„Die Freundinnen vom Strandbad – Wogen der Freiheit“

von Julie Heiland

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2022
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-06560-1
Seitenanzahl: 592 Seiten

Klappentext:
Ost-Berlin, August 1961. Die Jugendfreundinnen Martha und Betty verbringen einen Nachmittag im Strandbad Müggelsee, doch die Dritte im Bunde fehlt: Clara ist nach West-Berlin geflohen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Während es Betty nach einem Schicksalsschlag gelingt, als Schauspielerin Fuß zu fassen, beginnt Martha, gegen die Regierung zu protestieren. Ausgerechnet Betty wird von der Stasi gezwungen, Martha auszuspionieren, um ihre Karriere zu retten. Die Leben der Frauen entwickeln sich in völlig unterschiedliche Richtungen, und ihre Freundschaft droht zu zerbrechen. Werden die drei trotz aller politischen Widrigkeiten eines Tages wieder zueinanderfinden?“

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-freundinnen-vom-strandbad-die-mueggelsee-saga-2-9783548065601.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Teil der Reihe („Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“) noch nicht gelesen habt – dies aber möchtet. Ihr könntet euch sonst spoilern!
– Hier findet ihr meine Rezension zum ersten Teil: „Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“

– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Ullstein-Verlag

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Das Buch „Die Freundinnen vom Strandbad – Wogen der Freiheit“ von Julie Heiland ist der zweite der Teil der „Müggelsee- Saga“ und spielt in Ost- und West-Berlin und zeigt das unterschiedliche Leben der drei Freundinnen Martha, Betty und Clara zu Zeiten der Berliner Mauer.

Ost-Berlin im August 1961: Während die beiden Freundinnen Martha und Betty versuchen ihr Leben im Schatten der Mauer zu leben, gelingt ihrer Freundin Clara die dramatische Flucht in den Westen. Völlig entkräftet und auf sich alleine gestellt, kommt Clara in einer für sie völlig fremden Welt an. Dort trifft sie die selbstbewusste Lilli, bei der sie einzieht, langsam Fuß fasst und sie beginnt sich ein neues, freies Leben aufzubauen.
Auch Betty und Martha müssen nach einigen Misserfolgen und Schicksalsschlägen ihre Leben neu ordnen: Betty gelingt es, sich als Schauspielerin einen Namen zu machen, Martha beginnt gegen die Regierung der DDR zu protestieren.
Die Leben der drei Freundinnen entwickeln sich in völlig verschiedene Richtungen, ihre Freundschaft wird damit auf eine harte Probe gestellt und droht zu zerbrechen. Doch sie alle drei haben einen gemeinsamen Feind, welcher ihr erhofftes Glück immer wieder zu zerstören droht – und die Hoffnung, dass sie irgendwann wieder vereint sind.

Auf den ersten Teil der „Müggelsee-Saga“ bin ich im Mai 2022 durch Beiträge der Autorin in den Sozialen Medien aufmerksam geworden. Das wunderbare Cover und auch der Klappentext weckten damals mein Interesse, da ich Geschichten rund um den Mauerbau sehr gerne lese und auch das „Leitmotiv Freundschaft“ es mir sehr angetan hat. Ich las den ersten Teil „Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“ mit großer Begeisterung und es war klar, dass ich auch den zweiten Teil dieser zweiteiligen Reihe lesen muss. Diesen bekam ich freundlicherweise vom Ullstein-Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.


Im ersten Teil der Reihe war ich direkt von den unterschiedlichen und auch sehr tiefgründigen Charakteren begeistert und ich war sehr gespannt, wie es mit ihnen und ihren so unterschiedlichen Lebenswegen im zweiten Teil weitergehen wird.
Aus den drei jungen Mädchen sind mittlerweile junge Frauen geworden, welche aber noch alle ihren Platz im Leben suchen.
Martha, welche in einer regimetreuen – allerdings nicht ihrer leiblichen – Familie groß wurde, stellt das Regime und vor allem die Mauer immer mehr in Frage. Ihr kreativer Kopf und ihr sehr ehrlicher und direkter Charakter passen nicht jedem/ jeder und sie muss schauen, wie sie ihren Traumberuf Journalistin irgendwie verwirklichen kann.
Betty, welche zu Beginn des ersten Teils einen sehr verwöhnten Eindruck machte, findet sich nun als Ehefrau eines einflussreichen Regisseurs wieder, der sie aber hintergeht und nicht nur beruflich an der kurzen Leine hält. Doch die starke Betty möchte sich nicht so schnell unterkriegen lassen und kämpft für sich und ihre Zukunft, auch wenn es sie vieles kostet und sie einen schweren Schicksalsschlag erleidet.
Auch in diesem Teil ist Clara eine meiner Lieblingsfiguren. Ihre bedrückende und aussichtslose Situation ließ sie in den Westen fliehen. Auch dort muss sie für ihr Glück und Zukunft alles in Bewegung setzen, während sie das entsetzliche Heimweh, vor allem aber die Sehnsucht nach ihren Freundinnen und ihrer Familie beinahe auffrisst. Doch sie ist, wie schon im ersten Teil, eine Kämpferin, welche nach jedem Fall immer wieder aufsteht.
Jede der drei Freundinnen hat sich sehr authentisch weiterentwickelt und sie alle konnten mich mit ihren lebhaften Geschichten und ihrem Werdegang überzeugen
Um diese drei Hauptfiguren agieren noch viele weitere Personen: Deren Familien und Freunde aber auch andere Charaktere, die es nicht so gut mit ihnen meinen. Sie alle konnten sie mich mit ihrer Vielfältigkeit, aber auch ihren Verschiedenheiten völlig begeistern. Es sind Figuren, welche man so schnell nicht mehr vergisst und mit denen die Autorin ein lebensechtes und farbenfrohes, wenn auch stellenweise beklemmendes, Bild der damaligen Zeit zeichnet. Sie alle haben sich glaubhaft weiterentwickelt.
Ganz besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch Claras Retterin und Freundin Lilli. Sie lebt in West-Berlin und hat in ihrem Leben schon so einiges erlebt und mitgemacht. Ihre Geschichte berührte mich sehr und ich mochte ihre offene, aber auch geheimnisvolle Art sehr gerne.

Die Handlung des zweiten Teils setzt direkt an den ersten Teil an, was dazu führte, dass ich sofort wieder in der Geschichte angekommen war.
Die Handlung wird chronologisch erzählt und umfasst einige Jahrzehnte. Bemerkenswert finde ich, dass Julie Heiland immer im Wechsel kapitelweise den Schwerpunkt auf eine der Freundinnen legt und ich somit den einzelnen Figuren, ihrer Geschichte und ihren Gedanken sehr nahe kommen konnte.
Die Autorin hat einen detaillierten Sprachstil, welcher aber auf keiner Seite langatmig oder gar langweilig wird. Sie beschreibt diese Zeit voller Leidenschaft und auch mit viel Ortskenntnis – ich konnte mich komplett in diese mitreißende Geschichte fallen lassen und mochte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen. Gerade zum Schluss hin, als nach und nach alle Fäden der Handlung zusammenlaufen, wurde es so spannend, dass die Seiten nur so dahinflogen. Einerseits konnte ich nicht schnell genug lesen, auf der anderen Seite wollte ich nicht, dass dieses Buch – und damit diese mitreißende Geschichte – endet.

Den geschichtlichen Hintergrund bilden West-Berlin und Ost-Berlin in den Jahren von 1961 bis 1989 und das Jahr 1990.
Im August 1961 wurde die Mauer gebaut und sollte die DDR hermetisch von der BRD abriegeln. Erst im November 1989, nach mehr als 28 Jahren, fiel dieses Grenzbefestigungssystem.
Insgesamt starben in diesen 28 Jahren 101 Menschen bei ihren Versuchen aus der DDR über die Mauer in die Freiheit zu flüchten, unzählige Familien und Freunde wurden auseinander gerissen.
Auch wenn der Staat DDR seine Ohren und Augen überall hatte, es immer die Gefahr bestand, dass man bespitzelt, belauscht und beobachtet wurde, firmierte sich Widerstand. Die Menschen in Ost-Berlin hatten direkt vor Augen, wie viel besser es den Menschen in West-Berlin ging.
Ein weiteres großes Thema ist die gesellschaftliche Stellung der Frau in der DDR. Zwar waren Männer und Frauen vom Gesetz gleichberechtigt, was sie praktisch jedoch nicht waren. Neben ihrer beruflichen Tätigkeiten sollten Frauen den Haushalt meistern, eine gute Köchin, eine liebevolle Mutter und ihrem Mann eine fürsorgliche Ehefrau sein.
Julie Heiland hat diese geschichtlichen Hintergründe und Themen akribisch recherchiert und kombiniert diese wunderbar mit ihren fiktiven Charaktere und deren Schicksalen. Ich habe nochmal einiges zu diesen höchst interessanten Themen dazu gelernt.
Die Autorin macht mit ihrer unvergesslichen Buchreihe Geschichte erleb- und vor allem fühlbar. Danke Julie Heiland für dieses mitreißende Lese-Erlebnis.

Fazit: Dieser zweite Teil der Geschichte steht dem ersten Teil in Nichts nach: Wunderbare und bemerkenswerte Figuren, welche vor einem spannenden geschichtlichen Hintergrund agieren. Und eine absolut unvergessliche und mitreißende Story, die süchtig macht. Sehr empfehlenswert.


*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Köchin – Lebe deinen Traum“

von Petra Durst-Benning

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. August 2022
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0787-9
Seitenanzahl: 512 Seiten
Reihe: „Die Köchin 01/03“

Klappentext:
„»Bon appétit!« Wenn Fabienne die Gäste des Schleusenwärterhauses bewirtet, ist sie glücklich. Schließlich gibt es bei ihnen das beste Essen am ganzen Canal du Midi: Fabiennes Maman kocht zwar mit den einfachsten Zutaten, aber eben auch mit Liebe und Leidenschaft. Was könnte es Schöneres geben, als von ihr zu lernen? Nur der Gedanke an ihren Geliebten Eric lässt Fabienne gelegentlich von der großen weiten Welt träumen. Als ihre Mutter unerwartet stirbt und der Vater eine neue Frau ins Haus holt, brennt die Minderjährige mit Eric durch. Schon bald lässt der sie bedenkenlos im Stich, und Fabienne muss allein für sichsorgen: Mit großem Glück findet sie Arbeit als Küchenhilfe in einem Weingut. Mit Stéphanie, der charismatischen Tochter des Hauses, verbindet sie schnell eine ungewöhnliche Freundschaft. Fabiennes Zukunft scheint rosig, doch dann schlägt das Schicksal grausam zu – und nichts ist mehr, wie es war.“

https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Die-Koechin-Lebe-deinen-Traum/Petra-Durst-Benning/Blanvalet/e593822.rhd

– Das Buch habe ich mir selbst gekauft.
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund von Links zu der Homepage der Verlagsgruppe kennzeichne ich diese Rezension als Werbung

Coverrechte: Blanvalet-Verlag

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Das Buch „Die Köchin – Lebe deinen Traum“ von Petra Durst-Benning ist der Auftakt zu einer Trilogie um die junge Fabienne, welche in Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts dafür kämpft, als Köchin angesehen zu werden.

Die 16jährige Fabienne wächst als jüngste Tochter eines Schleusenwärters am Canal du Midi in Südfrankreich auf. Ihre Mutter bewirtet dort, mit Fabiennes tatkräftigen Unterstützung, die Schiffer. Es gibt für Fabienne nichts Schöneres, als von ihrer Mutter in die Geheimnisse der Kochkunst eingewiesen zu werden, doch gleichzeitig spürt sie auch den Wunsch, mehr aus ihrem Leben zu machen und vor allem mehr von der Welt zu sehen.
Als ihre Mutter völlig unerwartet stirbt und Fabienne von ihren Geschwistern hängen gelassen wird und zum größten Übel noch eine neue Frau bei ihrem Vater einzieht, fällt Fabienne eine folgenschwere Entscheidung: Zusammen mit ihrem Geliebten Eric brennt sie durch.
Doch als Eric sie kurz darauf sitzen lässt, ist die junge Frau komplett auf sich alleine gestellt. Sie findet eine Anstellung als Küchenhilfe in einem Weingut. Mit Stéphanie, der Tochter des Hauses, verbindet sie schnell eine eigentümliche Freundschaft. Fabienne wagt einen positiven Blick in ihre Zukunft, doch es soll alles anders kommen, als sie es sich vorgestellt hat.

