„Die verborgene Erinnerung“

von Michaela Abresch

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. März 2025
Verlag: Lübbe
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-404-19388-2
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 12,99€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://bastei-luebbe.de/Buecher/Liebesromane/Die-verborgene-Erinnerung/9783404193882 (Homepage Verlag)

https://www.michaelaabresch.com/buecher/familiengeheimnisse (Homepage Autorin)

Klappentext:
„Als Mella für einen Rechercheauftrag von Köln auf die schwedische Insel Gotland reisen soll, hält sie dies für einen Wink des Schicksals. Gotland ist die Heimat ihrer Mutter, die der Insel noch vor Mellas Geburt den Rücken gekehrt hat und nie wieder dorthin zurückgekehrt ist. Zu schmerzlich sind die Erinnerungen an Mellas Vater, der bei einem Bootsunglück ums Leben kam. Nun ist Mella entschlossen, ihre Wurzeln zu suchen …
Siri hingegen hat ihr ganzes Leben auf Gotland verbracht. Doch jetzt verspürt sie den Wunsch nach Veränderung. Als ihre Mutter unerwartet verstirbt, findet sie in deren Nachlass eine Fotografie, die sie nicht loslässt …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar (Taschenbuch) von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlags-Homepage und der Homepage der Autorin muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Die verborgene Erinnerung“ von Michaela Abresch handelt von zwei Frauen, deren Leben auf Gotland (Schweden) durch ein tragisches Geheimnis miteinander verbunden sind.

„Manchmal dienen Geheimnisse dazu, einen oder mehrere Menschen zu schützen. Jemanden vor seelischen Schmerz zu bewahren, vor Angstgefühlen, vor Scham oder Schuld.“

[Seite 170]

Mella, die in Köln lebt, reist beruflich nach Gotland. Ihre Mutter hat die Insel vor vielen Jahren, noch vor Mellas Geburt verlassen und sie hofft, dort Antworten auf Fragen über ihre Familie und ihre Vergangenheit zu finden.
Siri, die auf Gotland aufgewachsen ist, erlebt einen Wendepunkt in ihrem Leben, als ihre Mutter stirbt und sie eine alte Fotografie findet, die sie nicht loslässt. Diese Fotografie bringt Siri dazu, ihre eigene Vergangenheit und ihre Beziehung zu ihrer Mutter zu überdenken.
Die Geschichten von Mella und Siri verflechten sich auf Gotland, wo sie beide auf ihre eigene Weise nach Antworten und Erinnerungen suchen. Durch ihre Reisen und Entdeckungen müssen beide Frauen ihre Vergangenheit und ihre Identität neu definieren.

Nachdem ich erst vor Kurzem mit großer Begeisterung das Buch „Das Geheimnis von Dikholmen“ von Michaela Abresch gelesen habe, freute ich mich schon sehr auf den zweiten Roman der Autorin, der ebenfalls in Schweden spielt und über ein Familiengeheimnis erzählt. Auch wenn die traumhaften Cover der beiden Bücher perfekt zusammen passen, stehen die beiden Geschichten völlig für sich alleine.


Dieses Buch bekam ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zusendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Eines vorweg: Mit diesem emotionalen Roman hat sich Michaela Abresch ganz fest in mein Leseherz geschrieben und ich werde sie und ihre Bücher definitiv weiter verfolgen.
Es ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte von Mella und Siri ist einfühlsam und tiefgründig erzählt, mit Figuren, die durch ihre Verletzlichkeit und Selbstzweifel sehr menschlich wirken. Die Autorin hat es geschafft, die Themen Identität, Familie und Trauma mit Sensibilität und Authentizität zu behandeln, ohne dabei zu moralisieren oder zu dramatisieren.
Die Struktur des Romans ist geschickt aufgebaut – mit emotionalen Briefen als Bindeglied zwischen den Geschichten von Mella und Siri. Diese Briefe sind nicht nur ein Mittel, um die Vergangenheit und Gegenwart zu verweben, sondern auch ein Weg, um die Emotionen und Gedanken der Figuren zu offenbaren. Michaela Abresch hält die Spannung und Neugierde stets aufrecht, auch wenn einige Aspekte der Geschichte für mich etwas vorhersehbar waren.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Art und Weise, wie Michaela Abresch die Figuren entwickelt hat: Mella und Siri sind beide komplexe Charaktere, mit ihren eigenen Stärken und Schwächen. Sie sind nicht perfekt, aber gerade das macht sie so menschlich und nachvollziehbar. So stellt Michaela Abresch eine tiefe Verbindung zwischen den Lesern/ Leserinnen und den Figuren her – was dafür sorgt, dass man sich völlig in der Geschichte verliert.
Für mich ein absolutes Highlight.

Herzlichen Dank für das großartige und unvergessliche Leseerlebnis und für das signierte Rezensionsexemplar.

„Vor der kleinen Stehlampe lag ein Buch (…). Das Lesezeichen steckte ungefähr in der Mitte. Ein nicht zu Ende gelesenes Buch, schoss es ihr durch den Kopf. Es passte zum nicht zu Ende gelebten Leben ihrer Mutter.“

[Seite 97]

Fazit: Insgesamt ist „Die verborgene Erinnerung“ von Michaela Abresch ein Roman, der mich emotional berührt hat und den ich definitiv nicht so schnell vergessen werde. Die Geschichte ist tiefgründig und einfühlsam erzählt, mit Figuren, die im Herzen bleiben. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich für tiefgründige und emotionale Geschichten interessieren.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Palmengarten-Saga – Wir tanzen in die Freiheit“

von Juliane Michel

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. September 2024
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3453428515
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)
Reihe: „Die Palmengarten-Saga“ Band 01/02

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/juliane-michel-wir-tanzen-in-die-freiheit/taschenbuch/9783453428515

Klappentext:
„April 1945. Flakhelferin und Swing-Girl Elfie kehrt ins zerstörte Frankfurt zurück. Sie ergattert eine Arbeitsstelle als Gärtnerin im amerikanisch besetzten Palmengarten, wo sie sich mit Hilfsgärtner Klaus um den Gemüseanbau kümmert. Als ein Freund Elfies aus der Gefangenschaft zurückkehrt, verrät er, dass Klaus ein Deserteur ist, und droht Ärger an. Elfie steht Klaus bei. Aus Dankbarkeit hilft er ihr bei der Suche nach dem Gestapobeamten, der sie und ihre Swing-Freunde misshandelt hat. Doch dann stellt sich heraus, wer den Odeon-Club damals verraten hat – und für Elfie bricht eine Welt zusammen. Zum Glück hat sie immer ihre beste Freundin Helga an ihrer Seite. Und Klaus …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als signiertes Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Wir tanzen in die Freiheit“ von Juliane Michel ist der Auftakt der „Palmengarten-Saga“ und spielt hauptsächlich im Jahr 1945 in Frankfurt am Main.

„Jeder Ton, jede Melodie gingen Elfie durch und durch, sie spürte sie in ihrem Herz und wusste, sie würde sie nie mehr vergessen.“

[Seite 62]

Im April 1945 kehrt Elfie von ihrem Einsatz als Flakhelferin in ihre Heimatstadt Frankfurt am Main zurück. Doch die Stadt ist durch den Krieg schwer beschädigt und wird von den Amerikanern besetzt. Sie findet eine Arbeitsstelle im botanischer Garten Palmengarten im Frankfurter Stadtteil Westend. Dort arbeitet sie mit dem schweigsamen Klaus zusammen und die beiden kümmern sich um den Gemüseanbau. Doch Klaus scheint ein großes Geheimnis aus seiner Vergangenheit mit sich herum zu tragen, welches auf gar keinen Fall ans Licht kommen darf.
Auch Elfie hadert mit ihrer Vergangenheit: Denn in ihrer Jugend gehörte sie dem Odeon-Club an – dort war sie in sogenanntes Swing-Girl. Allerdings war diese Art der Musik verboten und Elfie und ihre Freunde gerieten ins Visier der Gestapo.

Die Autorin Juliane Michel schrieb mich im Juni 2025 auf Instagram an und stellte mir ihre „Palmengarten-Saga“ vor. Außerdem fragte sie Rezensionen für die beiden Bände an, welche ich gerne zusagte, da diese Buchreihe genau in mein bevorzugtes Genre fällt und ich Geschichten rund um das Dritte Reich und die Nachkriegszeit sehr gerne lese. Die Buchreihe war bisher an mir vorbeigegangen und ich freute mich sehr auf die Lektüre. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Juliane Michel für die signierten Rezensionsexemplare bedanken.

Bereits ab der ersten Seite hat mich die Geschichte mitgenommen und ich versank völlig darin. Es gibt immer mal wieder Zeitsprünge zurück in die Vergangenheit, wodurch sich Elfies Vergangenheit und ihre Erfahrungen und Erlebnisse Stück für Stück aufdecken.
Ich konnte mich zeitlich und örtlich gut orientieren – dazu trug auch der bildhafte, lebendige und wunderschöne Sprachstil von Juliane Michel bei.

