnte mir die Handlungsorte wunderbar vorstellen und mich schnell in die vielseitigen, bekannten und auch in die neuen Charaktere einfühlen.

«Mag sein, dass im Hause Fuchs auf den ersten Blick nicht immer alles war wie im Bilderbuch. (…) Dafür gibt es in der Familie viel Liebe und Zusammenhalt.»

[Kapitel 5, Seite 183]

In diesem Band tritt die sympathische Johanna Fuchs, die Hauptfigur des ersten Bandes, etwas in den Hintergrund und macht damit Platz für ihre beiden Töchter Mia und Klara.
Aus den beiden Schwestern sind junge Frauen geworden, welche zwar vom Charakter her grundverschieden sind, gleichzeitig verbindet sie ein enges Band zueinander und sie ergänzen sich untereinander sehr gut. Während Mia äußerst wissbegierig ist und keine Probleme damit hat auf Menschen zuzugehen, ist ihre Schwester Klara eher ruhig und in sich gekehrt und verbringt ihre Zeit am liebsten fernab von Menschen in der Natur. Mit Hilfe der Musik und des Gesangs traut sich Klara jedoch aus ihrem Schneckenhaus. Als der tschechische Sänger Pavel das Dorf betritt, verdreht er den beiden Schwestern mit seiner geheimnisvollen und undurchsichtigen Art und Weise den Kopf. Er bietet Klara eine Zukunft und die beiden, eigentlich unzertrennlichen Schwestern, gehen getrennte Wege. Sie beide müssen ihre Plätze im Leben finden und sich ihre Träume und Wünsche erfüllen, auch wenn es heißt, Geliebtes und Gewohntes und auch ihre Heimat hinter sich zu lassen. Ich mochte die beiden äußerst unterschiedlichen Schwestern ab der ersten Seite und konnte mich in Beide sehr gut hineinversetzen. Da ich jedoch auch eher die ruhigere und in sich gekehrte Person bin, konnte ich zu Klara schneller eine Beziehung aufbauen und mich in sie hineinversetzen. Doch auch Mias ehrlichen und kämpferischen Charakter mochte ich gerne freute und litt mit ihr mit.
Neben diesen beiden Schwestern agieren einige Figuren, welche bereits aus dem ersten Band bekannt sind und ich fand es sehr spannend zu erleben, wie sie sich alle authentisch weiterentwickelt haben – auch viele ihrer Entscheidungen haben mich mitunter (positiv) überraschen können. Stellenweise fühlte es sich wie ein nach Hause kommen an. Hier ist vor allem Johanna zu nennen, welche mit ihrer gutmütigen und ehrlichen Art und ihren Lebensweisheiten eine Romanfigur ist, welche ich mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde.
Doch auch einige neue Figuren finden den Weg in die Geschichte und ergänzen die liebgewonnen Charaktere.
Jede der vielfältigen Figuren hat mit ihrer Lebensgeschichte einen Platz in der Handlung. Natürlich gibt es auch die weniger sympathischen Zeitgenossen, was den Roman nochmal authentischer und lebensechter wirken lässt. An dieser Stelle möchte ich möchte nicht detailliert auf all die Figuren eingehen, da ich sonst vieles vorwegnehme. Brigitte Riebe ist es wieder vortrefflich gelungen, ihre fiktiven Figuren in einen hervorragend recherchierten geschichtlichen Hintergrund einzubetten und gekonnt miteinander und untereinander zu verbinden. Die Tragik, vor allem aber die Spannungen, Zerwürfnisse, Differenzen und auch Anziehungen zwischen den Figuren waren stets spürbar und ich flog nur so durch diese mitunter spannende und hochemotionale Geschichte.

«Hitler hat Selbstmord begangen. (…) Und wir sind nicht alle schuld an dem Schrecklichen, das passiert ist. Wir waren noch Kinder, und unsere Eltern haben niemals mitgebrüllt. Gab einige Deutsche wie sie, die dagegen waren, auch wenn sie nicht viel gegen den Naziterror ausrichten konnten. (…) Die Schuldigen sollen ihre Strafe bekommen, und das nicht zu knapp, dafür bin ich auch. Aber wir anderen – wir wollen doch endlich wieder leben. (…) Und jetzt lasst uns zusammen fröhlich sein. Eine halbe Ewigkeit haben wir darauf warten müssen…»

[Kapitel 1, Seite 24/25]

Die geschichtlichen Hintergründe des Buches bilden die ersten zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
Fast 60 Millionen Menschen starben in Folge des Krieges und der nationalsozialistischen Herrschaft, die Besatzungsmächte USA, Großbritannien, Frankreich und UdSSR entschieden über das weitere Schicksal von Deutschland. Sie setzten die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung in Gang und bestimmten auch über die weitere wirtschaftliche und territoriale Entwicklung des Landes.
Auf der Londoner Außenministerkonferenz kam es zwischen den Westmächten und der Sowjetunion im Dezember 1947 endgültig zum Bruch. In der Folge verkündeten die drei Westmächte am 3. Juni 1948 die politische Angleichung ihrer Zonen und schufen damit die Grundlage für einen westdeutschen Staat.
Am 18. Juni 1948 wurde mit der Währungsreform die Deutsche Mark in den Westzonen eingeführt: Jeder Westdeutsche erhielt 40 D-Mark, Guthaben in Reichsmark wurden im Verhältnis 1:10 eingetauscht. Im Zuge der Währungsreform verschwand der Schwarzmarkt und die Schaufenster füllten sich wieder allmählich. 
Unter dem Vorsitz von Konrad Adenauer (CDU) und Carlo Schmidt (SPD) rangen die Politiker um die Fixierung der grundlegenden Prinzipien für den neuen Staat. Schließlich wurde am 8. Mai 1949 das Grundgesetz verabschiedet, es trat am 23. Mai 1949 in Kraft. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Diese vielen geschichtlichen Hintergründe hat Brigitte Riebe akribisch recherchiert und stellt diese sehr genau und vor allem nachvollziehbar dar. Es sind die Geschichten der ‚kleinen Leute‘, der normalen Bevölkerung, mit welcher sie große Geschichte erlebbar und begreifbar macht.

„Das Haus der Füchsin war die Konstante in Klaras Leben, das konnte sie manchmal durchaus für gewisse Zeit vergessen, wenn neue Anforderungen auf sie einstürmten und ihr Alltag sie forderte und beglückte, doch im Hintergrund war es stets da, der Fixpunkt , zu dem sie immer wieder zurückstrebte. Hier war sie geboren und aufgewachsen, hier kannte sie jedes Feld, jedes Waldstück, jede Wiese. Hier wuchsen die Blumen und Früchte, die ihr vertraut waren; hier lebten die Tiere, die zum Hof gehörten. Der Mittelpunkt von allem war Johanna, ihre strahlende, künstlerische Mutter, die die Eifel mit jeder Faser liebte und diese Liebe an sie weitergegeben hatte.“

[Kapitel 11, Seite 371]

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Brigitte Riebe für dieses wunderbare Lese-Erlebnis bedanken.

Fazit: Wenn ihr den ersten Band „Eifelfrauen – Das Haus der Füchsin“ gelesen habt (und das solltet ihr) und dieser euch begeistert hat… dann werdet ihr diesen zweiten Band einfach nur lieben. Hier ist einfach alles drin: Große Gefühle, Geschichte und so tolle und starke Figuren, welche mit Sicherheit im Kopf, vor allem aber im Herzen bleiben werden.
Ein großartiger zweiter Band, der dem ersten Band in Nichts nachsteht und mich absolut begeistern, überzeugen und mitnehmen konnte. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Verliebt über beide Räder“

von Tessa Hennig

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2024
Verlag: Tinte&Feder
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-2496715200
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preise: 11,99€ (Taschenbuch), 02,49€ (eBook)

Kontakt:
https://www.amazon.de/stores/Tessa-Hennig/author/B0045BIAAW?ref=ap_rdr&isDramIntegrated=true&shoppingPortalEnabled=true

Klappentext:
„Marlis gibt Yogakurse in einem Seniorenstift und hat seit ihrer Scheidung mit Männern nichts mehr am Hut. Ihre Enkelin Jana promoviert in Freiburg zum Thema »perfekte Beziehung« und ist gut vorbereitet auf ihren Traummann – theoretisch jedenfalls. Als Marlis’ neuer Nachbar Jürgen zur Beerdigung seines Freundes an die Costa Blanca reisen will, beschließen Marlis und Jana, ihn zu begleiten. Jürgen ist auf Hilfe angewiesen, denn er sitzt im Rollstuhl.
Für Marlis und Jana ist die Reise eine willkommene Abwechslung von ihrem Alltag. Doch die erhofften Gratisferien entpuppen sich als reines Chaos: Jürgen scheint keineswegs der Eigentümer der Finca zu sein, wie er vorgegeben hatte. Er verstrickt sich in Ausreden und Widersprüche. Unterdessen gerät Jana an einen attraktiven Vollmacho, der ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Liebe total über den Haufen wirft. Warum sind sie wirklich an der Costa Blanca? Marlis will es unbedingt wissen und stößt auf ein brisantes Geheimnis, das ihr und Jürgens Leben, aber auch das von Jana für immer verändern wird …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der „Zucker Kommunikation PR-Agentur Berlin“ als Rezensionsexemplar mit Goodies zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_

Das Buch „Verliebt über beide Räder“ von Tessa Hennig ist ein Roman, der größtenteils in Spanien an der Costa Blanca spielt und zeigt, wie Marlis und ihre Enkelin Jana ihren im Rollstuhl sitzenden Nachbarn Jürgen auf eine unverhoffte Reise begleiten, welche ihre Leben von Grund auf verändern wird.

„Jürgen gehörte zweifelsohne zu dem Typus Mensch, der ein Auge für die kleinen Dinge des Lebens hatte und sich daran erfreuen konnte. Das Glas schien für ihn trotz aller Widrigkeiten, mit denen er zu kämpfen hatte, immer wieder halb voll zu sein. Vermutlich lernte man das, wenn man die großen Freuden des Lebens nicht mehr hatte.“

[Kapitel 4, Seite 70]

Marlis hat sich, zusammen mit ihrer Enkeltochter Jana, ein gemütliches Leben in Freiburg eingerichtet: Zu ihrer kargen Rente verdient sie sich mit Yogakursen in einem Seniorenstift hinzu, große Sprünge sind jedoch nicht möglich. Jana schreibt währenddessen an ihrer Doktorarbeit zum Thema „perfekte Beziehung“. Männer haben im Leben der beiden Frauen eigentlich keinen Platz, Marlis hat nach ihrer Scheidung komplett damit abgeschlossen.
Doch dann zieht ein neuer Nachbar ein: Jürgen. Er ist so ganz anders als andere Männer, was nicht nur darin liegt, dass Jürgen nach einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist.
Kaum in seiner neuen Wohnung angekommen, möchte Jürgen zu der Beerdigung seines Freundes nach Spanien reisen. Ein Plan, den er nur mit der tatkräftigen Hilfe von Marlis und Jana verwirklichen kann.
Und so sitzen die drei schon bald im Auto und fahren Richtung Spanien und Jana und Marlis wissen schon bald nicht mehr, was sie glauben dürfen und was nicht.

Ende April fragte die „Zucker Kommunikation PR-Agentur Berlin“, ob ich das Buch „Verliebt über beide Räder“ von Tessa Hennig rezensieren möchte. Mir sagte der Name der Autorin nichts, der Klappentext des Buches und auch das interessante Cover weckten jedoch schnell mein Interesse, weshalb ich der der Rezensionsanfrage gerne zusagte. Freundlicherweise bekam ich das Buch zusammen mit liebevoll ausgesuchten Goodies zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte. 

