„Minna – Kopf hoch, Schultern zurück“

von Felicitas Fuchs

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2022
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42643-6
Seitenanzahl: 608 Seiten

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Minna-Kopf-hoch-Schultern-zurueck/Felicitas-Fuchs/Heyne/e598288.rhd

Klappentext:
Düsseldorf 1924. Die junge Schneiderin Minna stammt aus einfachen Verhältnissen und kommt mit großen Hoffnungen in die mondäne Stadt. Sie will glücklich werden, sich aus der Armut befreien und eine Familie gründen. Als sie sich in den wohlhabenden Fred verliebt, scheinen sich alle Wünsche zu erfüllen. Doch ihr starker Wille und ihr Erfolg als Schneiderin stellen die Ehe immer wieder auf die Probe. In der Zeit, in der sie lebt, gibt es kein Verständnis für eine Frau, die eigene Entscheidungen trifft. Schon bald muss Minna zwischen den Konventionen und ihren Wünschen wählen, und ihre Träume scheinen in weite Ferne zu rücken. Doch Minna kämpft gegen alle Widerstände um ihr Glück.“

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne-Verlag über das ‚Bloggerportal‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Minna – Kopf hoch, Schultern zurück“ von Felicitas Fuchs ist ein Roman, der ein Teil der Familiengeschichte der Autorin erzählt und zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt.

Mit großen Hoffnungen und Träumen kommt die junge Schneiderin Minna im Jahre 1925 mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in die Großstadt Düsseldorf. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, aus denen sie sich so schnell wie möglich befreien möchte. Der wohlhabende Fred scheint ihr Weg aus der Armut zu sein und Minna verliebt sich Hals über Kopf ihn. Bald schon läuten die Hochzeitsglocken, doch schnell wird ihr das Hausfrauen-Dasein zu langweilig und sie macht sich mit einer eigenen Schneiderei selbstständig. Minna erarbeitet sich mit ausgefallenen Kleidern nach Maß einen guten Ruf und finanzielle Unabhängigkeit. Doch ihre Schwiegereltern halten nichts von ihr und ihrer unkonventionellen Lebensweise. Als Minna und Fred durch den ‚Schwarzen Freitag‘ ihr gesamtes Vermögen verlieren, scheinen auch Minnas Träume für immer ausgeträumt. Sie muss sich für einen Weg entscheiden und gegen alle Niederlagen und Konflikte für ihr Glück kämpfen.

Felicitas Fuchs ist das Pseudonym der Erfolgsautorin Carla Berling, mit der ich schon seit einiger Zeit auf Facebook befreundet bin. Vor einiger Zeit kündigte sie in den Sozialen Medien an, dass sie ihre Familiengeschichte in Form einer dreibändigen Romanreihe veröffentlicht. Der erste Teil der Reihe beschreibt hierbei das Leben ihrer Großmutter, welche von 1905 bis 1978 lebte. Mein Interesse an der Reihe war direkt geweckt. Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg finde ich immens spannend und auch wichtig, um die Zeit des Nationalsozialismus halbwegs zu verstehen. Wenn dann auch noch Historie anhand einer teils wahren Lebensgeschichte erzählt wird, wird für mich alles noch mal greifbarer und lebendiger. Das Buch musste ich einfach lesen.
Ich merkte mir das Buch direkt beim „Bloggerportal.de“ vor, fragte es bei erster Gelegenheit an und bekam es dann freundlicherweise genehmigt und zugesendet. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Heyne-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar.

In dem Roman „Minna – Kopf hoch, Schultern zurück“ sind eine große Anzahl unterschiedlichster Charaktere vertreten.
An erster Stelle ist hier die Titel-Figur Minna zu nennen: Minna ist zu Beginn des Buches eine junge Frau, welche genau weiß, was sie möchte und was nicht: Raus aus der Armut, ein Leben führen, wie sie es für richtig hält und sich dafür nicht rechtfertigen müssen. Sie ist eine sehr taffe, durchsetzungsstarke Frau, die nicht auf den Mund gefallen ist. Ihr glaubt nicht, wie schnell ich Minna und ihre lebensfrohe Art in mein Leserinnen-Herz geschlossen habe. Ihre authentische und glaubhafte Entwicklung, ihre Fortschritte, ihr Unternehmergeist, aber auch ihre Rück- und Schicksalsschläge und die daraus resultierende Trauer haben mich zu einem absoluten Minna-Fan werden lassen und ich werde sie und ihre wechselvolle Lebensgeschichte nie wieder vergessen.
Aber auch die anderen Charaktere in diesem Buch konnten mich mit ihren eindringlichen Lebensgeschichten begeistern und berühren. Hier ist Ida, Minnas Mutter, zu nennen. Eine herzensgute Frau, welche für ihre Kinder nur das Beste möchte, sich selbst für keine Arbeit zu schade ist und immer wieder den Mittelpunkt der Familie bildet.
Auch die Leben von Minnas Geschwistern, welche von Schicksalsschlägen gezeichnet ist, haben mich sehr bewegt.
Im Laufe der Handlung kommen noch einige Figuren hinzu, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte, da ich sonst zu viel von der Handlung vorweg nehme.
Aber eines ist gewiss: Wirklich alle Figuren in diesem Buch, ob Hauptfigur oder Nebenfigur, ob gut oder böse, konnten mich mit ihrer Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit und ihren Ecken und Kanten völlig überzeugen. Das sind Charaktere, die für immer im Kopf und Herz bleiben.
Ich bin schon sehr gespannt, wie es in den nächsten beiden Teilen mit einigen von ihnen in ihren Leben weiter geht.

Wie schon erwähnt, handelt es sich um die Familiengeschichte der Autorin. Der hier vorliegende erste Teil der Reihe erzählt die Geschichte der Großmutter Minna, welche 1905 geboren wurde. Sie erlebte den ersten Weltkrieg als Kind und Jugendliche, die Weimarer Republik, die Inflation, den ‚Schwarzen Freitag“, das Dritte Reich, den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit. Ein sehr interessantes aber vor allem bewegtes Leben, welchem die Autorin Carla Berling mit ihrem Roman ein unvergessliches und bemerkenswertes Denkmal setzt.
Felicitas Fuchs (Carla Berling) hat mich mit ihrer detaillierten aber durchaus flotten Sprache direkt mit in die Geschichte genommen und die 600 Seiten flogen nur so dahin. Die Handlung wirkte zu keiner Zeit überfrachtet oder unlogisch – ich konnte immer gut folgen und mich richtig in diese absolut lesenswerte Geschichte fallen lassen.
Auch wenn mir das ein oder andere Mal die Tränen in den Augen schossen und ich emotional teilweise sehr an meine Grenzen kam, konnte und wollte ich dieses Buch nur noch ungern aus den Händen legen.
Das Cover und auch die Gestaltung des Buches sind sehr gut gelungen und machten mir direkt Lust auf diese unvergessliche Geschichte.

Die geschichtlichen Hintergründe des Buches sind die Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges, die Jahre der Weimarer Republik, die Weltwirtschaftskrise 1929, die Machtergreifung der Nationalsozialisten, der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit.
Die Weimarer Republik steht von Beginn an auf wackeligen Füßen, viele Menschen können sich mit der neuen Politik nicht anfreunden. Auch die Schmach des verlorenen Ersten Weltkrieges, die daraus folgenden Reparationszahlungen, die Besetzung des Rheinlandes und schlussendlich die Hyperinflation im Jahre 1923 schmälern das Vertrauen der Menschen in die Weimarer Republik.
Als im Oktober 1929 die New Yorker Börse zusammenbrach, geriet Deutschland im Winter 1929/1930 in den Strudel der Weltwirtschaftskrise. Ausländische Kredite wurden abgezogen und damit versiegte der für die deutsche Wirtschaft so dringend benötigte Kapitalstrom.
Als Folge der Weltwirtschaftskrise gab es Firmenzusammenbrüche, Bankschließungen und schließlich eine Massenarbeitslosigkeit. Zwischen September 1929 und Anfang 1933 stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland von 1,3 auf über sechs Millionen. Zudem sank das Realeinkommen um etwa ein Drittel, wodurch Armut und Kriminalität sprunghaft zunahmen.
Auf diesen ausgetrockneten Boden fiel die Saat der Nationalsozialisten und ging auf. Adolf Hitler versprach Arbeitsplätze und die Arbeitslosenzahl sank. Er erfand Feindbilder und die systematische Verfolgung der Juden und andersgläubiger Menschen kostete Millionen von Menschen das Leben. Auch der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945) verschlang geschätzt 60 Millionen Menschenleben. Unendlich viele Bomben der Allierten fielen in dieser Zeit auch auf deutsche Städte welche dort tausende von Menschen verletzten und umbrachten.
All diese geschichtlichen Hintergründe hat Felicitas Fuchs sehr gut recherchiert und zeigt diese eindrücklich anhand der mitreißenden Geschichte ihrer Großmutter Minna– so wird Geschichte erleb- und greifbar.
„Minna – Kopf hoch, Schultern zurück“ ist der erste Teil der Familiengeschichte der Autorin Felicitas Fuchs (Carla Berling). Der zweite Teil „Hanne – Die Leute gucken schon“ soll im Januar 2023, der dritte Teil „Romy – Mädchen, die pfeifen“ im Juli 2023 erscheinen. Und ich bin so gespannt, wie es mit dieser außergewöhnlichen Familiengeschichte weiter geht.

Danke an die Autorin Felicitas Fuchs für dieses mitreißende und unvergessliche Lese-Erlebnis.

Fazit: Dieses Buch hat mich mehr als begeistert… es hat mich umgehauen, tief berührt und bewegt. Eine Geschichte, die ich nie wieder vergessen werde. Was für ein Auftakt, was für eine Geschichte. Unbedingt, aber wirklich unbedingt lesen.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.



„Was der Morgen verspricht – Die Sternberg-Saga“

von Kristina Herzog

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. Mai 2022
Verlag: Tinte & Feder
ISBN: 978-2496711233
Seitenanzahl: 445 Seiten

www.kristinaherzog.de

Klappentext:
Berlin 1904: Gegen den Widerstand ihrer Eltern verbringt die Jüdin Hannah viel Zeit in der Arztpraxis ihres Großvaters. Heimlich träumt sie davon, Medizin zu studieren. In Tübingen soll das auch für Frauen möglich sein. Doch das schickt sich nicht für ein Mädchen aus gutem Hause – anders als eine Hochzeit. Abrupt vor vollendete Tatsachen gestellt, lässt Hannah ihren Verlobten beim ersten Treffen einfach stehen. Dabei hat Daniel nur Augen für sie. Und je näher sie ihn kennenlernt, desto mehr fühlt Hannah sich zu dem einfühlsamen jungen Mann hingezogen. Ob sie ihm von ihrem Traum erzählen kann?“


Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise über die Autorin Kristina Herzog als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Was der Morgen verspricht“ von Kristina Herzog erzählt die Geschichte der jungen Hannah Sternberg, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts für ihr Medizinstudium kämpft und damit mit sämtlichen Konventionen ihrer Zeit bricht.

