von Johanna von Wild
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. März 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839280546
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)
Klappentext:
„Sibylla von Anhalt wächst Mitte des 16. Jahrhunderts unbeschwert auf Schloss Dessau auf, teilt das Interesse ihrer Stiefmutter an Heilkräutern und heiratet Friedrich von Mömpelgard. Für beide ist es eine Liebesheirat und die Familie wächst schnell. Doch bald trübt sich das Glück. Als Friedrich Herzog von Württemberg wird, kommt es nicht nur zwischen den Eheleuten, sondern auch mit den Landständen zu Spannungen. Sibyllas einzige Lichtblicke sind die Arzneikammer und die heimlich erblühende Liebe zum Arzt von St. Catharina.“
Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de/news/
https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/das-schicksal-der-herzogin.html
Hinweise:
– Das Buch durfte ich freundlicherweise testlesen. Außerdem habe ich von der Autorin ein Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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Das Buch „Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild spielt im ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhundert und entführt die Leserinnen und Leser an den glanzvollen, aber auch mitunter gnadenlosen Hof von Württemberg. Die Geschichte begleitet das Leben der jungen Sibylla von Anhalt, die durch ihre Heirat mit Herzog Friedrich I. in einer Welt voller politischer Ränkespiele, persönlicher Entbehrungen und medizinischer Entdeckungen zu Hause ist.
Es gibt Bücher, die liest man, und es gibt Bücher, die erlebt man hautnah. Johanna von Wild hat es auch mit ihrem neuen Buch wieder einmal geschafft, dass ich das Gefühl hatte, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern mitten im Geschehen am Stuttgarter Hof des 16. Jahrhunderts zu sein.
Im Zentrum steht Sibylla von Anhalt (1564–1614), die spätere Herzogin von Württemberg. Selten ist mir eine historische Figur so schnell ans Herz gewachsen. Dass sie bereits im Alter von nur 16 Jahren den fast zehn Jahre älteren Friedrich I. heiraten musste, um die politische Verbindung zwischen Anhalt und Württemberg zu festigen, wird im Buch schmerzhaft spürbar. Sibylla ist unglaublich sympathisch und so glaubhaft gezeichnet, dass ich im gesamten Verlauf der Handlung mit ihr mitgefiebert habe. Es gab Momente, da hätte ich sie am liebsten einfach nur fest gedrückt. Sie nimmt vieles hin, doch Johanna von Wild macht deutlich, dass Sibylla in der damaligen Zeit oft keine andere Wahl blieb. Besonders fasziniert hat mich ihre historische Rolle als heilkundige Herzogin. Ihr großes Interesse an der Heilkunde und Pharmazie, das sie später in ihrem berühmten Lustgarten in Leonberg auslebte, war für mich wie ein innerer Ausbruch aus den starren, oft erstickenden Konventionen des Hoflebens.
Ein persönliches Highlight ist für mich die fiktive Figur Ava, Sibyllas engste Vertrauensperson und „Milchschwester“. Ava fungiert wie ein Bindeglied zwischen uns Lesenden und der Herzogin; durch ihre Augen wird Sibyllas stoisches Ertragen der Demütigungen durch ihren Ehemann Friedrich I. erst so richtig greifbar. Friedrich wird hier als das dargestellt, was er wohl auch historisch war: Ein egozentrischer, oft rücksichtsloser Herrscher. Er bildet den perfekten Gegenpol zur empathischen Sibylla, die sich trotz der 15 Kinder, die sie ihm gebar, nie in der reinen Mutterrolle verlor, sondern sich stets ihren Intellekt bewahrte.
Der Schreibstil von Johanna von Wild ist gewohnt lebendig, farbenfroh und absolut mitreißend. Von Sibyllas schicksalhafter Geburt in Bernburg über die prachtvolle, aber kühle Hochzeit in Stuttgart bis hin zu ihrem Witwensitz in Leonberg: Ich spürte in jeder Zeile die fundierte Recherche. Die Autorin verknüpft die biografischen Fakten, wie Sibyllas Einsatz für die Armen und Kranken, meisterhaft mit einer fesselnden, unvergesslichen und teilweise fiktiven Geschichte.
Vielen Dank für dieses lesenswerte und lehrreiche Lesevergnügen. Und auch ein herzliches Dankeschön, dass ich dieses Buch testlesen durfte.

Fazit: „Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild ist ein tief bewegender Roman über eine starke Frau, die trotz aller Widerstände (und eines schwierigen Ehemanns) ihren Weg suchte und in der Medizin ihre Bestimmung fand. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne in reale Schicksale vergangener Zeiten ein- und abtauchen – unbedingt lesen!
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Frei-Exemplars, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
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