„Die letzte Äbtissin: Ihr bewegtes Leben in Säckingen“

von Sandhya Hasswani

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. September 2022
Verlag: Friedrich-Reinhardt Verlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN:  978-3724525745
Seitenanzahl: 544 Seiten
Preise: 19,80€ (Taschenbuch), 18,99€ (eBook)

Homepage:
https://sandhy-schreibt.de

Klappentext:
„1751: Die junge Mari-Anna erlebt, wie ihr Lebensmittelpunkt – das Stiftsmünster von Säckingen – in nur einer Nacht niederbrennt, zudem fällt dem jungen liberalen Kaiser Joseph ein, sämtliche Klöster in Süddeutschland aufzulösen. Das Frauenstift ist in seiner Existenz bedroht. Wird es Mari-Anna gelingen bei all den gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen ihren Weg zu beschreiten? Welt, Geist, Leben im 18. Jahrhundert am Hochrhein: Der spannende historische Roman erscheint anlässlich des 300. Geburtstags der Säckinger Fürstäbtissin Mari-Anna F. von Hornstein-Göffingen (1723-1809), Stifterin des Fridolinschreins. Eine starke Frau, die uns heute in einer ähnlich unruhigen Welt durch ihren Mut inspiriert.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin auf der Buchmesse in Hinterzarten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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Das Buch „Die letzte Äbtissin: Ihr bewegtes Leben in Säckingen“ von Sandhya Hasswani ist ein historischer Roman der im 18. Jahrhundert vorwiegend im Süden Deutschlands angesiedelt ist und das Leben der Säckinger Fürstäbtissin Mari-Anna F. von Hornstein-Göffingen (1723-1809) zeigt.

„Auf ein Zeichen des Bischofs schritt sie vor ihm die Stufen hinunter. Sie konnte noch immer kaum fassen, dass sie Fürstäbtissin von Säckingen war, und doch war es wahr. So wahr wie der Beifall ihrer Brüder und Schwestern in den ersten Reihen und die Tränen der glücklichen Stiftsdamen auf der anderen Seite und das zufriedene Lächeln ihrer Mutter und all der anderen, deren Gratulationen sie gleich entgegen nehmen würde.“

[Seite 138, Kapitel 09]

Säckingen 1751: Fassungslos muss die junge Mari-Anna dabei zu sehen, wie das Stiftsmünster von Bad Säckingen durch eine Unachtsamkeit niederbrennt und damit auch ihr Lebensmittelpunkt verloren ist.
Kurz darauf wird Mari-Anna zur Fürstäbtissin von Säckingen ernannt – und sie steht vor gewaltigen Problemen: Kaiser Joseph II. will sämtliche Klöster in Süddeutschland auflösen. Ein Plan, der auch das Frauenstift in Säckingen bedroht.
Außerdem ist die Gesellschaft im Wandel und Mari-Anna muss an vielen Fronten kämpfen – für ihre Mitschwestern, für ihr Stift, für das Münster – aber auch für sich selbst.

Dieses Buch erregte auf der Buchmesse ‚Blätterrauschen‘ in Hinterzarten im April 2024 mein Interesse. Da ich sehr gerne historische Romane lese und dieser zudem noch in der Nähe meiner Heimat angesiedelt ist, wollte ich dieses Buch sehr gerne lesen. Das 18. Jahrhundert ist eine Zeit, über die ich noch nicht viel gelesen habe und auch der Name ‚Fürstäbtissin Mari-Anna‘ sagte mir bisher noch nicht viel. Die Autorin Sandhya Hasswani und ich kamen auf der Buchmesse ins Gespräch und sie überreichte mit ihren Roman freundlicherweise als Rezensionsexemplar – an dieser Stelle ganz herzlichen Dank dafür.
Das Buch ist ein einfaches Taschenbuch ohne Klappen und umfasst insgesamt 544 Seiten, welche sich auf einen Prolog, 40 Kapitel, ein Nachwort und eine Zeittafel aufteilen.
Das schlichte und doch sehr ausdrucksstarke Cover zeigt ein Gemälde der Fürstäbtissin Mari-Anna – mit ihrem sanften und gleichzeitig entschlossenen Blick zieht sie den Betrachter in ihren Bann. Mari-Anna ist auf diesem Bildnis in schwarz gekleidet, sie sitzt auf einem rot gepolsterten Stuhl und hält in der rechten Hand ein Jesuskreuz.
Die Handlung des Buches beginnt mit einem ergreifenden Prolog, in dem der Leser/ die Leserin die ältere Mari-Anna kennenlernt, welche vor einem großen Umbruch in ihrem Leben steht. Mit dem ersten Kapitel geht es dann viele Jahre zurück in die Vergangenheit – in das Jahr 1751. Die Handlung steuert dann in den folgenden Kapiteln auf die Szenerie des Prologs entgegen, was für einen guten Lesefluss und auch eine gewisse Spannung sorgt, da man gerne wissen möchte, wie es zu den Ereignissen des Prologs gekommen ist.
Zudem hat Sandhya Hasswani einen außerordentlich bildhaften und wunderbaren Sprachstil, der mich direkt mit in die Geschichte genommen hat. Ich konnte mir die Orte und Menschen gut vorstellen und baute zu vielen der Figuren schnell eine enge Bindung auf.

„» (…) Versteht mich bitte richtig: Mir ist es die vornehmste, die heiligste Aufgabe, das Andenken an unseren heiligen Fridolin zu bewahren, darüber hinaus tragen wir aber auch Verantwortung für die Menschen in unseren Landen. Allein deshalb darf das Stift in den Augen des Kaisers nicht an Bedeutung verlieren. (…) Es geht hier um Menschen. Um Menschen aus unseren Stiftsgebiet, die sich dem Schutz unseres Patrons anvertrauen.«“

[Seite 91, Kapitel 05]

Mari-Anna ist die titelgebende Hauptfigur des Buches und die Leser und Leserinnen begleiten sie durch die vielen und bewegten Jahre ihres Lebens. Zu Beginn ist sie eine junge Frau, welche noch etwas unsicher ist, im Laufe der Handlung wächst sie zu einer starken und hochgeachtete Frau heran, die genau weiß, was sie erreichen möchte – und wie ihr das gelingt. Sie muss auch immer wieder Rückschläge hinnehmen und auch der ein oder andere Schicksalsschlag bringen sie nicht von ihren Zielen und Wünschen ab. Als Äbtissin ist sie immer für die Frauen ihres Stift da und lässt sich auch von ihren Widersachern nicht aus der Spur bringen. Ich mochte Mari-Anna ehrlichen und diplomatischen Charakter ab der ersten Seite und fühlte mich schnell mit ihr verbunden. Vor allem ihre tiefen Freundschaften und das Vertrauen, welches sie vielen Menschen in ihrer Umgebung entgegen bringt, machte sie in meinen Augen sympathisch und liebenswert.
Vieles aus dem Leben der Fürstäbtissin Mari-Anna ist historisch überliefert. Einige der Charaktere, die neben ihr leben und agieren sind ebenfalls historisch oder an historische Figuren angelehnt, wohingegen einige Charaktere hingegen fiktiv sind. Sie alle, egal ob historisch oder fiktiv, bilden ein gutes Bild der damaligen Zeit ab und ihre vielfältigen Geschichten und Hintergründe sind gut miteinander verbunden. Auch die Spannungen, Zerwürfnisse und Differenzen zwischen einigen der Figuren waren stets fassbar und zogen mich schnell in die emotionale Geschichte hinein.
Natürlich gibt es auch die etwas unliebsamen Charaktere, über die ich oft den Kopf schütteln musste – doch eine gute Geschichte lebt meiner Meinung nach auch von und durch unsympathische Figuren.
Hier ein kleiner Kritikpunkt: Da es doch einige Figuren und Namen sind, die man im Kopf behalten muss, wäre ein Personenregister sinnvoll gewesen.

Den historischen Hintergrund bildet das 18. Jahrhundert: Es ist die Zeit der Aufklärung und damit der Beginn der Moderne in Europa. Doch in diesem Jahrhundert wurde nicht nur die Moderne eingeleitet, sondern auch über 20 Kriege in Europa geführt, bei denen es meistens um Macht und Macht-Erweiterung ging. Die Mitte Europas war in zahlreiche mittlere und Kleinstterritorien zersplittert, die Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren. Unter ihnen ragten Preußen und Österreich heraus, die in diesem Jahrhundert vor allem durch ihre Territorien außerhalb des Reiches sich zu europäischen Großmächten entwickelten. 
Mit wenigen Ausnahmen waren die europäischen Gesellschaften Ständegesellschaften, dieser Standeszugehörigkeit konnten nur wenige Menschen durch Aufstieg entkommen. Der Stand bestimmte sowohl die persönlichen Rechte als auch den Zugang zu Ressourcen und Bildung. Das Ständewesen teilte die Menschen zumeist in Adelige, Bürger und Bauern. Hinzu kam in katholischen Ländern der Klerus.
An der Spitze der Ständepyramide stand oft ein Monarch, seltener eine Monarchin. Die monarchische Machtfülle wurde von ständischen Privilegien begrenzt, wobei die Macht der Stände und ihrer regional sehr unterschiedlich war und sich im Laufe des Jahrhunderts änderte.
Große wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche brachte die Industrielle Revolution, welche in Großbritannien begann. Mehrere Erfindungen in der für Großbritannien so wichtigen Textilindustrie, wie die ‚Spinning Jenny‘, ermöglichten es bei gegebenem Einsatz von Arbeitskräften größere Mengen Garn und Textilien herzustellen. Zum Jahrhundertende gab es erste Ansätze der Industrialisierung in Nordfrankreich, Flandern und einzelnen deutschen Regionen.
Neben der Industriellen Revolution kam es ab dem Jahr 1789 zudem noch zur Französischen Revolution. Dies war der gesellschaftliche Aufstand der einfachen Bürger und Bürgerinnen in Frankreich zwischen 1789 und 1799, die sich gegen die Unterdrückung durch den König wehrten. Im Verlauf der Französischen Revolution wurden der König und viele Revolutionsgegner hingerichtet.
Ein weiteres historisches Thema, über welches ich zum ersten Mal gelesen habe, ist die Verbannung von ganzen Familien ins Banat (eine historische Region in Südosteuropa, die heute in den Staaten Rumänien, Serbien und Ungarn liegt) im Oktober 1755. Hierhin wurden unliebsame Menschen zwangsverwiesen, welche zuvor aus ihren bisherigen Leben gerissen wurden und weitab ein neues Leben beginnen mussten.
Vor allem im Hinblick auf das Leben in einem Damenstift habe ich durch den Roman „Die letzte Äbtissin“ eine Menge dazu gelernt: Auch wenn es von außen betrachtet wie das Leben in einem Kloster wirkt, ist das Frauenstift oder Damenstift eine religiöse Lebensgemeinschaft für Frauen, die ohne Ablegung von Gelübden in einer klosterähnlichen Anlage leben. Bei ihrem Eintritt legten die Stiftsfrauen nur die Gelübde der Keuschheit und des Gehorsams gegenüber ihrer Äbtissin ab, konnten jedoch heiraten, wenn sie auf ihre Pfründe verzichteten. Zudem verzichteten sie bei Eintritt weder auf ihren Privatbesitz noch auf ihre Erbansprüche und konnten das Stift jederzeit verlassen.
All diese (mitunter komplexen und komplizierten) geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe stellt die Autorin sehr anschaulich und mitreißend da. Ich habe eine Menge dazu gelernt und meinen Horizont durch diese Lektüre sehr erweitert.
Der Roman ist ein sehr rundes und vor allem eindringliches Leseerlebnis, welches ich mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werde – danke dafür.

