„Die Nordseeschwestern – Das Versprechen“

von Hannah Hope

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 20. November 2025
Verlag: SP
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 979-8272522610
Seitenanzahl: 242 Seiten
Preise: 10,99€ (TB), 02,99€ (eBook)
Reihe: „Die Nordseeschwestern“ Band 02 von 02

Kontakt:
https://www.instagram.com/mimij.poppersen/?hl=de

Klappentext:
„Sarahs Aufenthalt auf Norderney hat vieles verändert. Friedas Garten erblüht in neuer Pracht, und zu ihrem achtzigsten Geburtstag geschieht etwas, womit niemand gerechnet hätte. Auch zwischen Frieda und ihrem Sohn kehrt langsam wieder Vertrauen zurück, und Lasse beschließt, das Reetdachhaus nicht zu verkaufen.
Doch Sarah stößt weiterhin auf Rätsel. Frieda spricht von ihrer Schwester Nele, die als kleines Kind mit der Mutter verschwand. Kann es sein, dass sie tatsächlich noch lebt? Und was geschah damals mit Friedas Vater? Antworten zu finden, ist schwer, da Frieda sich nach wie vor in Schweigen hüllt.
Zwischen alten Geheimnissen und neuen Hoffnungen erkennt Sarah, dass die Nordsee nicht nur Vergangenes ans Licht bringt, sondern auch ihr eigenes Leben für immer verändert.“

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Die Nordseeschwestern – Das Versprechen“ von Hannah Hope ist der zweite Band der Reihe, die auf der Insel Norderney angesiedelt ist und eine emotionale Familiengeschichte erzählt.

„Draußen empfing sie die Sonne mit einer milden Wärme. Über den Dünen zogen Möwen ihre Kreise, und das Meer schimmerte in der Ferne, ruhig und endlos. Alles wirkte so friedlich, und für einen Augenblick hatte sie das Gefühl, dass Friedas Geschichte auf geheimnisvolle Weise mit all dem verwoben war: mit der Insel, dem Wind und dem Meer, das alles bewahrte, was man ihm anvertraute.“

[Kapitel 25]

Nachdem mich der erste Teil „Die Nordseeschwestern – Das Vermächtnis“ bereits so abgeholt hatte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Und was soll ich sagen? Ich bin wieder einmal absolut begeistert! Ein ganz wunderbarer zweiter Teil dieser wunderbaren Reihe von Hannah Hope.
Ich empfinde es als nicht unbedingt erforderlich, dass man den ersten Band vor diesem zweiten Band gelesen haben muss. Allerdings empfehle ich es trotzdem, da die Geschichte damit einfach runder und komplett ist.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war dieses wohlige Gefühl, die liebgewonnenen Figuren wieder zutreffen. Es fühlte sich für mich beim Lesen fast so an, als würde man zu alten Freunden nach Hause kommen. Die Atmosphäre auf Norderney, Friedas Garten und das Leben im Reetdachhaus haben mich sofort wieder in ihren Bann gezogen.
Die Geschichte wird über mehrere Erzählebenen und Stränge erzählt. Das hat dazu geführt, dass keine „nervenaufreibende“ Hochspannung im klassischen Sinne entstand, sondern ich als Leserin immer einen guten Überblick über die Geschehnisse und die verschiedenen Figuren behalten konnte. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil: Dadurch konnte ich mich voll und ganz auf die emotionale Seite der Geschichte einlassen, und die war wirklich sehr, sehr berührend. Besonders die Suche nach der Wahrheit über Friedas Schwester Nele und das Schicksal Friedas mit ihrem gewalttätigen Vater ging mir nahe. Vor allem letztere Szenen waren mitunter schwer zu ertragen und trieben mir immer wieder die Tränen in die Augen.
Sarah als Protagonistin hat sich für mich in diesem Band authentisch weiterentwickelt. Ich mochte schon im ersten Teil ihre Ehrlichkeit und ihre Loyalität, und es war schön zu sehen, wie sie auch hier wieder mit viel Mut ihren Weg geht und auch für andere Menschen einsteht. Auch verfolgte ich die Entwicklung ihrer Beziehung zu Lasse und ich spürte richtig, wie die Bindung zwischen den beiden im Laufe der Handlung wächst.

Auch dieses Buch war wieder innerhalb weniger Stunden gelesen und es fühlte sich wie ein erholsamer Kurzurlaub ab.
Danke für dieses wunderbare Lesevergnügen. Es wird mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von Hannah Hope gewesen sein.

Fazit: Das Buch „Die Nordseeschwestern – Das Versprechen“ von Hannah Hope möchte ich allen Lesern und Leserinnen empfehlen, die emotionale Familiengeschichten und die wunderschöne Nordsee-Kulisse lieben. Hannah Hope hat mich wieder einmal absolut mit ihrer Geschichte überzeugt und ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Bücher von ihr. Sehr lesenswert.

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„Die Nordseeschwestern – Das Vermächtnis“

von Hannah Hope

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2025
Verlag: SP
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 979-8308958116
Seitenanzahl: 280 Seiten
Preise: 11,99€ (TB), 02,99€ (eBook)
Reihe: „Die Nordseeschwestern“ Band 01 von 02

Kontakt:
https://www.instagram.com/mimij.poppersen/?hl=de

Klappentext:
„Als Sarah auf Norderney einen verwilderten Garten neu gestalten soll, spürt sie sofort den Zauber des Ortes. Das Grundstück gehörte einst einer Frau namens Frieda, die für ihr Wissen über Heilkräuter bekannt war. Bei ihrer Arbeit stößt Sarah auf ein Notizbuch voller Erinnerungen und geheimer Kräuterrezepte, das sie immer mehr in Friedas Leben eintauchen lässt.
Obwohl Sarah die Frau nie kennengelernt hat, spürt sie eine unerklärliche Seelenverwandtschaft. Leider reagiert Friedas Sohn zunehmend ungehalten auf ihre Fragen, als hätte er etwas zu verbergen – doch das hält sie nicht davon ab, weiter zu recherchieren. Sie ahnt, dass das Haus einige Geheimnisse birgt, die bisher niemand zu lüften gewagt hat.
Während Friedas Geschichte Sarah immer stärker in ihren Bann zieht, muss sie feststellen, dass sie nicht nur dem Zauber der Insel verfallen ist, sondern auch Gefühlen, die sie längst verloren glaubte.“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Die Nordseeschwestern – Das Vermächtnis“ von Hannah Hope ist der Auftakt einer Buchreihe, die auf der Insel Norderney angesiedelt ist und Gegenwart und Vergangenheit mit einer romantischen Liebesgeschichte verbindet.