Das gemalte Cover zeigt ein älteres Pärchen von hinten, welches auf einem Baumstamm sitzt. Während sie sich an ihn kuschelt, legt er den Arm um sie. Auf der rechten Seite des Covers steht ein Campingbus unter einem Baum, links ist eine felsige Strandbucht angedeutet. In der oberen Ecke des Covers hängt eine Orange am einem Ast. Auch wenn mich das Cover zu Beginn ansprach, muss ich nun, nach Beendigung des Romans, sagen. dass das Cover nicht unbedingt zur Geschichte passt, da einige Elemente nicht so ganz stimmig sind.
Die Ausgabeart des Buches ist ein einfaches Taschenbuch ohne Klappen mit insgesamt 320 Seiten, welche sich auf 16 Kapitel (welche alle eine recht angenehme Länge haben) und einen Epilog aufteilen.
Die rasch wechselnden Erzählperspektiven innerhalb der Kapitel und der bildhafte und spritzige Sprachstil sorgten für einen guten Lesefluss: Ich blieb an der Geschichte dran und konnte das Buch nur schwer aus den Händen legen – innerhalb von zwei Tagen waren die 320 Seiten gelesen. Außerdem besticht dieser spannende, humorvolle und gleichzeitig emotionale Roman von Anfang an durch ein hohes erzählerisches Tempo, zum Ende hin baut sich zusätzlich eine enorme Spannung auf. Ich flog nur so durch die Seiten und die Geschichte und konnte mir dank des bildhaften Sprachstils der Autorin die Handlungsorte wunderbar vorstellen und mich schnell in die vielseitigen Charaktere einfühlen.

„Jana zollte Jürgen inzwischen noch mehr Respekt. Es waren gerade die Kleinigkeiten im Alltag, die ein Leben im Rollstuhl nicht einfach machten, und noch schlimmer mussten die ersten Momente nach dem Unfall gewesen sein. Was für eine psychische Belastung, sich plötzlich nicht mehr als vollwertiger Mann zu fühlen. (…) Sich dann wieder aufzurappeln und nach vorne zu sehen, sich fit zu halten und peu à peu dem Leben positive Aspekte abzuringen, erforderte Willensstärke und Disziplin.“

[Kapitel 15, Seite 298]

Zu Beginn des Buches lernt der Leser/ die Leserin Marlis kennen, welche ich dank ihrer hilfsbereiten und spontanen Art und ihren wundervollen Humor und ehrlichen Charakter direkt in mein Herz geschlossen habe. Sie macht während der Handlung eine enorme Wandlung durch, dabei bleibt sie sich aber trotzdem selbst treu und ist auch immer für die Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung da.
Als nächstes trifft der Leser/ die Leserin auf Jana, Marlies Enkeltochter. Jana hat schon früh ihre Mutter verloren – ein Verlust, den sie noch immer spürt. Zu ihrer Großmutter ist sie durch ein starkes und vertrauensvolles Band verbunden. Jana hat, ähnlich wie ihre Großmutter, eine sehr hilfsbereite Art, scheint jedoch noch nicht so richtig in ihrem Leben angekommen zu sein und hat ihren Platz noch nicht gefunden. Sie promoviert, doch was danach kommt, ist ihr noch völlig ungewiss. Ich konnte zu Jana schnell eine Beziehung aufbauen und mochte ihren verträumten, gleichzeitig selbstsicheren und unsicheren Charakter sehr.
Jürgen ist zu Beginn völlig undurchsichtig und sein launenhaftes Benehmen und seine Handlungen geben große Rätsel auf. Erst im Laufe der Handlung zeigt sich sein wahres Gesicht und was in seinem bewegten Leben passiert ist. Diese mitunter tieftraurige und emotionale Geschichte nahm mich mitunter sehr mit und sorgte für die ein oder andere Gänsehaut.
Neben diesen Hauptprotagonisten spielen noch einige weitere Figuren wichtige Rollen. Um nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen, möchte ich nicht detailliert auf diese Figuren eingehen. Tessa Hennig konnte mich mit ihren vielen und vor allem vielfältigen Figuren begeistern und mich mit den teils völlig unvorhergesehen Handlungen und Ereignissen und ihren Entwicklungen überraschen und bestens unterhalten. Es gibt Figuren, die zentrale Rollen einnehmen, aber auch Figuren, die nur am Rande vorkommen – sie alle konnten mich überzeugen.

Copyright Foto: B.S.B.

Besonders fassungslos gemacht haben mich die Schilderungen, wie schwer es Menschen im Rollstuhl in unserer Gesellschafft haben. Es fängt damit an, dass Reisen alleine – vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln – fast nicht zu bewerkstelligen sind. Auch viele Hotelzimmer sind nicht auf die besonderem Bedürfnisse ausgelegt und viel zu eng. Diese Schwierigkeiten lässt Tessa Hennig gekonnt und mit einer Brise schwarzen Humor in die Handlung mit einfließen.
Des weiteren hat die Autorin, die Örtlichkeiten und deren geschichtlichen Hintergründe (vor allem vom Haupthandlungsort Dénia an der Costa Blanca in Spanien) sehr gut herausgearbeitet und dargestellt. Ich habe eine Menge über diese für mich unbekannte Region gelernt und habe nun große Lust bekommen, meinen nächsten Urlaub dort zu verbringen.
Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Tessa Hennig für dieses wunderschöne Leseerlebnis und die unterhaltsamen und lehrreichen Lesestunden bedanken. Ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letztes Buch von ihr gewesen ist.

Fazit: Der Roman „Verliebt über beide Räder“ von Tessa Hennig erzählt eine sehr emotionale, spannende aber auch humorvolle Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und die mir nebenbei noch einiges an Wissen über die Costa Blanca und die Geschichte dieser Region vermittelt hat.
Die vielseitigen und authentisch gezeichneten Figuren, der bildgewaltige und spritzige Sprachstil und die mitreißende Handlung sorgen dafür, dass man dieses Buch am liebsten am Stück weglesen möchte. Sehr empfehlenswert!

„Ein fast perfekter Herzog ~ Die Cossin-Saga“

von Kristina Herzog

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. Mai 2024
Verlag: Selbst-Verlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBNs:  9783910798021 (eBook), 9783910798038 (Paperback), 9783759208774 (Tolino)
Seitenanzahl: 293 Seiten
Preise: 13,98€ (Taschenbuch), 03,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.kristinaherzog.de/kristina-herzog/

Klappentext:
„Friederike von Cossin hat ein Problem: Der Hof ihrer Familie steht bei Herzog Leopold von Ritteysen tief in den roten Zahlen. Doch wenn sie es schafft, den wohlhabenden und gutaussehenden Herzog von seiner Furcht vor Pferden zu befreien, werden die Schulden erlassen. Gelingt es nicht, verliert die Familie Hof und Gestüt. Ärgerlich ist nur, dass sich die zwei nicht ausstehen können und beide Wunden aus der Vergangenheit mit sich tragen, die ihre Herzen verschlossen haben. Zwischen Stall, Kutschen und gesellschaftlichen Regeln erblüht langsam eine Zuneigung, die machtvoll genug ist, ihr Schicksal für immer zu verändern. Doch werden sie es schaffen, die Kluft in ihrem Innern zu überwinden?“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

Das Buch „Ein fast perfekter Herzog ~ Die Cossin-Saga“ von Kristina Herzog ist der Auftakt einer historischen Liebesroman-Reihe, welche in Preußen des 19. Jahrhunderts spielt und in dem eine junge Frau um die Zukunft ihrer Familie, die Erfüllung ihrer Träume und um eine Liebe kämpfen muss, die eigentlich nicht sein darf.

„Ihre Lippen zitterten und sie drückte den Handrücken darauf. Sie wollte nicht schwach sein, sondern ernst genommen werden – als Mensch und vielleicht sogar als Leiterin des Gestüts. Sie würde es so viel besser machen als ihr traumtänzerischer Vater, der ständig Regenbögen hinterherjagte und kein Händchen fürs Geschäft besaß.“

[Kapitel 01]

Preußen im 19. Jahrhundert: Friederike wächst als älteste Tochter auf einem Gestüt auf. Voller Leidenschaft kümmert sie sich um die Pferde und träumt von einer eigenen Zucht. Doch als Friederike erfährt, dass das Gestüt bei Herzog Leopold von Ritteysen hoch verschuldet ist, geraten all ihre Träume ins Wanken und ihre und die Zukunft ihrer Familie schweben in Gefahr.
Doch es gibt einen Ausweg: Nach einem dramatischen Schicksalsschlag leidet der Herzog unter einer furchtbaren Angst vor Pferden. Diese Angst soll der Herzog mit Friederikes Hilfe besiegen und bei Erfolg winkt der Schuldenerlass. Motiviert, aber auch mit vielen Vorurteilen dem jeweils anderen gegenüber starten die Beiden mit dem Unterricht.
Und ganz langsam entsteht zwischen Friederike und Leopold eine Zuneigung.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Kristina Herzog für das vorzeitige Rezensionsexemplar bedanken.
Mit ihrer „Sternberg-Saga“, welche mich mit den starken und authentischen Charakteren, der spannenden Handlung und den akribisch recherchierten geschichtlichen Hintergründen völlig begeistern konnte, hat sich die Autorin fest in mein Leserherz geschrieben und sie gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Nach Ende des dritten und letzten Bandes der „Sternberg-Saga“ war ich sehr traurig, als ich die Geschichte und die liebgewonnen Figuren verlassen musste. Umso größer war die Freude, als die Autorin ihre neue Buchreihe ankündigte, welche zwar in einer anderen Zeit spielt und eher Richtung ‚historischer Liebesroman‘ geht, jedoch schnell mein Interesse geweckt hat.

Dazu sprach mich das gelungene Cover sehr an, welches eine Frau in einem aufwendigen weißen Kleid zeigt. Über dem Cover liegt ein leicht bläulicher Filter, die oberer Hälfte des Kopfes der Frau ist am oberen Bildrand ‚abgeschnitten‘ – so kann sich jeder Leser/ jede Leserin selbst ein Bild von der Hauptfigur machen.

Der Inhalt des Buches teilt sich auf insgesamt 21 Kapitel (welche alle eine angenehme Länge haben), einen Epilog und einem Nachwort auf. Die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Hauptfiguren, welche teilweise in den Kapiteln wechseln, sorgen für einen guten Lesefluss und ich konnte schnell in die gefühlvolle und stellenweise sehr spannende Handlung abtauchen.
Auch mit ihrem detaillierten und bildhaften Sprachstil nimmt Kristina Herzog den Leser/ die Leserin von Beginn an mit in die Geschichte, welche mit Sicherheit noch lange im Kopf und vor allem im Herzen bleiben wird. Es ist, wie auch die „Sternberg-Saga“, eine sehr ruhige und unaufgeregte Geschichte, in der es aber auch immer wieder spannende Passagen gibt, die mich sehr mitreißen und ergreifen konnten und mich die Zeit während des Lesens völlig vergessen ließen. Ich konnte mir auch die Orte und Menschen gut vorstellen und baute zu vielen der Figuren schnell eine enge Bindung auf.