„Sie schaute in die Flamme und gedachte all der Frauen daheim in Säckingen. Nicht nur der Damen, auch der vielen Angestellten, denen das Stift Brot und Obdach bot, und auch den vielen Äbtissinnen, die vor ihr in Säckingen gewirkt hatten – mehr als sechshundert Frauen. Sie ging auf die Knie, faltete die Hände und betete, und im Gebet war es, als würden die liebe Helena, Mutter Regina und all ihre Vorgängerinnen in einer langen Reihe hinter ihr stehen und sich vor den heiligen verneigen. Und als sie aufsah, flackerte die kleine Flamme munter auf.“

[Seite 409, Kapitel 31]

Fazit: „Die letzte Äbtissin: Ihr bewegtes Leben in Säckingen“ ist ein sehr stimmungsvoller historischer Roman, der mich mit den authentischen Charakteren und den akribisch recherchierten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründen überzeugt hat. Eine interessante Zeitreise in ein spannendes Jahrhundert und ein bewegtes Leben, welches von Umbrüchen gezeichnet war. Sehr lesenswert und absolut empfehlenswert.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Tief unter der Alb“

von Linda Graze

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2024
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN:  978-3839206478
Seitenanzahl: 380 Seiten
Preise: 15,00€ (Taschenbuch), 11,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/1649-linda-graze.html

Klappentext:
„Drama unter der Alb: Ein Auftrag führt die junge Fotografin Laura Morgenstern in die Höhlenwelt der Schwäbischen Alb. Euphorisch macht sie sich mit dem Wissenschaftler Lasse Keyes für ein Fotoprojekt auf in ein unbekanntes System. Doch ihr Begleiter hat andere Pläne. Als er sie in dem unterirdischen Labyrinth zurücklässt, gerät sie an ihre Grenzen. Und darüber hinaus, denn die Dunkelheit lebt. Und sie singt …“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin auf der Buchmesse in Hinterzarten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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„Laura wusste nicht, ob es mitten in der Nacht oder bereits früh am Morgen war. Ihre Umgebung kam ihr düsterer vor als sonst. Stockdunkel. Mit offenen Augen war es so finster wie mit geschlossenen Lidern. Schmerzlich wurde ihr bewusst, dass sie nie wieder einen Stern sehen würde, keinen Mond, der seine Bahnen gemächlich über den Horizont zog, kein Sonnenstrahl würde mehr ihre Nasenspitze kitzeln!“

[Seite 190]

Die junge Fotografin Laura Morgenstern kann es kaum fassen, als sie einen Auftrag erhält, der sie einige Monate finanziell absichert – ihr jedoch gleichzeitig alles abverlangt und sie an ihre persönlichen Grenzen bringt: Der Wissenschaftler Lasse Keyes führt sie in ein unterirdisches Höhlensystem der Schwäbischen Alb, euphorisch beginnt Laura mit der fotografischen Dokumentation.
Doch ihr Auftragsgeber wird immer seltsamer und undurchsichtiger. Eines Nachts verschwindet Lasse spurlos und Laura ist alleine. Alleine in einem unübersichtlichen und dunklen Höhlensystem.

Das Cover des Buches ist sehr dunkel gehalten – jedoch außerordentlich atmosphärisch und hat direkt meine Blicke auf sich gelenkt. Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich mir nicht so sicher, ob ich dieses Buch wirklich lesen wollte, da ich klaustrophobisch veranlagt bin und zudem eine wahnsinnige Angst vor Höhlen habe – auch wenn ich diese gleichzeitig faszinierend finde.
Das Buch befindet sich also ganz weit entfernt von meiner Lese-Komfort-Zone und unter ’normalen‘ Umständen wäre ich auch nicht auf dieses Buch aufmerksam geworden. Allerdings traf ich auf der Buchmesse „Blätterrauschen“ in Hinterzarten die Autorin Linda Graze an ihrem Stand, wir kamen ins Gespräch und sie gab mir ein Exemplar von „Tief unter der Alb“ als Rezensionsexemplar mit. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür – und für die tollen und interessanten Gespräche.
Und eines sei an dieser Stelle schonmal verraten: Ich bin sehr froh, dass ich dieses spannende und packende Buch gelesen habe: Ab der ersten Seite wurde ich von der Handlung mitgerissen, las bis zu 100 Seiten am Stück weg und konnte erst nach der letzten Seite wieder aufatmen. Ja, mitunter stockte mir der Atem, teilweise wurde mir, bei der schieren Vorstellung tief unter der Erde in einem Höhlensystem eingeschlossen zu sein, ganz anders. Schnell, zu schnell waren die insgesamt 380 Seiten gelesen.
Mit ihrem sehr bildhaften und sehr direkten Sprachstil baut Lisa Graze direkt eine dichte und ergreifende Atmosphäre auf und zieht den Leser/ die Leserin schnell mit in die Geschichte. Besonders gelungen fand ich die schnell aufeinanderfolgenden Szenenwechsel, sowie die Zeit- und die Ortsangaben darüber. Auch wenn das Buch größtenteils in einem unübersichtlichen Höhlensystem spielt, sorgen diese Angaben für eine gute Orientierung in der Geschichte.
Die hochinteressanten Charaktere, welche sich im Laufe der Handlung authentisch weiterentwickeln, konnten mich begeistern. Alle Haupt- und Nebenfiguren hat Linda Graze mit vielen Details ausgestattet, was zu ihrer großen Authentizität führt. Sie alle besitzen ihre Ecken und Kanten und vieles aus ihren Lebensgeschichten offenbart sich erst im Laufe der Handlung. Dies sorgt zusätzlich für einen guten Lesefluss, da man als Leser/ Leserin einfach wissen muss, wie und warum es so gekommen ist und wie es mit ihnen im weiteren Handlungsverlauf weitergeht.
Laura Morgenstern ist eine der Hauptfiguren des Buches: Sie hat in frühster Kindheit ihre Mutter verloren, ihr Vater konnte aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit nur bedingt für sie da sein. Den Verlust ihrer Mutter hat sie nie überwunden und auch ihren Platz im Leben hat Laura noch nicht wirklich gefunden. Auch wenn eine innere Stimme sie warnt, folgt sie dem undurchsichtigen Lasse in das Höhlensystem und wächst dort das ein oder andere Mal auch über sich hinaus. Sie ist sehr direkt und ehrlich. Als sie schließlich auf sich alleine gestellt ist, versucht sie erstmal ruhig zu bleiben und einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden. Ich konnte mich sehr gut in Lauras Gefühls- und Gedankenwelt hineinversetzen, litt mit ihr mit und mochte ihr offenes Wesen sehr.
Lasse, Lauras Auftragsgeber, ist ein sehr undurchsichtiger Charakter: Schnell wird klar, dass er etwas verbirgt und ein falsches Spiel mit Laura spielt.
Neben diesen beiden Hauptfiguren spielen noch eine Menge anderer Figuren mit, auf die ich an dieser Stelle jedoch nicht detailliert eingehen möchte, da ich sonst zu viel von der Handlung und Spannung vorwegnehme.

„Als sie erwachte, fühlte sie sich mies. Von allem verlassen. Nicht von Lasse, der war verblasst, nichts weiter als eine abgelegte Karte in einem Memoryspiel. Es waren die liebgewonnen Gewohnheiten, die ihr fehlten. Dinge, die so selbstverständlich waren, dass man nicht darüber nachdachte. (…)
Auch sie war glücklich gewesen. Unbeschwert. All dies war weggewischt, wie mit einem Schwamm von der Tafel entfernt – von einer Minute auf die andere.

[Seiten 272/ 273]

In ihrem ausführlichen Nachwort „Viele Dankeschöns und eine Bitte“ stellt Linda Graze klar, dass alle Figuren, Lokalitäten und Handlungsablauf ein Produkt ihrer Fantasie sind. Schon während des Lesens, vor allem dann aber mit dem Nachwort, wird klar, wie gründlich und viel die Autorin zum Thema Höhlen, aber auch zu den Themenkomplexen wie zum Beispiel Lauras Wahnvorstellungen, recherchiert hat.
Diese gründlichen Recherchen und das Auseinandersetzen mit den verschiedenen Thematiken merkt man diesem gelungenen und spannenden Thriller an – denn dieser wird mit Sicherheit noch lange nachklingen.

Fazit: Von der ersten Seite an hat mich der Thriller „Tief unter der Alb“ von Linda Graze begeistert und nicht mehr losgelassen. Ja, ich musste teilweise sehr schlucken, denn schon bei der bloßen Vorstellung unter der Erde eingesperrt zu sein, verspüre ich eine Gänsehaut am gesamten Körper und ein großes Unwohlsein.
Ein spannender und sehr gut recherchierter Thriller mit interessanten und vielschichtigen Charakteren, welcher den Leser/ die Leserin ab der ersten Seite mitreißt und nach der letzten Seite mit vielen Eindrücken zurücklässt. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein

„TABUN – Tod aus der Ostsee“

von Michael Paul

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 04. Mai 2019
Verlag: Bunte Hunde
Ausgaben: Taschenbuch, eBook, Hörbuch und Audio CD
ISBN:  978-3947081035
Seitenanzahl: 324 Seiten
Preise: 12,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)
Reihe: „Katharina König“, Band 01 von 01

Homepage:
https://www.michael-paul.eu/bücher/

Klappentext:
„Seinerzeit hat Hitlers tödliches Giftgas Tabun niemanden umgebracht. Doch seit dem Krieg tötet es jedes Jahr ahnungslose Touristen an den deutschen Küsten!
Auf den Gleisen des Rasenden Roland verbrennt ein junger Familienvater. Die blinde ehemalige Oberstaatsanwältin Katharina König ahnt, dass es kein normaler Unfall war, wie es die Behörden auf Rügen glauben machen wollen. Alle schweigen und bald geraten sie und ihr junger Assistent Elias selbst in Lebensgefahr.
Als ein hochintelligenter Rechtsradikaler auftaucht, wird klar, dass es um viel mehr geht. Wie soll eine Blinde gemeinsam mit einem charmanten, erfolglosen Jazzmusiker den teuflischen Plan eines Terroristen verhindern, der die Welt aus den Angeln heben will? 
Michael Pauls fesselnder Öko-Politthriller TABUN fasst ein heißes Eisen an! Hochspannung ist bis zur letzten Seite garantiert! Nach „Wimmerholz“ und „Das Haus der Bücher“ ist es der erste Fall von  Katharina König.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor auf der Buchmesse in Hinterzarten als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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Das Buch „TABUN – Tod aus der Ostsee“ von Michael Paul ist ein Politthriller und beschäftigt sich mit den Überresten und der Entsorgung der Kampfmittel des Zweiten Weltkriegs in die Ostsee und deren furchtbaren Nachwirkungen und Bedrohungen in der heutigen Zeit.

„»Das Tabun – und Sie wissen, dass das nur einer von vielen tödlichen Stoffen dort unten am Meeresboden ist – kann heftigen Schaden anrichten. Es ist doch naiv und gleichzeitig skandalös, darauf zu hoffen, dass es sich im Wasser auflöst und dann kein Problem mehr darstellt. Nach dem Motto: Was in den letzten mehr als sechzig Jahren nicht passiert ist, wird auch in Zukunft nicht geschehen? (…)«“

[Seite 152]

Als der Jazzmusiker Elias in New York mitten in der Nacht von seiner Tante aus Deutschland angerufen wird, lässt er alles stehen und liegen und fliegt zu ihr. Noch am Flughafen übergibt diese ihm Dokumente, welche ihn auf die Insel Rügen führen. Dort ist unter mysteriösen Umständen ein junger Familienvater ums Leben gekommen und Elias soll sich mit diesen Umständen etwas näher befassen. Als er auf Rügen die blinde ehemalige Oberstaatsanwältin Katharina König trifft, sind sich die Beiden sicher, dass es kein gewöhnlicher Unfall war und die Behörden etwas verschweigen.
Katharina und Elias beginnen mit ihren Nachforschungen, welche sie ins Visier eines hochintelligenten und schwerreichen Rechtsradikalen bringt und dem ein Menschenleben nichts bedeutet – auch das von Elias und Katharina nicht. Denn es geht um viel mehr und um etwas sehr großes.

Michael Pauls historische Romane „Wimmerholz“, „Das Haus der Bücher“, „Versteckt im Schwarzwald“ und „Die Trostbriefschreiberin“ haben mich sehr berührt, da diese Romane unvergessliche Geschichten gegen das Vergessen sind.
Mit seinem Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ beschreitet Michael Paul ein neues Genre. Auch wenn das Genre Thriller nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört, wollte ich dieses Buch dann doch lesen, da es in diesem Thriller auch historische Elemente und Tatsachen verarbeitet sind.
Freundlicherweise bekam ich vom Autor ein Exemplar als kostenloses Rezensionsexemplar, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Schon der Prologs des Buches riss mich förmlich in die Handlung hinein, aus der es ab der ersten Seite kein Entrinnen mehr gibt. Eigentlich wollte ich nur ein wenig reinlesen – und blieb einfach hängen. Kontinuierlich spitzt sich die Handlung auf ein Ereignis zu und Michael Pauls rasanter und bildhafter Sprachstil sorgen für ein enormes Lesetempo und eine außerordentliche und gleichzeitig bedrückende Atmosphäre, da viele der beschriebenen Dinge und Begebenheiten auf Tatsachen beruhen. Nur ungern legte ich das Buch zur Seite, hielt, vor allem gegen Ende, vor Spannung stellenweise die Luft an und rauschte durch die insgesamt 324 Seiten.