Die Hauptfigur Elfie ist eine starke und sympathische Protagonistin, die trotz der widrigen Umstände und persönlicher Schicksalsschläge positiv bleibt und stets für andere da ist. Die Autorin hat die Zeit des Dritten Reiches und die Nachkriegszeit sehr authentisch abgebildet, mit all den Konflikten und Herausforderungen, die diese Zeit mit sich brachte. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Jugendlichen, denen im Dritten Reich die Jugend genommen wurde – die Verbote, die Bespitzelungen und die Bestrafungen, die ihre Jugend prägten, sind sehr eindrucksvoll beschrieben. Die Autorin zeigt, wie die Jugendlichen unter der Nazi-Herrschaft litten und wie sie trotzdem versuchten, ihre eigene Identität und Freiheit zu bewahren. Das Buch ist somit auch eine Hommage an die Swing-Jugend, die sich in den 1940er Jahren gegen die Nazi-Herrschaft auflehnte. Hierbei beschreibt Juliane Michel die Musik, die Mode und die Kultur der Swing-Jugend sehr authentisch – und sorgt nebenbei für einige Ohrwürmer.
Die Beziehung zwischen Elfie und Klaus ist komplex und vielschichtig, zwischen ihnen herrscht eine tiefe emotionalen Verbindung. Die Autorin zeigt, wie die beiden sich langsam näherkommen und wie ihre Beziehung durch die gemeinsamen Erfahrungen und Herausforderungen gestärkt wird.
Das Ende des Buches ist überraschend und hat mich sehr berührt – ich musste sehr mit den Tränen kämpfen. „Wir tanzen in die Freiheit“ ist ein Roman, der die Leser und Leserinnen mit auf eine Reise durch die Geschichte nimmt und gleichzeitig dazu anregt, über die Vergangenheit nachzudenken – und genau das sollte ein guter historischer Roman erreichen. Nun freue ich mich auf den zweiten Band der Buchreihe „Wir fangen das Glück“ und bedanke mich ganz herzlich bei Juliane Michel für dieses emotionale und großartige Leseerlebnis.

„Alles hatte sich verändert. Anstelle wohligwarmer Stille, dem leichten Plätschern des Wasserfalles und dem süßen Duft der Blumen empfing Elfie staubige Kälte. Das grüne Paradies voller exotischer Düfte gab es nicht mehr.“

[Seite 94]

Fazit: Der Roman „Wir tanzen in die Freiheit“ von Juliane Michel ist ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die gerne historische Romane lesen und sich für die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit interessieren. Die Autorin hat eine packende und emotionale Geschichte mit authentischen Charakteren geschrieben, die die Leser und Leserinnen von Anfang an in ihren Bann zieht.
Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.


„Das Lied der Rose“

von Julia Kröhn

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 27. Juni 2025
Verlag: Lübbe
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3-7577-0120-8
Seitenanzahl: 720 Seiten
Preise: 26,00€ (Hardcover), 19,99€ (eBook)

Homepage:
https://bastei-luebbe.de/Buecher/Historische-Romane/Das-Lied-der-Rose/9783757701208

Klappentext:
„Regensburg, 1096: Der junge Novize Marian träumt davon, mit gregorianischen Chorälen Gott zu preisen. Doch als er einen Juden vor der Zwangstaufe rettet, nutzt dies ein Rivale, um ihm ein schweres Verbrechen vorzuwerfen. Reinwaschen kann Marian sich davon nur, wenn er sich auf eine Pilgerfahrt begibt. Auf der abenteuerlichen Reise verschlägt es ihn an den Hof von Herzog Guillaume IX. von Aquitanien und dessen Frau Philippa. Hier lernt er die maurische Sängerin Sahar kennen. Marian verfällt ihrer Art der Musik sofort – ebenso wie der jungen Frau selbst. Doch bis die beiden die Liebe, von der sie singen, auch leben können, gilt es Kreuzzüge und Kirchenbann, Intrigen und Machtkämpfe zu überwinden.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Das Lied der Rose“ von Julia Kröhn ist ein historischer Roman, der im späten 11. und frühen 12. Jahrhundert spielt und hauptsächlich über die Entstehung der Liebeslieder erzählt.

„Wenn sie schwiegen oder er einfach nur seine Lieder sang, dann vermeinte er, sie wären Zwillingsseelen, die einander blind verstanden. Doch sobald sie Wörter gebrauchten, gerieten sie in Verlegenheit.“

[Seite 203]

Inmitten der Wirren des Jahres 1096 findet der junge Novize Marian sich in einer Welt wieder, in der Glaube und Macht eng miteinander verflochten sind. Als er einen Juden vor der Zwangstaufe rettet, wird er von einen Rivalen eines schweren Verbrechens beschuldigt. Um seine Unschuld zu beweisen, muss Marian sich auf eine gefährliche Pilgerfahrt begeben, die an den Hof von Herzog Guillaume IX. von Aquitanien und dessen Frau Philippa führt. Dort trifft er auf die faszinierende maurische Sängerin Sahar, deren Musik und Schönheit ihn sofort in seinen Bann ziehen. Doch ihre Liebe darf nicht sein und die beiden müssen sich gegen die Gefahr von Kreuzzügen, Kirchenbann und höfischen Intrigen behaupten, um die Musik ihrer Seelen zu finden.

Julia Kröhn gehört schon seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Sie schreibt unter verschiedenen Namen, doch jeder ihrer Romane überzeugt mich durch die Tiefe und die Stärke vielfältigen Figuren und den historischen Hintergründen, welche akribisch recherchiert sind und mich emotional immer sehr mitnehmen.
Dieses Buch bekam ich freundlicherweise vom Lübbe Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.


Mit „Das Lied der Rose“ hat Julia Kröhn ein Meisterwerk des historischen Romans geschaffen, das mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte von Marian und Sahar, die sich durch die Wirren des Mittelalters kämpfen, ist authentisch und spannend erzählt. Die Autorin versteht es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken und die Leser auf eine Reise durch die Zeit zu nehmen.
Anfangs hatte ich Respekt vor den 700 Seiten, aber die Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch kaum und nur ungern aus den Händen legen konnte. Die Kulisse des Mittelalters ist detailliert und lebendig, die historischen Figuren werden gekonnt in die Geschichte integriert und zum Leben erweckt.
Die Themen Liebe, Musik und Toleranz werden sensibel und überzeugend behandelt.
Julia Kröhn’s Sprachstil ist einzigartig, kraftvoll und bildhaft – er trägt die Leser und Leserinnen durch die Geschichte und lässt sie nicht mehr los. Die Autorin hat eine besondere Fähigkeit, die Leser und Leserinnen in die Welt des Mittelalters zu versetzen und sie die Geschichte hautnah erleben zu lassen.
Die Charaktere sind authentisch und komplex gestaltet. Marian und Sahar sind zwei Figuren, die mich besonders berührt haben. Ihre Geschichte ist eine von Liebe, Verlust und Hoffnung, und ich habe mich sehr mit ihnen identifizieren können. Die Beziehung zwischen den beiden ist tief und vielschichtig, und ich bin mir sicher, dass ich diese noch lange in meinem Herzen tragen werde.
Die historischen Ereignisse sind sorgfältig recherchiert und in die Geschichte integriert. Die Autorin hat eine gute Balance zwischen Fakten und Fiktion gefunden.
Außerdem hat mich das Buch auch zum Nachdenken angeregt: Die Themen Liebe, Musik und Toleranz sind sehr aktuell, und ich habe mich gefragt, wie wir heute mit diesen Themen umgehen. Die Autorin zeigt uns, dass diese Themen schon seit Jahrhunderten aktuell sind.
Das wunderschöne Cover und die einzigartige Haptik des Hardcovers haben das Lesevergnügen noch weiter gesteigert. Das Buch ist ein Genuss für die Sinne, und ich habe mich sehr gefreut, es in den Händen zu halten.

Fazit: Insgesamt ist „Das Lied der Rose“ von Julia Kröhn ein großartiges Buch, das ich Liebhabern und Liebhaberinnen historischer Romane wärmstens empfehlen kann. Es ist eine Geschichte, die berührt, zum Nachdenken anregt und die Leser und Leserinnen in eine andere Welt versetzt. Julia Kröhn ist eine Autorin, die es versteht, ihre Leser bestens zu unterhalten – und gleichzeitig vermittelt sie viel Wissen. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Das Geheimnis von Dikholmen“

von Michaela Abresch

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 28. März 2024
Verlag: Lübbe
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3404192472
Seitenanzahl: 464 Seiten
Preise: 12,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.michaelaabresch.com/buecher/familiengeheimnisse/ (Autorin)

https://bastei-luebbe.de/Autorin/Michaela-Abresch/KT233238

Klappentext:
„Lillemor, Inga und Eira, drei Frauen verschiedener Generationen, finden Zuflucht auf der schwedischen Schäreninsel Dikholmen: Für die völlig verzweifelte Eira, die schweren Herzens ihr bisheriges Leben hinter sich lässt, wird die Insel im Jahr 1960 zum selbstgewählten Exil. Die aus wohlhabendem Hause stammende siebzehnjährige Inga bringt dort 1968 ihr uneheliches Kind zur Welt. Und Lillemor, die Dikholmen seit ihrer Kindheit kennt, kehrt in der Gegenwart dorthin zurück, hoffnungsvoll auf der Suche nach der Frau, die sie war, bevor ein Unglück ihr alles genommen hat.
Als sie einander im Hier und Jetzt begegnen, ahnen sie nichts von dem Band, das das Leben bereits zwischen ihnen geknüpft hat …“


Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar (Taschenbuch) von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Das Geheimnis von Dikholmen“ von Michaela Abresch ist eine emotionale Geschichte, die in Schweden angesiedelt ist und auf drei Zeitebenen von Verlust, Trauer und Selbstfindung erzählt.

