Wenn Bücher tanzen …

... oder Bücher uns zum Tanzen bringen!

Ihr Lieben,
Welcher Bücherwurm kennt dieses Gefühl nicht: Man schlägt ein Buch auf, atmet den Duft des Buches ein, liest die ersten Worte, den ersten Satz, den ersten Abschnitt – und da passiert es: Die Gedanken beginnen zu Tanzen, die Geschichte nimmt in unserem Kopf immer mehr Gestalt an. Figuren werden zu Freunden, manch andere Figuren auch zu Feinden.
Das Buch bittet uns zum Tanz, und wir tanzen mit.

Ich wünsche euch auf meinem Blog „Büchertanz“ ganz viel Vergnügen


Eure



Ihr möchtet wissen, was ich gerade lese? Dann bitte HIER entlang… dort findet ihr mein Lesetagebücher.


„Die letzte Fehde an der Havel“

von Silke Elzner

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. September 2022
Verlag: Gmeiner
ISBN: 978-3839202524
Seitenanzahl: 537 Seiten

Klappentext:
Brandenburg um 1400: »Was weißt du denn von der Welt, Bauer? Was gerecht ist und was nicht, das bestimme immer noch ich!«
Als Carls Dorf von Dietrich von Quitzow überfallen wird, gerät sein Leben aus den Fugen: Der Raubritter schändet Carls Jugendliebe und er selbst wird als Geisel verschleppt. Für Carl beginnt ein neues Leben als Waffenknecht auf Burg Kletzke, doch in ihm wächst ein unstillbarer Wunsch nach Rache. Als sich mit Friedrich von Hohenzollern ein neuer Landesherr ankündigt, sieht Carl die Chance gekommen, sich für all das Leid zu revanchieren …“


https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-letzte-fehde-an-der-havel.html

https://silkeelzner.de/die-letzte-fehde-an-der-havel/

– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Gmeiner-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Gmeiner-Verlag

_

Das Buch „Die letzte Fehde an der Havel“ von Silke Elzner ist ein historischer Roman, welcher zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Brandenburg angesiedelt ist und die wechselvolle Geschichte des fiktiven Bauern Carl erzählt.

Luchow im Sommer 1401: Hilflos muss der junge Bauer Carl mit ansehen, wie die Raubritter Dietrich und Johann von Quitzow und ihr Gefolge in sein Heimatdorf einfallen und dort morden, schänden und verwüsten. Schlussendlich wird Carl selbst als Geisel verschleppt und es beginnt sein neues Leben als Waffenknecht auf der Burg Kletzke. Die Jahre gehen ins Land, aber Karl vergisst nie, was seiner Jugendliebe angetan wurde und sinnt auf Rache. Doch ein Entkommen aus den Klauen der Raubritter ist nicht einfach. Als ein neuer Landesherr auftaucht, ist für Carl die Chance gekommen, all das erfahrene Leid an seine Entführer zurückzuzahlen. Doch der Weg zur Rache ist lang und voller Gefahren, aber auch Möglichkeiten.

Dieses Buch wäre an mir vorbei gegangen, wenn mich die freundliche Autorin Silke Elzner nicht per Nachricht auf ihren Roman aufmerksam gemacht hätte. Sie fragte an, ob ich mir vorstellen könnte, ihren Roman zu lesen und zu rezensieren. Nach dem Lesen des Klappentext und der Sichtung des Covers, war mir schnell klar, dass ich diesen historischen Roman einfach lesen muss.
Das Spätmittelalter empfinde ich als eine sehr spannende Epoche, da es in dieser Zeit zu großen gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen kam: In Frankreich tobte der Hundertjährige Krieg, Kunst und Wissenschaften befanden sich im Aufbruch und die Wirtschaft erlebte trotz der Pest eine Blüte.
Ich lese sehr gerne Bücher über diese ereignisreiche Epoche und tauche mit Romanen in die längst vergangenen Zeiten ein. Deshalb sagte ich der Anfrage der Autorin direkt zu und bekam das Buch freundlicherweise vom Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön dafür.

Die tiefgründigen und absolut gelungenen Figuren in diesem Historischen Roman machten es mir von Anfang bis Ende nicht leicht, sie zu durchschauen. Sie sind in ihrem Wesen und ihrer Art sehr wechselvoll, so menschlich und absolut nicht schwarz und weiß gezeichnet – sie besitzen unheimlich viele Schattierungen und Tiefen.
Carl ist hier an erster Stelle zu nennen: Er ist eine der Figuren, welche im Mittelpunkt der Geschichte steht. Der Leser/ die Leserin lernt Carl als jungen, freundlichen und hilfsbereiten Burschen kennen, als er noch den Kopf voller Träume, Hoffnungen und Pläne hat – fast sein gesamtes Leben liegt noch vor ihm. Dies alles wird mit dem Angriff auf sein Dorf zunichte gemacht und Carl muss von einem Tag auf den anderen erwachsen werden. Er muss sich nicht nur in einer für ihn völlig fremden Welt zurecht finden, er muss auch lernen, wie man kämpft und wie man tötet. Carl ist enorm anpassungsfähig und lässt sich auch von Intrigen, bösen Nachreden und körperlichen Verletzungen nicht unterkriegen. Doch seine Verletzung an der Seele, die Ungewissheit, ob seine Jugendliebe überlebt hat, lässt Carl keine Ruhe. Er ist von dem Gedanken an Rache getrieben, aber auch von der Aussicht darauf, dass er irgendwann wieder nach Hause darf. Silke Elzner hat mit Carls abwechslungsreichen Geschichte und seinem gespalteten Charakter eine absolut stimmige und facettenreiche Figur erschaffen. In einigen Szenen mochte ich ihn zu gerne trösten, in anderen Szenen schüttelte ich den Kopf über diesen zerrissenen und teils so ungerechten Menschen, welcher nicht immer den richtigen Ton trifft. Er ist eine unvergessliche Figur, welche einen festen Platz in meinem Lese-Herz behalten wird.

„Er beschloss, von nun an nicht mehr zu schweigen, sondern möglichst viele Fragen zu stellen.“

[Seite 69, Zeilen 21 – 22]

Neben dem fiktiven Carl stehen die historisch belegten ‚Raubritter‘ Dietrich und Johann von Quitzow im Zentrum der Geschichte. Sie sind vom Bösen getrieben, habe keinerlei Skrupel, doch sie zeigen auch immer wieder ihre menschliche Art. Mit diesen sehr authentischen Charakteren zeichnet die Autorin ein stimmungsvolles Bild dieser Zeit und Gesellschaft. Das Fehdewesen war ein für das Mittelalter typisches Rechtsmittel, allerdings nutzen es die Quizows gerne für ihre persönlichen Zwecke: Sie drohen ihren Feinden, erpressen Schutzgeldzahlungen und Lösegelder und provozieren absichtlich Kriege, um sich daran zu bereichern. Auch vor der zivilen Bevölkerung schreckt, vor allem Dietrich, nicht zurück. Er nimmt ohne Skrupel alles und jeden, dem er habhaft werden kann. Er ist fest in der damaligen Ständegesellschaft verwurzelt, in der er als Adel den zweiten Stand bildet und damit über den Bauern und Bürgern steht (dritter Stand).
Silke Elzner hat diesen und vielen weiteren historischen Figuren nachgespürt, sie macht aber vor allem die Menschen hinter den Figuren sichtbar, sie zeigt, was sich vielleicht hinter diesen skrupellosen Kriegern und Raubrittern verbarg: Menschen, welche mit Ängsten und Selbstzweifeln kämpften, welche aber auch stets liebten und Träume, Wünsche und Ziele hatten.
Neben diesen historischen Figuren spielen auch eine Vielzahl von fiktiven Charakteren große und kleine Rollen. Sie alle konnten mich mit ihrer Lebensechtheit, ihrer Vielfältigkeit und ihren packenden Lebensgeschichten überzeugen. Auch die Tragik, Spannungen, Zerwürfnisse und Differenzen zwischen einigen der Figuren war stets fassbar und zogen mich schnell in diese spannende Geschichte hinein.
An dieser Stelle möchte ich nicht zu detailliert auf die einzelnen Figuren eingehen, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme.
Eines noch: Ich habe dank dieses Romans auf jeden Fall richtig Lust bekommen, mich näher mit den historischen Figuren zu befassen.

Ab der ersten Seiten konnte mich diese großartige Geschichte in ihren Bann ziehen. Silke Elzner erzählt bildgewaltig, fesselnd und mit großer Leidenschaft. Auch wenn mir einige Szenen in Sachen Brutalität einiges abverlangten, zeichnet die Autorin ein starkes und unverzerrtes Bild der damaligen Zeit. Sie schafft in ihrem Buch „Die letzte Fehde an der Havel“ zudem eine sehr dichte Atmosphäre, in welcher ich abtauchen und dieser längst vergangenen Zeit nachfühlen konnte. Nur ungern legte ich das Buch aus den Händen.
Die Handlung, welche chronologisch erzählt wird, ist durch die vielen Verstrickungen nie langweilig oder langatmig und besticht von Beginn an durch ein hohes erzählerisches Tempo.
Da in diesem Buch doch so einige Figuren eine große oder kleine Rolle spielen, ist es gut, dass sich am Ende des Buches eine Übersicht über die Figuren befindet. Diese Übersicht und ein ausführliches Nachwort der Autorin runden dieses Buch perfekt ab und sorgen für ein gelungenes Leseerlebnis, welches noch lange nachklingen wird.

Wie bereits oben angemerkt, bildet das sogenannte Spätmittelalter den historischen Hintergrund des Buches. Eine Zeit voller Umbrüche: Das Mittelalter, und damit auch das Rittertum, haben ihre Hochzeiten hinter sich, doch noch immer herrschen Kriege und Fehden. Die Ständegesellschaft prägt das Leben der Menschen, auch wenn in den Städten das Bürgertum immer stärker wird.
Silke Elzner hat diese geschichtlichen Hintergründe akribisch recherchiert und hat sich mit der Region Brandenburg einen Schauplatz herausgesucht, welcher für mich, geschichtlich gesehen, absolutes Neuland ist. Sie bettet ihre, teils historischen, teils fiktiven Figuren in diese geschichtlichen Hintergründe ein, verwebt deren Schicksale miteinander und untereinander mit großer und kleiner Geschichte.

Danke liebe Silke Elzner für diese starke und unvergessliche Geschichte.

Fazit: Genau so – und eigentlich nur so – sollte ein Historischer Roman, welcher im Mittelalter angesiedelt ist, sein. Authentische und vielfältige Figuren, welche mich mit ihrer charakterlichen Tiefe und Wechselhaftigkeit überraschen und überzeugen konnten, diese eingebettet in eine spannende Zeit und einen außergewöhnlichen Schauplatz und mit viel Leidenschaft bildgewaltig erzählt. Ein absolutes und spitzenmäßiges Highlight am Himmel des Historischen Romans – unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Freundinnen vom Strandbad – Wogen der Freiheit“

von Julie Heiland

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2022
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-06560-1
Seitenanzahl: 592 Seiten

Klappentext:
Ost-Berlin, August 1961. Die Jugendfreundinnen Martha und Betty verbringen einen Nachmittag im Strandbad Müggelsee, doch die Dritte im Bunde fehlt: Clara ist nach West-Berlin geflohen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Während es Betty nach einem Schicksalsschlag gelingt, als Schauspielerin Fuß zu fassen, beginnt Martha, gegen die Regierung zu protestieren. Ausgerechnet Betty wird von der Stasi gezwungen, Martha auszuspionieren, um ihre Karriere zu retten. Die Leben der Frauen entwickeln sich in völlig unterschiedliche Richtungen, und ihre Freundschaft droht zu zerbrechen. Werden die drei trotz aller politischen Widrigkeiten eines Tages wieder zueinanderfinden?“

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-freundinnen-vom-strandbad-die-mueggelsee-saga-2-9783548065601.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Teil der Reihe („Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“) noch nicht gelesen habt – dies aber möchtet. Ihr könntet euch sonst spoilern!
– Hier findet ihr meine Rezension zum ersten Teil: „Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“

– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Ullstein-Verlag

_

Das Buch „Die Freundinnen vom Strandbad – Wogen der Freiheit“ von Julie Heiland ist der zweite der Teil der „Müggelsee- Saga“ und spielt in Ost- und West-Berlin und zeigt das unterschiedliche Leben der drei Freundinnen Martha, Betty und Clara zu Zeiten der Berliner Mauer.

