von Johanna von Wild
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. August 2020
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3-8392-2699-5
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 16,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)
Klappentext:
Tübingen 1498. Der erst elfjährige Ulrich wird zum Herzog von Württemberg ernannt, Küchenjunge Johannes steht ihm als treuer Freund zur Seite. In den Folgejahren muss Johannes, inzwischen Arzt, miterleben, wie der verschwenderische Herzog das Land in den Ruin treibt und seine große Liebe, Sophie Breuning, den eiskalten Volland heiratet. Während Ulrich immer zügelloser handelt und es zum Bauernaufstand kommt, verschwindet Sophie spurlos. Als Johannes von ihrem Geheimnis erfährt, beginnt für ihn eine Odyssee …
Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de/news/
https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/der-getreue-des-herzogs.html
Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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Der historische Roman „Der Getreue des Herzogs“ von Johanna von Wild entführt die Leser und Leserinnen in das Württemberg des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts und erzählt die packende Lebensgeschichte des fiktiven Arztes Johannes, der als enger Vertrauter des ebenso glanzvollen wie tyrannischen Herzogs Ulrich zwischen tiefer loyaler Freundschaft, einer verbotenen Liebe und den blutigen Unruhen der Bauernaufstände bestehen muss.
Nachdem ich die letzte Seite von „Der Getreue des Herzogs“ gelesen hatte, war ich noch ganz von der dichten Atmosphäre des spätmittelalterlichen Württembergs erfüllt. Es kommt selten vor, dass mich ein historischer Roman so sehr packt, dass ich mich regelrecht zwingen musste, diesen ab und zu zur Seite zu legen, doch hier war es definitiv der Fall. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und die 448 Seiten waren innerhalb weniger Tage gelesen.
Im Mittelpunkt steht die außergewöhnliche Bindung zwischen dem späteren Arzt Johannes und Herzog Ulrich. Johanna von Wild ist es meisterhaft gelungen, die komplexe Figur des Ulrich von Württemberg lebendig werden zu lassen. Ich fühlte mich während der gesamten Lektüre wie eine unsichtbare Begleiterin am Hofe, die miterlebt, wie aus einem Jungen ein verschwenderischer und völlig unberechenbarer Herrscher wird.
Mein Verhältnis zum Protagonisten Johannes war dabei von einer absoluten Ambivalenz geprägt: Einerseits habe ich ihn für seine unerschütterliche Loyalität bewundert. In einer Zeit des Verrats ist seine Treue zu Ulrich ein moralischer Anker. Andererseits hätte ich ihn manchmal am liebsten kräftig geschüttelt, wenn er trotz Ulrichs Zügellosigkeiten und Ungerechtigkeiten weiterhin zu ihm stand. Dieser innere Konflikt hat Johannes für mich unglaublich menschlich und greifbar gemacht.
Besonders beklemmend, und zugleich der besondere Reiz des Buches, ist die Darstellung von Ulrichs Schreckensherrschaft. Die Autorin zeigt hautnah, wie der Herzog das Land durch seine maßlose Verschwendungssucht und kriegerischen Ambitionen buchstäblich in den Ruin treibt. Während am Hofe geprasst wird, hungert das Volk. Ich fand es erschütternd zu lesen, wie aus der drückenden Steuerlast und der Willkür des Adels eine brodelnde Unzufriedenheit erwuchs. Die Schilderung der Unruhen durch den „Armen Konrad“ ist Johanna von Wild meisterhaft gelungen: Man spürt förmlich die Verzweiflung der Bauern, die nichts mehr zu verlieren haben. Johannes, der als Arzt die Wunden dieser Zeit heilen will, steht mittendrin in diesem hochexplosiven Gemisch aus politischem Versagen und menschlichem Leid.
Die (fiktive) Liebesgeschichte zwischen Johannes und Sophie Breuning war für mich der Teil des Romans, der mich emotional am stärksten mitgenommen hat. In der düsteren Atmosphäre der Bauernaufstände waren die heimlichen Begegnungen der beiden wie kleine Strahlen der Hoffnung. Das Verschwinden von Sophie und das damit verbundene Geheimnis waren ein zusätzlicher Antrieb beim Lesen. Der Antagonist Volland bildet dazu das perfekte, abgrundtief böse Gegenstück. Seine Eiseskälte spiegelt die Gnadenlosigkeit der damaligen Zeit wider und machte für mich das Mitfiebern umso intensiver.
Was mich besonders an diesem Roman beeindruckt hat, ist die historische Tiefe. Man merkt in jedem Kapitel, wie akribisch Johanna von Wild recherchiert hat. Ob es die politischen Verwicklungen, die medizinischen Details oder die Vorboten der Reformation sind … alles wirkt authentisch.
Mit ihrem bildhaften Stil hat sie es zudem geschafft, dass das historische Wissen mit dem Schicksal der Figuren verschmilzt. Ich habe das Gefühl, echte historische Persönlichkeiten wie beispielsweise Ulrich von Württemberg wirklich kennengelernt zu haben – einfach die Menschen hinter den Namen, die man aus zahlreichen Geschichtsbüchern kennt. Und genau das sollte ein guter historischer Roman liefern.
Danke für dieses großartige und lehrreiche Leseerlebnis und für das signierte Frei-Exemplar.

Fazit: „Der Getreue des Herzogs“ von Johanna von Wild hat mich emotional aufgewühlt auch historisch bereichert. Ich bin tief in die Geschichte Württembergs eingetaucht und habe einiges dazu gelernt. Sehr lesenswert.
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Geschenks, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
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