»Ja, ihre Tante hat sich wohl etwas dabei gedacht, als sie mich gefragt hat. Es tut mir gut, wieder eine Aufgabe zu haben, vor allem aber, dass sie mir das zutraut. Auch wenn ich nichts mehr sehen kann, kann ich immer noch recherchieren und Schlüsse ziehen. Mein Verstand ist immer noch hellwach. Ich konnte es noch nie akzeptieren, wenn die Reichen und Mächtigen dieser Welt ihr Spielchen treiben und dabei auf nichts und niemanden Rücksicht nehme. Deshalb habe ich mich damals für das Jurastudium entschieden. (…)«“

[Seite 62]

Neben der spannenden Handlung konnten mich auch die interessanten Haupt- und Nebenfiguren in diesem rasanten Politthriller überzeugen. Sie alle haben ihre eigene Vergangenheit, ihre Geschichten und Erlebnisse, die sie zu den Menschen gemacht haben, welche sie sind.
Elias ist, neben Katharina König, einer der Protagonisten. Er ist in seinem Leben noch nicht so wirklich angekommen, nach einem abgebrochenen Studium schlägt er sich als Jazzmusiker in New York durch. Gerade als der große Durchbruch winkt, wird er von seiner Tante nach Deutschland beordert. Ich mochte Elias ehrliche Art, vor allem aber, dass er in einigen Situationen über sich hinauswächst und sich auch trotzdem seiner Schwächen bewusst ist.
Auch die Art, wie die beiden Hauptfiguren aufeinandertreffen und nicht wissen, wie sie auf den jeweils anderen reagieren sollen und wie sie dann zu einem Team zusammenwachsen schildert Michael Paul sehr authentisch und einfühlsam.
Katharina, eine ehemalige und berühmte Staatsanwältin, hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Nach ihrer Erblindung ist in ihrem Leben nichts mehr so, wie es einmal war – ihr Berufsleben aber auch ihr Privatleben liegen in Scherben. Sie muss sich nun in einem völlig anderen Leben zurechtfinden, was ihr an einigen Tagen gut gelingt, an anderen Tagen nicht. Denn: Katharina kennt zwar viele (einflussreiche) Menschen, doch sie ist am Ende des Tages doch sehr einsam und seht sich nach einer tiefen Freundschaft und Verbundenheit. Katharinas vielschichtiger und interessanter Charakter zeigt sich im Laufe der Handlung, immer wieder zeigen sich dem Leser/ der Leserin neue Facetten.
Neben diesen beiden Hauptfiguren spielen noch einige weitere Figuren große und auch kleine Rollen. Michael Paul stattet diese mit vielen Details aus, was zu ihrer großen Authentizität führt. Außerdem besitzen sie alle ihre Ecken und Kanten und vieles aus ihren Lebensgeschichten offenbart sich erst im Laufe der Handlung. Dies sorgt zusätzlich für einen guten Lesefluss, da man als Leser/ Leserin einfach wissen muss, wie und warum es so gekommen ist und wie es mit ihnen im weiteren Handlungsverlauf weitergeht.

„»Es ist immer das Gleiche! Beifang! Tödlicher Beifang, Giftgasmunition! (…) Der ganze Meeresboden ist voll von dem Dreck! Und wir baden es aus! Wissen Sie, wie viele Millionen Granaten die Briten und Russen damals hier ins Meer gekippt haben`? Das kommt alles wieder hoch!« (…)
»Das hat damals keinen interessiert. Aber seit Jahren kommt der ganze Mist langsam wieder hoch: Senfgas, Sarin, Lost, Phosphor und noch viel mehr. Jedes Jahr gibt es Tote und Schwerverletzte. Nicht nur die Fischer auf den Schiffen, sondern auch die Touristen an den Stränden. Und keiner will es wissen, geschweige denn, dass laut darüber geredet werden darf.(…)«“

[Seiten 105/106]

Das große Thema des Buches „TABUN – Tod aus der Ostsee“ ist die Versenkung von Munition und chemischer Kampfstoffe in die Nord- und Ostsee nach Ende des Zweiten Weltkriegs.
In der deutschen Nord- und Ostsee lagern Altlasten von ca. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, die im Zweiten Weltkrieg durch Militäroperationen oder danach durch Verklappung versenkt wurden. Heute bedrohen alte Minen, Bomben und Torpedos das Meer und seine Anwohner: Denn bis zu 3000 Kilogramm Munition im Jahr gehen einem Fischer ins Netz.
Doch nicht nur die alten Minen, Bomben und Torpedos bedrohen die Nord- und Ostsee: Neben diesen konventionellen Munitionen wurden auch große Menge des Nervengiftes Tabun, entgegen ursprünglicher Informationen der USA, in der Ostsee versenkt. Hier ist die Rede davon, dass in der nördlichen Ostsee rund eine halbe Million Tabun-Bomben verklappt wurden.
Tabun ist ein Nervenkampfstoff, der 1936 vom deutschen Chemiker Gerhard Schrader entdeckt wurde. Ab 1942 wurde es industriell gefertigt und im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht in Bomben und Granaten verfüllt, jedoch nicht eingesetzt.
Im Körper blockiert Tabun die Acetylcholinesterase. Diese ist Bestandteil der Kommunikationsvorgänge im Nervensystem. Daher kommt es, je nach Stärke der Vergiftung, zu Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und Durchfällen, Augenschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Zucken der Muskulatur, unkontrollierter Harn- und Stuhlabgang, Atemnot, Appetitlosigkeit, Angstzustände, Spannungen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Der Tod tritt schlussendlich durch Atemlähmung ein.
Michael Paul beschreibt diese historischen Hintergründe und auch den Status Quo sehr intensiv – hier merkt man, wie sehr sich der Autor in das Thema hineingearbeitet hat und auch, wie wichtig ihm die Aufarbeitung des schwierigen Themas ist. Er legt den Finger in eine offene Wunde und stellt damit das Thema ‚Urlaub an der Ost- oder Nordsee‘ in Frage.
Auf der Rückseite des Buches steht folgende Warnung:

„Warnung! Nach diesem brillant recherchierten Thriller ist ein unbedarfter Urlaub an der Ost- und Nordsee kaum noch möglich.“


Nach Beendigung des Buches kann ich diese Warnung nur unterschreiben. Denn nach dieser Lektüre macht man sich unweigerlich so seine Gedanken, ob ein Urlaub dort wirklich so anstrebsam ist.

Fazit: Der Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ ist ein spannender und vor allem aufrüttelnder und eindringlicher Thriller, welcher mit interessanten und vielfältigen Figuren besticht. Ab der ersten Seite reißt die Handlung den Leser/ die Leserin mit und lässt diese auch nach der letzten Seite nicht mehr los und mit vielen Eindrücken und Gedanken zurück. Absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein

„Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“

von Silke Elzner

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. April 2024
Verlag: Selbstverlag
Ausgaben: Taschenbuch, Hardcover und eBook
ISBN:  978-3758492693 (Taschenbuch), 978-3758493157 (Hardcover)
Seitenanzahl: 520 Seiten (Taschenbuch), 492 Seiten (Hardcover)
Preise: 19,95€ (Taschenbuch), 33,95€ (Hardcover), 04,99€ (eBook)

Homepage:
www.silkeelzner.de

Klappentext:
„Anno 1428: Auf dem Augsburger Faschingsturnier lernt Prinz Albrecht III. die lebensfrohe Agnes Bernauer kennen. Verzaubert von ihrer außergewöhnlichen Schönheit nimmt er die Baderstochter mit nach München.
Albrechts Vater ist die nicht standesgemäße Liebschaft seines Sohnes ein Dorn im Auge, denn Albrecht weigert sich, eine adlige Braut zu nehmen. Die Zukunft des Herzogtums ist in Gefahr.
Als sich die Konflikte zwischen Vater und Sohn zuspitzen und Albrecht seine Agnes heimlich heiratet, nimmt das Schicksal seinen Lauf.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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Das Buch „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ von Silke Elzner ist ein historischer Roman, welcher im 15. Jahrhundert spielt und auf wahren Begebenheiten basiert.

„»Euer Sohn und ich gehören zusammen. Es ist gleich, wer ich bin oder woher ich komme. Er weiß das, und ich weiß das.«“

[Kapitel 6]

Augsburg im Februar des Jahres 1428: Während eines Turniers lernt Prinz Albrecht III. die schöne Baderstochter Agnes kennen. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und obwohl Agnes nicht standesgemäß ist, nimmt Albrecht sie mit nach München. Albrechts Vater ist von der Wahl seines Sohnes empört, da es für die Zukunft des Herzogtum eine standesgemäße Ehe braucht und vor allem einen legitimen Erben.
Doch Albrecht und Agnes geben sich und ihre Liebe nicht auf – auch wenn Agnes Ausgrenzungen und Anfeindungen aus vielen unterschiedlichen Richtungen ausgesetzt ist. Nach der heimlichen Hochzeit spitzt sich der Konflikt zwischen Vater und Sohn dramatisch zu – und das Leben von Agnes schwebt in großer Gefahr.

Mit ihren bisherigen drei historischen Romanen „Die letzte Fehde an der Havel“, „Der Verrat der Kaufmannswitwe“ und „Der Schwur der Gräfin“ hat mich Silke Elzner sehr begeistert und mich auf unvergessliche Zeitreisen mitgenommen. Damit gehört sie mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und ich freue mich auf jede Neuerscheinung aus ihrer Feder.
Auch ihr neuer Roman „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ weckte schnell mein Interesse, da ich die tragische Geschichte der Agnes Bernauer einmal im Geschichtsunterricht im Nebensatz hörte und gerne mehr über sie und ihr Leben erfahren wollte.
Freundlicherweise bekam ich dieses Buch von der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

Ich mag die stimmigen und wunderschönen Cover von Silke Elzners Büchern sehr gerne – das Cover zu „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ gefällt mir jedoch bisher am besten. Es ist in blau-lila Tönen gehalten und besticht vor allem durch das verspielte Ranken- und Rosenmuster im Hintergrund und an den Seiten. Eine große Träne in der Mitte, in welcher das Rosenmotiv noch einmal aufgenommen wurde, bildet den Eyecatcher des Covers.


Nach dem Inhaltverzeichnis und einem Zitat von Walther von der Vogelweide beginnt der Prolog des Buches, welcher in Straubing im Oktober 1435 spielt. Mit dem ersten Kapitel befinden wir uns siebeneinhalb Jahre vor den Geschehnissen des Prologs. Dem 42. und letzten Kapitel schließt sich ein Epilog an, der im Januar 1437 spielt. Somit umfasst die gesamte Handlung des Romans etwa zehn Jahre. Dem Epilog schließen sich ein ausführliches Nachwort und ein Überblick über die historischen Figuren an.
Die Geschehnisse der Geschichte laufen also unweigerlich auf die Vorausdeutung des Prologes hinaus, womit das Ende das Geschichte bereits sehr früh feststeht. Trotzdem, oder gerade deshalb, konnte mich diese emotionale, spannende und mitreißende Geschichte schnell begeistern.
Silke Elzner erzählt – wie in ihren bisher erschienenen Büchern – bildgewaltig, fesselnd und mit großer Leidenschaft. Sie zeichnet wieder einmal ein starkes und unverzerrtes Bild der damaligen Zeit und schafft in ihrem Buch zudem eine sehr dichte Atmosphäre, in welcher ich völlig abtauchen konnte.