Ost-Berlin im August 1961: Während die beiden Freundinnen Martha und Betty versuchen ihr Leben im Schatten der Mauer zu leben, gelingt ihrer Freundin Clara die dramatische Flucht in den Westen. Völlig entkräftet und auf sich alleine gestellt, kommt Clara in einer für sie völlig fremden Welt an. Dort trifft sie die selbstbewusste Lilli, bei der sie einzieht, langsam Fuß fasst und sie beginnt sich ein neues, freies Leben aufzubauen.
Auch Betty und Martha müssen nach einigen Misserfolgen und Schicksalsschlägen ihre Leben neu ordnen: Betty gelingt es, sich als Schauspielerin einen Namen zu machen, Martha beginnt gegen die Regierung der DDR zu protestieren.
Die Leben der drei Freundinnen entwickeln sich in völlig verschiedene Richtungen, ihre Freundschaft wird damit auf eine harte Probe gestellt und droht zu zerbrechen. Doch sie alle drei haben einen gemeinsamen Feind, welcher ihr erhofftes Glück immer wieder zu zerstören droht – und die Hoffnung, dass sie irgendwann wieder vereint sind.

Auf den ersten Teil der „Müggelsee-Saga“ bin ich im Mai 2022 durch Beiträge der Autorin in den Sozialen Medien aufmerksam geworden. Das wunderbare Cover und auch der Klappentext weckten damals mein Interesse, da ich Geschichten rund um den Mauerbau sehr gerne lese und auch das „Leitmotiv Freundschaft“ es mir sehr angetan hat. Ich las den ersten Teil „Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“ mit großer Begeisterung und es war klar, dass ich auch den zweiten Teil dieser zweiteiligen Reihe lesen muss. Diesen bekam ich freundlicherweise vom Ullstein-Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.


Im ersten Teil der Reihe war ich direkt von den unterschiedlichen und auch sehr tiefgründigen Charakteren begeistert und ich war sehr gespannt, wie es mit ihnen und ihren so unterschiedlichen Lebenswegen im zweiten Teil weitergehen wird.
Aus den drei jungen Mädchen sind mittlerweile junge Frauen geworden, welche aber noch alle ihren Platz im Leben suchen.
Martha, welche in einer regimetreuen – allerdings nicht ihrer leiblichen – Familie groß wurde, stellt das Regime und vor allem die Mauer immer mehr in Frage. Ihr kreativer Kopf und ihr sehr ehrlicher und direkter Charakter passen nicht jedem/ jeder und sie muss schauen, wie sie ihren Traumberuf Journalistin irgendwie verwirklichen kann.
Betty, welche zu Beginn des ersten Teils einen sehr verwöhnten Eindruck machte, findet sich nun als Ehefrau eines einflussreichen Regisseurs wieder, der sie aber hintergeht und nicht nur beruflich an der kurzen Leine hält. Doch die starke Betty möchte sich nicht so schnell unterkriegen lassen und kämpft für sich und ihre Zukunft, auch wenn es sie vieles kostet und sie einen schweren Schicksalsschlag erleidet.
Auch in diesem Teil ist Clara eine meiner Lieblingsfiguren. Ihre bedrückende und aussichtslose Situation ließ sie in den Westen fliehen. Auch dort muss sie für ihr Glück und Zukunft alles in Bewegung setzen, während sie das entsetzliche Heimweh, vor allem aber die Sehnsucht nach ihren Freundinnen und ihrer Familie beinahe auffrisst. Doch sie ist, wie schon im ersten Teil, eine Kämpferin, welche nach jedem Fall immer wieder aufsteht.
Jede der drei Freundinnen hat sich sehr authentisch weiterentwickelt und sie alle konnten mich mit ihren lebhaften Geschichten und ihrem Werdegang überzeugen
Um diese drei Hauptfiguren agieren noch viele weitere Personen: Deren Familien und Freunde aber auch andere Charaktere, die es nicht so gut mit ihnen meinen. Sie alle konnten sie mich mit ihrer Vielfältigkeit, aber auch ihren Verschiedenheiten völlig begeistern. Es sind Figuren, welche man so schnell nicht mehr vergisst und mit denen die Autorin ein lebensechtes und farbenfrohes, wenn auch stellenweise beklemmendes, Bild der damaligen Zeit zeichnet. Sie alle haben sich glaubhaft weiterentwickelt.
Ganz besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch Claras Retterin und Freundin Lilli. Sie lebt in West-Berlin und hat in ihrem Leben schon so einiges erlebt und mitgemacht. Ihre Geschichte berührte mich sehr und ich mochte ihre offene, aber auch geheimnisvolle Art sehr gerne.

Die Handlung des zweiten Teils setzt direkt an den ersten Teil an, was dazu führte, dass ich sofort wieder in der Geschichte angekommen war.
Die Handlung wird chronologisch erzählt und umfasst einige Jahrzehnte. Bemerkenswert finde ich, dass Julie Heiland immer im Wechsel kapitelweise den Schwerpunkt auf eine der Freundinnen legt und ich somit den einzelnen Figuren, ihrer Geschichte und ihren Gedanken sehr nahe kommen konnte.
Die Autorin hat einen detaillierten Sprachstil, welcher aber auf keiner Seite langatmig oder gar langweilig wird. Sie beschreibt diese Zeit voller Leidenschaft und auch mit viel Ortskenntnis – ich konnte mich komplett in diese mitreißende Geschichte fallen lassen und mochte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen. Gerade zum Schluss hin, als nach und nach alle Fäden der Handlung zusammenlaufen, wurde es so spannend, dass die Seiten nur so dahinflogen. Einerseits konnte ich nicht schnell genug lesen, auf der anderen Seite wollte ich nicht, dass dieses Buch – und damit diese mitreißende Geschichte – endet.

Den geschichtlichen Hintergrund bilden West-Berlin und Ost-Berlin in den Jahren von 1961 bis 1989 und das Jahr 1990.
Im August 1961 wurde die Mauer gebaut und sollte die DDR hermetisch von der BRD abriegeln. Erst im November 1989, nach mehr als 28 Jahren, fiel dieses Grenzbefestigungssystem.
Insgesamt starben in diesen 28 Jahren 101 Menschen bei ihren Versuchen aus der DDR über die Mauer in die Freiheit zu flüchten, unzählige Familien und Freunde wurden auseinander gerissen.
Auch wenn der Staat DDR seine Ohren und Augen überall hatte, es immer die Gefahr bestand, dass man bespitzelt, belauscht und beobachtet wurde, firmierte sich Widerstand. Die Menschen in Ost-Berlin hatten direkt vor Augen, wie viel besser es den Menschen in West-Berlin ging.
Ein weiteres großes Thema ist die gesellschaftliche Stellung der Frau in der DDR. Zwar waren Männer und Frauen vom Gesetz gleichberechtigt, was sie praktisch jedoch nicht waren. Neben ihrer beruflichen Tätigkeiten sollten Frauen den Haushalt meistern, eine gute Köchin, eine liebevolle Mutter und ihrem Mann eine fürsorgliche Ehefrau sein.
Julie Heiland hat diese geschichtlichen Hintergründe und Themen akribisch recherchiert und kombiniert diese wunderbar mit ihren fiktiven Charaktere und deren Schicksalen. Ich habe nochmal einiges zu diesen höchst interessanten Themen dazu gelernt.
Die Autorin macht mit ihrer unvergesslichen Buchreihe Geschichte erleb- und vor allem fühlbar. Danke Julie Heiland für dieses mitreißende Lese-Erlebnis.

Fazit: Dieser zweite Teil der Geschichte steht dem ersten Teil in Nichts nach: Wunderbare und bemerkenswerte Figuren, welche vor einem spannenden geschichtlichen Hintergrund agieren. Und eine absolut unvergessliche und mitreißende Story, die süchtig macht. Sehr empfehlenswert.


*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Der Mondscheinsee“

von Lorna Cook

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. August 2022
Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10573-2
Seitenanzahl: 432 Seiten

Klappentext:
„1940: Der Krieg tobt in ganz Europa. Doch auf Invermoray House in den einsamen schottischen Highlands herrscht noch Frieden. Bis zu Constances 21. Geburtstag, als die junge Erbin des Anwesens kurz vor Mitternacht vor der glamourösen Abendgesellschaft flieht und als Einzige beobachtet, wie ein britisches Flugzeug in den nahegelegenen See stürzt. Constance springt ins Wasser, um den Piloten vor dem sicheren Tod zu retten. Doch das Versprechen, das er ihr abringt, wird ihr Leben auf immer verändern …
2020: PR-Beraterin Kate soll aus dem verfallenen Invermoray House ein luxuriöses Bed and Breakfast machen. Doch der mysteriöse, wenngleich sehr attraktive Lord legt ihr Steine in den Weg, wo er nur kann. Misstrauisch geworden, taucht Kate tiefer in die Geschichte des Herrenhauses ein – und entdeckt, dass der Name einer früheren Bewohnerin nachträglich aus der Familienchronik gestrichen wurde. Bald ist Kate einer schicksalhaften Liebesgeschichte auf der Spur …“

https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Der-Mondscheinsee/Lorna-Cook/Penguin/e558245.rhd

– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag über das ‚Bloggerportal‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Penguin Verlag

_

Das Buch „Der Mondscheinsee“ von Lorna Cook, erschienen im Penguin Verlag, ist eine Geschichte, welche auf zwei Zeitebenen spielt und zeigt, wie ein gut gehütetes Geheimnis in der Vergangenheit das Leben zweier Menschen in der Gegenwart berührt und verändert.

Schottland im Jahr 1940: Ein Jahr nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs herrscht in dem in den schottischen Highlands gelegenen ‚Invermoray House‘ noch Frieden. Doch an ihrem 21. Geburtstag beobachtet die Erbin des Anwesens Constance als Einzige, wie ein britisches Kriegsflugzeug in den See des Anwesens stürzt und sofort versinkt. Constance bleibt keine Zeit zum überlegen. Sie springt in den See und rettet den Piloten vor dem sicheren Tod. In einem kleinen Haus versteckt sie den schwer traumatisierten Mann und kümmert sich aufopferungsvoll um ihn. Sie muss ihm ein Versprechen geben, welches nicht nur ihr Leben für immer verändern wird.
2020: Die PR-Beraterin Kate hat endlich eine Stelle fernab von London gefunden. Sie soll das mittlerweile sehr verfallene ‚Invermoray House‘ aus dem Dornröschen-Schlaf erwecken und zu einem schicken Bed and Breakfast umwandeln. Schon allein das ist eine immense Aufgabe, doch als ihr der undurchsichtige, aber auch attraktive Sohn ihrer Auftragsgeberin noch Steine in den Weg legt, ist sie nahe dran aufzugeben und nach London zurückzukehren. Doch da entdeckt sie, dass der Name einer früheren Angehörigen der Familie nachträglich aus der Familienchronik gestrichen wurde. Neugierig beginnt Kate in die Vergangenheit einzutauchen und kommt schon bald einer verhängnisvollen Liebesgeschichte auf die Spur.

Im Juli 2021 habe ich mit großen Vergnügen „Die Sternenbucht“ von Lorna Cook gelesen. Dieses Buch konnte mich mit glaubhaften Charakteren überzeugen und ich fand es ganz wunderbar, wie die Autorin Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft hat. Als ihr neues Buch „Der Mondscheinsee“ angekündigt wurde und ich sah, dass es auch wieder auf zwei Zeitebenen und in Schottland spielt, war mir klar, dass ich dieses Buch einfach lesen muss – ich liebe Geschichten, in welcher praktisch zwei Geschichten erzählt werden und so gezeigt wird, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart berühren kann.
Ich fragte im ‚Bloggerportal Randomhouse‘ ein Rezensionsexemplar an und bekam es freundlicherweise vom Penguin-Verlag zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