„Diese wachsende Zuneigung zu Leopold konnte ihr zum Verhängnis werden. Zum einen lag ihr sozialer Status deutlich unter seinem, denn immerhin war er ein Herzog. Außerdem wäre das Geschwätz fürchterlich, wenn das herauskäme. Nicht nur in ihrer Familie, sondern im ganzen Dorf und wahrscheinlich darüber hinaus, denn jeder wusste von den traurigen Umständen des Endes ihrer Beziehung zu Rupert und sie hasste den Gedanken, dass andere sich über sie und ihr Leben das Maul zerrissen.“

[Kapitel 11]

Die junge Friederike ist neben Herzog Leopold eine der Hauptfiguren des Buches. Sie wächst behütet und doch mit vielen Freiheiten und Freiräumen auf einem Gestüt auf. Ihr Vater ist sehr gutmütig, allerdings fällt ihm die Führung des Gestüts schwer, weshalb dieses hoch verschuldet ist. Die Familie gehört zum niedrigen Adel und ist verarmt, es scheint sehr unsicher, ob und wie die Familie in ihrem Zuhause bleiben kann. Friederike kann und will das nicht wahr haben und nimmt das Schicksal der Familie in ihre Hand. Sie sucht das direkte Gespräch mit dem Herzog und ihr Mut wird belohnt – auch wenn sie sich damit anfangs mit ihrem Los schwer tut: Sie soll nämlich dem Herzog die Angst vor Pferden nehmen. Sie hat, wie auch Leopold ihr gegenüber, große Vorurteile. Doch sie schaut hinter den Titel des Herzogs und erkennt einen Mann, der von einem großen Schicksalsschlag getroffen wurde.
Aber auch Friederike hat in ihrer Vergangenheit vieles erlebt, was sie tief und nachhaltig verletzt hat. Beide sehen diese inneren Verletzungen des jeweils anderen und es entsteht eine sehr spürbare Anziehung zwischen den Beiden. Während der Weg von Leopold vorgezeichnet ist und er als Herzog seinen Platz im Leben hat, ist es bei Friederike noch alles unsicher. Sie weiß zwar genau, was sie erreichen möchte, aber ob diese Pläne noch zu realisieren sind, liegt nun daran, wie und ob sie die Angst des Herzoges vor Pferden in den Griff bekommt. Ich konnte zu den beiden Hauptfiguren sehr schnell eine Beziehung aufbauen und ich fühlte deren innere Verletzungen, die erst gegenseitige Ablehnung, dann die spätere Anziehung und das Knistern zwischen den Beiden.

„Immer wenn er lächelte, war es, als würde sich ein Lichtlein in seinem Gesicht entzünden. Er wirkte viel jünger, fast wie ein ausgelassenes Kind. Wenn er es nur öfter tun würde und nicht immer so ernsthaft und streng durchs Leben ginge, wäre alles viel leichter. Auch für ihn.“

[Kapitel 10]


Neben diesen beiden Hauptfiguren spielen eine viele weitere und vor allem vielseitige Charaktere ihre großen und kleinen Rollen. Sie konnten mich alle überzeugen, teilweise überraschten sie mich mit ihren Handlungen positiv, teilweise stießen sie mich mit ihrem furchtbaren Verhalten ab. Einige der Charakterzüge der Figuren entwickeln und zeigen sich erst im Laufe der Handlung, was zu einer gelungenen Authentizität führt. Ganz besonders angetan haben es mir hierbei die Mütter der Hauptfiguren, welche eine große Wärme und Geborgenheit in die Geschichte bringen (auch wenn es zu Beginn anders wirkt) und den anderen Figuren gerne mal einen Schubs in die richtige Richtung geben.
Nach Beendigung des Buches merke ich, wie wohl ich mich bei all den Figuren gefühlt habe, wie sehr ich diese in mein Herz geschlossen habe und wie sehr mir diese nun fehlen. Doch schon ganz bald wird es ein Wiedersehen mit ihnen geben – der zweite Band erscheint bereits am 27. August 2024.
Die geschichtlichen Hintergründe treten hier in den Hintergrund, dafür bildet Kristina Herzog durch ihre glaubhaft gezeichneten Figuren ein sehr authentisches Bild der Gesellschaft von Preußen im 19. Jahrhundert an und gibt durch sie interessante Einblicke in die damalige Denk- und Lebensweisen, vor allem in die des Adels. Die sich anbahnende und wundervolle Liebesgeschichte mit all ihren Rückschlägen und Missverständnissen nimmt in „Ein fast perfekter Herzog ~ Die Cossin-Saga“ den größten Raum ein.

„Gefühle waren etwas Kompliziertes, vor allem, wenn sie ohnehin ins Leere liefen und keine Zukunft hatten.“

[Kapitel 12]

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich bei Kristina Herzog ganz herzlich für dieses unvergessliche Lese-Erlebnis, welches mich bestens unterhalten hat, bedanken. Und: Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Band.

Fazit: Dieses Buch hat mich und mein Herz zum Tanzen gebracht. Es ist eine herrliche und romantische Liebesgeschichte, in der man versinken und sich einfach nur wohlfühlen kann.
Gefühlvoll, dramatisch und stellenweise sehr spannend. Absolute Leseempfehlung für alle, die von ‚Bridgerton‘ und Jane Austen nicht genug bekommen können.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die letzte Äbtissin: Ihr bewegtes Leben in Säckingen“

von Sandhya Hasswani

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. September 2022
Verlag: Friedrich-Reinhardt Verlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN:  978-3724525745
Seitenanzahl: 544 Seiten
Preise: 19,80€ (Taschenbuch), 18,99€ (eBook)

Homepage:
https://sandhya-hasswani.com

Klappentext:
„1751: Die junge Mari-Anna erlebt, wie ihr Lebensmittelpunkt – das Stiftsmünster von Säckingen – in nur einer Nacht niederbrennt, zudem fällt dem jungen liberalen Kaiser Joseph ein, sämtliche Klöster in Süddeutschland aufzulösen. Das Frauenstift ist in seiner Existenz bedroht. Wird es Mari-Anna gelingen bei all den gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen ihren Weg zu beschreiten? Welt, Geist, Leben im 18. Jahrhundert am Hochrhein: Der spannende historische Roman erscheint anlässlich des 300. Geburtstags der Säckinger Fürstäbtissin Mari-Anna F. von Hornstein-Göffingen (1723-1809), Stifterin des Fridolinschreins. Eine starke Frau, die uns heute in einer ähnlich unruhigen Welt durch ihren Mut inspiriert.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin auf der Buchmesse in Hinterzarten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

Das Buch „Die letzte Äbtissin: Ihr bewegtes Leben in Säckingen“ von Sandhya Hasswani ist ein historischer Roman der im 18. Jahrhundert vorwiegend im Süden Deutschlands angesiedelt ist und das Leben der Säckinger Fürstäbtissin Mari-Anna F. von Hornstein-Göffingen (1723-1809) zeigt.

„Auf ein Zeichen des Bischofs schritt sie vor ihm die Stufen hinunter. Sie konnte noch immer kaum fassen, dass sie Fürstäbtissin von Säckingen war, und doch war es wahr. So wahr wie der Beifall ihrer Brüder und Schwestern in den ersten Reihen und die Tränen der glücklichen Stiftsdamen auf der anderen Seite und das zufriedene Lächeln ihrer Mutter und all der anderen, deren Gratulationen sie gleich entgegen nehmen würde.“

[Seite 138, Kapitel 09]

Säckingen 1751: Fassungslos muss die junge Mari-Anna dabei zu sehen, wie das Stiftsmünster von Bad Säckingen durch eine Unachtsamkeit niederbrennt und damit auch ihr Lebensmittelpunkt verloren ist.
Kurz darauf wird Mari-Anna zur Fürstäbtissin von Säckingen ernannt – und sie steht vor gewaltigen Problemen: Kaiser Joseph II. will sämtliche Klöster in Süddeutschland auflösen. Ein Plan, der auch das Frauenstift in Säckingen bedroht.
Außerdem ist die Gesellschaft im Wandel und Mari-Anna muss an vielen Fronten kämpfen – für ihre Mitschwestern, für ihr Stift, für das Münster – aber auch für sich selbst.

Dieses Buch erregte auf der Buchmesse ‚Blätterrauschen‘ in Hinterzarten im April 2024 mein Interesse. Da ich sehr gerne historische Romane lese und dieser zudem noch in der Nähe meiner Heimat angesiedelt ist, wollte ich dieses Buch sehr gerne lesen. Das 18. Jahrhundert ist eine Zeit, über die ich noch nicht viel gelesen habe und auch der Name ‚Fürstäbtissin Mari-Anna‘ sagte mir bisher noch nicht viel. Die Autorin Sandhya Hasswani und ich kamen auf der Buchmesse ins Gespräch und sie überreichte mit ihren Roman freundlicherweise als Rezensionsexemplar – an dieser Stelle ganz herzlichen Dank dafür.
Das Buch ist ein einfaches Taschenbuch ohne Klappen und umfasst insgesamt 544 Seiten, welche sich auf einen Prolog, 40 Kapitel, ein Nachwort und eine Zeittafel aufteilen.
Das schlichte und doch sehr ausdrucksstarke Cover zeigt ein Gemälde der Fürstäbtissin Mari-Anna – mit ihrem sanften und gleichzeitig entschlossenen Blick zieht sie den Betrachter in ihren Bann. Mari-Anna ist auf diesem Bildnis in schwarz gekleidet, sie sitzt auf einem rot gepolsterten Stuhl und hält in der rechten Hand ein Jesuskreuz.
Die Handlung des Buches beginnt mit einem ergreifenden Prolog, in dem der Leser/ die Leserin die ältere Mari-Anna kennenlernt, welche vor einem großen Umbruch in ihrem Leben steht. Mit dem ersten Kapitel geht es dann viele Jahre zurück in die Vergangenheit – in das Jahr 1751. Die Handlung steuert dann in den folgenden Kapiteln auf die Szenerie des Prologs entgegen, was für einen guten Lesefluss und auch eine gewisse Spannung sorgt, da man gerne wissen möchte, wie es zu den Ereignissen des Prologs gekommen ist.
Zudem hat Sandhya Hasswani einen außerordentlich bildhaften und wunderbaren Sprachstil, der mich direkt mit in die Geschichte genommen hat. Ich konnte mir die Orte und Menschen gut vorstellen und baute zu vielen der Figuren schnell eine enge Bindung auf.

„» (…) Versteht mich bitte richtig: Mir ist es die vornehmste, die heiligste Aufgabe, das Andenken an unseren heiligen Fridolin zu bewahren, darüber hinaus tragen wir aber auch Verantwortung für die Menschen in unseren Landen. Allein deshalb darf das Stift in den Augen des Kaisers nicht an Bedeutung verlieren. (…) Es geht hier um Menschen. Um Menschen aus unseren Stiftsgebiet, die sich dem Schutz unseres Patrons anvertrauen.«“

[Seite 91, Kapitel 05]

Mari-Anna ist die titelgebende Hauptfigur des Buches und die Leser und Leserinnen begleiten sie durch die vielen und bewegten Jahre ihres Lebens. Zu Beginn ist sie eine junge Frau, welche noch etwas unsicher ist, im Laufe der Handlung wächst sie zu einer starken und hochgeachtete Frau heran, die genau weiß, was sie erreichen möchte – und wie ihr das gelingt. Sie muss auch immer wieder Rückschläge hinnehmen und auch der ein oder andere Schicksalsschlag bringen sie nicht von ihren Zielen und Wünschen ab. Als Äbtissin ist sie immer für die Frauen ihres Stift da und lässt sich auch von ihren Widersachern nicht aus der Spur bringen. Ich mochte Mari-Anna ehrlichen und diplomatischen Charakter ab der ersten Seite und fühlte mich schnell mit ihr verbunden. Vor allem ihre tiefen Freundschaften und das Vertrauen, welches sie vielen Menschen in ihrer Umgebung entgegen bringt, machte sie in meinen Augen sympathisch und liebenswert.
Vieles aus dem Leben der Fürstäbtissin Mari-Anna ist historisch überliefert. Einige der Charaktere, die neben ihr leben und agieren sind ebenfalls historisch oder an historische Figuren angelehnt, wohingegen einige Charaktere hingegen fiktiv sind. Sie alle, egal ob historisch oder fiktiv, bilden ein gutes Bild der damaligen Zeit ab und ihre vielfältigen Geschichten und Hintergründe sind gut miteinander verbunden. Auch die Spannungen, Zerwürfnisse und Differenzen zwischen einigen der Figuren waren stets fassbar und zogen mich schnell in die emotionale Geschichte hinein.
Natürlich gibt es auch die etwas unliebsamen Charaktere, über die ich oft den Kopf schütteln musste – doch eine gute Geschichte lebt meiner Meinung nach auch von und durch unsympathische Figuren.
Hier ein kleiner Kritikpunkt: Da es doch einige Figuren und Namen sind, die man im Kopf behalten muss, wäre ein Personenregister sinnvoll gewesen.