»Damals habe ich begriffen, dass ein Traum viel schöner ist, solange er in der Ferne liegt. Solange er nicht zum Greifen nah ist.«

[Seite 176]

Auf der idyllischen schwedischen Schäreninsel Dikholmen finden drei Frauen in verschiedenen Epochen Zuflucht vor ihren Problemen: Eira, eine verzweifelte Frau, flieht 1960 in ein selbstgewähltes Exil. Acht Jahre später bringt die 17-jährige Inga, Tochter einer wohlhabenden Familie, auf genau dieser Insel ihr uneheliches Kind zur Welt. Und auch für Lillemor bedeutet Dikholem viel: Nach einem tragischen Verlust muss Lillemor wieder zu sich selbst finden.
Als sich die Wege der drei Frauen kreuzen, entdecken sie ein gemeinsames Schicksal, das ihre Leben miteinander verbindet.

Die Autorin Michale Abresch schrieb mich im Juni 2025 an und stellte mir ihre beiden Romane vor, die von großen Familiengeheimnissen erzählen und in Schweden spielen. Außerdem fragte sie Rezensionen an, welche nach dem Lesen der Klappentexte gerne zusagte, da die wunderschönen Cover und auch die Handlung selbst und das Setting mein Interesse weckten. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die signierten Rezensionsexemplare bedanken.
Ich begann mit dem Roman „Das Geheimnis von Dikholmen“, der im März 2024 im Lübbe Verlag erschienen ist.

Die Charaktere sind sorgfältig angelegt und ihre Geschichten sind so emotional – ich musste das ein oder andere Mal mit den Tränen kämpfen. Also: Unbedingt Taschentücher bereit legen.
Eira, die im Jahr 1960 auf der Insel ankommt, ist eine Frau, die von ihrer Vergangenheit geplagt wird. Ihre Geschichte ist geprägt von Schmerz und Verlust, aber auch von der Hoffnung auf ein neues Leben. Inga, die 1968 auf der Insel ihr uneheliches Kind zur Welt bringt, ist eine junge Frau, die gegen die Konventionen ihrer Zeit ankämpft. Ihre Geschichte ist eine von Liebe, Verlust und Selbstfindung. Lillemor, die in der Gegenwart auf die Insel zurückkehrt, ist eine Frau, die nach Antworten auf die Fragen ihrer Vergangenheit sucht. Ihre Geschichte ist eine von Trauer, Schuld und der Suche nach Identität.
Auch wenn die Zeitsprünge zwischen den verschiedenen Handlungssträngen zunächst etwas schwierig sind, fügen sich die einzelnen Geschichten schnell zu einer großen Erzählung zusammen. Michaela Abresch hat eine klare und bildhafte Sprache, die die Geschichte lebendig und greifbar macht. Die Beschreibungen der schwedischen Landschaft und der Schäreninseln sind so detailliert, dass ich mir alle Handlungsorte – vor allem die fiktive Insel Dikholmen – gut vorstellen konnte.
Das Buch behandelt viele verschiedene Themen, wie Verlust, Tod, Trauer, Selbstfindung und psychische Erkrankungen. Die Autorin geht sensibel und authentisch mit diesen Themen um und schafft es, die Leser und Leserinnen emotional zu berühren. Die Geschichte ist auch eine von der Kraft der menschlichen Beziehungen und der Bedeutung von Familie und Freundschaft.
Die Atmosphäre des Buches ist komplex und vielschichtig – wie ein Himmel mit dunklen Wolken, durch die aber immer mal wieder einzelne Sonnenstrahlen dringen. Die Autorin schafft es eine Atmosphäre aufzubauen, die von Spannung und Geheimnissen geprägt ist und mich bis zum Ende des Buches gefesselt hat.
Und ganz nebenbei habe auch einiges über die Schäreninseln und Schweden selbst gelernt, was das Buch noch mal interessanter macht. Die Autorin hat eine tiefe und spürbare Verbundenheit zu Schweden und seiner Kultur, die sich in dem Buch widerspiegelt.
Die Geschichte von Lillemor, Inga und Eira ist eine, die mich mit Sicherheit noch lange nach dem Lesen des Buches beschäftigen wird. Ich bin dankbar, dass ich dieses Buch lesen durfte und ich freue mich darauf schon ganz bald ein weiteres Buch von Michaela Abresch zu lesen. Danke für dieses emotionale und gelungene Leseerlebnis – ein absolutes Highlight!

Fazit: „Das Geheimnis von Dikholmen“ von Michaela Abresch ist ein empfehlenswerter Roman für alle, die Familiengeheimnisse und emotional tiefe Geschichten lieben. Die Autorin hat eine großartige Geschichte geschrieben, die mich von Anfang an gefesselt und mitgerissen hat – absolut empfehlens- und lesenswert und ein großes Highlight im Lesejahr 2025.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Sommernächte unter dem Eiffelturm“

von Lily Martin

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2025 (eBook), 15. Juli 2025 (Taschenbuch)
Verlag: Rowohlt
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-644-01592-0
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preise: 14,00€ (Taschenbuch), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Paris und die Liebe“, Band 03 von 03

Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/lily-martin-sommernaechte-unter-dem-eiffelturm-9783644015920

Klappentext:
„Die Pariser Autorin Aurélie hat eine Schreibblockade. Für ihren Verlag soll sie eine sommerlich-leichte Lovestory verfassen, doch als langjährige Singlefrau fehlt ihr jegliche Inspiration. Sollte sie sich bei einem Datingportal anmelden, um selbst Erfahrungen zu sammeln? Aurélie möchte so gerne an die große Liebe glauben, aber sie hat ihr Herz schon vor Jahren an Mathieu verloren. Der befreundete Buchhändler war stets vergeben. Erst als er Aurélie ein altes Büchlein schenkt, kommt Bewegung in ihr Leben: Es wurde von einer jungen Frau während der Zeit der Résistance verfasst und handelt von einer Liebe in düsteren Zeiten. Die Lektüre berührt Aurélie – und sie spürt, dass hier ein Thema für einen ganz großen Roman auf sie wartet. Und dass es sogar auch für ihre eigene Geschichte ein Happy End geben kann …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar (Taschenbuch) vom Rowohlt Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Sommernächte unter dem Eiffelturm“ von Lily Martin ist der unabhängige dritte Band der Reihe „Paris und die Liebe“ und erzählt von einer Schriftstellerin, die in einer großen Schaffenskrise steckt und nach Inspiration und der großen Liebe sucht.

„In Ihren Büchern kann man sich verlieren, aber ganz am Ende, wenn man sie zuschlägt, wird einem klar, dass man nichts verloren, sondern vielmehr etwas gewonnen hat.“

[Seite 187, Kapitel 19]

Aurélie, eine junge Pariser Autorin, steckt in einer kreativen Sackgasse: Ihr Verlag erwartet von ihr eine leichte und sommerliche Liebesgeschichte – aber Aurélie fehlt die Inspiration. Denn sie selbst ist schon lange Single und besitzt keine eigenen Erfahrungen, die sie in ihre Geschichte einbringen könnte.
Schon seit Jahren gehört ihr Herz Mathieu, einem befreundeten Buchhändler. Doch dieser war viele Jahre vergeben, weshalb Aurélie ihm nie ihre Gefühle für ihn gestanden hat.
Als Mathieu ihr ein geheimnisvolles Buch schenkt, ändert sich alles: Es ist das Tagebuch einer jungen Frau, die zur Zeit der Résistance gelebt hat und von ihrer Liebe in düsteren Zeiten schreibt. Durch diese berührende Lektüre erhält Aurélie neue Inspiration und sie beginnt die Geschichte der jungen Frau zu erforschen und in ihren Roman einfließen lassen – wie auch ihre eigene Geschichte. Doch gibt es für Aurélie und Mathieu ein Happy-End?

Lily Martin ist das Pseudonym der Autorin Anne Stern, welche schon seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Mit ihren vielfältigen historischen Romanen, vor allem mit der Buchreihe „Fräulein Gold“, hat sie sich in meine Leseherz geschrieben und ich freue mich auf jede Neuerscheinung aus ihrer Feder.
Als sie im April 2023 ankündigte, dass sie unter dem Pseudonym Lily Martin den zeitgenössischen und in Paris spielenden Roman „Sommertage im Quartier Latin“ herausbringt, war mein Interesse schnell geweckt. Ich war noch nie in Paris, jedoch ist diese Stadt ist schon lange ein absoluter persönlicher Sehnsuchtsort.
Dieser Auftakt hat mich sehr begeistert, da es ein wunderbarer und leichter Roman ist, welcher mich ab der ersten Seite mit nach Paris genommen hat. Und auch der zweite Band „Sommerfarben in der Stadt der Liebe“ konnte mich begeistern – sogar noch etwas mehr als der erste Band.
Auf den dritten Band freute ich mich schon sehr und bekam auch diesen freundlicherweise von Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt – dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön. Und eines vorweg: Egal ob als Anne Stern oder als Lily Martin – ich liebe alle Geschichten der Autorin so sehr, da diese mich immer wieder berühren und begeistern können.

«Ich habe in den letzten Jahren verlernt, mich auf Freundschaften zu verlassen. Aber ich musste einfach allein sein, verstehst du das nicht?»