„»Die beiden lieben sich. Was ist denn schon dabei? Ich für meinen Teil finde es furchtbar romantisch. Schau sie dir an! Siehst du nicht den Glanz in ihren Augen, wenn sie sich unbeobachtet glauben und Blicke tauschen? Hörst du nicht, wie sie die Gedanken des anderen ergänzen? Spürst du nicht, wie ein Herz für das andere schlägt? Sei aufrichtig zu dir selbst […] und sage mir: Gibt es ein Paar auf der Welt, das mehr füreinander geschaffen wäre?«“

[Kapitel 24]

Ein Blick in den Überblick der historischen Figuren am Ende des Buches zeigt, dass viele der vorkommenden Figuren historisch sind, was zu einer großen Authentizität des Romans führt.
Vieles ist von der Hauptfigur Agnes Bernauer nicht überliefert, weshalb Silke Elzner hier in vielen Bereichen Historie und Fiktion gekonnt miteinander verbindet. Sie schafft mit Agnes Bernauer eine sehr interessante Frau, welche ich sehr schnell in mein Herz geschlossen habe und zu der ich schnell eine Beziehung aufbauen konnte. Sie ist eine junge Frau, welche mitten im Leben steht, ihr Herz am rechten Fleck hat und sich einfach nur in einen Mann verliebt. Es ist jedoch eine Liebe, welche in der starren Gesellschaft des Mittelalters nicht sein darf. Von Anfang an spürte und fühlte ich das Knistern zwischen den Beiden, zu keiner Zeit wirkt das Miteinander der Beiden gekünstelt oder aufgesetzt.
Während Agnes als Baderstochter zu den Randgruppen der Gesellschaft gehört, ist Prinz Albrecht ein Mitglied des Adels – dem zweiten Stand der Gesellschaft. Auch wenn die Beiden völlig verschiedene Leben führen, haben sie doch auch Gemeinsamkeiten: Beide dürfen nicht selbst über ihre Zukunft entscheiden, welche für beide klar vorgezeichnet ist: Die zukünftigen Ehepartner werden von der Familie nach strategischen Gründen ausgesucht und dass sich die Beiden ineinander verlieben könnten, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Bei Albrecht dauerte es etwas länger, bis ich ich einen Draht zu ihm gefunden hatte. Auch er steht mitten im Leben, weigert sich aber, den für ihn vorausbestimmten Weg zu gehen. Damit gerät er immer wieder heftig mit seinem (nicht sonderlich sympathischen) Vater aneinander, welcher, zusammen mit seinem Bruder, die Zukunft und das Ansehen seines Herrschergeschlechts gesichert haben will.
Am herzoglichen Hof ist Albrechts Mutter eine der Sympathieträgerinnen. Sie ist eine Frau, mit der sich auch Kompromisse finden lassen – ich habe sie sehr gerne gehabt.
Neben seiner Mutter findet Albrecht auch Halt in seinem besten und sympathischen Freund Jan. Auch wenn es zwischen den Beiden ab und an zum Streit kommt, sind die Beiden immer füreinander da, unterstützen und helfen sich gegenseitig.
Neben diesen Hauptfiguren spielen in „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ noch eine Vielzahl an unterschiedlichen Figuren kleine und größere Rollen. Vielen von ihnen sind historisch, andere fiktiv, doch sie alle werden von Silke Elzner gekonnt zum Leben erweckt, in diese stimmige Geschichte und deren Hintergründe eingebettet und mit- und untereinander verbunden. Während ich einige der Figuren sehr gerne mochte, stießen mich andere in ihrem Verhalten und ihren Denkweisen sehr ab. Vor allem waren für mich die Konflikte, aber auch die starken Anziehungen und Verbindungen zwischen den Figuren sehr fühlbar.
Es ist wieder einmal eine Geschichte, welche ich mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde – allen voran natürlich die tragische Geschichte der Agnes Bernauer.

„Zu wissen, dass ihr, der Baderstochter, eine so gewöhnliche Zukunft mit Albrecht auf ewig verwehrt war, grub ein tiefes Loch in ihre Magengegend. Sie musste lernen, sich damit abzufinden, dass sie niemals gemeinsam würden leben können. Schlimmer noch, eines Tages würde sie nur eine Zweitfrau sein, eine heimliche Geliebte neben der hochadligen Gattin, die … Es fiel ihr schwer, diesen schmerzhaften Gedanken zu Ende zu denken, also tat sie das, was sie in solchen Fällen immer tat: Sie schob ihn schnell beiseite.“

[Kapitel 16]

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund bildet das 15. Jahrhundert.
Im 14. und 15. Jahrhundert wurden Oberbayern und Niederbayern wiederholt geteilt. Nach der Teilung von 1392 existierten vier Herzogtümer, deren Herzöge nicht selten gegeneinander Kriege führten: 
– Bayern-Straubing
– Bayern-Landshut
– Bayern-Ingolstadt 
– Bayern-München
Das Herzogtum Straubing wurde, nach Aussterben der dortigen Linie, unter den bestehenden Teilherzogtümern aufgeteilt wurde. Im Norden schließt sich die Oberpfalz an: Diese war ebenfalls durch die Verschwägerung mit den Münchener Wittelsbachern verbandelt.
Wenn ihr noch mehr über diese historischen Hintergründe und auch über die Spurensuche von Agnes Bernauer erfahren möchtet, empfehle ich euch die Homepage von Silke Elzner: https://silkeelzner.de/agnes-bernauer-in-bayern-eine-spurensuche/.
Im Mittelalter gab es viele Randgruppen der Gesellschaft. Das waren Menschen, die aus verschiedenen Gründen von anderen Menschen gemieden wurden und die sich nur in bestimmten Wohngegenden niederlassen durften. Zu diesen so genannten Randgruppen konnten bestimmte Berufe gehören wie Wundärzte, Bader, Schinder, Hundeschläger, Latrinenreiniger oder auch Gassenfeger. Auch Henker und Prostituierte, Gaukler und Schauspieler zählten dazu. Wer mit Schmutz und Blut zu tun hatte wurde als „ehrlos“ bezeichnet, was bedeutet, dass kein anständiger Mensch Umgang mit ihm haben durfte: Man ging einem solchen Menschen aus dem Weg und sprach nicht mit ihm, um die eigene Ehre nicht zu beschmutzen.
Über die Kindheit und Jugend von Agnes Bernauer ist nichts bekannt. Sie gilt traditionell als Tochter des Augsburger Baders Kaspar Bernauer, dessen Existenz jedoch bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Da der bayerische Herzogssohn Albrecht III. im Februar 1428 in Augsburg an einem Turnier teilnahm, wird oft angenommen, dass er Agnes bei dieser Gelegenheit kennenlernte und kurz darauf zu sich nach München holte. Es ist allerdings nicht gesichert, wie und wo sich Albrecht und Agnes in Augsburg kennenlernten. Mal geschieht dies in einer Baderstube, mal im Geschlechterhaus, mal verarztet sie ihn nach einem Sturz beim Turnier. Der Roman von Silke Elzner knüpft teilweise an diese Legenden an, erzählt aber eine andere und neue Version der Geschehnisse – und zwar so, dass ich das Buch mit dem Gedanken beendet habe: „Ja, genau so könnte es gewesen sein!“
Silke Elzner hat die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe wieder einmal akribisch recherchiert verbindet diese wunderbar mit den Figuren, aber eben auch mit Fiktion. Dadurch entsteht ein sehr rundes und vor allem eindringliches Leseerlebnis, welches ich mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werde.

Fazit: Der historische Roman „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ von Silke Elzner erzählt eine Geschichte, welche mich ab der ersten Seite mitgenommen – nein mitgerissen hat. Silke Elzner führt uns in längst vergangene Zeiten und holt mit Agnes Bernauer eine historische und tragische Figur ans Licht, welche vielen noch unbekannt sein dürfte – noch! Ganz große Leseempfehlung.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Zeit der Hoffnung“

von Bettina Pecha

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. Februar 2024
Verlag: Tinte&Feder
Ausgaben: Taschenbuch und eBook
ISBN:  978-3757883928
Seitenanzahl: 368 Seiten
Preise: 14,99€ (Taschenbuch), 03,99€ (eBook)
Reihe: „Die Wirtschaftswundersaga/ Band 02

Homepage:
https://www.bettinapecha.de/Die-Zeit-der-Hoffnung/

Klappentext:
„Stuttgart, 1957: Endlich dürfen Katharina und Moritz sich das Jawort geben. Die Geburt ihres Kindes macht ihr Glück vollkommen, obwohl dies für Katharina den Abschied von ihrem geliebten Beruf bedeutet. Das Schicksal führt die kleine Familie nach Berlin, eine schillernde Metropole, aber gleichzeitig das Herz des Kalten Krieges, eine geteilte Stadt und Spielball politischer Intrigen der Supermächte.
Zwei Frauen werden in dieser bewegten Zeit zu Katharinas Freundinnen: Lisa, die sich gegen die gnadenlose Moral der Wirtschaftswunder-Ära behaupten muss, und Marion, deren Liebe zu Claus durch die heraufziehenden Schatten des Berliner Mauerbaus bedroht ist. Währenddessen gibt Katharina ihren Traum nach einer beruflichen Zukunft nicht auf – entgegen aller Widerstände. Finden die drei Frauen ihr Glück oder zerbrechen ihre Träume an der harten Realität?“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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„Nein, sondern weil du eine starke Persönlichkeit hast und weißt, was du willst. Und auch mal was Neues wagst.“

[Kapitel 09]

Das Buch „Die Zeit der Hoffnung“ von Bettina Pecha ist der zweite Band der Wirtschaftswundersaga und spielt in Stuttgart und Berlin in den 1950er und 1960er Jahren.
Ich konnte und wollte dieses Buch nur noch ungern aus den Händen legen, da mich die Handlung und die Schicksale der Hauptfiguren tief berührten und nicht mehr losgelassen haben. Innerhalb von zwei Tagen waren die etwa 370 Seiten gelesen.
Vor etwa zwei Jahren habe ich den ersten Band „Die Straße des Glücks“ gelesen und ich hatte etwas Bedenken, ob ich mich wieder in der Handlung zurechtfinde und auch zu den Figuren wieder eine Beziehung aufbauen kann. Diese Bedenken waren ab der ersten Seite wie weggewischt, denn ich hatte das Gefühl, sofort wieder in der Geschichte angekommen zu sein. Auch die Hintergründe der bereits bekannten Figuren waren sofort wieder da und die der neuen Figuren nahmen mich direkt mit. Im Prinzip kann man diese Fortsetzung auch lesen, ohne den ersten Band zu kennen. Ich empfehle jedoch (wie immer bei Buchreihen), mit dem ersten Band zu starten, da man die Entwicklungen und die Entscheidungen der Figuren besser verstehen und nachvollziehen kann.
Die geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen des Buches sind sehr zahlreich, zauberten mir mal ein Lächeln auf die Lippen, ganz oft musste ich vor Bestürzung und Wut auch sehr an mich halten. Wie die Gesellschaft der jungen BRD mit alleinerziehenden Frauen in den Zeiten des Wirtschaftswunders umgegangen wurde, raubte mir mitunter den Atem. Aber auch die geschichtlichen Hintergründe, hier ist an erster Stelle der Mauerbau in Berlin zu nennen, schildert Bettina Pecha so greif-, vor allem aber spürbar, dass mir stellenweise die Tränen kamen.
Dazu der flüssige und gleichzeitig so intensive Sprachstil der Autorin, welcher für ein großes und unvergessliches Kopfkino sorgt.

„Eine heile, unbeschwerte Welt im Vergleich zu der verzweifelten Stadt Berlin, über die das Unglück nun endgültig hereingebrochen war.“

[Kapitel 14]

Fazit: Das Buch „Die Zeit der Hoffnung“ von Bettina Pecha ist ein sehr kraftvolles und stimmiges Buch, welches ich in wenigen Tagen gelesen habe und mich durch die authentisch dargestellten gesellschaftlichen und historischen Hintergründe und die vielfältigen Charaktere überzeugt hat. Sehr lesenswert!

