von Luise Loewe
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 04. März 2026
Verlag: SP
Ausgabe: Hardcover, Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3819444333 (HC), 978-3695606160 (TB)
Seitenanzahl: 488 Seiten
Preise: 32,99€ (HC) 19,99€ (TB), 06,99€ (eBook)
Klappentext:
„Glück ist so flüchtig wie die Kopfnote eines Dufts. Europas Sommerresidenz Baden-Baden, 1862: Zwei, die nicht füreinander bestimmt sind, werden miteinander verheiratet. Die junge Auguste träumt von der großen Liebe, Apotheker Hieronymus sehnt sich nach Freiheit als Botaniker auf Capri. Während Auguste alles gibt, damit aus der Ehe mehr wird als bloße Notwendigkeit, zieht sich Hieronymus immer weiter von ihr zurück. Alleingelassen in der Ehe ohne Liebe, entdeckt Auguste die Welt der Düfte und versucht sich in der Kunst, ein Parfum herzustellen. Dann schlägt das Schicksal zu und verändert alles. Ausgerechnet in dieser schweren Zeit, und als sie Hieronymus am meisten gebraucht hätte, lässt er sie allein. Kopfnote Glück erzählt von Liebe, aufbrechenden Konventionen, von Verlust und Neubeginn. Und vom Duft eines Lebens, das man sich selbst ermöglicht.“
Homepage:
https://www.luiseloewe.com/kopfnoteglueck
Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Luise Loewe als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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Das Buch „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe ist ein historischer Roman, der in den 1860er Jahren vorwiegend in Baden-Baden spielt und das Leben der jungen Auguste erzählt, die zwischen aufbrechenden Konventionen, schweren Verlusten und dem Mut eines Neubeginn steht.
Eines vorweg: Diese Geschichte hat mich auf eine Weise berührt, die ich selten beim Lesen erlebe. Es war ein wahres Wechselbad der Gefühle, das mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig gefesselt und nicht mehr losgelassen hat.
„»Spüren, was jemand nicht spricht, aber denkt oder nur fühlt. Solche Töne hören wir nur, wenn es still ist und das eigene Herz willens, das Gefühl zu hören.«„
[Kapitel 19, Seite 154]
Was mich an diesem Buch am meisten fasziniert hat, ist die enorme und fast greifbare Entwicklung der Hauptfigur Auguste. Zu Beginn begegnen wir einer sehr jungen, träumerischen Frau, die im Jahr 1862 in eine lieblose und arrangierte Ehe gedrängt wird. Die gesellschaftlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts lassen ihr kaum Raum zum Atmen und von ihrem Ehemann Hieronymus erfährt sie anfangs fast nur Ablehnung. Doch Auguste zerbricht nicht daran. Sie wächst zu einer starken Mutter heran, die im Laufe der Handlung einen furchtbaren Schicksalsschlag erleiden muss. Ihr Weg hat mich tief bewegt: Denn trotz dieser immensen Rückschläge und des tiefen Schmerzes gibt sie sich selbst und ihren großen Traum von einem eigenen Duftwasser niemals auf. Sie kämpft für ihre Träume und für die Liebe … eine Resilienz, die mich zutiefst berührt hat.
Besonders stark fand ich, wie präzise die Autorin Luise Loewe das historische Fundament dieser Epoche nutzt, um Augustes Kampf greifbar zu machen:
Im Jahr 1862 war eine Ehefrau rechtlich und wirtschaftlich komplett unmündig. Eine arrangierte Ehe bedeutete für eine Frau damals oft das Ende jeglicher persönlicher Freiheit: Ihr Vermögen ging an den Mann über, und ohne sein Einverständnis durfte sie weder reisen, noch ein Geschäft gründen oder gar eigenständig arbeiten. Dass Auguste inmitten dieser patriarchalen Strukturen versucht die Herstellung von Parfum zu erlernen, enthält eine enorme Sprengkraft. Es ist eben kein bloßes Hobby, sondern ihr zutiefst revolutionärer Ausbruchsversuch aus einer gesellschaftlichen Gefangenschaft.
Die Dynamik zwischen Auguste und dem Apotheker Hieronymus ist außergewöhnlich. Wer hier eine klassische, klischeehafte Liebesgeschichte erwartet, wird angenehm überrascht. Hieronymus bleibt fast bis zum Ende der Geschichte sehr undurchsichtig. Genau das verleiht der Handlung jedoch eine außerordentliche Tiefe und eine konstante, unterschwellige Spannung. Man versucht als Leser/ Leserin unwillkürlich, hinter seine Fassade zu blicken.
Diese emotionale Distanz der beiden Eheleute wird durch die zwei völlig unterschiedlichen Handlungsorte meisterhaft spürbar und fühlbar gemacht. Auf der einen Seite das elegante und glanzvolle Baden-Baden, das damals als „Sommerhauptstadt Europas“ die internationale Elite, Monarchen und Künstler anzog. Doch hinter dieser prunkvollen, glitzernden Fassade der Kurstadt verbarg sich für Auguste ein unheimlich enges Korsett aus gesellschaftlichen Zwängen und Verpflichtungen. Auf der anderen Seite steht die Sehnsucht nach dem fernen, wilden und freien Capri, wohin es den Botaniker Hieronymus zieht. Die geografische Trennung spiegelt die Zerrissenheit ihrer beiden Seelen perfekt wider.
Ein besonders schönes Element ist das Thema der Parfumherstellung. Entgegen meiner ersten Erwartung nimmt dieses Thema gar nicht so extrem viel Raum in der Geschichte ein. Und genau das fand ich perfekt gelöst. Die Welt der Düfte ist nicht überladen, sondern wird wohlstrukturiert und fein dosiert eingesetzt. Das was beschrieben wird, ist dafür umso intensiver: Ich konnte die Aromen und Essenzen beim Lesen förmlich riechen. Zudem habe ich ganz nebenbei eine Menge über die faszinierende historische Geschichte der Duftwasser gelernt. Die Düfte werden zu einem Symbol für Augustes Befreiung und für das Glück, das man sich selbst ermöglichen muss.
Herzlichen Dank liebe Luise Loewe für dieses berührende und gleichzeitig wunderschöne Leseerlebnis – und das signierte Rezensionsexemplar. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung „Herznote Liebe“.

Fazit: Der historische Roman „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe hält genau das, was der Klappentext verspricht: Es ist eine Geschichte über aufbrechende Konventionen, Verlust und den Mut zum Neubeginn. Die Kernbotschaft, die mich nach dem Lesen begleitet, ist klar: Gib niemals deine Träume auf, egal wie schwer die Schicksalsschläge auch sein mögen. Für mich ein absolutes Lese-Highlight!
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
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