„Im Glanz der Freiheit“

von Clara Langenbach

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 19. November 2025
Verlag: S. Fischer Verlage
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3596709267
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Henriette Becker stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist eine wahre Überlebenskünstlerin. Als sie Egon kennenlernt, scheint sich ihr Schicksal endlich zum Besseren gewendet zu haben. Sie entdeckt ihre Leidenschaft für die Bühne und avanciert zu einer begabten Schülerin an der Mary-Wigman-Tanzschule in Dresden. Doch der anfangs so fürsorgliche Egon verwandelt sich schnell in einen Tyrann. Bei einer Auseinandersetzung mit ihm verletzt sich Hetty schwer. Der Traum vom Tanzen scheint unwiderruflich zerstört zu sein. Nach dieser Erfahrung schwört Hetty, nie wieder ihr Herz an einen Mann zu verschenken. Doch sie schließt Freundschaft mit dem Schauspieler Philipp vom Thalia-Theater, wo sich ihr ganz neue Möglichkeiten eröffnen.“

Homepage:
https://www.fischerverlage.de/buch/clara-langenbach-im-glanz-der-freiheit-9783596709267

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Mit ihrem historischen Roman „Im Glanz der Freiheit“ ist Clara Langenbach ein fesselndes Porträt der 1920er Jahre gelungen. Nachdem Henriette „Ennie“  bereits im Vorgängerband „Im Takt des Herzens“ als Nebenfigur auftauchte, rückt sie hier mit einer solch emotionalen Wucht ins Zentrum, die mich von der ersten Seite an gepackt hat.

„Wenn sie eins von Mary Wigman gelernt hatte, dann dass der wahre Geist des Tanzens irgendwo zwischen Magie und expressionistischer Wahrnehmung angesiedelt war.“

[Kapitel 8, Seite 158

Ein Wichtiger Hinweis vorab:
Obwohl das Cover einen klassischen historischen Roman vermuten lässt, behandelt der Roman sehr ernste Themen. Das Buch enthält eine Inhaltswarnung zu Sexismus, Misogynie, Gewalt und versuchtem Femizid. Diese Szenen sind teilweise sehr heftig und überraschend, was man beim Lesen unbedingt berücksichtigen sollte.

Die Einbettung in den historischen Kontext ist Clara Langenbach meisterhaft gelungen. Dresden war damals ein Zentrum der Avantgarde. Die Darstellung der Mary-Wigman-Schule fängt den Geist des Ausdruckstanzes perfekt ein: Weg vom starren Ballett, hin zu einer neuen Freiheit. Dieser Glanz bildet einen schmerzhaften Kontrast zur Realität: Dass Ennie in einer Metzgerei für ihren Lebensunterhalt arbeiten muss, zeigt die tiefe soziale Kluft der Weimarer Republik zwischen Lebenshunger und gleichzeitiger Armut.
Egon entpuppt sich schnell als besitzergreifender Tyrann. Trotz meiner dunklen Vorahnung trafen mich seine Übergriffe mitunter unvorbereitet. Clara Langenbach verdeutlicht hier die beklemmende rechtliche Lage der Frau: Trotz des neuen Frauenwahlrechts waren Frauen im Privaten oft völlig den Männern ausgeliefert. Das damals geltende Gesetz verlieh Ehemännern fast alle Entscheidungsrechte, was Egons Machtanspruch eine zusätzliche, systemische Schwere verleiht.
Was mich besonders begeistert hat, ist Ennies unbändiger Kampfgeist. Als ihr Traum vom Tanz durch eine schwere Verletzung zerstört scheint, gibt sie nicht auf. Hier tritt Philipp vom Thalia-Theater in ihr Leben. Er ist ein wunderbarer Charakter: Ein Retter in der Not, der ihr jedoch stets auf Augenhöhe begegnet. Auch die Nebenfiguren, wie Philipps Vater und sein Patenonkel sind so authentisch und warmherzig gezeichnet, dass ich sie mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde: Ennies Schwester Lizzy ist ebenfalls ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter, ich habe sie sehr gerne begleitet.
Der Roman ist absolut spannend geschrieben. Stellenweise konnte und wollte ich das Buch nicht aus den Händen legen. Einzig das Ende ließ mich etwas wehmütig zurück: Ein plötzlicher Zeitsprung überspringt ein großes Ereignis, auf das die Handlung intensiv hinführte. Hier fühlte ich mich als Leserin etwas ausgeschlossen, da dies nur im Nachgang erzählt wurde und ich einfach gerne „live“ dabei gewesen wäre. 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Clara Langenbach für das spannende Leseerlebnis und für das signierte Rezensionsexemplar.

»Ich wünschte, wir würden in einer Welt leben, in der die Menschen frei entscheiden können, wer sie sind und wen sie lieben. Und das sie niemanden Rechenschaft schuldig sind. Aber leider leben wir in einer Welt, in der manche nur darauf brennen, das Glück anderer Menschen zu zerstören. (…)«

[Kapitel 18, Seite 360]

Fazit: Der Roman „Im Glanz der Freiheit“ von Clara Langenbach ist eine packende Reise in eine Zeit des Umbruchs. Es feiert Frauen, die sich trotz körperlicher und seelischer Narben nicht unterkriegen lassen, und zeigt, wie wichtig Freundschaft ist. Ein Muss für Fans historisch fundierter Romane mit starken Protagonistinnen. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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