„Sarah konnte nichts dagegen tun. Sie fühlte sich sofort zu diesem Ort hingezogen. Trotz des Verfalls, des Staubes und den Spuren der Zeit – sie verliebte sich auf der Stelle.
Ein komisches Gefühl beschlich sie. Es war, als ob das Haus auf sie gewartet hätte.“

[Kapitel 04]

Der Klappentext verspricht eine Geschichte um Sarah, die, nachdem sie einen beruflichen Neustart gewagt hat, einen Auftrag auf Norderney annimmt. 
Ich empfand die Handlung als äußerst fesselnd, was vor allem an der Protagonistin liegt: Sarah ist zielstrebig, neugierig und ich mochte sie einfach ab der ersten Seite. Außerdem konnte mich gut in sie hineinversetzen und nahm ihre Entwicklung als sehr authentisch wahr. Sie gibt einfach nicht auf und ist dabei stets auf das Wohl anderer bedacht. Die Geschichte entfaltet sich in einem Erzählstrang in der Gegenwart, wobei die Vergangenheit langsam durch Passagen aus einem alten Notizbuch und durch Erzählungen anderer Menschen ans Licht kommt. Ich fand es sehr gelungen, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind und Zusammenhänge nach und nach deutlich werden. Frieda, die frühere Besitzerin des Hauses und des Gartens, ist ein faszinierender, rätselhafter und doch liebenswerter Charakter, sie hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Die spannende Handlung des Buches hat mich durchweg gepackt und ich habe die fast 300 Seiten innerhalb kurzer Zeit gelesen. Ich entwickelte beim Lesen zwar eine Theorie, auf was es hinauslaufen könnte, wurde schlussendlich aber dann doch etwas überrascht. Der Prolog bietet einen gelungenen Einstieg in die Geschichte und bildet zusammen mit dem Epilog den Rahmen der Geschichte.
Ein absolutes Highlight war für mich die Atmosphäre der Insel. Hannah Hope hat eine unglaubliche Gabe, Orte lebendig werden zu lassen. Ich war gedanklich auf Norderney angekommen, konnte mir alles wunderbar vorstellen, spürte den Wind in den Haaren, das Meer und den Sand unter meinen Füßen. Der Handlungsort ist essenziell für die Geschichte: Für den männlichen Protagonisten Lasse bedeutet er Heimat, für Sarah einen Tapetenwechsel und das Auffinden eines Sehnsuchtsortes. Die Geschichte hat mir so Lust auf Norderney gemacht, dass ich diesen Ort unbedingt mal besuchen möchte.
Die sich langsam entwickelnde Lovestory zwischen Sarah und Lasse fand ich auf jeden Fall richtig schön und authentisch. Sie berührte mich emotional und wirkt nicht überladen.

Nachdem mich die Autorin bereits mit ihrer „Geheimnisse der Brandung“- Reihe bestens unterhalten hat, war ich gespannt auf diese Buchreihe – und ich wurde von diesem Auftakt nicht enttäuscht.
Danke für dieses gelungene und unterhaltsame Leseerlebnis.

Fazit: Das Buch „Die Nordseeschwestern – Das Vermächtnis“ von Hannah Hope ist emotionaler und atmosphärischer Roman und ein Reihen-Auftakt, der Lust auf mehr macht. Ich bin einfach gespannt, wie es im zweiten Band der Reihe weitergehen wird, und freue mich auf ein Wiedersehen im zweiten Band mit all den liebgewonnenen Figuren. Sehr lesenswert!

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„Die Welt in unseren Händen“

von Emily Walton

[Werbung*]

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 10. Dezember 2025
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-453-44267-2
Seitenanzahl: 384 Seiten
Preise: 14,00€ (TB), 09,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.emilywalton.at

https://www.penguin.de/buecher/emily-walton-die-welt-in-unseren-haenden/taschenbuch/9783453442672

Klappentext:
„Ein großer historischer Roman, der von den nebelverhangenen Gassen Londons bis zu den ägyptischen Pyramiden führt: bunt, atmosphärisch und packend
Als die junge Emma ihre Großmutter June in Oxford besucht, ahnt sie zunächst nicht, dass dies ihr letzter Besuch bei ihr sein wird. Und auch nicht, was ihr bevorsteht, als sie ein Gedichtbändchen mit der Widmung eines gewissen Ken aus dem Jahr 1944 entdeckt. Nach und nach enthüllt sich eine abenteuerliche Lebensgeschichte, die Emma nie vermutet hätte. Als June kaum so alt ist wie sie jetzt, stellt sie sich in den Dienst der Royal Air Force. Die Kriegswirren führen sie von London bis in die Wüste Ägyptens. Als sie in Kairo dem südafrikanischen Kameramann Ken gegenübersteht, hat sie zum ersten Mal das Gefühl, eine innere Heimat zu finden. Doch kann sie sich diesen Gefühlen hingeben, während die Welt im Argen liegt und ihre beste Freundin Dotty in London um ihr Leben ringt?Während Emma in die Jugend ihrer Großmutter eintaucht, beginnt sie ihre eigene Zukunft mit anderen Augen zu sehen.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Verlag und der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension vom Verlag und/ oder der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Mit ihrem Buch „Die Welt in unseren Händen“ legt Emily Walton einen tief berührenden historischen Roman vor, der von den Wirren des Zweiten Weltkriegs bis in das Oxford des Jahres 2012 führt. Das Buch, das lose auf den Lebenserfahrungen von Emily Waltons Großmutter basiert, schafft so eine Verbindung zwischen den Generationen und erzählt gleichzeitig eine packende Geschichte über Hoffnung, Selbstbestimmung und die Kraft der Erinnerung.