Den historischen Hintergrund bildet das 18. Jahrhundert: Es ist die Zeit der Aufklärung und damit der Beginn der Moderne in Europa. Doch in diesem Jahrhundert wurde nicht nur die Moderne eingeleitet, sondern auch über 20 Kriege in Europa geführt, bei denen es meistens um Macht und Macht-Erweiterung ging. Die Mitte Europas war in zahlreiche mittlere und Kleinstterritorien zersplittert, die Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren. Unter ihnen ragten Preußen und Österreich heraus, die in diesem Jahrhundert vor allem durch ihre Territorien außerhalb des Reiches sich zu europäischen Großmächten entwickelten. 
Mit wenigen Ausnahmen waren die europäischen Gesellschaften Ständegesellschaften, dieser Standeszugehörigkeit konnten nur wenige Menschen durch Aufstieg entkommen. Der Stand bestimmte sowohl die persönlichen Rechte als auch den Zugang zu Ressourcen und Bildung. Das Ständewesen teilte die Menschen zumeist in Adelige, Bürger und Bauern. Hinzu kam in katholischen Ländern der Klerus.
An der Spitze der Ständepyramide stand oft ein Monarch, seltener eine Monarchin. Die monarchische Machtfülle wurde von ständischen Privilegien begrenzt, wobei die Macht der Stände und ihrer regional sehr unterschiedlich war und sich im Laufe des Jahrhunderts änderte.
Große wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche brachte die Industrielle Revolution, welche in Großbritannien begann. Mehrere Erfindungen in der für Großbritannien so wichtigen Textilindustrie, wie die ‚Spinning Jenny‘, ermöglichten es bei gegebenem Einsatz von Arbeitskräften größere Mengen Garn und Textilien herzustellen. Zum Jahrhundertende gab es erste Ansätze der Industrialisierung in Nordfrankreich, Flandern und einzelnen deutschen Regionen.
Neben der Industriellen Revolution kam es ab dem Jahr 1789 zudem noch zur Französischen Revolution. Dies war der gesellschaftliche Aufstand der einfachen Bürger und Bürgerinnen in Frankreich zwischen 1789 und 1799, die sich gegen die Unterdrückung durch den König wehrten. Im Verlauf der Französischen Revolution wurden der König und viele Revolutionsgegner hingerichtet.
Ein weiteres historisches Thema, über welches ich zum ersten Mal gelesen habe, ist die Verbannung von ganzen Familien ins Banat (eine historische Region in Südosteuropa, die heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn liegt) im Oktober 1755. Hierhin wurden unliebsame Menschen zwangsverwiesen, welche zuvor aus ihren bisherigen Leben gerissen wurden und weitab ein neues Leben beginnen mussten.
Vor allem im Hinblick auf das Leben in einem Damenstift habe ich durch den Roman „Die letzte Äbtissin“ eine Menge dazu gelernt: Auch wenn es von außen betrachtet wie das Leben in einem Kloster wirkt, ist das Frauenstift oder Damenstift eine religiöse Lebensgemeinschaft für Frauen, die ohne Ablegung von Gelübden in einer klosterähnlichen Anlage leben. Bei ihrem Eintritt legten die Stiftsfrauen nur die Gelübde der Keuschheit und des Gehorsams gegenüber ihrer Äbtissin ab, konnten jedoch heiraten, wenn sie auf ihre Pfründe verzichteten. Zudem verzichteten sie bei Eintritt weder auf ihren Privatbesitz noch auf ihre Erbansprüche und konnten das Stift jederzeit verlassen.
All diese (mitunter komplexen und komplizierten) geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe stellt die Autorin sehr anschaulich und mitreißend da. Ich habe eine Menge dazu gelernt und meinen Horizont durch diese Lektüre sehr erweitert.
Der Roman ist ein sehr rundes und vor allem eindringliches Leseerlebnis, welches ich mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werde – danke dafür.

„Sie schaute in die Flamme und gedachte all der Frauen daheim in Säckingen. Nicht nur der Damen, auch der vielen Angestellten, denen das Stift Brot und Obdach bot, und auch den vielen Äbtissinnen, die vor ihr in Säckingen gewirkt hatten – mehr als sechshundert Frauen. Sie ging auf die Knie, faltete die Hände und betete, und im Gebet war es, als würden die liebe Helena, Mutter Regina und all ihre Vorgängerinnen in einer langen Reihe hinter ihr stehen und sich vor den heiligen verneigen. Und als sie aufsah, flackerte die kleine Flamme munter auf.“

[Seite 409, Kapitel 31]

Fazit: „Die letzte Äbtissin: Ihr bewegtes Leben in Säckingen“ ist ein sehr stimmungsvoller historischer Roman, der mich mit den authentischen Charakteren und den akribisch recherchierten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründen überzeugt hat. Eine interessante Zeitreise in ein spannendes Jahrhundert und ein bewegtes Leben, welches von Umbrüchen gezeichnet war. Sehr lesenswert und absolut empfehlenswert.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Tief unter der Alb“

von Linda Graze

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2024
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN:  978-3839206478
Seitenanzahl: 380 Seiten
Preise: 15,00€ (Taschenbuch), 11,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/1649-linda-graze.html

Klappentext:
„Drama unter der Alb: Ein Auftrag führt die junge Fotografin Laura Morgenstern in die Höhlenwelt der Schwäbischen Alb. Euphorisch macht sie sich mit dem Wissenschaftler Lasse Keyes für ein Fotoprojekt auf in ein unbekanntes System. Doch ihr Begleiter hat andere Pläne. Als er sie in dem unterirdischen Labyrinth zurücklässt, gerät sie an ihre Grenzen. Und darüber hinaus, denn die Dunkelheit lebt. Und sie singt …“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin auf der Buchmesse in Hinterzarten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

„Laura wusste nicht, ob es mitten in der Nacht oder bereits früh am Morgen war. Ihre Umgebung kam ihr düsterer vor als sonst. Stockdunkel. Mit offenen Augen war es so finster wie mit geschlossenen Lidern. Schmerzlich wurde ihr bewusst, dass sie nie wieder einen Stern sehen würde, keinen Mond, der seine Bahnen gemächlich über den Horizont zog, kein Sonnenstrahl würde mehr ihre Nasenspitze kitzeln!“

[Seite 190]

Die junge Fotografin Laura Morgenstern kann es kaum fassen, als sie einen Auftrag erhält, der sie einige Monate finanziell absichert – ihr jedoch gleichzeitig alles abverlangt und sie an ihre persönlichen Grenzen bringt: Der Wissenschaftler Lasse Keyes führt sie in ein unterirdisches Höhlensystem der Schwäbischen Alb, euphorisch beginnt Laura mit der fotografischen Dokumentation.
Doch ihr Auftragsgeber wird immer seltsamer und undurchsichtiger. Eines Nachts verschwindet Lasse spurlos und Laura ist alleine. Alleine in einem unübersichtlichen und dunklen Höhlensystem.

Das Cover des Buches ist sehr dunkel gehalten – jedoch außerordentlich atmosphärisch und hat direkt meine Blicke auf sich gelenkt. Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich mir nicht so sicher, ob ich dieses Buch wirklich lesen wollte, da ich klaustrophobisch veranlagt bin und zudem eine wahnsinnige Angst vor Höhlen habe – auch wenn ich diese gleichzeitig faszinierend finde.
Das Buch befindet sich also ganz weit entfernt von meiner Lese-Komfort-Zone und unter ’normalen‘ Umständen wäre ich auch nicht auf dieses Buch aufmerksam geworden. Allerdings traf ich auf der Buchmesse „Blätterrauschen“ in Hinterzarten die Autorin Linda Graze an ihrem Stand, wir kamen ins Gespräch und sie gab mir ein Exemplar von „Tief unter der Alb“ als Rezensionsexemplar mit. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür – und für die tollen und interessanten Gespräche.
Und eines sei an dieser Stelle schonmal verraten: Ich bin sehr froh, dass ich dieses spannende und packende Buch gelesen habe: Ab der ersten Seite wurde ich von der Handlung mitgerissen, las bis zu 100 Seiten am Stück weg und konnte erst nach der letzten Seite wieder aufatmen. Ja, mitunter stockte mir der Atem, teilweise wurde mir, bei der schieren Vorstellung tief unter der Erde in einem Höhlensystem eingeschlossen zu sein, ganz anders. Schnell, zu schnell waren die insgesamt 380 Seiten gelesen.
Mit ihrem sehr bildhaften und sehr direkten Sprachstil baut Lisa Graze direkt eine dichte und ergreifende Atmosphäre auf und zieht den Leser/ die Leserin schnell mit in die Geschichte. Besonders gelungen fand ich die schnell aufeinanderfolgenden Szenenwechsel, sowie die Zeit- und die Ortsangaben darüber. Auch wenn das Buch größtenteils in einem unübersichtlichen Höhlensystem spielt, sorgen diese Angaben für eine gute Orientierung in der Geschichte.
Die hochinteressanten Charaktere, welche sich im Laufe der Handlung authentisch weiterentwickeln, konnten mich begeistern. Alle Haupt- und Nebenfiguren hat Linda Graze mit vielen Details ausgestattet, was zu ihrer großen Authentizität führt. Sie alle besitzen ihre Ecken und Kanten und vieles aus ihren Lebensgeschichten offenbart sich erst im Laufe der Handlung. Dies sorgt zusätzlich für einen guten Lesefluss, da man als Leser/ Leserin einfach wissen muss, wie und warum es so gekommen ist und wie es mit ihnen im weiteren Handlungsverlauf weitergeht.
Laura Morgenstern ist eine der Hauptfiguren des Buches: Sie hat in frühster Kindheit ihre Mutter verloren, ihr Vater konnte aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit nur bedingt für sie da sein. Den Verlust ihrer Mutter hat sie nie überwunden und auch ihren Platz im Leben hat Laura noch nicht wirklich gefunden. Auch wenn eine innere Stimme sie warnt, folgt sie dem undurchsichtigen Lasse in das Höhlensystem und wächst dort das ein oder andere Mal auch über sich hinaus. Sie ist sehr direkt und ehrlich. Als sie schließlich auf sich alleine gestellt ist, versucht sie erstmal ruhig zu bleiben und einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden. Ich konnte mich sehr gut in Lauras Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen, litt mit ihr mit und mochte ihr offenes Wesen sehr.
Lasse, Lauras Auftragsgeber, ist ein sehr undurchsichtiger Charakter: Schnell wird klar, dass er etwas verbirgt und ein falsches Spiel mit Laura spielt.
Neben diesen beiden Hauptfiguren spielen noch eine Menge anderer Figuren mit, auf die ich an dieser Stelle jedoch nicht detailliert eingehen möchte, da ich sonst zu viel von der Handlung und Spannung vorwegnehme.

