„Sturmland“

von Miriam Georg

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2026
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499017988
Seitenanzahl: 608 Seiten
Preise: 14€ (Taschenbuch), 9,99€ (eBook)
Reihe: „Sturmland-Saga“ 01/02

Klappentext:
„Niemand darf erfahren, wer Cora wirklich ist! Die Reedertochter muss aus ihrem alten Leben in Hamburg fliehen – und nimmt unter falschem Namen eine Stelle als Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Doch die Nordsee ist unberechenbar. Schon kurz nach ihrer Ankunft bringt Cora sich und ihre Schülerin Emmi in Lebensgefahr …
Der Tagelöhner Onnen beobachtet das Unglück. Kein Wunder, dass die unwissenden Badegäste ständig in Seenot geraten. Ausgerechnet mit dieser Gouvernante soll er nun zusammenarbeiten. Weil er dringend Geld braucht, nimmt er den Job an.
Von Tag zu Tag kommen Cora und Onnen sich näher. Doch Onnen hat eine Vergangenheit auf seiner Heimatinsel Borkum, die er fest in sich verschlossen hält. Und Cora hat Menschen in Hamburg, die sie verzweifelt zurückholen wollen.
Aber das darf nicht passieren. Niemand darf erfahren, wer Cora ist – und was sie getan hat …“


Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/miriam-georg-sturmland-9783499017988

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Miriam Georg und/ oder dem Rowohlt Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
 Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Sturmland“ von Miriam Georg bildet den Auftakt ihrer packenden Sturmland-Saga, spielt im Jahr 1860 auf den Inseln Norderney und Borkum sowie in Hamburg und thematisiert das Schicksal zweier vom Leben gezeichneter Menschen inmitten der rauen Naturgewalten und den Anfängen des Tourismus auf den Ostfriesischen Inseln.

«Seit ich denken kann, muss ich immer um Erlaubnis fragen. Bei allem, was ich tue. Ich kann niemals einfach irgendwo hingehen, nur weil ich es möchte. Für die Frauen hier auf den Inseln ist das anders, scheint mir. Sie sind viel freier, als ich es kenne.»

[S. 315, Kapitel 14]

Es ist mein allererstes Buch von Miriam Georg und es wird definitiv nicht mein Letztes gewesen sein, denn ich bin schlichtweg restlos begeistert. Nach dem Zuklappen der letzten Seite fällt es mir unheimlich schwer, wieder in der Gegenwart anzukommen. 
Der Einstieg in das Jahr 1860 fiel mir leicht, obwohl die Geschichte von Beginn an und auch im weiteren Verlauf viele Fragen aufwirft. Doch genau das entwickelt beim Lesen einen mächtigen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Es war wahnsinnig schwer, das Buch überhaupt aus den Händen zu legen. Miriam Georgs Sprachstil ist so unglaublich mitreißend und bildgewaltig, ich spürte förmlich den rauen Wind und die Naturgewalten der Nordsee zwischen den Zeilen. 

Im Mittelpunkt stehen die geflüchtete Hamburger Reedertochter Cora und der verschlossene Tagelöhner Onnen. Beide tragen riesige Geheimnisse mit sich herum. Während ich zu Cora ziemlich schnell eine tiefe Bindung aufbauen konnte, habe ich bei Onnen anfangs etwas länger gebraucht, um ihn zu durchschauen – was aber perfekt zu seiner unnahbaren Art passt. Ihre Schicksale haben mich im Verlauf der Handlung tief berührt. Ich weiß jetzt schon ganz genau, dass ich diese beiden Charaktere und ihre berührenden Geschichten definitiv nie wieder vergessen werde.

Die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe habe ich als absolut authentisch empfunden. Ich habe beim Lesen unheimlich viel über das damalige Inselleben gelernt. Es war faszinierend und erschreckend zugleich zu sehen, wie die wohlhabenden „Sommerfrischler“ aus der Stadt für die Einheimischen Segen und Fluch zugleich waren. Besonders packend fand ich die Schilderungen über die damals noch völlig unzureichende, lebensgefährliche Seenotrettung. Wahnsinn, unter welchen Bedingungen die Menschen damals überleben mussten! 
Vor allem hat mich schockiert, wie wenig die Frauen in den oberen Gesellschaftsschichten zu dieser Zeit zu sagen hatten und wie wenig (bis gar keine) Rechte sie besaßen. Sie waren völlig von den Männern abhängig, erst vom Vater, später vom Ehemann.

Ehrlich gesagt gibt es an der Geschichte selbst absolut nichts auszusetzen. Mein einziger, echter Kritikpunkt ist ein rein persönlicher: Ich muss jetzt tatsächlich etwa zwei Monate auf die Fortsetzung „Salzwind“ warten! Ich wurde mit so vielen offenen Fragen zurückgelassen, dass ich am liebsten sofort direkt weiterlesen möchte. 

Ganz herzlichen Dank für dieses großartige und mitreißende Leseerlebnis. 

Fazit: Es ist mein erstes gelesenes Buch von Miriam Georg… und definitiv nicht mein Letztes. „Sturmland“ ist eine mitreißende Geschichte, die man einfach inhaliert und nie wieder vergisst. Eine absolute Leseempfehlung! 

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