„Die Women’s Auxiliary Air Force bot ihr eine einmalige Chance! Einen Aufbruch in ein neues Leben! Vielleicht würde sie endlich die Rolle finden, für die sie wirklich bestimmt war, könnte etwas aus ihrem Leben machen – mehr als tippen, heiraten und Kinder kriegen.“

[Kapitel 2, Seite 41]

Der Roman beginnt in Oxford im Jahr 2012, als die junge Emma ein Gedichtbändchen bei ihrer Großmutter entdeckt und damit einen Schlüssel zu einer bis dahin verborgenen Vergangenheit in den Händen hält. Dieser Rahmen, der zu Beginn und am Ende des Buches präsent ist, bildet eine elegante Klammer um die eigentliche, fesselnde Haupterzählung, die in den 1940er Jahren spielt. Die Autorin schafft es, diesen Übergang nahtlos zu gestalten und zeigt, wie die Entscheidungen und Erlebnisse in der Vergangenheit die Gegenwart noch immer prägen können.
Emily Waltons Talent für atmosphärische Beschreibungen ist in diesem Werk allgegenwärtig. Ich reiste mit June von dem kriegsgebeutelten London in das warme Kairo und die Wüsten Ägyptens. Der Wechsel der Schauplätze ist nicht nur Kulisse, sondern ein treibendes Element der Handlung. Die Autorin erweckt die Wüstenlandschaft Ägyptens und das Leben in den unterschiedlichen Kasernen der Women’s Auxiliary Air Force (WAAF) mit einer solchen Detailtreue zum Leben, dass ich mich als Leserin unmittelbar vor Ort wähnte und fasziniert von der fremden Umgebung und den unglaublichen Herausforderungen war, denen June sich im Laufe der Handlung stellen muss.

Die Stärke des Romans liegt in den vielschichtigen Themen, die alle gleichberechtigt im Mittelpunkt stehen und mich emotional mitnehmen konnten.
Emily Walton verwebt gekonnt Junes Wunsch nach einem unabhängigen Leben und einer Karriere im WAAF mit den emotionalen Achterbahnen des Krieges. Junes Streben, etwas Großes zu erreichen, ist ein zentrales Motiv der Handlung. Aber auch die Sorgen um die nach London zurückgekehrte Freundin Dotty sorgen für eine emotionale Spannung. Zusätzlich berührte mich die langsam aufkeimende Liebe zu Ken, einem südafrikanischen Kameramann in Kairo, zutiefst.
Dabei wirken die Charaktere authentisch und ich fieberte mit ihnen auf jeder Seite mit und wollte das Buch stellenweise gar nicht mehr aus den Händen legen. June ist eine absolut unvergessliche Figur, die ich mit Sicherheit noch sehr lange in meinem Leseherz tragen werde.

„Kaum hatten Junes Hände den warmen Stein der Pyramide berührt, fühlte sie sich auf magische Weise eins mit dem Universum. Hier stand sie, auf dem Sockel des jahrtausendealten Bauwerks, während sich um sie herum alle Steine ihres eigenen Lebens plötzlich zu einem großen Ganzen zusammenzufügen schienen.“

[Kapitel 20, Seite 305]

Zudem ist der Titel „Die Welt in unseren Händen“ ein wunderschöner Titel für ein Buch, das genau diese Botschaft vermitteln möchte: Trotz widrigster Umstände liegt es in unserer eigenen Macht, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Emily Walton hat mit diesem Roman ihrer Großmutter ein bewegendes und würdiges Denkmal gesetzt.
Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für das vorzeitige Rezensionsexemplar und an Emily Walton für dieses großartige und unvergessliche Leseerlebnis.

Fazit: Wenn ihr gut recherchierte, atmosphärisch dichte und emotional packende Geschichte liebt, ist dieses Buch eine absolute Leseempfehlung für euch. Die Mischung aus Abenteuer, Liebe und tiefgehenden menschlichen Schicksalen macht diesen Roman für mich zu einem absoluten Jahreshighlight. Sehr lesenswert.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Die beharrliche Stille der Seele“

von Shanaya Lane

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 23. November 2025
Verlag: BoD
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 978-3695191222
Seitenanzahl: 274 Seiten
Preise: 13,99€

Klappentext:
„Marie wächst in einer behüteten Welt auf, bis ein sexueller Übergriff ihres Nachbarn alles zerstört. Sie ist noch ein Kind, als ihr Vertrauen zerbricht und ihr Glaube an Gerechtigkeit in einem enttäuschenden Gerichtsverfahren zerschlagen wird. Allein mit ihrer Angst wird sie aufs Internat geschickt, wo Kälte und Einsamkeit ihre Kindheit ersticken. Um zu überleben, legt sie sich eine harte Schale zu, verletzt, bevor sie selbst verletzt wird. In ihrer Jugend sucht Marie Halt und Geborgenheit und gerät in eine zerstörerische Beziehung voller Abhängigkeit und Gewalt. Erst mit Carlos findet sie Liebe, Vertrauen und den Mut, wieder zu leben. Doch als sie Jahre später ihrem Peiniger erneut begegnet, kehrt die Vergangenheit mit voller Wucht zurück. Zwischen Angst und Entschlossenheit beginnt Marie, sich ihrer Geschichte zu stellen. Die beharrliche Stille der Seele ist ein packender Roman über sexuellen Missbrauch, Schmerz und die Kraft, das eigene Schweigen zu brechen, eine Geschichte über Mut, Überleben und die stille, unerschütterliche Hoffnung auf Heilung.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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TW: Rezension behandelt sensible Themen: Sexueller Übergriff, Trauma und Gewalt.

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Das Buch „Die beharrliche Stille der Seele“ von Shanaya Lane ist eine Geschichte die auf den wahren Erfahrungen und Erlebnissen der Autorin nach einem sexuellen Übergriff beruht, allerdings stellenweise fiktionalisiert wurde.

„So wie das Wetter draußen plötzlich umschlug – der strahlende Sonnenschein wurde von einem gewittrigen Regenschauer abgelöst – so verwandelte sich auch ihre unbeschwerte, fröhliche Kinderseele in einen schweren, lauten und zerstörerischen Sturm. Dieser Sturm sollte sie ihr ganzes Leben lang begleiten.“

[Kapitel 3, Seiten 30/31]

Die zehnjährige Marie wächst in einem behüteten Elternhaus auf, ihr fehlt es an nichts. Doch dann verändert ein Tag ihr Leben für immer: Ihr Nachbar missbraucht sie und ihr Vertrauen zerbricht. Als ihre Familie bedroht wird und auch das Gerichtsverfahren alles andere als gerecht beendet wird, kommt Marie auf ein Internat.
Jahre später ist aus Marie eine Frau geworden, die als dreifache Mutter mitten im Leben steht. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los und holen sie immer wieder ein.