Wie schon in „Die Sternenbucht“ ist die Anzahl der Charaktere in beiden Erzählsträngen sehr überschaubar gehalten, was dazu führte, dass ich mich sehr schnell in der Geschichte zurechtfand und abtauchen konnte.
Direkt im ersten Kapitel, welches im September des Jahres 1940 angesiedelt ist, lernen wir die junge Constance kennen. Sie ist von ihrer Geburtstagsfeier geflüchtet und während sie am See sitzt, wird ihr klar, dass sie ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Sie wird in ihrem Elternhaus an der kurzen Leine gehalten, sie soll schon bald heiraten, darf aber keiner Arbeit nachgehen. Als das Flugzeug ins Wasser stürzt, zögert sie keine Sekunde und eilt dem Piloten zur Hilfe. Ich mochte Constances entschlossene, aber doch auch sehr ruhige Art von der ersten Seite an. Sie entwickelt sich auch im Laufe der Geschichte weiter, erlebt Höhen und Tiefen und steht immer wieder auf.
Ihr Vater und ihre Mutter sind sehr auf den äußeren Schein bedacht und geben nicht viel auf die Gefühle und Gedanken ihrer Tochter. Einzig Constances sympathischer Bruder Douglas ist der ruhende Pol der Familie und für Constance ihr Fels in der Brandung.
Es gibt eine Figur in diesem Erzählstrang, auf die ich nicht näher und genauer eingehen kann, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme. Doch das Schicksal dieser Figur hat mich sehr berührt und ich werde diesen Charakter und seine Geschichte noch lange in meinem Herzen tragen.
Im zweiten Erzählstrang lernen wir zuerst die junge Kate kennen. Beruflich ist diese ordentlich auf die Nase gefallen und möchte nun etwas Abstand zu ihrer Heimatstadt London gewinnen. Da kommt ihr der Job in den abgelegenen schottischen Highlands gerade recht. Sie ist ein Charakter, welche sich und ihre Träume nicht so schnell aufgibt, aber auch ein gutes Gespür für die Menschen um sich herum hat. Ihre etwas chaotische, aber doch auch liebenswerte Art konnten mich gleich für Kate begeistern, auch wenn diese immer mal wieder etwas überzeichnet wirkt und ich nicht alle Launen und Gedanken von ihr nachvollziehen konnte.
James, der Sohn ihrer Arbeitgeberin und eigentlich Kates Chef, wirkt über die gesamte Geschichte hinweg völlig undurchsichtig und mysteriös. Manchmal setzten mir seine Launen und Ungerechtigkeiten schon arg zu, aber er hat seine Gründe, warum er so ist, wie er ist. Je mehr ich über ihn und seine Lebensgeschichte erfahren habe, desto interessanter fand ich diesen ungewöhnlichen Charakter.
James Mutter Liz ist der heimliche Star unter den Charakteren. Auch wenn sie nicht im Zentrum der Geschichte steht, bildet sie mit ihrer ruhigen und besonnenen Art trotzdem den familiären Mittelpunkt.
Neben diesen Hauptfiguren gibt es noch einige weitere Figuren in diesem Buch. Ganz egal ob Haupt- oder Nebenfigur, sie alle konnten mich mit ihrer lebensechten Art und ihren unterschiedlichsten Charakterzügen überzeugen. Sie machen Fehler, sind einfach Menschen, wie aus dem Leben gegriffen, auch wenn sie nicht alle durch die Bank sympathisch sind. Alle zusammen bilden ein gutes Bild der jeweiligen Zeit und Gesellschaft.

Lorna Cook hat einen sehr lebendigen, detaillierten und farbenfrohen Sprachstil, der mich direkt mit in die Geschichte genommen hat. Sie beschreibt die Handlungen, vor allem aber die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren so authentisch und glaubwürdig, ihre Landschaftsbeschreibungen sind so bildhaft, dass ich mir alles ohne Probleme vorstellen konnte und völlig in die Handlungen abtauchen konnte.

Wie schon oben geschrieben, spielt das Buch auf zwei Zeitebenen. Mich hat der Erzählstrang aus der Vergangenheit emotional etwas mehr mitnehmen können, da ich es immer wieder faszinierend finde, wie Ereignisse und Geheimnisse aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart reichen. Zum Schluss hin, wenn die beiden chronologisch erzählten Stränge dann aufeinander zulaufen und miteinander verbunden werden, wurde es richtig spannend und ich konnte und wollte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen.
Das äußerst stimmige Cover und ein Nachwort der Autorin runden das Buch und das Lese-Erlebnis wunderbar ab.

Den geschichtlichen Hintergrund bildet das Jahr 1940 in Schottland. Bereits ein Jahr wütet der Zweite Weltkrieg in Europa und hinterlässt überall Schmerz, Tränen und Trauer. Aus Freunden werden plötzlich Feinde, Familien werden auseinander gerissen.
Dieser furchtbaren Zeit hat Lorna Cook sehr gut nachgespürt und sie verwebt die ihre fiktiven Charaktere und deren Lebensgeschichten ganz wunderbar mit diesen geschichtlichen Hintergründen.

Danke für dieses großartige Lesevergnügen.

Fazit: „Der Mondscheingarten“ von Lorna Cook ist ein absolut stimmiges und mitreißendes Buch mit absolut authentischen Charakteren. Die Autorin erzählt wunderbar und versteht es, die Vergangenheit und die Gegenwart zusammen zu führen und zu verbinden. Absoluter Lese-Tipp für dieses stimmungsvolle, aber doch auch tiefgehende Buch.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Köchin – Lebe deinen Traum“

von Petra Durst-Benning

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. August 2022
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0787-9
Seitenanzahl: 512 Seiten

Klappentext:
„»Bon appétit!« Wenn Fabienne die Gäste des Schleusenwärterhauses bewirtet, ist sie glücklich. Schließlich gibt es bei ihnen das beste Essen am ganzen Canal du Midi: Fabiennes Maman kocht zwar mit den einfachsten Zutaten, aber eben auch mit Liebe und Leidenschaft. Was könnte es Schöneres geben, als von ihr zu lernen? Nur der Gedanke an ihren Geliebten Eric lässt Fabienne gelegentlich von der großen weiten Welt träumen. Als ihre Mutter unerwartet stirbt und der Vater eine neue Frau ins Haus holt, brennt die Minderjährige mit Eric durch. Schon bald lässt der sie bedenkenlos im Stich, und Fabienne muss allein für sichsorgen: Mit großem Glück findet sie Arbeit als Küchenhilfe in einem Weingut. Mit Stéphanie, der charismatischen Tochter des Hauses, verbindet sie schnell eine ungewöhnliche Freundschaft. Fabiennes Zukunft scheint rosig, doch dann schlägt das Schicksal grausam zu – und nichts ist mehr, wie es war.“

https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Die-Koechin-Lebe-deinen-Traum/Petra-Durst-Benning/Blanvalet/e593822.rhd

– Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund von Links zu der Homepage der Verlagsgruppe kennzeichne ich diese Rezension als Werbung

Coverrechte: Blanvalet-Verlag

_

Das Buch „Die Köchin – Lebe deinen Traum“ von Petra Durst-Benning ist der Auftakt zu einer Trilogie um die junge Fabienne, welche in Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts dafür kämpft, als Köchin angesehen zu werden.

Die 16jährige Fabienne wächst als jüngste Tochter eines Schleusenwärters am Canal du Midi in Südfrankreich auf. Ihre Mutter bewirtet dort, mit Fabiennes tatkräftigen Unterstützung, die Schiffer. Es gibt für Fabienne nichts Schöneres, als von ihrer Mutter in die Geheimnisse der Kochkunst eingewiesen zu werden, doch gleichzeitig spürt sie auch den Wunsch, mehr aus ihrem Leben zu machen und vor allem mehr von der Welt zu sehen.
Als ihre Mutter völlig unerwartet stirbt und Fabienne von ihren Geschwistern hängen gelassen wird und zum größten Übel noch eine neue Frau bei ihrem Vater einzieht, fällt Fabienne eine folgenschwere Entscheidung: Zusammen mit ihrem Geliebten Eric brennt sie durch.
Doch als Eric sie kurz darauf sitzen lässt, ist die junge Frau komplett auf sich alleine gestellt. Sie findet eine Anstellung als Küchenhilfe in einem Weingut. Mit Stéphanie, der Tochter des Hauses, verbindet sie schnell eine eigentümliche Freundschaft. Fabienne wagt einen positiven Blick in ihre Zukunft, doch es soll alles anders kommen, als sie es sich vorgestellt hat.

Petra Durst-Benning und ihre einzigartigen Bücher begleiten mich mittlerweile schon seit über 13 Jahren und haben mich als Leserin sehr geprägt. Immer wieder schafft sie es, mich mit interessanten Themen, historischen Figuren/ Hintergründen und wunderbaren Schauplätzen zu begeistern und auf eine wundervolle Reise zwischen zwei Buchdeckeln zu entführen.
Ich habe jeden ihrer Romane mit großer Begeisterung gelesen und freute mich schon sehr, als sie Anfang des Jahres 2022 ihr neues Buch „Die Köchin – Lebe deinen Traum“ ankündigte. Nicht nur die Handlung und das interessante Thema weckten mein Interesse, sondern auch der Handlungsort Canal du Midi – an diesem wundervollen und magischen Ort verbrachte ich als Kind und Jugendliche einige unvergessliche Urlaube. Dieses Buch musste ich mir einfach direkt am Erscheinungstag kaufen und lesen.

Wie in in allen ihren Büchern, hat Petra Durst-Benning wieder sehr authentische, außergewöhnliche und unvergessliche Charaktere geschaffen.
Die mitreißende Geschichte der jungen Fabienne steht dabei im Mittelpunkt des Romans. Fabienne ist ein herzensgutes Mädchen, welches zu Beginn mit ihren gerade einmal 16 Jahren noch etwas leichtgläubig daher kommt. Sie führt kein völlig unbeschwertes Leben, da sie viel und lange unentgeltlich im Betrieb ihrer Eltern arbeiten muss. Sie ist aber glücklich, wenn sie mit ihrer geschätzten Mutter zusammen schmackhafte Gerichte kochen kann. Doch ihre Mutter muss noch einige andere kräftezehrenden Arbeiten erledigen und als diese völlig überraschend und viel zu früh an Auszehrung verstirbt und der Vater schnell eine neue Frau an seiner Seite hat, sieht Fabienne keine Zukunft mehr in ihrem Elternhaus. Fabienne ist ein sehr ehrlicher Charakter, welche alles für die Erfüllung ihrer Träume und Wünsche gibt. Sie gibt sich selbst nicht auf und auch wenn sie tief fällt, steht sie wieder auf und geht weiter ihren Weg. Ich mochte ihre warmherzige, offene Art und auch ihre sehr glaubhafte Entwicklung von einem jungen Mädchen zu einer kämpferischen jungen Frau.

„ »[…] Aber selbst wenn ich meinen Traum die Tür vor der Nase zusperren würde, wäre er deshalb noch lange nicht fort! Er würde sich viel eher irgendwo hinter einer Ecke verstecken. Und eines Tages, wenn ich nicht mehr an ihn denke und arglos die Tür öffne, würde er mich erneut anspringen und mich fragen, ob ich allen Ernstes geglaubt hätte, ihn einfach loswerden zu können.[…]«“

Seite 499, Zeilen 4 – 11

Neben Fabienne steht die äußerst rätselhafte Stéphanie im Zentrum der Geschichte. Diese undurchsichtige und an vielen Stellen auch sehr unsympathische Figur, machte es mir nicht immer leicht, sie zu mögen. Sie hat ihre Gründe, weshalb sie so ist, wie sie ist, allerdings konnte ich mich nicht immer in ihre äußerst egoistische Art hineinversetzen, welcher in einer unverzeihlichen Tat gipfelt, mit der sie bei mir sämtliche Sympathien verspielte. Aber auch solche unliebsamen Charaktere, bei denen man sich die Haare rauft und die einen entsetzen, muss es meiner Meinung nach in Büchern geben. Neben und um diese beiden Hauptfiguren spielen noch einige weitere Charaktere mit. Ich möchte nicht einzeln auf diese eingehen, da ich sonst einiges von der Handlung vorwegnehme. Aber wie in all ihren Büchern hat Petra Durst-Benning äußerst facettenreiche und lebendige Figuren geschaffen, welche mir mit ihren Ecken und Kanten sehr in Erinnerung bleiben werden und auf mich auch nie überzeichnet gewirkt haben. Sie alle bilden ein sehr lebhaftes und stimmiges der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts ab.