„Der Pakt der Frauen“

von Julia Kröhn

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 20. März 2024
Verlag: Heyne
Ausgaben: Hardcover und eBook
ISBN:  978-3-453-27421-1
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 22,00€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/Buch/Der-Pakt-der-Frauen/Julia-Kroehn/Heyne/e614389.rhd

Klappentext:
„Wien 1976. Die junge Dozentin Katharina Adler sorgt bei den männlichen Kollegen regelmäßig für Schnappatmung. Selbstbewusst trägt sie knalligen Lippenstift und verbotenerweise im Hörsaal Hosen. Außerdem hat sie sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Geschichtswissenschaft zu revolutionieren. Dafür widmet sie sich Büchern, die von Frauen geschrieben wurden, speziell Kochbüchern. Als ihr dabei eine Rezeptsammlung aus der Feder ihrer Mutter Jule unterkommt, erkennt Katharina, dass sie erst die Geheimnisse ihrer eigenen Familie aufdecken muss, bevor sie die Welt verändern kann. Gemeinsam reisen sie und Jule nach Schlesien, an Katharinas Geburtsort. Dort lernt sie, dass es nichts Stärkeres gibt als Frauen, die zusammenhalten.“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe vom Verlag/ von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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„»Wir Frauen müssen doch zusammenhalten.«“

[Seite 315]

In diesem aufwühlenden Roman „Der Pakt der Frauen“ verarbeitet Julia Kröhn Teile ihrer eigenen Familienbiografie, mischt dieser aber auch Fiktion bei. Dadurch, dass sich die Handlung auf zwei Zeitebenen aufteilt, baut sich ein immenser Sog auf, der mich mit in diese Geschichte hineingerissen hat und nicht mehr losgelassen hat, bis die letzte Seite gelesen war.
Der erste Erzählstrang spielt in Wien in den 1970er Jahren, hier kämpft die selbstbewusste Historikerin Katharina in der von Männern dominierten Universität. Sie möchte die Geschichtswissenschaft revolutionieren, indem sie sich Büchern widmet, die von Frauen geschrieben wurden – speziell Kochbücher. Als sie dann auf ein Kochbuch trifft, welches ihre Mutter Jule verfasst hat, öffnet sie die Tür zu ihrer eigenen Familiengeschichte – und trifft auf eine Mauer des Schweigens.
Der zweite Erzählstrang spielt größtenteils 1944/1945. Hier lernen wir die junge Jule kennen, welche mit ihrem Mann nach Hirschberg (Schlesien) zieht. Jule sieht menschliche Abgründe und kann eines nicht: Wegsehen.
Gekonnt werden diese beiden Erzählstränge verwoben und somit Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden.

Julia Kröhn gehört schon seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Sie schreibt unter verschiedenen Namen, doch jeder ihrer Romane überzeugt mich durch die Tiefe und die Stärke vielfältigen Figuren und den historischen Hintergründen, welche akribisch recherchiert sind und mich emotional immer sehr mitnehmen. Außerdem kann mich Julia Kröhns bildhafter, detaillierter und klarer Sprachstil immer wieder begeistern.

„Sie hatte erwartet, dass die Beschäftigung mit ihrer Familiengeschichte vielleicht Unbehagen erzeugen würde, Verwirrung, Befremden, Überraschung. Aber nicht diesen Schmerz.“

[Seite 157]

Ein Roman, welchen ich mit klopfenden Herzen und einer Gänsehaut am gesamten Körper beendet habe.

Fazit: „Der Pakt der Frauen“ von Julia Kröhn ist ein Buch, welches ich mit Sicherheit so schnell nicht wieder vergessen werde. Berührend, aufwühlend, emotional, sehr lehrreich und definitiv ein Highlight im Lesejahr 2024.
Ganz große Leseempfehlung!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“

von Sonja Roos

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: eBook: 01. März 2024, Paperback: 17. April 2024
Verlag: Goldmann
Ausgaben: Paperback, eBook
ISBN:  978-3442494132
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preise: 16€ (Paperback), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Auswanderer-Saga“, Band 01 von 03

Homepage:
https://www.sonjaroos.de
https://www.penguin.de/Autor/Sonja-Roos/p677123.rhd

Klappentext:
„Hamburg 1892: Während eine Choleraepidemie in der Stadt wütet, verlassen die junge Marga und ihre Cousine Rosie ihre Heimat für immer. Auf einem Auswandererschiff wagen sie die Fahrt nach Amerika in der Hoffnung auf ein Leben fern von Not und Armut. Während der langen Reise schließen die beiden Freundschaft mit zwei jungen Männern, Simon und Nando, die wie sie auf ein besseres Los in der Neuen Welt hoffen. Die vier beschließen, gemeinsam in New York das Glück zu suchen. Doch dann kommen Rosie und Simon einander näher. Ihre aufkeimende Liebe, aber auch dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit treiben einen Keil zwischen die Freunde, und die Gruppe droht schon bald nach der Ankunft zu zerbrechen …“

* Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung der Verlags-Homepage, kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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Das Buch „Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“ ist der Auftakt einer Trilogie und spielt zu Beginn der Handlung in Hamburg, im weiteren Verlauf hauptsächlich in New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

„Ein aufgeregtes Kribbeln hatte sie erfasst. Hier standen so viele unterschiedliche Menschen mit Träumen, mit Hoffnungen, mit einer Vergangenheit und einer Idee von der Zukunft.“

[Kapitel 8]

Hamburg 1892: Die Cholera wütet in der Stadt und fordert täglich mehr Opfer. Die junge Marga lebt zusammen mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Als sich für Marga die Gelegenheit zu einer Überfahrt zusammen mit ihrer Cousine Rosie nach New York bietet, zögert ihre Mutter nicht lange und schickt ihre Tochter in die Neue Welt und damit in ein neues Leben, fernab von Armut, Hunger und Krankheit.
Auf der Überfahrt lernen Marga und Rosie die beiden jungen Männer Simon und Nando kennen. Später verbindet sie zusätzlich ein großes Geheimnis. Die vier beschließen auch in New York zusammen zu bleiben und sich gemeinsam ein neues Leben aufzubauen. Doch als Simon seine Gefühle für Rosie nicht mehr länger leugnen kann und auch die Vergangenheit die vier einzuholen droht, steht die Gemeinschaft und die Zukunft der vier jungen Menschen auf der Kippe.

Dieses Buch ist mein erstes Buch, welches ich von der Autorin Sonja Roos gelesen habe. Und soviel schon mal vorweg: Es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein.
Im Februar 2024 fragte Sonja Roos an, ob ich den Auftakt ihrer Trilogie gerne lesen und rezensieren möchte. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, sagte ich ihr direkt zu. Ich mag Romane, die zur Zeit der großen Auswanderungswelle im ausgehenden 19. Jahrhunderts/ beginnenden 20. Jahrhundert spielen und ich liebe New York. Also sagte ich Sonja Roos zu und bekam das Buch dann Anfang März vom Goldmann Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.

Neben dem Klappentext hat mich auch das stimmungsvolle Cover angesprochen, welches perfekt zu der Geschichte passt:
Das Cover wird von braunen Farbtönen dominiert und zeigt in der oberen Hälfte eine blondhaarige Frau, welche ein grünes Oberteil trägt und mit einem offenen Blick in die Kamera schaut. Mittig steht der Titel und Untertitel des Buches, darunter ist ein Hafengebäude und ein Schiff zu sehen.

Ich habe dieses Buch als eBook gelesen, weshalb ich zu der Ausstattung des Buches, wie zum Beispiel der Innengestaltung, an dieser Stelle keine Angaben machen kann.
Insgesamt umfasst das Buch 416 Seiten und gliedert sich in zwei Teile auf: Der erste Teil der chronologisch erzählten Handlung beginnt im Jahr 1892 in Hamburg, der zweite Teil setzt dann vier Jahre später an.
Beide Teile umfassen einige, in der Regel eher kurze Kapitel, was für einen guten Lesefluss sorgt.
Mit einem ausführlichen Nachwort und der Danksagung der Autorin wird das Buch abgeschlossen.

In den einzelnen Kapiteln stehen abwechselnd die verschiedenen Charaktere und deren Geschichten im Mittelpunkt. Die einzelnen Geschichten der Figuren sind eng miteinander verknüpft und verbinden sich zu einer großen Geschichte, welche mich ab der ersten Seite mitgenommen hat. Mitunter waren mir die etwas komplizierten Liebesgeschichten, das ständige Hin und Her zwischen den Figuren, etwas zu viel.
Die bildhafte und lebendige Sprache der Autorin ließen mich voll und ganz in die Geschichte und damit in längst vergangene Zeiten abtauchen: Sonja Roos beschreibt die unterschiedlichen Menschen und deren Eigenheiten sehr eindrücklich, streut hier und da Dialekte ein, welches alles nochmal lebensechter wirken lässt und sie baut eine sich kontinuierlich ansteigende Spannung auf. Dies und ihre gewissenhafte Recherche der geschichtlichen Hintergründe haben mich das Buch nur noch ungern aus den Händen legen lassen.

„Sie hatte nichts Schlechtes, Durchtriebenes oder Schmutziges an sich. Im Gegenteil, ihr Blick auf das Leben schien ungetrübt, warm, voller Güte.“

[Kapitel 17]

Marga lernen wir zu Beginn der Handlung kennen und ist eine der vier Hauptfiguren. Sie hat, trotz vieler Schicksals- und Rückschläge, nie ihren Lebensmut verloren. Mit ihrer Mutter lebt sie, nach dem plötzlichen und frühen Tod des Vaters, in ärmlichen Verhältnissen – doch die beiden sind sich vertrauensvoll verbunden. Deshalb fällt es Marga alles andere als leicht, ihre Mutter zurückzulassen und ohne sie in ein neues Leben aufzubrechen. Marga und ihren ehrlichen und gutmütigen Charakter mochte ich von Beginn an sehr gerne und fand sehr schnell zu ihr und ihrem Leben einen Zugang. Auch wenn sie oft nicht weiß, was sie genau möchte, was sie in ihrem Leben erreichen kann und will, mochte ich sie sehr. Sie gibt den Menschen in ihrer Umgebung (vor allem ihrer Cousine Rosie) Halt und auch Zuversicht.
Rosie hat, ähnlich wie Marga, auch mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen – vor allem aber mit ihrer Vergangenheit, welche sie nicht loszulassen scheint. Auch wenn sie immer wieder kleine Fortschritte macht, wird sie oft von Begebenheiten wieder zurück geworfen. Rosies tragische Lebensgeschichte nahm mich stellenweise sehr mit – und ich musste auch das ein oder andere Mal mit den Tränen kämpfen.
Auch die Geschichten der beiden männlichen Hauptfiguren sind nicht weniger mitreißend: Simon lässt seine Vergangenheit und seine Eltern hinter sich und hofft auf eine Zukunft in der neuen Welt ohne Geldsorgen. Doch das Leben kommt dazwischen und wirft all seine wohlüberlegten Pläne durcheinander – aber der charismatische und vor allem sympathische Simon lässt sich davon so schnell nicht beirren.
Nando ist der jüngste der vier Hauptfiguren. Nachdem er es mit Margas Hilfe auf das Auswanderschiff geschafft hat, hofft auch er auf ein neues Leben. Doch auch für ihn kommt alles anders als gedacht.
Neben diesen vier Hauptfiguren spielen noch einige weitere Figuren mit. Sie alle konnten mich mit ihren vielfältigen (Lebens-)Geschichten überzeugen. Die vielen Verbindungen aber auch Konflikte und Dramen zwischen den Charakteren waren sehr greifbar – vor allem aber fühlbar.
In ihrem Nachwort erklärt Sonja Roos, dass ihre „Protagonisten zwar fiktiv sind“, es ihr jedoch „ein Anliegen war, ihre Lebenswelt so authentisch wie möglich zu gestalten“, weshalb sie sich „die Freiheit genommen habe, reale Menschen, Geschichten, Begebenheiten und Ereignisse in die Handlung einzubauen.“
Und genau das habe ich auch beim Lesen gespürt: Diesen authentischen Zeitgeist, die vielen wahren Begebenheiten und Ereignisse, welche die Protagonisten erleben. Genau das macht das Buch zu einem gelungenen, unterhaltsamen und lehrreichen Lesevergnügen.

»(…) Ich will etwas aus mir machen. Aber ich will nicht nur reich werden. Ich will einen Eindruck hinterlassen, das Land mitprägen und seine Geschichte auf den Seiten einer Zeitung mitschreiben.«

[Kapitel 36]

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund von „Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“ bildet das ausgehende 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wütete in Hamburg der letzte große Ausbruch der Cholera in Deutschland. Unter anderen führten verschmutztes Trinkwasser, die vielen ungesunden Kellerwohnungen und dass sich in der Innenstadt viele Menschen unter unhygienischen Bedingungen auf sehr engem Raum ballten, dazu, dass vor allem in Hamburg viele Menschen erkrankten. Insgesamt waren während der Epidemie 16.956 Menschen erkrankt und 8.605 Menschen gestorben.
Zu dieser Zeit, und auch davor und danach, wanderten viele Menschen aus, wobei die Vereinigten Staaten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Einwanderungsland waren. Neben wirtschaftlichen Gründen übte die USA auf viele Menschen eine große Anziehungskraft aus, denn hier gab es Siedler, die sich in einem freien Land niederlassen und ihren Traum von einem neuen Leben verwirklichen konnten. Viele Auswanderer wurden allerdings in den USA schnell wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt, denn auch hier gab es Wirtschaftskrisen und nicht jeder fand das schnelle Glück, das er für sich und seine Familie erträumte.