Dieses Buch liegt für mich weit außerhalb meiner üblichen Komfortzone. Solche Geschichten, die schwere und vor allem persönliche Schicksale behandeln, berühren mich immer zutiefst und beschäftigen mich nachhaltig. Deshalb lese ich solche Bücher eher selten bis gar nicht. Nach dem freundlichen Mail Kontakt Ende November 2025 mit der Autorin machte mich die Geschichte dann doch sehr neugierig und ich beschloss das Buch zu lesen. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für den lieben Kontakt und das Rezensionsexemplar bedanken, welches mich zusammen mit einer kleinen Aufmerksamkeit erreichte.

Der Roman hat mich emotional sehr stark bewegt. Während des Lesens war ich fassungslos, wütend und traurig zugleich. Die Art und Weise, wie die Autorin die Themen sexueller Missbrauch, Trauma und Gewalt darstellt, ist äußerst authentisch. Es ist eigentlich unvorstellbar, was die Protagonistin Marie, ihre Seele, alles ertragen und erleben musste. Die Darstellung ihres inneren Kampfes, von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, habe ich als absolut nachvollziehbar empfunden.
Besonders hervorzuheben ist der Aufbau des Buches. Die Autorin arbeitet mit zwei sich abwechselnden Erzählebenen: „Früher“ und „Später“. Man lernt Marie zunächst als zehnjähriges Mädchen kennen, dann als erwachsene Frau und Mutter, die mitten im Leben steht, aber immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Die Zeitebenen laufen geschickt aufeinander zu. Dieser Aufbau hat mich gefesselt und ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen. Dazu trug auch der emotionale, flüssige und packende Sprachstil von Shanaya Lane bei.

Ja, das Buch war für mich eine emotionale Herausforderung. Und ich bin froh, dass ich diese angenommen habe. Es ist ein Buch, das mir definitiv in Erinnerung bleiben wird.
Der Klappentext verspricht eine Geschichte über Mut, Überleben und die Hoffnung auf Heilung. Dieses Versprechen wurde für mich vollständig eingelöst. Danke für dieses bewegende und unvergessliche Leseerlebnis.

„Als sie schließlich ins Bett gingen, fühlte sich jeder von ihnen geborgen in dem Wissen, dass sie immer füreinander da sein würden – egal was auch kommen mochte.“

[Kapitel 14, Seite 94]

Fazit: Das Buch „Die beharrliche Stille der Seele“ von Shanaya Lane zeigt auf ergreifende Weise, wie wichtig familiärer Zusammenhalt als Stütze ist. Die zentrale Botschaft, die ich mitnehme, ist, dass man sich nach solch schrecklichen Erlebnissen nicht verstecken darf, sondern sich seinen Ängsten stellen und zeigen muss, dass man da ist und sich nicht unterkriegen lässt.
Deshalb gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses emotional herausfordernde, aber auch hoffnungsvolle Buch.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Agatha – Im Schatten des Freiburger Münsters“

von Harald Gritzner

[Werbung*]

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 02. Dezember 2025
Verlag: Klemmbachverlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3982027241
Seitenanzahl: 200 Seiten
Preise: 17,50€

Homepage:
https://www.klemmbachverlag.de/startseite.html

Klappentext:
„Agatha eine Liebe, die nicht sein darf eine Blume, die erblüht im Schatten des Freiburger Münsters Freiburg am 22. August 1603. Ein tiefes Geheimnis umgibt die junge Agatha Gatterer. Erst gestern ist ihre Mutter Ursula als Hexe verbrannt worden. Doch was war der Grund dafür? Und was haben der Beichtvater des Kaisers, Dr. Johannes Pistorius, die Freiburger Hebamme Lurchen Elli, das schwarze Annele und Andres Buchstab, der Bettelvogt Volckhenzhofer damit zu tun, und vor allem, was hat es mit einem geheimnisvollen Buch auf sich? Ein spannender Roman aus der Feder des Autors von „Der Hirschsprung im Höllental“ und ein Muss für jeden Freiburgliebhaber.“

Hinweise:
– Das ebook habe ich freundlicherweise vom Autor als vorzeitiges Rezensionsexemplar (PDF) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Mit seinem historischen Roman „Agatha – Im Schatten des Freiburger Münsters“ entführt Harald Gritzner in das Freiburg des Jahres 1603, in eine Zeit, in der Angst und Aberglaube die Gesellschaft prägten. Er erzählt eine fesselnde Geschichte über eine junge Frau, die sich in einer aussichtslosen Lage befindet und doch nicht die Hoffnung verliert.

„Sie war anwesend gewesen, als in der Gerichtslaube vor dem Fischmarkt Recht gesprochen worden war. Recht, was war schon Recht? Die Ursula war geschunden worden wie ein Stück Vieh. Man hatte mit ihr sogar weniger Mitleid als mit jedem Vieh gehabt. Denn das Vieh konnte man ja noch brauchen. Die Gatterin jedoch war nutzlos und des Todes gewesen.“

[6. Kapitel, Seite 41]

Von der ersten Seite an tauchte ich tief in das Geschehen ein: Der Priester Michel Kieblin begleitet die junge Agatha Gatterer, deren Mutter gerade als Hexe verbrannt wurde, zum Amtshaus. Agatha hat in der Beichte gestanden, ebenfalls der Hexerei zu frönen, ein Geständnis, für das ihr die Folter und der Tod drohen. Das Zusammenspiel aus Abscheu und Neugier über das Schicksal unschuldiger Menschen fesselte mich so von Beginn an und ich blieb an der Geschichte dran.

Zu Beginn erschien mir die Hauptfigur Agatha rätselhaft und undurchsichtig. Das sie sich selbst der Hexerei bezichtigte, warf Fragen auf und erzeugte gleichzeitig Spannung. Agatha erlebte gerade erst den qualvollen Tod ihrer Mutter Ursula, was ihre Situation umso tragischer macht. Doch trotz allem spürte ich Agathas Verbundenheit zu ihrer Mutter, und ihre Erinnerungen an liebevolle Momente verliehen der gesamten Geschichte eine emotionale Tiefe. Die historische Aufzeichnung darüber, dass Agatha Gatterin 1604 begnadigt wurde, fügt dem Roman eine authentische Grundlage hinzu.
Auch der Priester Michel Kieblin blieb mit seinen Motiven zunächst im Dunkeln. Seine Rolle als Seelsorger der Verzweifelten machte ihn zu einem potenziellen Verbündeten, doch seine tatsächlichen Absichten waren mir zu Beginn völlig unklar und trugen so zu einer gelungenen Spannung bei.
Die Einbeziehung des historischen kaiserlichen Beichtvaters Dr. Johannes Pistorius und der fiktiven Hebamme Lurchen Elli verleiht dem Roman zusätzliche Facetten. Die beiden Figuren ergänzen sich und spielen entscheidende Rollen bei der Lösung des Falls. Ihre Zusammenarbeit steht symbolisch für den Kampf von Vernunft gegen den Wahnsinn des Hexenwahns.