„Als sie erwachte, fühlte sie sich mies. Von allem verlassen. Nicht von Lasse, der war verblasst, nichts weiter als eine abgelegte Karte in einem Memoryspiel. Es waren die liebgewonnen Gewohnheiten, die ihr fehlten. Dinge, die so selbstverständlich waren, dass man nicht darüber nachdachte. (…)
Auch sie war glücklich gewesen. Unbeschwert. All dies war weggewischt, wie mit einem Schwamm von der Tafel entfernt – von einer Minute auf die andere.

[Seiten 272/ 273]

In ihrem ausführlichen Nachwort „Viele Dankeschöns und eine Bitte“ stellt Linda Graze klar, dass alle Figuren, Lokalitäten und Handlungsablauf ein Produkt ihrer Fantasie sind. Schon während des Lesens, vor allem dann aber mit dem Nachwort, wird klar, wie gründlich und viel die Autorin zum Thema Höhlen, aber auch zu den Themenkomplexen wie zum Beispiel Lauras Wahnvorstellungen, recherchiert hat.
Diese gründlichen Recherchen und das Auseinandersetzen mit den verschiedenen Thematiken merkt man diesem gelungenen und spannenden Thriller an – denn dieser wird mit Sicherheit noch lange nachklingen.

Fazit: Von der ersten Seite an hat mich der Thriller „Tief unter der Alb“ von Linda Graze begeistert und nicht mehr losgelassen. Ja, ich musste teilweise sehr schlucken, denn schon bei der bloßen Vorstellung unter der Erde eingesperrt zu sein, verspüre ich eine Gänsehaut am gesamten Körper und ein großes Unwohlsein.
Ein spannender und sehr gut recherchierter Thriller mit interessanten und vielschichtigen Charakteren, welcher den Leser/ die Leserin ab der ersten Seite mitreißt und nach der letzten Seite mit vielen Eindrücken zurücklässt. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein

„TABUN – Tod aus der Ostsee“

von Michael Paul

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 04. Mai 2019
Verlag: Bunte Hunde
Ausgaben: Taschenbuch, eBook, Hörbuch und Audio CD
ISBN:  978-3947081035
Seitenanzahl: 324 Seiten
Preise: 12,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)
Reihe: „Katharina König“, Band 01 von 01

Homepage:
https://www.michael-paul.eu/bücher/

Klappentext:
„Seinerzeit hat Hitlers tödliches Giftgas Tabun niemanden umgebracht. Doch seit dem Krieg tötet es jedes Jahr ahnungslose Touristen an den deutschen Küsten!
Auf den Gleisen des Rasenden Roland verbrennt ein junger Familienvater. Die blinde ehemalige Oberstaatsanwältin Katharina König ahnt, dass es kein normaler Unfall war, wie es die Behörden auf Rügen glauben machen wollen. Alle schweigen und bald geraten sie und ihr junger Assistent Elias selbst in Lebensgefahr.
Als ein hochintelligenter Rechtsradikaler auftaucht, wird klar, dass es um viel mehr geht. Wie soll eine Blinde gemeinsam mit einem charmanten, erfolglosen Jazzmusiker den teuflischen Plan eines Terroristen verhindern, der die Welt aus den Angeln heben will? 
Michael Pauls fesselnder Öko-Politthriller TABUN fasst ein heißes Eisen an! Hochspannung ist bis zur letzten Seite garantiert! Nach „Wimmerholz“ und „Das Haus der Bücher“ ist es der erste Fall von  Katharina König.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor auf der Buchmesse in Hinterzarten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

Das Buch „TABUN – Tod aus der Ostsee“ von Michael Paul ist ein Politthriller und beschäftigt sich mit den Überresten und der Entsorgung der Kampfmittel des Zweiten Weltkriegs in die Ostsee und deren furchtbaren Nachwirkungen und Bedrohungen in der heutigen Zeit.

„»Das Tabun – und Sie wissen, dass das nur einer von vielen tödlichen Stoffen dort unten am Meeresboden ist – kann heftigen Schaden anrichten. Es ist doch naiv und gleichzeitig skandalös, darauf zu hoffen, dass es sich im Wasser auflöst und dann kein Problem mehr darstellt. Nach dem Motto: Was in den letzten mehr als sechzig Jahren nicht passiert ist, wird auch in Zukunft nicht geschehen? (…)«“

[Seite 152]

Als der Jazzmusiker Elias in New York mitten in der Nacht von seiner Tante aus Deutschland angerufen wird, lässt er alles stehen und liegen und fliegt zu ihr. Noch am Flughafen übergibt diese ihm Dokumente, welche ihn auf die Insel Rügen führen. Dort ist unter mysteriösen Umständen ein junger Familienvater ums Leben gekommen und Elias soll sich mit diesen Umständen etwas näher befassen. Als er auf Rügen die blinde ehemalige Oberstaatsanwältin Katharina König trifft, sind sich die Beiden sicher, dass es kein gewöhnlicher Unfall war und die Behörden etwas verschweigen.
Katharina und Elias beginnen mit ihren Nachforschungen, welche sie ins Visier eines hochintelligenten und schwerreichen Rechtsradikalen bringt und dem ein Menschenleben nichts bedeutet – auch das von Elias und Katharina nicht. Denn es geht um viel mehr und um etwas sehr großes.

Michael Pauls historische Romane „Wimmerholz“, „Das Haus der Bücher“, „Versteckt im Schwarzwald“ und „Die Trostbriefschreiberin“ haben mich sehr berührt, da diese Romane unvergessliche Geschichten gegen das Vergessen sind.
Mit seinem Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ beschreitet Michael Paul ein neues Genre. Auch wenn das Genre Thriller nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört, wollte ich dieses Buch dann doch lesen, da es in diesem Thriller auch historische Elemente und Tatsachen verarbeitet sind.
Freundlicherweise bekam ich vom Autor ein Exemplar als kostenloses Rezensionsexemplar, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Schon der Prologs des Buches riss mich förmlich in die Handlung hinein, aus der es ab der ersten Seite kein Entrinnen mehr gibt. Eigentlich wollte ich nur ein wenig reinlesen – und blieb einfach hängen. Kontinuierlich spitzt sich die Handlung auf ein Ereignis zu und Michael Pauls rasanter und bildhafter Sprachstil sorgen für ein enormes Lesetempo und eine außerordentliche und gleichzeitig bedrückende Atmosphäre, da viele der beschriebenen Dinge und Begebenheiten auf Tatsachen beruhen. Nur ungern legte ich das Buch zur Seite, hielt, vor allem gegen Ende, vor Spannung stellenweise die Luft an und rauschte durch die insgesamt 324 Seiten.

»Ja, ihre Tante hat sich wohl etwas dabei gedacht, als sie mich gefragt hat. Es tut mir gut, wieder eine Aufgabe zu haben, vor allem aber, dass sie mir das zutraut. Auch wenn ich nichts mehr sehen kann, kann ich immer noch recherchieren und Schlüsse ziehen. Mein Verstand ist immer noch hellwach. Ich konnte es noch nie akzeptieren, wenn die Reichen und Mächtigen dieser Welt ihr Spielchen treiben und dabei auf nichts und niemanden Rücksicht nehme. Deshalb habe ich mich damals für das Jurastudium entschieden. (…)«“

[Seite 62]

Neben der spannenden Handlung konnten mich auch die interessanten Haupt- und Nebenfiguren in diesem rasanten Politthriller überzeugen. Sie alle haben ihre eigene Vergangenheit, ihre Geschichten und Erlebnisse, die sie zu den Menschen gemacht haben, welche sie sind.
Elias ist, neben Katharina König, einer der Protagonisten. Er ist in seinem Leben noch nicht so wirklich angekommen, nach einem abgebrochenen Studium schlägt er sich als Jazzmusiker in New York durch. Gerade als der große Durchbruch winkt, wird er von seiner Tante nach Deutschland beordert. Ich mochte Elias ehrliche Art, vor allem aber, dass er in einigen Situationen über sich hinauswächst und sich auch trotzdem seiner Schwächen bewusst ist.
Auch die Art, wie die beiden Hauptfiguren aufeinandertreffen und nicht wissen, wie sie auf den jeweils anderen reagieren sollen und wie sie dann zu einem Team zusammenwachsen schildert Michael Paul sehr authentisch und einfühlsam.
Katharina, eine ehemalige und berühmte Staatsanwältin, hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Nach ihrer Erblindung ist in ihrem Leben nichts mehr so, wie es einmal war – ihr Berufsleben aber auch ihr Privatleben liegen in Scherben. Sie muss sich nun in einem völlig anderen Leben zurechtfinden, was ihr an einigen Tagen gut gelingt, an anderen Tagen nicht. Denn: Katharina kennt zwar viele (einflussreiche) Menschen, doch sie ist am Ende des Tages doch sehr einsam und seht sich nach einer tiefen Freundschaft und Verbundenheit. Katharinas vielschichtiger und interessanter Charakter zeigt sich im Laufe der Handlung, immer wieder zeigen sich dem Leser/ der Leserin neue Facetten.
Neben diesen beiden Hauptfiguren spielen noch einige weitere Figuren große und auch kleine Rollen. Michael Paul stattet diese mit vielen Details aus, was zu ihrer großen Authentizität führt. Außerdem besitzen sie alle ihre Ecken und Kanten und vieles aus ihren Lebensgeschichten offenbart sich erst im Laufe der Handlung. Dies sorgt zusätzlich für einen guten Lesefluss, da man als Leser/ Leserin einfach wissen muss, wie und warum es so gekommen ist und wie es mit ihnen im weiteren Handlungsverlauf weitergeht.

„»Es ist immer das Gleiche! Beifang! Tödlicher Beifang, Giftgasmunition! (…) Der ganze Meeresboden ist voll von dem Dreck! Und wir baden es aus! Wissen Sie, wie viele Millionen Granaten die Briten und Russen damals hier ins Meer gekippt haben`? Das kommt alles wieder hoch!« (…)
»Das hat damals keinen interessiert. Aber seit Jahren kommt der ganze Mist langsam wieder hoch: Senfgas, Sarin, Lost, Phosphor und noch viel mehr. Jedes Jahr gibt es Tote und Schwerverletzte. Nicht nur die Fischer auf den Schiffen, sondern auch die Touristen an den Stränden. Und keiner will es wissen, geschweige denn, dass laut darüber geredet werden darf.(…)«“

[Seiten 105/106]

Das große Thema des Buches „TABUN – Tod aus der Ostsee“ ist die Versenkung von Munition und chemischer Kampfstoffe in die Nord- und Ostsee nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
In der deutschen Nord- und Ostsee lagern Altlasten von ca. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, die im Zweiten Weltkrieg durch Militäroperationen oder danach durch Verklappung versenkt wurden. Heute bedrohen alte Minen, Bomben und Torpedos das Meer und seine Anwohner: Denn bis zu 3000 Kilogramm Munition im Jahr gehen einem Fischer ins Netz.
Doch nicht nur die alten Minen, Bomben und Torpedos bedrohen die Nord- und Ostsee: Neben diesen konventionellen Munitionen wurden auch große Menge des Nervengiftes Tabun, entgegen ursprünglicher Informationen der USA, in der Ostsee versenkt. Hier ist die Rede davon, dass in der nördlichen Ostsee rund eine halbe Million Tabun-Bomben verklappt wurden.
Tabun ist ein Nervenkampfstoff, der 1936 vom deutschen Chemiker Gerhard Schrader entdeckt wurde. Ab 1942 wurde es industriell gefertigt und im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht in Bomben und Granaten verfüllt, jedoch nicht eingesetzt.
Im Körper blockiert Tabun die Acetylcholinesterase. Diese ist Bestandteil der Kommunikationsvorgänge im Nervensystem. Daher kommt es, je nach Stärke der Vergiftung, zu Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen, Augenschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Zucken der Muskulatur, unkontrollierter Harn- und Stuhlabgang, Atemnot, Appetitlosigkeit, Angstzustände, Spannungen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Der Tod tritt schlussendlich durch Atemlähmung ein.
Michael Paul beschreibt diese historischen Hintergründe und auch den Status Quo sehr intensiv – hier merkt man, wie sehr sich der Autor in das Thema hineingearbeitet hat und auch, wie wichtig ihm die Aufarbeitung des schwierigen Themas ist. Er legt den Finger in eine offene Wunde und stellt damit das Thema ‚Urlaub an der Ost- oder Nordsee‘ in Frage.
Auf der Rückseite des Buches steht folgende Warnung:

„Warnung! Nach diesem brillant recherchierten Thriller ist ein unbedarfter Urlaub an der Ost- und Nordsee kaum noch möglich.“


Nach Beendigung des Buches kann ich diese Warnung nur unterschreiben. Denn nach dieser Lektüre macht man sich unweigerlich so seine Gedanken, ob ein Urlaub dort wirklich so anstrebsam ist.

