von Julia Heinecke
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Dezember 2018
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808902
Seitenanzahl: 272 Seiten
Preise: 13,90€
Klappentext:
„Südbaden Anfang der 1940er-Jahre: Weil die Lebensmittelversorgung in Freiburg immer schwieriger wird, entschließen sich Miggis Eltern, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben. Während Miggi auf dem ersten Hof schlecht behandelt wird, fühlt er sich bei seiner zweiten Hütestelle fast wie zuhause. Doch der Krieg hält auch im Alltag der Bauern Einzug, und die Lage auf dem Hof eskaliert, als 1945 die Franzosen im Schwarzwald einmarschieren …“
Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher
Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.
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Mit dem Roman „Kalte Weide – ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke bin ich auf ein Buch gestoßen, das mich emotional tief bewegt und gleichzeitig mit dem historischen Hintergrund intensiv mitgerissen hat. Die Autorin versteht es meisterhaft, eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, die ab der ersten Seite eine enorme Sogwirkung entfaltet.
„Heimweh zerriss ihm fast das Herz, und wieder konnte er nicht verhindern, dass seine Augen sich mit Tränen füllten, die ihn bis in den Schlaf folgten.“
[II. Kapitel, Seite 44]
Die Geschichte führt uns in das Südbaden der frühen 1940er-Jahre. Aus purem Überlebenskampf und wegen der dramatischen Lebensmittelknappheit in der Großstadt Freiburg sehen sich die Eltern des jungen Miggi gezwungen, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben.
Was heute unvorstellbar und völlig unwirklich erscheint, war damals bittere Realität: Eine Kindheit, die im Grunde gar keine sein durfte, geprägt von harter körperlicher Arbeit und dem frühen Verlust der familiären Geborgenheit.
Miggis Schicksal hat mich zutiefst erschüttert. Wie er auf seinem ersten Hof behandelt wurde, hat bei mir pures Entsetzen ausgelöst. Die emotionale Härte und die Schutzlosigkeit des Jungen mit zuerleben, tat weh. Mehr als einmal kamen mir beim Lesen selbst die Tränen, weil Miggis Heimweh und seine Sehnsucht nach der Familie so greifbar und schmerzhaft authentisch beschrieben sind. Umso mehr atmete ich auf, als er bei seiner zweiten Hütestelle endlich einen Ort gefunden hat, an dem er sich fast wie zu Hause fühlen darf.
Besonders fasziniert und erschreckt hat mich, wie Julia Heinecke das Zusammenspiel zwischen dem vermeintlich abgelegenen Bauernalltag und den großen Weltgeschehnissen darstellt. Es wird im Buch überdeutlich, dass der Zweite Weltkrieg im Schwarzwald ein ganz anderes Gesicht hatte als im zerbombten Freiburg. Und dennoch war er allgegenwärtig.
Miggi steht mittendrin in diesem Spannungsfeld: Während er versucht, auf den Höfen zu überleben, bangt er um seine Familie in der Stadt. Die Autorin zeichnet ein sehr bildhaftes und ungeschöntes Bild dieser Zeit. Die Präsenz von Zwangsarbeitern auf den Höfen und schließlich die finale Eskalation im Jahr 1945, als die französischen Truppen in den Schwarzwald einmarschieren, werden so eindringlich geschildert, dass die Bedrohung förmlich spürbar wird.
Julia Heineckes Schreibstil ist packend, feinfühlig und zeugt von einer exzellenten historischen Recherche. Sie verharmlost nichts, verfällt aber auch nicht in reine Effekthascherei. Sie gibt den einfachen Menschen und vergessenen Schicksalen dieser Epoche eine kraftvolle Stimme.
Danke für dieses eindrucksvolle Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar.

Fazit: Ich kann das Buch „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist eine zutiefst berührende, menschliche Familiengeschichte, die noch lange nach dem Lesen der letzten Seite im Kopf widerhallt. Sehr lesenswert.
*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
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