Die Handlung des Romans ist nicht nur durch den persönlichen Konflikt von Agatha geprägt, sondern auch durch ein mysteriöses Buch, dessen Inhalt die Hauptfiguren vor große Herausforderungen stellt. Obwohl die Folter im Roman nicht explizit beschrieben wird, ist ihre Bedrohung allgegenwärtig. Die Figuren sind sich der drohenden Konsequenzen schmerzhaft bewusst, was eine bedrückende Atmosphäre schafft.
Schauplatz der Handlung ist Freiburg im Breisgau und wird von Harald Gritzner lebendig und detailreich dargestellt. Historische Hintergründe, wie die Hexenprozesse von 1603, in denen 13 Frauen verbrannt wurden, bilden das Gerüst für die Geschichte. Die präzise Darstellung des historischen Stadtbildes lässt Freiburg lebendig werden und gab mir die Möglichkeit bekannte Orte meiner Heimatstadt mit neuen Augen zu sehen.
Die Atmosphäre des Romans ist eine Mischung aus düsterer Bedrückung und hoffnungsvollen Momenten. Obwohl die Hexenverfolgung ein dunkles Kapitel in der Geschichte und für Freiburg ist, gelingt es Harald Gritzner, Lichtblicke und Menschlichkeit zu zeigen. Seine Erzählung thematisiert einen wenig beleuchteten Aspekt der Hexenprozesse, der mich zum Nachdenken angeregt hat und eine tiefere Botschaft vermittelt: Selbst in den dunkelsten Zeiten kann die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Menschlichkeit bestehen.

„Vor ihr stand das schwarze Annele, die den Schurken der Inquisition bisher glücklich entkommen war. Jenen eigentlichen Tätern, die sich hinter dem Schutzmantel eines der verkommensten Rechtsbüchern der Menschheitsgeschichte verbargen, dem Malleus Maleficarum, auch Hexenhammer genannt.“

[9. Kapitel, Seite 59]

Herzlichen Dank für das vorzeitige Rezensionsexemplar und das unterhaltsame und gleichzeitig auch sehr lehrreiche Lese-Erlebnis.

Fazit: „Agatha – Im Schatten des Freiburger Münsters“ ist ein fesselnder und tiefgründiger historischer Roman, der historische Fakten mit einem spannenden Plot verbindet. Harald Gritzner schafft es, die Leser und Leserinnen mit den Schicksalen seiner Figuren mitfiebern zu lassen und gleichzeitig zum Nachdenken über ein dunkles Kapitel der Geschichte anzuregen. Die detaillierte Darstellung des historischen Freiburgs und der gekonnte Aufbau von Spannung machen das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre für alle, die sich für historische Romane und die Hexenverfolgung interessieren. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Autors in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Der Gautenthron“

von Sylvia Koppermann

[Werbung*]

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. November 2025
Verlag: Selbstverlag
Ausgaben: Hardcover, Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-384-762 44-3 (HC), 978-3-384-762 43-6 (TB), 978-3-384-762 41-2 (eBook)
Seitenanzahl: 536 Seiten
Preise: 25,99€ (HC), 19,99 (TB), 07,99€ (eBook)

Kontakt:
https://www.facebook.com/p/Autorin-Sylvia-Koppermann-100063700776018/

https://www.instagram.com/autorin_sylvia_koppermann/?hl=de

Klappentext:
„Gotland im 6. Jahrhundert. Eine unruhige Zeit der Machtkämpfe, in die Wulf hineingeboren wird. Früh die Mutter, wenige Jahre später auch den Vater verlierend, kommt er an den Hof seines Großvaters, des Königs der Gauten, wo er zum Krieger ausgebildet werden soll. Für den zurückhaltenden und stillen Jungen eine große Herausforderung und Kraftprobe. Allein im nur wenig jüngeren Weohstan findet er einen Freund, der ihm hilft, über sich hinauszuwachsen. Der Beginn einer tiefen Freundschaft, aus der im Laufe der Jahre mehr wird.Die Geschichte um die Geburt eines Heldenepos, dessen Hauptfigur nie ein Held sein wollte. Von einem unscheinbaren Jungen, der den Weg des Schicksals auch dann annahm, wenn es ihm große Opfer abverlangte. Und vom legendären König BEOWULF, über dessen Leben sich die Menschen bis heute erzählen.“

Hinweise:
– Das ebook habe ich freundlicherweise von der Autorin Sylvia Koppermann als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Mit ihrem Buch „Der Gautenthron“ präsentiert Sylvia Koppermann eine eindrucksvolle Neuinterpretation des Stoffes, der später zum legendären „Beowulf-Epos“ werden sollte. Der Roman, angesiedelt im unruhigen Gotland des 6. Jahrhunderts, nimmt sich der Herausforderung an, die mythische Figur Beowulf zu entmystifizieren und dieser ein authentisches, menschliches Leben einzuhauchen.

„Prahle nicht mit dem, was du kannst, denn du wirst nicht durch Worte stark. Es sind die Taten, die dich groß machen.“

[Kapitel „Bienenwolf“]

Der Klappentext verspricht die „Geburt eines Heldenepos“, doch es wurde mir schnell klar, dass dies die Geschichte eines Helden wider Willen ist. Sylvia Koppermann zeichnet eindrucksvoll den Weg Wulfs, des späteren Beowulf, von einem zurückhaltenden Jungen, der früh Verluste erleidet, bis hin zum Anführer der Gauten nach. Die Stärke des Romans liegt darin, dass sich Sylvia Koppermann nicht scheut, fiktive Elemente einzubauen, die der historischen Grundlage Leben einhauchen, ohne dabei die Authentizität zu verlieren. Die Darstellung der Zeit der Völkerwanderung mit ihren ständigen Machtkämpfen und Auseinandersetzungen wirkt überzeugend. Obwohl diese Epoche vielen Lesern und Leserinnen, wie auch mir, fremd sein könnte, gelingt es der Autorin, die Welt der Gauten greifbar zu machen. Die anfängliche Hürde der ungewohnten, historischen und fremden Namen war schnell überwunden, da die Kapitel eine angenehme Länge haben und ich zügig in die Geschichte hineingezogen wurde.