Hannah Sternberg ist eine junge, wissbegierige Frau, welche sich in der Arztpraxis ihres Großvaters am wohlsten fühlt und dort immer wieder aushilft. Ihr größter Traum ist, selbst Medizin zu studieren – doch das ist in Berlin für Frauen nicht möglich. Ihre Eltern sind ebenfalls gegen ein Studium. Sie organisieren Hannahs Hochzeit über ihren Kopf hinweg und stellen sie vor vollendete Tatsachen. Hannah weiß nicht, wie ihr geschieht, ist sich aber in einem ganz sicher: Ein Medizinstudium steht für sie an erster Stelle, Verlobung und Hochzeit hin oder her.
Als sie sich immer mehr zu ihrem Verlobten Daniel hingezogen fühlt, traut sie sich, ihm von ihrem großen Traum zu erzählen.

Anfang März 2022 bekam ich von der Autorin Kristina Herzog eine Email, in der sie anfragte, ob ich ihren neuen Roman „Was der Morgen verspricht“ rezensieren möchte. Sie schickte mir das Cover und den Klappentext – das verträumte, romantische Cover machte mir direkt Lust auf die Geschichte und als ich dann den Klappentext las, war mein Interesse komplett geweckt. Ich lese sehr gerne Geschichten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielen und zeigen, wie Frauen damals um ihre Rechte kämpfen mussten, welche für uns heute völlig selbstverständlich sind. Ich sagte also zu und bekam das Buch im April mit einer wunderschönen Signierung zugesendet.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin für das Buch, die Zusendung, den lieben Kontakt und die mitreißenden Lesestunden.

Eine der Hauptprotagonistinnen von „Was der Morgen verspricht“ ist Hannah Sternberg. Sie wächst als zweites Kind ohne Geldsorgen auf, schnell wird aber klar, dass sie ihren eigenen Kopf mit ganz eigenen Ideen und Wünschen hat. Sie sucht immer wieder die Zuflucht bei ihren Großeltern, welche sie sehr achtet, ihr Fels in der Brandung sind und wo sie und ihre Träume und Talente gefördert werden. Die Beiden sind für sie das Sinnbild einer glücklichen und respektvollen Liebe, die bis ins hohe Alter hält und sie bringen mit ihrer Offenheit sehr viel Wärme und Geborgenheit in die Geschichte.
Die Ehe ihrer Eltern ist zerrüttet und von Streit, Untreue und gegenseitiger Respektlosigkeit geprägt. Hannah kann ihren Eltern nie etwas recht machen und sie wird an der kurzen Leine gehalten. Ihre Eltern sind im Gestern gefangen und sie weigern sich strickt, Hannahs Drang nach mehr Freiheit nachzugeben und entscheiden vieles über ihren Kopf hinweg. Gerne hätte ich die Beiden das ein oder andere Mal gerne geschüttelt, so unfair empfand ich ihr Auftreten gegenüber ihrer Tochter aber auch ihr Verhalten untereinander.
Ich mochte Hannahs ehrliche, aber auch sensible Art direkt von der ersten Seite an. Sie sagt, was sie denkt und handelt auch das ein oder andere Mal völlig überstürzt und kopflos. Zudem entwickelt sie sich während der Geschichte stetig weiter und hält trotzdem an ihrem großen Traum fest und macht alles dafür. Doch sie sieht auch ihre Fehler ein, blickt manchmal zurück in ihre Vergangenheit und versteht öfter ihr Handeln und Denken von damals nicht mehr.
Neben Hannah stehen noch zwei weitere Figuren im Zentrum der Geschichte: Das Zimmermädchen Alma und Hannahs Verlobter Daniel.
Anhand Almas Geschichte zeigt Kristina Herzog, wie das Leben der Dienstboten Anfang des 20. Jahrhunderts aussah: Sie hatten keine Rechte, arbeiteten von Früh bis Spät und das alles für sehr wenig Lohn. Übergriffen von Seiten ihrer Dienstherren waren sie schutzlos ausgesetzt.
Almas schüchterne Art, aber vor allem ihre Geschichte, nahmen mich gleich für sie ein und ich schloss sie sehr schnell in mein Herz. Ihr loyaler Charakter lässt sie zu einer engen Vertrauten für Hannah werden und die Beiden geben sich in ihrer Freundschaft sehr viel, was aber von Hannahs Familie nicht gerne gesehen wird.
Daniel ist der Mann an Hannahs Seite und von einer tiefen Liebe zu ihr geprägt. Auch wenn sie ihn zu Beginn immer wieder von sich weist, gibt er nicht auf und zeigt ihr auf viele Arten, wie sehr er ihr zugetan ist. Seine respektvolle und auch liebevolle Weise, aber auch seine authentische Entwicklung mochte ich von Beginn an sehr.
Als Gegenpol zu diesen sehr freundlichen Charakteren steht Hannahs Bruder Jakob: Er ist ein sehr rüder und ungehobelter Kerl, der die Grenzen anderer Menschen immer wieder ohne schlechtes Gewissen überschreitet.
Im Laufe der Geschichte kommen noch weitere Charaktere hinzu, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme.
Kristina Herzog hat wunderbare, authentische und unvergessliche Charaktere geschaffen, die während der Geschichte eine große Zeitspanne durchlaufen – insgesamt fast 20 Jahre. Aus den einst jungen Menschen werden Erwachsene und Eltern, aus ihren Kindern werden junge Menschen. Dementsprechend ist die Entwicklung der Figuren enorm und ich bin schon ganz gespannt, wie es mit ihnen und ihrer Geschichte im zweiten Teil der Reihe weitergeht.

Die Handlung des Buches ist chronologisch aufgebaut und setzt im Jahr 1904 an und endet einige Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges. Mit ihrem detaillierten und sehr bildlichen Sprachstil nahm mich Kristina Herzog direkt mit in die Geschichte, welche mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten hat und keinerlei Längen enthält. Die 445 Seiten waren im Nu gelesen und ich freue mich schon so sehr auf den zweiten der Reihe.
Was mir allerdings etwas gefehlt hat, sind Zeitangaben über den Kapiteln. Manchmal wusste ich nicht, wie viel Zeit mittlerweile vergangen war und in welchem Jahr sich die Handlung des Buches nun befand.

Den geschichtlichen Hintergrund bilden die Jahre Jahre ab 1904 bis in die Nachkriegsjahre des Ersten Weltkrieges.
Die Gesellschaft ist von der Ungleichbehandlung der Frauen geprägt, welche beispielsweise in Berlin noch nicht studieren dürfen. Während in Tübingen Frauen ab Mai 1904 zum Studium zugelassen wurden, folgte Berlin erst 1908. In der Schweiz war für Frauen bereits ab dem Jahr 1867 ein Studium möglich.
Doch selbst wenn Frauen nun studieren konnten, litten sie noch immer unter enormer Benachteiligung ihrer Professoren während des Studiums, aber auch unter der Intoleranz und der Häme ihrer männlichen Kommilitonen.
In der Gesellschaft sah man studierende und gelehrte Frauen („Blaustrümpfe“) auch nicht gerne und achtete sie und ihr Können sehr wenig. Eine Frau sollte heiraten, Kinder bekommen und ihrem Mann ein wohliges Zuhause schenken.
Einen weiteren Gesichtspunkt des Romans bildet der Umgang mit Dienstboten/ Dienstbotinnen in dieser Zeit. Im Prinzip war es eine Art der Versklavung. Die Menschen mussten lange arbeiten, schliefen oft in den Häusern ihrer Dienstherren und waren diesen meist schutzlos ausgeliefert. In einem verpflichteten ‚Dienstbotenbuch‘ wurden alle Arbeitsverhältnisse, aber auch alle Verfehlungen eingetragen.
All diese geschichtlichen Hintergründe hat Kristina Herzog akribisch recherchiert und bettet ihre fiktive Geschichte und erdachten Charaktere gekonnt in diese hinein.

Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Reihe.

Fazit: Ein Buch, welches ich sehr gerne gelesen habe und auch gerne weiter empfehle.
Eine packende Handlung, eine detaillierte Sprache und sehr starke und authentische Charaktere, welche in akribisch recherchierte Hintergründe eingebettet sind. Ein großes Lese-Erlebnis!


*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Hofgärtnerin – Sommerleuchten“

von Rena Rosenthal

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 26. April 2022
Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10681-4
Seitenanzahl: 720 Seiten

https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Die-Hofgaertnerin-Sommerleuchten/Rena-Rosenthal/Penguin/e577226.rhd

Klappentext:

Oldenburg, 1893: Marleene und ihr Verlobter träumen davon, eine eigene Gärtnerei aufzubauen, in der sie duftenden Flieder und prachtvolle Rhododendren züchten. Als sich ihnen die Gelegenheit bietet, ein Stück Land zu bewirtschaften, können sie ihr Glück kaum fassen. Eine Auszeichnung auf der Hamburger Gartenschau könnte ihnen außerdem die begehrte Auszeichnung als »Hofgärtnerei« einbringen. Doch innerhalb von kürzester Zeit aus dem Nichts eine Gärtnerei aufzubauen verlangt ihnen und ihrer Liebe alles ab – sogar die Hochzeitspläne müssen zu Marleenes Kummer auf Eis gelegt werden. Und auch ihre Konkurrenten schrecken vor nichts zurück, um die beiden von ihrem Ziel abzubringen. Können sie es dennoch schaffen, ihren großen Traum wahrzumachen?

Hinweise:
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Teil der Reihe („Die Hofgärtnernin – Frühlingsträume“) noch nicht kennt, aber lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Penguin-Verlag über das ‚Bloggerportal‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

– Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Die Hofgärtnerin – Sommerleuchten“ von Rena Rosenthal ist der zweite Teil der Reihe um die junge Marleene, welche an der Seite ihres Verlobten Julius im ausgehenden 19. Jahrhundert für die Verwirklichung ihres Traumes kämpft.

