von Alexandra Scherer
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2020
Verlag: SP
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3752974195
Seitenanzahl: 172 Seiten
Preise: 14,50€ (Taschenbuch), 03,49€ (eBook)
Reihe: „Kathy O’Banion-Mystery““ Band 02/02
Klappentext:
„In den Rauen Nächten ist die Wilde Jagd unterwegs ― ruhelose Seelen und alte Götter auf der Jagd nach Vergeltung. Kathy O‘Banion freut sie sich darauf, gemütliche Weihnachten mit ihrer angereisten Stiefmutter Holly und ihrem Mentor Silver zu feiern. Ein heftiger Schneesturm macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Ihr Wagen kommt von der Straße ab. Als die drei auf einem abgelegenen Bauernhof Schutz vor dem Sturm suchen, merken sie schnell, dass dort etwas nicht stimmt. Gehöft und Bewohner wirken wie aus dem letzten Jahrhundert. Kathy und ihre Begleiter werden in die sich anbahnende Familientragödie hineingezogen. Wenn sie es nicht schaffen, ein altes Versprechen einzulösen und dem Unglück einen anderen Verlauf zu geben, dann steht ihr eigenes Überleben auf dem Spiel. »Haus im Schnee« ist ein weiterer Mystery-Roman um die Geisterseherin Kathy O‘Banion.“
Homepage:
https://www.alexandrascherer.de
Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
– Hier findet ihr die Rezension zum ersten Band: „Haus im Nebel“.
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Nachdem mich Alexandra Scherer mit „Haus im Nebel“ bereits in eine Welt voller düsterer Geheimnisse und nebliger Ungewissheit entführt hat, war ich sehr gespannt auf das neue Abenteuer der Geisterseherin Kathy O’Banion. Doch ich sage es direkt vorab: Wer dachte, der Nebel sei beklemmend gewesen, wird im „Haus im Schnee“ eine ganz neue Dimension der Isolation erleben.
„Rund um mich nichts als weiße unerbittliche Kälte, in der ich mich zusammenkrümme, um ihr keine Angriffsfläche zu bieten. Leichentücher sind weiß. Wird der Schnee unser Leichentuch sein?“
[Kapitel 20]
Die Ausgangslage klingt fast nach einem klassischen Kammerspiel: Ein heftiger Schneesturm, ein Unfall und die Flucht auf einen abgelegenen Einödhof. Doch was Kathy, ihre Stiefmutter Holly und ihren Mentor Silver dort erwartet, ist kein gemütlicher Zufluchtsort. Während mich der erste Band durch eine eher diffuse, mystische Bedrohung bestochen hat, fühlte sich dieser Teil für mich deutlich düsterer und beklemmender an.
Der Hof und seine Bewohner wirken wie aus der Zeit gefallen, eine Welt aus dem letzten Jahrhundert, die sich jeder Logik entzieht. Diese Enge hat Alexandra Scherer meisterhaft eingefangen. Man spürt förmlich, wie die Kälte und die Ausweglosigkeit nicht nur von außen drücken, sondern auch das Gefüge zwischen den Protagonisten beeinflussen.
Ein interessanter Unterschied zum Vorgänger ist die Rollenverteilung. In „Haus im Schnee“ tritt Kathy als Hauptfigur gefühlt fast ein Stück weit zurück. Was im ersten Moment ungewohnt wirkt, entpuppt sich als geschickter Schachzug der Autorin: Denn dadurch bekommen Holly und Silver deutlich mehr Raum. Ich hatte das Gefühl, beide endlich besser kennenzulernen, auch wenn die bedrückende Atmosphäre auf dem Hof die Spannungen zwischen den Dreien merklich verschärft hat. Sie sind kein reiner Anker in der Not, denn die Enge zerrt an ihren Nerven, was die Geschichte noch authentischer macht.
Wie schon im ersten Band arbeitet Alexandra Scherer mit verschiedenen Erzählebenen. Es fühlt sich wieder an wie ein großes Puzzle, bei dem man als Leser/ Leserin zunächst einzelne Stücke sammelt, die sich erst nach und nach zu einer Geschichte zusammenfügen.
ACHTUNG – Kleiner Spoiler zum historischen Hintergrund:
– Wer völlig unvoreingenommen lesen möchte, lässt den folgenden Absatz bitte aus. –
Erst durch das Nachwort der Autorin wurde mir bewusst, welche reale Tragödie hier als Inspiration diente: Die schrecklichen Morde auf dem Einödhof Hinterkaifeck. Ich selbst wusste vor der Lektüre nichts von diesem Fall, was das Leseerlebnis für mich extrem eindringlich gemacht hat. Die Vorstellung, dass die fiktive Mystery-Handlung auf einem so grausamen, realen Fundament ruht, verleiht mir im Rückblick noch immer eine Gänsehaut.
Ein ganz herzliches Dankeschön an Alexandra Scherer für die Bereitstellung und Zusendung des Rezensionsexemplars und für das erneute spannende und aufreibende Lesevergnügen.

Fazit: Das Buch „Haus im Schnee“ von Alexandra Scherer ist die noch intensivere Fortsetzung dieser faszinierenden Reihe. Während „Haus im Nebel“ mit dem Unbekannten spielte, konfrontiert dieser Mystery-Roman mit einer fast greifbaren Dunkelheit. Die Mischung aus Fiktion, Kathys Gabe und der historischen Schwere erzeugt eine Sogwirkung, der ich mich kaum entziehen konnte. Eine atmosphärisch dichte Geistergeschichte, die noch lange nachhallt. Sehr lesenswert!
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
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