von Julia Heinecke
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2020
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808933
Seitenanzahl: 312 Seiten
Preis: 14,80€
Klappentext:
„Südbaden 1952. Als die 18-jährige Sekretärin Irmi aus Freiburg unverheiratet schwanger wird, wirft ihr Vater sie aus dem Haus. Mithilfe ihres Bruders Miggi findet sie im Schwarzwald Unterschlupf auf dem Nonnenfeldhof und arbeitet dort als Magd. – Der technische Fortschritt hält allmählich Einzug und bringt Erleichterung bei der schweren Arbeit auf Feld und Hof. Doch der Krieg hat seine unauslöschlichen Spuren hinterlassen. Immer wieder kommt es zu Konflikten, besonders zwischen Irmi und Jungbäuerin Maria. In ihrer Notlage als ledige Mutter sucht Irmi nach einem Ausweg.“
Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher
Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
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Das Buch „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“ von Julia Heinecke ist ein fesselnder historischer Roman über gesellschaftliche Zwänge, den Wandel der Nachkriegszeit und den Überlebenskampf einer jungen ledigen Mutter im Jahr 1952.
„Irmi wusste nun, welches Gefühl sie überfallen hatte und sie so lähmte. Ein Gefühl, das sie bis jetzt noch gut zu ignorieren geschafft hatte, das aber heute mit aller Macht Besitz von ihr genommen hatte. Es würde immer da sein. Es war die Scham.“
[Seite 184, XIII. Kapitel]
Als Freiburgerin, die viel im Schwarzwald unterwegs ist, war dieser Roman für mich eine tief berührende Zeitreise in die Vergangenheit meiner Heimat. Julia Heinecke hat mich mit ihrem wunderbar lebendigen und bildhaften Schreibstil von der ersten Seite an komplett in die Geschichte hineingezogen.
Die Handlung führt uns ins Südbaden des Jahres 1952:
Die 18-jährige Irmi wird unverheiratet schwanger. Aus heutiger Sicht ist es kaum zu fassen, mit welcher extremen Härte die damalige Gesellschaft und sogar Irmis eigener Vater reagierten. Dass sie verstoßen wird und als Magd auf dem Nonnenfeldhof im Schwarzwald Unterschlupf suchen muss, zeigt eindringlich die unbarmherzigen moralischen Normen jener Nachkriegszeit. Auf dem Hof angekommen, fand ich die Atmosphäre zu Beginn erstaunlich herzlich – auch wenn es mich stellenweise sehr schockiert hat, wie schwer Irmi dort trotz ihrer Schwangerschaft körperlich mitarbeiten musste.
Besonders faszinierend fand ich es zu beobachten, wie der Einzug des technischen Fortschritts das Hofleben verändert. Doch nicht nur die Technik bringt Unruhe, sondern auch die zwischenmenschliche Dynamik. Ein zentraler Reibungspunkt ist die Jungbäuerin Maria. Ganz ehrlich: Maria hat es mir unheimlich schwergemacht, sie zu mögen. Sie ist ein extrem schwieriger Mensch. Obwohl das Buch ihre Beweggründe beleuchtet, konnte ich mich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt kaum hineinversetzen. Genau das macht sie aber zu einem hochgradig interessanten und wunderbar ambivalenten Charakter, der der Geschichte viel Tiefe verleiht.
Ein absolutes Highlight war für mich das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern: Dass Figuren aus dem ersten Band „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ wieder auftauchen, allen voran mein absoluter Liebling Miggi, hat mein Leserinnenherz höher schlagen lassen.
Das Finale hat mich emotional vollkommen abgeholt und absolut zufrieden zurückgelassen. Ich habe bis zum Schluss intensiv mit Irmi gefühlt, gehofft und um ihren Ausweg aus dieser Notlage gebangt.
Danke für dieses großartige Leseerlebnis. Ich freue mich jetzt schon auf den dritten Band der Reihe: „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“, den ich mit Sicherheit bald lesen werde.

Fazit: Julia Heinecke gelingt mit ihrem Roman „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“ eine bildgewaltige und emotionale Zeitreise in das Südbaden der Nachkriegszeit. Unbedingt lesen!
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