„Die Köchin – Lebe deinen Traum“

von Petra Durst-Benning

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. August 2022
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0787-9
Seitenanzahl: 512 Seiten

Klappentext:
„»Bon appétit!« Wenn Fabienne die Gäste des Schleusenwärterhauses bewirtet, ist sie glücklich. Schließlich gibt es bei ihnen das beste Essen am ganzen Canal du Midi: Fabiennes Maman kocht zwar mit den einfachsten Zutaten, aber eben auch mit Liebe und Leidenschaft. Was könnte es Schöneres geben, als von ihr zu lernen? Nur der Gedanke an ihren Geliebten Eric lässt Fabienne gelegentlich von der großen weiten Welt träumen. Als ihre Mutter unerwartet stirbt und der Vater eine neue Frau ins Haus holt, brennt die Minderjährige mit Eric durch. Schon bald lässt der sie bedenkenlos im Stich, und Fabienne muss allein für sichsorgen: Mit großem Glück findet sie Arbeit als Küchenhilfe in einem Weingut. Mit Stéphanie, der charismatischen Tochter des Hauses, verbindet sie schnell eine ungewöhnliche Freundschaft. Fabiennes Zukunft scheint rosig, doch dann schlägt das Schicksal grausam zu – und nichts ist mehr, wie es war.“

https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Die-Koechin-Lebe-deinen-Traum/Petra-Durst-Benning/Blanvalet/e593822.rhd

– Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund von Links zu der Homepage der Verlagsgruppe kennzeichne ich diese Rezension als Werbung

Coverrechte: Blanvalet-Verlag

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Das Buch „Die Köchin – Lebe deinen Traum“ von Petra Durst-Benning ist der Auftakt zu einer Trilogie um die junge Fabienne, welche in Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts dafür kämpft, als Köchin angesehen zu werden.

Die 16jährige Fabienne wächst als jüngste Tochter eines Schleusenwärters am Canal du Midi in Südfrankreich auf. Ihre Mutter bewirtet dort, mit Fabiennes tatkräftigen Unterstützung, die Schiffer. Es gibt für Fabienne nichts Schöneres, als von ihrer Mutter in die Geheimnisse der Kochkunst eingewiesen zu werden, doch gleichzeitig spürt sie auch den Wunsch, mehr aus ihrem Leben zu machen und vor allem mehr von der Welt zu sehen.
Als ihre Mutter völlig unerwartet stirbt und Fabienne von ihren Geschwistern hängen gelassen wird und zum größten Übel noch eine neue Frau bei ihrem Vater einzieht, fällt Fabienne eine folgenschwere Entscheidung: Zusammen mit ihrem Geliebten Eric brennt sie durch.
Doch als Eric sie kurz darauf sitzen lässt, ist die junge Frau komplett auf sich alleine gestellt. Sie findet eine Anstellung als Küchenhilfe in einem Weingut. Mit Stéphanie, der Tochter des Hauses, verbindet sie schnell eine eigentümliche Freundschaft. Fabienne wagt einen positiven Blick in ihre Zukunft, doch es soll alles anders kommen, als sie es sich vorgestellt hat.

Petra Durst-Benning und ihre einzigartigen Bücher begleiten mich mittlerweile schon seit über 13 Jahren und haben mich als Leserin sehr geprägt. Immer wieder schafft sie es, mich mit interessanten Themen, historischen Figuren/ Hintergründen und wunderbaren Schauplätzen zu begeistern und auf eine wundervolle Reise zwischen zwei Buchdeckeln zu entführen.
Ich habe jeden ihrer Romane mit großer Begeisterung gelesen und freute mich schon sehr, als sie Anfang des Jahres 2022 ihr neues Buch „Die Köchin – Lebe deinen Traum“ ankündigte. Nicht nur die Handlung und das interessante Thema weckten mein Interesse, sondern auch der Handlungsort Canal du Midi – an diesem wundervollen und magischen Ort verbrachte ich als Kind und Jugendliche einige unvergessliche Urlaube. Dieses Buch musste ich mir einfach direkt am Erscheinungstag kaufen und lesen.

Wie in in allen ihren Büchern, hat Petra Durst-Benning wieder sehr authentische, außergewöhnliche und unvergessliche Charaktere geschaffen.
Die mitreißende Geschichte der jungen Fabienne steht dabei im Mittelpunkt des Romans. Fabienne ist ein herzensgutes Mädchen, welches zu Beginn mit ihren gerade einmal 16 Jahren noch etwas leichtgläubig daher kommt. Sie führt kein völlig unbeschwertes Leben, da sie viel und lange unentgeltlich im Betrieb ihrer Eltern arbeiten muss. Sie ist aber glücklich, wenn sie mit ihrer geschätzten Mutter zusammen schmackhafte Gerichte kochen kann. Doch ihre Mutter muss noch einige andere kräftezehrenden Arbeiten erledigen und als diese völlig überraschend und viel zu früh an Auszehrung verstirbt und der Vater schnell eine neue Frau an seiner Seite hat, sieht Fabienne keine Zukunft mehr in ihrem Elternhaus. Fabienne ist ein sehr ehrlicher Charakter, welche alles für die Erfüllung ihrer Träume und Wünsche gibt. Sie gibt sich selbst nicht auf und auch wenn sie tief fällt, steht sie wieder auf und geht weiter ihren Weg. Ich mochte ihre warmherzige, offene Art und auch ihre sehr glaubhafte Entwicklung von einem jungen Mädchen zu einer kämpferischen jungen Frau.

