Lea Gerstenberger

Hallo zusammen,

hier findet ihr ein Interview mit der Autorin, Buchbloggerin und Freundin Lea Gerstenberger. Wir haben uns über ihren Debütroman „Der Gesang des Falken“ (erschienen im Juni 2026) und ihr Leben als Autorin unterhalten.
Viel Spaß beim Lesen, eure

P.S.: Das Copyright des verwendeten Bildes liegt bei Lea Gerstenberger, die Rechte am Cover liegen bei der Verlagsgruppe Droemer-Knaur und das Copyright der übrigen Bilder bei mir („Büchertanz“).

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Zur Biographie:

Lea Gerstenberger, Jahrgang 1994, hat in Freiburg Medienkulturwissenschaft und Geschichte studiert. Inzwischen lebt sie in München und arbeitet im Marketing eines Verlages. Schon seit ihrer Kindheit begeistert sie sich für Bücher und die Vergangenheit und kombiniert ihre beiden Leidenschaften auf Instagram unter @geschichteingeschichten. Wenn sie gerade kein Buch in der Hand hält, schwingt sie die Häkelnadel oder reist an geschichtsträchtige Orte.
(Quelle: Homepage Droemer-Knaur)

Homepage/ Kontakt:

https://lea.gerstenberger.de/autorin/

https://www.droemer-knaur.de/autor/lea-gerstenberger-3015102?srsltid=AfmBOopAeiDXe_ebhrhR2WtkiaFJDTwwvn3XkAQSV8hC2KUvUXKlFyTk

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Kommen wir nun zum Interview …


Das Debüt & die Historie:

1. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Debütroman „Der Gesang des Falken“! Nimm uns mal mit an den Anfang: Was war der allererste Funke oder das erste Bild im Kopf, das dich zu dieser Geschichte inspiriert hat?

Vielen Dank! Ich glaube, das war das Bild einer jugendlichen Anne Boleyn, die staunend und fasziniert die schillernde Welt des französischen Hofes kennenlernt. Spätestens, als ich herausfand, dass zur genau gleichen Zeit sogar Leonardo da Vinci in Frankreich war, wusste ich, dass ich über diese Umgebung schreiben möchte.

2. Auf deinem Blog @geschichteingeschichten nimmst du historische Romane genau unter die Lupe. Wie war es für dich, nun selbst die Balance zwischen historischer Faktentreue und literarischer Freiheit zu finden?

Ich habe versucht, den Roman so zu schreiben, wie ich andere auch selbst gerne lese: Mit so vielen überlieferten Fakten, historischen Figuren und korrekten Details wie möglich, aber so, dass wir eine lebendige und interessante Geschichte verfolgen können, in der die Lücken plausibel gefüllt sind. Ich hatte natürlich immer im Hinterkopf, meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden zu wollen. Gleichzeitig bietet diese Zeit genügend Spielraum für eigene Interpretationen, sodass ich nicht das Gefühl hatte, in meiner Freiheit eingeschränkt zu sein. Zu überlegen, wie man die Erkenntnisse aus der Recherche im Roman unterbringen könnte, ist genau das, was daran so großen Spaß gemacht hat.

3. In deinem Buch zeigst du die berühmte Anne Boleyn in ihren jungen Jahren in Frankreich – eine Perspektive, die man selten liest. Warum hat dich gerade diese Phase ihres Lebens so fasziniert?

Weil diese Perspektive so unbekannt ist und wir fast keine direkten Quellenzeugnisse über Anne Boleyn in Frankreich haben, es aber dennoch eine unglaublich prägende Zeit für sie gewesen sein muss. Wie viel sie aus Frankreich für ihren Charakter mitgenommen hat, wird in späterer Zeit immer wieder hervorgehoben. Deshalb fand ich es richtig reizvoll, mir vorzustellen, was sie dort erlebt haben könnte und welche Einflüsse ihre Persönlichkeit geformt haben. Um den vielen „blinden Flecken“ gerecht zu werden, habe ich ihr im Roman meine fiktive Protagonistin Marcelle zur Seite gestellt, die ihre eigene Geschichte erlebt und durch deren Augen wir Anne kennenlernen.

4. Wenn du die Atmosphäre deines Romans in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Lebensfroh, aufregend, höfisch.