1893 in Oldenburg: Da Julius sich zu der Liebe zu Marleene bekannt hat, wird er aus der Erbfolge ausgeschlossen und die Hofgärtnerei Goldbach wird von seinem älteren Bruder Konstantin übernommen.
Frohen Mutes beginnen Julius und Marleene damit, Land und vor allem das Geld für eine eigene Gärtnerei aufzutreiben. Doch das ist alles nicht so leicht und ihr großer Traum scheint zu zerplatzen. Durch eine glückliche Fügung bekommen sie ein Stück Land, welches sie bewirtschaften dürfen. Zudem könnte eine Auszeichnung auf der Hamburger Gartenschau ihnen die Auszeichnung als „Hofgärtnerei“ einbringen.
Die Planung und die schier unendliche Arbeit aus dem Nichts eine komplette Gärtnerei aufzubauen bringen Julius und Marleene an ihre physischen und psychischen Grenzen und auch ihre Liebe wird dadurch auf eine harte Probe gestellt.
Zudem scheinen sie Konkurrenten zu haben, die vor keiner Intrige zurückschrecken.

Im März 2021 bin ich über die Sozialen Medien auf den ersten Teil „Die Hofgärtnerin – Frühlingsträume“ aufmerksam geworden. Das Cover und auch der Klappentext überzeugten mich und da ich gelernte Gärtnerin bin, sprach mich die Geschichte direkt an.
Mit großer Begeisterung habe ich den ersten Teil gelesen und freute mich seit dem auf die Fortsetzung der Geschichte, da ich ganz gespannt war, wie es mit den liebgewonnen Charakteren weiter geht.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Penguin-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar über das ‚Bloggerportal‘ bedanken.

Marleene ist eine glückliche Frau, die mit viel Leidenschaft und Engagement ihren großen Traum von einer eigenen Gärtnerei vorantreibt. Um diesen zu verwirklichen, ist sie sich auch nicht zu schade, wieder in dem ihr verhassten Hotel als Zimmermädchen zu arbeiten und sich den Launen einer jähzornigen Chefin zu stellen. Ich mochte ihre kreative und zupackende Art und auch ihre absolute Loyalität anderen Menschen gegenüber.
Ein festes Band der Liebe und Zuneigung verbindet Marleene und Julius. Er ist sich ebenfalls für Nichts zu schade und kämpft an der Seite seiner Verlobten für die eigene Gärtnerei. Er ist jedoch immer öfter von Zweifeln und auch Ängsten getrieben, wie und ob sich dieser Traum jemals erfüllen lässt. Seinen ruhigen, eher introvertierten Charakter mochte ich schon im ersten Teil der Reihe sehr gerne.
Julius gegenüber steht sein extrovertierter und selbstverliebter Bruder Konstantin. Er ist der Erbe der Hofgärtnerei und macht den Menschen in seinem Umfeld das Leben alles andere als leicht. Frieda, Marleenes Cousine, nimmt in diesem Teil eine zentrale Rolle in der Geschichte ein. Sie ist für Marleene der ruhende Pol, der ihr Halt gibt und sie auch immer wieder bestärkt. Auch wenn Frieda selbst kein einfaches Leben führt und immer wieder Rückschläge erleidet gibt sich Frieda selbst und auch Marleene nicht auf.
Hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch Alma. Sie ist eine junge Frau, welche eine äußerst entschlossene Art an sich hat und damit gleich den Weg in mein Leser-Herz gefunden hat.
Beeindruckt hat mich Rosalie – die Schwester von Julius und Konstantin. Ihre immense Wandlung und auch ihre Stärke haben mich sehr begeistert und ich bin sehr gespannt, wie es mit ihrer Geschichte weiter geht.
Die Belegschaft der Gärtnerei und die Nachbarn von Marleene und Julius sind ein bunter Haufen an unterschiedlichster Charakteren – wie ein bunter Blumenstrauß hat jede Figur ihren Platz. Auch wenn nicht alle direkt sympathisch sind ist jede einzelne Figur authentisch und lebensecht gezeichnet. Manch eine Figur wuchs mir schneller ans Herz als andere, bei anderen wurde man aber auch von ihren Handlungen und Gedanken überrascht. Sie alle zusammen geben einen guten Einblick in die Struktur der Gesellschaft und in das Gesellschaftsbild des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Rena Rosenthal ist es zudem bestens gelungen die Unterschiede der Stadt- und der Landbevölkerung zu dieser Zeit darzustellen.
Es gibt noch zahlreiche andere Figuren, welche die Geschichte sinnvoll weiterbringen und mich das ein oder andere Mal sehr überraschten. Mit ihren Ecken und Kanten und auch mit so manchen Fehlentscheidungen geben sie der Geschichte eine sehr gute Authentizität und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit ihnen allen und ihren Geschichten im dritten Teil der Reihe weitergeht.

Die Autorin Rena Rosenthal stammt aus einer Gärtnerfamilie und hat in ihre Bücher eine Menge Fachwissen im Bereich der Arbeiten in Gärtnereien und der Pflanzen eingebracht, aber auch viel zu der damaligen Gesellschaft recherchiert.
Mit ihrer flotten und sehr bildhafter Sprache lässt sie die 700 Seiten nur so dahinfliegen und ich konnte mich voll in die Geschichte und Handlung fallenlassen. Schon ab der ersten Seite war ich wieder in der Geschichte angekommen, welche direkt an die Handlung des ersten Teils ansetzt und ich wollte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen.
Die Ausstattung des Buches ist wieder wunderschön: Das bezaubernde Cover, die wunderschönen Buchklappen, das ausführliche Nachwort, ein Glossar und die Rezepte im hinteren Teil des Buches lassen keine Wünsche offen.

Wie auch im ersten Teil spielt der Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert wieder eine zentrale Rolle.
Mit dem Argument, dass Frauen keine Familie zu ernähren hätten, bekamen diese einen um vielfach geringeren Lohn als Männer bezahlt. Aber nicht nur das: In der Schulbildung wurden schon junge Mädchen benachteiligt. Wenn sie überhaupt in die Schule gehen durften, dann kürzer als ihre Mitschüler. Danach war es schwer bis unmöglich eine Ausbildungsstelle zu finden oder zu studieren. All diese Möglichkeiten wurden ihnen systematisch verwehrt und standen nur den Männern offen. Ohne Ausbildung bzw. Studium blieb vielen Frauen nur die niedrig bezahlte Hilfsarbeit. Den bürgerlichen Frauen (‚höhere Töchter‘) blieben zwar noch ein paar Möglichkeiten mehr an Bildung zu kommen, doch ihnen wurde der Einstieg ins Berufsleben verwehrt. Sie sollten sich ganz auf ihren Ehemann und die Familie konzentrieren.
Während im ersten Teil der Reihe Marleene und ihre Mitstreiterinnen auf verlorenen Posten für Gleichberechtigung kämpfen, kommt in diesem Teil Bewegung für diesen Kampf. Auch in höheren Gesellschaftsschichten, vorwiegend aber in der Arbeiterschicht, werden die Rufe nach gleichen Bildungschancen und gleicher Bezahlung der Frauen immer lauter und unüberhörbarer.

Diese geschichtlichen Hintergründe hat Rena Rosenthal akribisch recherchiert und bettet ihre fiktiven Charaktere gekonnt in diese hinein. Sie verwebt historische Fakten und Fiktion sehr gut miteinander und macht Geschichte damit lebendig und äußerst erlebbar.

Nun freue ich auf den dritten Teil der Reihe, welcher im Winter 2022/2023 erscheinen soll.

Fazit: Dieses Buch ist das perfekte Kopfkino: Stimmungsvoll entführt uns Rena Rosenthal mit authentischen Charakteren in das 19. Jahrhundert und führt damit ihre wundervolle Familiensaga absolut stimmig und mitreißend weiter. Absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Der Ballhausmörder – Ein Fall für Leo Wechsler“

von Susanne Goga

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsjahr: 2020
Verlag: dtv Taschenbuch
ISBN: 978-3-423-21808-5
Seitenanzahl: 320 Seiten

https://www.dtv.de/buch/der-ballhausmoerder-21808

Klappentext:
Berlin, Sommer 1928. In Bühlers Ballhaus in der Auguststraße, auch »Clärchens Ballhaus« genannt, wird eine Garderobiere ermordet aufgefunden. Clärchen, die Betreiberin, ist schockiert. Zielt der Mord in irgendeiner Weise auf ihr Etablissement? Oder hat der kommunistische Ex-Geliebte der Toten etwas mit der Tat zu tun? Kommissar Leo Wechsler und seine Kollegen ermitteln in einer Welt aus Charleston, Sekt für eine Mark und hemmungslosem Amüsement.

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise über den dtv-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar in Form eines eBooks zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

– Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Der Ballhausmörder“ ist der siebte Fall für den empathischen Oberkommissar Leo Wechsler, welcher in Berlin im Jahre 1928 in einem rätselhaften Mordfall an einer jungen Frau ermittelt.

Ende Juni 1928 brüten die Bewohner Berlins unter der sommerlichen Hitze. In „Clärchens Ballhaus“ in der Auguststraße herrscht eine lebensfrohe Stimmung und es wird ausgelassen gefeiert. Doch die heitere Feierstimmung findet ein jähes Ende, als die junge Garderobiere Adele im Hinterhof des Ballhauses ermordet aufgefunden wird. Sie wurde mit Chloroform betäubt und erstickt.
Leo Wechsler beginnt seine Ermittlungen und vermutet, dass der Mord gegen das Etablissement abzielen könnte. Er stößt aber auch einen Exfreund des Opfers, welcher sich Monate nach der Trennung noch immer seltsam verhält.
In seinem siebten Fall kann Leo Wechsler sein Privat- und Berufsleben nur schwer voneinander trennen – die tiefe Freundschaft zu seinem Kollegen Robert Walther wird auf eine harte Probe gestellt.

Als ich im Februar 2022 den achten Teil um den Kommissar Leo Wechsler „Schatten in der Friedrichstadt“ zugesendet bekommen und diesen mit großem Vergnügen gelesen habe, wollte ich unbedingt auch die vorherigen Teile lesen, um mehr über die Vorgeschichte der Protagonisten (allen voran natürlich Leo Wechsler) zu erfahren. Ich fragte beim dtv-Verlag an und bekam die ersten sieben Teile als Rezensionsexemplare in Form von eBooks zugesendet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den dtv-Verlag!
Die ersten fünf Teile brachten mir sehr spannungsreiche und lehrreiche Lesestunden und ich habe zudem die Reihe und alle Figuren sehr in mein Herz geschlossen.

