von Andrey Kot
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2026
Verlag: SP
ISBN: 979-8172922190
Ausgabe: Paperback & eBook
Seitenanzahl: 618 Seiten
Preise: 17,99€ (TB), 02,99€ (eBook)
Klappentext:
„Normandie, 1256. Im Wald unweit eines Benediktinerklosters wird die verstümmelte Leiche eines Jungen gefunden.
Als Amaury de la Roche, Komtur des Templerordens, in die Heimat seiner Familie zurückkehrt, hat seine Schwester bereits eine blutverschmierte Fremde aus dem Wald mit auf die Burg gebracht. Melanie d’Eville nennt sich Opfer eines grausamen Verbrechens. Die Inquisition hält sie für eine Hexe. Amaury muss entscheiden, wem er glaubt, bevor das Feuer brennt.
Ein rätselhafter Mönch führt ihn zu einer Prophezeiung, die weit über alles hinausreicht, was ein normannischer Ritter zu wissen glaubte. Sein Weg verbindet ihn mit Menschen, denen er niemals hätte begegnen sollen: einem Schamanen aus der mongolischen Steppe und einer jungen Frau aus Nowgorod. Ihre Sprachen, ihr Glaube und ihre Vorstellungen von der Welt könnten kaum unterschiedlicher sein. Und doch scheint eine alte Geschichte ihre Schicksale miteinander zu verknüpfen.
Was als Kampf um Familie und Überleben beginnt, wird zu einer Reise durch eine mittelalterliche Welt, in der christlicher Glaube auf ältere Überlieferungen trifft, Macht auf Aberglauben, und jedes Wunder auch eine Täuschung sein könnte.“
Homepage:
https://www.kotand.com/adhartach.html
*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor Andrey Kot als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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Der historische Roman „Die Lieder von Adhartach“ von Andrey Kot entführt die Leser und Leserinnen in das 13. Jahrhundert und verknüpft die düstere Welt des Templerordens und der Inquisition mit einer weitreichenden, kulturübergreifenden Prophezeiung.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht leichtgefallen. Die Grundhandlung rund um den Templer-Komtur Amaury de la Roche, der in seine Heimat zurückkehrt und zwischen die Fronten von Familie, Kirche und einer vermeintlichen Hexe gerät, baut schnell eine immense Spannung auf. Andrey Kot versteht es zweifellos, packende Momente zu schaffen, die mich an das Buch gefesselt haben. Gerade das Einbinden des historischen Konflikts mit der aufstrebenden, gnadenlosen Inquisition, die im 13. Jahrhundert begann, Europa mit Verfolgungen zu überziehen, verleiht dem Auftakt eine sehr dichte und eindringliche Atmosphäre.
Allerdings wurde meine Leselust im weiteren Verlauf durch zwei Faktoren stark gedämpft: Zum einen ist das Buch stellenweise unglaublich brutal – die Kampfszenen sind extrem ausführlich beschrieben, und besonders die Morde sowie die Überfälle auf verschiedene Familienmitglieder sind mir als empfindsame Leserin sehr nahegegangen. Auch wenn diese Härte die Grausamkeit des Mittelalters, in einer Ära von Kreuzzügen, Fehden und kirchlicher Willkür, vermutlich sehr realistisch und historisch akkurat widerspiegelt, war es mir persönlich an vielen Stellen einfach zu viel.
Zum anderen hat mich die Struktur der Erzählung zunehmend den Faden verlieren lassen. Was vielversprechend im westlichen Rittertum begann, weitet sich zu einem gewaltigen Panorama aus. Durch das Einführen immer neuer Figuren wird die Geschichte geografisch extrem gestreckt. Wir reisen zu einer jungen Frau nach Nowgorod und tief in die mongolische Steppe zu einem Schamanen. Das spiegelt zwar faszinierende historische Realitäten wider (immerhin war das 13. Jahrhundert die Epoche der verheerenden Mongolenstürme, die Russland und Osteuropa erschütterten und asiatische Einflüsse bis nach Europa brachten), doch die Umsetzung litt unter häufigen Zeitsprüngen und machte es mir zunehmend schwer, am Ball zu bleiben.
Obwohl das Aufeinandertreffen dieser völlig unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Glaubenswelten sowie die Verknüpfung von christlichem Dogma, Hexenglauben und fernöstlichem Schamanismus einen unterhaltenden Kern besitzt, bleibe ich zwiegespalten zurück. Wenn auf dem Cover „Historischer Roman“ steht, erwarte ich eine in der Realität verankerte Geschichte. Der starke, fantastische Einschlag rund um die Lieder und Prophezeiungen hat mich hier mitunter eher verwirrt, da die Grenze zwischen realer Historie und reiner Fiktion verschwimmt. Durch diese Sprünge und die spirituelle Distanz blieben mir die Charaktere bis zum Schluss leider allesamt etwas fremd, sodass mir echtes Mitfühlen schwerfiel.
Der Autor kündigt in einem Nachwort bereits einen zweiten Band an – und ich bin noch unsicher, ob ich diesen lesen möchte.
Trotzdem bedanke ich mich herzlich bei Andrey Kot für die mitunter unterhaltsamen Lesestunden und das Rezensionsexemplar.

Fazit: Das Buch „Die Lieder von Adhartach“ von Andrey Kot ist ein ambitioniertes Werk mit hohem Spannungsfaktor und einer faszinierenden Grundidee, das den riesigen geografischen und politischen Raum des 13. Jahrhunderts greifbar machen will. Wer detailreiche Schlachten/ Kämpfe und einen kräftigen Schuss Mystery im Mittelalter sucht, wird hier gut bedient. Für mich persönlich war der Mix aus expliziter Brutalität, fantastischen Elementen und den vielen weit verstreuten Handlungssträngen jedoch eine Spur zu überladen, um mich vollends zu überzeugen.
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