Petra Durst-Benning und ihre einzigartigen Bücher begleiten mich mittlerweile schon seit über 13 Jahren und haben mich als Leserin sehr geprägt. Immer wieder schafft sie es, mich mit interessanten Themen, historischen Figuren/ Hintergründen und wunderbaren Schauplätzen zu begeistern und auf eine wundervolle Reise zwischen zwei Buchdeckeln zu entführen.
Ich habe jeden ihrer Romane mit großer Begeisterung gelesen und freute mich schon sehr, als sie Anfang des Jahres 2022 ihr neues Buch „Die Köchin – Lebe deinen Traum“ ankündigte. Nicht nur die Handlung und das interessante Thema weckten mein Interesse, sondern auch der Handlungsort Canal du Midi – an diesem wundervollen und magischen Ort verbrachte ich als Kind und Jugendliche einige unvergessliche Urlaube. Dieses Buch musste ich mir einfach direkt am Erscheinungstag kaufen und lesen.

Wie in in allen ihren Büchern, hat Petra Durst-Benning wieder sehr authentische, außergewöhnliche und unvergessliche Charaktere geschaffen.
Die mitreißende Geschichte der jungen Fabienne steht dabei im Mittelpunkt des Romans. Fabienne ist ein herzensgutes Mädchen, welches zu Beginn mit ihren gerade einmal 16 Jahren noch etwas leichtgläubig daher kommt. Sie führt kein völlig unbeschwertes Leben, da sie viel und lange unentgeltlich im Betrieb ihrer Eltern arbeiten muss. Sie ist aber glücklich, wenn sie mit ihrer geschätzten Mutter zusammen schmackhafte Gerichte kochen kann. Doch ihre Mutter muss noch einige andere kräftezehrenden Arbeiten erledigen und als diese völlig überraschend und viel zu früh an Auszehrung verstirbt und der Vater schnell eine neue Frau an seiner Seite hat, sieht Fabienne keine Zukunft mehr in ihrem Elternhaus. Fabienne ist ein sehr ehrlicher Charakter, welche alles für die Erfüllung ihrer Träume und Wünsche gibt. Sie gibt sich selbst nicht auf und auch wenn sie tief fällt, steht sie wieder auf und geht weiter ihren Weg. Ich mochte ihre warmherzige, offene Art und auch ihre sehr glaubhafte Entwicklung von einem jungen Mädchen zu einer kämpferischen jungen Frau.

„ »[…] Aber selbst wenn ich meinen Traum die Tür vor der Nase zusperren würde, wäre er deshalb noch lange nicht fort! Er würde sich viel eher irgendwo hinter einer Ecke verstecken. Und eines Tages, wenn ich nicht mehr an ihn denke und arglos die Tür öffne, würde er mich erneut anspringen und mich fragen, ob ich allen Ernstes geglaubt hätte, ihn einfach loswerden zu können.[…]«“

Seite 499, Zeilen 4 – 11

Neben Fabienne steht die äußerst rätselhafte Stéphanie im Zentrum der Geschichte. Diese undurchsichtige und an vielen Stellen auch sehr unsympathische Figur, machte es mir nicht immer leicht, sie zu mögen. Sie hat ihre Gründe, weshalb sie so ist, wie sie ist, allerdings konnte ich mich nicht immer in ihre äußerst egoistische Art hineinversetzen, welcher in einer unverzeihlichen Tat gipfelt, mit der sie bei mir sämtliche Sympathien verspielte. Aber auch solche unliebsamen Charaktere, bei denen man sich die Haare rauft und die einen entsetzen, muss es meiner Meinung nach in Büchern geben. Neben und um diese beiden Hauptfiguren spielen noch einige weitere Charaktere mit. Ich möchte nicht einzeln auf diese eingehen, da ich sonst einiges von der Handlung vorwegnehme. Aber wie in all ihren Büchern hat Petra Durst-Benning äußerst facettenreiche und lebendige Figuren geschaffen, welche mir mit ihren Ecken und Kanten sehr in Erinnerung bleiben werden und auf mich auch nie überzeichnet gewirkt haben. Sie alle bilden ein sehr lebhaftes und stimmiges der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts ab.

Die Ereignisse des Buches werden chronologisch erzählt. Zusammen mit dem wunderbar leichten und bildhaften Sprachstil der Autorin konnte mich die Geschichte ab der ersten Seite abholen und mich bis zum Ende festhalten. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den Figuren und ihren Geschichten in den nächsten Teilen der Reihe weiter geht.
Mit absoluter Leichtigkeit vermittelt Petra Durst-Benning historische Daten und Fakten über die Regionen Canal du Midi, Carcassonne und Lyon und über die Bewohner und deren Lebensweisen.
Wunderbar und sehr genüsslich sind die vielen Szenen, in denen gekocht wird. Hier merkt man einfach, wie sehr Petra Durst-Benning für die gute französische Küche ‚brennt‘ und auch, wie leidenschaftlich und akribisch sie hier recherchiert hat.
Das Buch ist ein haptisches Gesamt-Erlebnis: Es ist eine gebundene Ausgabe mit einem sehr stimmungsvollen Cover. Die unterhaltsame Geschichte wird von einem Nachwort der Autorin und einigen Rezepten, welche im Buch gekocht werden, perfekt abgerundet. Ein absoluter Buch-Schatz im Regal, den ich nie wieder hergeben möchte.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches bildet das ausgehende 19. Jahrhundert in Frankreich. Frauen sind den Männern gesellschaftlich weit unterstellt. Während Frauen in Herrschaftshäusern als Köchinnen arbeiten, haben sie in Restaurantküchen keine Chance. Hier regieren, wie in vielen anderen Bereichen, die Männer. Einzig in Lyon gab es „Les mères lyonnaises – Die Mütter Lyons“. Dies waren Frauen, welche sich aus ihrer finanziellen Not mit der Eröffnung eines eigenen Restaurants befreit und sich gegenseitig unterstützt und geholfen haben.
Ein weiterer geschichtlicher Hintergrund ist die Veränderung des Verkehrswesens zu dieser Zeit. Als mit dem Bau des Canal du Midi (‚Kanal des Südens‘) im 17. Jahrhundert begonnen wurde, verband er das Mittelmeer mit der Stadt Toulouse und sorgte dafür, dass frische und verderbliche Waren schneller ans Ziel kamen. Zu Beginn der Handlung des Buches hat der Canal du Midi vieles von seinem ehemaligen Reiz verloren. Die Waren werden nun häufig mit der Eisenbahn durchs Land geschickt.
In der heutigen Zeit hat der Canal du Midi seine Funktion als Fremdenattraktion und fördert damit die Wirtschaft der Region. Er wird mit Sport- und Hausbooten befahren und seit 1996 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ich kann aus persönlicher Sicht erzählen, dass dieser Kanal und die gesamte Umgebung etwas absolut magisches an sich hat. Viele Urlaube verbrachte ich dort und spazierte immer einige Stunden an dem Ufer des Kanals herum. Ein Urlaub dort lohnt sich auf jeden Fall.
Petra Durst-Benning hat diese geschichtlichen Hintergründe wunderbar recherchiert und verwebt diese Fakten wunderbar mit den Lebensgeschichten ihrer fiktiven Charaktere.

Hier findet ihr Impressionen von dem Fluss Hérault in der Stadt Agde im Juni 2018 und der Stadt Carcassonne im Juni 2022. Bitte beachtet das jeweilige Copyright dieser Bilder.

Danke liebe Petra Durst-Benning für diesen lesenswerten Reihen-Auftakt und die wunderbare (kulinarische) Urlaubsreise im Kopf.

Fazit: Was für ein wunderbarer und vor allem genussvoller Start in eine neue Buchreihe: Eine Hauptfigur, die man einfach gerne haben muss, wunderbare Handlungsorte und ein richtig gutes Thema. Was möchte das Lese-Herz mehr?

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei (finanzielle)Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch wurde selbst gekauft. Kennzeichnung als Werbung, aufgrund von Produktnamen und Verlinkung der Verlagsseite.

„Mademoiselle Oppenheim – Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst“

von Mina König

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. August 2022
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-42564-4
Seitenanzahl: 512 Seiten

Klappentext:
Paris, 1933: Die junge deutsch-schweizer Künstlerin Meret Oppenheim genießt das unbeschwerte Leben inmitten der Pariser Bohème. Zu ihren engsten Freunden zählen die Surrealisten Pablo Picasso, Joan Miró, Alberto Giacometti und André Breton. Als sie sich in den Maler Max Ernst verliebt, nimmt eine stürmische Affäre ihren Lauf. Doch Meret möchte nicht nur seine Muse sein. Sie will ihren eigenen Weg gehen und träumt vom großen Durchbruch. Sie experimentiert mit Alltagsgegenständen, mit denen sie erste Erfolge feiert, entwirft Mode und Schmuck. Immer wieder muss sie gegen die strengen Regeln der Gesellschaft ankämpfen. Und während in Europa dunkle Schatten aufziehen, die auch Merets Familie bedrohen, sucht die freiheitsliebende Künstlerin nach einem Weg, die Liebe und die Kunst in Einklang zu bringen.“

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Mademoiselle-Oppenheim-Sie-liebte-das-Leben-und-erfand-die-moderne-Kunst/Mina-Koenig/Heyne/e587430.rhd

– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag über das ‚Bloggerportal‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und zwei Postkarten muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Heyne-Verlag

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Das Buch „Mademoiselle Oppenheim – Sie liebte das Leben und erfand die moderne Kunst“ von Mina König erzählt aus dem aufregenden Leben der Ausnahmekünstlerin Meret Oppenheim, welche in Paris der 1930er Jahre ihr Leben lebt und ihre für Träume kämpft.

Im Jahr 1932 kommt die junge Meret Oppenheim zusammen mit ihrer Freundin Irène in Paris an. Sie möchte dort unbedingt ihre künstlerischen Fähigkeiten vertiefen, sich gleichzeitig auch aus ihrem Elternhaus befreien und ein unabhängiges, aufregendes Leben führen.
Ein Jahr später hält sie sich mit Hilfe einer monatlichen Zuwendung ihrer Eltern über Wasser, doch ihr Traum sich als Künstlerin einen Namen zu machen ist stärker denn je. Als es dann zum Bruch mit ihren Eltern kommt, muss Meret sich überlegen, wie es für sie und ihre Träume weitergeht. Und auch die Liebe steht vor der Tür: Hals über Kopf verliebt Meret sich in den Maler Max Ernst und beginnt mit ihm eine stürmische Affäre.
Schon bald muss Meret einen Weg finden, wie sie ihre Liebe, ihren Freiheitsdrang und ihre Kunst unter einen Hut bekommt. Und all das, während sich in Deutschland unaufhaltsam der Nationalsozialismus erstarkt und ihre Familie in große Gefahr bringt.

Mina König ist das Pseudonym der Autorin Emily Walton, deren Buch „Miss Hollywood – Mary Pickford und das Jahr der Liebe“ ich im Juni 2021 mit großer Begeisterung gelesen habe. Sie zeigt darin die privaten Seiten zweier gefeierten Filmstars zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zeichnet mit ihnen ein sehr gutes Gesellschaftsbild dieser Zeit.
Als sie nun ihr neues Buch unter dem Namen Mina König ankündigte, war mein Interesse sofort geweckt. Ich liebe die Stadt Paris – auch wenn ich sie noch nie besucht habe. Wenn die Handlung dann auch noch in den 1930er Jahren angesiedelt ist und die Kunstszene dieser Zeit im Mittelpunkt spielt, weiß ich ganz schnell, dass ich dieses Buch einfach lesen muss.
Auch der Name Meret Oppenheim (1913 – 1985) lies bei mir entfernt etwas klingeln und wie sich heraus stellte, befindet sich der Ort Steinen, in dem Meret Oppenheim von 1918 bis 1932 mit ihrer Familie lebte, in unmittelbarer Nähe zu meinem Heimatdorf.
Auf dem ‚Bloggerportal von Randomhouse‘ fragte ich ein Rezensionsexemplar beim Heyne-Verlag an und bekam es freundlicherweise genehmigt und zugesendet. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.

Fast alle Figuren des Romans sind historische Figuren wobei Meret Oppenheim im Zentrum der Geschichte steht. Der Roman deckt allerdings nicht ihr gesamtes Leben ab, sondern zeigt einen, aber sehr wichtigen Ausschnitt daraus.

„Die Freiheit wird einem nicht gegeben. Man muss sie nehmen.“

[Seite 401]

Zu Beginn des Romans ist Meret eine 18jährige Frau, welche der Weg aus der ländlichen Idylle ihres Heimatortes Steinen – direkt an der Schweizer Grenze gelegen – in die Großstadt Paris führt. Meret macht diese enorme Veränderung keine großen Sorgen und sie setzt alles daran, ihren Traum zu erfüllen und sich damit ihre Freiheit zu nehmen.
Ihre impulsive, lebensfrohe und euphorische Art konnte mich direkt schon im Prolog für sie einnehmen und ich spürte schnell ein Band, welches mich mit dieser interessanten und außergewöhnlichen Frau eng verbunden hat. Ich konnte mit ihr lächeln und mich freuen, teilweise litt ich aber auch sehr mit ihr mit.
Besonders gefallen hat mir, dass ihr eben nicht alles zufliegt, sie erlebt Höhepunkte, aber auch immer wieder Tiefpunkte, aus denen sie sich befreien muss. Der Bruch mit ihren Eltern macht sie wütend, traurig und fassungslos, spornt sie aber noch mehr an ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen nicht aus den Augen zu verlieren. Sie rappelt sich immer wieder auf und lebt ein Leben für die Kunst.