Hier findet ihr meine bisherigen Rezensionen:
Erster Teil: „Leo Berlin“
Zweiter Teil: „Tod in Blau“
Dritter Teil: „Die Tote von Charlottenburg“
Vierter Teil: „Mord in Babelsberg“
Fünfter Teil: „Es geschah in Schöneberg“
Sechster Teil: „Nachts am Askanischen Platz“
Achter Teil: „Schatten in der Friedrichstadt“

Wie auch in den vorherigen Teilen der Reihe ermittelt Leo Wechsler in diesem besonders rätselhaften Fall mit Geduld, Empathie und viel Umsicht. Es machte mir wieder große Freude zu erleben, wie Leo und das Team der Mordinspektion die Fäden zusammenführen und somit nach und nach den kniffligen Fall lösen. Doch es läuft diesmal nicht alles glatt, da Leo sich mit seinem guten Freund und Kollegen Robert Walther überwirft.
Innerlich zerbricht Leo fast am Verlust dieser tiefen Freundschaft und wird von Selbstzweifeln geplagt. Hier ist seine Frau Clara wieder unverrückbar an seiner Seite und steht ihm mit ihrer besonnen und ruhigen Art bei. Die Beiden verbindet eine von gegenseitiger Achtung geprägte Ehe.

„Clara hörte zu, wie sie es immer tat, aufmerksam und ohne ihn zu unterbrechen.“

Kapitel 23

Alle Charaktere dieser wunderbaren Reihe habe ich völlig in mein Herz geschlossen und werde sie nun, nachdem ich den (für mich letzten) Teil gelesen habe, unendlich vermissen. Susanne Goga hat ihre lebensechten Figuren sehr tief und liebevoll gezeichnet und auch deren Interaktionen untereinander sind immer sehr realistisch und wirken zu keiner Zeit aufgesetzt.
Auch die Figuren, welche diesem Fall ihr Gesicht geben, hat die Autorin wieder detailliert herausgearbeitet, erzählt deren Lebensgeschichten sehr anschaulich und zeigt damit einen Ausschnitt aus der Gesellschaft der 1920er Jahre: Eine nach Vergnügen lechzende Gesellschaft, deren politische Spaltung immer weiter voranschreitet.
Spannend war auch wieder, wie Susanne Goga ihre größtenteils fiktiven Charaktere mit historischen Figuren verknüpft hat und sie miteinander agieren lässt.

Die Handlung des Buches setzt an den vorherigen Band („Nachts am Askanischen Platz“) an und führte dazu, dass ich direkt wieder in der Geschichte angekommen war.
Chronologisch erzählt die Autorin den Fortgang der Geschichte und Ermittlungen.
Susanne Gogas rasanter und flüssiger Sprachstil zogen mich sofort wieder in das Geschehen und die 320 unterhaltsamen und spannenden Seiten waren wieder im Nu gelesen und eigentlich viel zu schnell vorbei.

Die Mitte des Jahres 1928 bildet den geschichtlichen Hintergrund des historischen Krimis „Der Ballhausmörder“.
Ein großer Teil der Bevölkerung Berlins geht dem Vergnügen und der nächtlichen Unterhaltung nach und es wird gefeiert, getrunken und getanzt.
Doch die Weimarer Republik steuert unaufhaltsam ihrem Untergang entgegen: Häufige Regierungswechsel zersetzen das Vertrauen der Menschen in dieses politische System und verstärken die Rufe nach jemanden, der mal ‚aufräumt‘. Die erstarkenden Nationalsozialisten stürzen sich nun immer häufiger auf Andersdenkende und Andersgläubige, die SA wird immer einflussreicher. Das zarte Gefüge der Demokratie ist zum Zerreißen gespannt.
Wie auch in den vorherigen Bänden der Reihe hat Susanne Goga diese Hintergründe wieder akribisch recherchiert, lässt diese Zeiten und auch Orte für die Leser lebendig und erlebbar werden und verwebt diese gekonnt mit ihren größtenteils fiktiven Charakteren und deren Handlungen.

Fazit: Ein wunderbarer Teil dieser unvergesslichen Reihe – ein unverwechselbares Lese-Erlebnis mit wunderbaren Charakteren und viel geschichtlichen Kolorit.
Mit diesem Teil endet meine Reise mit Leo Wechsler vorerst. Dankbar aber auch traurig schaue ich nun auf mitreißende, spannenden und lehrreiche Lese-Stunden zurück. Auf ein (hoffentlich) baldiges Wiedersehen.

„Nachts am Askanischen Platz – Ein Fall für Leo Wechsler“

von Susanne Goga

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: dtv Taschenbuch
ISBN: 978-3-423-21713-2
Seitenanzahl: 320 Seiten

https://www.dtv.de/buch/nachts-am-askanischen-platz-21713

Klappentext:
Berlin im Januar 1928: Ein Toter wird in einem Schuppen im Hinterhof des Askanischen Gymnasiums gefunden. Direkt daneben befindet sich das Varieté- und Sensationstheater »Das Cabaret des Bösen«, dessen Besitzer seine aus dem Krieg stammenden Gesichtsverletzungen offensiv zur Schau stellt. Vor dem Fund der Leiche wurde eine verstörte junge Russin am Theater gesehen, auf der Suche nach einem gewissen »Fjodor«. Liegt der Schlüssel zu den mysteriösen Vorkommnissen um das Cabaret im Scheunenviertel, wo russische Emigranten in beengten Verhältnissen leben? Einmal mehr lernt Leo Wechsler bei seinen Ermittlungen unbekannte Gesichter seiner Stadt kennen.

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise über den dtv-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar in Form eines eBooks zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Nachts am Askanischen Platz“ ist der sechste Fall für den sympathischen Leo Wechsler, welcher im Jahre 1928 in Berlin in einem mysteriösen Mordfall ermittelt.

Als im Januar 1928 die Leiche eines unbekannten Mannes in einem Schuppen im Hinterhof des Askanischen Gymnasiums entdeckt wird, beginnt Oberkommissar Leo Wechsler mit seinen Ermittlungen. Der Mordfall gestaltet sich als sehr rätselhaft, da es zuerst keine Anhaltspunkte zur Identität des Opfers gibt. In der direkten Nachbarschaft des Gymnasiums befindet sich das Varieté- und Sensationstheater »Das Cabaret des Bösen«, dessen Besitzer von einer aus dem Krieg stammenden Gesichtsverletzung gezeichnet ist, diese aber offen zur Schau stellt.
Die Spur führt zu einer verstörten Frau, welche sich am Theater auf russisch nach ihrem Verlobten Fjodor erkundigt hat. Leo Wechsler und sein Team suchen die Frau im Scheunenviertel – dort leben russische Emigranten in beengten und ärmlichen Verhältnissen. Doch von der Frau fehlt zunächst jede Spur.
Privat muss sich Leo Wechsler einem großen familiären Problem stellen: Sein Sohn Georg hat Geheimnisse vor ihm und scheint sich mehr und mehr von seinem Vater zu entfernen.

Als ich im Februar 2022 den achten Teil um den Kommissar Leo Wechsler „Schatten in der Friedrichstadt“ zugesendet bekommen und diesen mit großem Vergnügen gelesen habe, wollte ich unbedingt auch die vorherigen Teile lesen, um mehr über die Vorgeschichte der Protagonisten (allen voran natürlich Leo Wechsler) zu erfahren. Ich fragte beim dtv-Verlag an und bekam die ersten sieben Teile als Rezensionsexemplare in Form von eBooks zugesendet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den dtv-Verlag!
Die ersten fünf Teile brachten mir sehr spannungsreiche und lehrreiche Lesestunden, zudem habe ich die Reihe und die Protagonisten sehr in mein Herz geschlossen.

Hier findet ihr meine bisherigen Rezensionen:
Erster Teil: „Leo Berlin“
Zweiter Teil: „Tod in Blau“
Dritter Teil: „Die Tote von Charlottenburg“
Vierter Teil: „Mord in Babelsberg“
Fünfter Teil: „Es geschah in Schöneberg“
Achter Teil: „Schatten in der Friedrichstadt“

In diesem Fall zeigt Oberkommissar Leo Wechsler wieder seinen einfühlsamen und empathischen Charakter. Er versetzt sich in das Leben des Opfers, fühlt dessen Schicksal und den Beweggründen nach und ermittelt mit viel Gespür, Geschick und Geduld in diesem schwierigen Fall.
Diese Empathie, sein Mitgefühl, seine Ängste, seine Fehler und auch seine Routine machen Leo Wechsler zu einer sehr authentischen und menschlichen Figur, welche ich in mein Herz geschlossen habe und nie wieder vergessen werde.
Er zeigt, dass er seinen Beruf mit voller Überzeugung und Kompetenz ausübt und gibt mit seinem Team alles dafür, diesen Mordfall zu lösen. Auch wenn er das ein oder andere Mal etwas kopflos handelt, kann er sich auf sein Gespür, aber auch auf seine loyale Kollegen verlassen, die immer an seiner Seite stehen.
In seinem Familienleben zeigt sich aber Leos verwundbare Stelle: Hier entgleitet ihm sein Sohn Georg immer mehr und er muss schauen, wie er wieder zu ihm findet.
Seine Frau Clara steht mit ihrer ruhigen und besonnen Art immer hinter ihm und hat ein offenes Ohr für ihn und seine Nöte und Ängste. Die Beiden verbindet absolutes Vertrauen und eine starke, unverrückbare und von gegenseitigen Respekt geprägte Liebe.
Ilse, Leos Schwester, spielt in diesem Teil wieder eine etwas kleinere Rolle. Ihr Leben hat sich sehr verändert, doch sie hat ihre herrliche und ehrliche Art behalten.
In Robert Walther hat Leo Wechsler einen Arbeitskollegen an der Seite, der ihm auch gleichzeitig ein guter, loyaler Freund ist.
Das Team der Mordkommission arbeitet wieder Hand in Hand ,sie setzen zusammen alles daran, den geheimnisvollen Fall rasch und gründlich zu lösen. Sie alle sind vom Charakter und ihren Hintergrundgeschichten völlig verschieden. Susanne Goga hat mit diesen verschiedenen Figuren sehr lebensechte Charaktere geschaffen, deren vielfältige Lebensgeschichten ich gerne verfolge.
Neben diesen Hauptfiguren spielen auch wieder Charaktere mit, welche diesem Fall ihr Gesicht geben. Diese Charaktere hat Susanne Goga wunderbar heraus gearbeitet und mit sehr viel Tiefe beschrieben. Ich konnte mit den Schicksalen der Figuren richtig mitfühlen, da sie zu keiner überzeichnet sind und stets authentisch handeln.
Alle Figuren des Buches zeigen einen authentischen Querschnitt der Gesellschaft der 1920er Jahre, eine Gesellschaft, in der immer noch die Spuren des Ersten Weltkrieges zu finden sind und die politisch immer weiter auseinander driftet.
Ihre größtenteils fiktiven Figuren treffen auch immer mal wieder auf historisch belegte Figuren und Susanne Goga lässt diese gekonnt miteinander agieren.

