von Johanna von Wild
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. April 2023
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839204344
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 18,00€ (Paperback), 13,99€ (eBook)
Klappentext:
„Mitten im Dreißigjährigen Krieg begegnen sich Silas von Maringer, Sohn des Oberstallmeisters des Mainzer Kurfürsten, und Gräfin Alexandrine von Taxis. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Als ihr Ehemann stirbt, wird Alexandrine zur Generalpostmeisterin ernannt. Doch um das Erbe ihrer Kinder zu bewahren, darf sie nicht erneut heiraten. Als Silas in ihren Dienst tritt, wird es immer schwerer standhaft zu bleiben. Erst als er von einem Ritt nicht mehr zurückkehrt, ändert sich alles und Alexandrine muss um ihre Liebe fürchten.“
Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de
https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/das-erbe-derer-von-thurn-und-taxis.html
Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars, der Verlinkung zur Verlagshomepage und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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In dem historischen Roman „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ entwirft Johanna von Wild ein faszinierendes und sehr gut recherchiertes Epochenbild zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, das mich tief bewegt und trotz anfänglicher Hürden vollkommen in seinen Bann gezogen hat.
Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg in das Buch nicht ganz leichtgefallen ist. Die Autorin wirft die Leserinnen und Leser direkt in das komplexe, politische Geschehen des 17. Jahrhunderts. Die Fülle an historischen Fakten, wechselnden Allianzen und die Vielzahl der Charaktere verlangten mir auf den ersten Seiten einiges an Konzentration ab. Doch das Durchhalten lohnte sich: Denn als ich diesen geschichtlichen Berg erst einmal erklommen hatte und ich so richtig angekommen war, entfaltete das Buch einen Sog, dem ich mich kaum noch entziehen konnte – doch man muss während des Lesens konzentriert bleiben.
Die Atmosphäre des Romans ist von Beginn an greifbar: Sie ist düster, beklemmend, bedrückend und von einer permanenten Bedrohung überschattet. Die Brutalität des Dreißigjährigen Krieges wird ungeschönt und spürbar transportiert. Besonders nahegegangen sind mir dabei die Grausamkeiten gegen die zivile Bevölkerung. Das tragische Schicksal von Silas’ Familie steht hier stellvertretend für das unendliche Leid der damaligen Zeit und hat mich emotional zutiefst mitgenommen.
Wie in all ihren Romanen habe ich auch hier unglaublich viel gelernt, denn Johanna von Wild verwebt die fiktive Geschichte meisterhaft mit realen Fakten. Im Fokus steht die historische Figur der Gräfin Alexandrine von Taxis, die von 1628 bis 1646 (also in der wohl kritischsten Phase des Krieges) stellvertretend für ihren minderjährigen Sohn die Kaiserliche Reichspost leitete. Der Roman zeigt eindringlich, dass Nachrichten und das Postwesen damals keine bloße Dienstleistung waren, sondern ein kriegsentscheidendes, hochgradig umkämpftes Machtinstrument. Wie die Autorin die Logistik hinter dem Postwesen darstellt – die ständige Gefahr für die Postreiter, zerstörte Stationen und die Herausforderung, das Netz gegen landesherrliche Konkurrenz zu verteidigen – ist absolut fesselnd und lebendig gelungen.
Im Zentrum stehen zwei lebensechte Protagonisten, mit denen ich von Anfang bis Ende mitgefiebert habe. Auf der einen Seite Silas von Maringer, der pferdebegeisterte Sohn des Mainzer Oberstallmeisters, auf der anderen Seite Alexandrine. Obwohl beide völlig verschiedene Leben führen, müssen sie auf ihre eigene Weise für ihre Ziele und ihre Plätze im Leben und der Gesellschaft kämpfen.
Besonders fasziniert hat mich Alexandrines Rolle als eine der ersten echten Großunternehmerinnen der deutschen Geschichte. Die Autorin beleuchtet wunderbar den rechtlichen Hintergrund: Dass das kaiserliche Generalpostmeisteramt dank eines Privilegs von 1615 auch im Frauenstamm vererbt werden durfte, öffnete Alexandrine die Tür zu dieser absoluten Männerdomäne. Um das Erbe ihrer Kinder jedoch nicht an eine andere Familie zu verlieren, ist sie an ein striktes Wiederverheiratungsverbot gebunden. Die daraus resultierende, fiktive Liebesgeschichte zwischen ihr und Silas ist feinfühlig gezeichnet. Ihre Verbundenheit wirkt wie ein emotionaler Anker in einer aus den Fugen geratenen Welt.
Auch wenn die Zeiten dunkel sind, verliert das Buch nie seinen Kern: Neben all dem Schrecken gibt es immer diesen einen Funken Hoffnung, tiefe Verbundenheit und echte Freundschaften.
Danke für dieses großartige, lehrreiche Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar.

Fazit: „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ von Johanna von Wild ist ein grandios recherchierter, emotional aufwühlender historischer Roman, der die harten Realitäten des Dreißigjährigen Krieges und die faszinierenden Anfänge des europäischen Postmonopols meisterhaft miteinander verbindet. Sehr lesenswert.
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Geschenks, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
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