Das Leben als Autorin & Verlagsinsiderin:

1. Du kennst die Buchbranche als Marketingmitarbeiterin im Verlag und jetzt auch als Autorin. Welches „Insiderwissen“ hat dir beim Schreiben oder beim Prozess bis zur Veröffentlichung am meisten geholfen – und was hat dich trotzdem überrascht?

Das Schreiben selbst hat das eigentlich nicht beeinflusst. Aber ich konnte die Geschichte einigermaßen realistisch einschätzen und das hat mir den Mut gegeben, an den Stoff zu glauben und ihn einzureichen. Bis zur Veröffentlichung, was ein ziemlich langer Zeitraum war, hat es mir aber sehr geholfen, die grundlegenden Abläufe zu kennen. Dadurch wusste ich immer, was ungefähr gerade im Hintergrund passiert. Wirklich gar nicht vorbereitet war ich allerdings auf diese Mischung aus riesiger Vorfreude und unglaublicher Nervosität, die jeden einzelnen Schritt begleitet hat!

2. Wie sieht dein Schreiballtag aus? Bist du eine strukturierte Plotterin, die jedes Kapitel vorher genau plant, oder lässt du dich beim Schreiben eher von den Figuren treiben?

Ich bin definitiv eine Plotterin, die einem ziemlich klaren Szenenplan folgt. Einerseits sehe ich dadurch schon früh, ob die Geschichte dramaturgisch überhaupt funktioniert, andererseits könnte ich ansonsten gar nicht prüfen, ob alles mit den historischen Ereignissen zusammenpasst. Ich beginne praktisch mit einem Zeitstrahl des Hintergrundgeschehens und baue dann meine eigene Erzählung ein. Manchmal sind die Szenen schon recht detailliert strukturiert, in anderen Fällen überlege ich mir die konkrete Ausgestaltung erst spontan oder recherchiere nochmal Details nach. Während des Schreibens und der Überarbeitung kann sich dieses Gerüst natürlich trotzdem noch verändern, aber zumindest habe ich damit Leitplanken, an denen ich entlanggehen kann und die mir immer sagen, was gerade in der Story los ist. Dadurch finde ich auch wieder leichter in die Geschichte, wenn ich mal eine Weile nicht weiterschreiben konnte. Der Großteil der Arbeit findet an den Wochenenden statt, wenn ich den Kopf frei habe und so richtig eintauchen kann.


Blick in die Zukunft & Persönliches:

1. Von der Medienkulturwissenschaft zur erfolgreichen Bloggerin und nun zur Romanautorin: Was war auf diesem Weg der beste Rat, den du je zum Thema Schreiben bekommen hast?

Hauptsache, man schreibt! In dem Sinne, dass man keine Angst vor dem leeren Blatt haben darf und lieber einen ausbaufähigen Entwurf zu Papier bringen sollte, anstatt vor lauter Perfektionismus gar nicht erst anzufangen.

2. Das Buch ist gerade erst auf dem Markt, aber ich bin natürlich neugierig: Dürfen sich deine Leser und Leserinnen schon auf weitere historische Stoffe aus deiner Feder freuen, oder zieht es dich vielleicht mal in ein ganz anderes Genre?

Man kann sich schon freuen, auch wenn ich darüber noch nichts verraten darf. Die Vergangenheit bietet schließlich unerschöpflich viele spannende Geschichten und Figuren. Ich würde zwar nicht völlig ausschließen, irgendwann auch mal andere Genres auszuprobieren, aber historische Romane werden immer meine Nummer 1 bleiben.

3. Zum Schluss ein kurzes Gedankenexperiment: Wenn du für einen Tag per Zeitmaschine an den französischen Hof von 1514 reisen könntest, welcher Person aus deinem Roman würdest du am liebsten heimlich über die Schulter schauen?

Das ist die offensichtliche Antwort, aber tatsächlich Anne Boleyn. Sie ist durch ihre dramatische Lebensgeschichte und die vielen fehlenden Erkenntnisse einfach die rätselhafteste und interessanteste Person. Und mit ihr hätte ich ja das Glück, auch gleich noch die ganzen anderen faszinierenden Charaktere am Hof von François I.kennenzulernen. Allerdings würde ich die Zeitreise gerne unsichtbar und unverwundbar unternehmen, nur zur Sicherheit …

Herzlichen Dank für diese interessanten Einblicke!

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