Zwischen 1816 und 1900 wanderten etwa 5 Millionen Deutsche nach Amerika aus. Für viele waren wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend: Sie fanden keine Arbeit mehr, da die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts eingesetzt hatte und das Handwerksgewerbe immer weiter zurück drängte. Die meisten Deutschen, die im 19. Jahrhundert auswanderten, gingen nach Amerika – dort sahen sie das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Oft ließen sie ihr komplettes bisheriges Leben für immer zurück.

„Auswandererdenkmal in Bremerhaven“ (Bildquelle: Pixabay)

Ein weiterer gesellschaftlicher und geschichtlicher Hintergrund ist die Geschichte der Zeitungen in den USA und die Entwicklung der amerikanischen Presselandschaft: Diese war ganz anders als im europäischen Zeitraum und vor allem durch die sogenannte „Penny Press“ geprägt. Nach Ansicht des Journalisten James Gordon Bennett würde die Öffentlichkeit auf keinen Fall ein ernstes Blatt kaufen, sondern er war der Meinung, dass die große wahllose Neugier eher mit Klatsch als mit Diskussionen zu befriedigen war.
In New York gab es im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Vielzahl an unterschiedlichen Zeitungen, welche das städtische Leben, Nachrichten und Kultur abdeckten und die Vielfalt und das lebhafte Medienumfeld widerspiegelten, das New York City im Jahr 1892 zu bieten hatte. Dieser gesellschaftliche Hintergrund dürfte wahrscheinlich im zweiten Band der Reihe ein noch größeres Thema sein.
Die vielen unterschiedlichen Hintergründe und Themen hat Sonja Roos sehr akribisch recherchiert und stellt diese sehr deutlich mit den Geschichten ihrer Protagonisten da. Vor allem fand ich es sehr spannend darüber zu lesen, wie die Einbürgerung der Einwanderer am Hafen von New York ablief, aber auch durch die Einblicke in die journalistischen Tätigkeiten konnte ich meinen Horizont erweitern.

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Sonja Roos für dieses mitreißende und vor allem lehrreiche Lese-Erlebnis bedanken. Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe „Eine grenzenlose Welt – Schicksal“ (ET: 19. Juni 2014) und bin sehr gespannt, wie es mit der Geschichte und vor allem den vielen liebgewonnen Figuren weitergehen wird. Da das Buch mit einem absoluten Cliffhanger endet, kann ich den ET kaum erwarten!

Fazit: „Eine grenzenlose Welt – Aufbruch“ ist der farbenprächtige und stimmungsvolle Auftakt zu einer Trilogie, welcher mich ab der ersten Seite mitgenommen hat und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat.
Zu den vielfältigen Charakteren habe ich schnell einen Zugang gefunden und zudem habe ich eine Menge zu der Geschichte der Auswanderung im ausgehenden 19. Jahrhundert gelernt.
Ein sehr gelungenes, unterhaltsames und lehrreiches Lesevergnügen und deshalb eine ganz große Leseempfehlung. Top!

* Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplars durch den Verlag, der Titelbezeichnung/ Namensnennung und der Link zur Verlagshomepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Das Opernhaus – Rot das Feuer“

von Anne Stern

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: eBook: 01. März 2024, Paperback: 12. März 2024
Verlag: Rowohlt
Ausgaben: Paperback, eBook und Hörbuch
ISBN:  978-3499010903
Seitenanzahl: 400 Seiten
Preise: 17€ (Paperback), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Die Dresden-Reihe“, Band 02 von 03

Homepage:
www.rowohlt.de/anne-stern
www.annestern.de

Klappentext:
„Dresden, 1849: Elise lebt als gefeierte Violinistin und angesehene Ehefrau des Komponisten Adam Jacobi in Dresden. Doch eine schicksalhafte Begegnung mit dem Kulissenmaler Christian droht, das fragile Gleichgewicht ihres Lebens zu erschüttern. Mit dem aufstrebenden Künstler an der Semperoper verbindet sie eine große Sehnsucht, eine Leidenschaft für die Kunst – und eine romantische Erinnerung. Elise spürt, dass ihre Liebe auch nach Jahren noch stärker ist als alle Konventionen. Doch bevor sie das Unmögliche wagen kann, brechen blutige Aufstände in der Stadt aus. Unzufriedene Arbeiter und Dienstmädchen, Künstler und Intellektuelle, Männer und Frauen ziehen für ihre Rechte in den Kampf. Auch das prächtige königliche Hoftheater im Herzen der Stadt wird zum Schauplatz der widerstreitenden Gegner. Denn selbst Kapellmeister Richard Wagner und Gottfried Semper rufen zum Widerstand gegen die Obrigkeit auf. Dann bittet der König die preußische Armee um Hilfe. Es kommt zum Äußersten. Und Elise muss sich in den blutigen Wirren entscheiden, auf welcher Seite sie steht – und wie viel zu opfern sie bereit ist.“

*Hinweise:
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Band Dunkel der Himmel“ noch nicht gelesen habt, dies aber noch möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Das Opernhaus – Rot das Feuer“ von Anne Stern spielt im Jahr 1849 in Dresden und ist der zweite Band der Reihe um die Geschichte der Semperoper.

„Ja, Elise hatte eine Vergangenheit, eine Gegenwart und eine Zukunft, die sie selbst weitgehend zu bestimmen schien.“

[Seite 177]

Dresden 1849: Die junge und gefeierte Violinistin Elise scheint sich in ihrem Leben als Ehefrau des bekannten Komponisten Adam Jacobi eingefunden zu haben. Da dem Ehepaar leiblicher Nachwuchs nicht vergönnt ist , nehmen sie das Waisenmädchen Nette bei sich auf , welche einen Lichtpunkt in das sonst sehr eintönige Leben von Elise bringt.
Als Elise nach Jahren wieder auf den Kulissenmaler Christian trifft, sind ihre Gefühle für diesen jungen Mann sofort wieder da. Ihre gegenseitige Anziehung und Liebe bringen das fragile Gleichgewicht von Elises liebloser Ehe durcheinander.
Doch plötzlich brechen in Dresden blutige Aufstände aus. Die Menschen gehen gegen das immense gesellschaftliche Unrecht und für ihre Rechte auf die Straße – und Christian ist mitten im Geschehen.

Anne Stern gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ich lese ihre vielfältigen Geschichten sehr gerne und vor allem mit der Reihe um die „Hebamme Hulda Gold“ hat sie sich in meine Leseherz geschrieben. Wann immer sie eine Neuerscheinung ankündigt, weiß ich, dass ich diese auch direkt lesen möchte. Nachdem ich im Mai 2023 den Auftakt („Dunkel der Himmel“) der ‚Dresden-Reihe‘ mit großer Begeisterung gelesen habe, freute ich mich schon sehr auf den hier vorliegenden zweiten Band der Reihe. Auch diesen Band bekam ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

„«Die Oper ist das schönste Kleinod, das wir in der Stadt haben. (…) Und auch noch erbaut von Gottfried Semper, dessen Herz ebenfalls für die Sache der Revolution schlägt.»“

[Seite 25]

Dieser zweite Band hat mir noch einmal besser gefallen als der erste Band der Reihe – und dieser war schon auf einem ganz ganz hohen Niveau. Ich empfehle jedoch, dass man den ersten Band unbedingt vor dem ersten Band gelesen hat, da man dann die Entwicklung der Figuren besser einordnen kann.
Die Spannung steigert sich in dieser Fortsetzung von Seite zu Seite und entlädt sich erst in den letzten Kapiteln, weshalb ich das Buch nur äußerst ungern aus den Händen legen wollte.
Die vielfältigen Figuren (hier ist natürlich an erster Stelle Elise zu nennen) haben sich authentisch weiterentwickelt – und ich musste auch die ein oder andere Träne von meinen Wangen wischen, da es doch stellenweise sehr emotional (und traurig) wurde. Es bleibt spannend, wie es mit den vielen Figuren weitergehen wird.
Dazu dieser wunderschöne und poetische Sprachstil von Anne Stern, mit dem sie die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonisten direkt aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt transportiert. Dadurch werden längst vergangene Zeiten vor den Augen der Leser und Leserinnen wieder lebendig, Geschichte so greifbar… vor allem aber fühlbar.
Mein einziger (und sehr persönlicher) Kritikpunkt ist das Cover: Dieses ziert, wie schon den ersten Band, ein Ausschnitt aus einem Gemälde von Ginette Beaulieu. Ich werde mit diesem Malstil nicht warm – und dementsprechend holt mich das Cover einfach nicht ab.

Fazit: Ja… Anne Stern hat mit diesem kraftvollen und gleichzeitig doch so feinfühligen Geschichte wieder einmal gezeigt, warum sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Sehr sehr lesenswert.

* Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplars durch den Verlag, der Titelbezeichnung/ Namensnennung und der Link zur Verlagshomepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Glasvulkan – Schall & Rauch“

von Silvia Hildebrandt

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. Januar 2024
Verlag: Selfpublishing
Ausgaben: Taschenbuch und eBook
ISBN:  979-8371860958
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 14,99€ (Taschenbuch), 01,99€/5,99€ (eBook)
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1070768616

Klappentext:
„Eintauchen in die schillernden Goldenen Zwanziger. Richárd, Franz und Blanka aus dem ehemaligen Österreich-Ungarn träumen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von Ruhm und Erfolg. Das Emelka Filmstudio in München bietet dafür die geeignete Bühne.
Während eine Hyperinflation die Weimarer Republik in die Mangel nimmt, scheint der Aufstieg der drei unaufhaltsam zu sein. Doch der Erfolg ruft auch Neider auf den Plan, die bis in die höchsten politischen Kreise reichen. So laufen der NSDAP die Menschen in Scharen zu.
Für die jüdischstämmigen Franz und Blanka und den Autisten Richárd geht es bald um das nackte Überleben.“



*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Glasvulkan – Schall & Rauch“ von Silvia Hildebrandt ist der Auftakt einer historischen Romanreihe, spielt von 1920 bis 1926 zu einem Teil im ehemaligen Österreich-Ungarn, zum anderen Teil in München und zeigt das Leben drei junger Menschen, welche in den Goldenen Zwanziger Jahren auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück sind.

„Den meisten war es fast gleich, was man eigentlich feierte, so schien es Richárd, sie waren traumatisiert von Krieg und Influenza, gelangweilt von den Winterbällen der Älteren, und hatten sich seit einer Woche in einen endlosen Rausch gestürzt. Sechs Jahre lang hatte man gelernt, dass das Leben von einem Tag auf den anderen enden konnte. Nun tanzte, trank und lebte man weiterhin so, als gäbe es kein Morgen.“

[Seite 87]

Temesvár, im ehemaligen Österreich-Ungarn: Während der junge Richárd nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter bei seinem Onkel und Cousin in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, wachsen Blanka und ihr Bruder Franci als Kinder einer jüdischen Industiellenfamilie wohlbehütet und ohne Geldsorgen auf. Als Richárd in die Schulklasse von Franci kommt, freunden sich die Beiden an und kurze Zeit später verliebt Richárd sich in Blanca – doch ihre Liebe ist kompliziert.
In absehbarer Zeit soll Franci die familieneigene Firma übernehmen – danach steht ihm so gar nicht der Sinn, denn er will nach seinem Schulabschluss nach München und in einem Filmstudio Karriere machen und das Leben in vollen Zügen genießen. Der autistische Richárd möchte in München Germanistik studieren. Die beiden jungen Männer schließen sich zusammen und beginnen in der fernen Stadt ein neues und aufregendes Leben. Richárd kann Blanka nicht vergessen und Blanka kann auch Richárd nicht vergessen.
Doch die Hyperinflation nimmt die gesamte Bevölkerung der noch jungen Republik in die Mangel und die NSDAP bekommt immer mehr Zulauf. Dazu kommt, dass Franci sich mit seinem unkonventionellen Lebensstil nicht nur Freunde gemacht hat – sondern auch Feinde.