[Seite 283, Kapitel 31]


Als ich das Buch „Sommernächte unter dem Eiffelturm“ von Lily Martin in die Hand nahm, wusste ich, dass ich mich auf eine Reise durch die Welt der Bücher, des Schreibens und an meinen Sehnsuchtsort Paris begeben würde. Die Autorin hat es geschafft, mich sofort mit in ihre Geschichte und in die Welt von Aurélie mitzunehmen. Ab der ersten Seite war ich in der Geschichte angekommen, wollte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen und im Nu waren die 320 Seiten gelesen.
Aurélie ist eine sympathische und authentische Protagonistin, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Ihre Schreibblockade ist ein Problem, das viele Autoren und Autorinnen kennen werden. Und auch die Suche nach Inspiration ist absolut nachvollziehbar dargestellt. Durch ihre Erfahrungen und Begegnungen entwickelt Aurélie sich glaubwürdig weiter und findet nach und nach ihre Stimme wieder.
Neben Aurélie steht der Buchhändler Mathieu, der mich mit seiner emotionalen und traurigen Geschichte oft zu Tränen gerührt hat. Er lebt in der Vergangenheit und kann mit einem furchtbaren Schicksalsschlag einfach nicht abschließen.
Auch die weiteren Charaktere sind vielfältig und authentisch gezeichnet – die Beziehungen zwischen ihnen sind stark und überzeugend dargestellt. Ich bin mir sicher, dass ich alle Figuren – allen voran Aurélie und Mathieu – noch lange in meinem Herzen tragen werde und mich gerne an deren Geschichte zurück erinnere. Es war zudem total schön, auch die verschiedenen Figuren aus den vorherigen Bänden wieder zutreffen – auch wenn diese nur am Rande eine Rolle spielen. Jeder Band der Buchreihe kann deshalb auch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden. Es ist wie einer kleiner Mikrokosmos, den man als Leser und Leserin immer wieder besuchen kann.
Die Stadt Paris spielt ebenfalls wieder eine wichtige Rolle in diesem Roman und ist gefühlt einfach mehr als nur eine Kulisse. Lily Martin fängt die Atmosphäre der Stadt wunderbar ein und erweckt diese in den Herzen ihrer Leserschaft zum Leben. Die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten, der Straßen und der Cafés sind so lebendig, dass meine Sehnsucht nach Paris nochmals einen großen Schub bekommen hat.
Die historische Komponente des Romans bleibt im Hintergrund, während die Geschichte im Hier und Jetzt, sowie die Entwicklungen und Beziehungen zwischen den Charakteren im Vordergrund stehen.
Die Themen des Buches sind vielfältig und werden durch die Geschichte und die Charaktere dargestellt. Die Liebe, das Schreiben und die Selbstfindung sind nur einige der Themen, die die Autorin anspricht. Die Art und Weise, wie sie diese Themen nutzt, um die Leser zum Nachdenken anzuregen, ist immer wieder absolut beeindruckend – Anne Stern (Lily Martin) ist und bleibt eine absolute Lieblingsautorin.
Danke für dieses wunderbare Leseerlebnis!

«(…) Wenn wir nicht mehr das schreiben können, was in uns ist, dann ist es vielleicht leichter, die Geschichte in eine andere Zeit zu verlagern, wo wir uns freier fühlen, sie auszudrücken?»

[Seiten 113/ 115, Kapitel 11]

Fazit: Das Buch „Sommernächte unter dem Eiffelturm“ ist eine Geschichte zum Wegträumen und mit der mich Lily Martin einfach (wieder) glücklich gemacht hat. Sehr empfehlens- und lesenswert für alle Paris-Liebhaber und Liebhaberinnen – und diejenigen, die es werden wollen.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Das Pensionat an der Mosel – Der Weg der Frauen“

von Marie Pierre

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. Juni 2025
Verlag: Heyne
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3-453-42724-2
Seitenanzahl: 560 Seiten
Preise: 16,00€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)
Reihe: „Das Pensionat an der Mosel“, Band 03 von 03

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/marie-pierre-der-weg-der-frauen/paperback/9783453427242

Klappentext:
„1912: Pauline Martin ist schockiert, als sie erfährt, dass ihre Schülerin Sophie in Metz bei einer Kundgebung für Frauenrechte verhaftet wurde. Obwohl sie bald darauf wieder entlassen wird, hat das Ganze Konsequenzen für Pauline, denn der Ruf ihres Pensionats hat erheblichen Schaden genommen. Als Sophie kurze Zeit später aus Luxemburg zurückkehrt, ist sie vollkommen verändert. Das einst selbstbewusste Mädchen ist nun blass, still, bisweilen geradezu apathisch. Pauline forscht nach und stößt in Sophies Elternhaus auf Ungeheuerliches. Gleichzeitig taucht Paulines ehemaliger Verlobter Roland in Diedenhofen auf und wirbt erneut um sie. Als Erich von Pliesnitz davon erfährt, zieht er sich enttäuscht zurück. Pauline muss sich entscheiden – und könnte dadurch alles verlieren.“

Hinweise:
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Band „Das Pensionat an der Mosel – Töchter des Aufbruchs“  und den zweiten Band „Das Pensionat an der Mosel – Schwestern im Geiste“ noch nicht gelesen habt – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Vorab-Exemplar (PDF) und als Rezensionsexemplar (Paperback) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Das Pensionat an der Mosel – Der Weg der Frauen“ von Marie Pierre ist der dritte Band der Buchreihe, spielt hauptsächlich in der Stadt Diedenhofen (Thionville) im ehemaligen Reichsland Elsaß-Lothringen im Jahr 1912 und erzählt die spannenden Geschichten um das Pensionat und seiner Bewohnerinnen weiter.

„Und nun unterrichtete sie in einer weitgehend deutschsprachigen Region Lothringens, mit weitgehend deutschsprachigen Schülerinnen und versuchte, dort die französische Sprache, Kultur und Tradition am Leben zu halten.“

[Kapitel 09]

Diedenhofen (Thionville) im Reichsland Elsaß-Lothringen im Jahr 1912: Pauline Martin, Schulleiterin des Pensionats an der Mosel, ist schockiert, als sie erfährt, dass ihre Schülerin Sophie in Metz bei einer Kundgebung für Frauenrechte verhaftet wurde. Obwohl Sophie bald darauf entlassen wird, hat das Ereignis weitreichende Konsequenzen – nicht nur für Sophie selbst, sondern auch für Pauline: Der Ruf ihres Pensionats ist in großer Gefahr.
Als Sophie kurze Zeit später wieder in das Pensionat zurückkehrt, ist sie nicht wiederzuerkennen: Das einst selbstbewusste Mädchen ist blass und still und wirkt apathisch. Pauline ist besorgt und stellt Nachforschungen an. Hierbei stößt sie auf ein dunkles Geheimnis.
Inzwischen taucht Paulines ehemaliger Verlobter Roland in Diedenhofen auf und wirbt erneut um Paulines Gunst. Doch Pauline hat sich verändert und ihre Gefühle für den preußischen Hauptmann Erich von Pliesnitz sind stärker denn je. Als dieser sich enttäuscht zurückzieht, steht Pauline vor einer schwierigen Entscheidung, die ihre und auch die Zukunft des Pensionats für immer verändern könnte.

Marie Pierre ist das offene Pseudonym der Autorin Maria W. Peter, welche mich mit ihren starken und unvergesslichen Büchern wie „Die Festung am Rhein“„Die Melodie der Schatten“ und „Eine Liebe zwischen den Fronten“ begeistert hat.
Als die Autorin ihre neue Buchreihe ankündigte, wusste ich sofort, dass ich diese unbedingt lesen wollte, da mich die Bücher und die tiefgründigen Geschichten dieser Autorin immer wieder beeindrucken und auch der spannend klingende Klappentext sprach mich an. Die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts empfinde ich als eine sehr spannende Zeit, aus der sich zudem vieles ableiten lässt, was dann im weiteren Verlauf des Jahrhunderts geschehen ist.
Der Auftakt „Das Pensionat an der Mosel – Töchter des Aufbruchs“ empfand ich durch die Spannung, die tiefe und dichte Atmosphäre, die vielfältigen Charaktere und der wunderbar dargestellten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe als rundum gelungen. Ich habe so viel Neues über diese spannende Epoche gelernt und erfahren. Der zweite Band „Das Pensionat an der Mosel – Schwestern im Geiste“ stand dem ersten Band in nichts nach und natürlich wollte ich wissen, wie es mit all den Figuren und auch der Handlung weitergeht – weshalb ich den hier vorliegenden dritten Band auch unbedingt lesen musste. Freundlicherweise bekam ich das Buch einmal als Vorab-Exemplar (PDF) und einmal als Rezensionsexemplar (Paperback) zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Heyne Verlag bedanken möchte.

Das Buch ist ein wunderschön gestaltetes Paperback mit insgesamt 560 Seiten, die in 56 Kapitel aufgeteilt sind. An das letzte Kapitel schließen sich, wie bereits in den ersten Bänden, ein Epilog, ein ausführliches Nachwort, ein Glossar (Fachbegriffe), ein Glossar (Fremdsprachlich), ein Überblick über die wissenschaftliche Beratung und Reise- und Stöbertipps zu den Schauplätzen und Hintergründen an.
Das erste Kapitel beginnt im Mai 1912, mit dem Epilog endet die Handlung im August 1912. Somit umfasst die gesamte Handlung des Buches also etwa drei Monate und beginnt unmittelbar nach den Geschehnissen des ersten Bandes. Da die Handlung und die Geschehnisse des ersten und zweiten Bandes immer wieder aufgenommen werden, empfehle ich, dass ihr diese Bände vor diesem Band gelesen haben solltet. Nur so ist es möglich, die Entwicklung der Charaktere nachzuvollziehen und auch deren Handlungen und Denkweisen richtig einzuordnen und zu verstehen. Alle drei Bände bilden eine zusammenhängende Geschichte.