Die Ereignisse des Buches werden chronologisch erzählt. Zusammen mit dem wunderbar leichten und bildhaften Sprachstil der Autorin konnte mich die Geschichte ab der ersten Seite abholen und mich bis zum Ende festhalten. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den Figuren und ihren Geschichten in den nächsten Teilen der Reihe weiter geht.
Mit absoluter Leichtigkeit vermittelt Petra Durst-Benning historische Daten und Fakten über die Regionen Canal du Midi, Carcassonne und Lyon und über die Bewohner und deren Lebensweisen.
Wunderbar und sehr genüsslich sind die vielen Szenen, in denen gekocht wird. Hier merkt man einfach, wie sehr Petra Durst-Benning für die gute französische Küche ‚brennt‘ und auch, wie leidenschaftlich und akribisch sie hier recherchiert hat.
Das Buch ist ein haptisches Gesamt-Erlebnis: Es ist eine gebundene Ausgabe mit einem sehr stimmungsvollen Cover. Die unterhaltsame Geschichte wird von einem Nachwort der Autorin und einigen Rezepten, welche im Buch gekocht werden, perfekt abgerundet. Ein absoluter Buch-Schatz im Regal, den ich nie wieder hergeben möchte.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches bildet das ausgehende 19. Jahrhundert in Frankreich. Frauen sind den Männern gesellschaftlich weit unterstellt. Während Frauen in Herrschaftshäusern als Köchinnen arbeiten, haben sie in Restaurantküchen keine Chance. Hier regieren, wie in vielen anderen Bereichen, die Männer. Einzig in Lyon gab es „Les mères lyonnaises – Die Mütter Lyons“. Dies waren Frauen, welche sich aus ihrer finanziellen Not mit der Eröffnung eines eigenen Restaurants befreit und sich gegenseitig unterstützt und geholfen haben.
Ein weiterer geschichtlicher Hintergrund ist die Veränderung des Verkehrswesens zu dieser Zeit. Als mit dem Bau des Canal du Midi (‚Kanal des Südens‘) im 17. Jahrhundert begonnen wurde, verband er das Mittelmeer mit der Stadt Toulouse und sorgte dafür, dass frische und verderbliche Waren schneller ans Ziel kamen. Zu Beginn der Handlung des Buches hat der Canal du Midi vieles von seinem ehemaligen Reiz verloren. Die Waren werden nun häufig mit der Eisenbahn durchs Land geschickt.
In der heutigen Zeit hat der Canal du Midi seine Funktion als Fremdenattraktion und fördert damit die Wirtschaft der Region. Er wird mit Sport- und Hausbooten befahren und seit 1996 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ich kann aus persönlicher Sicht erzählen, dass dieser Kanal und die gesamte Umgebung etwas absolut magisches an sich hat. Viele Urlaube verbrachte ich dort und spazierte immer einige Stunden an dem Ufer des Kanals herum. Ein Urlaub dort lohnt sich auf jeden Fall.
Petra Durst-Benning hat diese geschichtlichen Hintergründe wunderbar recherchiert und verwebt diese Fakten wunderbar mit den Lebensgeschichten ihrer fiktiven Charaktere.

Hier findet ihr Impressionen von dem Fluss Hérault in der Stadt Agde im Juni 2018 und der Stadt Carcassonne im Juni 2022. Bitte beachtet das jeweilige Copyright dieser Bilder.

Danke liebe Petra Durst-Benning für diesen lesenswerten Reihen-Auftakt und die wunderbare (kulinarische) Urlaubsreise im Kopf.

Fazit: Was für ein wunderbarer und vor allem genussvoller Start in eine neue Buchreihe: Eine Hauptfigur, die man einfach gerne haben muss, wunderbare Handlungsorte und ein richtig gutes Thema. Was möchte das Lese-Herz mehr?

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei (finanzielle)Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch wurde selbst gekauft. Kennzeichnung als Werbung, aufgrund von Produktnamen und Verlinkung der Verlagsseite.

„Mademoiselle Oppenheim – Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst“

von Mina König

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. August 2022
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42564-4
Seitenanzahl: 512 Seiten

Klappentext:
Paris, 1933: Die junge deutsch-schweizer Künstlerin Meret Oppenheim genießt das unbeschwerte Leben inmitten der Pariser Bohème. Zu ihren engsten Freunden zählen die Surrealisten Pablo Picasso, Joan Miró, Alberto Giacometti und André Breton. Als sie sich in den Maler Max Ernst verliebt, nimmt eine stürmische Affäre ihren Lauf. Doch Meret möchte nicht nur seine Muse sein. Sie will ihren eigenen Weg gehen und träumt vom großen Durchbruch. Sie experimentiert mit Alltagsgegenständen, mit denen sie erste Erfolge feiert, entwirft Mode und Schmuck. Immer wieder muss sie gegen die strengen Regeln der Gesellschaft ankämpfen. Und während in Europa dunkle Schatten aufziehen, die auch Merets Familie bedrohen, sucht die freiheitsliebende Künstlerin nach einem Weg, die Liebe und die Kunst in Einklang zu bringen.“

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Mademoiselle-Oppenheim-Sie-liebte-das-Leben-und-erfand-die-moderne-Kunst/Mina-Koenig/Heyne/e587430.rhd

– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag über das ‚Bloggerportal‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und zwei Postkarten muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Heyne-Verlag

_

Das Buch „Mademoiselle Oppenheim – Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst“ von Mina König erzählt aus dem aufregenden Leben der Ausnahmekünstlerin Meret Oppenheim, welche in Paris der 1930er Jahre ihr Leben lebt und ihre für Träume kämpft.

Im Jahr 1932 kommt die junge Meret Oppenheim zusammen mit ihrer Freundin Irène in Paris an. Sie möchte dort unbedingt ihre künstlerischen Fähigkeiten vertiefen, sich gleichzeitig auch aus ihrem Elternhaus befreien und ein unabhängiges, aufregendes Leben führen.
Ein Jahr später hält sie sich mit Hilfe einer monatlichen Zuwendung ihrer Eltern über Wasser, doch ihr Traum sich als Künstlerin einen Namen zu machen ist stärker denn je. Als es dann zum Bruch mit ihren Eltern kommt, muss Meret sich überlegen, wie es für sie und ihre Träume weitergeht. Und auch die Liebe steht vor der Tür: Hals über Kopf verliebt Meret sich in den Maler Max Ernst und beginnt mit ihm eine stürmische Affäre.
Schon bald muss Meret einen Weg finden, wie sie ihre Liebe, ihren Freiheitsdrang und ihre Kunst unter einen Hut bekommt. Und all das, während sich in Deutschland unaufhaltsam der Nationalsozialismus erstarkt und ihre Familie in große Gefahr bringt.

Mina König ist das Pseudonym der Autorin Emily Walton, deren Buch „Miss Hollywood – Mary Pickford und das Jahr der Liebe“ ich im Juni 2021 mit großer Begeisterung gelesen habe. Sie zeigt darin die privaten Seiten zweier gefeierten Filmstars zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zeichnet mit ihnen ein sehr gutes Gesellschaftsbild dieser Zeit.
Als sie nun ihr neues Buch unter dem Namen Mina König ankündigte, war mein Interesse sofort geweckt. Ich liebe die Stadt Paris – auch wenn ich sie noch nie besucht habe. Wenn die Handlung dann auch noch in den 1930er Jahren angesiedelt ist und die Kunstszene dieser Zeit im Mittelpunkt spielt, weiß ich ganz schnell, dass ich dieses Buch einfach lesen muss.
Auch der Name Meret Oppenheim (1913 – 1985) lies bei mir entfernt etwas klingeln und wie sich heraus stellte, befindet sich der Ort Steinen, in dem Meret Oppenheim von 1918 bis 1932 mit ihrer Familie lebte, in unmittelbarer Nähe zu meinem Heimatdorf.
Auf dem ‚Bloggerportal von Randomhouse‘ fragte ich ein Rezensionsexemplar beim Heyne-Verlag an und bekam es freundlicherweise genehmigt und zugesendet. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.

Fast alle Figuren des Romans sind historische Figuren wobei Meret Oppenheim im Zentrum der Geschichte steht. Der Roman deckt allerdings nicht ihr gesamtes Leben ab, sondern zeigt einen, aber sehr wichtigen Ausschnitt daraus.

„Die Freiheit wird einem nicht gegeben. Man muss sie nehmen.“

[Seite 401]

Zu Beginn des Romans ist Meret eine 18jährige Frau, welche der Weg aus der ländlichen Idylle ihres Heimatortes Steinen – direkt an der Schweizer Grenze gelegen – in die Großstadt Paris führt. Meret macht diese enorme Veränderung keine großen Sorgen und sie setzt alles daran, ihren Traum zu erfüllen und sich damit ihre Freiheit zu nehmen.
Ihre impulsive, lebensfrohe und euphorische Art konnte mich direkt schon im Prolog für sie einnehmen und ich spürte schnell ein Band, welches mich mit dieser interessanten und außergewöhnlichen Frau eng verbunden hat. Ich konnte mit ihr lächeln und mich freuen, teilweise litt ich aber auch sehr mit ihr mit.
Besonders gefallen hat mir, dass ihr eben nicht alles zufliegt, sie erlebt Höhepunkte, aber auch immer wieder Tiefpunkte, aus denen sie sich befreien muss. Der Bruch mit ihren Eltern macht sie wütend, traurig und fassungslos, spornt sie aber noch mehr an ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen nicht aus den Augen zu verlieren. Sie rappelt sich immer wieder auf und lebt ein Leben für die Kunst.

„»Ich bin in die Kunst verliebt! In das Leben hier in Paris! Seit gestern fühle ich mich durchströmt von einer vollkommen neuen Energie.«“

[Seite 64, Zeilen 20 – 22]

Sie ist ein Charakter, den ich am Ende des Buches nicht gerne losgelassen habe und an den ich mich mit Sicherheit immer wieder gerne zurück erinnere.
Ihre Großmutter (liebevoll ‚Großhüssi‘ genannt) welche selbst die Kunstakademie in Düsseldorf besucht hat und sehr fortschrittlich denkt und handelt, bildet für Meret den Fels in der Brandung und ist ihr stets ein großes Vorbild. Immer wieder wird sie von ihrer Großmutter bestärkt und unterstützt. Dieser wunderbare und absolut lebensecht gezeichnete Charakter brachte viel Wärme und Geborgenheit in die Geschichte.
Auch Merets Eltern sind zu Beginn des Buches modern eingestellt und ermöglichen ihren beiden Töchtern den Zugang zu Bildung und Wissen. Meret darf nach Paris, ihre Schwester Kristin darf in Basel studieren, was zu dieser Zeit eher noch eine Seltenheit war. Doch zu viel Freiheit, zu viel Selbstverwirklichung ihrer Tochter Meret können sie dann auch nicht dulden und lehnen diese strikt ab. Im Prinzip spricht aus dieser Ablehnung die Sorge um ihre Tochter, um ihr aber auch ihres persönlichen Ansehens. Sie müssen, da Merets Vater Halbjude ist, einige schwierige Entscheidungen treffen und es wirkte des Öfteren so, dass die Mutter oft zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter steht.
In Paris trifft Meret noch auf einige berühmte Persönlichkeiten der damaligen Kunstszenen – Namen, die noch bis heute fast jedem ein Begriff sind. Diese Persönlichkeiten erweckt Mina König in ihrem Roman gekonnt zum Leben und erlaubt so einen Einblick in diese interessanten Lebensgeschichten, welche sie farbenfroh und authentisch erzählt. Auch wenn mir nicht jeden Figur sympathisch war, konnte ich mich in jede der Figuren hineinversetzen. Zusammen bilden sie, mit all ihren Gegensätzen, ein sehr authentisches Bild der Gesellschaft der 1930er Jahre in Paris.

Das Buch „Mademoiselle Oppenheim“ konnte mich, wie auch schon das Buch „Miss Hollywood – Mary Pickford und das Jahr der Liebe“ von der ersten Seite an begeistern.
Der Prolog zog mich direkt in die Gedankenwelt der Protagonistin hinein und die über 500 Seiten flogen nur so dahin. Die Handlung wird chronologisch erzählt und Mina König zeichnet in ihrem Roman einen Lebensabschnitt von Meret Oppenheim nach, welcher sich über etwa vier Jahre erstreckt. Vieles, zum Beispiel Gegebenheiten aus Merets Kindheit, klärt sich erst im Laufe der Handlung rückblickend und so blieb ich immer gerne an der Geschichte dran.
Äußerst beeindruckend empfand ich zudem den lebendigen und bildgewaltigen Sprachstil der Autorin, mit welchem sie eine imposante Atmosphäre erzeugt.
Das stimmige Cover, die wunderschöne Klappbroschur des Buches und ein ausführliches Nachwort der Autorin runden diesen Roman perfekt ab und ich kann das Buch mit einem guten Gefühl ins Regal stellen.

Den geschichtlichen Hintergrund bilden die 1930er Jahre – mit dem Schwerpunkt Paris. Schon in den Jahrzehnten vor dem 20. Jahrhundert und auch in den ersten Jahrzehnten danach galt Paris als die Welthauptstadt der Kunst. Künstler aus sämtlichen Ländern der Erde versammelten sich hier und brachten ihre Wurzeln und ihr Können mit und entwickelten so die Kunst immer weiter.
Auch wenn Frauen in der Kunstszene keine Seltenheit mehr waren, waren sie doch stark in der Minderheit. Oft wurden sie zur Muße männlicher Künstler und verloren damit oft ihr eigenes künstlerisches Leben aus den Augen. Doch es gab auch Ausnahmen – wie es das großartige Leben der Meret Oppenheim beweist. Frauen die ihre Freiheit und ihre Visionen behalten haben und Spuren in der Kunstwelt hinterlassen haben.
Zu Beginn des Romans ziehen die dunklen Wolken des Nationalsozialismus in Deutschland auf. Doch so richtig ernst werden die Vorboten des aufsteigenden Unwetters nicht genommen und erst als dann in Deutschland immer mehr die jüdische Bevölkerung ins Visier der Nationalsozialisten kommt, ihnen ihre Lebensgrundlagen genommen wird, erkennen auch die Menschen in Paris und anderswo den Ernst der Lage.
Diese geschichtlichen Hintergründe hat die Autorin Mina König sehr gewissenhaft und gründlich recherchiert und verknüpft diese gekonnt mit den hochinteressanten Lebensgeschichten ihrer Figuren. Die Mischung aus Realität und Fiktion ist gut ausgewogen und macht das Buch zu einer gelungenen Zeitreise in das Paris der 1930er Jahre.
Ein ganz wunderbares und packendes Lese-Erlebnis, für welches ich mich ganz herzlich bei der Autorin bedanken möchte.