„»Ich bin in die Kunst verliebt! In das Leben hier in Paris! Seit gestern fühle ich mich durchströmt von einer vollkommen neuen Energie.«“

[Seite 64, Zeilen 20 – 22]

Sie ist ein Charakter, den ich am Ende des Buches nicht gerne losgelassen habe und an den ich mich mit Sicherheit immer wieder gerne zurück erinnere.
Ihre Großmutter (liebevoll ‚Großhüssi‘ genannt) welche selbst die Kunstakademie in Düsseldorf besucht hat und sehr fortschrittlich denkt und handelt, bildet für Meret den Fels in der Brandung und ist ihr stets ein großes Vorbild. Immer wieder wird sie von ihrer Großmutter bestärkt und unterstützt. Dieser wunderbare und absolut lebensecht gezeichnete Charakter brachte viel Wärme und Geborgenheit in die Geschichte.
Auch Merets Eltern sind zu Beginn des Buches modern eingestellt und ermöglichen ihren beiden Töchtern den Zugang zu Bildung und Wissen. Meret darf nach Paris, ihre Schwester Kristin darf in Basel studieren, was zu dieser Zeit eher noch eine Seltenheit war. Doch zu viel Freiheit, zu viel Selbstverwirklichung ihrer Tochter Meret können sie dann auch nicht dulden und lehnen diese strikt ab. Im Prinzip spricht aus dieser Ablehnung die Sorge um ihre Tochter, um ihr aber auch ihres persönlichen Ansehens. Sie müssen, da Merets Vater Halbjude ist, einige schwierige Entscheidungen treffen und es wirkte des Öfteren so, dass die Mutter oft zwischen ihrem Mann und ihrer Tochter steht.
In Paris trifft Meret noch auf einige berühmte Persönlichkeiten der damaligen Kunstszenen – Namen, die noch bis heute fast jedem ein Begriff sind. Diese Persönlichkeiten erweckt Mina König in ihrem Roman gekonnt zum Leben und erlaubt so einen Einblick in diese interessanten Lebensgeschichten, welche sie farbenfroh und authentisch erzählt. Auch wenn mir nicht jeden Figur sympathisch war, konnte ich mich in jede der Figuren hineinversetzen. Zusammen bilden sie, mit all ihren Gegensätzen, ein sehr authentisches Bild der Gesellschaft der 1930er Jahre in Paris.

Das Buch „Mademoiselle Oppenheim“ konnte mich, wie auch schon das Buch „Miss Hollywood – Mary Pickford und das Jahr der Liebe“ von der ersten Seite an begeistern.
Der Prolog zog mich direkt in die Gedankenwelt der Protagonistin hinein und die über 500 Seiten flogen nur so dahin. Die Handlung wird chronologisch erzählt und Mina König zeichnet in ihrem Roman einen Lebensabschnitt von Meret Oppenheim nach, welcher sich über etwa vier Jahre erstreckt. Vieles, zum Beispiel Gegebenheiten aus Merets Kindheit, klärt sich erst im Laufe der Handlung rückblickend und so blieb ich immer gerne an der Geschichte dran.
Äußerst beeindruckend empfand ich zudem den lebendigen und bildgewaltigen Sprachstil der Autorin, mit welchem sie eine imposante Atmosphäre erzeugt.
Das stimmige Cover, die wunderschöne Klappbroschur des Buches und ein ausführliches Nachwort der Autorin runden diesen Roman perfekt ab und ich kann das Buch mit einem guten Gefühl ins Regal stellen.

Den geschichtlichen Hintergrund bilden die 1930er Jahre – mit dem Schwerpunkt Paris. Schon in den Jahrzehnten vor dem 20. Jahrhundert und auch in den ersten Jahrzehnten danach galt Paris als die Welthauptstadt der Kunst. Künstler aus sämtlichen Ländern der Erde versammelten sich hier und brachten ihre Wurzeln und ihr Können mit und entwickelten so die Kunst immer weiter.
Auch wenn Frauen in der Kunstszene keine Seltenheit mehr waren, waren sie doch stark in der Minderheit. Oft wurden sie zur Muße männlicher Künstler und verloren damit oft ihr eigenes künstlerisches Leben aus den Augen. Doch es gab auch Ausnahmen – wie es das großartige Leben der Meret Oppenheim beweist. Frauen die ihre Freiheit und ihre Visionen behalten haben und Spuren in der Kunstwelt hinterlassen haben.
Zu Beginn des Romans ziehen die dunklen Wolken des Nationalsozialismus in Deutschland auf. Doch so richtig ernst werden die Vorboten des aufsteigenden Unwetters nicht genommen und erst als dann in Deutschland immer mehr die jüdische Bevölkerung ins Visier der Nationalsozialisten kommt, ihnen ihre Lebensgrundlagen genommen wird, erkennen auch die Menschen in Paris und anderswo den Ernst der Lage.
Diese geschichtlichen Hintergründe hat die Autorin Mina König sehr gewissenhaft und gründlich recherchiert und verknüpft diese gekonnt mit den hochinteressanten Lebensgeschichten ihrer Figuren. Die Mischung aus Realität und Fiktion ist gut ausgewogen und macht das Buch zu einer gelungenen Zeitreise in das Paris der 1930er Jahre.
Ein ganz wunderbares und packendes Lese-Erlebnis, für welches ich mich ganz herzlich bei der Autorin bedanken möchte.

Fazit: Das Buch „Mademoiselle Oppenheim“ von Mina König ist ein sehr lebendiger und wunderschöner Roman. Die lebensfrohe und völlig ehrliche Hauptfigur Meret Oppenheim zog mich ab der ersten Seite in ihren Bann und ich konnte sie am Ende des Buches nur schwer gehen lassen. Absoluter Lese-Tipp!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und zwei Postkarten muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Poesie der Liebe – Ingeborg Bachmann & Max Frisch“

von Bettina Storks

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. August 2022
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-7466-3798-3
Seitenanzahl: 430 Seiten

Klappentext:
Paris, 1958: Als der Schweizer Dramatiker Max Frisch dem glamourösen Literaturstar Ingeborg Bachmann begegnet, ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick. Auch sie verliebt sich, doch anders als Max, der bodenständige Genussmensch, ringt die sensible Ingeborg im Schreiben – wie im Leben – um jedes Wort. Und sie hat die Trennung von ihrem Geliebten Paul Celan noch nicht überwunden, was die Beziehung schon bald auf die Probe stellt. Doch Ingeborg kann nur eine Liebe leben, in der sie ihre Freiheit nicht preisgeben muss …“

https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/ingeborg-bachmann-und-max-frisch-die-poesie-der-liebe/978-3-7466-3798-3

– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Aufbau-Verlage

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Das Buch „Die Poesie der Liebe“ von Bettina Storks spielt ab dem Jahr 1958 und zeigt die von Höhen und Tiefen geprägte und zweifelhafte Liebesbeziehung von Ingeborg Bachmann und Max Frisch.

Es ist das Jahr 1958 in Paris: Ingeborg Bachmann hat gerade ihre langjährige Liebesbeziehung zu dem verheirateten Lyriker Paul Celan beendet, als sie den Schriftsteller Max Frisch kennenlernt. Die Beiden fühlen sich ab dem ersten Moment zueinander hingezogen auch wenn Ingeborg die schmerzhafte Trennung von Paul Celan noch lange nicht überwunden hat.
Während der bodenständige Max Frisch schnell auf jeden männlichen Kontakt Ingeborgs mit Eifersucht reagiert, möchte diese ihre geschätzte Freiheit nicht aufgeben. Doch eines verbindet und trennt sie auch gleichzeitig voneinander: Die Liebe zum geschriebenen Wort.

Die Autorin Bettina Storks gehört seit ihrem Buch „Klaras Schweigen“ zu meinen Lieblingsautorinnen. Auch ihre Bücher „Dora Maar und die zwei Gesichter der Liebe“ und „Das geheime Lächeln“ konnten mich sehr begeistern. Sie verbindet Historie und Fiktion wunderbar miteinander und schafft in jeder ihrer Geschichten unverwechselbare Charaktere, deren Schicksale man so schnell nicht mehr vergisst. Auf „Die Poesie der Liebe“ war ich seit der Ankündigung sehr gespannt, da die Namen Ingeborg Bachmann und Max Frisch für mich schon immer ein Begriff waren und ich gerne einen privaten Blick in das Leben der Beiden werfen wollte.
Das Buch erscheint in der Reihe „Berühmte Paare – Große Geschichten im Aufbau-Verlag und erreichte mich von der Autorin als kostenloses Rezensionsexemplar, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte – auch für die wunderbare Signierung und die Karte.

Bettina Storks hat in ihrem Roman „Die Poesie der Liebe“ zwei große und berühmte Ikonen der Literaturszene zum Leben erweckt: Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) und Max Frisch (1911 – 1991).
Ingeborg Bachmann ist zu Beginn des Buches 31 Jahre alt und hat in ihrem Leben als Schriftstellerin schon so vieles erreicht: Als erfolgreiche Lyrikerin ist sie schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden und ist eine der prägenden Figuren im Literaturbetrieb. Doch in ihrem privaten Leben sieht es anders aus. Ihre Liebesbeziehung zu dem verheirateten Lyriker Paul Celan beendet sie, davor war sie mit dem wesentlich älteren Essayisten und Literaturkritiker Hans Weigel liiert. Sie führt ein unstetes und sprunghaftes Leben und fühlt sich nur in Rom so richtig zuhause. In München, wo sie zu Beginn des Romans lebt, kommt sie nie so richtig an, da sie die Stadt zu sehr an den Nationalsozialismus erinnert. Als Ingeborg in Paris weilt, lernt sie den 15 Jahre älteren Max Frisch kennen und lieben und zieht kurze Zeit später in seine Heimatstadt Zürich. Doch auch nachdem sie eine gemeinsame Wohnung am Zürichsee gefunden und bezogen haben, kann Ingeborg ihre geliebten Freiheit nicht aufgeben. Und sie merkt, dass sie auch hier keine Wurzeln schlagen kann und will. Dazu kommt, dass sie immer öfters den Alkohol und Beruhigungstabletten braucht, um ihre Zukunftssorgen und Schreib-Blockaden darin zu ertränken. Die Autorin Bettina Storks hat den zutiefst zerrissenen, verunsicherten aber auch geheimnisvollen Charakter der Ingeborg Bachmann wunderbar nachgezeichnet und dem dramatischen und wechselvollen Leben ihrer Hauptfigur nachgespürt. Zu Beginn des Romans ist Ingeborgs Persönlichkeit schwer zu durchschauen, doch im Laufe der Handlung kam ich ihr und ihrer Gedankenwelt immer näher und ich litt stellenweise sehr mit ihr mit, wenn sie wieder mit Worten und der Gewissheit hadert und sie immer wieder zögert und mit sich selbst ringt.
Neben Ingeborg Bachmann steht der Schweizer Schriftsteller Max Frisch im Mittelpunkt der Geschichte. Auch nach der Trennung von Gertrud Frisch-von-Meyenburg, mit der er drei Kinder hatte, führt er ein Leben als erfolgreicher Schriftsteller und stellt in seinen Werken oft die Auseinandersetzung mit sich selbst und die Probleme des postmodernen Menschen ins Zentrum: Zum Beispiel das Finden und Behaupten einer eigenen Identität, die Geschlechterrollen und deren Auflösung sowie die Frage, was mit Sprache überhaupt sagbar sei.
Bettina Storks hat den äußerst eifersüchtigen Charakter von Max Frisch wunderbar herausgearbeitet, ebenso seine stets widersprüchliche Art: Er selbst war während der Beziehung mit Ingeborg Bachmann sexuell äußerst untreu, reagierte aber auf jeden männlichen Kontakt von Ingeborg mit großen Misstrauen und Argwohn. Nicht immer konnte ich diesem wechselvollen, sprunghaften und teils undurchsichtigen Charakter folgen und trotzdem faszinierte mich sein einnehmender und interessanter Charakter sehr.
Bettina Storks gewährt dem Leser/ der Leserin einen Einblick in das Privatleben dieser zwei Literatur-Ikonen und erweckt mit ihrem Roman diese zwei grundverschiedenen, aber sich doch so ähnlichen Charaktere zum Leben, die während ihrer zweifelhaften Beziehung auch zu einer Art Konkurrenten wurden.
Sehr mitgenommen hat mich das Schicksal des Lyrikers Paul Celan, welcher mit schweren Plagiatsvorwürfen zu kämpfen hat und sich aus diesem Desaster nicht mehr befreien kann. Einerseits denkt und handelt er so egoistisch, aber er ist auch ein zutiefst verletzter Charakter, dem sein Leben entgleitet.
Jede Figur, egal ob Haupt- oder Nebenfigur wird von der Autorin lebensecht und authentisch beschrieben und ihre Handlungen und Entwicklungen sind stets absolut glaubwürdig.