Die Handlung des Buches setzt an den vorherigen Band („Es geschah in Schöneberg“) an, was dazu führte, dass ich direkt wieder in der Geschichte angekommen war.
Chronologisch erzählt die Autorin den Fortgang der Geschichte und Ermittlungen.
Susanne Gogas rasanter und flüssiger Sprachstil zogen mich sofort in das Geschehen. Ich konnte das Buch nur noch schwer aus den Händen legen, die 320 unterhaltsamen und spannenden Seiten waren wieder im Nu gelesen und viel zu schnell vorbei.

Den geschichtlichen Hintergrund von „Nachts am Askanischen Platz“ bildet der Januar des Jahres 1928.
Die verheerenden Spuren des Ersten Weltkrieges sind zwar verblasst, doch noch immer sind sie sichtbar. Die Anzahl der im Krieg versehrten Männer ist unüberschaubar hoch.
Susanne Goga hat ihren Schwerpunkt auf die Männer gelegt, die im Krieg schwer im Gesicht verletzt wurden. Durch Explosionen und Granatsplitter wurden unzählige Männer grauenhaft entstellt. Der deutsche Arzt Jacques Joseph begründete 1896/1898 die Plastische Chirurgie und widmete sich viele Jahre lang der Wiederherstellungschirurgie, um Gesichts-Versehrten wieder ein halbwegs normales Leben zu geben.
Ein weiterer geschichtlicher Hintergrund ist die unaufhaltsame Spaltung der damaligen Gesellschaft. Adolf Hitler, die SA und auch die Hitlerjugend gewinnen immer an größerer Bedeutung und die Bevölkerung wird zerrissen. Die Weimarer Republik steht auf wackligen Füßen und das zarte Gefüge der Demokratie droht zu zerbrechen.
Wie auch in den vorherigen Bänden der Reihe hat Susanne Goga diese Hintergründe wieder akribisch recherchiert, lässt diese Zeiten für die Leser lebendig und erlebbar werden und verwebt diese gekonnt mit ihren größtenteils fiktiven Charakteren und deren Handlungen.

Fazit: Die düstere Gesamtstimmung der Geschichte aber auch der Fall an sich, haben mich sehr mitgenommen und sorgten für ein packendes Lese-Erlebnis. Eine unvergessliche Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite mit authentischen und Charakteren und ihren Schicksalen bestens unterhält. Unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Es geschah in Schöneberg – Ein Fall für Leo Wechsler“

von Susanne Goga

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: dtv Taschenbuch
ISBN: 978-3-423-21622-7
Seitenanzahl: 336 Seiten

https://www.dtv.de/buch/es-geschah-in-schoeneberg-21622

Klappentext:
Berlin 1927. Bei einer Modenschau im ›Romanischen Café‹ werden zwei Vorführdamen verletzt: Ihre Kleider wurden mit einem Kontaktgift präpariert. Offenbar ein gezielter Anschlag gegen den Modesalon ›Morgenstern & Fink‹, den aufsteigenden Stern am Berliner Modehimmel. Steckt ein Konkurrent dahinter? Kurz darauf wird in Schöneberg ein Toter gefunden. In seiner Wohnung entdeckt man einen Prospekt des Modesalons. Leo Wechsler, inzwischen Oberkommissar bei der Berliner Kripo, nimmt die Ermittlungen auf.

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise über den dtv-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar in Form eines eBooks zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Es geschah in Schöneberg“ ist der fünfte Fall für den sympathischen Leo Wechsler, welcher im Jahre 1927 in Berlin ermittelt.

Der Modesalon ‚Morgenstern & Fink‘ hat eine große Modenschau organisiert. Im ‚Romanischen Café‘ ist alles vorbereitet, die Zuschauer sind eingetroffen und warten gespannt. Doch da brechen zwei der Vorführdamen während der Modenschau zusammen. In ihren Kleidern wird Kontaktgift gefunden und Leo Wechsler und seine Kollegen sind sich schnell sicher, dass dahinter ein gezielter Anschlag gegen den Modesalon steckt. Die Konkurrenz ist groß und ‚Morgenstern & Fink’ sind der aufstrebende Stern am Modehimmel in Berlin.
Kurze Zeit später wird Leo Wechsler zu einem furchtbaren Mord in Schöneberg gerufen. In der Wohnung des Toten findet sich ein Werbekatalog des Modesalons.
Wie hängen diese Fälle zusammen? Oberkommissar Leo Wechsler beginnt zu ermitteln.


Als ich im Februar den achten Teil um den Kommissar Leo Wechsler „Schatten in der Friedrichstadt“ zugesendet bekommen und diesen mit großem Vergnügen gelesen habe, wollte ich unbedingt auch die vorherigen Teile lesen, um mehr über die Vorgeschichte der Protagonisten (allen voran natürlich Leo Wechsler) zu erfahren. Ich fragte beim dtv-Verlag an und bekam die ersten sieben Teile als Rezensionsexemplare in Form von eBooks zugesendet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den dtv-Verlag!
Die ersten vier Teile brachten mir spannungsreiche Lesestunden und ich habe die Reihe und die Protagonisten sehr in mein Herz geschlossen.

Hier findet ihr meine bisherigen Rezensionen:
Erster Teil: „Leo Berlin“
Zweiter Teil: „Tod in Blau“
Dritter Teil: „Die Tote von Charlottenburg“
Vierter Teil: „Mord in Babelsberg“
Achter Teil: „Schatten in der Friedrichstadt“

Auch in diesem Fall ermittelt Leo Wechsler wieder mit guten Gespür und zeigt sehr viel Empathie, Geschick und Geduld. Seinen Beruf übt er mit einer absoluten Überzeugung aus, auch wenn ihn die menschlichen Schicksale immer wieder sehr berühren.
Er ist zum Oberkommissar aufgestiegen, wird in seinem Privatleben aber trotzdem von Geld – und Zukunftsängsten geplagt, er hat Bedenken, ob er seinen beiden Kindern eine sichere Zukunft bieten kann.
Diese Empathie, sein Mitgefühl, seine Ängste aber auch seine Routine machen Leo Wechsler zu einem sehr authentischen und menschlichen Charakter, den ich in mein Herz geschlossen habe und nie wieder vergessen werde.
Seine Frau Clara ist mit ihrer ruhigen und besonnen Art an seiner Seite und unterstützt ihn, wie und wo sie nur kann. Die Beiden verbindet absolutes Vertrauen ineinander und eine starke, unverrückbare Liebe zueinander.

„Clara verstand ihn manchmal besser als er sich selbst und sah klar, wo er sich in etwas verrannte.“

[Kapitel 2]


Ilse, Leos Schwester, spielt in diesem Teil wieder eine etwas größere Rolle und brachte mich mit ihrer Geschichte und ihrer herrlich ehrlichen Art öfter zum Schmunzeln.
In Robert Walther hat Leo Wechsler einen Arbeitskollegen an der Seite, der ihm auch gleichzeitig ein guter, loyaler Freund ist und auf den er sich verlassen kann.
Das Team der Mordkommission arbeitet wieder Hand in Hand und sie setzen zusammen alles daran, die Fälle rasch und gründlich zu lösen. Sie alle sind vom Charakter und ihren Hintergrundgeschichten völlig verschieden. Susanne Goga hat mit diesen verschiedenen Figuren sehr lebensechte und vielfältige Charaktere geschaffen.
Die Figuren, welche neben diesem ‚harten Kern‘ eine Rolle spielen und diesem Fall ihr Gesicht geben, hat Susanne Goga wunderbar herausgearbeitet und sie zeigt mit ihnen einen authentischen Querschnitt der Gesellschaft der ‚Goldenen Zwanziger‘. Eine Gesellschaft, die politisch aber auch sozial, tief zerrissen ist.
Alle Figuren, egal ob Haupt- oder Nebenfigur, sind sehr authentisch gezeichnet, sind nie überzeichnet und ich konnte mich richtig in ihre Geschichten hineinversetzen. Hier ist vor allem Carl Fink zu nennen – sein wunderbar herausgearbeiteter Charakter und seine ergreifende Geschichte werde ich so schnell nicht vergessen.
Ihre größtenteils fiktiven Figuren treffen auch immer mal wieder auf historisch belegte Figuren – Susanne Goga lässt diese gekonnt miteinander agieren.

Die Handlung des Buches setzt an den vorherigen Band („Mord in Babelsberg“) an und führte dazu, dass ich direkt wieder in der Geschichte angekommen war.
Chronologisch erzählt die Autorin den Fortgang der Geschichte und Ermittlungen.
Susanne Gogas rasanter und flüssiger Sprachstil zogen mich sofort in das Geschehen und ich konnte das Buch nur noch schwer aus den Händen legen – die 336 unterhaltsamen und spannenden Seiten waren im Nu gelesen.

Das Jahr 1927 bildet den geschichtlichen Hintergrund der Geschichte.
Die Spuren des Ersten Weltkrieges waren verblasst, die deutsche Kunst, Kultur und Wissenschaft befanden sich in ihrer Blütezeit. Die ‚goldenen Zwanziger‘ ließen die Menschen aufatmen und das Leben mehr und mehr genießen.
Die Stadt Berlin war zu dieser Zeit tolerant im Umgang mit homosexuellen Menschen und entwickelte sich für diese zu einem Anziehungspunkt . Es gab in Berlin zahlreiche Lokale und Vergnügungsstätten, aber auch politisch aktive Organisationen, welche sich für ein Ende der Diskriminierung einsetzten. Der Paragraph 175 verbot gesetzlich diese Aktivitäten, sie wurden aber von der Polizei geduldet. Doch auch trotz dieser Duldung waren homosexuelle Menschen oft Hass und Häme ausgesetzt. Diesen Teil der Geschichte erzählt Susanne Goga sehr atmosphärisch und authentisch, ohne dass es aufgesetzt oder gar unecht wirkt.
Des weiteren spielt die Entwicklung der deutschen Konfektion eine große Rolle: Vom 19. Jahrhundert an bis ins 20. Jahrhundert war Berlin das Zentrum der Mode. Von Mode, die sich jeder leisten konnte, bis hin zur exklusiven Haute Couture für die gehobenere Gesellschaftsschicht.
Susanne Goga hat diese Hintergründe akribisch recherchiert, lässt diese Zeiten für den Leser/ die Leserin lebendig werden und verwebt diese gekonnt mit ihren größtenteils fiktiven Charakteren und deren Handlungen.