Fazit: Das Buch „Mademoiselle Oppenheim“ von Mina König ist ein sehr lebendiger und wunderschöner Roman. Die lebensfrohe und völlig ehrliche Hauptfigur Meret Oppenheim zog mich ab der ersten Seite in ihren Bann und ich konnte sie am Ende des Buches nur schwer gehen lassen. Absoluter Lese-Tipp!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und zwei Postkarten muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Poesie der Liebe – Ingeborg Bachmann & Max Frisch“

von Bettina Storks

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. August 2022
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-7466-3798-3
Seitenanzahl: 430 Seiten

Klappentext:
Paris, 1958: Als der Schweizer Dramatiker Max Frisch dem glamourösen Literaturstar Ingeborg Bachmann begegnet, ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick. Auch sie verliebt sich, doch anders als Max, der bodenständige Genussmensch, ringt die sensible Ingeborg im Schreiben – wie im Leben – um jedes Wort. Und sie hat die Trennung von ihrem Geliebten Paul Celan noch nicht überwunden, was die Beziehung schon bald auf die Probe stellt. Doch Ingeborg kann nur eine Liebe leben, in der sie ihre Freiheit nicht preisgeben muss …“

https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/ingeborg-bachmann-und-max-frisch-die-poesie-der-liebe/978-3-7466-3798-3

– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Aufbau-Verlage

_

Das Buch „Die Poesie der Liebe“ von Bettina Storks spielt ab dem Jahr 1958 und zeigt die von Höhen und Tiefen geprägte und zweifelhafte Liebesbeziehung von Ingeborg Bachmann und Max Frisch.

Es ist das Jahr 1958 in Paris: Ingeborg Bachmann hat gerade ihre langjährige Liebesbeziehung zu dem verheirateten Lyriker Paul Celan beendet, als sie den Schriftsteller Max Frisch kennenlernt. Die Beiden fühlen sich ab dem ersten Moment zueinander hingezogen auch wenn Ingeborg die schmerzhafte Trennung von Paul Celan noch lange nicht überwunden hat.
Während der bodenständige Max Frisch schnell auf jeden männlichen Kontakt Ingeborgs mit Eifersucht reagiert, möchte diese ihre geschätzte Freiheit nicht aufgeben. Doch eines verbindet und trennt sie auch gleichzeitig voneinander: Die Liebe zum geschriebenen Wort.

Die Autorin Bettina Storks gehört seit ihrem Buch „Klaras Schweigen“ zu meinen Lieblingsautorinnen. Auch ihre Bücher „Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe“ und „Das geheime Lächeln“ konnten mich sehr begeistern. Sie verbindet Historie und Fiktion wunderbar miteinander und schafft in jeder ihrer Geschichten unverwechselbare Charaktere, deren Schicksale man so schnell nicht mehr vergisst. Auf „Die Poesie der Liebe“ war ich seit der Ankündigung sehr gespannt, da die Namen Ingeborg Bachmann und Max Frisch für mich schon immer ein Begriff waren und ich gerne einen privaten Blick in das Leben der Beiden werfen wollte.
Das Buch erscheint in der Reihe „Berühmte Paare – Große Geschichten im Aufbau-Verlag und erreichte mich von der Autorin als kostenloses Rezensionsexemplar, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte – auch für die wunderbare Signierung und die Karte.

Bettina Storks hat in ihrem Roman „Die Poesie der Liebe“ zwei große und berühmte Ikonen der Literaturszene zum Leben erweckt: Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) und Max Frisch (1911 – 1991).
Ingeborg Bachmann ist zu Beginn des Buches 31 Jahre alt und hat in ihrem Leben als Schriftstellerin schon so vieles erreicht: Als erfolgreiche Lyrikerin ist sie schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden und ist eine der prägenden Figuren im Literaturbetrieb. Doch in ihrem privaten Leben sieht es anders aus. Ihre Liebesbeziehung zu dem verheirateten Lyriker Paul Celan beendet sie, davor war sie mit dem wesentlich älteren Essayisten und Literaturkritiker Hans Weigel liiert. Sie führt ein unstetes und sprunghaftes Leben und fühlt sich nur in Rom so richtig zuhause. In München, wo sie zu Beginn des Romans lebt, kommt sie nie so richtig an, da sie die Stadt zu sehr an den Nationalsozialismus erinnert. Als Ingeborg in Paris weilt, lernt sie den 15 Jahre älteren Max Frisch kennen und lieben und zieht kurze Zeit später in seine Heimatstadt Zürich. Doch auch nachdem sie eine gemeinsame Wohnung am Zürichsee gefunden und bezogen haben, kann Ingeborg ihre geliebten Freiheit nicht aufgeben. Und sie merkt, dass sie auch hier keine Wurzeln schlagen kann und will. Dazu kommt, dass sie immer öfters den Alkohol und Beruhigungstabletten braucht, um ihre Zukunftssorgen und Schreib-Blockaden darin zu ertränken. Die Autorin Bettina Storks hat den zutiefst zerrissenen, verunsicherten aber auch geheimnisvollen Charakter der Ingeborg Bachmann wunderbar nachgezeichnet und dem dramatischen und wechselvollen Leben ihrer Hauptfigur nachgespürt. Zu Beginn des Romans ist Ingeborgs Persönlichkeit schwer zu durchschauen, doch im Laufe der Handlung kam ich ihr und ihrer Gedankenwelt immer näher und ich litt stellenweise sehr mit ihr mit, wenn sie wieder mit Worten und der Gewissheit hadert und sie immer wieder zögert und mit sich selbst ringt.
Neben Ingeborg Bachmann steht der Schweizer Schriftsteller Max Frisch im Mittelpunkt der Geschichte. Auch nach der Trennung von Gertrud Frisch-von-Meyenburg, mit der er drei Kinder hatte, führt er ein Leben als erfolgreicher Schriftsteller und stellt in seinen Werken oft die Auseinandersetzung mit sich selbst und die Probleme des postmodernen Menschen ins Zentrum: Zum Beispiel das Finden und Behaupten einer eigenen Identität, die Geschlechterrollen und deren Auflösung sowie die Frage, was mit Sprache überhaupt sagbar sei.
Bettina Storks hat den äußerst eifersüchtigen Charakter von Max Frisch wunderbar herausgearbeitet, ebenso seine stets widersprüchliche Art: Er selbst war während der Beziehung mit Ingeborg Bachmann sexuell äußerst untreu, reagierte aber auf jeden männlichen Kontakt von Ingeborg mit großen Misstrauen und Argwohn. Nicht immer konnte ich diesem wechselvollen, sprunghaften und teils undurchsichtigen Charakter folgen und trotzdem faszinierte mich sein einnehmender und interessanter Charakter sehr.
Bettina Storks gewährt dem Leser/ der Leserin einen Einblick in das Privatleben dieser zwei Literatur-Ikonen und erweckt mit ihrem Roman diese zwei grundverschiedenen, aber sich doch so ähnlichen Charaktere zum Leben, die während ihrer zweifelhaften Beziehung auch zu einer Art Konkurrenten wurden.
Sehr mitgenommen hat mich das Schicksal des Lyrikers Paul Celan, welcher mit schweren Plagiatsvorwürfen zu kämpfen hat und sich aus diesem Desaster nicht mehr befreien kann. Einerseits denkt und handelt er so egoistisch, aber er ist auch ein zutiefst verletzter Charakter, dem sein Leben entgleitet.
Jede Figur, egal ob Haupt- oder Nebenfigur wird von der Autorin lebensecht und authentisch beschrieben und ihre Handlungen und Entwicklungen sind stets absolut glaubwürdig.


Die Liebesbeziehung von Ingeborg Bachmann und Max Frisch bildet den Kern, die Substanz und die Haupthandlung des Buches „Die Poesie der Liebe“. Es zeigt die Entstehung, der Verlauf und das bittere Ende der Beziehung, welche insgesamt fünf Jahre umfasste und Max Frisch und Ingeborg Bachmann persönlich sehr prägte – aber auch ihr weiteres Werk.
Das Buch ist chronologisch aufgebaut und beschreibt abwechselnd in Kapiteln aus der Sicht von Ingeborg und Max. Durch diesen Perspektivwechsel und die unterschiedlichen Blickwinkel bietet Bettina Storks einen Einblick in das Innenleben dieser komplexen und verschiedenen Persönlichkeiten.
Die Geschichte baute sehr schnell einen Sog auf, welcher mich unmittelbar in diese dicht erzählte und bewegende Geschichte gezogen hat. Ich nahm das Buch immer wieder gerne in die Hand und ließ mich von der sehr poetischen und bildgewaltigen Sprache von Bettina Storks in die Vergangenheit entführen und dort berühmte Persönlichkeiten treffen.
Die historischen Hintergründe hat Bettina Storks akkurat recherchiert und verbindet in ihrem Roman Fakten und Fiktion perfekt miteinander.
Die wunderbare Aufmachung des Buches als hochwertige Klappbroschur, das wunderschöne Cover, ein ausführliches Nachwort der Autorin, ein Nachweis der Zitate und eine Bibliografie runden das rundum gelungene Lese-Erlebnis ab, welches mich einiges Neues gelehrt hat und auch meine Lust auf das Werk von Ingeborg Bachmann entfacht hat. In nächster Zeit werde ich auf jeden Fall das ein oder andere Werk dieser unvergesslichen Schriftstellerin lesen.

Danke liebe Bettina Storks für dieses eindrückliche, unvergessliche Buch und das Näherbringen dieser interessanten Lebens- und Liebesgeschichte.

Fazit: Bettina Storks hat mit diesem Buch eine wunderbare Hommage an die einzigartige Ingeborg Bachmann und die Beziehung zu Max Frisch geschrieben. Ihre Begeisterung für diese Schriftstellerin ist auf jeder Seite spürbar und so ist „Die Poesie der Liebe“ ein sehr berührender und perfekt recherchierter Roman, welcher keine Wünsche offen lässt. Unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Drei Tage im August“

von Anne Stern

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 05. August 2022
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-7466-3998-7
Seitenanzahl: 392 Seiten

Klappentext:
„Berlin, 5. August 1936: Die Schwermut ist Elfies steter Begleiter, Zuversicht findet sie in ihrer Arbeit in der Chocolaterie Sawade, einem Hort zarter Zaubereien aus Nougat und Schokolade, feinstem Marzipan und edlen Aromen. Hier gelingt es Elfie und ihren Nachbarn, sich ihre Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten zu erhalten. Dann kommt Elfie dem Geheimnis einer besonderen Praline und der Geschichte einer verbotenen Liebe auf die Spur. Doch wird sie es wagen, auch ihrer eigenen Sehnsucht zu folgen?
Bestsellerautorin Anne Stern erzählt die berührende Geschichte einer besonderen Frau, die nicht wie andere ist – ein ausnehmend schöner Roman, voll zarter Sinnlichkeit und außergewöhnlicher Figuren.“


https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/drei-tage-im-august/978-3-7466-3998-7

-Das Buch habe ich freundlicherweise vom Aufbau-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
-Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und eines Gutscheins muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Aufbau-Verlag

_

Das Buch „Drei Tage im August“ von Anne Stern erzählt von ergreifenden und persönlichen Schicksalen, welche sich im Jahr 1936 in Berlin während der Olympischen Spielen zutragen.

Berlin im August 1936: Während tausende Menschen jubelnd nach Berlin strömen, um den Olympischen Spielen beizuwohnen, versinkt Elfie immer wieder in ihrer Schwermut. Einzig ihre Arbeit in der ‚Chocolaterie Sarwade‘, gibt ihr Sicherheit und Hoffnung. Als Elfie die Bekanntschaft einer älteren Dame macht, kommt sie hinter ein Geheimnis der Chocolaterie und einer ganz besonderen Praline.
Während die Nationalsozialisten der Welt mit den Olympischen Spielen ein gelungenes Theater der Weltoffenheit vorspielen, versuchen Elfie und ihre Nachbarn sich in einer düsteren und unbarmherzigen Zeit ihre Menschlichkeit zu bewahren und füreinander einzustehen.