Das absolute Herzstück des Romans ist die Charakterentwicklung der Hauptfigur: Die Wandlung des unscheinbaren Wulf ist absolut gelungen und nachvollziehbar. Ich litt und freute mich mit Beowulf, was von einer tiefen Empathie zeugt, die die Autorin für ihre Figuren entwickelt. Besonders hervorzuheben ist die Beziehung zu Weohstan. Entgegen den Erwartungen, die man vielleicht an ein traditionelles Heldenepos hat, ist diese Freundschaft, die im Laufe der Geschichte zu mehr wird, das zentrale Thema des Buches und hält einige Überraschungen bereit. Diese emotionale Tiefe verleiht dem Roman eine moderne Erzählweise, die hervorragend funktioniert.
Der Schreibstil von Sylvia Koppermann ist flüssig und detailliert. Sie findet eine Balance zwischen ausführlichen Beschreibungen der damaligen Lebenswelt und einem mitreißenden Sprachstil. Die Lesbarkeit ist hoch und die Autorin schaffte es mich emotional zu fesseln, was den Roman für mich zu einem gelungenen Pageturner machte. Stellenweise war es sehr schwer das Buch aus den Händen zu legen, auch wenn mich einige Szenen emotional sehr mitnahmen.
Nachdem mich Sylvia Koppermann im Juli 2021 mit ihrem Roman „Der Nornen Knoten“ überzeugt hat, hat sie mich auch mit ihrem neuen historischen Roman absolut begeistert. Danke für dieses intensive und lehrreiche Lesevergnügen und für das Rezensionsexemplar.

»Beowulf, Onkel, nenne mich Beowulf! Dieser Name soll ab heute meiner sein und ich werde ihn mit Stolz tragen!«

[Kapitel „Das Wettschwimmen“]

Fazit: „Der Gautenthron“ von Sylvia Koppermann ist ein herausragender historischer Roman, der durch seine authentische Atmosphäre, die fesselnde Handlung und vor allem durch seine tiefgründigen Charaktere besticht. Alle Elemente (Setting, Handlung, Charaktere) verbinden sich zu einer großen und unvergesslichen Geschichte.
Absolut empfehlenswert für alle Leser und Leserinnen historischer Romane und jene, die die menschliche, emotionale Seite hinter einer der ältesten europäischen Sagen entdecken möchten. Für mich persönlich ein absolutes Highlight, sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Hilde und Robin – Die vergessene Geschichte einer jüdischen Familie“

von Rachel Soost

[Werbung*]

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 27. November 2025
Verlag: Selbstverlag
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3819470745
Seitenanzahl: 428 Seiten
Preise: 16,99€ (Paperback), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Die vergessene Geschichte einer jüdischen Familie“ 02/02

Kontakt:
https://www.instagram.com/schwarzgraubunt/?hl=de

Klappentext:
„Eine große Liebe erhellt die Finsternis
2024
Bei der Sanierung ihrer Berliner Altbauwohnung stößt Frederike auf ein Kästchen mit alten Fotos und Dokumenten. Gefesselt von ihrem Fund taucht sie in eine Liebesgeschichte zur NS-Zeit ein:
Hier kreuzen sich 1934 die Wege der Direktrice Hildegard und des jüdischen Modevertreters Robin. Aus einer stillen Zuneigung wird eine Liebe, die das Paar in Gefahr bringt. Denn sie gilt als „Rassenschande“.
Als die beiden an die Gestapo verraten werden, geht es um mehr als eine gemeinsame Zukunft – es geht ums Überleben.
Ein berührender Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht.“

Hinweise:
– Das ebook habe ich freundlicherweise von der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Das Buch „Hilde und Robin“ von Rachel Soost ist der zweite Band der Familiensaga „Die vergessene Geschichte einer jüdischen Familie“ und ist weit mehr als nur ein historischer Roman. Es ist ein tief berührendes Zeugnis von Liebe, Mut und der unerbittlichen Grausamkeit des NS-Regimes. Die Autorin schafft es meisterhaft, eine Geschichte, die größtenteils auf wahren Begebenheiten beruht, so authentisch zu erzählen, dass ich das Gefühl hatte, die Protagonisten persönlich kennengelernt zu haben.

„»Aber du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mir von einer verrückten Regierung vorschreiben lasse, wen ich zu lieben habe.«“

[Kapitel 13]

Der Roman spannt den Bogen über fast 90 Jahre. In der Gegenwart (2024) findet Frederike bei Renovierungsarbeiten in Berlin ein Kästchen mit alten Dokumenten und Fotos. Dieser Fund ist der Schlüssel zu einer dramatischen Vergangenheit: Der Geschichte von Hildegard, einer Direktrice, und Robin, einem jüdischen Modevertreter.
Im Berlin des Jahres 1934 entwickelt sich aus einer stillen Zuneigung eine Liebe, die im nationalsozialistischen Deutschland als „Rassenschande“ gebrandmarkt und verfolgt wird. Was als zarte Romanze beginnt, entwickelt sich schnell zu einem nervenzerreißenden Kampf ums Überleben, als die beiden an die Gestapo verraten werden.
Die emotionale Wirkung des Romans ist immens. Rachel Soost hat mich auf eine Reise starker Gefühle mitgenommen:
Da war die Rührung über die entstehende, wunderschöne Liebesgeschichte. Dann die wachsende Angst und Beklemmung, als die politische Lage sich verschärft und die Ausgrenzung in puren Terror umschlägt. Die Hoffnung, die trotz aller Widrigkeiten immer wieder aufkeimt. Und dann die Wut und Ohnmacht angesichts eines Systems, das Menschen ihre Würde, Freiheit und das Recht auf Liebe nimmt.

Die Authentizität der Charaktere Hilde und Robin macht das Erlebte greif- und spürbar. Besonders betroffen machte mich das Wissen darüber, dass sich vieles in dieser Form tatsächlich ereignet hat. Diese Authentizität, die bereits im ersten Band „Bernie und Luise“ spürbar war, zieht sich durch die gesamte Erzählung und lässt die historische Tragödie sehr persönlich werden.
Rachel Soost verwendet geschickt zwei Erzählstränge. Die Gegenwartsgeschichte um Frederike nimmt nicht den Hauptteil ein, erfüllt aber eine wichtige Funktion: Sie ermöglicht dem Leser einen Blick von außen auf das Geschehen, schafft eine leichte Distanz und verhindert, dass man von der Grausamkeit der historischen Ereignisse emotional überwältigt wird, während man dennoch tief in diese eintaucht.
Besonders stark dargestellt ist die schleichende, dann aber brutale Entwicklung der NS-Diktatur. Von anfänglichen Ausgrenzungen bis hin zu Misshandlungen durch die Gestapo, Gefangenschaft und Deportation – die Ohnmacht der Liebenden, die doch einfach nur zusammen sein wollten, ist in jeder Zeile dieser meisterhaften Erzählung spürbar.