Fazit: Die schicksalshafte und spannende Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens zu unterhalten. Mit einer dichten Atmosphäre und unverwechselbaren Charakteren hat Susanne Goga eine farbenprächtige Zeitreise geschaffen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Top!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Mord in Babelsberg – Ein Fall für Leo Wechsler“

von Susanne Goga

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: dtv Taschenbuch
ISBN: 978-3423214865
Seitenanzahl: 320 Seiten

https://www.dtv.de/buch/mord-in-babelsberg-21486

Klappentext:
„Berlin 1926. Im Hof einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird die Leiche einer Frau entdeckt, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Kommissar Leo Wechsler muss am Tatort erkennen, dass es sich bei der Toten um seine ehemalige Geliebte Marlen Dornow handelt, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Er erzählt niemandem von seiner Verbindung zu der Toten, auch nicht seiner Frau Clara, sondern stürzt sich verbissen in die Ermittlungen. Wie sich herausstellt, hatte Marlen sich von wohlhabenden Männern aushalten lassen, zuletzt von einem Politiker, der ein enger Mitarbeiter des Außenministers Gustav Stresemann ist. Kurze Zeit später gibt es einen zweiten Toten: Viktor König, der gefeierte Filmregisseur, wurde ebenfalls mit einer roten Glasscherbe erstochen …“

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise über den dtv-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar in Form eines eBooks zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Mord in Babelsberg“ ist der vierte Fall für den empathischen Kommissar Leo Wechsler, welcher in Berlin im Jahre 1926 in einem Mordfall ermittelt, der ihm persönlich einiges abverlangt.

Als Kommissar Leo Wechsler an einen Tatort in einer noblen Wohnanlage in Kreuzberg ankommt, kann er seinen Augen kaum trauen:
Die Tote ist seine ehemalige Geliebte Marlen Dornow, welche er aber schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie wurde mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen.
Die Abgabe des Falls wegen Befangenheit kommt für Leo Wechsler nicht in Frage und er behält die Verbindung zu dem Mordopfer geheim – auch gegenüber seiner Frau Clara. Mit viel Ehrgeiz stürzt er sich in die Ermittlungen und findet heraus, dass Marlen sich von reichen Männern hat aushalten lassen.
Doch dann geschieht ein zweiter Mord. Der gefeierte Filmregisseur Viktor König wird erstochen aufgefunden. Die Tatwaffe: Eine rote Glasscherbe.

Als ich im Februar den achten Teil um den Kommissar Leo Wechsler „Schatten in der Friedrichstadt“ zugesendet bekommen und diesen mit großem Vergnügen gelesen habe, wollte ich unbedingt auch die vorherigen Teile lesen, um mehr über die Vorgeschichte der Protagonisten (allen voran natürlich Leo Wechsler) zu erfahren. Ich fragte beim dtv-Verlag an und bekam die ersten sieben Teile als Rezensionsexemplare in Form von eBooks zugesendet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den dtv-Verlag!
Die ersten drei Teile brachten mir spannungsreiche Lesestunden und ich habe die Reihe und die Protagonisten sehr in mein Herz geschlossen.

Hier findet ihr meine bisherigen Rezensionen:
Erster Teil: „Leo Berlin“
Zweiter Teil: „Tod in Blau“
Dritter Teil: „Die Tote von Charlottenburg“
Achter Teil: „Schatten in der Friedrichstadt“

Auch in diesem Teil zeigt Leo Wechsler, wie er mit Geschick, Empathie und Geduld schwierige Fälle löst – auch wenn es ihm diesmal persönlich sehr viel abverlangt.
Es wird ganz deutlich, dass er den Beruf als Kommissar wirklich aus tiefster Überzeugung ausübt.

„Tote waren für ihn niemals nur Fälle, sondern Menschen mit einer Geschichte. Wer sie als beliebige Objekte betrachtete, als bloße Begleiterscheinungen seines Berufs, war seiner Ansicht nach falsch in der Mordinspektion.“

[Kapitel 7]

In diesem Fall kann er sein Privatleben nicht von seinem Berufsleben trennen, was ihn noch menschlicher und authentischer wirken lässt. In jedem Teil der Reihe empfinde ich Leo Wechslers Charakter noch facettenreicher.
Clara ist die Frau an Leo Wechslers Seite. Mit ihrer ruhigen und besonnen Art ist sie immer für Leo Wechsler da. Doch auch sie lernt in diesem Fall neue und vor allem geheimnisvolle Seiten an ihm kennen, mit denen sie erst einmal lernen muss, richtig umzugehen.
Besonders schön fand ich, dass auch Ilse, Leos Schwester, wieder eine Rolle spielt. Zwar steht sie nicht im Zentrum der Geschichte, aber sie ist mit ihrer ehrlichen Art da.
Das Team der Mordkommission arbeitet wieder Hand in Hand und sie setzen zusammen alles daran, die Mordfälle rasch und gründlich zu lösen. Sie alle sind vom Charakter und ihren Hintergrundgeschichten völlig verschieden. Susanne Goga hat mit diesen verschiedenen Figuren sehr lebensechte und vielfältige Charaktere geschaffen.
In Robert Walther hat Leo Wechsler einen Kollegen an der Seite, der ihm auch gleichzeitig ein guter Freund ist, welchen er in diesem Fall auch dringend benötigt. Auch wenn etwas zwischen den Beiden steht, können sie sich aufeinander verlassen.
Neben diesem „harten Kern“ der Geschichte, gibt es auch in diesem Teil Figuren, die diesem Teil der Reihe ihr Gesicht geben und damit einen authentischen Querschnitt der Gesellschaft der 1920er Jahre zeigen. Eine Gesellschaft, die politisch und sozial zerrissen ist, Skrupellosigkeit und Moral aufeinander treffen.
Ihre größtenteils fiktiven Figuren treffen auch immer mal wieder auf historisch belegte Figuren – Susanne Goga lässt diese gekonnt miteinander agieren.

Wie in den vorherigen Teilen der Reihe nahm mich Susanne Gogas rasanter, flüssiger und bildhafter Sprachstil von der ersten Seite an direkt mit in die Geschichte. Nur ungern legte ich dieses spannende Buch aus den Händen, verfolgte so manche falsche Spur und fieberte bis zum Ende hin mit.
Die Handlung des Buches, welche drei Jahre nach dem letzten Teil „Die Tote von Charlottenburg“ ansetzt, ist chronologisch aufgebaut und zeigt den spannenden Fortgang der Ermittlungen in diesen beiden rätselhaften Todesfällen. Deren Bezug zueinander bleibt lange Zeit ein großes Rätsel.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches bildet das Berlin im Jahr 1926. Der Erste Weltkrieg liegt mittlerweile acht Jahre zurück, vielen Menschen geht es besser. Auch die Hyperinflation ist gebannt und viele Menschen können sich wieder etwas leisten und müssen nicht mit Schubkarren voller Geld einkaufen.
Doch nach wie vor ist die Gesellschaft ist politisch und sozial zerrissen. Auf der einen Seite leben Menschen im Luxus, auf der anderen Seite leben viele Menschen noch immer in großer Armut. Die Gesellschaft möchte ich in diesen „Goldenen Zwanziger“ amüsieren, eine Zeit, in der das Kino einen großen Stellenwert einnahm und auch das Nachtleben pulsierte.
Dank ihrem umfangreichen Wissen und ihrer akribischen Recherche lässt Susanne Goga diese Zeiten wieder vor dem Auge der Leser/ der Leserinnen aufleben, verwebt ihre größtenteils fiktiven Charaktere und deren Handlungen gekonnt mit den geschichtlichen Hintergründen.

Fazit: Auch dieser Teil der Reihe bietet wieder ein spannungsreiches Lesevergnügen. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und ich legte es nur ungern zur Seite. Der geschichtliche Hintergrund ist wunderbar recherchiert und bietet mit unverwechselbaren Charakteren eine farbenprächtige Zeitreise. Das ist Unterhaltung auf höchstem Niveau. Top!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Der Garten der Harfe“

von Elena Eden

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Bibliographische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. März 2022
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9798430043360 (Taschenbuch bei amazon.de)
9783754336823 (Gebundene Ausgabe Buchhandel)
Seitenanzahl: 384 Seiten

https://elena-eden-autorin.de/der-garten-derharfe/

Klappentext:
„Nach einem fürchterlichen Streit mit ihrem Bruder verlässt Maria im Jahr 1990 Hals über Kopf die Familienvilla am Wannsee in Berlin und setzt sich nach Irland ab. Sie trotzt widrigen Schicksalsschlägen und schafft sich auf der grünen Insel eine neue Existenz als Bildhauerin. Rund drei Jahrzehnte später nimmt ihre Nichte Larissa die Spur der Abgetauchten auf. Was als harmlose Urlaubsreise geplant war, entwickelt sich zu einer mitreißenden Suche durch die exotischen Gärten von Irland. Der jungen Ärztin bietet ein kunstvernarrter Architekt bei den Nachforschungen Hilfe an. Im berühmten Mauergarten von Kylemore Abbey, mitten in der rauen Landschaft von Connemara, hofft Larissa auf den entscheidenden Hinweis.Am Ende kommt ein Familiengeheimnis ans Licht, das tief in die deutsch-irische Geschichte zurückreicht. Hat Larissa die Kraft, durch die Wahrheit ihr altes Leben loszulassen, um wie einst ihre Tante Maria das eigene Lebensglück zu suchen?“

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar in Form eines Taschenbuchs zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Der Garten der Harfe“ ist ein Roman, der auf zwei Zeitebenen von Verlusten, großen Geheimnissen und Neuanfängen erzählt und größtenteils in Irland und Berlin spielt.

Im Jahr 1990 verlässt Maria nach einem Streit mit ihrem Bruder von einem Tag auf den anderen die Familienvilla in Berlin und flüchtet nach Irland. Dort schafft sie es, sich mit viel Beharrlichkeit ein neues Leben aufzubauen.
Fast 30 Jahre später bricht Marias Nichte Larissa zu einer Urlaubsreise nach Irland auf und nimmt dort die Spur ihrer vermissten Tante auf. Diese Spur führt sie durch geheimnisvolle und verwunschene Gärten der ‚Grünen Insel‘ und sie lernt den kunstliebenden Architekten Alexander kennen und lieben.
Doch die Suche nach ihrer Tante und der Wahrheit reißt in ihrer Familie alte Wunden auf und Larissa steht vor einer großen Entscheidung, die ihr komplettes Leben verändern könnte.