Die Liebesbeziehung von Ingeborg Bachmann und Max Frisch bildet den Kern, die Substanz und die Haupthandlung des Buches „Die Poesie der Liebe“. Es zeigt die Entstehung, der Verlauf und das bittere Ende der Beziehung, welche insgesamt fünf Jahre umfasste und Max Frisch und Ingeborg Bachmann persönlich sehr prägte – aber auch ihr weiteres Werk.
Das Buch ist chronologisch aufgebaut und beschreibt abwechselnd in Kapiteln aus der Sicht von Ingeborg und Max. Durch diesen Perspektivwechsel und die unterschiedlichen Blickwinkel bietet Bettina Storks einen Einblick in das Innenleben dieser komplexen und verschiedenen Persönlichkeiten.
Die Geschichte baute sehr schnell einen Sog auf, welcher mich unmittelbar in diese dicht erzählte und bewegende Geschichte gezogen hat. Ich nahm das Buch immer wieder gerne in die Hand und ließ mich von der sehr poetischen und bildgewaltigen Sprache von Bettina Storks in die Vergangenheit entführen und dort berühmte Persönlichkeiten treffen.
Die historischen Hintergründe hat Bettina Storks akkurat recherchiert und verbindet in ihrem Roman Fakten und Fiktion perfekt miteinander.
Die wunderbare Aufmachung des Buches als hochwertige Klappbroschur, das wunderschöne Cover, ein ausführliches Nachwort der Autorin, ein Nachweis der Zitate und eine Bibliografie runden das rundum gelungene Lese-Erlebnis ab, welches mich einiges Neues gelehrt hat und auch meine Lust auf das Werk von Ingeborg Bachmann entfacht hat. In nächster Zeit werde ich auf jeden Fall das ein oder andere Werk dieser unvergesslichen Schriftstellerin lesen.

Danke liebe Bettina Storks für dieses eindrückliche, unvergessliche Buch und das Näherbringen dieser interessanten Lebens- und Liebesgeschichte.

Fazit: Bettina Storks hat mit diesem Buch eine wunderbare Hommage an die einzigartige Ingeborg Bachmann und die Beziehung zu Max Frisch geschrieben. Ihre Begeisterung für diese Schriftstellerin ist auf jeder Seite spürbar und so ist „Die Poesie der Liebe“ ein sehr berührender und perfekt recherchierter Roman, welcher keine Wünsche offen lässt. Unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Drei Tage im August“

von Anne Stern

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 05. August 2022
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-7466-3998-7
Seitenanzahl: 392 Seiten

Klappentext:
„Berlin, 5. August 1936: Die Schwermut ist Elfies steter Begleiter, Zuversicht findet sie in ihrer Arbeit in der Chocolaterie Sawade, einem Hort zarter Zaubereien aus Nougat und Schokolade, feinstem Marzipan und edlen Aromen. Hier gelingt es Elfie und ihren Nachbarn, sich ihre Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten zu erhalten. Dann kommt Elfie dem Geheimnis einer besonderen Praline und der Geschichte einer verbotenen Liebe auf die Spur. Doch wird sie es wagen, auch ihrer eigenen Sehnsucht zu folgen?
Bestsellerautorin Anne Stern erzählt die berührende Geschichte einer besonderen Frau, die nicht wie andere ist – ein ausnehmend schöner Roman, voll zarter Sinnlichkeit und außergewöhnlicher Figuren.“


https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/drei-tage-im-august/978-3-7466-3998-7

-Das Buch habe ich freundlicherweise vom Aufbau-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
-Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und eines Gutscheins muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

Coverrechte: Aufbau-Verlag

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Das Buch „Drei Tage im August“ von Anne Stern erzählt von ergreifenden und persönlichen Schicksalen, welche sich im Jahr 1936 in Berlin während der Olympischen Spielen zutragen.

Berlin im August 1936: Während tausende Menschen jubelnd nach Berlin strömen, um den Olympischen Spielen beizuwohnen, versinkt Elfie immer wieder in ihrer Schwermut. Einzig ihre Arbeit in der ‚Chocolaterie Sarwade‘, gibt ihr Sicherheit und Hoffnung. Als Elfie die Bekanntschaft einer älteren Dame macht, kommt sie hinter ein Geheimnis der Chocolaterie und einer ganz besonderen Praline.
Während die Nationalsozialisten der Welt mit den Olympischen Spielen ein gelungenes Theater der Weltoffenheit vorspielen, versuchen Elfie und ihre Nachbarn sich in einer düsteren und unbarmherzigen Zeit ihre Menschlichkeit zu bewahren und füreinander einzustehen.

Anne Stern gehört nun schon seit einigen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Mit ihren wunderschönen Geschichten und ihrer bildhaften Sprache gelingt es ihr immer wieder, mich in den Bann zu ziehen und macht für mich Geschichte erlebbar vor allem aber fühlbar.
Als sie im April 2022 ihren neuen Roman „Drei Tage im August“ ankündigte, weckte das einzigartige Cover und der sehr ansprechende Klappentext direkt mein Interesse. Ich liebe Schokolade und auch die Zeit, in der das Buch spielt, interessiert mich sehr. Anfang August bekam ich das Buch dann zusammen mit einem ‚Savade Berlin‘- Gutschein zugesendet.
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Aufbau-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar und auch an Anne Stern für die Vermittlung.

In diesem wunderschönen und sinnlich erzählten Roman spielen äußerst ausgefallene Figuren und ihre sehr interessanten Lebensgeschichten wichtige Rollen.
Elfie ist eine der Figuren, welche im Zentrum der Geschichte steht und der Leser/ die Leserin lernt sie direkt zu Beginn des Buches kennen. Immer wieder versinkt sie in Schwermut und denkt an ihre schlimme Kindheit zurück. Nachdem sie nicht mehr in das Leben ihrer Mutter gepasst hat, wächst sie bei ihrer Großmutter ohne Liebe und Geborgenheit auf. Schon früh bekam sie mit auf den Weg, dass sie anders und seltsam ist. Das alles hat Elfie zu einer unsicheren und in sich gekehrten Frau gemacht, welche sich anderen Menschen gegenüber nur schwer öffnen kann. Einzig in ihrer geschätzten Arbeit findet sie Lob und Anerkennung und auch eine Routine, welche ihr gut tut. Veränderungen hingegen setzen ihr immer sehr zu. Ich schloss Elfie sehr schnell ins Herz, mochte ihre ruhige Art sehr gerne und auch, dass sie anderen Menschen stets zuhören kann und auch das ein oder andere Mal über sich hinauswächst. Da die Handlung des Buches, wie der Titel schon sagt, nur drei Tage umfasst, entwickelt sich Elfie sich nicht zu einem anderen Menschen. Doch nach Ende des Buches bleibt ein wenig die Hoffnung, dass sie ihren Platz im Leben finden wird.
Ihre Mitarbeiterin Trude bildet mit ihrer lebensfrohen Art einen Kontrast zu Elfie. Sie ist völlig unbekümmert, nimmt das Leben, wie es ist, auch wenn es düstere Zeiten sind. Sie ist einfach ein absolut liebenswerter Charakter.
Franz, ein jüdischer Buchhändler, ist eine sehr interessante und feinfühlige Figur, welche ich wegen seiner dramatischen Geschichte so schnell nicht mehr vergessen werde. Er möchte einfach nur sein Leben als Buchhändler in Berlin leben, die Liebe zu Büchern weitergeben, doch er bekommt den vollen Hass und die ungerechten Repressalien des nationalsozialistischen Regimes zu spüren. Er muss eine Lösung finden, auch wenn es ihn alles kostet, was er liebt.
Der Halb-Ägypter Issa, ein Lokalbesitzer, zieht auch die Ablehnung der Nationalsozialisten auf sich. Mit seinem Aussehen, welches nicht ins Schema der Nationalsozialisten passt, muss auch er gegen Verachtung und Missgunst kämpfen. Doch er hat einen Blick für die Menschen und das Herz am rechten Fleck.
Die bewegende Lebensgeschichte der Marie Conte, welche im Vorderhaus über dem Laden wohnt, bekommt der Leser/ die Leserin immer nur stückchenweise erzählt und brachte doch eine sehr melancholische Grundstimmung in das Buch. Sie und ihr treues Dienstmädchen Mina verbindet ein Band der Treue und des absoluten gegenseitigen Vertrauens.
Die Figuren dieses Buches bilden zusammen mit dem Handlungsort ‚Unter den Linden‘ einen kleinen Kosmos. Hier stehen sich teils völlig verschiedene Charaktere gegenüber und bilden doch eine Einheit. Sie alle leben ihr Leben in einer düsteren Zeit, sie werden von der Hoffnung angetrieben, dass sich doch noch alles zum Guten wenden wird und es keinen Krieg geben wird. Es sind drei Tage, die wir die lebensechten Figuren begleiten, mit ihnen leben, hoffen und trauern.
Es gibt noch einige andere Figuren, auf die ich aber nicht detailliert eingehen möchte, da ich sonst einiges von der Handlung vorwegnehme.

Die Handlung des Buches wird chronologisch erzählt. Anhand der Datums- und Uhrzeitangaben über den Kapiteln empfand ich das Buch wie eine Art Tagebuch. Immer wieder stehen andere Figuren in den verschiedenen Kapiteln im Mittelpunkt der Geschichte und es werden diese einzelnen Schicksale von Anne Stern gekonnt miteinander verbunden und bilden mit lebendigen Dialogen und immer wieder eingestreute Berliner Mundart eine rundum gelungene Geschichte.
Mit den Erzählungen der Marie Conte gibt es auch immer wieder emotionale und melancholische Rückblicke in die Vergangenheit, vor allem in Sachen der gesellschaftlichen Stellung der Frau einige Jahrzehnte zuvor. Auch wenn sich im Jahre 1936 schon einiges getan hat, steht die verheiratete Frau noch immer weit unter ihrem Mann, von dem sie bevormundet wird. Alleinstehende Frauen, wie Elfie, sind eine sehr ungewöhnliche Ausnahme.
Besonders hervorheben möchte ich die Passagen, in denen die Linden selbst zu Wort kommen. Durch diese bekommt der Leser/ die Leserin einen völlig anderen Blickwinkel auf die wechselvolle Geschichte dieser Straße.
Spannend fand ich auch die Schilderungen, wie die süßen Leckereien hergestellt werden und auch die spannende Unternehmensgeschichte der noch heute existierenden Pralinen-Manufaktur ‚Sawade‘.
Mit ihrer poetischen, bildgewaltigen und auch teilweise melancholischen Sprache hat Anne Stern eine Geschichte geschrieben, welche direkt den Weg in mein Herz gefunden hat und unvergessen bleibt.

Den historischen Hintergrund des Romans bildet das Jahr 1936 in Berlin. Dieses Jahr bietet den Nationalsozialisten mit gleich zwei internationalen Sportereignissen die Gelegenheit das Deutsche Reich nach außen hin glänzend zu präsentieren. Vor allem die Olympischen Sommerspiele in Berlin werden zur reinsten Propaganda genutzt.
So werden zum Beispiel propagandistische Plakate gegen ‚Mischehen‘ und Juden, welche sonst überall zu sehen sind, während der Olympischen Sommerspiele abgehängt.
Wenige Monate zuvor, im März 1936, findet die Reichstagswahl statt, bei der erstmals Juden und sogenannte Jüdische Mischlinge durch das Reichsbürgergesetz ausgeschlossen sind.
Kunstwerke von Künstlern und Künstlerinnen, welche nicht mehr erwünscht sind und nicht in das Kunstverständnis der Nationalsozialisten passen, werden entfernt und aus den Museen verbannt.
Anne Stern hat all diese historischen Hintergründe wunderbar ergründet und verbindet diese mit den Einzelschicksalen und authentischen Lebensgeschichten ihrer Figuren.

Das wunderschöne Cover, die hochwertige Klappbroschur, der farbige Buchschnitt und ein schönes Nachwort der Autorin runden das Buch perfekt ab und lassen mich das Buch zufrieden ins Regal stellen.
Danke liebe Anne Stern für dieses mitreißende Lese-Erlebnis.