Fazit: Der Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ ist ein spannender und vor allem aufrüttelnder und eindringlicher Thriller, welcher mit interessanten und vielfältigen Figuren besticht. Ab der ersten Seite reißt die Handlung den Leser/ die Leserin mit und lässt diese auch nach der letzten Seite nicht mehr los und mit vielen Eindrücken und Gedanken zurück. Absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein

„Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“

von Silke Elzner

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. April 2024
Verlag: Selbstverlag
Ausgaben: Taschenbuch, Hardcover und eBook
ISBN:  978-3758492693 (Taschenbuch), 978-3758493157 (Hardcover)
Seitenanzahl: 520 Seiten (Taschenbuch), 492 Seiten (Hardcover)
Preise: 19,95€ (Taschenbuch), 33,95€ (Hardcover), 04,99€ (eBook)

Homepage:
www.silkeelzner.de

Klappentext:
„Anno 1428: Auf dem Augsburger Faschingsturnier lernt Prinz Albrecht III. die lebensfrohe Agnes Bernauer kennen. Verzaubert von ihrer außergewöhnlichen Schönheit nimmt er die Baderstochter mit nach München.
Albrechts Vater ist die nicht standesgemäße Liebschaft seines Sohnes ein Dorn im Auge, denn Albrecht weigert sich, eine adlige Braut zu nehmen. Die Zukunft des Herzogtums ist in Gefahr.
Als sich die Konflikte zwischen Vater und Sohn zuspitzen und Albrecht seine Agnes heimlich heiratet, nimmt das Schicksal seinen Lauf.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

Das Buch „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ von Silke Elzner ist ein historischer Roman, welcher im 15. Jahrhundert spielt und auf wahren Begebenheiten basiert.

„»Euer Sohn und ich gehören zusammen. Es ist gleich, wer ich bin oder woher ich komme. Er weiß das, und ich weiß das.«“

[Kapitel 6]

Augsburg im Februar des Jahres 1428: Während eines Turniers lernt Prinz Albrecht III. die schöne Baderstochter Agnes kennen. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und obwohl Agnes nicht standesgemäß ist, nimmt Albrecht sie mit nach München. Albrechts Vater ist von der Wahl seines Sohnes empört, da es für die Zukunft des Herzogtum eine standesgemäße Ehe braucht und vor allem einen legitimen Erben.
Doch Albrecht und Agnes geben sich und ihre Liebe nicht auf – auch wenn Agnes Ausgrenzungen und Anfeindungen aus vielen unterschiedlichen Richtungen ausgesetzt ist. Nach der heimlichen Hochzeit spitzt sich der Konflikt zwischen Vater und Sohn dramatisch zu – und das Leben von Agnes schwebt in großer Gefahr.

Mit ihren bisherigen drei historischen Romanen „Die letzte Fehde an der Havel“, „Der Verrat der Kaufmannswitwe“ und „Der Schwur der Gräfin“ hat mich Silke Elzner sehr begeistert und mich auf unvergessliche Zeitreisen mitgenommen. Damit gehört sie mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich freue mich auf jede Neuerscheinung aus ihrer Feder.
Auch ihr neuer Roman „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ weckte schnell mein Interesse, da ich die tragische Geschichte der Agnes Bernauer einmal im Geschichtsunterricht im Nebensatz hörte und gerne mehr über sie und ihr Leben erfahren wollte.
Freundlicherweise bekam ich dieses Buch von der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

Ich mag die stimmigen und wunderschönen Cover von Silke Elzners Büchern sehr gerne – das Cover zu „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ gefällt mir jedoch bisher am besten. Es ist in blau-lila Tönen gehalten und besticht vor allem durch das verspielte Ranken- und Rosenmuster im Hintergrund und an den Seiten. Eine große Träne in der Mitte, in welcher das Rosenmotiv noch einmal aufgenommen wurde, bildet den Eyecatcher des Covers.


Nach dem Inhaltverzeichnis und einem Zitat von Walther von der Vogelweide beginnt der Prolog des Buches, welcher in Straubing im Oktober 1435 spielt. Mit dem ersten Kapitel befinden wir uns siebeneinhalb Jahre vor den Geschehnissen des Prologs. Dem 42. und letzten Kapitel schließt sich ein Epilog an, der im Januar 1437 spielt. Somit umfasst die gesamte Handlung des Romans etwa zehn Jahre. Dem Epilog schließen sich ein ausführliches Nachwort und ein Überblick über die historischen Figuren an.
Die Geschehnisse der Geschichte laufen also unweigerlich auf die Vorausdeutung des Prologes hinaus, womit das Ende das Geschichte bereits sehr früh feststeht. Trotzdem, oder gerade deshalb, konnte mich diese emotionale, spannende und mitreißende Geschichte schnell begeistern.
Silke Elzner erzählt – wie in ihren bisher erschienenen Büchern – bildgewaltig, fesselnd und mit großer Leidenschaft. Sie zeichnet wieder einmal ein starkes und unverzerrtes Bild der damaligen Zeit und schafft in ihrem Buch zudem eine sehr dichte Atmosphäre, in welcher ich völlig abtauchen konnte.

„»Die beiden lieben sich. Was ist denn schon dabei? Ich für meinen Teil finde es furchtbar romantisch. Schau sie dir an! Siehst du nicht den Glanz in ihren Augen, wenn sie sich unbeobachtet glauben und Blicke tauschen? Hörst du nicht, wie sie die Gedanken des anderen ergänzen? Spürst du nicht, wie ein Herz für das andere schlägt? Sei aufrichtig zu dir selbst […] und sage mir: Gibt es ein Paar auf der Welt, das mehr füreinander geschaffen wäre?«“

[Kapitel 24]

Ein Blick in den Überblick der historischen Figuren am Ende des Buches zeigt, dass viele der vorkommenden Figuren historisch sind, was zu einer großen Authentizität des Romans führt.
Vieles ist von der Hauptfigur Agnes Bernauer nicht überliefert, weshalb Silke Elzner hier in vielen Bereichen Historie und Fiktion gekonnt miteinander verbindet. Sie schafft mit Agnes Bernauer eine sehr interessante Frau, welche ich sehr schnell in mein Herz geschlossen habe und zu der ich schnell eine Beziehung aufbauen konnte. Sie ist eine junge Frau, welche mitten im Leben steht, ihr Herz am rechten Fleck hat und sich einfach nur in einen Mann verliebt. Es ist jedoch eine Liebe, welche in der starren Gesellschaft des Mittelalters nicht sein darf. Von Anfang an spürte und fühlte ich das Knistern zwischen den Beiden, zu keiner Zeit wirkt das Miteinander der Beiden gekünstelt oder aufgesetzt.
Während Agnes als Baderstochter zu den Randgruppen der Gesellschaft gehört, ist Prinz Albrecht ein Mitglied des Adels – dem zweiten Stand der Gesellschaft. Auch wenn die Beiden völlig verschiedene Leben führen, haben sie doch auch Gemeinsamkeiten: Beide dürfen nicht selbst über ihre Zukunft entscheiden, welche für beide klar vorgezeichnet ist: Die zukünftigen Ehepartner werden von der Familie nach strategischen Gründen ausgesucht und dass sich die Beiden ineinander verlieben könnten, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Bei Albrecht dauerte es etwas länger, bis ich ich einen Draht zu ihm gefunden hatte. Auch er steht mitten im Leben, weigert sich aber, den für ihn vorausbestimmten Weg zu gehen. Damit gerät er immer wieder heftig mit seinem (nicht sonderlich sympathischen) Vater aneinander, welcher, zusammen mit seinem Bruder, die Zukunft und das Ansehen seines Herrschergeschlechts gesichert haben will.
Am herzoglichen Hof ist Albrechts Mutter eine der Sympathieträgerinnen. Sie ist eine Frau, mit der sich auch Kompromisse finden lassen – ich habe sie sehr gerne gehabt.
Neben seiner Mutter findet Albrecht auch Halt in seinem besten und sympathischen Freund Jan. Auch wenn es zwischen den Beiden ab und an zum Streit kommt, sind die Beiden immer füreinander da, unterstützen und helfen sich gegenseitig.
Neben diesen Hauptfiguren spielen in „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ noch eine Vielzahl an unterschiedlichen Figuren kleine und größere Rollen. Vielen von ihnen sind historisch, andere fiktiv, doch sie alle werden von Silke Elzner gekonnt zum Leben erweckt, in diese stimmige Geschichte und deren Hintergründe eingebettet und mit- und untereinander verbunden. Während ich einige der Figuren sehr gerne mochte, stießen mich andere in ihrem Verhalten und ihren Denkweisen sehr ab. Vor allem waren für mich die Konflikte, aber auch die starken Anziehungen und Verbindungen zwischen den Figuren sehr fühlbar.
Es ist wieder einmal eine Geschichte, welche ich mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde – allen voran natürlich die tragische Geschichte der Agnes Bernauer.

