von Angela Ochel
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. November 2025 (TB), 26. Januar 2026 (eBook)
Verlag: SP
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 979-8272654762
Seitenanzahl: 261 Seiten (TB), 192 Seiten (eBook)
Preise: 09,99€ (TB), 02,69€ (eBook)
Klappentext:
„Fleur ist geschieden, Single, fast 40 Jahre alt und übersensibel. Alles macht sie nervös, am liebsten hat sie ihre Ruhe. Der Nachteil, sie ist einsam. Sie betätigt sich wenig erfolgreich als Schriftstellerin und lebt von dem Erbe, das ihre Eltern ihr hinterlassen haben. Dass sie etwas wunderlich geworden ist, fällt ihr auch auf, zumal Fleurs letzte verbliebende Freundin immer wieder betont, wie nervig Fleur geworden ist und mit dem Ende der Freundschaft droht. Wohl oder übel begibt sich Fleur in psychotherapeutische Behandlung. Da in Paris einfach keine Therapeutin zu finden ist, bucht Fleur ein Ferienhaus in einem malerischen Dorf eine Stunde entfernt von Paris und nimmt zwei Wochen lang jeden Tag Therapiestunden bei Frau Doktor Fontaine.
Auf dem Dorfmarkt trifft sie den schüchternen Joris-Karl, der verarmt auf einem Schrottplatz bei seinem trinkenden Onkel schuftet. Joris-Karl ist zurückhaltend und auch er hält sich von den Menschen fern. Fleur verliebt sich augenblicklich in den 10 Jahre jüngeren Mann, der ihr ihre Liebenswürdigkeit dankt mit seiner zarten Aufmerksamkeit. Doch die Therapeutin warnt. Fleur dürfe nicht aus Einsamkeit einfach Joris mit einem treuen Hund verwechseln. Der junge Mann braucht ein eigenes, unabhängiges Leben. Und das würde Joris-Karl nie einfordern. Und so muss Fleur eine schmerzliche Entscheidung für sie beide treffen.
Das, was Fleur an Joris so liebt, ist, dass er KEIN BÖSES WORT sagt. Zu niemandem. Zu keiner Zeit.“
Kontakt:
https://www.instagram.com/a_ochel/?hl=de
Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.
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Das Buch „Kein böses Wort: in Paris“ von Angela Ochel erzählt die Geschichte der fast 40-jährigen, geschiedenen und übersensiblen Fleur, die sich in therapeutische Behandlung begibt, um ihrer lähmenden Einsamkeit zu entkommen. Sie mietet ein Ferienhaus in einem malerischen Dorf nahe Paris und trifft dort auf Joris-Karl, einen schüchternen, zehn Jahre jüngeren Mann, der auf dem Schrottplatz seines Onkels schuftet. Was folgt, ist eine zarte Annäherung, die jedoch durch die warnenden Worte der Therapeutin über die Abhängigkeit in ihrer Beziehung auf die Probe gestellt wird.
„Ich ertrage keinen Kummer, überhaupt keinen inneren Schmerz, keine Peinlichkeiten. Das tut mir sehr weh.“
[3. Kapitel, Seite 56]
Nachdem ich die letzte Seite dieses Buches gelesen hatte, blieb das Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben. Mein erster Gedanke war: Was für eine wunderschöne, emotionale Geschichte! In einer Welt, die oft laut und hektisch ist, war dieses Buch für mich wie ein tiefer, befreiender Atemzug. Ruhig, poetisch und tatsächlich ganz ohne ein böses Wort.
Die Protagonistin Fleur war mir von Anfang an unglaublich nah. Sie wird als übersensibel und ein wenig wunderlich beschrieben, und ich muss gestehen: Ich konnte mich in ihrer Art sehr gut identifizieren und habe mich an vielen Stellen selbst wiedererkannt.
Besonders fasziniert hat mich das Setting. Angela Ochel nutzt den Kontrast zwischen der dörflichen Ruhe und der pulsierenden Großstadt meisterhaft. Während das Dorf für Fleur ein Ort der Heilung wird, scheint für den schüchternen Joris-Karl gerade Paris eine ganz eigene Rolle in seiner Entwicklung zu spielen.
Die Verbindung zwischen Fleur und Joris-Karl hat mich zutiefst berührt. Diese wohltuende Stille zwischen ihnen und die Art und Weise, wie sie einander gutgetan haben. Als die Therapeutin Fleur davor warnte, Joris-Karl aus reiner Einsamkeit mit einem „treuen Hund“ zu verwechseln, war ich hin- und hergerissen. Denn ich konnte beide Seiten verstehen: Fleurs tiefes Bedürfnis nach Nähe und die rationale, fast schmerzhafte Mahnung seine und auch ihre Unabhängigkeit zu wahren.
Danke für dieses großartige und unvergessliche Leseerlebnis.
„Kein böses Wort. Auch nicht in Paris. Wussten die Menschen eigentlich, wie schön die Welt war ohne böse Worte?“
[9. Kapitel, Seite 133]

Fazit: Während ich das Buch „Kein böses Wort: in Paris“ von Angela Ochel gelesen habe, war es für mich, als liefe ein wunderschöner Film in meinem Kopf ab. Angela Ochels Schreibstil ist so bildhaft und einfühlsam, dass diese Geschichte mit Sicherheit noch lange in meinem Leseherz behalten werde. Ein Buch mit leisen und berührenden Tönen. Heilung beginnt oft dort, wo man es am wenigsten erwartet. Sehr lesenswert.
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