von Stefanie Buchholz
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. November 2025
Verlag: Molino
Ausgaben: Taschenbuch
ISBN: 978-3911682190
Seitenanzahl: 212 Seiten
Preis: 15€
Klappentext:
„Die 16-jährige Trude zieht zum Arbeiten nach Stuttgart und genießt dort die Freiheit fern ihres Elternhauses. Doch als ihr Vater von ihrem Verhältnis mit einem amerikanischen Soldaten erfährt, holt er sie sofort nach Hause zurück. Die Liebe zu Joe ist jedoch nicht ohne Folgen geblieben, denn Trude ist schwanger. Fünfzig Jahre später macht sich Enkelin Fanny auf die Suche nach ihrem unbekannten Großvater. Ein Roman über verschwiegene Traumata und die Wurzeln der eigenen Herkunft.“
Homepage:
https://www.molino-verlag.de/product-page/stefanie-buchholz-vater-unbekannt
Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
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Als ich das Buch „Vater unbekannt“ von Stefanie Buchholz aufgeschlagen habe, dachte ich bei 212 Seiten zunächst an eine kurze Geschichte für zwischendurch. Doch weit gefehlt: Dieses Buch besitzt eine so dichte und einnehmende Atmosphäre, dass es mich komplett mitgenommen hat. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, einen dicken, epischen Wälzer vor mir zu haben … so tief gründet die Geschichte und genauso intensiv wirkt sie nach.
Der Klappentext fasst den Kern der Geschichte perfekt zusammen:
Die 16-jährige Trude genießt in den 1950er Jahren ihre neu erworbene Freiheit in Stuttgart, wird jedoch nach einer Affäre mit dem amerikanischen Soldaten Joe von ihrem Vater schwanger nach Hause geholt.
Fünfzig Jahre später begibt sich ihre Enkelin Fanny auf die Spuren des unbekannten Großvaters. Stefanie Buchholz gelingt der Wechsel zwischen diesen beiden Erzählebenen meisterhaft. Beide Zeitebenen sind atmosphärisch unheimlich dicht verwoben, und der Übergang zwischen Vergangenheit und Gegenwart fühlt sich absolut flüssig und fesselnd an.
Auf die Frage, ob man sich in die Charaktere hineinfühlen kann, gibt es für mich nur eine Antwort: Sowas von absolut ja! Ich war von der ersten Seite an tief bewegt. Trudes Schicksal in den restriktiven 50er Jahren, ihre verbotene Liebe zu Joe und die darauffolgenden Konsequenzen haben mich emotional tief berührt. Genauso erging es mir mit Fanny in der Gegenwart. Ihre Suche nach den verschütteten Familiengeheimnissen war für mich in jedem Moment greifbar und extrem spannend zu verfolgen.
Das zentrale Thema des Romans sind die verschwiegenen Traumata, die sich wie unsichtbare Fäden durch die Generationen ziehen. Die Autorin hat dieses sensible Thema absolut realistisch und gleichzeitig unglaublich feinfühlig beschrieben. Da es sich hierbei um die reale Familiengeschichte von Stefanie Buchholz handelt, spürt man auf jeder Seite eine ganz besondere Authentizität und Tiefe.
Das Buch hinterlässt eine kraftvolle Botschaft, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird: Schweigen innerhalb einer Familie führt zu nichts. Es wird irgendwann unweigerlich aufbrechen und dieses Buch zeigt auf berührende Weise, wie wichtig dieses Aufbrechen und die Suche nach den eigenen Wurzeln für die innere Heilung sind.
Herzlichen Dank für dieses tiefgründige und mit Sicherheit noch lange nachklingende Leseerlebnis.

Fazit: Das Buch „Vater unbekannt“ von Stefanie Buchholz ist ein absolut lesenswertes, intensives Buch, das trotz seiner Kürze eine gewaltige emotionale Kraft entfaltet. Eine tiefgründige Familiengeschichte über Vergangenheitsbewältigung, die mit Sicherheit noch lange nachklingt. Unbedingt lesen!
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