„Zu wissen, dass ihr, der Baderstochter, eine so gewöhnliche Zukunft mit Albrecht auf ewig verwehrt war, grub ein tiefes Loch in ihre Magengegend. Sie musste lernen, sich damit abzufinden, dass sie niemals gemeinsam würden leben können. Schlimmer noch, eines Tages würde sie nur eine Zweitfrau sein, eine heimliche Geliebte neben der hochadligen Gattin, die … Es fiel ihr schwer, diesen schmerzhaften Gedanken zu Ende zu denken, also tat sie das, was sie in solchen Fällen immer tat: Sie schob ihn schnell beiseite.“

[Kapitel 16]

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund bildet das 15. Jahrhundert.
Im 14. und 15. Jahrhundert wurden Oberbayern und Niederbayern wiederholt geteilt. Nach der Teilung von 1392 existierten vier Herzogtümer, deren Herzöge nicht selten gegeneinander Kriege führten: 
– Bayern-Straubing
– Bayern-Landshut
– Bayern-Ingolstadt 
– Bayern-München
Das Herzogtum Straubing wurde, nach Aussterben der dortigen Linie, unter den bestehenden Teilherzogtümern aufgeteilt wurde. Im Norden schließt sich die Oberpfalz an: Diese war ebenfalls durch die Verschwägerung mit den Münchener Wittelsbachern verbandelt.
Wenn ihr noch mehr über diese historischen Hintergründe und auch über die Spurensuche von Agnes Bernauer erfahren möchtet, empfehle ich euch die Homepage von Silke Elzner: https://silkeelzner.de/agnes-bernauer-in-bayern-eine-spurensuche/.
Im Mittelalter gab es viele Randgruppen der Gesellschaft. Das waren Menschen, die aus verschiedenen Gründen von anderen Menschen gemieden wurden und die sich nur in bestimmten Wohngegenden niederlassen durften. Zu diesen so genannten Randgruppen konnten bestimmte Berufe gehören wie Wundärzte, Bader, Schinder, Hundeschläger, Latrinenreiniger oder auch Gassenfeger. Auch Henker und Prostituierte, Gaukler und Schauspieler zählten dazu. Wer mit Schmutz und Blut zu tun hatte wurde als „ehrlos“ bezeichnet, was bedeutet, dass kein anständiger Mensch Umgang mit ihm haben durfte: Man ging einem solchen Menschen aus dem Weg und sprach nicht mit ihm, um die eigene Ehre nicht zu beschmutzen.
Über die Kindheit und Jugend von Agnes Bernauer ist nichts bekannt. Sie gilt traditionell als Tochter des Augsburger Baders Kaspar Bernauer, dessen Existenz jedoch bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Da der bayerische Herzogssohn Albrecht III. im Februar 1428 in Augsburg an einem Turnier teilnahm, wird oft angenommen, dass er Agnes bei dieser Gelegenheit kennenlernte und kurz darauf zu sich nach München holte. Es ist allerdings nicht gesichert, wie und wo sich Albrecht und Agnes in Augsburg kennenlernten. Mal geschieht dies in einer Baderstube, mal im Geschlechterhaus, mal verarztet sie ihn nach einem Sturz beim Turnier. Der Roman von Silke Elzner knüpft teilweise an diese Legenden an, erzählt aber eine andere und neue Version der Geschehnisse – und zwar so, dass ich das Buch mit dem Gedanken beendet habe: „Ja, genau so könnte es gewesen sein!“
Silke Elzner hat die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe wieder einmal akribisch recherchiert verbindet diese wunderbar mit den Figuren, aber eben auch mit Fiktion. Dadurch entsteht ein sehr rundes und vor allem eindringliches Leseerlebnis, welches ich mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werde.

Fazit: Der historische Roman „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ von Silke Elzner erzählt eine Geschichte, welche mich ab der ersten Seite mitgenommen – nein mitgerissen hat. Silke Elzner führt uns in längst vergangene Zeiten und holt mit Agnes Bernauer eine historische und tragische Figur ans Licht, welche vielen noch unbekannt sein dürfte – noch! Ganz große Leseempfehlung.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Zeit der Hoffnung“

von Bettina Pecha

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2024
Verlag: Tinte&Feder
Ausgaben: Taschenbuch und eBook
ISBN:  978-3757883928
Seitenanzahl: 368 Seiten
Preise: 14,99€ (Taschenbuch), 03,99€ (eBook)
Reihe: „Die Wirtschaftswundersaga/ Band 02

Homepage:
https://www.bettinapecha.de/Die-Zeit-der-Hoffnung/

Klappentext:
„Stuttgart, 1957: Endlich dürfen Katharina und Moritz sich das Jawort geben. Die Geburt ihres Kindes macht ihr Glück vollkommen, obwohl dies für Katharina den Abschied von ihrem geliebten Beruf bedeutet. Das Schicksal führt die kleine Familie nach Berlin, eine schillernde Metropole, aber gleichzeitig das Herz des Kalten Krieges, eine geteilte Stadt und Spielball politischer Intrigen der Supermächte.
Zwei Frauen werden in dieser bewegten Zeit zu Katharinas Freundinnen: Lisa, die sich gegen die gnadenlose Moral der Wirtschaftswunder-Ära behaupten muss, und Marion, deren Liebe zu Claus durch die heraufziehenden Schatten des Berliner Mauerbaus bedroht ist. Währenddessen gibt Katharina ihren Traum nach einer beruflichen Zukunft nicht auf – entgegen aller Widerstände. Finden die drei Frauen ihr Glück oder zerbrechen ihre Träume an der harten Realität?“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

„Nein, sondern weil du eine starke Persönlichkeit hast und weißt, was du willst. Und auch mal was Neues wagst.“

[Kapitel 09]

Das Buch „Die Zeit der Hoffnung“ von Bettina Pecha ist der zweite Band der Wirtschaftswundersaga und spielt in Stuttgart und Berlin in den 1950er und 1960er Jahren.
Ich konnte und wollte dieses Buch nur noch ungern aus den Händen legen, da mich die Handlung und die Schicksale der Hauptfiguren tief berührten und nicht mehr losgelassen haben. Innerhalb von zwei Tagen waren die etwa 370 Seiten gelesen.
Vor etwa zwei Jahren habe ich den ersten Band „Die Straße des Glücks“ gelesen und ich hatte etwas Bedenken, ob ich mich wieder in der Handlung zurechtfinde und auch zu den Figuren wieder eine Beziehung aufbauen kann. Diese Bedenken waren ab der ersten Seite wie weggewischt, denn ich hatte das Gefühl, sofort wieder in der Geschichte angekommen zu sein. Auch die Hintergründe der bereits bekannten Figuren waren sofort wieder da und die der neuen Figuren nahmen mich direkt mit. Im Prinzip kann man diese Fortsetzung auch lesen, ohne den ersten Band zu kennen. Ich empfehle jedoch (wie immer bei Buchreihen), mit dem ersten Band zu starten, da man die Entwicklungen und die Entscheidungen der Figuren besser verstehen und nachvollziehen kann.
Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen des Buches sind sehr zahlreich, zauberten mir mal ein Lächeln auf die Lippen, ganz oft musste ich vor Bestürzung und Wut auch sehr an mich halten. Wie die Gesellschaft der jungen BRD mit alleinerziehenden Frauen in den Zeiten des Wirtschaftswunders umgegangen wurde, raubte mir mitunter den Atem. Aber auch die geschichtlichen Hintergründe, hier ist an erster Stelle der Mauerbau in Berlin zu nennen, schildert Bettina Pecha so greif-, vor allem aber spürbar, dass mir stellenweise die Tränen kamen.
Dazu der flüssige und gleichzeitig so intensive Sprachstil der Autorin, welcher für ein großes und unvergessliches Kopfkino sorgt.

„Eine heile, unbeschwerte Welt im Vergleich zu der verzweifelten Stadt Berlin, über die das Unglück nun endgültig hereingebrochen war.“

[Kapitel 14]

Fazit: Das Buch „Die Zeit der Hoffnung“ von Bettina Pecha ist ein sehr kraftvolles und stimmiges Buch, welches ich in wenigen Tagen gelesen habe und mich durch die authentisch dargestellten gesellschaftlichen und historischen Hintergründe und die vielfältigen Charaktere überzeugt hat. Sehr lesenswert!

„Der Pakt der Frauen“

von Julia Kröhn

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 20. März 2024
Verlag: Heyne
Ausgaben: Hardcover und eBook
ISBN:  978-3-453-27421-1
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 22,00€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/Buch/Der-Pakt-der-Frauen/Julia-Kroehn/Heyne/e614389.rhd

Klappentext:
„Wien 1976. Die junge Dozentin Katharina Adler sorgt bei den männlichen Kollegen regelmäßig für Schnappatmung. Selbstbewusst trägt sie knalligen Lippenstift und verbotenerweise im Hörsaal Hosen. Außerdem hat sie sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Geschichtswissenschaft zu revolutionieren. Dafür widmet sie sich Büchern, die von Frauen geschrieben wurden, speziell Kochbüchern. Als ihr dabei eine Rezeptsammlung aus der Feder ihrer Mutter Jule unterkommt, erkennt Katharina, dass sie erst die Geheimnisse ihrer eigenen Familie aufdecken muss, bevor sie die Welt verändern kann. Gemeinsam reisen sie und Jule nach Schlesien, an Katharinas Geburtsort. Dort lernt sie, dass es nichts Stärkeres gibt als Frauen, die zusammenhalten.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe vom Verlag/ von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

„»Wir Frauen müssen doch zusammenhalten.«“

[Seite 315]

In diesem aufwühlenden Roman „Der Pakt der Frauen“ verarbeitet Julia Kröhn Teile ihrer eigenen Familienbiografie, mischt dieser aber auch Fiktion bei. Dadurch, dass sich die Handlung auf zwei Zeitebenen aufteilt, baut sich ein immenser Sog auf, der mich mit in diese Geschichte hineingerissen hat und nicht mehr losgelassen hat, bis die letzte Seite gelesen war.
Der erste Erzählstrang spielt in Wien in den 1970er Jahren, hier kämpft die selbstbewusste Historikerin Katharina in der von Männern dominierten Universität. Sie möchte die Geschichtswissenschaft revolutionieren, indem sie sich Büchern widmet, die von Frauen geschrieben wurden – speziell Kochbücher. Als sie dann auf ein Kochbuch trifft, welches ihre Mutter Jule verfasst hat, öffnet sie die Tür zu ihrer eigenen Familiengeschichte – und trifft auf eine Mauer des Schweigens.
Der zweite Erzählstrang spielt größtenteils 1944/1945. Hier lernen wir die junge Jule kennen, welche mit ihrem Mann nach Hirschberg (Schlesien) zieht. Jule sieht menschliche Abgründe und kann eines nicht: Wegsehen.
Gekonnt werden diese beiden Erzählstränge verwoben und somit Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden.

Julia Kröhn gehört schon seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Sie schreibt unter verschiedenen Namen, doch jeder ihrer Romane überzeugt mich durch die Tiefe und die Stärke vielfältigen Figuren und den historischen Hintergründen, welche akribisch recherchiert sind und mich emotional immer sehr mitnehmen. Außerdem kann mich Julia Kröhns bildhafter, detaillierter und klarer Sprachstil immer wieder begeistern.

„Sie hatte erwartet, dass die Beschäftigung mit ihrer Familiengeschichte vielleicht Unbehagen erzeugen würde, Verwirrung, Befremden, Überraschung. Aber nicht diesen Schmerz.“

[Seite 157]

Ein Roman, welchen ich mit klopfenden Herzen und einer Gänsehaut am gesamten Körper beendet habe.

Fazit: „Der Pakt der Frauen“ von Julia Kröhn ist ein Buch, welches ich mit Sicherheit so schnell nicht wieder vergessen werde. Berührend, aufwühlend, emotional, sehr lehrreich und definitiv ein Highlight im Lesejahr 2024.
Ganz große Leseempfehlung!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“

von Sonja Roos

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: eBook: 01. März 2024, Paperback: 17. April 2024
Verlag: Goldmann
Ausgaben: Paperback, eBook
ISBN:  978-3442494132
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preise: 16€ (Paperback), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Auswanderer-Saga“, Band 01 von 03

Homepage:
https://www.sonjaroos.de
https://www.penguin.de/Autor/Sonja-Roos/p677123.rhd

Klappentext:
„Hamburg 1892: Während eine Choleraepidemie in der Stadt wütet, verlassen die junge Marga und ihre Cousine Rosie ihre Heimat für immer. Auf einem Auswandererschiff wagen sie die Fahrt nach Amerika in der Hoffnung auf ein Leben fern von Not und Armut. Während der langen Reise schließen die beiden Freundschaft mit zwei jungen Männern, Simon und Nando, die wie sie auf ein besseres Los in der Neuen Welt hoffen. Die vier beschließen, gemeinsam in New York das Glück zu suchen. Doch dann kommen Rosie und Simon einander näher. Ihre aufkeimende Liebe, aber auch dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit treiben einen Keil zwischen die Freunde, und die Gruppe droht schon bald nach der Ankunft zu zerbrechen …“

* Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung der Verlags-Homepage, kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

_

Das Buch „Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“ ist der Auftakt einer Trilogie und spielt zu Beginn der Handlung in Hamburg, im weiteren Verlauf hauptsächlich in New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

„Ein aufgeregtes Kribbeln hatte sie erfasst. Hier standen so viele unterschiedliche Menschen mit Träumen, mit Hoffnungen, mit einer Vergangenheit und einer Idee von der Zukunft.“

[Kapitel 8]

Hamburg 1892: Die Cholera wütet in der Stadt und fordert täglich mehr Opfer. Die junge Marga lebt zusammen mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Als sich für Marga die Gelegenheit zu einer Überfahrt zusammen mit ihrer Cousine Rosie nach New York bietet, zögert ihre Mutter nicht lange und schickt ihre Tochter in die Neue Welt und damit in ein neues Leben, fernab von Armut, Hunger und Krankheit.
Auf der Überfahrt lernen Marga und Rosie die beiden jungen Männer Simon und Nando kennen. Später verbindet sie zusätzlich ein großes Geheimnis. Die vier beschließen auch in New York zusammen zu bleiben und sich gemeinsam ein neues Leben aufzubauen. Doch als Simon seine Gefühle für Rosie nicht mehr länger leugnen kann und auch die Vergangenheit die vier einzuholen droht, steht die Gemeinschaft und die Zukunft der vier jungen Menschen auf der Kippe.