Als ich den dritten Band der Buchreihe in den Händen hielt, wusste ich, dass ich mich (wieder) auf eine emotionale Achterbahnfahrt begeben würde. Marie Pierre hat es erneut geschafft, mich in die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts in Lothringen zu entführen, genauer gesagt in die Stadt Diedenhofen, heute bekannt als Thionville. Diese Region hat eine reiche Geschichte, die von der Autorin wunderbar herausgearbeitet wurde.
Lothringen, eine Region im Nordosten Frankreichs, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Industriestandort und ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen – eine ehemals französische Region war nun unter preußischer Regierung. Außerdem war die Region von der Schwerindustrie geprägt, insbesondere der Eisen- und Stahlproduktion, die viele Menschen aus verschiedenen Teilen Europas anzog. Die Autorin hat diese geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe meisterhaft in ihre Geschichte eingebaut und zeigt anhand ihrer vielfältigen Figuren auf, wie das Leben in dieser Zeit aussah.
Und genau diese Figuren sind es, die diese Buchreihe so besonders machen: Jede von ihnen hat ihre eigenen Konflikte und Herausforderungen, mit denen sie sich auseinandersetzen muss. Marie Pierre stellt sie alle so lebendig und authentisch da, dass ich mich absolut in ihre Geschichten hineinversetzen konnte. Und ja: Der Abschied fällt nun schwer, da ich die Figuren so lieb gewonnen und ganz fest in mein Leseherz geschlossen habe.

„Wieviel mehr konnte man doch erreichen, wenn man sich zusammentat, als Frauen in dieser von Männern beherrschten Welt. Wie sehr konnte man die Gesellschaft verbessern, solange man gemeinsam an einem Strang zog.“

[Kapitel 46]


Ein großes Thema, das Marie Pierre in diesem Band zur Sprache bringt, ist die Rolle der Frauen in der damaligen Gesellschaft: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Frauen in der Gesellschaft in ihren Rechten, Freiheiten und Möglichkeiten noch stark eingeschränkt. Die Autorin zeigt anhand ihrer weiblichen Figuren auf, wie schwierig es war, in dieser männerdominierten Gesellschaft Fuß zu fassen.
Die Formation der Frauenbewegung hatte gerade erst begonnen und Frauen wie die Suffragetten in Großbritannien kämpften für ihre Rechte und Freiheiten. Doch ihre Bestrebungen wurden oft unterdrückt und ihre Stimmen ignoriert. Es wird deutlich, wie die Frauen von den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen, aber auch von den Männern selbst eingeschränkt wurden und wie sie begannen sich gegen die Unterdrückung zu wehren.
Die Unterdrückung der Frauen war ein komplexes Phänomen, das von verschiedenen Faktoren bestimmt wurde: Die patriarchalische Gesellschaft und die staatliche Machtstrukturen wollten die Frauen in ihren Rollen halten und ihre Rechte weiter beschränken.
Der Kampf der Frauen für ihre Rechte war nicht nur ein Kampf für die Gleichberechtigung, sondern auch ein Kampf für die Selbstbestimmung und die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen. Marie Pierre zeigt auf, wie Frauen begannen, ihre eigenen Wege zu finden, ihre Ziele zu erreichen, und wie sie sich nach und nach gegen die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen auflehnten.

Mit ihrem bildhaften und wunderschönen Sprachstil hat Marie Pierre eine wunderbare Atmosphäre geschaffen, die mich in die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts entführt hat. Die Beschreibung der Stadt Diedenhofen und ihrer Bewohner ist so detailliert und authentisch, dass mich die Geschichte ab der ersten Seite wieder mitnehmen konnte und ich mich direkt wieder in der Handlung zurecht fand. Stellenweise konnte und wollte ich nicht aufhören zu lesen.
Nun heißt es Abschied nehmen: Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit den Figuren und der Geschichte verbracht habe. Der Abschied von ihnen fällt mir schwer, aber ich bin auch dankbar für die vielen Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich durch die Buchreihe gewonnen habe.
Dieser dritte Band ist ein wunderbarer Abschluss einer Buchreihe, die mich ab dem ersten Band bestens unterhalten und überzeugt hat – einfach Muss für alle Liebhaber anspruchsvoller historischer Romane. Danke für dieses lehrreiche und mitreißende Leseerlebnis.

„Dinge im Leben änderten sich nun einmal, das war der Lauf der Welt. Sinnlos, zu versuchen, sie aufzuhalten.“

[Kapitel 50]

Fazit: Das Buch „Das Pensionat an der Mosel – Der Weg der Frauen“ von Marie Pierre ist der krönende Abschluss einer absolut lesenswerten Buchreihe.
Es ist eine farbenprächtige Zeitreise und eine Reise durch die menschlichen Emotionen und Erfahrungen und eine Geschichte, die mit ihren vielfältigen Themen und Charakteren zum Nachdenken anregt. Unbedingt lesen!

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Vorab-Exemplars und eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.


„Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografin“

von Bettina Lausen

[Werbung*]

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 30. Mai 2025
Verlag: between pages by Piper
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3492508636
Seitenanzahl: 372 Seiten
Preise: 18,00€ (Taschenbuch), 03,49€ (eBook)

Homepage:
https://www.bettinalausen.de/bücher/romane/
(Homepage Autorin)
https://www.piper.de/buecher/neue-zeiten-auf-der-koe-die-fotografin-isbn-978-3-492-50863-6
(Homepage Verlag)

Klappentext:
„Düsseldorf 1953: Die 26-jährige Jüdin Zuria lebt in London und ist mit einem Modehausbesitzer verlobt, als ein Brief ihr Leben auf den Kopf stellt: Ihre totgeglaubte Schwester Jalda lebt. Trotz aller Ängste kehrt Zuria in ihre alte Heimat Düsseldorf zurück, um Jalda nach London zu holen. Doch diese hat sich in Deutschland ein Leben als Mannequin aufgebaut und träumt von einer Karriere als Fotomodell. Zuria ersehnt sich, Modefotografin zu werden. Als sie auf ihre Jugendliebe Kurt trifft, steht Zuria vor der Wahl zwischen Sicherheit und Wohlstand in London und einem Neubeginn mit der Chance, ihre wahren Träume zu leben.“

Hinweise:
– Das eBook habe ich freundlicherweise vom Verlag between pages by Piper als vorzeitiges und kostenloses Rezensionsexemplar erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Verlag und/ oder von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.

– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung der Homepages des Verlages und der Autorin, sowie die uneingeschränkte Leseempfehlung muss diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografin“ von Bettina Lausen ist der zweite Band der „Düsseldorf-Saga“, spielt im Jahr 1953 und zeigt eine mutige Frau, die gegen die dunkle Vergangenheit ankämpft und alles für eine strahlende Zukunft gibt.

„Zuria befreite die Kamera aus der Lederhülle und verewigte den Anblick, auch wenn die Bilder niemals dieses Gefühl festhalten konnten, und doch würde sie die Erinnerungen zeitlebens mithilfe der Fotos abrufen können.“

[Kapitel 03]

London/ Düsseldorf im Jahr 1953: Die 26-jährige Jüdin Zuria lebt nach ihrer Flucht aus Deutschland bereits einige Jahre in bescheidenen Verhältnissen bei ihrer Tante Deborah in London. Nach ihrer Verlobung mit dem vermögenden Modehausbesitzer Noam scheint ihre Zukunft sicher und sorgenlos.
Als sie jedoch erfährt, dass ihre totgeglaubte Schwester Jalda überlebt hat und in Düsseldorf wohnt, möchte sie diese sofort nach London holen. Auch wenn sie sich geschworen hatte, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen.
In Düsseldorf muss Zuria jedoch erkennen, dass sich Jalda ein eigenes Leben aufgebaut hat und dieses nicht aufgeben möchte. Während ihre Schwester von einer Karriere als Fotomodell träumt, sehnt sich Zuria danach Modefotografin zu werden.
Doch dann trifft sie auf Karl – ihre Jugendliebe. Eine Liebe, die so tragisch auseinander gerissen wurde und Zuria tief verletzt hat. Soll sie einen Neubeginn in ihrer Heimatstadt wagen?

Im März 2025 fragte die Autorin Bettina Lausen an, ob ich im Mai ihr neues Buch „Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografin“ lesen und rezensieren möchte. Dieser zweite Band sei auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes „Neue Zeiten auf der Kö – Die Journalistin“ gut zu lesen. Da ich Reihen jedoch immer gerne komplett lese, habe ich den ersten Band im März gelesen und war von der emotionalen und hochinteressanten Geschichte um die junge Eva, die aller Widerstände zum Trotz ihren eigenen Weg als Journalistin gehen möchte, sehr berührt.
Umso mehr freute ich mich auf den zweiten Band der Reihe, den ich Mitte Mai als vorzeitiges und kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag between pages by Piper zugesendet bekam – an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön dafür.
Die Cover der beiden Bücher passen wunderbar zusammen und es wird deutlich, dass es eine Buchreihe ist. Zu sehen ist hier eine junge Frau, die ein geblümtes Kleid trägt und mit beiden Händen eine Kamera hält. Ihr offener Blick nimmt den Betrachter/ die Betrachterin direkt gefangen und es wirkt, als würde sie jeden Moment ein Foto aufnehmen. Im Hintergrund findet sich ein stattliches Gebäude.
Die insgesamt 372 Seiten des Buches gliedern sich in 25 Kapitel, ein Nachwort, dem historischen Hintergrund und der Danksagung der Autorin.
Das erste Kapitel setzt im April 1953 an, schließt somit unmittelbar an das Ende des ersten Bandes an, das letzte Kapitel spielt im Juni 1954.
Ich empfinde es als nicht unbedingt erforderlich, dass man den ersten Band vorher gelesen haben muss – die Leser und Leserinnen finden auch ohne diese Vorkenntnisse gut in die Geschichte. Allerdings ist es schön, die vielen bekannten Figuren aus dem ersten Band wieder zu treffen und ihre gesamten Hintergründe und Lebenserfahrungen zu kennen.
Ab der ersten Seite hat mich die Geschichte wieder mitgenommen und ich konnte nur schwer mit dem Lesen aufhören. Die dynamische und vor allem emotionale Handlung ließ mich während des Lesens alles um mich herum vergessen, ich fand mich räumlich und zeitlich gut zurecht und konnte zu den vielen und vielfältigen Figuren schnell (wieder) eine Beziehung aufbauen. Dazu trug auch der packende, emotionale und bildhafte Sprachstil von Bettina Lausen bei.