Fazit: Auch dieses Buch möchte ich gerne als Highlight bezeichnen. Was für eine wunderschöne und unvergessliche Geschichte – so kraftvoll und gleichzeitig so ruhig. Anne Stern erzählt mit einer bildhaften, teilweise auch melancholischen Stimme und sie hat mit ihrer Geschichte direkt den Weg in mein Herz gefunden.
Unbedingt lesen – ein Buch, so vielfältig und fein, wie eine Pralinenschachtel.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und eines Gutscheins muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“

von Lilly Bernstein

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2022
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-06568-7
Seitenanzahl: 592 Seiten

Klappentext:
„Köln 1955: Die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen leben endlich wieder bei ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Vater. Von der Mutter fehlt seit Kriegsende jede Spur. Der Vater baut sich mit einem Büdchen eine neue Existenz auf, Jürgen beginnt bei Ford. Helga aber, die sich nichts sehnlicher wünscht, als aufs Gymnasium zu gehen, soll sich in der Haushaltungsschule auf ein Leben als Ehefrau vorbereiten. Während eines Praktikums im Waisenhaus muss sie entsetzt mitansehen, wie schlecht die Kinder dort behandelt werden. Schützend stellt sie sich vor ein sogenanntes »Besatzerkind«. Und sie verliebt sich. Doch die Schatten des Krieges bedrohen alles, was sie sich vom Leben erhofft hat …“

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/findelmaedchen-9783548065687.html

– Das Buch habe ich freundlicherweise über vom Ullstein-Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.
– Das Buch ist der zweite Teil um die ‚Trümmerkinder‘, kann aber durchaus auch als eigenständige Geschichte gelesen werden.

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Das Buch „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ von Lilly Bernstein zeigt das schwierige und teils sehr ungerechte Leben eines jungen Mädchens in Köln der 1950er Jahre.

Ende des Jahres 1954 leben die 15jährige Helga und ihr älterer Bruder in Jürgen in Frankreich. Dort haben sie bei ihren Pflegeeltern Claire und Albert ein liebevolles und sicheres Zuhause auf einem Weingut gefunden, nachdem sie sich in Köln als Trümmerkinder durchschlagen mussten.
Als ihr leiblicher Vater aus der russischen Kriegsgefangenschaft heimkehrt, holt er Helga und Jürgen zu sich zurück nach Köln und gemeinsam wohnen sie in dem Haus ihrer Mutter, von welcher seit Kriegsende jede Spur fehlt. Mit im Haus wohnen Tante Meta, eine sehr strenge, verbitterte und ungerechte Frau, und die junge und lebensfrohe Fanny.
Während ihr Vater sich mit einem ‚Büdchen‘ eine neue Existenz aufbaut und Jürgen bei Ford beginnt, wünscht Helga sich so sehr, ein Gymnasium zu besuchen und ihre Liebe zum Wort ausleben zu dürfen. Doch ihr Vater verweigert ihr diesen Wunsch schickt sie auf eine Haushaltungsschule, in der sie sich auf ein Leben als Ehefrau und Mutter vorbereiten soll. Ein Praktikum führt sie in ein Waisenhaus und Helga muss mit Entsetzen ansehen, wie furchtbar die Kinder dort behandelt werden. Allen voran ein sogenanntes »Besatzerkind« namens Bärbel. Schützend stellt sie sich vor das Kind und gefährdet damit nicht nur ihre Zukunft, sondern rührt auch an der Vergangenheit und bringt damit Schreckliches ans Tageslicht.

Anfang des Jahres 2021 habe ich das Buch „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein mit großer Begeisterung innerhalb weniger Tage gelesen.
Als ich die Ankündigung für das neue Buch sah, war mir sofort klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen muss und auch den Sozialen Medien fand das Buch begeistertes Echo.
Freundlicherweise bekam ich ein Exemplar des Buches als Rezensionsexemplar vom Ullstein-Verlag zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 15-jährige Helga, welche bereits aus dem Vorgängerband „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ bekannt ist. Durch ihre Perspektive wird der Roman „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ geschildert.
Helga ist ein sehr wissbegieriges und gescheites Mädchen, welches zu ihrer Meinung steht und sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Trotz ihrer bewegten und dramatischen Vergangenheit, verliert sie nicht ihren Lebensmut und steht für andere ein. Mich hat Helgas mutiger, selbstloser und absolut lebensechter Charakter sehr beeindruckt und auch ihre authentische Entwicklung konnte mich absolut überzeugen. Sie ist nicht rundum perfekt, muss auch Rückschläge und Ungerechtigkeiten einstecken und begeht auch den ein oder anderen Fehler.
Neben Helga steht die kleine Bärbel im Fokus der Geschichte, welche unter entsetzlichen Bedingungen in einem Waisenhaus aufwachsen muss. Bärbel ist ein sogenanntes »Besatzerkind«, also ein Kind mit dunkler Hautfarbe. Im Nachkriegsdeutschland ist sie alles andere als gerne gesehen und wird im Heim immer wieder erniedrigt und misshandelt. Bärbels Geschichte nahm mich sehr mit und trieb mir oft die Tränen in die Augen und ließ mich teilweise auch sehr wütend werden. Bärbels aufwühlende Geschichte werde ich noch lange in meinem Herzen tragen.
Helgas Vater war in russischer Kriegsgefangenschaft und kehrt nach vielen Jahren aus dieser zurück. Er verschließt sich seiner Vergangenheit und möchte nur in die Zukunft blicken. Mit einem kleinen Kiosk (‚Büdchen‘) baut er sich eine neue Existenz auf. Er ist ein sehr in sich gekehrter Charakter mit großen Geheimnissen, wodurch er sehr undurchsichtig wirkt.
Helgas Fels in der Brandung ist ihr Bruder Jürgen. Die beiden Geschwister mussten in ihrem Leben schon so einiges zusammen durchstehen, was die Beiden eng zusammengeschweißt hat. Jürgen ist ein absoluter Macher und ein anpackender und selbstsicherer Charakter, welchen ich sehr in mein Herz geschlossen habe.Helgas Mutter lernt der Leser/ die Leserin an Hand von Tagebucheinträgen kennen und diese zeigen einen ehrlichen, liebevollen aber auch völlig verzweifelten Charakter. Eine Mutter, die für ihre Familie, vor allem für ihre Kinder alles in Bewegung setzt und nichts unversucht lässt. Zu Beginn der Geschichte lernt der Leser/ die Leserin noch die junge und lebensfrohe Fanny kennen, welche dem Vater von Helga und Jürgen unter die Arme greift. Auch ihre Vergangenheit liegt im Verborgenen und auch sie gibt alles, um sich eine sichere Zukunft aufzubauen. Mit ihrer freundlichen und sehr schwungvollen Art bildet sie einen Kontrast zu der stets strengen und verbitterten Tante Meta. Deren völlig ungerechter Charakter machte mich während des Lesens immer wieder unglaublich wütend und auch fassungslos.
Ein Charakter, welchen ich sehr in mein Herz geschlossen habe, ist der junge Konradin, welchen Helga kennen- und lieben lernt. Er ist ein sehr warmherziger Charakter, aber auch vieles aus seiner Vergangenheit gibt Helga und somit auch dem Leser/ der Leserin große Rätsel auf.
Um diese Figuren agieren noch einige andere Charaktere, welche mich alle, wie auch die Hauptfiguren und egal ob gut oder böse, völlig mit ihren Geschichten und Handlungen überzeugen konnten.

Die Handlung des Buches setzt Ende des Jahres 1954 an und läuft ab diesem Zeitpunkt chronologisch fort. Unterbrochen wird die Erzählung von den Tagebucheinträgen der Mutter aus dem Jahr 1945, welche sich direkt an ihren Mann richten, der zu dieser Zeit schon an der Front und später in Kriegsgefangenschaft war.
Durch diese eingestreuten Tagebucheinträge bekommt die Geschichte noch einmal eine große Authentizität und es ist absolut spannend und mitreißend, wie Lilly Bernstein die Vergangenheit und die Gegenwart der Geschichte zusammenführt.
Wie schon im Vorgängerband „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ hat mich der angenehme und doch auch rasante Sprachstil der Autorin direkt mit in die Geschichte genommen und die Seiten flogen nur so dahin. Ihre authentische und völlig ungeschönte Sprache bildet unter anderem den damals alltäglichen Rassismus und seine Niederträchtigkeit in seiner furchtbaren Gänze ab.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches „Findelmädchen – Aufbruch ins Glück“ bildet die Stadt Köln im Jahre 1955. Noch immer prägen Ruinen das Stadtbild, aber es weht auch der Wind des Aufbruchs und Neubeginns durch die Stadt. Doch das nationalsozialistische Regime und der Zweite Weltkrieg haben tiefe Narben in der Bevölkerung hinterlassen. Teils sind es noch offene Wunden und der alltägliche Rassismus entlädt sich an den »Besatzerkindern«, also den Kindern, welche von amerikanischen oder britischen Soldaten gezeugt wurden. Diese Kinder wurden den ledigen und jungen Müttern weggenommen und in Waisenhäuser gesteckt, in denen sie oft unter furchtbarsten Bedingungen leben mussten und als minderwertige Menschen angesehen wurden.
Ein weiteres Thema ist die Bildung der Frau und ihre Stellung in der Gesellschaft. Zwar konnten junge Mädchen auch Gymnasien besuchen und danach studieren, aber eigentlich sah man sie lieber auf einer Haushaltungsschule, auf der sie auf ihr späteres Leben als Hausfrau und Mutter eingestimmt werden sollten. Außerdem waren sie in vielen Bereichen weiterhin unmündig und wurden gerne bevormundet. Zudem hatte eine ledige Mutter keinerlei Rechte, wurde noch immer von dieser noch immer sehr konservativ eingestellten Gesellschaft geächtet.
Diese geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe hat Lilly Bernstein akribisch recherchiert und verbindet diese wunderbar mit den Geschichten und Handlungen ihrer fiktiven Charaktere.
Die Beschreibungen des alltäglichen Rassismus trieben mir des Öfteren die Tränen in die Augen und ließen meinen Atem stocken und ich las das Buch teilweise mit feuchtgeschwitzten Händen.
Danke liebe Lilly Bernstein, für dieses mitreißende und grandiose Lese-Erlebnis, welches ich mit seinen unvergesslichen Charakteren noch lange Zeit in meinem Herzen tragen werde.

Fazit: Dieses Buch hat die Bezeichnung „Highlight“ einfach mehr als verdient. Ein absolutes Lese-Muss, welches beste Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite bietet und auch sehr unter die Haut geht. Top!

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Was die Hoffnung bringt – Die Sternberg-Saga“

von Kristina Herzog

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 26. Juli 2022
Verlag: Tinte & Feder
ISBN: 978-2496711257
Seitenanzahl: 446 Seiten

https://www.kristinaherzog.de

Klappentext:
Eine mutige Frau, die die Hoffnung auch in den Wirren einer schweren Zeit nicht aufgibt.
Berlin, 1931: Alles ist anders, als die junge Jüdin Lucie es aus ihrer Heimat Tübingen gewohnt war, nicht nur, weil das Elend der Wirtschaftskrise noch spürbarer ist. Während Hannah die Praxis des Großvaters übernimmt und ihr Mann Daniel das Familienunternehmen weiterführt, hat ihre Tochter Lucie große Schwierigkeiten, ihren neuen Platz zu finden.
Erst als sie sich in den Nachbarssohn Paul verliebt, beginnt Lucie, sich einzuleben. Doch bei seinen Eltern ist sie nicht gerne gesehen. Der Hass gegen die Juden nimmt überall zu und macht auch vor Hannahs Arbeit als Ärztin und der Firma nicht halt. Kann Lucie sich auf Paul verlassen?“

Hinweise:
– Das Buch ist der zweite Teil der „Sternberg-Saga“. Falls ihr den ersten Teil „Was der Morgen verspricht“ noch nicht kennt und lesen möchtet, solltet ihr diese Rezension nicht lesen – Spoilergefahr!
– Interesse am ersten Teil: Hier findet ihr meine ausführliche Rezension dazu.
-Das Buch habe ich freundlicherweise über die Autorin Kristina Herzog als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Was die Hoffnung bringt“ von Kristina Herzog ist der zweite Teil der „Sternberg-Saga“ und erzählt die Geschichte von Hannahs Tochter Lucie, welche in den 1930er Jahren in Berlin dem Hass gegenüber Juden ausgesetzt ist.

Im April 2022 bekam ich von der Autorin Kristina Herzog den ersten Teil „Was der Morgen verspricht – Die Sternberg-Saga“ zugesendet und las diesen mit großen Vergnügen. Dieser Auftakt konnte mich mit seinen starken und authentischen Charakteren, der spannenden Handlung und den akribisch recherchierten Hintergründen völlig begeistern und ich war schon sehr gespannt, wie es mit den Figuren und ihren Geschichten weitergeht. Von daher musste ich nicht lange überlegen, als die Autorin anfragte, ob ich auch den hier vorliegenden zweiten Teil der Reihe lesen und rezensieren möchte.
An dieser Stelle ein weiteres ganz herzliches Dankeschön an die Autorin für die Zusendung des zweiten Teils mit einer wunderbaren Signierung, den lieben Kontakt und vor allem für die mitreißenden Lesestunden.