Anne Stern gehört nun schon seit einigen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Mit ihren wunderschönen Geschichten und ihrer bildhaften Sprache gelingt es ihr immer wieder, mich in den Bann zu ziehen und macht für mich Geschichte erlebbar vor allem aber fühlbar.
Als sie im April 2022 ihren neuen Roman „Drei Tage im August“ ankündigte, weckte das einzigartige Cover und der sehr ansprechende Klappentext direkt mein Interesse. Ich liebe Schokolade und auch die Zeit, in der das Buch spielt, interessiert mich sehr. Anfang August bekam ich das Buch dann zusammen mit einem ‚Savade Berlin‘- Gutschein zugesendet.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Aufbau-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar und auch an Anne Stern für die Vermittlung.

In diesem wunderschönen und sinnlich erzählten Roman spielen äußerst ausgefallene Figuren und ihre sehr interessanten Lebensgeschichten wichtige Rollen.
Elfie ist eine der Figuren, welche im Zentrum der Geschichte steht und der Leser/ die Leserin lernt sie direkt zu Beginn des Buches kennen. Immer wieder versinkt sie in Schwermut und denkt an ihre schlimme Kindheit zurück. Nachdem sie nicht mehr in das Leben ihrer Mutter gepasst hat, wächst sie bei ihrer Großmutter ohne Liebe und Geborgenheit auf. Schon früh bekam sie mit auf den Weg, dass sie anders und seltsam ist. Das alles hat Elfie zu einer unsicheren und in sich gekehrten Frau gemacht, welche sich anderen Menschen gegenüber nur schwer öffnen kann. Einzig in ihrer geschätzten Arbeit findet sie Lob und Anerkennung und auch eine Routine, welche ihr gut tut. Veränderungen hingegen setzen ihr immer sehr zu. Ich schloss Elfie sehr schnell ins Herz, mochte ihre ruhige Art sehr gerne und auch, dass sie anderen Menschen stets zuhören kann und auch das ein oder andere Mal über sich hinauswächst. Da die Handlung des Buches, wie der Titel schon sagt, nur drei Tage umfasst, entwickelt sich Elfie sich nicht zu einem anderen Menschen. Doch nach Ende des Buches bleibt ein wenig die Hoffnung, dass sie ihren Platz im Leben finden wird.
Ihre Mitarbeiterin Trude bildet mit ihrer lebensfrohen Art einen Kontrast zu Elfie. Sie ist völlig unbekümmert, nimmt das Leben, wie es ist, auch wenn es düstere Zeiten sind. Sie ist einfach ein absolut liebenswerter Charakter.
Franz, ein jüdischer Buchhändler, ist eine sehr interessante und feinfühlige Figur, welche ich wegen seiner dramatischen Geschichte so schnell nicht mehr vergessen werde. Er möchte einfach nur sein Leben als Buchhändler in Berlin leben, die Liebe zu Büchern weitergeben, doch er bekommt den vollen Hass und die ungerechten Repressalien des nationalsozialistischen Regimes zu spüren. Er muss eine Lösung finden, auch wenn es ihn alles kostet, was er liebt.
Der Halb-Ägypter Issa, ein Lokalbesitzer, zieht auch die Ablehnung der Nationalsozialisten auf sich. Mit seinem Aussehen, welches nicht ins Schema der Nationalsozialisten passt, muss auch er gegen Verachtung und Missgunst kämpfen. Doch er hat einen Blick für die Menschen und das Herz am rechten Fleck.
Die bewegende Lebensgeschichte der Marie Conte, welche im Vorderhaus über dem Laden wohnt, bekommt der Leser/ die Leserin immer nur stückchenweise erzählt und brachte doch eine sehr melancholische Grundstimmung in das Buch. Sie und ihr treues Dienstmädchen Mina verbindet ein Band der Treue und des absoluten gegenseitigen Vertrauens.
Die Figuren dieses Buches bilden zusammen mit dem Handlungsort ‚Unter den Linden‘ einen kleinen Kosmos. Hier stehen sich teils völlig verschiedene Charaktere gegenüber und bilden doch eine Einheit. Sie alle leben ihr Leben in einer düsteren Zeit, sie werden von der Hoffnung angetrieben, dass sich doch noch alles zum Guten wenden wird und es keinen Krieg geben wird. Es sind drei Tage, die wir die lebensechten Figuren begleiten, mit ihnen leben, hoffen und trauern.
Es gibt noch einige andere Figuren, auf die ich aber nicht detailliert eingehen möchte, da ich sonst einiges von der Handlung vorwegnehme.

Die Handlung des Buches wird chronologisch erzählt. Anhand der Datums- und Uhrzeitangaben über den Kapiteln empfand ich das Buch wie eine Art Tagebuch. Immer wieder stehen andere Figuren in den verschiedenen Kapiteln im Mittelpunkt der Geschichte und es werden diese einzelnen Schicksale von Anne Stern gekonnt miteinander verbunden und bilden mit lebendigen Dialogen und immer wieder eingestreute Berliner Mundart eine rundum gelungene Geschichte.
Mit den Erzählungen der Marie Conte gibt es auch immer wieder emotionale und melancholische Rückblicke in die Vergangenheit, vor allem in Sachen der gesellschaftlichen Stellung der Frau einige Jahrzehnte zuvor. Auch wenn sich im Jahre 1936 schon einiges getan hat, steht die verheiratete Frau noch immer weit unter ihrem Mann, von dem sie bevormundet wird. Alleinstehende Frauen, wie Elfie, sind eine sehr ungewöhnliche Ausnahme.
Besonders hervorheben möchte ich die Passagen, in denen die Linden selbst zu Wort kommen. Durch diese bekommt der Leser/ die Leserin einen völlig anderen Blickwinkel auf die wechselvolle Geschichte dieser Straße.
Spannend fand ich auch die Schilderungen, wie die süßen Leckereien hergestellt werden und auch die spannende Unternehmensgeschichte der noch heute existierenden Pralinen-Manufaktur ‚Sawade‘.
Mit ihrer poetischen, bildgewaltigen und auch teilweise melancholischen Sprache hat Anne Stern eine Geschichte geschrieben, welche direkt den Weg in mein Herz gefunden hat und unvergessen bleibt.

Den historischen Hintergrund des Romans bildet das Jahr 1936 in Berlin. Dieses Jahr bietet den Nationalsozialisten mit gleich zwei internationalen Sportereignissen die Gelegenheit das Deutsche Reich nach außen hin glänzend zu präsentieren. Vor allem die Olympischen Sommerspiele in Berlin werden zur reinsten Propaganda genutzt.
So werden zum Beispiel propagandistische Plakate gegen ‚Mischehen‘ und Juden, welche sonst überall zu sehen sind, während der Olympischen Sommerspiele abgehängt.
Wenige Monate zuvor, im März 1936, findet die Reichstagswahl statt, bei der erstmals Juden und sogenannte Jüdische Mischlinge durch das Reichsbürgergesetz ausgeschlossen sind.
Kunstwerke von Künstlern und Künstlerinnen, welche nicht mehr erwünscht sind und nicht in das Kunstverständnis der Nationalsozialisten passen, werden entfernt und aus den Museen verbannt.
Anne Stern hat all diese historischen Hintergründe wunderbar ergründet und verbindet diese mit den Einzelschicksalen und authentischen Lebensgeschichten ihrer Figuren.

Das wunderschöne Cover, die hochwertige Klappbroschur, der farbige Buchschnitt und ein schönes Nachwort der Autorin runden das Buch perfekt ab und lassen mich das Buch zufrieden ins Regal stellen.
Danke liebe Anne Stern für dieses mitreißende Lese-Erlebnis.

Fazit: Auch dieses Buch möchte ich gerne als Highlight bezeichnen. Was für eine wunderschöne und unvergessliche Geschichte – so kraftvoll und gleichzeitig so ruhig. Anne Stern erzählt mit einer bildhaften, teilweise auch melancholischen Stimme und sie hat mit ihrer Geschichte direkt den Weg in mein Herz gefunden.
Unbedingt lesen – ein Buch, so vielfältig und fein, wie eine Pralinenschachtel.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und eines Gutscheins muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“

von Lilly Bernstein

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2022
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-06568-7
Seitenanzahl: 592 Seiten

Klappentext:
„Köln 1955: Die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen leben endlich wieder bei ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Vater. Von der Mutter fehlt seit Kriegsende jede Spur. Der Vater baut sich mit einem Büdchen eine neue Existenz auf, Jürgen beginnt bei Ford. Helga aber, die sich nichts sehnlicher wünscht, als aufs Gymnasium zu gehen, soll sich in der Haushaltungsschule auf ein Leben als Ehefrau vorbereiten. Während eines Praktikums im Waisenhaus muss sie entsetzt mitansehen, wie schlecht die Kinder dort behandelt werden. Schützend stellt sie sich vor ein sogenanntes »Besatzerkind«. Und sie verliebt sich. Doch die Schatten des Krieges bedrohen alles, was sie sich vom Leben erhofft hat …“

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/findelmaedchen-9783548065687.html

– Das Buch habe ich freundlicherweise über vom Ullstein-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
– Das Buch ist der zweite Teil um die ‚Trümmerkinder‘, kann aber durchaus auch als eigenständige Geschichte gelesen werden.

_

Das Buch „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ von Lilly Bernstein zeigt das schwierige und teils sehr ungerechte Leben eines jungen Mädchens in Köln der 1950er Jahre.

Ende des Jahres 1954 leben die 15jährige Helga und ihr älterer Bruder in Jürgen in Frankreich. Dort haben sie bei ihren Pflegeeltern Claire und Albert ein liebevolles und sicheres Zuhause auf einem Weingut gefunden, nachdem sie sich in Köln als Trümmerkinder durchschlagen mussten.
Als ihr leiblicher Vater aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimkehrt, holt er Helga und Jürgen zu sich zurück nach Köln und gemeinsam wohnen sie in dem Haus ihrer Mutter, von welcher seit Kriegsende jede Spur fehlt. Mit im Haus wohnen Tante Meta, eine sehr strenge, verbitterte und ungerechte Frau, und die junge und lebensfrohe Fanny.
Während ihr Vater sich mit einem ‚Büdchen‘ eine neue Existenz aufbaut und Jürgen bei Ford beginnt, wünscht Helga sich so sehr, ein Gymnasium zu besuchen und ihre Liebe zum Wort ausleben zu dürfen. Doch ihr Vater verweigert ihr diesen Wunsch schickt sie auf eine Haushaltungsschule, in der sie sich auf ein Leben als Ehefrau und Mutter vorbereiten soll. Ein Praktikum führt sie in ein Waisenhaus und Helga muss mit Entsetzen ansehen, wie furchtbar die Kinder dort behandelt werden. Allen voran ein sogenanntes »Besatzerkind« namens Bärbel. Schützend stellt sie sich vor das Kind und gefährdet damit nicht nur ihre Zukunft, sondern rührt auch an der Vergangenheit und bringt damit Schreckliches ans Tageslicht.