„Sie sollte Vergangenes ruhen lassen, nicht immer in jedem Menschen schlechte Absichten vermuten.“

[Kapitel 09]

Während im ersten Band Eva im Mittelpunkt der Geschichte steht, spielen hier die junge Jüdin Zuria und Evas Bruder Karl die Hauptrollen. Beide Charaktere und deren Geschichten werden bereits im ersten Band vorgestellt – allerdings eher am Rande.
Zuria ist eine der zentralen Figuren des Buches und ich habe sie ab der ersten Seite sehr gerne gehabt. In diesem Band lernt der Leser/ die Leserin sie und ihre Geschichte richtig kennen. Sie ist ein zutiefst verletzter Charakter und musste in ihrem kurzen Leben viel Leid erfahren und Verluste verarbeiten. Doch sie hat sich nicht aufgegeben und hat sich ein neues Leben in London aufgebaut – einen Beruf und Freunde gefunden und sich mit einem vermögenden Mann verlobt. Doch mit ihrer Vergangenheit kann sie nicht so einfach abschließen und für ihre totgeglaubte Schwester Jalda wirft sie all ihre Schwüre über Bord und betritt wieder Deutschland – das, was sie eigentlich nie wieder machen wollte. Bettina Lausen hat Zuria sehr facettenreich und authentisch gestaltet, ich mochte es sehr, dass sie eben nicht von vorne herein alles richtig macht, auch Rückschläge erleidet und trotzdem kontinuierlich ihren Weg geht.
Neben Zuria steht Karl: Er ist der Bruder von Eva – der Hauptfigur des ersten Bandes. Einige Bruchstücke seiner tragischen Geschichte sind bereits im ersten Band der Reihe ans Licht gekommen und doch scheint er noch ein großes Geheimnis mit sich herum zu tragen. Karl liebt die Logik der Zahlen und flüchtet sich gedanklich immer wieder in diese Welt. Ich mochte seine ruhige, introvertierte und liebevolle Art (wie er beispielsweise mit seiner Nichte umgeht) sehr.
Noam steht mit seinem extrovertierten Charakter völlig im Gegensatz zu Karl: Für ihn scheint das Leben geradlinig und ohne große Umwege zu verlaufen. Er ist ein Geschäftsmann durch und durch und sehr schwer zu durchschauen.
Neben diesen (Haupt)figuren stehen noch einige weitere Figuren. Viele von ihnen sind bereits aus dem ersten Band bekannt – wie zum Beispiel Eva, ihre Eltern und ihre Großmutter. Aber auch die weniger sympathischen Figuren haben ihre Auftritte – wie zum Beispiel Gert.
Um nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen möchte ich nicht detailliert auf alle Charaktere eingehen. Bettina Lausen hat wunderbare und vielfältige Figuren geschaffen, die mit ihren eindrücklichen Geschichten mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen bleiben werden. Sie alle sind wunderbar in die historischen Hintergründe eingebettet und bilden zusammen ein gutes Bild der damaligen Zeit und Gesellschaft ab.
Der Autorin ist es zudem hervorragend gelungen , ihre fiktiven Figuren mit- und untereinander zu verbinden und macht so die zwischenmenschlichen Spannungen, Zerwürfnisse und Differenzen sichtbar.

„Sie war überwältigt, wie viel sich verändert hatte. So viele Gebäude von früher existierten nicht mehr. Einige neue Häuser ragten in die Höhe, überall gab es Baustellen und Baukräne, Neuanfänge für eine Zukunft, deren Vergangenheit in Vergessenheit geriet.“

[Kapitel 03]

Den geschichtlichen Hintergrund bilden die 1950er Jahre. Noch immer waren die Wunden des Zweiten Weltkrieges sehr präsent – in den Stadtbildern, aber auch in den Köpfen und Herzen der Menschen. Nur langsam erholte sich die BRD von den Kriegsfolgen.
Die 1950er Jahre waren in Deutschland vom Wiederaufbau und dem Wirtschaftswunder geprägt – letzteres verbesserte den Lebensstandart der Bevölkerung. Die Gesellschaft war konservativ und traditionell geprägt: Frauen sollten sich auf Familie und Haushalt konzentrieren, während die Männer die Rolle des Ernährers übernahmen.
Vor allem waren die 1950er Jahre jedoch von der Vergangenheitsbewältigung geprägt. Die junge BRD musste sich mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit auseinandersetzen, was jedoch oft von Verdrängung und Schweigen begleitet wurde.
Mit viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität arbeitet Bettina Lausen die historischen Hintergründe auf und stellt diese aus der Sicht einer jungen jüdischen Frau da – es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig die Komplexität der deutschen Geschichte darstellt. Außerdem werden die Auswirkungen und Nachwirkungen auf die Menschen deutlich, die dieses dunkle Kapitel erlebt haben.
Ganz besonders gefallen haben mir die Beschreibungen der Mode der 1950er Jahre – vor allem aber die Darstellung der Fotografie zu dieser Zeit: Diese wurde durch die Entwicklung neuer Kameras und Technologien beeinflusst, wie beispielsweise die Kleinbildkamera und der Blitzlichtfotografie , die es den Fotografen und Fotografinnen ermöglichte flexibler und kreativer zu arbeiten. Bei diesem Thema merkt der Leser/ die Leserin, wie akribisch und intensiv Bettina Lausen recherchiert hat. Und ich habe hier einiges Neues erfahren und gelernt.

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Bettina Lausen für dieses lehrreiche, emotionale und spannende Lese-Erlebnis bedanken.

Fazit: Der Roman „Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografin“ von Bettina Lausen ist der gelungene zweite Band einer mitreißenden Buchreihe. Das Buch nahm mich ab der ersten Seite mit, ich mochte die vielen und vielfältigen Charaktere und die intensiven historischen Hintergründe. Genau so muss ein guter historischer Roman sein. Sehr lesenswert und lehrreich.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„How to ruin your life in second position“

von Jade Harris

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. April 2025
Verlag: Independently published
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 979-8316783755
Seitenanzahl: 356/ 369 Seiten
Preise: 14,99€ (Taschenbuch), 02,99€ (eBook)

Kontakt:
https://www.instagram.com/silvia.hildebrandt/

Klappentext:
„Was, wenn dein größter Traum in einem einzigen Moment zerbricht?
Noah Zheng hat alles erreicht, wovon andere nur träumen: Er ist Star-Tänzer am renommierten New York City Ballet, gefeiert für seine Disziplin, Perfektion und Hingabe. Jedes Jahr ist die »Nussknacker«-Saison der glanzvolle Höhepunkt: vierzig Aufführungen in vier Wochen, monatelanges Training, absoluter Körpereinsatz.
Als eine schwere Verletzung seine Karriere ins Wanken bringt, steht Noah vor dem Abgrund. Wird er je wieder tanzen können? Und wer ist er ohne die Bühne?
Während sein langjähriger Partner und Manager Ezra verzweifelt versucht, ihn wiederaufzubauen, beginnt Noah sich immer weiter von ihm zu entfernen. Denn Ezra kämpft mit seinen eigenen Dämonen einer schmerzhaften Vergangenheit. Jahrelang war der Erfolg das gemeinsame Ziel in ihrem Leben. Jetzt, da alles auseinanderbricht, haben sie nur noch sich.
Doch kann das den Absturz verhindern? Ist ihre Beziehung stark genug, um alles auszuhalten?“

Hinweise:
– Das eBook habe ich freundlicherweise von der Autorin als Geschenk erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.

– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, bzw. Geschenks muss diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet sein.
– Achtung: Content Note/ Triggerwarnung: Das Buch – und dementsprechend auch diese Rezension – beinhaltet Themen wie Magersucht, Homophobie, Bodyshaming und Zwangsstörungen.

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Das Buch „How to ruin your life in second position“ von Jade Harris ist eine Gay Romance, die 2000/ 2001 in New York spielt und eine bewegende Geschichte über Liebe, Identität und Selbstzerstörung erzählt.

„»Es wird nie wieder so, wie es mal war, das stimmt. (…) Das heißt nicht, dass es nicht gut werden kann.«“
[Seite 312]

Noah Zheng, Star-Tänzer am New York City Ballet, steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Seine Disziplin, Perfektion und vor allem seine Hingabe haben ihn zu einem gefeierten und angesehenen Künstler gemacht. Doch eine schwere Verletzung versetzt ihm einen herben Rückschlag und Noah steht steht vor einem tiefen Abgrund. Kann er jemals wieder tanzen? Und wer ist er ohne die Bühne, die sein Leben bestimmt hat?
Sein langjähriger Partner und Manager Ezra versucht verzweifelt, ihn wieder aufzubauen, doch Noah beginnt sich immer weiter von ihm zu entfernen. Ihre Liebe droht in den Turbulenzen ihrer Vergangenheit und Gegenwart unterzugehen.

