„Der Rosenhof“

von Priska Buchsbaum

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Februar 2026
Verlag: Goldmann
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3442495511
Seitenanzahl: 736 Seiten
Preise: 15€ (TB), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Freiburg im Breisgau 1914: Als ihr einziger Sohn in den Krieg zieht, muss die vermögende Witwe Else das Weingut ihrer Familie, den Rosenhof, allein weiterführen. Zwei junge Frauen, die ebenfalls auf sich gestellt sind, finden dort Zuflucht: Helene und Pauline. Die Krankenschwester Helene arbeitet in einem Freiburger Lazarett und ist insgeheim dankbar für die Abwesenheit ihres herrschsüchtigen Ehemanns. Pauline dagegen möchte möglichst nah an der Grenze zu Frankreich sein, wo sowohl ihr Bruder als auch ihre heimliche Liebe, der Franzose André, kämpfen. Noch ahnen die drei Frauen nicht, dass ihre Schicksalsgemeinschaft auf dem Rosenhof ihr Leben für immer verändern wird …“

Homepage:
https://www.priska-locascio.com/priska-buchsbaum-1

https://www.penguin.de/buecher/priska-buchsbaum-der-rosenhof/taschenbuch/9783442495511

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Manchmal liest man ein Buch, das einem nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern den Blick auf die eigene Heimat für immer verändert. So ging es mir mit „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum. Als Freiburgerin war dieser historische Roman für mich ein ganz besonderes Erlebnis, das mich tief bewegt und zugleich sprachlos zurückgelassen hat.

Wir schreiben das Jahr 1914 in Freiburg im Breisgau. Der Erste Weltkrieg bricht aus und reißt Lücken in das Leben der Menschen. Auf dem Weingut „Rosenhof“ bildet sich eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft aus drei Frauen: Die vermögende Witwe Else, die Krankenschwester Helene und die junge Pauline.

Was mich an diesem Buch besonders nachhaltig beeindruckt hat, ist die Darstellung des Ersten Weltkriegs fernab der Schützengräben. Da Freiburg so nah an der französischen Grenze liegt, war die Stadt eine der ersten in Deutschland, die den modernen Luftkrieg in seiner ganzen Härte zu spüren bekam. Die Schilderungen der heftigen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung haben mich traurig und sprachlos gemacht. Mir war das Ausmaß dieser frühen Angriffe auf meine Heimatstadt in dieser Form nicht bewusst.
Ein ganz persönlicher Moment war für mich die Erwähnung des Lazaretts indem Helene als Krankenschwester arbeitet: Die Autorin beschreibt ein Lazarett in einer Schule, die sich ganz in der Nähe meines heutigen Wohnhauses befand. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, und ohne dieses Buch hätte ich nie geahnt, welche dramatischen Szenen sich dort, wo ich heute lebe, abgespielt haben. Die Schilderungen des Lazarett-Alltags sind ungeschönt und machen das Leid der Verwundeten greifbar, ohne dabei den Respekt vor den Schicksalen zu verlieren.
Obwohl Else, Helene und Pauline charakterlich völlig unterschiedlich sind, hat mich ihre gemeinsame Stärke fasziniert. Jede trägt ihr eigenes Päckchen, doch in der Krise finden sie auf dem Rosenhof zusammen. Diese Darstellung weiblicher Solidarität in einer Zeit des Umbruchs ist der emotionale Anker der Geschichte.
Ein großes Lob verdient auch der Sprachstil von Priska Buchsbaum. Sie schreibt wunderbar eindringlich und so detailliert, dass man das Gefühl hat, den Duft der Reben auf dem Rosenhof in der Nase zu haben oder den Staub der Freiburger Straßen zu spüren. Trotz der historischen Tiefe und der vielen Details kam niemals Langeweile auf. Die Sprache ist so lebendig und packend, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen. Es ist diese perfekte Mischung aus informativer Geschichtsschreibung und emotionalem Storytelling, die diesen über 700 Seiten starken Schmöker, so lesenswert und unvergesslich macht.

Danke für dieses lehrreiche und emotionale Leseerlebnis.

Fazit: Der historische Roman „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum ist eine Liebeserklärung an die Widerstandskraft der Frauen und ein wichtiges Stück Freiburger Zeitgeschichte. Wer packende Schicksale mag und Freiburg einmal mit ganz anderen Augen sehen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird.

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