Lucie Friedländer ist eine der Figuren, welche im Zentrum der Handlung steht. Sie ist die Tochter von Hannah und Daniel, deren Geschichte im ersten Teil erzählt wurde. Lucie ist ein 16jähriges Mädchen, die aus ihrer beschaulichen Heimat Tübingen herausgerissen wird und mit ihren Eltern in Berlin ein neues Leben beginnen soll. Anfangs reagiert sie sehr verstört auf diese immense Veränderung in ihrem Leben: Sie ist sehr zornig auf ihre Eltern, aber auch schrecklich von ihnen enttäuscht und sie vermisst ihre Heimat – vor allem aber ihre beste Freundin Helga und ihre Brüder, sehr, welche in Tübingen geblieben sind. Immer wieder gerät sie zwischen die Fronten und muss schwierige Entscheidungen treffen. Ihre Liebe zu Paul ist für Lucie der Lichtblick in der fremden Stadt. Ich mochte Lucies sehr direkte, ehrliche und offene Art und auch, dass sie für die Menschen in ihrer Umgebung immer da ist. Ähnlich wie ihre Mutter Hannah hat auch Lucie ihren eigenen Kopf und sie weiß ganz genau, was sie sich von ihrem Leben erhofft. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Lucie aber enorm und muss das ein oder andere Mal sehr über sich hinauswachsen. Diese absolut glaubhafte Entwicklung hat mich sehr überzeugt.
Ihre Mutter Hannah ist auch in diesem Teil eine sehr zentrale Figur der Geschichte, auch wenn sie etwas in den Hintergrund rückt. Hannah steht noch immer fest zu ihren Prinzipien, ist immer für Andere da und ist damit eine Figur, die ich ganz fest in meine Lese-Herz geschlossen habe.
Was ich allerdings etwas widersprüchlich empfand war, dass Hannah, die selbst alles für die Erfüllung ihres Lebenstraums Ärztin zu werden unternommen hat, ihrer Tochter öfter ihre Träume und Wünsche für ihr späteres Berufsleben verwehrt. Doch genau diese Widersprüchlichkeit lässt Hannahs Charakter so lebensecht, realistisch und menschlich wirken.
Immer an Hannahs Seite ist ihr Mann Daniel. Die Beiden verbindet nach wie vor eine tiefe Liebe, der ich sehr nachspüren konnte. Er ist bereit, sich dem Familienunternehmen zu verschreiben, obwohl das so überhaupt nicht sein Metier ist. Er ist ein liebevoller Ehemann und Vater, reagiert meistens besonnen, kann aber auch mitunter durchaus launisch reagieren. Daniels respekt- und liebevolle Art mochte ich schon im ersten Teil sehr gerne und so bleibt es auch im zweiten Teil.
Eine weitere Figur, welche mich in „Was der Morgen verspricht“ mit ihrer dramatischen Geschichte sehr berührt hat ist das ehemalige Zimmermädchen Alma, nun Hannahs beste Freundin und engste Vertraute. Mit ihrer lebensfrohen und immer zuversichtlichen Art, konnte sie immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sie sieht keine Probleme, sondern Herausforderungen und sie ist immer für Andere da. Alma ist eine absolut großartige und unvergessliche Figur, welche die Geschichte stets weiter voran bringt und auch etwas wie der ruhende Pol der Geschichte ist.
Ein neuer und absolut wundervoller Charakter kommt hinzu: Paul, Lucies erste große Liebe. Er ist ein junger Mann, der noch nicht ganz seinen Platz im Leben gefunden hat. Einerseits muss er sich den Vorstellungen der Eltern beugen, andererseits ist er aber nicht dazu bereit, sich alles vorschreiben zu lassen und die Liebe zu Lucie dadurch zu verlieren. Seine entschlossene und hilfsbereite Art erinnerten mich manchmal sehr an Daniel, Lucies Vater, und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit ihm und seiner Geschichte weiter geht.
Neben diesen Figuren spielen noch eine große Menge an anderen Figuren mit. Sie alle konnten mich mit ihren fein gezeichneten Charakterzügen, ihren Geschichten völlig überzeugen, einige konnten mich mit ihren Handlungen auch sehr überraschen.
Kristina Herzog hat ihre Charaktere aus dem ersten Teil sich glaubhaft weiterentwickeln lassen und auch neue Figuren geschaffen, welche zusammen ein sehr authentisches Bild der Gesellschaft in den 1930er Jahren abgeben. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen allen im dritten Teil weitergehen wird.

Die Handlung des Buches ist chronologisch aufgebaut und setzt direkt an die Handlung des ersten Bandes an – dadurch war ich sofort wieder in der Geschichte angekommen. Es ist allerdings sehr empfehlenswert, dass man den ersten Teil der Geschichte auch zuvor gelesen hat, da sonst einige und wichtige Teile der Charakterentwicklungen fehlen.
Kristina Herzog beschreibt und erzählt in einer sehr bildhaften und detaillierten Sprache und lässt auf keine der 446 Seiten Langeweile aufkommen.
Es ist eine sehr ruhige Geschichte, in der es aber auch immer wieder spannende Passagen gibt, die mich aber sehr mitreißen konnte – so sehr, dass ich beim Lesen des Öfteren eine Gänsehaut nach der anderen hatte.
Das stimmungsvolle Cover, welches ebenfalls perfekt zu dem ersten Teil der Reihe passt, machte mir sofort Lust auf diese Geschichte.

Den geschichtlichen Hintergrund des Buches bilden die 1930er Jahre, vorwiegend in Berlin. Die Nationalsozialisten rissen in dieser Zeit die Macht an sich und begannen mit der systematischen Verfolgung von Juden – sie wurden zum Sündenbock des verlorenen Ersten Weltkrieges gemacht. Diese Verurteilung aller Juden fiel bei großen Teilen der Bevölkerung Deutschlands auf fruchtbaren Boden und trieb schließlich in blanken Hass aus.

„Was war mit ihrem Leben geschehen, dass es nur noch von Hoffnung und nicht mehr von Sicherheit geprägt war?“


[S. 407, Z. 15 – 17]

Was mit bösen Bemerkungen und Beleidigungen begann, ging mit Ausgrenzungen in Schule und Arbeit weiter und auch auch körperliche Angriffe auf Juden waren keine Seltenheit mehr. Vielen blieb nur die Flucht ins Ausland, bevor diese Verfolgung im Holocaust, dem nationalsozialistischen Völkermord gipfelte, welcher 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden das Leben kostete.
Wie schon im Auftakt „Was der Morgen verspricht“, hat Kristina Herzog diese geschichtlichen Hintergründe akribisch recherchiert und verknüpft diese gekonnt mit ihrer mitreißenden fiktiven Geschichte und unvergesslichen Charakteren, anhand derer Historie erleb- und greifbarer wird.

Fazit: Nach „Was der Morgen verspricht“ konnte mich Kristina Herzog auch mit dem zweiten Teil „Was die Hoffnung bringt“ wieder absolut überzeugen. Ich konnte mich in ihre authentischen Charaktere hineinversetzen und bin sehr gespannt, wie es mit ihnen und ihren Lebenswegen weitergeht. Mit diesem mitreißenden Buch wird Geschichte erleb- und greifbar. Absolute Leseempfehlung!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Geheimnis um die weiße Frau von Neuenfels“

von Harald Gritzner

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: 123-Z Verlag (Neuauflage im Klemmbach-Verlag)
ISBN: 978-3-944041-02-5
Seitenanzahl: 128 Seiten

Klappentext:
„Die Sonne überstieg gerade eben die verschneiten Burgspitzen des Belchen und des Blauen. Es sah aus, als wären sie in Blut getaucht. Leise und sanft fing es an, in weißen zierlichen Flöckchen vom Himmel zu fallen. Unbekümmert schienen diese Himmelsboten zu sein, Unbekümmert und rein.
Wie der Schustergeselle Martin der weißen Frau von Neuenfels begegnet und es ihn fast das Leben kosten soll, wie Pfarrer Matteo das Geheimnis um die weiße Frau lüftet und wie die schwarzen Reiter Tod und Verderben bringen, all das erfahren wir in dieser mittelalterlichen Kurzgeschichte, kompakt spannend und voller kraftvoller Bilder.“


https://www.klemmbachverlag.de/startseite.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

– Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Geheimnis um die weiße Frau von Neuenfels“ von Harald Gritzner ist eine im Mittelalter angesiedelte Kurzgeschichte, welche als Basis die Sage „Die weiße Jungfrau und der Schustergesell“ hat.

Martin, ein junger Schustergesellle aus dem Dorf Britzingen, kehrt schwer krank von der Burg Neuenfels zurück. Dort ist er der ‚weißen Frau‘ begegnet , eine Begegnung, welche ihm nun fast das Leben kosten soll.
Der beliebte Pfarrer Matteo begibt sich sofort zu dieser Burg und macht sich dort auf Spurensuche, um das Geheimnis um die ‚weiße Frau von Neuenfels“ zu lüften. Aber nicht nur er ist auf dem Weg dorthin – sondern auch zwei schwarze Reiter, denen ein Menschenleben nur wenig bedeutet.

Auf der „Buchmesse Blätterrausch“ Hinterzarten im Mai 2022 entdeckte ich die Bücher von Harald Gritzner und nahm mir spontan „1525 – Kampf der Freiheit“ und „Am Galgenbuck“ mit. Die Bücher spielen in meiner Heimat und ich versprach mir neues regionales Geschichtswissen – und ich sollte nicht enttäuscht werden. Mit großer Begeisterung las ich die beiden Bücher und es ergab sich ein netter Kontakt auf Instagram mit dem Autor. Freundlicherweise schickte er mir noch die mir fehlende Kurzgeschichte „Geheimnis um die weiße Frau von Neuenfels“ als Rezensionsexemplar zu, welche 2014 erschien und damit sein Debüt ist. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Harald Gritzner für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar und auch für den netten Kontakt auf Instagram.


Die Figuren des Buches sind authentisch und lebensecht beschrieben. Spannend fand ich, dass ihre Lebensgeschichte erst nach und nach ans Licht kommt und es damit während der Lektüre zu einigen ‚Aha-Momenten‘ kommt.
Pfarrer Matteo ist ein Charakter, den ich ab dem ersten Moment sehr gemocht habe. Er handelt aus dem Herzen heraus, welches er auch am rechten Fleck hat: Er ist loyal und schlau und ein sehr gutmütiger und ehrlicher Mensch. Die Schilderung eines schier unglaublichen Erlebnisses des schwer kranken, aber auch rückblickend naiv wirkenden Schustergesellen Martin stößt bei ihm nicht auf Ablehnung, sondern sofort auf Interesse und er ist sofort bereit, sein gesamtes Leben und alles was für ihn von Bedeutung ist, für die Lüftung dieses Geheimnisses, aufzugeben.
Ganz besonders angetan hat es mir aber der Charakter der ‚weißen Frau‘. Ich möchte nicht zu sehr auf ihre Geschichte eingehen, da ich sonst zu viel von der Handlung vorweg nehme. Aber, so viel sei verraten, ist ihre Geschichte so tragisch und mitreißend, dass ich das ein oder andere Mal während des Lesens eine Gänsehaut verspürte.
Doch es gibt auch die düsteren Gestalten in diesem Buch. Zwei schwarze Reiter, welche im Kontrast zu der ‚weißen Frau‘ und dem Pfarrer Matteo stehen. Sie sind abgrundtief böse, ein Menschenleben ist für sie nichts wert, doch auch sie haben ihre Beweggründe und ihre Vergangenheit.

Die Geschichte hält sich nicht lange mit einer Einleitung auf, sondern wirft den Leser/ die Leserin einfach ins Geschehen und in die stimmige und glaubwürdige Handlung hinein. Von der ersten Seite an zog mich die Geschichte komplett in ihren Bann und sie entwickelte einen enormen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat. Die Handlung spitzt sich fortwährend zu und zum Schluss, als alle Fäden zusammenlaufen, wird es unglaublich spannend und nervenaufreibend.
Wie schon in den Büchern „1525 – Kampf der Freiheit“ und „Am Galgenbuck“ bin ich von der klaren und bildgewaltigen Sprache des Autors sehr begeistert. Er versteht es, Landschaften und Menschen sehr eindrücklich zu beschreiben, aber trotzdem in seinen Geschichten noch Platz für die eigene Fantasie zu lassen.