Anfang des Jahres 2021 habe ich das Buch „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein mit großer Begeisterung innerhalb weniger Tage gelesen.
Als ich die Ankündigung für das neue Buch sah, war mir sofort klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen muss und auch den Sozialen Medien fand das Buch begeistertes Echo.
Freundlicherweise bekam ich ein Exemplar des Buches als Rezensionsexemplar vom Ullstein-Verlag zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 15-jährige Helga, welche bereits aus dem Vorgängerband „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ bekannt ist. Durch ihre Perspektive wird der Roman „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ geschildert.
Helga ist ein sehr wissbegieriges und gescheites Mädchen, welches zu ihrer Meinung steht und sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Trotz ihrer bewegten und dramatischen Vergangenheit, verliert sie nicht ihren Lebensmut und steht für andere ein. Mich hat Helgas mutiger, selbstloser und absolut lebensechter Charakter sehr beeindruckt und auch ihre authentische Entwicklung konnte mich absolut überzeugen. Sie ist nicht rundum perfekt, muss auch Rückschläge und Ungerechtigkeiten einstecken und begeht auch den ein oder anderen Fehler.
Neben Helga steht die kleine Bärbel im Fokus der Geschichte, welche unter entsetzlichen Bedingungen in einem Waisenhaus aufwachsen muss. Bärbel ist ein sogenanntes »Besatzerkind«, also ein Kind mit dunkler Hautfarbe. Im Nachkriegsdeutschland ist sie alles andere als gerne gesehen und wird im Heim immer wieder erniedrigt und misshandelt. Bärbels Geschichte nahm mich sehr mit und trieb mir oft die Tränen in die Augen und ließ mich teilweise auch sehr wütend werden. Bärbels aufwühlende Geschichte werde ich noch lange in meinem Herzen tragen.
Helgas Vater war in russischer Kriegsgefangenschaft und kehrt nach vielen Jahren aus dieser zurück. Er verschließt sich seiner Vergangenheit und möchte nur in die Zukunft blicken. Mit einem kleinen Kiosk (‚Büdchen‘) baut er sich eine neue Existenz auf. Er ist ein sehr in sich gekehrter Charakter mit großen Geheimnissen, wodurch er sehr undurchsichtig wirkt.
Helgas Fels in der Brandung ist ihr Bruder Jürgen. Die beiden Geschwister mussten in ihrem Leben schon so einiges zusammen durchstehen, was die Beiden eng zusammengeschweißt hat. Jürgen ist ein absoluter Macher und ein anpackender und selbstsicherer Charakter, welchen ich sehr in mein Herz geschlossen habe.Helgas Mutter lernt der Leser/ die Leserin an Hand von Tagebucheinträgen kennen und diese zeigen einen ehrlichen, liebevollen aber auch völlig verzweifelten Charakter. Eine Mutter, die für ihre Familie, vor allem für ihre Kinder alles in Bewegung setzt und nichts unversucht lässt. Zu Beginn der Geschichte lernt der Leser/ die Leserin noch die junge und lebensfrohe Fanny kennen, welche dem Vater von Helga und Jürgen unter die Arme greift. Auch ihre Vergangenheit liegt im Verborgenen und auch sie gibt alles, um sich eine sichere Zukunft aufzubauen. Mit ihrer freundlichen und sehr schwungvollen Art bildet sie einen Kontrast zu der stets strengen und verbitterten Tante Meta. Deren völlig ungerechter Charakter machte mich während des Lesens immer wieder unglaublich wütend und auch fassungslos.
Ein Charakter, welchen ich sehr in mein Herz geschlossen habe, ist der junge Konradin, welchen Helga kennen- und lieben lernt. Er ist ein sehr warmherziger Charakter, aber auch vieles aus seiner Vergangenheit gibt Helga und somit auch dem Leser/ der Leserin große Rätsel auf.
Um diese Figuren agieren noch einige andere Charaktere, welche mich alle, wie auch die Hauptfiguren und egal ob gut oder böse, völlig mit ihren Geschichten und Handlungen überzeugen konnten.

Die Handlung des Buches setzt Ende des Jahres 1954 an und läuft ab diesem Zeitpunkt chronologisch fort. Unterbrochen wird die Erzählung von den Tagebucheinträgen der Mutter aus dem Jahr 1945, welche sich direkt an ihren Mann richten, der zu dieser Zeit schon an der Front und später in Kriegsgefangenschaft war.
Durch diese eingestreuten Tagebucheinträge bekommt die Geschichte noch einmal eine große Authentizität und es ist absolut spannend und mitreißend, wie Lilly Bernstein die Vergangenheit und die Gegenwart der Geschichte zusammenführt.
Wie schon im Vorgängerband „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ hat mich der angenehme und doch auch rasante Sprachstil der Autorin direkt mit in die Geschichte genommen und die Seiten flogen nur so dahin. Ihre authentische und völlig ungeschönte Sprache bildet unter anderem den damals alltäglichen Rassismus und seine Niederträchtigkeit in seiner furchtbaren Gänze ab.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ bildet die Stadt Köln im Jahre 1955. Noch immer prägen Ruinen das Stadtbild, aber es weht auch der Wind des Aufbruchs und Neubeginns durch die Stadt. Doch das nationalsozialistische Regime und der Zweite Weltkrieg haben tiefe Narben in der Bevölkerung hinterlassen. Teils sind es noch offene Wunden und der alltägliche Rassismus entlädt sich an den »Besatzerkindern«, also den Kindern, welche von amerikanischen oder britischen Soldaten gezeugt wurden. Diese Kinder wurden den ledigen und jungen Müttern weggenommen und in Waisenhäuser gesteckt, in denen sie oft unter furchtbarsten Bedingungen leben mussten und als minderwertige Menschen angesehen wurden.
Ein weiteres Thema ist die Bildung der Frau und ihre Stellung in der Gesellschaft. Zwar konnten junge Mädchen auch Gymnasien besuchen und danach studieren, aber eigentlich sah man sie lieber auf einer Haushaltungsschule, auf der sie auf ihr späteres Leben als Hausfrau und Mutter eingestimmt werden sollten. Außerdem waren sie in vielen Bereichen weiterhin unmündig und wurden gerne bevormundet. Zudem hatte eine ledige Mutter keinerlei Rechte, wurde noch immer von dieser noch immer sehr konservativ eingestellten Gesellschaft geächtet.
Diese geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe hat Lilly Bernstein akribisch recherchiert und verbindet diese wunderbar mit den Geschichten und Handlungen ihrer fiktiven Charaktere.
Die Beschreibungen des alltäglichen Rassismus trieben mir des Öfteren die Tränen in die Augen und ließen meinen Atem stocken und ich las das Buch teilweise mit feuchtgeschwitzten Händen.
Danke liebe Lilly Bernstein, für dieses mitreißende und grandiose Lese-Erlebnis, welches ich mit seinen unvergesslichen Charakteren noch lange Zeit in meinem Herzen tragen werde.

Fazit: Dieses Buch hat die Bezeichnung „Highlight“ einfach mehr als verdient. Ein absolutes Lese-Muss, welches beste Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite bietet und auch sehr unter die Haut geht. Top!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Schwestern vom See“

von Lilli Beck

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2022
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-1084-9
Seitenanzahl: 414 Seiten

Klappentext:
Auerbach am Bodensee: Als Max König im Alter von 86 Jahren stirbt, hinterlässt er eine große Lücke. Er war die Seele der Pension, die mit viel Herz und Verstand von ihm geführt wurde. Zur Beisetzung sind seine Enkelinnen Iris, Rose und Viola und der Rest der Familie nach langer Zeit wieder vereint. Doch ausgerechnet am Tag der Beerdigung entdecken die Schwestern ein verheerendes Geheimnis des Großvaters. Bald mischen sich auch Sorgen um die Pension in die Trauer: Eine anonyme Anzeige bringt den Lebensmittelkontrolleur ins Haus. Führt jemand absichtlich eine Schmutzkampagne gegen den Betrieb?“

https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Die-Schwestern-vom-See/Lilli-Beck/Blanvalet/e591972.rhd

-Das Buch habe ich freundlicherweise über vom Blanvalet-Verlag über das ‚bloggerportal.de‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
-Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_

Das Buch „Die Schwestern vom See“ von Lilli Beck ist der Auftakt einer Buchreihe, welche in der Gegenwart am Bodensee spielt und das Leben dreier Schwestern zeigt, die auf die Spur eines großen Familiengeheimnisses kommen.

Die Schwestern Iris, Rose und Viola blicken auf eine unbeschwerte Kindheit in der ‚Pension König‘ am Bodensee zurück. Die Pension wurde 1956 von ihrem Großvater Max gegründet und als dieser stirbt, treffen sich die drei Schwestern wieder. Iris wohnt mittlerweile mit ihrem Mann Christian in Köln, Rose führt die Pension König und Viola hat sich in der hauseigenen Konditorei einen Namen gemacht.
Der Verlust des Großvaters, welche über Jahrzehnte die Pension mit Leidenschaft und Herz geführt hat, reißt eine große Lücke in die Familie, welche niemand so richtig füllen kann.
Doch dann stoßen die drei Schwestern auf ein sorgsam gehütetes und verheerendes Geheimnis von Großvater Max, welches das Familienidyll in ihren Grundfesten zu erschüttern droht.
Und auch eine andere Sache macht der Familie schwer zu schaffen: Eine anonyme Anzeige bringt den Lebensmittelkontrolleur ins Haus und es häufen sich negative Bewertungen im Internet. Die Pension König scheint das Opfer einer dreisten Schmutzkampagne geworden zu sein.

„Die Schwestern vom See“ habe ich während des Stöberns auf dem ‚Bloggerportal‘ entdeckt – das stimmige Cover, der Titel und der Klappentext sprachen mich direkt an. Als ich dann auch noch sah, dass die Handlung am Bodensee angesiedelt ist, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Der Bodensee liegt etwa zwei Autostunden von meiner Heimat entfernt und ist schon immer mein absoluter Sehnsuchtsort.
Von Lilli Beck habe ich bisher kein Buch gelesen, woran das liegt, kann ich gar nicht richtig sagen, doch das wollte ich unbedingt ändern, da ich nur Gutes über ihre Bücher gehört habe.
Ich fragte das Buch als Rezensionsexemplar an und bekam es freundlicherweise vom Verlag zugesendet – an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön dafür.

„»Wenn eine von uns in Not gerät oder warum auch immer Hilfe benötigt, werden die anderen beiden alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um zu helfen.«“


[Seite 8, Zeilen 31 – 33]

Die drei Schwestern Iris, Rose und Viola stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Schon immer sind die drei eine eingeschworene Gemeinschaft, welche sich am Tag von Iris’ Hochzeit versprechen immer füreinander da zu sein. Mir haben die drei völlig unterschiedlichen, aber doch ähnlichen Charaktere der drei Schwestern sehr gefallen. Sie sind lebensecht gezeichnet, handeln immer authentisch und dürfen auch mal Fehler machen.
Iris, die Älteste der drei Schwestern, ist einige Jahre vor Beginn der Handlung des Buches, zu ihrem Mann nach Köln gezogen. Doch das enge Band zu ihrer Familie und zu ihrer Heimat lässt sich auch mit diesem Umzug nicht auftrennen und es führt sie immer wieder zurück an den Bodensee. Dort wird sie von ihrer Familie immer mit offenen Armen empfangen und es ist für die warmherzige Iris ganz selbstverständlich, dass sie im Familienbetrieb jeder Zeit mit anpackt. Sie ist eine Frau, auf die sich ihre Familie verlassen kann – aber sie sich auch auf ihre Familie. Auf ihren sehr undurchsichtigen Mann Christian kann sich Iris hingegen nicht verlassen, doch Iris möchte ihre Ehe nicht vorschnell aufgeben – auch wenn diese immer weiter auseinander driftet.
Rose ist die mittlere der drei Schwestern und sie hat nach dem Tod des Großvaters und den gesundheitlichen Einschränkungen des Vaters die Leitung der Pension übernommen. Sie ist eine sehr zielstrebige und ehrliche Frau, welche für die Fortführung des Familienbetriebs alles gibt. Doch sie nimmt auch gerne die Hilfe ihrer Schwestern und ihrer Eltern und der Tante an und behält auch in stressigen Situationen stets einen kühlen Kopf.
Viola, die Jüngste im Bunde, hat die Liebe zur Konditorei von ihrem Großvater und Vater übernommen. Mit viel Leidenschaft und Kreativität stellt sie die wunderbarsten Torten-Kunstwerke her. Auch wenn sie sich mit ihren Schwestern geschworen hat, dass sie immer füreinander sein wollen, nimmt sie sich selbst des Öfteren zurück. Sie ist ein sehr ruhiger, in sich ruhender Charakter.
Herbert und Florence sind die Eltern der drei Schwestern und sie mussten sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Leitung der Pension zurückziehen. Herbert hatte einen leichten Herzinfarkt und kümmert sich seit dem um den Garten, wo er die nötige Ruhe findet. Doch er hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Töchter. Seine liebevolle Frau Florence ist stets an seiner Seite und die Beiden verbindet eine tiefe und von Respekt geprägte Liebe.
Die liebenswerte Tante Annemarie ist die Schwester von Herbert und stets an seiner Seite aber auch immer für die drei Schwestern da. Doch so richtig angekommen ist sie in ihrem Leben nie. Auch wenn sie die Arbeit im Familienbetrieb sehr schätzt, verfolgt sie ihren eigenen großen Traum.
Zu guter Letzt ist da noch Großvater Max, welchen der Leser/ die Leserin im Teil der Geschichte kennenlernt, der in der Vergangenheit spielt. Er ist äußerst entschlossen, seine Ziele im Leben zu erreichen aber auch ein Mensch, der sich von seinem Herzen leiten lässt.
Mir hat die immense Vielfalt an unterschiedlichsten Charakteren in dieser Geschichte sehr gefallen. Sie alle führen ihre verschiedenen Leben, bilden aber doch eine wunderbare Einheit. Sie sind nicht perfekt und begehen auch immer mal wieder den ein oder anderen Fehler. Lilli Beck hat Figuren geschaffen, welche mich, egal ob Haupt- oder Nebenfigur, mit ihrer Authentizität sehr begeistert haben.
Es bleibt auf jeden Fall spannend, wie es mit ihnen und ihren Lebenswegen in den nächsten Teilen der Reihe weitergehen wird.