„ »[…] Aber selbst wenn ich meinen Traum die Tür vor der Nase zusperren würde, wäre er deshalb noch lange nicht fort! Er würde sich viel eher irgendwo hinter einer Ecke verstecken. Und eines Tages, wenn ich nicht mehr an ihn denke und arglos die Tür öffne, würde er mich erneut anspringen und mich fragen, ob ich allen Ernstes geglaubt hätte, ihn einfach loswerden zu können.[…]«“

Seite 499, Zeilen 4 – 11

Neben Fabienne steht die äußerst rätselhafte Stéphanie im Zentrum der Geschichte. Diese undurchsichtige und an vielen Stellen auch sehr unsympathische Figur, machte es mir nicht immer leicht, sie zu mögen. Sie hat ihre Gründe, weshalb sie so ist, wie sie ist, allerdings konnte ich mich nicht immer in ihre äußerst egoistische Art hineinversetzen, welcher in einer unverzeihlichen Tat gipfelt, mit der sie bei mir sämtliche Sympathien verspielte. Aber auch solche unliebsamen Charaktere, bei denen man sich die Haare rauft und die einen entsetzen, muss es meiner Meinung nach in Büchern geben. Neben und um diese beiden Hauptfiguren spielen noch einige weitere Charaktere mit. Ich möchte nicht einzeln auf diese eingehen, da ich sonst einiges von der Handlung vorwegnehme. Aber wie in all ihren Büchern hat Petra Durst-Benning äußerst facettenreiche und lebendige Figuren geschaffen, welche mir mit ihren Ecken und Kanten sehr in Erinnerung bleiben werden und auf mich auch nie überzeichnet gewirkt haben. Sie alle bilden ein sehr lebhaftes und stimmiges der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts ab.

Die Ereignisse des Buches werden chronologisch erzählt. Zusammen mit dem wunderbar leichten und bildhaften Sprachstil der Autorin konnte mich die Geschichte ab der ersten Seite abholen und mich bis zum Ende festhalten. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den Figuren und ihren Geschichten in den nächsten Teilen der Reihe weiter geht.
Mit absoluter Leichtigkeit vermittelt Petra Durst-Benning historische Daten und Fakten über die Regionen Canal du Midi, Carcassonne und Lyon und über die Bewohner und deren Lebensweisen.
Wunderbar und sehr genüsslich sind die vielen Szenen, in denen gekocht wird. Hier merkt man einfach, wie sehr Petra Durst-Benning für die gute französische Küche ‚brennt‘ und auch, wie leidenschaftlich und akribisch sie hier recherchiert hat.
Das Buch ist ein haptisches Gesamt-Erlebnis: Es ist eine gebundene Ausgabe mit einem sehr stimmungsvollen Cover. Die unterhaltsame Geschichte wird von einem Nachwort der Autorin und einigen Rezepten, welche im Buch gekocht werden, perfekt abgerundet. Ein absoluter Buch-Schatz im Regal, den ich nie wieder hergeben möchte.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches bildet das ausgehende 19. Jahrhundert in Frankreich. Frauen sind den Männern gesellschaftlich weit unterstellt. Während Frauen in Herrschaftshäusern als Köchinnen arbeiten, haben sie in Restaurantküchen keine Chance. Hier regieren, wie in vielen anderen Bereichen, die Männer. Einzig in Lyon gab es „Les mères lyonnaises – Die Mütter Lyons“. Dies waren Frauen, welche sich aus ihrer finanziellen Not mit der Eröffnung eines eigenen Restaurants befreit und sich gegenseitig unterstützt und geholfen haben.
Ein weiterer geschichtlicher Hintergrund ist die Veränderung des Verkehrswesens zu dieser Zeit. Als mit dem Bau des Canal du Midi (‚Kanal des Südens‘) im 17. Jahrhundert begonnen wurde, verband er das Mittelmeer mit der Stadt Toulouse und sorgte dafür, dass frische und verderbliche Waren schneller ans Ziel kamen. Zu Beginn der Handlung des Buches hat der Canal du Midi vieles von seinem ehemaligen Reiz verloren. Die Waren werden nun häufig mit der Eisenbahn durchs Land geschickt.
In der heutigen Zeit hat der Canal du Midi seine Funktion als Fremdenattraktion und fördert damit die Wirtschaft der Region. Er wird mit Sport- und Hausbooten befahren und seit 1996 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ich kann aus persönlicher Sicht erzählen, dass dieser Kanal und die gesamte Umgebung etwas absolut magisches an sich hat. Viele Urlaube verbrachte ich dort und spazierte immer einige Stunden an dem Ufer des Kanals herum. Ein Urlaub dort lohnt sich auf jeden Fall.
Petra Durst-Benning hat diese geschichtlichen Hintergründe wunderbar recherchiert und verwebt diese Fakten wunderbar mit den Lebensgeschichten ihrer fiktiven Charaktere.

Hier findet ihr Impressionen von dem Fluss Hérault in der Stadt Agde im Juni 2018 und der Stadt Carcassonne im Juni 2022. Bitte beachtet das jeweilige Copyright dieser Bilder.

Danke liebe Petra Durst-Benning für diesen lesenswerten Reihen-Auftakt und die wunderbare (kulinarische) Urlaubsreise im Kopf.

Fazit: Was für ein wunderbarer und vor allem genussvoller Start in eine neue Buchreihe: Eine Hauptfigur, die man einfach gerne haben muss, wunderbare Handlungsorte und ein richtig gutes Thema. Was möchte das Lese-Herz mehr?

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei (finanzielle)Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch wurde selbst gekauft. Kennzeichnung als Werbung, aufgrund von Produktnamen und Verlinkung der Verlagsseite.

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