Die Basis der Geschichte ist die Sage „Die weiße Jungfrau und der Schustergesell“, welche ihr hier lesen könnt:

„Vor ungefähr siebzig Jahren ging eines Sonntags ein katholischer Schustergesell, der zu Britzingen in Arbeit stand, auf das verfallene Bergschloß Neuenfels. Dort kam eine schneeweiße Jungfrau zu ihm und fragte, was er da mache, und ob er sich in der öden Burg nicht fürchte. Auf die Antwort: daß er sich Haselnüsse breche und, da er niemand etwas zu Leid thue, keinen Grund zur Furcht habe, hieß sie ihn mit ihr gehen, was er auch ohne Bedenken that. Bei einem Steine öffnete sie, mit einem Schlüssel ihres Gebundes, die eiserne Pforte eines unterirdischen Ganges, der sein Licht durch Zuglöcher an der Decke erhielt. Als sie hindurch gegangen waren, kamen sie, mittelst der Schlüssel, nacheinander in drei mit Eisenthüren versehene Gewölbe, in deren jedem ein großer schwarzer Hund viele Kisten bewachte. Auf Geheiß der Jungfrau sprangen die Hunde von den Kisten herab, sie machte diese auf, die im ersten Gewölbe waren mit Silbergeld, die im zweiten mit Goldmünzen, die übrigen mit kostbarem Schmuck, goldenen und silbernen Gefäßen angefüllt. Nachdem der Gesell alles betrachtet hatte, führte ihn seine Begleiterin wieder zurück und auf den Platz, wo sie zuerst ihn getroffen. Daselbst sprach sie zu ihm Folgendes: „Du kannst mich erlösen, und dir dadurch alle die Schätze, so wie deinem Hause immerwährendes Glück verschaffen. Komme drei Samstage hintereinander, Abends nach der Betglocke, auf das Schloß, wo du mich stets auf dem Stein bei der Thüre des unterirdischen Ganges finden wirst. Von dort trage mich jedesmal auf deinem Kopfe, da, wo du den heiligen Chrisam empfangen, bis zu diesem Steine hier. Reden mußt du nichts, dich auch durch das, was dir etwa begegnet, nicht schrecken lassen; denn es wird dir kein Haar beschädigt.“ Der Bursch versprach, alles zu thun, kam auch die beiden folgenden Samstage zur bestimmten Zeit in die Burg und trug auf seinem Kopfe die Jungfrau von dem einen Stein zum andern, ohne auf ein Hinderniß zu stoßen. Als er am dritten Samstag den Schloßberg hinanstieg, blitzte und donnerte es, und ein Tonspiel ließ sich hören; allein er ging getrost hinauf und begegnete einer alten Frau, welcher aus der Nase der Rotz, gleich einem Eiszapfen, bis auf den Bauch hing. Sie fragte ihn nach dem Weg auf einen benachbarten Ort, wo sie morgen bei einer Hochzeit zu kochen habe. Ohne ihr zu antworten, sagte er leise vor sich hin: „Du magst mir eine schöne Köchin sein, mit deiner silbernen Rotznase!“ Kaum hatte er dies gesprochen, so verschwand die Frau, und es krachte so fürchterlich, wie wenn der ganze Wald zusammenbräche. Entsetzt entfloh er, und obgleich die weiße Jungfrau, vom unterirdischen Gang her, ihm zurief: „Freund, sei standhaft und vollbringe dein Werk, es wird dir kein Haar beschädigt!“ so ließ er sich doch nicht halten. „Wehe mir, die Eichel ist noch nicht im Boden, aus deren künftigem Stamm die Wiege des Jünglings gemacht wird, der mich wieder erlösen kann!“ dies hörte er auch noch die Jungfrau ihm nachrufen; allein er eilte unaufhaltsam fort und kam ganz verstört nach Hause. Im Gefühl seines nahen Todes verlangte er einen Beichtvater seines Glaubens, erzählte ihm und seinem Meister, was ihm auf der Burg widerfahren und starb am folgenden Morgen.“

Quelle: Bernhard Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Karlsruhe 1851, Nr. 36.
Gefunden auf: https://www.sagen.at/texte/sagen/deutschland/baden_wuerttemberg/baader/weisse_jungfrau.html

Diese Sage ist, wie bereits geschrieben, nur die Basis der Geschichte. Harald Gritzner hat aus dieser Sage einen historischen Roman gearbeitet und geht damit auch den Spuren des Mordes an den letzten Bewohnern der Burg Neuenfels nach.
Die Burg Neuenfels bei Britzingen, welche im Jahr 1300 erbaut wurde, besteht nur noch als Ruine, da sie seit 1540 nicht mehr bewohnt und dem Verfall übergeben wurde.
Der Müllheimer Ortsteil Britzingen liegt unweit meines Heimatdorfes Auggen und seit je her faszinieren mich die Sage und die (unheimliche) Geschichte der Burgruine Neuenfels.
Hier habe ich eine kleine Foto-Galerie von die Burgruine zusammengestellt. Vielen Dank an meinen guten Freund ‚Silberphönix‘, welcher mir diese Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Christoph von Neuenfels, eine Figur, die am Rande vorkommt, ist eine historische Figur. Er setzte sich in Neuenburg am Rhein 1525 für die Rechte der Bauern ein, war allerdings selbst völlig verarmt. Er und seine Familie waren die letzten Bewohner der Burg Neuenfels und sie starben dort, zusammen mit ihren Angestellten im Jahre 1540. Erst drei Tage später wurden ihre Leichname entdeckt. Ob es nun Mord oder Selbstmord war, lässt sich nicht mehr klären, wobei die Überlieferung klar von Mord spricht – wie es auch auf der Tafel an der Burgruine steht.
Diese historischen Hintergründe hat Harald Gritzner wunderbar recherchiert und er verbaut sie geschickt mit seiner fiktionalen Geschichte und der Sage. Ich beendete das Buch äußerst zufrieden und mit dem Gedanken „Ja, so könnte es gewesen sein!“.

Vielen Dank an Harald Gritzner für dieses mitreißende Leseerlebnis!

Fazit: Harald Gritzner hat es geschafft, eine sehr kompakte Geschichte zu erzählen, welche mich mit einer bildgewaltigen Sprache sofort in die Handlung nahm. Die Geschichte entwickelt einen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat.
Eine spannende, nervenaufreibende und mitreißende Geschichte, welche aber trotzdem Raum für die eigene Fantasie lässt.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag und Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals“

von Julie Heiland

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 27. Mai 2022
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-06559-5
Seitenanzahl: 624 Seiten

Klappentext:
„Ost-Berlin, an einem heißen Julitag 1956: Ein dramatischer Badeunfall lässt drei junge Mädchen zu unzertrennlichen Freundinnen werden. Obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen kommen, teilen sie von nun an alles miteinander: Claras Träume von einem Leben im Westen, Bettys Liebe zum Film und einem regimetreuen Regisseur und Marthas Begeisterung für die FDJ. Die drei erleben die Höhen und Tiefen der ersten Liebe und streben gemeinsam nach Freiheit und Glück ― nichts bringt sie auseinander. Bis schließlich der Bau der Mauer ihre Heimatstadt teilt und sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens stehen: fliehen oder bleiben?“

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-freundinnen-vom-strandbad-die-mueggelsee-saga-1-9783548065595.html

Hinweise:
-Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei (auch keine finanzielle) Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Nennung des Verlages und der Produktnennung, sowie Verlinkungen, muss ich diese Rezension als Werbung kennzeichnen.

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Das Buch „Die Freundinnen vom Standbad – Wellen des Schicksals“ von Julie Heiland ist der Auftakt der ‚Müggelsee-Saga“, welche in Ost-Berlin kurz vor dem Bau der Berliner Mauer angesiedelt ist und die unterschiedlichen Lebenswege und die Freundschaft drei junger Frauen zeigt.

Juli 1956 in Ost-Berlin: Der Hochsommer liegt über der Stadt und die drei jungen Mädchen Betty, Clara und Martha verbringen ihre Zeit im Strandbad Müggelsee. Gerade noch rechtzeitig können sie gemeinsam einen tödlichen Badeunfall verhindern, ein Erlebnis, welches die drei völlig unterschiedlichen Mädchen eng zusammenschweißt und unzertrennbar werden lässt.
Die Jahre vergehen, aus den Mädchen sind junge Frauen geworden – jede hat eine ganz andere Zukunft und eigene Träume vor Augen: Betty möchte unbedingt Schauspielerin werden und angelt sich einen regimetreuen Regisseur, Martha ist begeisterte Anhängerin der FDJ und Clara sieht als Tochter regimekritischer Elternin der DDR keine Zukunft für sich.
Sie alle suchen ihr Glück und verlieren sich dabei nie aus den Augen. Doch mit dem Bau der Mauer durch ihre Heimatstadt steht ihnen eine schwere Entscheidung bevor: Sollen sie in den Westen fliehen oder in ihrer Heimat bleiben?

Auf das Buch wurde ich durch die Posts der Autorin in den Sozialen Medien aufmerksam. Das wunderbare Cover und auch der Klappentext weckten direkt mein Interesse. Ich mag Geschichten, die zur Zeit des Mauerbaus spielen und auch das ‚Leitmotiv Freundschaft‘ hat es mit sehr angetan. Das Buch versprach eine perfekte Unterhaltung für mich und landete direkt auf der ‚unbedingt-kaufen-Liste‘. Anfang Juni 2022 durfte es dann hier einziehen.

Als ich die ersten Seiten des Buches las, war ich sofort von den unterschiedlichen Charakteren des Buches angetan. Sie werden so authentisch beschrieben und konnten mich mit ihrer Vielfältigkeit völlig begeistern.
Zu Beginn lernen wir Martha kennen. Sie wird in einer regimetreuen Familie groß, wächst in die Strukturen des Staates hinein und stellt die Regierung nur wenig in Frage. Die FDJ bedeutet der fleißigen Martha alles, sie ist eine schlaue und sehr strebsame Jugendliche, durch deren Augen der Leserin/ die Leserin anfangs auch die anderen beiden Mädchen Clara und Betty kennenlernt.
Betty wirkt anfangs wie ein verwöhntes Mädchen, welche alles hat und sich um nichts und niemanden sorgen muss. Sie ist eine eher mittelmäßige Schülerin, die den Kopf voller Träume und Wünsche hat: Sie möchte unbedingt Schauspielerin werden und setzt für diesen Traum alles in Bewegung. Doch der Blick hinter die perfekte Fassade ihrer Familie ist eher traurig.
Clara, die Dritte im Bunde, ist meine persönliche Lieblingsfigur dieses Romans. Ihre teils sehr bedrückende Geschichte nahm mich sehr mit. Doch sie ist eine Kämpferin und lässt sich nicht unterkriegen, so schwer es ihr auch gemacht wird.Trotzdem hätte ich sie gerne das ein oder andere Mal in die Arme genommen und fest gedrückt.
Um diese drei Hauptfiguren agieren noch viele weiterePersonen: Deren Familien und Freunde aber auch andere Charaktere, die es nicht so gut mit ihnen meinen. Wie schon geschrieben, konnten sie mich alle mit ihrer Vielfältigkeit, aber auch ihren Verschiedenheiten völlig begeistern. Es sind Figuren, welche man so schnell nicht mehr vergisst und mit denen die Autorin ein lebensechtes und farbenfrohes, wenn auch stellenweise beklemmendes, Bild der damaligen Zeit zeichnet. Sie alle entwickeln sich im Laufe der Geschichte glaubhaft weiter, sie begehen Fehler, stehen für diese ein und sind immer füreinander da. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen und ihren doch so unterschiedlichen Lebenswegen im zweiten Teil der Reihe weitergeht.

Julie Heiland hat einen detaillierten Sprachstil, welcher aber auf keiner Seite langatmig oder gar langweilig wird. Sie beschreibt diese Zeit voller Leidenschaft und auch mit viel Ortskenntnis – ich konnte mich sofort in diese mitreißende Geschichte fallen lassen und mochte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen. Gerade zum Schluss hin, als nach und nach alle Fäden der Handlung zusammenlaufen, wurde es so spannend, dass die Seiten nur so dahinflogen.
Toll fand ich, dass im Wechsel immer kapitelweiseder Schwerpunkt auf eine der jungen Frauen liegt und man somit den Figuren, ihrer Geschichte und ihren Gedanken sehr nahe kommt.

Den geschichtlichen Hintergrund bildet zum größten Teil das Jahr 1961. Viele Menschen in Ost-Berlin leben dort in ständiger Angst, sie werden bespitzelt, verfolgt und teilweise festgesetzt. Der Staat hat seine Ohren und Augen überall, ein Leben in Freiheit gibt es nicht. Darunter leiden vor allem die Jugendlichen, welche die Freiheiten der Jugend in West-Berlin immer vor Augen haben.
Immer deutlicher zeigt sich, dass die Menschen nicht nur zwischen Ost- und West-Berlin pendeln, sondern auch, dass viele Menschen aus der DDR flüchten.
Zehntausende flüchteten zu dieser Zeit jeden Monat über den noch einzig offenen Fluchtweg nach West-Berlin. Die Zahl wuchs täglich an, allein im Juli 1961 verließen 30.000 Menschen, vor allem die gut gut ausgebildeten Menschen die DDR. Dadurch verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der DDR rapide und dem Staat drohte das Aus durch Ausbluten.
Am 13. August begann der Bau einer Mauer um West-Berlin. Damit war der einzige Fluchtweg in den Westen Geschichte. Familien und Freunde wurden auseinander gerissen, sahen sich teilweise nie, oder erst Jahrzehnte später, wieder.
Julie Heiland hat diese geschichtlichen Hintergründe akribisch recherchiert und kombiniert diese wunderbar mit ihren fiktiven Charaktere und deren Schicksalen.
Die Geschichte des Mauerbaus beschäftigt mich schon sehr lange, da es für mich absolut unvorstellbar ist, was die Menschen damals durchmachen mussten. Mit ihrem atemberaubenden Roman macht die Autorin diesen Teil der deutschen Geschichte erleb- und greifbar.