Die Haupthandlung des Buches spielt ab dem Frühjahr 2022 und erzählt chronologisch über das abwechslungsreiche Leben der Familie nach dem Tod des Großvaters Max.
Ein weiterer Erzählstrang entführt den Leser/ die Leserin in die Jahre 1954 bis 1956 und zeigt einen wichtigen und dramatischen Lebensabschnitt des Großvaters.
Beide Handlungsstränge werden von der Autorin gekonnt zusammen geführt und bilden zusammen die absolut stimmige Geschichte eines familiären Zusammenhaltes, welcher auch durch ein großes Geheimnis nicht gelockert wird. Eine mitreißende Geschichte, welche mich von der ersten Seite an mitgenommen hat.
Auch aufgrund des bildhaften und detaillierten Sprachstils von Lilli Beck, konnte ich völlig in die Handlung abtauchen und fühlte mich dort sehr wohl – auch wenn es einige Szenen gab, bei denen ich sehr mit den Tränen kämpfen musste.
Die liebevolle Aufmachung des Buches mit einem Rezept am Ende des Buches, einem Nachwort der Autorin oder einer Leseprobe für den zweiten Teil der Reihe runden dieses Buch perfekt ab und lassen mich dieses zufrieden ins Regal stellen und mich schon auf die Fortsetzung freuen.

Vielen Dank liebe Lilli Beck für dieses absolut vollkommene Lese-Erlebnis.

Fazit: Dieses Buch ist ein wunderbarer Auftakt einer vielversprechenden Reihe: Vor traumhafter Seekulisse erzählt Lilli Beck eine mitreißende und berührende Geschichte, die mich mit mit ihren bezaubernden Charakteren absolut begeistern konnte und keine Wünsche offen gelassen hat. Absolut lesenswert.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Das Haus der Hebammen – Carolas Chance“

von Marie Adams

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2022
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-1038-2
Seitenanzahl: 400 Seiten

Klappentext:
„Köln. Das Geburtshaus in der Cranachstraße 21 ist längst kein Geheimtipp mehr und inzwischen als »Haus der guten Hoffnung« bekannt. Die drei Gründerinnen, die Hebammen Carola, Susanne und Ella, sind beste Freundinnen und ein eingespieltes Team. Fürsorglich und kompetent kümmern sie sich um große und kleine Patienten und Patientinnen. Carolas Kinder sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus, und ihr Mann Andreas feiert Erfolge als Drehbuchautor. Alles könnte perfekt sein, doch Carola fühlt sich mehr und mehr entfremdet von ihrem Partner, der sich beschwert, sie arbeite zu viel. Als sie ihre alte Jugendliebe Karsten wiedertrifft, fragt sie sich, wie ihr Leben wohl mit ihm verlaufen wäre …
Ein berührender Roman über die kleinen und großen Dramen, über Schmerz, Freude und den Glauben, dass am Ende alles gut wird.“


https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Das-Haus-der-Hebammen-Carolas-Chance/Marie-Adams/Blanvalet/e586792.rhd

– Falls ihr den ersten Teil der Reihe noch lesen möchtet, solltet ihr diese Rezension nicht lesen, da ihr euch sonst spoilern könntet.
Das Buch habe ich freundlicherweise über die Autorin Marie Adams vom Blanvalet-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe, kann aber auch ohne Vorkenntnisse des erstens Teils gelesen werden.
Meine ausführliche Rezension zum ersten Teil findet ihr hier.

_

Das Buch „Das Haus der Hebammen – Carolas Chance“ von Marie Adams ist der zweite Teil einer fiktiven Reihe um drei Freundinnen, welche in den 90er Jahren in Köln ein Geburtshaus leiten.

Fünf Jahre nach der Gründung ist das Geburtshaus »Haus der guten Hoffnung« von Susanne, Carola und Ella längst kein Geheimtipp mehr und beliebter denn je. Hier bekommen gebärende Frauen eine Eins-zu-eins-Betreuung, sie schenken Wärme und Geborgenheit und auch nach der Geburt übernehmen sie die warmherzige Nachsorge.
Susanne scheint mit ihrem Antonius das große Glück gefunden zu haben, auch wenn Susanne sich nach wie vor nach einem gemeinsamen Kind sehnt. Ella hat den Sprung in die weite Welt gewagt und kehrt nach zwei Jahren in Uganda wieder zurück in das Geburtshaus. Doch in ihr Elternhaus möchte sie nur ungern zurückkehren. Währenddessen geht es bei Carolas Familie rund: Die Kinder sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus und Carolas Mann Andreas ist ein gefeierter Autor. Als Andreas sich beschwert, dass seine Frau zu viel arbeitet und ihm nicht den Rücken frei hält, driftet ihre Ehe weit auseinander. Carola steht vor einer nicht zu lösenden Entscheidung: Ihre leidenschaftliche Arbeit oder ihre Familie? Beides gleichzeitig zu händeln scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Als sie dann auch noch überraschend ihrer Jugendliebe Carsten gegenüber steht, stellt sie ihr Familienleben gänzlich in Frage.

Mitte Juni 2022 erhielt ich von der Autorin Marie Adams in den sozialen Medien eine Nachricht, in welcher sie anfragte, ob ich ihre Buchreihe „Das Haus der Hebammen“ gerne lesen und rezensieren möchte.
Da ich die „Hebammen-Reihe“ von Linda Winterberg in den letzten Jahren sehr gerne gelesen hatte und ich zudem gerne wieder etwas über das Thema Geburt lesen wollte, sagte ich der Autorin sofort zu. Dieser zweite Teil erreichte mich zusammen mit dem ersten Teil der Reihe („Das Haus der Hebammen – Susannes Sehnsucht“), welchen ich mit großer Begeisterung gelesen habe.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin für die Vermittlung der Rezensionsexemplare und ein herzliches Dankeschön an den Blanvalet-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung der Bücher.

In diesem Teil der Reihe steht die dreifache Mutter Carola im Zentrum der Geschichte. Mit ihrem Humor und ihrer Zielstrebigkeit ist sie immer für die Frauen im Geburtshaus da. Ihre Kurse sind äußerst beliebt und sie hat auch immer ein offenes Ohr für die Ängste und Nöte der werdenden Mütter. Doch in ihrem privaten Umfeld ist es noch immer ein Unding, dass sie weiterhin arbeiten geht – vor allem jetzt, als ihr Mann Andreas seinen großen Durchbruch als Autor hat. Vieles im Familien-Alltag bleibt an ihr hängen und trotzdem entgleiten ihre Kinder ihr immer mehr. Carolas teils drastische, jedoch völlig authentische Wandlung nahm mich sehr mit: Im ersten Teil des Buches ist Carolas Art sehr quirlig und auch ein wenig chaotisch. Nun wirkt sie des Öfteren überspannt und ist mit sich selbst, vor allem aber mit ihrer Familie nicht im Reinen. Es ist gut, dass sie ihre Freundinnen hat, auf die sie sich verlassen kann. Die Ehe zu Andreas ist zwar noch immer von gegenseitigen Respekt geprägt, allerdings führt der Erfolg von Andreas dazu, dass diese gegenseitige Achtung zu bröckeln beginnt. Es gab Szenen, in denen ich Andreas einfach als absolut liebevoll empfand, dann war er gegenüber Carola sehr überheblich und abwertend.
Susanne steht fest neben Carola und lebt jeden Tag ihres Traums eines eigenen Geburtshauses. Mit viel Leidenschaft und Hingabe übt sie ihre Berufung aus. Der ruhige, warmherzige und sympathische Antonius und sie führen eine sehr harmonische Ehe – es scheint alles perfekt. Doch der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind treibt Susanne um und sie ist bereit alles für die Erfüllung dieses Wunsches auf sich zu nehmen. Sie schafft es, Beruf und Privates zu trennen, auch wenn es sie des Öfteren zu innerlich zerreißen droht. Auch in diesem Teil konnte mich Susannes empathischer und ehrlicher Charakter und ihre authentische Entwicklung wieder völlig überzeugen .
Die dritte im Bunde ist Ella. Auch sie hat sich weiterentwickelt und hat zwar den Sprung in die weite Welt geschafft, aber trotzdem scheint sie ihren Platz im Leben noch nicht richtig gefunden zu haben. Trotzdem ist die junge Frau für ihr Gespür für die Anliegen der Gebärenden allseits beliebt und auch ich mochte ihre ruhige, aber trotzdem bestimmte Art, sehr gerne. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihr und ihrer Geschichte weitergeht, da sie im dritten Teil den Mittelpunkt der Geschichte spielen wird.
Die drei Freundinnen sind charakterlich völlig verschieden und auch ihre familiären Hintergründe könnten nicht unterschiedlicher sein, aber genau das scheint sie zu einer großartigen Einheit zusammenzufügen. Sie werden von ihrer Leidenschaft für ihren Beruf geeint und sie alle stehen zu ihrer Überzeugung einer selbst bestimmten, respektvollen, geborgenen und liebevollen Geburt. Ich habe die drei ganz fest in mein Leserinnen-Herz geschlossen.
Um diese drei Hauptfiguren agieren noch eine Vielzahl an anderen Charakteren, welche alle authentisch und facettenreich beschrieben sind. Sie alle, egal ob Haupt- oder Nebenfigur, konnten mich mit ihren lebensechten Geschichten und Hintergründen mitnehmen und ich bin sehr gespannt, wie sich all diese unterschiedlichen Lebensgeschichten weiter entwickeln werden.

Die Handlung des Buches setzt etwa drei Jahre nach Ende des ersten Teils an und ich war sofort wieder in der chronologisch erzählten Geschichte angekommen.
Marie Adams farbenfroher, leichter und detaillierter Sprachstil ließ auf keiner der 400 Seiten Langeweile aufkommen. Ich legte dieses Buch, wie auch schon den Auftakt der Reihe, nur noch ungern aus den Händen.
Auch die liebevolle Aufmachung des Buches und ein sehr persönliches Nachwort der Autorin runden diesen wundervollen zweiten Teil perfekt ab und es bleibt die große Vorfreude auf den dritten Teil, welcher am 21. September 2022 erscheint.

Wie schon im Reihen-Auftakt ist das große Thema des Buches Die die selbst bestimmte und respektvolle Geburt. Auch wenn das Buch 1994 spielt sind diese Themen noch immer hochaktuell. In vielen Krankenhäusern ist die Entbindungsstation durch die ‚Nicht-Planbarkeit‘ ein hoher Kostenfaktor, welchen man unter anderen mit vielen geplanten Kaiserschnitten und/ oder Geburtseinleitungen entgegenzuwirken versucht. Auf eine selbst bestimmte und bedürfnisorientierte Geburt kann aufgrund der angespannten Personalsituation und der Schichtdienste nicht eingegangen werden – oft betreut eine Hebamme im Krankenhaus mehrere Geburten parallel.
Geburtshäuser bieten Frauen eine Alternative. Hier finden Frauen eine vertrauensvolle, ermutigende und bestärkende Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbetreuung. Das im Buch beschriebene Geburtshaus ist, wie auch die Charaktere fiktiv, lehnt sich aber an das erste Geburtshaus in Köln in der Cranachstraße an. Was zu Beginn belächelt und als verrückte Idee galt, hat sich heute in der Gesellschaft etabliert und es gibt mittlerweile in vielen deutschen Städten Geburtshäuser – mit langen Wartelisten.
Ein weiteres großes Thema ist die Vereinbarkeit der berufstätigen Frau mit einer Familie. Nach wie vor sind es zum größten Teil noch immer die Frauen, welche ihre Berufstätigkeit zugunsten der Familie aufgeben. Sollte eine Frau sich doch gegen die Aufgabe des Berufs stellen, ist ein großer Teil der Bevölkerung schnell dabei, diese Frauen abwertend als ‚Rabenmütter‘ zu bezeichnen.
Diese großen Themen hat Marie Adams sehr gut in ihrem Roman dargestellt und verbindet diese wunderbar mit ihren fiktiven Charakteren und deren, teils dramatischen Geschichten.
Das Buch zeigt, wie wichtig und unentbehrlich die Arbeit der Hebammen ist und auch, wie wesentlich es ist, dass Frauen unter der Geburt die Macht über ihren Körper behalten müssen. Aber auch, dass es noch ein langer Weg der Gesellschaft zur Gleichberechtigung von Mann und Frau ist.

Vielen Dank liebe Marie Adams für dieses kurzweilige und mitreißende Lesevergnügen.

Fazit: Die 400 Seiten des Buches flogen nur so dahin und ich konnte völlig in dieser dramatischen Geschichte abtauchen. Eine unvergessliche Geschichte, welche mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat und aufzeigt, wie wichtig und unentbehrlich die Arbeit der Hebammen ist. Top!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.