Hinter dem Pseudonym Jade Harris steht die Autorin Silvia Hildebrandt, die mich mit ihren historischen Romanen „Trümmerland“, „Glasvulkan – Schall & Rauch“ und „Am Hof des purpurnen Königs“ bestens unterhalten und überzeugt hat. Als sie ihren neuen Roman „How to ruin your life in second position“ ankündigte, war ich etwas skeptisch, ob ich mich mit der Geschichte identifizieren kann, da ich selten in die Welt des Balletts und/ oder in LGBTQ+-Themen eintauche.
Ich bekam das Buch freundlicherweise von der Autorin als Geschenk, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Meine Bedenken waren ab dem ersten Moment wie weggewischt: Von den ersten Seiten an wurde ich von der dichten Atmosphäre des Buches in den Bann gezogen. Ich konnte mich völlig in die Welt des New Yorker Balletts hineinversetzen und spürte die Leidenschaft und die Hingabe des Protagonisten Noah.

Die Geschichte spielt in den Jahren 2000 und 2001 hauptsächlich in New York City – ein Ort der Träume und Möglichkeiten, aber auch der großen Herausforderungen und Gefahren. In diesen interessanten Hintergrund bettet Jade Harris die vielschichtigen und authentischen Charaktere und die Handlung ein.
Noah, ein junger Mann, der leidenschaftlich und beruflich Ballett tanzt, ist ein komplexer Charakter, der mich von Anfang an faszinierte. Seine langjährige Beziehung zu seinem Lebenspartner ist tief und innig, aber auch von Schwierigkeiten geprägt. Als er nach einem Unfall noch tiefer in die Magersucht abrutscht, stellt er nicht nur seine eigene Identität, sondern auch die Beziehung zu seinem Partner in Frage.
Die Beschreibungen der Magersucht sind heftig und authentisch. Es wird deutlich, wie diese Krankheit immer mehr das Leben von Noah bestimmt und ihn von seinem Umfeld isoliert. Jade Harris beschreibt die innere Zerrissenheit von Noah und wie er sich langsam wieder selbst findet absolut beeindruckend.
Auch die anderen Charaktere in diesem Buch sind authentisch und sehr tiefgründig angelegt. Ezra, der Lebenspartner von Noah, ist sehr um ihn bemüht, engt ihn jedoch sehr ein und kontrolliert Noah sehr. Die Eltern von Noah, chinesische Einwanderer, missbilligen die Homosexualität ihre Sohnes und schaffen damit eine weitere Ebene der Konflikte.
Es beeindruckt(e) mich, wie die tiefgründigen und komplexen Charaktere sich im Laufe der Geschichte verändern und entwickeln. Ihre Hintergründe sind bewegend und authentisch und vereinen sich zu einer großen Geschichte.
Jade Harris (Silvia Hildebrandt) hat es geschafft, mich in eine Welt mitzunehmen, die mir zunächst fremd war, und mich für die vielfältigen Themen des Buches zu sensibilisieren.
Ich möchte das Buch „How to ruin your life in second position“ allen empfehlen, die sich für Geschichten über Identität, Liebe und Selbstzerstörung interessieren. Es ist ein Buch, dass mich zum Nachdenken angeregt hat und mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen und in meinen Gedanken bleiben wird.
Danke für dieses gelungene Leseerlebnis!

„»Ich lebe mein Leben. Ich muss niemandem erklären, wer ich bin oder warum ich so bin, wie ich bin. Es ist meine Entscheidung. (…)«“
[Seite 159]

Fazit: „How to ruin your life in second position“ ist ein bewegendes und authentisches Buch über die Herausforderungen des Lebens. Jade Harris hat es geschafft eine Geschichte zu schreiben, die mich emotional berührt hat und mich auch zum Nachdenken angeregt hat. Absolute Lese-Empfehlung für diese tiefgängige und komplexe Geschichte. Top!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Frei-Exemplars (Geschenk) und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.

„Die Akte Schneeweiß“

von Felicitas Fuchs

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2025
Verlag: Heyne Verlag
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3-453-42904-8
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preise: 16,00€ (Paperback), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/felicitas-fuchs-die-akte-schneeweiss/paperback/9783453429048

https://www.carla-berling.de

Klappentext:
„Bielefeld, 1963. Katja Schilling wächst im Wirtschaftswunder in einfachen Verhältnissen auf, in denen für ihren Traum, Ärztin zu werden, kein Platz ist. Nur ihr Großvater glaubt an sie – bis er eines Tages spurlos verschwindet. Sein Name wird in der Familie zum Tabu, und Katja bleibt mit ihren unbeantworteten Fragen allein. Jahre später stößt sie auf eine Wahrheit, die alles, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte, erschüttert.
Bielefeld, 1936. Mathilde Schneeweiß beginnt ihre Arbeit als Sprechstundenhilfe bei Dr. Bönisch. Sie verliebt sich in den engagierten Arzt und wird in ein gefährliches Unterfangen hineingezogen. Gemeinsam helfen sie heimlich Frauen in Not, aber ihr Mut bleibt nicht unbemerkt. Als sie ins Visier der Gestapo geraten, muss Mathilde eine Entscheidung treffen, auch wenn diese sie das Leben kosten könnte. Der Kampf für die Rechte der Frauen muss schließlich weitergehen ..“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

Der Roman „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs ist ein Roman der auf zwei verschiedenen Zeitebenen spielt und vom Kampf zweier junger Frauen für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frauen erzählt.

Bielefeld im Jahr 1963: In den goldenen Jahren des Wirtschaftswunders wächst Katja Schilling in einfachen Verhältnissen auf – ihr Traum ist es, Ärztin zu werden. Ein Traum, der unerreichbar erscheint – nur ihr Großvater glaubt an sie und unterstützt sie auf ihrem Weg. Doch als dieser plötzlich spurlos verschwindet, wird sein Name in der Familie zum Tabu und Katja bleibt mit all ihren Fragen allein. Erst Jahre später entdeckt sie eine Wahrheit, die ihre ganze Welt auf den Kopf stellt.
Die Geschichte beginnt jedoch viel früher – in den dunklen Jahren des Nationalsozialismus: Mathilde Schneeweiß wird Sprechstundenhilfe bei Dr. Bönisch. Sie verliebt sich in den engagierten Arzt und wird Teil eines gefährlichen Unterfangens. Gemeinsam helfen sie Frauen in Not – doch ihr Handeln bleibt nicht unbemerkt. Als die Gestapo ihnen auf die Spur kommt, muss Mathilde eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr eigenes Leben in große Gefahr bringt.

Mit großer Vorfreude und Spannung erwartete ich das neue Buch von Felicitas Fuchs. Im Juni 2022 habe ich das Buch „Minna – Kopf hoch, Schultern zurück“ von Felicitas Fuchs mit großer Begeisterung gelesen. Auch die zwei weiteren mitreißenden Bände der „Mütter-Trilogie“ konnten mich überzeugen. Von ihrem neuen Buch erwartete ich Großes – und wurde nicht enttäuscht.
Ich fragte das eBook bei erster Gelegenheit als Rezensionsexemplar an und bekam dieses vom Heyne Verlag zugesendet. Dafür ganz herzlichen Dank.

Zu Beginn hat mich die Geschichte etwas herausgefordert: Die verschiedenen Erzählebenen und die nicht-chronologische Erzählweise haben mich zunächst etwas verwirrt – es war nicht so ein leichter Einstieg wie beispielsweise bei den Bänden ihrer „Mütter-Trilogie“. Doch je weiter ich las, desto mehr fügten sich die Puzzleteile zusammen und die Geschichte begann, mich in ihren Bann zu ziehen. Felicitas Fuchs hat es geschafft, zwei scheinbar völlig unterschiedliche Erzählstränge zu einer packenden Geschichte zu verweben.
Der erste Erzählstrang, der sich mit der Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahre beschäftigt, ist eine gelungene Auseinandersetzung mit Themen wie Selbstbestimmung (wie beispielsweise das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch) und Emanzipation. Mit Katja Schilling hat Felicitas Fuchs eine Protagonistin erschaffen, die sich gegen die gesellschaftlichen Normen auflehnt und einen eher Frauenuntypischen Beruf ergreift: Sie studiert Medizin. Alles sehr zum Ärger ihrer Eltern. Felicitas Fuchs zeigt eindrücklich, wie schwierig es für Frauen war, in dieser, noch immer von Männern dominierten Welt, Fuß zu fassen und wie viel Mut und Entschlossenheit es erforderte, sich gegen die Konventionen dieser Zeit aufzulehnen.
Die Beschreibungen der Frauenbewegung und ihrer Ziele sind detailliert und informativ. Felicitas Fuchs gibt einen gelungenen Einblick in die damalige Zeit und zeigt auf, wie die Frauen für ihre Rechte, vor allem über die Selbstbestimmung über ihren Körper, kämpften. Alle Figuren in diesem Erzählstrang sind gut entwickelt, ihre vielfältigen Geschichten sind emotional und authentisch. Die Leser und Leserinnen können sich gut in ihre Lage versetzen und ihre Erfolge, aber auch ihre Frustrationen, gut nachvollziehen.
Der zweite Erzählstrang, der kurz vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg spielt, ist meiner Meinung noch mal emotionaler und intensiver – ich musste immer wieder nach den Taschentüchern greifen: Felicitas Fuchs beschreibt die Schrecken des NS-Regimes, des Krieges und die menschlichen Tragödien, die diese mit sich bringen so intensiv, dass ich tief betroffen war. Es wird deutlich, wie das NS-Regime und der Krieg die Menschen veränderte und ihre Leben zerstörte. Die Geschichte von Mathilde werde ich so schnell nicht mehr vergessen.
Was diese Geschichte in meinen Augen besonders macht, ist die Tatsache, dass sie auf wahren Begebenheiten beruht – das gibt der Geschichte noch einmal eine besondere Authentizität und Tiefe. Leider fehlt hier im Nachwort etwas zur „Realität und Fiktion“.
Felicitas Fuchs verbindet die beiden Erzählstränge zu einer großen Geschichte und zeigt auf, wie die Erfahrungen und Entscheidungen in der Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen und auch, wie sich Geschichte wiederholen kann. Die vielfältigen Themen, wie beispielsweise Verhütung und Abtreibung sind, wie der Blick in verschiedene Länder zeigt, aktuell und wichtig. Deshalb regt der Stoff der Geschichte die Leser und Leserinnen zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.