„Misstrauisch musterte er den Mann, der sich vor ein paar Stationen ihm gegenüber gesetzt hatte.
Freund oder Feind?
Nazi oder Leidensgenosse?
Wie er es hasste, dass er Menschen neuerdings ständig in einer dieser Kategorien einteilte.“

[Kapitel 27]

Man muss den ersten Band nicht zwingend vor diesem zweiten Band lesen, um der Geschichte folgen zu können, aber es macht das Gesamtbild der Familiengeschichte einfach runder.
Danke für dieses unglaublich berührende Leseerlebnis, das ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde.

Fazit: Der Roman „Hilde und Robin“ ist für mich ein absolutes Highlight. Die Geschichte fesselt, berührt und stimmt nachdenklich. Eine eindringliche und wichtige Geschichte. Unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Glücksreihe Mauchen-Chapelle – Pension Storchenglück“

von Marianne Carrera

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2025
Verlag: tolinoMedia
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3819413803
Seitenanzahl: 408 Seiten
Preise: 18,99€ (Taschenbuch), 05,49€ (eBook)
Reihe: „Mauchen-Chapelle“ 02/02

Homepage:
https://www.mariannecarrera.com

Klappentext:
„Ungebetene Gäste und Bangen zwischen Hoffnung und Verrat …
Evas Traum von einer kleinen Pension ist zum Greifen nah. Mit Unterstützung der Familie steckt sie ihr ganzes Herzblut in den Umbau des alten Herrenhauses, das ihrem Bruder gehört. Ausgerechnet jetzt erfüllt sich der lang ersehnte Kinderwunsch mit Quentin, von dem sie sich erst kürzlich getrennt hat. Die erneute Annäherung zwischen den beiden stößt auf wenig Verständnis. Zu frisch sind die Erinnerungen an Quentins Machenschaften. Auch Cédric, der in der Pension arbeitet, ist Evas Ex ein Dorn im Auge. Als ein Gast die Existenz der Pension in Gefahr bringt, und die Gäste ausbleiben, droht Evas Traum endgültig zu platzen.
Ein Roman vor der Kulisse des südlichen Elsass, spannend und emotional.“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der Roman „Pension Storchenglück“ von Marianne Carrera ist der zweite, in sich abgeschlossene, aber thematisch verbundene Band der „Glücksreihe Mauchen-Chapelle“.

„Blut ist dicker als Wasser. Und auf ihre Familie konnte sie zählen.“

[Kapitel 1]

Evas Traum von einer eigenen kleinen Pension im alten Herrenhaus ihres Bruders steht kurz vor der Erfüllung. Doch das Leben hält ungebetene Überraschungen bereit: Ausgerechnet jetzt, kurz nach der Trennung von Quentin, wird sie schwanger. Während Eva versucht, ihr Leben und die Renovierung unter einen Hut zu bringen, flammen alte Gefühle für Quentin wieder auf – was auf Unverständnis bei Familie und Kollege Cédric stößt. Als dann auch noch ein Gast die Existenz der jungen Pension bedroht, muss Eva um ihren Traum kämpfen.

Nachdem ich das Buch „Glücksreihe Mauchen-Chapelle – Gartenpforte ins Glück erst vor kurzem mit großer Begeisterung gelesen habe, musste ich auch unbedingt den zweiten Band der Reihe lesen. Ich hatte gleich zu Beginn der Geschichte ein Gefühl des „Nach-Hause-Kommens“, denke aber, dass auch Einsteiger und Einsteigerinnen sofort Anschluss an die Handlung bekommen und einer fesselnden und tiefgründigen Geschichte folgen dürfen, die tief im malerischen Elsass verwurzelt ist.
Die Autorin Marianne Carrera versteht es meisterhaft, eine Geschichte zu erzählen, die das Herz berührt und gleichzeitig sehr spannend und nervenaufreibend ist.

Im ersten Band steht Véronique im Zentrum der Geschichte, in diesem zweiten Band ist ihre Freundin Eva die Protagonistin und die somit das Herzstück des Romans bildet:
Eva ist eine unglaublich starke und gleichzeitig vielschichtige und authentische Figur. Man kann ihre Kämpfe und, ja, auch ihre Fehlentscheidungen, nachvollziehen. Es sind gerade diese menschlichen Schwächen, die sie so nahbar machen. Ihre Entwicklung von der Träumerin zur etwas überforderten Geschäftsfrau und kämpferischen Mutter ist ein zentrales Thema des Buches.
Die angedeutete Dreiecksbeziehung zwischen Eva, Quentin und Cédric steht stark im Fokus und sorgt für eine gelungene Dynamik in der Geschichte. Besonders die zarten, leisen Annäherungen und die gegenseitige Anziehungskraft zwischen Eva und Cédric, gepaart mit kleinen Missverständnissen, bieten wunderbare emotionale Tiefe. Es ist eine Gratwanderung zwischen Vertrauen, Geheimnissen und Hoffnung, die mich als Leserin emotional mitgenommen hat.

Vor allem diese „Dinge-die-im-Leben-so-passieren-Elemente“ sind es, die die Spannung in dieser Geschichte hoch halten. Ständige Wendungen, spannende und dramatische Zwischenfälle und die Bedrohung der Existenz der Pension sorgten dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Handlung bleibt durchweg fesselnd und ich konnte das Buch stellenweise nur ganz schwer aus den Händen legen.
Die Atmosphäre des südlichen Elsass ist grandios eingefangen. Die Beschreibungen der Landschaft, der Orte und der Menschen sind so lebendig, dass ich oft das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Die liebevolle Darstellung der Schauplätze, wie beispielsweise der Pension, trägt enorm zum Lesevergnügen bei und macht einfach Lust darauf, die Region selbst zu besuchen.
Danke für dieses erneute wunderbare Lesevergnügen. Ich freue mich jetzt schon auf den Herbst 2026. Dann wird der dritte Band der Reihe erscheinen, den ich mit Sicherheit auch lesen werde.