Danke liebe Julie Heiland für dieses unvergessliche Lese-Erlebnis.

Fazit: Eine spannende, tragische und stellenweise bedrückende Geschichte, welche mich mitgenommen und begeistert hat. Ich konnte völlig abtauchen und litt sehr mit den vielfältigen und authentischen Figuren mit. Ein Highlight und eine absolute Leseempfehlung.
Jetzt freue ich mich schon auf den zweiten Teil der Reihe, welcher ab dem 28. Juli im Handel erhältlich ist.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei (finanzielle) Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch wurde selbst gekauft. Kennzeichnung als Werbung, aufgrund von Produktnamen und Verlinkung der Verlagsseite.

„Bella Donna – Die Herrin von Mantua“

von Catherine Aurel

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2022
Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10549-7
Seitenanzahl: 416 Seiten

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Bella-Donna-Die-Herrin-von-Mantua/Catherine-Aurel/Penguin/e557268.rhd

Klappentext:
Florenz, 1534: Gerade erst haben sie sich ewige Liebe geschworen, doch nun muss die junge Kaufmannstochter Calla del Giocondo mit ihrem Geliebten aus der Stadt fliehen. Denn Samuele, der Erbe des Kosmetikimperiums Bellani, wird beschuldigt, eine Frau vergiftet zu haben. Nur durch einen glücklichen Zufall findet das junge Paar Unterschlupf am Hof von Mantua. Durch sein Wissen um die geheimen Rezepturen der Schönheitsmittel kann Samuele die Gunst der stolzen und kunstsinnigen Herzogin von Mantua gewinnen. Doch Calla verfolgt währenddessen ihren eigenen Traum: Unterstützt vom Sohn der Regentin, der sie unermüdlich umwirbt, lernt sie das Lesen – und macht dabei eine Entdeckung, die dem jungen Paar das Leben kosten kann …
Der zweite Teil der historischen Töchter-Italiens-Trilogie über drei starke junge Frauen zwischen Intrigen und dem Kampf um die wahre Liebe.“

Hinweise:
-Das Buch habe ich freundlicherweise vom Penguin-Verlag über das ‚Bloggerportal‘ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!

-Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein
– Meine Rezension zum ersten Teil findet ihr hier: https://buechertanz.de/?p=2042

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Das Buch „Bella Donna – Die Herrin von Mantua“ ist ein historischer Roman, der in Florenz und Mantua im 16. Jahrhundert spielt und den Weg eines jungen Liebespaares zeigt, welches für ihre Träume alles geben muss und durch ein großes Geheimnis in große Gefahr gerät.

1534 in Florenz: Der junge Samuele hat seine Berufung gefunden. Als Erbe des Kosmetikimperiums ‚Casa Bellani‘ feilt er täglich an außergewöhnlichen Rezepturen für neue Schönheitsmittel. An erster Stelle steht für ihn, einen Ersatz für das beliebte, aber hochgiftige Bleiweiß zu finden, welches viele Frauen für eine vornehme Blässe verwenden. Mit der schönen Kaufmannstochter Calla del Giocondo verbindet ihn die große Liebe.
Doch dann stirbt eine Kundin der ‚Casa Bellani“ und Samuele gerät in den Verdacht, diese vergiftet zu haben. Zusammen mit Calla gelingt ihm die Flucht aus Florenz und die Beiden finden am Hof von Mantua Unterschlupf. Die stolze und kunstbegeisterte Herzogin Isabella ist von Samueles Wissen und seinen Rezepturen für Schönheitsmittel begeistert und er steht ab sofort in ihrer Gunst.
Währenddessen verfolgt Calla ihren eigenen großen Traum: Mit Unterstützung der Herzogin und ihres Sohnes Federico lernt sie das Lesen und Schreiben. Doch eine ungeahnte Entdeckung bringt sie und Samuele in Lebensgefahr.

Im Mai 2021 habe ich den ersten Teil der Trilogie „Töchter Italiens“ gelesen: „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“. Dieser erste Teil war ein sehr überzeugender Auftakt und ich freute mich schon sehr auf die nun vorliegende Fortsetzung, welche ich einfach lesen musste. Ich fragte im ‚Bloggerportal‘ ein Exemplar an und bekam es freundlicherweise genehmigt und zugesendet – an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an den Penguin-Verlag.
Da ich den ersten Teil vor etwas über einem Jahr gelesen habe, hatte ich etwas Bedenken, ob ich wieder in die Handlung und Geschichte hineinfinde. Diese Bedenken waren völlig unbegründet, da dieser zweite Teil eine eigenständige Geschichte erzählt und auch ohne Vorkenntnis des erstens Teils gelesen werden kann.

Wie schon im ersten Teil der Reihe gibt es auch im vorliegenden zweiten Teil eine große Anzahl historischer Persönlichkeiten, welche an der Seite von fiktiven Charakteren gekonnt zum Leben erweckt werden. Alle Figuren, egal ob historisch oder fiktiv, haben mich mit ihrer authentischen Charakterzeichnung und ihrer glaubhaften Entwicklung überzeugen können.
Zu Beginn des Buches lernen wir die beiden sich liebenden Hauptfiguren Samuele Bellani und Calla del Giocondo kennen. Die reiche Kaufmannsfamilie ist gegen die nicht standesgemäße Verbindung ihrer Tochter und halten Calla zudem in Sachen Bildung an der kurzen Leine. Die Familie Bellani steht hingegen dieser großartigen Verbindung ihres Erben äußerst aufgeschlossen gegenüber.
Samuele und seine Familie sind alle fiktive Charaktere, welche sich aber perfekt in die Historie einfügen. Hingegen sind Calla und ihre Familie historische Persönlichkeiten.
Ich mochte Calla ab der ersten Seite. Sie ist ein sehr feinfühliger Charakter und setzt für ihre große Liebe zu Samuele und ihren großen Traum alles aufs Spiel und gibt dabei nicht auf. Sie ist nicht perfekt, begeht den ein oder anderen Fehler und versprüht trotzdem einen großen Frohsinn und eine wunderbare Leichtigkeit, auch wenn sie ( ähnlich wie Samuele auch) immer wieder von Selbstzweifeln geplagt wird. Ihr Fels in der Brandung ist ihre Großmutter Lisa, welche für ihre Enkeltochter immer ein offenes Ohr hat.
Samuele ist ein Charakter, der anfangs etwas schwer zu greifen ist. Er flucht und schimpft, aber trotz dieser harten Schale besitzt er einen weichen Kern. Er stürzt sich in seine Arbeit, bei der er auch schon mal alles und jeden um sich herum vergisst. Ähnlich wie Calla hat er einen großen Traum, auf den er hinarbeitet und sich von nichts und niemanden unterkriegen lässt.
Ganz besonders begeistert hat mich Isabella d’ Este, die Herzogin von Mantua. Sie ist eine der vielen historischen Persönlichkeiten, welche in diesem Roman zum Leben erweckt werden. Mit ihrer teilweise launigen, aber auch sehr beherrschten Art, flößt sie den Menschen um sich herum gehörig Respekt ein. Isabella ist eine sehr intelligente und gebildete Frau, welche allerdings ihren jungen und besten Jahren hinterher trauert.
Ihr Sohn Federico II. Gonzaga (ebenfalls historisch belegt) ist ein sehr ruheloser Mensch. Er hat eine gesicherte Zukunft als Regent vor sich, ist verheiratet und hat einen Erben – doch so richtig scheint er seinen Platz im Leben nicht gefunden zu haben. Oft werden ihm die Palastmauern und die gesamte Hof – Zeremonie zu eng und er begibt sich auf die Suche nach Unterhaltung und Ablenkung. Diese findet er in seiner Geliebten und auch Calla weckt sein Interesse.
Sehr mitgenommen hat mich das Schicksal der sogenannten „Zwerge“ am Hof: Morgantino und Delia. Die beiden Kleinwüchsigen waren einzig zur Unterhaltung der Hofgesellschaft da, wurden nicht als Menschen gesehen, sondern waren Besitz der Herzogin. Auch wenn mich die flotten Sprüche von Morgantino des Öfteren zum Schmunzeln brachte, hat mich seine und die Geschichte seiner Frau sehr berührt.
Noch einige weitere (größtenteils historische) Persönlichkeiten spielen in dem Buch „Bella Donna – Die Herrin Mantua“ eine große Rolle. Auf diese möchte ich aber nicht näher eingehen, da ich sonst etwas von der spannenden Handlung vorwegnehme. Viele haben mich mit ihrer Wandlung und ihrer Geschichte überrascht, sie alle agieren nachvollziehbar und logisch. Alle zusammen geben ein sehr facettenreiches und authentisches Bild der Gesellschaft Italiens des 16. Jahrhundert wieder.

Catherine Aurel ist das Pseudonym der erfolgreichen Autorin Julia Kröhn. Wie in all ihren Büchern beschreibt die Autorin ihre Handlungsorte mit viel Ortskenntnis und großer Leidenschaft. Ihre bildhafte Sprache, ihre fundierte Recherche in Sachen Schönheit des 16. Jahrhunderts, ihre authentischen Charaktere, sowie auch ihre gelungene Kombination aus Historie und Fiktion, ließen mich das Buch sehr gerne lesen. Teilweise wurde es so spannend, dass ich das Buch nur noch ungern aus Händen legen konnte.

Den geschichtlichen Hintergrund bildet das Italien des 16. Jahrhunderts: In dieser Zeit erlebte das Land die wirtschaftliche und kulturelle Blüte der Renaissance.
Das Land Italien, wie wir es heute kennen, gab es zu dieser Zeit nicht. Es bestand aus einzelnen Markgrafschaften (z.B. Saluzzo, Monferrat), einzelnen Herzogtümern (z.B. Parma, Modena und Mantua), einzelnen Fürstentümern (z.B. Massa), einzelnen Republiken (z.B. Republik Venedig, Republik Genua, Republik Florenz) und dem Kirchenstaat.
Noch immer hatte die Familie der Medici ihre Finger mit im Spiel um Macht und Vorherrschaft.
Zu dieser Zeit erstrahlten die italienischen Kulturmetropolen (in denen viele bis heute bewunderte Kunstwerke entstanden), allen voran Rom, Florenz und Venedig zu dieser Zeit weit über Italien und Europa hinaus.

All diese geschichtlichen Hintergründe hat die Autorin akribisch recherchiert und erzählt Geschichte äußerst lebendig, erleb- und greifbar und voller Leidenschaft. Wie auch im ersten Teil empfand ich die Beschreibungen der Malerei und Kunst sehr spannend. Der Leser/ die Leserin trifft in diesem Roman auf so einige große Künstler der Renaissance und lernt sie als Menschen kennen.

„»Ich frage mich des Öfteren, ob das Größte, das ein Maler zu leisten imstande wäre, ein Gemälde ist, das keinerlei Unterschied zum Spiegelbild aufweist. Dann wiederum denke ich, dass die Kunst viel mehr zu zeigen vermag als der Spiegel, vielleicht nicht jedes Fältchen, vielleicht nicht jede Farbnuance der Augen, aber das Wesen des Menschen. So oder so gilt es am Ende die Entscheidung zu treffen, ob man mehr der Wahrhaftigkeit dient, der Schönheit oder dem Geist.«“

[S. 140, Z. 3 – 10]

Das Buch ist eine hochwertige Klappbroschur. In der vorderen Klappe befinden sich zwei liebevoll illustrierte Schönheits-Rezepte.
Das Personenverzeichnis am Anfang des Buches, die Zeittafel und das ausführliches Nachwort der Autorin am Ende des Buches runden diesen tollen Roman perfekt ab. Im Nachwort stellt Catherine Aurel da, welche Handlungen und Figuren ihrer Fantasie entsprungen ist und was den Tatsachen entspricht. Zudem stellt auch aktuelle Forschungsergebnisse vor.
Ich bin jetzt schon so gespannt und freue mich auf den dritten und damit letzten Teil dieser wunderbaren Reihe.

Fazit: Mit „Bella Donna – Die Herrin von Mantua“ ist Catherine Aurel eine spannende und lesenswerte Fortsetzung der Reihe um die ‚Töchter-Italiens‘ gelungen. Mit authentischen Charakteren und jeder Menge Fachkenntnissen hat sie mich in eine längst vergangene Zeit entführt und mit viel neues geschichtliches Wissen vermittelt. Sehr lesenswert.

*Ich habe für diese Rezension vom Verlag oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.