Wie bereits in ihrer „Mütter-Trilogie“ ist der Sprachstil von Felicitas Fuchs wieder mitreißend, stimmungsvoll und bildhaft.
Auch wenn der Einstieg in die Geschichte für mich anfangs etwas schwierig war, hat mich das Buch letztendlich doch sehr gefesselt und bestens unterhalten. Zusammen mit den interessanten und vielfältigen Charakteren schafft Felicitas Fuchs eine sehr dichte und emotionale Atmosphäre. Es ist eine ergreifende Geschichte, die mit Sicherheit noch lange nachwirken wird und mich zum Nachdenken angeregt hat. Herzlichen Dank für dieses gelungene Lese-Erlebnis.

Fazit: „Die Akte Schneeweiß“ von Felicitas Fuchs ist eine mitreißende und unvergessliche Lektüre. Felicitas Fuchs ist es gelungen, eine packende Geschichte mit aktuellen und wichtigen Themen zu erzählen, die mich emotional berührt und zum Nachdenken angeregt hat.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Erbin“

von Claire Winter

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. April 2025
Verlag: Heyne Verlag
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3453292581
Seitenanzahl: 592 Seiten
Preise: 22,00€ (Hardcover), 16,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/claire-winter-die-erbin/buch/9783453292581

https://claire-winter.de/die-erbin/

Klappentext:
„Köln, 50er-Jahre: Cosima ist Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch mit der Gründung einer Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter geht sie ihren eigenen Weg. Da tritt der Journalist Leo Marktgraf in ihr Leben, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Die Leiche des Anwalts wurde am Ufer des Rheins gefunden, nur kurz nachdem er öffentlich schwere Anschuldigungen gegen die Liefensteins erhoben hatte. Cosima will Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen und muss schon bald erkennen, dass nichts so ist wie es scheint. Aber in der jungen Bundesrepublik, in der niemand mehr an die Zeit des Dritten Reichs erinnert werden will, gibt es ein Netzwerk von Menschen, die noch immer mächtig sind. Sie sind bereit, alles dafür zu tun, dass Cosima und Leo der Wahrheit nicht auf die Spur kommen …“

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Heyne Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Rezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Das Buch „Die Erbin“ von Claire Winter ist ein historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen hauptsächlich in Köln und Berlin spielt und eine junge Frau zeigt, die Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen möchte.

„Es kam ihr vor, als wäre ihr ganzes Leben nur auf einem Konstrukt von Lügen und Behauptungen aufgebaut – Alexander, ihr Onkel, die Beziehung ihrer Eltern, die Vergangenheit ihrer Familie … Was war damals passiert?“

[Kapitel 48]

Köln in den 50er Jahren: Die 21-jährige Cosima ist die Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch sie möchte auch ihren eigenen Weg gehen und gründet eine Stiftung, die sich für bedürftige Frauen und Mütter einsetzt.
Dann tritt der Journalist Leo in ihr Leben: Dieser stellt Nachforschungen zum Tod seines Freundes an – ein Rechtsanwalt, der auch Cosima bekannt vorkommt. Kurz vor seinem Tod hatte der Anwalt schwere Anschuldigungen gegen Cosimas Onkel erhoben.
Cosima beginnt sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinanderzusetzen – doch schnell steht sie vor einer Mauer des Schweigens. Niemand möchte sich in der jungen Bundesrepublik an die Zeit des Dritten Reiches und die damaligen Gräueltaten erinnern. Doch Cosima gibt nicht auf und bringt nicht nur sich damit in große Gefahr.

Mit ihren beiden Büchern „Kinder ihrer Zeit“ und „Kinder des Aufbruchs“ hat mich Claire Winter in den Jahren 2020 und 2022 begeistert und bestens unterhalten. Als sie ihr neues Buch „Die Erbin“ ankündigte, war mir deshalb sofort klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen wollte.
Freundlicherweise bekam ich das Buch als Rezensionsexemplar vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Als sehr gelungen empfinde ich das aussagekräftige und stimmige Cover, das zusammen mit dem Klappentext sofort mein Interesse an der Geschichte geweckt hat.
Der Inhalt des Buches gliedert sich in ein Personenverzeichnis, einen spannungsgeladenen Prolog, 125 Kapitel, einen Epilog, der Danksagung und einer Übersicht über Wahrheit und Fiktion. In den kurzen Kapiteln stehen immer wieder abwechselnd andere Figuren im Mittelpunkt. Das erste Kapitel setzt im Februar 1957 an – eine Woche nach den Geschehnissen des Prologs. Mit dem 09. Kapitel beginnt ein zweiter Erzählstrang, der achtundzwanzig Jahre zuvor ansetzt. Diese beiden Erzählstränge wechseln sich dann in unregelmäßigen Abständen ab, wobei die Vergangenheit der Familie und des Unternehmens Stück für Stück enthüllt wird. Die Zeitsprünge sorgten dafür, dass ich immer an der Geschichte dran bleiben wollte – es entwickelt sich eine Art Sog, der die Leser und Leserinnen mitreißt und nicht mehr so schnell loslässt.
Ab der ersten Seite war ich in der Geschichte angekommen, fand mich zeitlich und räumlich gut zurecht und konnte auch zu den vielen und vielfältigen Figuren schnell eine Beziehung aufbauen. Dafür sorgte auch der packende, rasante und bildhafte Sprachstil von Claire Winter.

„Solange sie zurückdenken konnte, hatte Cosima in all ihren menschlichen Begegnungen und Bekanntschaften das Misstrauen begleitet, dass man nicht wirklich sie mögen könnte, sondern nur Interesse an ihrem Vermögen und und dem Namen Liefenstein hatte.“

[Kapitel 39]

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die sympathische Cosima Liefenstein, die junge Erbin einer reichen und einflussreichen Industriellenfamilie.
Zu Beginn der Geschichte ist sie etwas schwer greifbar – auch wenn sehr schnell klar wird, dass sie ein gutes Herz und eine sehr bewegte Familiengeschichte hat. Sie hat früh ihren Vater verloren und ist bei ihrem Onkel aufgewachsen. Nach außen hin lebt sie ein sorgenfreies Leben – doch sie und auch die anderen Familienmitglieder mussten in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge erleiden. Ich mochte Cosima sehr gerne, da sie ihren eigenen Weg geht und sich auch von Rückschlägen nicht davon abbringen lässt. Sie ist stark, gleichzeitig misstraut sie aber auch vielen Menschen.
Auch die anderen Figuren in Cosimas unmittelbaren und näheren Umfeld stellt Claire Winter sehr ambivalent da. Sie alle sind authentisch angelegt und vor allem stark gezeichnet – ihre Geschichten sind so emotional und bewegend, dass ich das ein oder andere Mal ein Taschentuch brauchte. Ich möchte an dieser Stelle nicht detailliert auf all die Figuren eingehen, da ich sonst zu viel von der Handlung vorwegnehme. Claire Winter ist es vortrefflich gelungen, ihre fiktiven Figuren in die hervorragend recherchierten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe einzubetten und gekonnt mit- und untereinander zu verbinden. Auch die Spannungen, Zerwürfnisse und Differenzen zwischen einigen der Figuren waren stets fass- und fühlbar und zogen mich schnell in die emotionale Geschichte hinein.
Dieser Roman ist ein packendes und aufrüttelndes Leseerlebnis, das die dunkle Vergangenheit eines fiktiven Unternehmens während des Nationalsozialismus zeigt. Hierbei werden die Themen Zwangsarbeit und Arisierungen von Claire Winter sensibel und detailliert aufgearbeitet und regen zum Nachdenken an. Der Roman zeigt die Komplexität der deutschen Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Menschen, die sie erlebt haben und stellt zudem auch die Nachwirkungen auf die nachfolgenden Generationen da.
Danke liebe Claire Winter für dieses fesselnde und emotionale Leseerlebnis, das mit Sicherheit noch lange nachklingen wird.

Fazit: Der Roman „Die Erbin“ ist ein starker und unvergesslicher Roman gegen das Vergessen. Von der ersten bis zur letzten Seite hält dieser Roman seine Leser und Leserinnen in Atem, nimmt sie mit in die Vergangenheit und regt zum Nachdenken an. Genau sollte ein guter Roman sein. Ein absolutes Jahreshighlight und eine absolute Leseempfehlung.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.