von Julia Heinecke
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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. September 2019
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808964
Seitenanzahl: 304 Seiten
Preis: 15,80€
Reihe: „Kalte Trilogie“ 03/03
Klappentext:
„Südbaden Mitte der 1970er-Jahre. Im kleinen Ort Wyhl am Kaiserstuhl soll ein riesiges Atomkraftwerk gebaut werden. Hannelore und ihr Mann Karl sind entsetzt. Gemeinsam mit ihrer Nichte Klara, Studentin in Freiburg, schließen sie sich dem Widerstand an. Bald sind Familien und das ganze Dort in Befürworter und Gegner gepalten. Winzer und Bauern fürchten um ihre Existenzgrundlage und ihre Heimat. Als der Bau ohne Rücksicht auf ausstehende Gerichtsentscheidungen beginnt, bleibt den protestierenden Kaiserstühlern nur ein letztes Mittel: die Bauplatzbesetzung. Julia Heineckes dritter Roman erzählt eindrücklich, wie die politische Stimmung damals kippte und einen gesellschaftlichen Umbruch einläutete.“
Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher
Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
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In ihrem Roman „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“ nimmt uns die Autorin Julia Heinecke mit in das Südbaden der 1970er-Jahre und beleuchtet ein hochspannendes und emotionales Kapitel deutscher Zeitgeschichte: Den erbitterten Kampf der lokalen Winzer, Bauern und Studenten gegen den Bau eines gigantischen Atomkraftwerks in Wyhl am Kaiserstuhl.
Julia Heinecke gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Umso größer war meine Vorfreude auf den dritten und wahrscheinlich letzten Band der „Kalten Trilogie“.
Was ich an Julia Heineckes Erzählstil so sehr schätze, ist ihre besondere Art zu schreiben: Er ist unglaublich bildhaft und trotzdem angenehm unaufgeregt. Ich tauchte sofort in die Geschichte ein. Und für mich gab es auch diesmal wieder ein ganz besonderes Wiedersehen mit bekannten Figuren aus den vorherigen Werken „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald “ und „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald “.
Hier noch ein wichtiger Hinweis für alle Leser und Leserinnen, die neu in diese Reihe einsteigen möchten: Man muss die beiden vorherigen Bände nicht zwingend gelesen haben. Die Bücher hängen zwar durch die Geschichten der Figuren zusammen, aber jeder Band steht wunderbar für sich allein.
Die Atmosphäre der 1970er-Jahre und die Natur des Kaiserstuhls waren beim Lesen für mich greifbar nah. Der Kern der Geschichte, also der geplante Bau des Atomkraftwerks im kleinen Ort Wyhl, bringt eine enorme Zerrissenheit mit sich. Julia Heinecke schildert unglaublich packend und emotional, wie tief dieser Konflikt damals das gesamte Dorf und sogar einzelne Familien gespalten hat. Es ist erschreckend und faszinierend zugleich zu lesen, wie die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern so sehr verhärteten, dass die Menschen am Ende sogar vor der Zerstörung von Eigentum nicht zurückschreckten. Auch die inneren Zerrissenheiten der Hauptfiguren Hannelore, Karl und Klara sind meisterhaft und tief berührend herausgearbeitet worden.
Da ich selbst in Freiburg wohne (also quasi direkt ums Eck von Wyhl), hat mich dieses Buch ganz besonders mitgenommen. Obwohl ich hier lebe, war mir das Ausmaß der gesamten Protestbewegung bisher gar nicht so bewusst. Julia Heinecke hat mir durch diesen Roman unglaublich viel neues Wissen über meine eigene Region geschenkt.
Diesen historischen Wendepunkt der ersten großen Bauplatzbesetzungen durch die Augen der Romanfiguren mitzuerleben, hat sich für mich vollkommen echt, lebendig und hochemotional angefühlt. Ich bangte, hoffte und protestierte auf jeder Seite mit den Winzern und Bauern mit, die um ihre Existenz und für ihre und unsere Heimat kämpften.
Herzlichen Dank für dieses großartige und lehrreiche Leseerlebnis.

Fazit: Der Roman „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“ von Julia Heinecke ist ein absolut großartiges, wichtiges und sehr, sehr lesenswertes Buch. Es verknüpft packende Fiktion perfekt mit realer Regionalgeschichte. Unbedingt lesen.
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