von Lia Scott
_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2025
Verlag: Tinte&Feder
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-2496719222
Seitenanzahl: 265 Seiten
Preise: 11,99€ (TB), 04,49€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 01 von 02
Klappentext:
„Yorkshire, 1868: June Barlow wächst mit ihren beiden Schwestern in den malerischen Craven Dales auf. Am liebsten unterstützt sie ihre Tante Eliza, die als Hebamme und Heilerin die Menschen versorgt. Doch als Junes ältere Schwester Schwindsucht bekommt, ist sie gezwungen, sich Arbeit in einer der zahlreichen Spinnereien von Bradford zu suchen – eine der schmutzigsten Städte Englands. Hier rauchen die Schornsteine so sehr, dass der Himmel nie richtig hell wird.
Dort trifft June ausgerechnet auf Franky O’Donovan. Sie kennt den eigensinnigen irischen Wollsortierer von früher. Er hat ein besonderes Feingefühl, das es ihm ermöglicht, die gute Wolle von der schlechten zu unterscheiden. Tatsächlich scheint er die ganze Welt zu erfühlen.
Doch June weiß, dass Franky auch eine dunkle Seite hat, denn die beiden verbinden die Geschehnisse einer besonders düsteren Nacht. Und trotzdem konnte sie ihn nie vergessen …“
Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.
_ _ _

_ _ _
Das Buch „Die Fasern der Welt – Der Wind von Yorkshire“ ist der Auftakt einer fesselnden Buchreihe, die in den 1860er Jahren in Nordengland spielt.
Dieser erste Band der Reihe ist ein berührender Roman, der in den Craven Dales in Yorkshire spielt (vor allem dort, wo June Barlow mit ihren Schwestern aufwächst). Die Geschichte folgt June Barlow, die ihrer Tante Eliza, einer Hebamme und Heilerin, zur Seite steht. June trifft auf Franky O’Donovan, einen eigensinnigen irischen Wollsortierer mit einem besonderen Feingefühl für Wolle und einer undurchsichtigen Vergangenheit und Gegenwart. Als Junes ältere Schwester an Schwindsucht erkrankt sucht June sich Arbeit in einer der Spinnereien im dunklen, rauchverhangenen Bradford – eine der schmutzigsten Städte Englands im Jahr 1868.
Lia Scott erschafft mit ihrem wunderbaren und bildhaften Sprachstil eine atemberaubende Kulisse: Der Kontrast zwischen den Craven Dales und der industriell geprägten, düsteren Stadt Bradford mit ihren harten Lebens- und Arbeitsbedingungen wird eindrücklich geschildert. Ihr Sprachstil, der mich bereits bei ihrer „Sturmjahre-Reihe“ begeistert hat, zog mich auch hier wieder sofort in den Bann.
June Barlow ist eine sympathische und vielschichtige Protagonistin. Sie steht zwischen ihrer vernünftigen älteren und ihrer freiheitsliebenden jüngeren Schwester – die Zusammengehörigkeit der drei Schwestern ist berührend dargestellt. Junes Loyalität und Aufopferung gegenüber ihrer erkrankten Schwester sind stark herausgearbeitet. Themen wie Familie, Krankheit und Tod, mit denen June und Tante Eliza immer wieder konfrontiert sind, werden sensibel und eindrücklich behandelt.
Franky O’Donovan ist ein sehr undurchsichtiger Charakter und ich bin gespannt, wie es mit ihm und June und auch den vielen anderen Figuren im nächsten Band weitergehen wird.
Sehr lesenswert. Herzlichen Dank für dieses großartige Leseerlebnis.

Fazit: Dramatisch, emotional und dazu eine Prise Spannung. Genau so müssen historische Romane sein. Sehr lesenswert!
_ _ _