Im Juni 2021 habe ich das Buch „Trümmerland“ von Silvia Hildebrandt gelesen, welches mich vor allem mit dem spannenden und perfekt recherchierten geschichtlichen Hintergrund begeistert hat. Im Februar 2024 bot mir die Autorin ein Rezensionsexemplar von ihrem neusten Roman „Glasvulkan – Schall & Rauch“ an. Dieses Buch ist mir in den Sozialen Medien immer mal wieder begegnet, wobei das Thema und die Zeit mein Interesse geweckt haben. Diese Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und der Hyperinflation finde ich sehr interessant, da man nur mit diesem Vorwissen die NS-Zeit richtig einordnen kann. Auch wenn ich mittlerweile einige Romane gelesen habe, die in dieser Zeit spielen, wollte ich das Buch sehr gerne lesen. Also sagte Silvia Hildebrandt eine Rezension zu und bekam das Buch wenige Tage später zugesendet – an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön dafür.

Neben dem Klappentext weckte auch das sehr stimmungsvolle Cover meine Aufmerksamkeit. Es zeigt eine Collage der drei Hauptfiguren der Geschichte: Der Mann links schaut mit halbgeschlossenen Augen nach unten, der Mann auf der rechten Seite blickt mit einem wachen Blick zur Seite. Der offene Blick der Frau ist direkt in die Kamera gerichtet und zieht den Betrachter/ die Betrachterin direkt in das Cover hinein. Unterhalb der Collage befinden sich der Name der Autorin, der Titel und der Untertitel des Buches und das schwarz-weiß Bild eines historischen Automobils. Besonders schön und harmonisch finde ich den goldfarbenen Rahmen und den weißen Hintergrund, welche sich auf ebenfalls auf dem Buchrücken und der Buchrückseite befinden.
Bei der Ausgabeart handelt es sich um ein einfaches Taschenbuch ohne Klappen mit insgesamt 352 Seiten. Nach zwei Zitaten, einem Überblick über die handelden Personen und ‚Hinweise zur Aussprache‘, beginnt der erzählende Teil im September 1920.
Die Handlung des Buches gliedert sich in drei Teile auf:
– „Teil I: Mein kleiner grüner Kaktus“
– „Teil II: Straße, Freiheit, Gegenwart“
– „Teil III: Heut‘ geh’n wir morgen erst ins Bett“
Diese Teile sind in einzelne Kapitel unterteilt, welche alle mit einer Überschrift und Zeit- und Ortsangaben versehen sind. Dies sorgt für eine gute zeitliche und örtliche Orientierung in der Geschichte.
Mit dem Epilog befinden wir uns dann im Sommer 1926 – somit umfasst die gesamte Handlung etwa sechs Jahre. Mit einer ‚Bemerkung‘, der ‚Danksagung‘, der Trigger Warnung und einem Überblick über das Gesamtwerk der Autorin wird das Buch abgeschlossen.

In den einzelnen Kapiteln steht immer eine der Hauptfiguren im Mittelpunkt, es gibt jedoch auch noch weitere Figuren und Handlungen, welche immer mal wieder im Focus stehen. Die unterschiedlichen Erzählstränge und die einzelnen Geschichten der Figuren sind eng miteinander verknüpft und verbinden sich zu einer großen, runden und mitreißenden Geschichte.
Zusätzlich nahm mich Silvia Hildebrandt mit ihrem lebendigen, bildhaften und mitunter rauen Sprachstil schnell mit in die Geschichte. Mit sehr viel Wissen über die Länder, die Eigenheiten der jeweiligen Menschen, den eingestreuten Dialekten und ihrer gewissenhafte Recherche der geschichtlichen Hintergründe, hat sie ein Buch geschrieben, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat.

»Es tut mir leid (…), so hast du mich noch nicht gesehen, aber es ist noch immer so, dass mir das alles zu viel wird, die Hitze, die Kälte, die Gerüche, der Lärm, der Schmerz. Kleinigkeiten manchmal, dann muss ich aus der Haut fahren, weil alles kratzt, beißt, sticht.«

[Seite 287]

Es gibt drei Figuren, welche im Mittelpunkt der Geschichte stehen: Das Geschwisterpaar Blanka und Franci, welches aus einer reichen jüdischen Industiellenfamilie stammt und Richárd. Alle drei konnten mich mit ihren ungewöhnlichen und tiefgehenden Geschichten berühren.
Doch ganz besonders Richárd hat es mir angetan. Nach dem Tod seiner Eltern zieht er zu seinem Onkel und Cousin in eine völlig fremde Stadt. Es wird schnell klar, dass Richárd anders ist – er ist Autist und nimmt dadurch die Welt ganz anders wahr und kämpft in einer Welt, die seine Besonderheit nicht verstehen kann und will. Die Autorin stellt Richárd besonders in den Mittelpunkt der Geschichte und zeigt sehr einfühlsam und authentisch, wie dieser die Welt und die Menschen um sich herum erlebt. Richárd ist ein Charakter, den ich mit seiner interessanten Geschichte und Hintergründen mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde. Seine Ausdrucksweisen, seine Stimmungsschwankungen und seine Wahrnehmungen beschäftigen mich, auch nach Ende des Buches, noch immer sehr.
Blanka und Franci sind ebenfalls äußerst facettenreich dargestellt. Die Beiden entstammen einer jüdischen Familie, leben ihren Glauben nicht aktiv und sind trotzdem immer wieder Ausgrenzungen und Anfeindungen ausgesetzt. Ihr Verhältnis zu den Eltern ist als schwierig und unharmonisch zu bezeichnen und wird von einem (typischen) Generationenkonflikt gezeichnet: Die Mutter ist von ihrer Tochter, die noch immer nicht verheiratet ist, schwer enttäuscht. Der Vater muss hingegen erkennen, dass sein Sohn Franci kein Interesse an dem Familienunternehmen hat. Blanca und Franci haben beide ihre Schwächen, auch wenn sie stets taff und abgeklärt wirken möchten. Auch wenn die Beiden keine reinen Sympathieträger sind, fieberte ich mich mit ihren wechselvollen Geschichten mit und hätte vor allem Blanca gerne das ein oder andere Mal in den Arm genommen, gleichzeitig aber auch gerne mal fest geschüttelt.
Wie bereits erwähnt, spielen in diesem Buch noch einige weitere Figuren wichtige Rollen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht näher auf diese eingehen, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme.
Selten habe ich ein Buch gelesen, welches mich mit seinen anspruchsvollen, vielschichtigen und mitunter komplexen Figuren so begeistern konnte – gleichzeitig aber auch durch ihre Komplexität einen gewissen Anspruch an mich als Leserin stellten. Silvia Hildebrandt beschreibt ihre Figuren nicht in schwarz-weiß – ihre Figuren haben sehr viele unterschiedliche Nuancen. Die vielen Verbindungen aber auch Konflikte und Dramen zwischen den Charakteren waren sehr greifbar – vor allem aber fühlbar.

»… Ich werde nicht dem Wunsch meines Vaters entsprechen. Stattdessen werde ich Musiker, nein besser noch, Schauspieler! Und du solltest diese Arthusgeschichten studieren! Für was haben die Männer denn im Krieg gekämpft, hm? Nicht damit nachher noch immer alles beim Alten bleibt. Sondern damit wir Jungen endlich unsere Träume verwirklichen können. Die K.-und-K.-Welt ist untergegangen!«

[Seite 61]

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund bilden die Jahre 1920 bis 1926. Der Erste Weltkrieg war es vor wenigen Jahren zu Ende gegangen. Doch der Krieg und auch die unmittelbare Nachkriegszeit hatten in der Bevölkerung tiefe Wunden hinterlassen.
Das Ende des ehemaligen Österreich-Ungarn, welches von 1867 bis 1918 bestand, besiegelten unter anderen der Erste Weltkrieg, der Zerfall Altösterreichs Ende Oktober 1918 durch die Gründung der Tschechoslowakei, der Austritt Ungarns aus der Realunion per 31. Oktober 1918 sowie 1919 der Vertrag von Saint-Germain und 1920 der Vertrag von Trianon. Ungarn musste mit den Vertrag von Trianon völkerrechtlich verbindlich zur Kenntnis nehmen, dass zwei Drittel des Territoriums des historischen Königreichs verschiedenen Nachbar- und Nachfolgestaaten zufielen. Insgesamt betrafen die Gebietsabtretungen mehr als zwei Drittel (von 325.411 km² auf 93.073 km²) des Reichsgebietes.
Ein weiteres Thema ist die Hyperinflation: Zu Beginn der 1920er-Jahre hatte die noch junge Weimarer Republik bei den Siegermächten riesige Schulden. Dazu kamen die Schulden bei der eigenen Bevölkerung, die während der Kriegsjahre dem Staat Millionen von Mark (sogenannte Kriegsanleihen) für die Kriegskosten vorgestreckt hatte.
So stand die deutsche Regierung vor gleich mehreren großen wirtschaftliche Probleme:
– Das Land nach dem Krieg wieder aufrichten.
– Geld für die Reparationsleistungen an die Sieger aufbringen.
– Der eigenen Bevölkerung die Kriegsanleihen zurückzahlen, die eigentlich das Kaiserreich aufgenommen hatte.
Im Jahr 1923 verspäteten sich die Reparationszahlungen an Frankreich – die Franzosen besetzten daraufhin das Ruhrgebiet. Die deutsche Regierung rief zu Sabotage, Streik und zum passiven Widerstand auf und zahlte die Löhne an die Streikenden weiter. Dies war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Deutschland geriet in den Strudel der dramatischsten Geldentwertung, die das Land je erleben sollte. Um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, brachte die Regierung mehr und mehr Geld in Umlauf, auch wenn es für die immer höhere Anzahl Banknoten keine materiellen Gegenwerte im Land gab. Dadurch begann der Teufelskreis der Inflation. Immer mehr Geld war bald immer weniger wert, Preise und Löhne explodierten. Geld war Spielgeld geworden. Wer seinen Lohn nicht sofort wieder ausgab, konnte sich schon Tage, manchmal Stunden später kaum mehr etwas davon kaufen. Auf dem Höhepunkt der Inflation wurde im November 1923 eine neue Währung geschaffen: die Rentenmark, ab Oktober 1924 schließlich die Reichsmark. Die alte Währung wurde abgeschafft.
Mitte der 1920er-Jahre erholte sich die Wirtschaft und Deutschland war wieder zahlungsfähig. Die krisengeschüttelten und politikverdrossenen Menschen suchten Trost und Ablenkung. Schlagartig standen nun Glamour und Unterhaltung hoch im Kurs: Das Startsignal für die berühmten „Goldenen Zwanziger“, deren Aufbruchsgefühl auf Vergnügen und Ablenkung aus ist und neue Maßstäbe in Kunst und Kultur aus ist.
Am 8. und 9. November 2023 scheiterte der sogenannte Hitlerputsch, welcher von der NSDAP unter Adolf Hitler und Erich Ludendorf unternommen wurde. Mit erwarteter Hilfe aus der rechtskonservativen bayerischen Landesregierung und Verwaltung sollte nach dem Vorbild Mussolinis die Reichsregierung in Berlin gestürzt werden. Das Ziel des Umsturzversuchs war die Beseitigung der parlamentarischen Demokratie und die Errichtung einer nationalsozialistischen Diktatur.
Diese vielen und vielfältigen geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe lässt Silvia Hildebrandt gekonnt in ihre Geschichte mit einfließen und verbindet sie mit den Schicksalen und Lebenswegen ihrer Charaktere. Dabei zeigt sie, wie diese Ereignisse in das Leben der Menschen eingebrochen sind – so wird Geschichte erlebbar.

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Silvia Hildebrandt für dieses gelungene und mitreißende Lese-Erlebnis, welches keine Wünsche offen gelassen hat, bedanken. Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe und bin sehr gespannt, wie es mit der Geschichte und vor allem den vielen liebgewonnen Figuren weitergehen wird.