Im August 2020 habe ich mit großer Begeisterung den Debütroman „Der Garten unter dem Eiffelturm“ von Elena Eden gelesen.
Ende März 2022 fragte mich die Autorin, ob ich auch gerne ihren zweiten Roman lesen und rezensieren möchte. Nach dem Blick auf den Klappentext war mein Interesse sofort geweckt, da ich Irland sehr liebe und auch Bücher über Gärten gerne lese. Auch das wunderschöne und stimmige Cover machten mir direkt Lust auf die Geschichte.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Autorin Elena Eden für die Zusendung des Buches als Rezensionsexemplar und die wunderschöne Signierung.

„»Nur wenn du dir deiner Vergangenheit bewusst bist, und dazu musst du sie kennen, nur dann kann es eine unbeschwerte Zukunft für dich selbst geben …«“

[S. 261, Z. 14 – 16]

Maria und Larissa sind die beiden Hauptfiguren des Romans. Sie sind Tante und Nichte und sie Beide werden von ihrer Vergangenheit und der Suche einer Zukunft angetrieben.
Maria, welche schon immer ihren eigenen Kopf hatte und sich von ihren Eltern nicht gerne etwas vorschreiben lässt. Sie ist so ganz anders als ihr strebsamer Bruder und liebt ihre erkämpfte Freiheit. Doch zu ihrer Mutter verbindet sie ein vertrauensvolles Band. Als sie 1990 nicht nur Berlin, sondern auch Deutschland verlässt, baut sie sich mit viel Entschlossenheit und Mut wieder ein neues Leben auf. Auch wenn sie immer wieder hinfällt, steht sie wieder auf und lässt sich nicht unterkriegen. Marias offene und ehrliche Art war mir direkt sympathisch, zudem macht sie eine glaubhafte und authentische Entwicklung durch.
Larissa, Marias Nichte, macht sich 2019 zu einer Urlaubsfahrt nach Irland auf. Sie ist Ärztin und die nächste Stufe der Karriereleiter ist in greifbarer Nähe. Doch so richtig scheint sie in ihrem Leben noch nicht angekommen, sie ist noch immer auf der Suche nach sich selbst und der großen Liebe. Zudem treiben sie eine unbändige Neugier und ein großer Ehrgeiz an, nicht nur Neues zu entdecken, sondern auch die Vergangenheit ihrer Familie aufzudecken, auch wenn sie damit ihren Vater gegen sich aufbringt. Ich mochte Larissas direkte Art sehr gerne und auch, dass sie immer wieder über sich hinaus wuchs und sie sich ihren Ängsten gestellt hat.
Alexander ist ein Mann, welcher Kunst sehr schätzt und seine Heimat Irland liebt. Anfangs wirkt er sehr undurchsichtig, im Laufe der Geschichte entwickelt er sich für Larissa zu einem Fels in der Brandung und bringt die Geschichte weiter voran. Ein wundervoller Charakter, den man einfach gerne haben muss.
Auch die Charaktere, die nicht im Zentrum der Geschichte stehen, haben mich mit ihrer glaubwürdigen Zeichnung überzeugt. Alle Figuren agieren lebendig und authentisch und bringen einen unverwechselbaren Charme in die Geschichte. Der ein oder andere Charakter brachte mich zum Schmunzeln, andere hingegen ließen mich erstaunt und teils betroffen zurück. Eine perfekte Mischung an Figuren, die im Herzen bleiben werden.

Die Handlung des Buches teilt sich in zwei Erzählstränge. Es beginnt mit der Handlung im Jahr 2019, als Larissa nach Irland reist. Hier wird die Geschichte in der Ich-Form aus Larissas Sicht beschrieben, was dazu führte, dass ich ihr und ihren Gedanken sehr nahe kam und ihr oft nachfühlen konnte.
Der zweite Handlung beginnt 30 Jahre zuvor. Hier spielt Marie die Hauptrolle, allerdings wird die Geschichte nicht aus ihrer direkten Sicht beschrieben. Trotzdem konnte ich mich in ihre Geschichte einfühlen.
Dadurch, dass die zweite Handlung auf die erste Handlung zuläuft, wurde Spannung aufgebaut und ich wollte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen.
Der flüssige und detaillierte Sprachstil von Elena Eden ließ auf keiner Seite Langeweile aufkommen und ich konnte vollständig in diese wunderschöne Geschichte abtauchen.
Eine Geschichte, die davon erzählt, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, aber auch seinen Weg im Leben zu finden und die Zukunft vor Augen zu haben.

Wie in ihrem Debütroman „Der Garten unter dem Eiffelturm“ hat sich Elena Eden wieder Gärten und deren Geschichten angenommen – diesmal verschiedenen Gärten in Irland. Diese beschreibt sie mit so viel Wissen und Gefühl, dass es sich anfühlte, als wäre ich gerade in diesen Gärten auf Entdeckungsreise. Somit ist auch dieser Roman ein kleiner Reiseführer, der zu den schönsten Gärten Irlands führt und deren spannende Geschichten erzählt.
Aber auch zu der Geschichte Irlands hat Elena Eden akribisch recherchiert und zeigt damit die sagenhafte Kultur der ‚Grünen Insel‘.
Das Buch hat eine eigene Musik-Playlist und damit einen Soundtrack, da in der Geschichte verschiedenste Musikstücke (vor allem Harfen-Stücke), eine große Rolle spielen. Damit wurde die Stimmung des Buches sehr intensiv und ich konnte mich völlig in die Geschichte fallen lassen.
Mit einer ausführlichen Zusammenstellung der Gärten, die in der Geschichte vorkommen, endet das Buch „Der Garten der Harfe“ und damit ein wunderbares und lehrreiches Lesevergnügen. Danke liebe Elena Eden.

Fazit: Während des Lesens spielte sich ein farbenfroher und intensiver Film in meinen Kopf ab. Tolle Charaktere und die wunderbaren Beschreibungen der Gärten, Landschaften und Menschen bescherten mir wunderbare Lesestunden und viel neues Wissen. Absolut lesenswert.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Ajena im Raum der Spiegel“

von Virginia Anemona

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 31. Juli 2021
Verlag: Selfpublishing über Epubli
ISBN: 978-3754148006
Seitenanzahl: 528

http://www.virginia-anemona.cookypool.net/?fbclid=IwAR1F0seaUbJLVHyVqqM-6TeswQdSzBMQS7mSFlF3y6fXmtYbg9Y61l7UPeY


Klappentext:
Ajena hofft ihre traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit verarbeitet zu haben und einen Job zu finden. Doch sie ahnt nicht, dass der kindliche Teil ihrer Seele so verletzt ist, dass er ihre Welt schon bald ins Chaos zu stürzen droht. Die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt mehr und mehr und inmitten des Durcheinanders trifft Ajena auf Nick. Ajena hat vor langer Zeit eine Angstmauer um sich errichtet, aber Nick setzt alles daran, einen Weg hindurch zu finden. Ajenas Träume sind lebhafter denn je und sie begegnet darin den unterschiedlichsten Wesen. Eines davon bittet sie um Hilfe bei der Suche eines vermissten Lichtwesens. Im Traum wächst Ajena über sich hinaus, während bei Tag selbst kleinste Aufgaben eine Hürde darstellen. Als Ajena schließlich körperlich schwer erkrankt, stempeln die Ärzte sie wegen ihrer Ängste als psychisch leidend ab. Somit bleibt ihr keine andere Wahl, als zu lernen, auf ihre innere Stimme zu hören und diese zum Ausdruck zu bringen.“

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar in Form eines Taschenbuchs zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!-Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Ajena im Raum der Spiegel“ von Virginia Anemona ist der zweite autobiographische Bericht der Autorin und zeigt rückblickend den Leidensweg der jungen Frau mit einer tückischen Krankheit und den katastrophalen Umgang durch verschiedener Ärzte und Ärztinnen.

Die junge Ajena schließt die Schule ab und möchte damit auch das Thema Mobbing für immer hinter sich lassen. Das Arbeitsamt verschafft ihr diverse Praktika, doch es wird nur wenig darauf geachtet, ob diese Berufe auch wirklich zu der sensiblen Ajena passen. Schnell ist sie mit den Forderungen des Amtes überlastet, denn diese bringen wieder alles hoch, was sie zu vergessen versuchte: Die Übergriffe ihres Klassenkameraden Maurice.
Als Ajena dann auch noch körperlich schwer erkrankt, beginnt für sie ein Spießrutenlauf, denn kein Arzt/ Ärztin nimmt sie und ihre Krankheit ernst. Um diesen Demütigungen zu entkommen, flüchtet sie sich wieder in ihre fantasievolle zweite Realität, in der große Aufgaben und Herausforderungen auf sie warten.

Mitte Februar 2022 schrieb mich die Autorin auf Instagram an und fragte, ob ich Interesse habe, ihre beiden Bücher zu lesen und zu rezensieren.
In ihrem ersten Buch „Ajena und der Wasserperlenbaum“ beschreibt sie sie ihre Lebensgeschichte, ihre Erfahrungen mit Mobbing/ Gewalt in der Schule und luzides Träumen.
In „Ajena im Raum der Spiegel“ thematisiert die Autorin ihre Borreliose-Erkrankung.
All diese Themen weckten mein Interesse und ich sagte der Autorin zu.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Autorin für die Zusendung und Bereitstellung der Rezensionsexemplare.

Aus dem Mädchen Ajena ist eine junge Frau geworden, welche sich ihre Kreativität und Fantasie trotz aller negativer Erfahrungen während ihrer Schulzeit bewahrt hat.
Doch das System zwingt sie dazu, sich eine Arbeit zu suchen – egal ob sie dem gewachsen ist, oder nicht. Immer wieder trifft sie auf Menschen, die es nicht gut mit ihr meinen, sie erniedrigen und ihre Fähigkeiten reduzieren. Das alles wird noch schlimmer, als Ajena körperlich schwer erkrankt und von der Ärzteschaft nicht ernst genommen und gedemütigt wird.
Ajena rettet sich immer wieder in ihre selbst aufgebaute Traumwelt – ihre zweite Realität. Dort findet sie Aufgaben, welche sie fordern und auch Wege, mit ihrer Situation umzugehen und fertig zu werden und damit schlussendlich ihre Seele zu heilen. Denn eines ist klar: Die schrecklichen Attacken ihres Mitschülers hat Ajena längst nicht hinter sich gelassen.
Außerhalb dieser Traumwelt ist ihr empathischer Freund Nick ihr Fels in der Brandung – er gibt ihr Halt und Kraft und ist immer an ihrer Seite.