Dieses Buch ist mein erstes Buch, welches ich von der Autorin Sonja Roos gelesen habe. Und soviel schon mal vorweg: Es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein.
Im Februar 2024 fragte Sonja Roos an, ob ich den Auftakt ihrer Trilogie gerne lesen und rezensieren möchte. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, sagte ich ihr direkt zu. Ich mag Romane, die zur Zeit der großen Auswanderungswelle im ausgehenden 19. Jahrhunderts/ beginnenden 20. Jahrhundert spielen und ich liebe New York. Also sagte ich Sonja Roos zu und bekam das Buch dann Anfang März vom Goldmann Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.

Neben dem Klappentext hat mich auch das stimmungsvolle Cover angesprochen, welches perfekt zu der Geschichte passt:
Das Cover wird von braunen Farbtönen dominiert und zeigt in der oberen Hälfte eine blondhaarige Frau, welche ein grünes Oberteil trägt und mit einem offenen Blick in die Kamera schaut. Mittig steht der Titel und Untertitel des Buches, darunter ist ein Hafengebäude und ein Schiff zu sehen.

Ich habe dieses Buch als eBook gelesen, weshalb ich zu der Ausstattung des Buches, wie zum Beispiel der Innengestaltung, an dieser Stelle keine Angaben machen kann.
Insgesamt umfasst das Buch 416 Seiten und gliedert sich in zwei Teile auf: Der erste Teil der chronologisch erzählten Handlung beginnt im Jahr 1892 in Hamburg, der zweite Teil setzt dann vier Jahre später an.
Beide Teile umfassen einige, in der Regel eher kurze Kapitel, was für einen guten Lesefluss sorgt.
Mit einem ausführlichen Nachwort und der Danksagung der Autorin wird das Buch abgeschlossen.

In den einzelnen Kapiteln stehen abwechselnd die verschiedenen Charaktere und deren Geschichten im Mittelpunkt. Die einzelnen Geschichten der Figuren sind eng miteinander verknüpft und verbinden sich zu einer großen Geschichte, welche mich ab der ersten Seite mitgenommen hat. Mitunter waren mir die etwas komplizierten Liebesgeschichten, das ständige Hin und Her zwischen den Figuren, etwas zu viel.
Die bildhafte und lebendige Sprache der Autorin ließen mich voll und ganz in die Geschichte und damit in längst vergangene Zeiten abtauchen: Sonja Roos beschreibt die unterschiedlichen Menschen und deren Eigenheiten sehr eindrücklich, streut hier und da Dialekte ein, welches alles nochmal lebensechter wirken lässt und sie baut eine sich kontinuierlich ansteigende Spannung auf. Dies und ihre gewissenhafte Recherche der geschichtlichen Hintergründe haben mich das Buch nur noch ungern aus den Händen legen lassen.

„Sie hatte nichts Schlechtes, Durchtriebenes oder Schmutziges an sich. Im Gegenteil, ihr Blick auf das Leben schien ungetrübt, warm, voller Güte.“

[Kapitel 17]

Marga lernen wir zu Beginn der Handlung kennen und ist eine der vier Hauptfiguren. Sie hat, trotz vieler Schicksals- und Rückschläge, nie ihren Lebensmut verloren. Mit ihrer Mutter lebt sie, nach dem plötzlichen und frühen Tod des Vaters, in ärmlichen Verhältnissen – doch die beiden sind sich vertrauensvoll verbunden. Deshalb fällt es Marga alles andere als leicht, ihre Mutter zurückzulassen und ohne sie in ein neues Leben aufzubrechen. Marga und ihren ehrlichen und gutmütigen Charakter mochte ich von Beginn an sehr gerne und fand sehr schnell zu ihr und ihrem Leben einen Zugang. Auch wenn sie oft nicht weiß, was sie genau möchte, was sie in ihrem Leben erreichen kann und will, mochte ich sie sehr. Sie gibt den Menschen in ihrer Umgebung (vor allem ihrer Cousine Rosie) Halt und auch Zuversicht.
Rosie hat, ähnlich wie Marga, auch mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen – vor allem aber mit ihrer Vergangenheit, welche sie nicht loszulassen scheint. Auch wenn sie immer wieder kleine Fortschritte macht, wird sie oft von Begebenheiten wieder zurück geworfen. Rosies tragische Lebensgeschichte nahm mich stellenweise sehr mit – und ich musste auch das ein oder andere Mal mit den Tränen kämpfen.
Auch die Geschichten der beiden männlichen Hauptfiguren sind nicht weniger mitreißend: Simon lässt seine Vergangenheit und seine Eltern hinter sich und hofft auf eine Zukunft in der neuen Welt ohne Geldsorgen. Doch das Leben kommt dazwischen und wirft all seine wohlüberlegten Pläne durcheinander – aber der charismatische und vor allem sympathische Simon lässt sich davon so schnell nicht beirren.
Nando ist der jüngste der vier Hauptfiguren. Nachdem er es mit Margas Hilfe auf das Auswanderschiff geschafft hat, hofft auch er auf ein neues Leben. Doch auch für ihn kommt alles anders als gedacht.
Neben diesen vier Hauptfiguren spielen noch einige weitere Figuren mit. Sie alle konnten mich mit ihren vielfältigen (Lebens-)Geschichten überzeugen. Die vielen Verbindungen aber auch Konflikte und Dramen zwischen den Charakteren waren sehr greifbar – vor allem aber fühlbar.
In ihrem Nachwort erklärt Sonja Roos, dass ihre „Protagonisten zwar fiktiv sind“, es ihr jedoch „ein Anliegen war, ihre Lebenswelt so authentisch wie möglich zu gestalten“, weshalb sie sich „die Freiheit genommen habe, reale Menschen, Geschichten, Begebenheiten und Ereignisse in die Handlung einzubauen.“
Und genau das habe ich auch beim Lesen gespürt: Diesen authentischen Zeitgeist, die vielen wahren Begebenheiten und Ereignisse, welche die Protagonisten erleben. Genau das macht das Buch zu einem gelungenen, unterhaltsamen und lehrreichen Lesevergnügen.

»(…) Ich will etwas aus mir machen. Aber ich will nicht nur reich werden. Ich will einen Eindruck hinterlassen, das Land mitprägen und seine Geschichte auf den Seiten einer Zeitung mitschreiben.«

[Kapitel 36]

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund von „Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“ bildet das ausgehende 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wütete in Hamburg der letzte große Ausbruch der Cholera in Deutschland. Unter anderen führten verschmutztes Trinkwasser, die vielen ungesunden Kellerwohnungen und dass sich in der Innenstadt viele Menschen unter unhygienischen Bedingungen auf sehr engem Raum ballten, dazu, dass vor allem in Hamburg viele Menschen erkrankten. Insgesamt waren während der Epidemie 16.956 Menschen erkrankt und 8.605 Menschen gestorben.
Zu dieser Zeit, und auch davor und danach, wanderten viele Menschen aus, wobei die Vereinigten Staaten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Einwanderungsland waren. Neben wirtschaftlichen Gründen übte die USA auf viele Menschen eine große Anziehungskraft aus, denn hier gab es Siedler, die sich in einem freien Land niederlassen und ihren Traum von einem neuen Leben verwirklichen konnten. Viele Auswanderer wurden allerdings in den USA schnell wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt, denn auch hier gab es Wirtschaftskrisen und nicht jeder fand das schnelle Glück, das er für sich und seine Familie erträumte.

Zwischen 1816 und 1900 wanderten etwa 5 Millionen Deutsche nach Amerika aus. Für viele waren wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend: Sie fanden keine Arbeit mehr, da die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts eingesetzt hatte und das Handwerksgewerbe immer weiter zurück drängte. Die meisten Deutschen, die im 19. Jahrhundert auswanderten, gingen nach Amerika – dort sahen sie das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Oft ließen sie ihr komplettes bisheriges Leben für immer zurück.

„Auswandererdenkmal in Bremerhaven“ (Bildquelle: Pixabay)

Ein weiterer gesellschaftlicher und geschichtlicher Hintergrund ist die Geschichte der Zeitungen in den USA und die Entwicklung der amerikanischen Presselandschaft: Diese war ganz anders als im europäischen Zeitraum und vor allem durch die sogenannte „Penny Press“ geprägt. Nach Ansicht des Journalisten James Gordon Bennett würde die Öffentlichkeit auf keinen Fall ein ernstes Blatt kaufen, sondern er war der Meinung, dass die große wahllose Neugier eher mit Klatsch als mit Diskussionen zu befriedigen war.
In New York gab es im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Vielzahl an unterschiedlichen Zeitungen, welche das städtische Leben, Nachrichten und Kultur abdeckten und die Vielfalt und das lebhafte Medienumfeld widerspiegelten, das New York City im Jahr 1892 zu bieten hatte. Dieser gesellschaftliche Hintergrund dürfte wahrscheinlich im zweiten Band der Reihe ein noch größeres Thema sein.
Die vielen unterschiedlichen Hintergründe und Themen hat Sonja Roos sehr akribisch recherchiert und stellt diese sehr deutlich mit den Geschichten ihrer Protagonisten da. Vor allem fand ich es sehr spannend darüber zu lesen, wie die Einbürgerung der Einwanderer am Hafen von New York ablief, aber auch durch die Einblicke in die journalistischen Tätigkeiten konnte ich meinen Horizont erweitern.

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Sonja Roos für dieses mitreißende und vor allem lehrreiche Lese-Erlebnis bedanken. Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe „Eine grenzenlose Welt – Schicksal“ (ET: 19. Juni 2014) und bin sehr gespannt, wie es mit der Geschichte und vor allem den vielen liebgewonnen Figuren weitergehen wird. Da das Buch mit einem absoluten Cliffhanger endet, kann ich den ET kaum erwarten!

Fazit: „Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“ ist der farbenprächtige und stimmungsvolle Auftakt zu einer Trilogie, welcher mich ab der ersten Seite mitgenommen hat und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat.
Zu den vielfältigen Charakteren habe ich schnell einen Zugang gefunden und zudem habe ich eine Menge zu der Geschichte der Auswanderung im ausgehenden 19. Jahrhundert gelernt.
Ein sehr gelungenes, unterhaltsames und lehrreiches Lesevergnügen und deshalb eine ganz große Leseempfehlung. Top!

* Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplars durch den Verlag, der Titelbezeichnung/ Namensnennung und der Link zur Verlagshomepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.