Fazit: Das Buch „Glasvulkan – Schall und Rauch“ von Silvia Hildebrandt lässt keine Wünsche offen. Nach dieser außergewöhnlichen Geschichte war ich erstmal völlig geplättet und gleichzeitig von den vielseitigen Charakteren tief berührt. Ja, die Geschichte und die mitunter komplexen Figuren stellen an den Leser/ die Leserin einen gewissen Anspruch.
Einerseits entwickelt die Geschichte von Beginn an einen Sog, der dafür sorgte, dass ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen wollte, auf der anderen Seite wollte ich die Geschichte und jedes einzelne Wort genießen.
Es ist kein heiterer und leichter Roman – sondern eine Geschichte, die noch lange beschäftigt und nachhallt. Absolute Leseempfehlung für dieses gelungene Highlight.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Wer das Vergessen stört“

von Tessa Duncan

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. September 2023
Verlag: dtv
Ausgaben: Taschenbuch mit Klappen und eBook
ISBN:  978-3-423-21847-4
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 13€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Canterbury-Fälle“, Band 01 von 01

Homepage:
https://www.dtv.de/buch/wer-das-vergessen-stoert-21847

Klappentext:
„»Wenn Vera tot ist, war es kein Selbstmord!«
Nach einer gescheiterten Beziehung lässt sich Lily Brown, zuvor Polizeipsychologin bei Scotland Yard, in Canterbury als Psychotherapeutin nieder. Zu ihren ersten Patientinnen gehören Samantha Harris, die in einer toxischen Beziehung mit ihrem gewalttätigen Ehemann gefangen ist. Und Vera Osmond, die aufgrund eines schlimmen Kindheitserlebnisses unter Panikattacken leidet. Lily hält Veras Behandlung schon für erfolgreich abgeschlossen, als diese sich wieder bei ihr meldet. Doch Lily ist abgelenkt durch die erneut misshandelte Samantha. Wenig später wird Vera tot aufgefunden – angeblich Selbstmord. Lily glaubt nicht daran und stellt Nachforschungen an. Dabei stößt sie auf ein furchtbares Geheimnis und gerät selbst in Lebensgefahr …“

Hinweise:
– Das Buch wurde selbst gekauft.
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei Gegenleistungen bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Titelnennung und der Empfehlung muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein
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Trigger und Content-Hinweise:
– Teile der Handlung enthalten gewaltvolle Todesfälle und einzelne Szenen körperlicher und psychischer Gewalt.
– CN: Panikattacken, Suizid, Mord, Tod, Fehlgeburten, häusliche Gewalt.

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Das Buch „Wer das Vergessen stört“ von Tessa Duncan ist der Auftakt einer Krimi-Reihe um die Psychologin Lily Brown, welche in diesem ersten Band nach dem Tod einer Patientin zu ermitteln beginnt und schließlich auf ein furchtbares Geheimnis stößt, welches tief in der Vergangenheit liegt.

»Du bist eine ausgezeichnete Therapeutin, gemessen an deinem Alter und deiner Berufserfahrung. Nur dein Perfektionismus steht dir manchmal im Wege!«

[Seiten 63/64, Kapitel 8]

Nach einer gescheiterten Beziehung möchte Lily Brown in ihrem Leben noch einmal neu anfangen: Ihren sicheren Job als Polizei-Psychologin hängt sie an den Nagel und lässt sich in einer Praxis als Psychotherapeutin nieder. Eine ihrer Patientinnen ist Vera Osmond, die erfolgreich in einer Werbeagentur arbeitet, jedoch seit einiger Zeit immer wieder von unerklärlichen Panikattacken heimgesucht wird. Lily beginnt sofort damit Vera zu therapieren – die Behandlung ist schnell erfolgreich beendet.
Während sich Lily um die junge Samantha kümmert, die in einer gewalttätigen Ehe gefangen ist, meldet sich Vera jedoch wieder überraschend bei Lily. Kurze Zeit später ist Vera tot – angeblich durch Selbstmord. Doch Lily glaubt nicht daran und beginnt mit eigenen Nachforschungen. Diese führen sie zu einem schrecklichen Geheimnis, welches in der Vergangenheit liegt und Lily selbst gerät dabei in große Gefahr.

Tessa Duncan ist das neue Pseudonym von Marita Spang, die vielen auch unter dem Namen Marie Lacrosse und den Reihen „Das Weingut“, „Das Kaffeehaus“ und „KaDeWe“ bekannt ist.
Mit dem Namen Tessa Duncan und dem dtv Verlag begibt sie sich in das Genre der Spannungsliteratur. Dies gehört nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genre, da mir diese Geschichten doch immer zu nahe gehen. Als mich die Autorin im August 2023 fragte, ob ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten möchte, sagte ich aus diesem Grund ab. Vor ein paar Wochen habe ich mir eine Leseprobe von „Wer das Vergessen stört“ in der Buchhandlung mitgenommen, da es mich dann doch interessiert hat und ich mal reingelesen wollte. Nun ja … einen Tag später war ich wieder in der Buchhandlung und habe mir das Buch gekauft – ich musste diese Geschichte einfach lesen.

Besonders gefällt mir das düstere, und damit absolut stimmige Cover: Es zeigt Häuserreihe, welche an einem Hang gebaut ist. Der/die Betrachter/in steht schräg oberhalb zu diesen Häusern, welche er/sie zum Teil überblickt. Dahinter erstreckt sich eine Landschaft aus vielen Bäumen und einzelnen Gebäuden. Über der gesamten Szenerie erhebt sich ein bewölkter Himmel, über dem Namen der Autorin befinden sich dunkle, unheilvolle Wolken.
Das Buch ist ein hochwertig gestaltetes Taschenbuch mit Klappen und hat insgesamt 432 Seiten. Auf der vorderen Klappe findet sich ein ausführlicher Klappentext, in der vorderen Klappe ist ein Grußwort der Autorin abgedruckt. Auf der hinteren Klappe wird die Autorin mit einem Foto und einer kurzen Biografie vorgestellt. In der Klappe sind das Covermotiv und eine Vorstellung der Reihe zu finden.
Die Handlung ist in zwei Hauptteile unterteilt und umfasst einen Prolog, 62 Kapitel und einen Epilog. Der erste Teil des Prologs setzt am 30. November 2018 an, der zweite Teil des Prologs am 07. Dezember 2018. Mit dem ersten Kapitel befinden wir uns acht Monate zuvor – im April 2018. Ein Teil der Handlung des ersten Hauptteils arbeitet nun auf die Geschehnisse des Prologes hin, es gibt jedoch auch Erzählstränge, welche noch weiter in der Vergangenheit liegen. Diese vielen Handlungen fügen sich zu einer großen Geschichte zusammen und sind eng miteinander verwoben. Durch den Prolog, die Handlung, die auf dieses Ereignis zuläuft und die unterschiedlichen Blickwinkel ihrer Protagonisten baut Tessa Duncan eine große und ergreifende Spannung auf – ich wollte das Buch nur noch ungern aus der Hand legen und las teilweise bis spät in die Nacht. Auch wenn mich, als zweifache Mutter, die grausame und nachhallende Handlung stellenweise doch sehr mitnahm und zu Tränen rührte. Im zweiten Hauptteil gibt es auch einige Rückblenden, allerdings stehen hier die Ermittlungen von Lily im Vordergrund.
Ein einziger Kritikpunkt betrifft das etwas schnelle Ende. Hier wird vieles nacherzählt, was ich als Leserin gerne ‚direkt‘ erlebt hätte.

„Zum ersten Mal war Lily klar geworden, dass Vera Osmond nicht nur ein einsames Kind gewesen war, sondern bislang auch eine einsame Frau.“

[Seite 108, Kapitel 16]

Im Mittelpunkt der Handlung steht die energische Psychotherapeutin Lily Brown, die nach einer gescheiterten Beziehung ihren Dienst bei der Polizei quittiert hat und beruflich nochmal neu durchstartet. In ihrem Beruf, der gleichzeitig auch eine Berufung für sie ist, macht sie eine ausgezeichnete Arbeit. Privat geht es bei ihr dagegen drunter und drüber. Den Mann, den sie geliebt hat und noch immer liebt, steht nicht zu ihr, zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern ist das Verhältnis auch eher schwierig und angespannt. Einzig ihr liebenswerter Kater Mick und ihr angenehmer Praxis-Partner Matt sind ihre Fixpunkte in ihrem turbulenten Leben. Doch vor allem um ihren Kater muss Lily sich immer wieder Sorgen machen – in den liebevoll geschriebenen Szenen mit ihm, erkennt sich mit Sicherheit jeder Katzen-Besitzer wieder. Ich mochte Lilys impulsiven, ehrlichen, lebensechten und menschlichen Charakter sehr gerne. Sie ist sympathisch und unerschrocken und sie lässt sich von ihrem Herzen leiten. Zudem enthüllen sich ihre Geschichte und familiären Hintergründe Stück für Stück, was für zusätzliche Emotionen sorgt. Sie ist eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten und ich bin jetzt schon auf ihre Entwicklung und ihre nächsten Fälle gespannt.
Neben Lily steht Vera Osborn im Zentrum der Geschehnisse. Durch ihre Geschichte öffnet sich ein Fenster in die Vergangenheit und damit wird ein jahrzehntelanges Geheimnis entfesselt. Einige Kapitel sind aus der direkten Sicht von Vera geschrieben, was dafür sorgte, dass sich mir diese Figur mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr schnell erschloss. Veras tragische und mitreißende Geschichte wird mir mit Sicherheit noch lange im Kopf bleiben.
Auch die Geschichte von Samantha beschäftig(te) mich sehr. Auch wenn es nur eine Nebenhandlung ist, wird hier das Thema häusliche Gewalt sehr eindrücklich und eindringlich erzählt.
Um nicht zu viel von der Handlung (und der Spannung) vorwegzunehmen, möchte ich nicht detailliert auf all die vielen und vielfältigen Figuren eingehen. Die Autorin hat, wie in all ihren Romanen facettenreichen und vor allem sehr interessante Figuren geschaffen, welche mich mit ihren Gedanken und Gefühlen überzeugen konnten und mich mit ihren Handlungen des Öfteren überrascht haben.

In diesem Buch spielen viele verschiedene Themen eine Rolle. Tessa Duncan geht auf diese Themen sehr gut ein und hält hierbei eine konstante Spannung – vor allem, weil sie diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.
Ein großes Thema sind unverarbeitete Traumata und Panikattacken, aber auch häusliche Gewalt. Die Therapiesitzungen und die daraus resultierenden Ergebnisse zeigen, dass die Autorin vom Fach ist und weiß, was und worüber sie schreibt.
Die Geschichte beruht auf einem wahren Verbrechen, welches sich Ende der Sechzigerjahre im Norden Englands abgespielt hat. Im Nachwort macht die Autorin darauf aufmerksam, dass sie ein paar Motive aus einem realen Fall in ihren Roman übernommen hat, die meisten Geschehnisse und Personen fiktiv sind. Mit diesem Wissen, liest sich diese Geschichte noch einmal intensiver – aber auch grausamer.

Die packende und nachklingende Handlung, die verschiedenen Themen, die vielfältigen Figuren und die wunderbare und bildhafte Sprache machen diesen Reihen-Auftakt zu einem Highlight. Auch wenn es mich stellenweise an meine Grenzen brachte, habe ich das Buch unheimlich gerne gelesen und nehme daraus einiges für mein Leben mit.

„… »Der Weg zu einem glücklichen Leben führt über die Akzeptanz, dass Sie fehlbar sind, über das Wissen, dass Sie liebenswert sind, auch wenn nicht alle Menschen Sie mögen, und dass Sie nicht schuld daran sind, wenn etwas Negatives in ihrem Leben passiert, das Sie nicht vorhergesehen und daher auch nicht gewollt haben.«

[Seite 126, Kapitel 18]

Danke für diese mitreißenden Lesestunden.

Fazit: Mit einem neuen Namen hat sich eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen an ein neues Genre gewagt – und es ist absolut gelungen. Von der ersten Seite wurde ich in die Geschichte gezogen und konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Das Buch hat mich emotional immer wieder an meine Grenzen gebracht – und trotzdem musste ich immer weiter lesen.
Dazu diese vielfältigen Figuren, die mich mit ihren Geschichten und Handlungen überraschen und mitnehmen konnten… mitunter aber auch sprachlos und traurig machten.
Berührend, mitreißend und spannend. Deshalb eine ganz große Leseempfehlung für diesen beeindruckenden und unvergesslichen Reihen-Auftakt. Bitte mehr davon…

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der klaren Leseempfehlung und der Links zur Homepage, kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.