Ähnlich wie im ersten Buch, spielten sich in meinem Kopf während des Lesens wieder zwei völlig unterschiedliche Filme ab: Der eine zeigte die nüchterne und grausame Realität, welche für mich meistens in schwarz-weiß Tönen gehalten war, diesmal aber – dank Nick – mit einzelnen Farbtupfern. Dieser Teil des Buches nahm mich emotional sehr mit und machte mich mit unter einfach nur fassungslos, wie unsensibel viele Ärzte und Ärztinnen mit Ajena umgegangen sind. Ebenso zeigt die Autorin auf bedrückende Art und Weise, wie es ist, an diesem Leistungs-System zu scheitern, wenn man eben nicht der „Norm“ entspricht und wie schnell man in Schubladen gepackt wird.
Der andere farbenfrohe Film spielte in der Traumwelt und zeigte so viele Farben der Hoffnung, der Zuversicht, der Freundschaft, der Hilfe, des Mutes und der Heilung. Diese Besuche in der Traumwelt schildert die Autorin voller Fantasie und Farben, sie nehmen einen großen Teil der Handlung des Buches ein und werden mit bunten Abbildungen der Autorin ergänzt.

Virginia Anemona hat eine wunderbare und authentische Sprache, die mich von der ersten Seite an mit in das Buch und die zwei Realitäten nahm, ich musste einfach immer weiter lesen. Auch wenn es mich mitunter sehr aufwühlte, wie wenig ihr geholfen wurde, als sie dringend Hilfe benötigt hat.

Das Buch „Ajena im Raum der Spiegel“ ist ein Plädoyer dafür, dass man Menschen ernst nehmen und nicht vorschnell verurteilen sollte.
Schlimme Erlebnisse darf man nicht einfach verdrängen und vergessen, sondern man muss sich damit auseinandersetzen. Den erst wenn die Seele geheilt ist, kann auch der Körper heilen.

Fazit: Ein Buch, welches Mut macht für sich selbst einzustehen und sich nicht aufzugeben. Eindrücklich schildert die Autorin ihr Erlebtes, ihre seelischen Verletzungen und ihre tückische Krankheit, welche noch immer von vielen Ärzten/ Ärztinnen nicht ernst genommen wird.
Ein unvergessliches Buch voller Mut und Lebensweisheiten.
Absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Das Grand Hotel – Die der Brandung trotzen“

von Caren Benedikt

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 21. März 2022
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3764507749
Seitenanzahl: 416 Seiten

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Das-Grand-Hotel-Die-der-Brandung-trotzen/Caren-Benedikt/Blanvalet/e586978.rhd

Klappentext:
Bernadette von Plesow, Inhaberin des feudalen Grand Hotels in Binz auf Rügen, hatte einen Traum: Sie sah ihren Sohn Constantin vor sich, der vor ihren Augen stirbt. Sie weiß, es war nur ein Traum, aber sie macht sich große Sorgen. Constantin hat sich mit der Unterwelt angelegt und befindet sich zur Zeit im Gefängnis, wo er auf seinen Prozess wartet. Sogar die Todesstrafe könnte ihn erwarten. Natürlich muss Bernadette etwas tun, sonst wäre sie nicht die Frau, die sie ist. Während ihre Tochter Josephine das Grand führt, versucht Bernadette alles, um ihrem Sohn einen Freispruch zu garantieren. Dabei kommt sieder Unterwelt gefährlich nah und verärgert einen äußerst gefährlichen Mann …

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise vom Blanvalet-Verlag über das ‚Bloggerportal Randomhouse‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr die ersten beiden Teile der Reihe noch nicht kennt, da ihr euch sonst spoilern könntet.
– Meine Rezensionen zu den ersten beiden Teilen der Reihe findet ihr hier:
Band 1: „Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen“
Band 2: „Das Grand Hotel – Die mit dem Feuer spielen“

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Das Buch „Das Grand Hotel – Die der Brandung trotzen“ von Caren Benedikt ist der finale dritte Teil einer Reihe, die in Binz und Berlin in den 1920er Jahren angesiedelt ist und die fiktive Familiengeschichte der von Plesow erzählt.

Nach wie vor hat die resolute Bernadette von Plesow die Fäden fest in der Hand. Nach dem Tod ihres Mannes und zwei ihrer vier Kinder führt sie das Grand Hotel mit eisernem Willen und großer Leidenschaft.
Ihre Tochter Josephine tritt in ihre Fußstapfen und möchte sich ein Künstler-Hotel in Binz aufbauen. Doch bevor Josephines Träume Wirklichkeit werden können, muss sie vertretungsweise das Grand Hotel“ führen. Bernadette eilt nach Berlin, dort wartet ihr Sohn Constantin auf seinen Gerichtsprozess. Ihm droht wegen Mordes eine lange Gefängnisstrafe.
Constantin hat sich mit einem mächtigen Gegner aus der Unterwelt angelegt und Bernadette selbst gerät in einen Strudel aus Gewalt und Intrigen.

Im Frühjahr 2020 habe ich den ersten Teil dieser Buchreihe gelesen und mir war nach Beendigung des ersten Teiles klar, dass ich auch den zweiten Teil unbedingt lesen muss. Diesen durfte ich ein Jahr später lesen durfte. Seit Ende des zweiten Teils wartete ich ungeduldig auf den dritten Teil der Reihe, da ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles zusammenfügt. Diese Mischung aus Geheimnissen, Intrigen, Insel-Feeling, Großstadt-Flair und jeder Menge Geschichte machen diese Reihe ganz besonders und ist damit eine ausgezeichnete Unterhaltung mit großen Sucht-Faktor.
Das Buch habe ich freundlicherweise vom Blanvalet-Verlag über das ‚Bloggerportal von Randomhouse‘ als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Wie in den beiden vorherigen Bänden sind alle Figuren in diesem Buch authentisch und lebensecht gezeichnet, sie haben Ecken und Kanten, machen Fehler und leben ihr Leben in einer aufregenden Zeit.
Auch wenn ich sehr glücklich bin, dass ich sie alle ein Stückchen auf ihren spannenden Lebenswegen begleiten durfte, schwingt auch sehr große Wehmut mit, ihnen allen nun endgültig „Adieu“ sagen:
Bernadette von Plesow, der taffen, beherrschten und auch stolzen Frau, welche unter ihrer harten Schale doch einen weichen Kern besitzt und für die Menschen, die ihr etwas bedeuten, alles möglich macht und für diese kämpft.
Ihrer Tochter Josephine, die sich seit dem ersten Teil so wunderbar entwickelt hat und erwachsen geworden ist, nun etwas aus ihrem Leben macht und in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt.
Konstantin, dem anfangs undurchsichtige Charakter, der im Laufe der Handlung ebenfalls eine realistische Entwicklung durchläuft und nach und nach vertrauten Menschen seine liebevolle Seite zeigen kann.
Eine Figur, welche durch die Geschichte trägt, auch wenn er nicht im Zentrum der Geschehnisse steht ist Hauptmann Carl Winter – der Akkordeonspieler. Seine intensive und berührende Geschichte werde ich nie vergessen.
Auch die eher unsympathische Margit von Plesow, Bernadettes Schwiegertochter, trägt ihren Teil zu dieser spannenden Geschichte bei.
In dieser Buchreihe gibt es viele Nebenfiguren, welche mich mit ihrer Vielseitigkeit und ihren Lebensgeschichten überzeugen konnten.
Egal ob Haupt- oder Nebenfigur, sie alle sind mir ans Herz gewachsen und ich werde sie mit Sicherheit sehr vermissen. Danke an Caren Benedikt für diese unvergesslichen Charaktere und ihre Geschichten.

Die Handlung des Buches knüpft direkt an den zweiten Teil an und wird chronologisch erzählt. Auch wenn Vergangenes immer mal wieder erzählt wird, finde ich es wichtig, dass der Leser/ die Leserin die ersten beiden Teile bereits kennt, da sich die Geschichte und vor allem die Charaktere im Laufe der Reihe entwickeln.
Ganz schnell war ich wieder in der Geschichte angekommen und und konnte den Charakteren und den Ereignissen gut folgen.

Die flotte und bildhafte Sprache von Caren Benedikt ließen mich in vergangene Zeiten abtauchen und diese lebendig werden. Sie beschreibt detailliert, aber trotzdem mit hohen Tempo, auf keiner Seite kam Langeweile auf. Teilweise konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Den geschichtlichen Hintergrund des Romans bildet das Jahr 1925. Die Gesellschaft der Weimarer Republik ist politisch und sozial tief gespalten und auch die tiefen Wunden des Ersten Weltkrieges sind noch immer nicht verheilt. Die NSDAP und ihr Anführer Adolf Hitler werden immer stärker und die Weimarer Republik immer instabiler.
Auf der einen Seite der Gesellschaft regiert der Luxus, auf der anderen Seite herrschen Hunger, Armut und Gewalt.
Die Reihe um das „Grand Hotel“ führt den Leser/ die Leserin in diese verschiedene Bereiche der damaligen Gesellschaft und bietet mit ihren authentischen Charakteren einen guten Einblick in das Denken und Handeln der Menschen zu dieser Zeit.
Caren Benedikt hat diese geschichtlichen Hintergründe hervorragend recherchiert und gekonnt mit der fiktiven Familiengeschichte der von Plesow verknüpft.
Ausgezeichnet nachgespürt hat die Autorin auch dem Aufbau und der Organisation der damaligen Unterwelt und reißt den Leser/ die Leserin mit in diesen Strudel aus Intrigen und Gewalt, wo ein Menschenleben nicht viel wert war.

Die Ausstattung des Buches ist, wie bei den ersten beiden Teilen, wieder sehr hochwertig und besteht aus einer Klappbroschur. Die drei Cover und auch die Titel passen perfekt zusammen und sie sehen im Bücherregal wunderbar aus.

Fazit: Mit „Das Grand Hotel – Die der Brandung trotzen“ endet eine Buchreihe, welche mich drei Jahre lang begleitet und mit den unvergesslichen Charakteren und einer spannenden Handlung sehr begeistert hat und damit unvergessen bleibt. Danke liebe Caren Benedikt für diese erstklassigen Lesestunden.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars durch den Verlag muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.