„Die Fasern der Welt – Schwelende Stürme“

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2026
Verlag: SP
Ausgabe: eBook
Seitenanzahl: 277 Seiten
Preise: 02,69€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 03 von 03

Klappentext:
„Yorkshire, 1869: Im unbarmherzigen Bradford kämpft June um ihren Platz im Leben. Doch während sie mit den Konsequenzen ihrer Offenheit ringt und alles zu verlieren droht, gerät die Welt um sie herum vollends aus den Fugen. Journalist Jacob Ford wird mit einem ungewollten Erbe konfrontiert, die Bruntys landen nach einem Streik im Elend und Conal hinter Gittern. Zu allem Überfluss wird June von den Geistern der Vergangenheit verfolgt: Seit Monaten fehlt von Franky jede Spur. Hat er einmal mehr alle im Stich gelassen? June will ihn vergessen, ist sich sicher, dass es besser so ist. Doch das Schicksal hat andere Pläne …“

Kontakt:
https://www.instagram.com/die.landschreiberin/?hl=de

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Lia Scott keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
 Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Schwelende Stürme“ von Lia Scott ist der dritte Band der Saga „Die Fasern der Welt“, spielt im Jahr 1869 im englischen Yorkshire und thematisiert das Schicksal und den Überlebenskampf verschiedener liebgewonnener Charaktere inmitten der sozialen Ungerechtigkeiten der Industrialisierung.

Bei fortlaufenden Reihen habe ich nach einer längeren Pause ehrlicherweise immer ein wenig Angst, ob ich wieder gut in die Geschichte hineinfinde. Diese Sorge war hier jedoch völlig unbegründet. Ich war ab der ersten Seite sofort wieder in der Handlung angekommen. Es war eine riesige Freude, die vielen liebgewonnenen Figuren wiederzutreffen und sie ein weiteres Stück auf ihrem steinigen Lebensweg zu begleiten. Die düstere, unbarmherzige Atmosphäre des viktorianischen Bradfords hatte mich augenblicklich wieder im Griff – und doch schwang beim Lesen immer auch die wertvolle Hoffnung mit, dass es selbst in so dunklen Zeiten gute Menschen gab.
Lia Scott schildert den extremen Kontrast zwischen der wohlhabenden Oberschicht und den armen Arbeiterfamilien absolut authentisch und ungeschönt. Das Jahr 1869 markiert eine Epoche, in der der rücksichtslose Kapitalismus der Industrialisierung seinen Höhepunkt erreichte. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte damals meilenweit auseinander. Während die Fabrikbesitzer immensen Reichtum anhäuften, versank die neu entstandene Arbeiterklasse in bitterer Armut und Elend.
Besonders die gesellschaftlichen Hintergründe und die fehlenden sozialen Absicherungen haben mich tief berührt und gleichzeitig so wütend gemacht. Ein Streik bedeutete für die Familien damals sofort den existenziellen Ruin. Wenn die Sprache auf die Kinderarbeit in den Fabriken kam, ging mir das wirklich unter die Haut: Junge Kinder mussten unter lebensgefährlichen Bedingungen schuften und riskierten jeden Tag, an den riesigen Webstühlen schwer verletzt oder gar getötet zu werden. Und das für einen ohnehin niedrigen Lohn, der von den mächtigen Herren der Oberschicht immer weiter gekürzt wurde. Puh, diese historische Realität hat die Autorin extrem greifbar und bewegend eingefangen.
Ein weiterer großer Pluspunkt dieses Bandes ist das häufige Hin- und Herspringen zwischen den verschiedenen Charakteren und ihren Geschichten. Was vielleicht kompliziert klingt, macht die Geschichte in Wahrheit unglaublich dynamisch und verleiht ihr ordentlich Tempo.

Wichtig ist mir an dieser Stelle ein Blick hinter die Kulissen: Die ersten beiden Teile der Reihe („Der Wind von Yorkshire“ und „Glimmende Himmel“) sind im Verlag Tinte & Feder erschienen. Da der Verlag die Reihe leider nicht mehr weiterführen wollte, hat Lia Scott sich dazu entschlossen, diesen dritten Band in Eigenregie auf den Markt zu bringen. Dafür hat sie meine absolute Hochachtung und hat mich mit dieser Entscheidung sehr glücklich gemacht. Und noch glücklicher bin ich, dass Lia Scott uns Leser und Leserinnen auch nach diesem dritten Band nicht im Regen stehen lässt … denn es geht weiter! Weil am Ende noch so viele Handlungsstränge offen sind und so viele Fragen unbeantwortet bleiben, fiebere ich nun dem 25. Oktober 2026 entgegen. Denn dann erscheint mit „Wolkenglühen“ der vierte Band der Buchreihe.

Herzlichen Dank für das großartige Leseerlebnis.

Fazit: Lia Scott hat es auch bei diesem Band geschafft, mich mit auf eine Reise in die Vergangenheit zu nehmen, von der ich nur schwer zurückkehren kann. „Schwelende Stürme“ ist emotional, erschreckend, lehrreich und einfach großartig. Sehr lesenswert!

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