„Der Gesang des Falken“

von Lea Gerstenberger

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2026
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3426564301
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 18€ (Paperback), 5,99€ (eBook)

Klappentext:
„Paris, 1514. Der königliche Hof glänzt vor Pracht und Reichtum, doch hinter den Kulissen herrschen Missgunst und Intrigen. Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, verabscheut dieses Theater. Wirklich glücklich ist sie nur fernab des Hofes beim Zeichnen und mit ihrem einzigen Freund Jean, dem Sohn des Großfalkners.
Als Marcelle von ihrem Vater gezwungen wird, sich als Hofdame der englischen Braut des Königs zu beweisen, wird ihr ein junges Mädchen zur Seite gestellt – Anne Boleyn. Sie scheint alle höfischen Tugenden zu verkörpern: elegant, gebildet, unnahbar. Deshalb darf sie auch in Frankreich bleiben, als ein neuer König den Thron besteigt. Doch Marcelle blickt bald hinter die Fassade der Engländerin und entdeckt in Anne eine Verbündete, deren Scharfsinn und verborgener Freiheitsdrang ihr imponieren. Kann ihre Freundschaft den beiden helfen, sich zwischen höfischen Intrigen und großen Träumen zu behaupten und ihren eigenen Weg zu finden?“


Homepage:
https://lea.gerstenberger.de/autorin/
https://www.droemer-knaur.de/buch/lea-gerstenberger-der-gesang-des-falken-9783426564301

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Lea Gerstenberger als Vorab-Exemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Der Gesang des Falken“ von Lea Gerstenberger ist ein historischer Roman, der im 16. Jahrhundert in Frankreich spielt und eine berührende Geschichte über eine Freundschaft der jungen Anne Boleyn mit der fiktiven Marcelle erzählt.

Wir reisen zurück an den prachtvollen französischen Königshof des Jahres 1514. Es ist eine Epoche des extremen Umbruchs: Der Übergang vom Spätmittelalter zur Renaissance ist überall spürbar.
Im Mittelpunkt steht Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, die das von starren Konventionen und Intrigen geprägte Hofleben eigentlich verabscheut. Als sie jedoch gezwungen wird, Hofdame zu werden, trifft sie auf ein junges englisches Mädchen: Die historisch reale Anne Boleyn. Obwohl Anne auf den ersten Blick die perfekte, unnahbare höfische Eleganz verkörpert, blickt Marcelle bald hinter ihre Fassade. Zwischen den beiden ungleichen jungen Frauen entsteht eine tiefe Verbindung.

Besonders faszinierend an dieser Geschichte ist, wie präzise Lea Gerstenberger die engen gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit einfängt und veranschaulicht. Ehen wurden strategisch geschlossen, um Allianzen zu schmieden. In diesem Geflecht aus Machtansprüchen und dem beginnenden Epochenwechsel unter dem späteren König Franz I., der als großer Förderer von Kunst und Humanismus gilt, müssen sich die Figuren des Romans behaupten.
Der Autorin ist es absolut gelungen, die beginnende Renaissance unter Ludwig XII. und später Franz I. lebendig werden zu lassen. Das Setting ist so bildhaft beschrieben, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst durch die imposanten Palasthallen zu wandeln.
Was mich an diesem Buch am meisten begeistert hat, ist die großartige Charakterzeichnung vor diesem realhistorischen Hintergrund. Die Dynamik, die Kontraste und die Freundschaft zwischen der naturverbundenen, freiheitsliebenden Marcelle und der eleganten Anne Boleyn sind wunderschön, absolut überzeugend und lebensecht dargestellt. Für Kenner und Kennerinnen der Geschichte ist es zudem ein intellektueller Genuss zu sehen, wie Anne Boleyns prägende Jahre in Frankreich (die sie später zu der strategisch klugen Frau machten) hier psychologisch feinfühlig hergeleitet werden.
Ein besonderes Highlight war für mich Jean, der Sohn des Großfalkners. Jean fungiert hier als perfektes Bindeglied, er verwebt die Welten der beiden so unterschiedlichen jungen Frauen mit- und untereinander. Außerdem wird durch ihn die hochentwickelte Kunst der Beizjagd (Falknerei) thematisiert, die damals weit mehr als nur ein Zeitvertreib des Adels war: Sie war ein Statussymbol, ein diplomatisches Werkzeug und ein Spiegelbild der höfischen Hierarchie. Ich habe während des Lesens unheimlich viel über die Falknerei dazu gelernt. Lea Gerstenberger beschreibt die Ausbildung der Vögel, die Handhabung des Geschirrs und die Psychologie zwischen Mensch und Greifvogel so fundiert, dass ich hier echtes Fachwissen mitnehme. 

Besonders hervorheben möchte ich den gelungenen Schreibstil: Lea Gerstenberger erzählt unglaublich spannend und einfühlsam, wunderbar detailliert und gleichzeitig angenehm unaufgeregt. Obwohl das Buch auch ruhigere Passagen besitzt, wird es an keiner Stelle langatmig. Die Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und unbedingt wissen musste, wie es mit Marcelle und Anne weitergeht. Man spürt auf jeder Seite die fundierte historische Expertise der Autorin.

Herzlichen Dank für dieses lehrreiche und großartige Lesevergnügen und für das Vertrauen, dieses Buch als Testleserin begleiten zu dürfen.

Fazit: Der historische Roman „Der Gesang des Falken“ von Lea Gerstenberger ist ein rundum gelungenes, tiefgründiges und eindrucksvolles Debüt. Ich hoffe inständig, dass wir noch viele weitere Bücher von dieser großartigen neuen Stimme des historischen Romans hören werden. Unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars muss diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet sein.

_ _ _

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert