von Astrid Lehmann
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 08. Juli 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3839281161
Seitenanzahl: 288 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)
Klappentext:
„Bretagne, Gegenwart. Die achtzigjährige Alice ist so rau wie die bretonische Küste und am liebsten allein mit ihrer Hündin Marguerite. Doch in ihr tobt ein Sturm. Lange schon hütet sie ein dunkles Geheimnis. Als die Schatten ihrer Geschichte sie einholen, beginnt eine Reise zurück in den Schwarzwald – und vielleicht auch zu sich selbst. Schwarzwald, 1942. Elsa, eine tüchtige Magd, lernt beim Tanz den älteren Soldaten Heinrich kennen. Bereits beim nächsten Heimaturlaub läuten die Hochzeitsglocken, dann verliert sich von Heinrich jede Spur im Krieg. Beim französischen Soldaten Antoine findet Elsa Trost. Doch hat ihre Liebe Zukunft?“
Homepage:
https://astridlehmann.de/index.php/buecher
https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/und-der-wind-steht-still.html
Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, der Verlinkung zur Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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In ihrem Roman „Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“ erzählt Astrid Lehmann ein bewegendes historisches Drama, das eine verbotene Liebe im Jahr 1942 mit einer familiären Spurensuche in der Gegenwart verknüpft und dabei ein wichtiges, oft tabuisiertes Stück deutsch-französischer Geschichte in den Mittelpunkt stellt.
Der Roman verwebt meisterhaft zwei Zeitebenen miteinander. In der Gegenwart begegnen wir der achtzigjährigen Alice an der rauen bretonischen Küste, in deren Innerem ein düsteres Geheimnis tobt. In der Vergangenheit, mitten im Kriegsjahr 1942, erleben wir die Magd Elsa im Schwarzwald, die nach dem Verschwinden ihres Ehemanns Trost beim französischen Soldaten Antoine sucht – eine Liebe, die in Zeiten des Krieges eigentlich nicht existieren darf.
Für mich ist es unmöglich zu entscheiden, welcher der beiden Handlungssträngen mich mehr begeistern konnte. Die Schicksale von Elsa und Alice sind so untrennbar miteinander verwoben, dass die Geschichte erst durch diese Verbindung ihre volle emotionale Wucht entfaltet. Während ich Elsa in der Vergangenheit sehr tief kennenlernen durfte, hat mich Alices Weg im Hier und Jetzt ebenso intensiv im Herzen berührt. Es wird deutlich, wie die Traumata der Vorfahren in den nachfolgenden Generationen nachwirken.
Die bedrohliche Atmosphäre des Zweiten Weltkriegs verleiht der heimlichen Liebe zwischen Elsa und Antoine eine ungemeine Tragik. Diese Beziehung stand unter ständiger Lebensgefahr, was jede Annäherung umso intensiver und herzzerreißender macht. Doch das Buch blickt noch weiter: Es beleuchtet schonungslos, wie grausam die unmittelbare Nachkriegszeit war, insbesondere für viele Frauen, die zwischen die Fronten verfeindeter Nationen gerieten, und für die sogenannten „Besatzungskinder“. Astrid Lehmann bricht hier feinfühlig, aber bestimmt das Schweigen über Themen, die viel zu lange tabuisiert wurden.
Die Schauplätze sind absolut stimmig gewählt und spiegeln die innere Zerrissenheit der Protagonistinnen perfekt wider. Die stürmische Bretagne steht für Alices inneren Aufruhr, während der mystische Schwarzwald Elsas Heimat darstellt. Da das Buch teilweise auch in Freiburg spielt, war das Lesen für mich zusätzlich eine ganz besondere, magische Zeitreise in die Vergangenheit meiner eigenen Heimatstadt. Durch die detaillierten Beschreibungen hatte ich die vertrauten Straßen sofort vor Augen, was die Geschichte für mich noch realer und greifbarer gemacht hat.
Astrid Lehmanns Schreibstil ist einfach wunderschön: Ungemein detailliert, bildhaft und doch kurzweilig und sehr poetisch. Sie schafft es, historische Fakten mit großen Gefühlen zu verknüpfen, ohne jemals in Kitsch abzudriften. Die wichtigste Botschaft, die ich nach der letzten Seite für mich mitnehme, ist, wie existenziell wichtig es für einen Menschen ist, seine eigenen Wurzeln zu kennen, um Frieden mit sich selbst zu schließen.
Danke für dieses großartige Leseerlebnis und auch herzliches Dankeschön an den Gmeiner-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar.

Fazit: Der Roman „Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“ von Astrid Lehmann ist ein emotionales Buch, das mich zu Tränen gerührt und zum Nachdenken anregt hat und mit Sicherheit noch sehr lange nachklingen wird. Sehr lesenswert.
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