von Julia Heinecke
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. August 2025
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3839208823
Seitenanzahl: 256 Seiten
Preise: 15€ (TB), 11,99€ (eBook)
Klappentext:
„1993: Nachwuchsjournalistin Valerie sieht ihre Chance gekommen, als sie einen verurteilten Bankräuber für eine Reportage im Freiburger Gefängnis interviewen darf. Kuno Mattusch hatte 1968 bei einem Banküberfall den Filialleiter als Geisel genommen. Auf der abenteuerlichen Flucht starb die Geisel. Begeistert berichtet Valerie ihren Eltern von ihrem Projekt – und stößt auf heftige Ablehnung. Sie erfährt, dass ihre Familie mehr mit dem Banküberfall zu tun hat, als ihr lieb ist. Was verbergen ihre Eltern? Valerie beschließt, die Wahrheit zu ergründen.“
Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher
https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/kurz-vor-kassenschluss.html
Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
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Innerhalb von nur zwei Tagen habe ich das Buch „Kurz vor Kassenschluss“ von Julia Heinecke gelesen. Diese Geschichte ist so unheimlich mitreißend, dass ich das Buch zwischendurch kaum aus den Händen legen konnte. Ein echter Pageturner, der mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig mitgerissen hat.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1993: Die Nachwuchsjournalistin Valerie wittert ihre große Chance, als sie die Erlaubnis bekommt, den verurteilten Bankräuber Kuno Mattusch im Freiburger Gefängnis zu interviewen. Mattusch hatte 1968 bei einem Überfall den Filialleiter als Geisel genommen, der auf der abenteuerlichen Flucht ums Leben kam. Als Valerie voller Begeisterung ihren Eltern von dem Projekt erzählt, stößt sie auf eine Mauer aus heftiger Ablehnung. Schnell wird klar: Ihre Familie steckt tiefer in der Sache, als Valerie ahnt. Was verbergen ihre Eltern? Valerie beginnt trotz der Ablehnung ihrer Eltern in der Vergangenheit zu graben.
Für mich war das Lesen dieses Buches eine ganz besondere Reise, denn ich wohne selbst in Freiburg, bin in Müllheim geboren und kenne auch Badenweiler gut. Die Schauplätze hautnah vor Augen zu haben, hat der Geschichte für mich eine enorme Tiefe verliehen. Julia Heinecke fängt die Atmosphäre meisterhaft ein: Der typische, dichte November-Nebel, der in Valeries Erzählstrang über Freiburg liegt, sorgt für eine greifbare, düstere Grundstimmung. Doch inmitten dieser Melancholie setzt die Autorin wunderschöne Lichtblicke – allen voran Valeries loyaler Freundeskreis, auf den sie sich bedingungslos verlassen kann.
Besonders fasziniert hat mich die Dynamik zwischen den beiden Erzählebenen von 1968 und 1993. Genau wie Valerie startet man als Leser/ Leserin zunächst mit unzähligen Fragen im Kopf. Es ist wahnsinnig berührend zu erleben, wie diese zwei Welten Schritt für Schritt zusammenwachsen und sich die Rätsel nach und nach auflösen.
Menschlich hat mich vor allem das Verhalten von Valeries Eltern tief bewegt. Ihr Schweigen und Abblocken ging mir richtig nahe. Man spürt beim Lesen sofort, dass hier nicht bloß der Wille fehlt, über die Vergangenheit zu sprechen, sondern dass sie es schlichtweg nicht können – eine psychologische Blockade, die den gesamten Familienkonflikt emotional extrem greifbar macht.
Was diesen Roman für mich noch faszinierender macht, ist die Tatsache, dass Julia Heinecke hier ein echtes Stück Kriminalgeschichte aufgreift. Die Schilderungen basieren auf den realen Ereignissen vom 30. Dezember 1968 in Badenweiler. Damals ereignete sich dort der tatsächlich erste Banküberfall mit Geiselnahme in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zu wissen, dass die packend beschriebene Flucht und das tragische Schicksal des Filialleiters einen so wahren, regionalen Kern besitzen, hat mir beim Lesen regelrecht Gänsehaut beschert. Die historische Aufarbeitung ist der Autorin absolut glaubwürdig und unheimlich spannend gelungen.
Danke für dieses wirklich unvergessliche Leseerlebnis.

Fazit: Julia Heinecke verwebt in „Kurz vor Kassenschluss“ Fiktion und Zeitgeschichte zu einem dichten, atmosphärischen Kriminalroman, der durch seine starken Figuren und die extreme regionale Authentizität glänzt. Eine ganz klare Leseempfehlung!
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