„Aber wir sind nicht allein und gemeinsam werden wir auch das meistern.“

[Kapitel 27]

Fazit: Das Buch „Glücksreihe Mauchen-Chapelle – Pension Storchenglück“ ist ein absolutes Lesevergnügen und eine Geschichte die ich voll und ganz empfehlen kann. Marianne Carrera liefert, wie im ersten Band, eine perfekte Mischung aus romantischer Geschichte mit Tiefgang, einer Prise Spannung und einem authentischen, malerischen Setting.
Vorkenntnisse des ersten Bandes sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, um diese wunderbare Geschichte zu genießen. Ein echtes Highlight, unbedingt lesen!

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„Glücksreihe Mauchen-Chapelle – Gartenpforte ins Glück“

von Marianne Carrera

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2024
Verlag: tolinoMedia
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3759237897
Seitenanzahl: 384 Seiten
Preise: 18,99€ (Taschenbuch), 05,49€ (eBook)
Reihe: „Mauchen-Chapelle“ 01/02

Homepage:
https://www.mariannecarrera.com

Klappentext:
„Ein Garten, Geheimnisse und ein Neuanfang mit Hindernissen … Véroniques halbherziger Versuch dem Leben in Freiburg ein Ende zu setzen, wird durch einen Junggesellenabschied vereitelt. Nach einer wilden Partynacht verschlägt es sie ins benachbarte Elsass, wo sie in einer Bar Eva Dupré kennenlernt, die ihr eine Ferienwohnung auf dem Reiterhof ihres Bruders vermietet. Um den ruppigen Fabien und seine Pferde macht Véronique einen großen Bogen, bis Luca, der die Gärtnerei betreibt, sie zu einem folgenschweren Spazierritt einlädt. Gut, dass es den verwilderten Garten gibt, der Véroniques geschundener Seele Heilung verspricht. Leider ist das Glück nur von kurzer Dauer, denn das Anwesen soll veräußert werden. Heißt es für Véronique, bald wieder Abschied nehmen? Ein spannender Frauenroman vor der Kulisse des südlichen Elsass und der erste Band der Glücksreihe Mauchen Chapelle „Gartenpforte ins Glück“ ist ein spannender Frauenroman über die Herausforderung Trauer zu überwinden, den eigenen Träumen und der Liebe eine Chance zu geben. Véronique kehrt nach dem Verlust ihrer kleinen Familie nach Frankreich zurück und versucht auf dem Reiterhof der Duprés einen Neuanfang. Während sie in Eva eine Freundin findet, zeigt Fabien deutlich seine Abneigung. Auf einem verwilderten Anwesen erfüllt sich Véronique ihren Traum vom eigenen Garten. Erinnerungen an die Kindheit bei der Großmutter werden geweckt. Begleite Véronique im malerischen Elsass auf ihrem Weg zu einem glücklichen Neuanfang und erfahre in diesem turbulenten und berührenden Roman die Bedeutung von wahrer Freundschaft und den Zusammenhalt von Familie.“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der Roman „Gartenpforte ins Glück“, der Auftakt zur „Glücksreihe Mauchen Chapelle“ von Marianne Carrera, entführt die Leser und Leserinnen in das malerische Elsass und verbindet gekonnt romantische Leichtigkeit mit der emotionalen Tiefe der Trauerbewältigung und einer zusätzlichen Prise Spannung.

„Ich lebte im Jetzt, das war am einfachsten. Die Vergangenheit bereitete Schmerzen und das ungewisse Morgen Angst.

[Kapitel 6, Seite 116]

Nach einem gescheiterten Versuch, ihrem Leben in Freiburg ein Ende zu setzen, findet Véronique Unterschlupf auf einem Reiterhof im benachbarten Elsass, vermittelt durch die quirlige Eva Dupré. Das Leben dort ist jedoch kompliziert: Der Bruder von Eva, der ruppige Fabien, begegnet ihr mit deutlicher Abneigung. Hilfe und Ablenkung findet Véronique im verwilderten Garten eines nahegelegenen Anwesens, wo sie sich eine kleine Oase der Heilung schafft. Doch die Idylle ist bedroht, als der Verkauf des Anwesens droht.

Der Einstieg in Véroniques Welt war für mich zunächst etwas zögerlich. Ihre Geschichte und ihr immenser Verlust blieben anfangs undurchsichtig, was es mir ein wenig schwer machte, sofort eine tiefe Verbindung aufzubauen. Doch dank der direkten Erzählperspektive aus Véroniques Sicht fand ich dann doch schnell Zugang zu ihrer Gefühlswelt. Ich litt mit ihr, freute mich über jeden kleinen Erfolg im Garten und fieberte mit ihr mit. Véronique wuchs mir im Laufe des Romans sehr ans Herz.
Die Dynamik zwischen den Figuren hat mir unheimlich gut gefallen. Besonders das Zusammenspiel mit dem abweisenden Fabien und dem bodenständigen Luca bot viele Überraschungen und war durchweg fesselnd.
Die Atmosphäre des Elsass ist der Autorin Marianne Carrera hervorragend gelungen. Der Schauplatz, der Reiterhof und insbesondere der verwilderte Garten, fühlte sich für mich absolut greif- und fühlbar an. Obwohl das Elsass geografisch nah an Freiburg liegt, wirkte es im Roman wie eine andere Welt, die es Véronique ermöglichte, Abstand zu gewinnen und innerlich zu heilen. Der Ort ist ein essenzieller Bestandteil ihrer Genesung.

Inhaltlich stehen die Themen Trauerbewältigung, Freundschaft und Familienzusammenhalt im Vordergrund. Alle drei Themen sind wunderbar herausgearbeitet, wobei die Trauerbewältigung die stärkste Rolle spielt. Die emotionale Tiefe des Romans hat mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt.
Obwohl das Buch 384 Seiten umfasst, habe ich es innerhalb von nur zwei Tagen durchgelesen. Die Geschichte hat eine unglaubliche Sogwirkung entwickelt und ich konnte und wollte das Buch kaum aus den Händen legen und versank völlig in Véroniques Welt.

Danke für dieses absolut gelungene Leseerlebnis.

Fazit: „Gartenpforte ins Glück“ ist ein berührender Roman, der mich durch seine authentischen Charaktere, den malerischen Schauplatz und seine immense Sogwirkung überzeugt hat. Die Geschichte rund um Véroniques Neuanfang ist in sich stimmig erzählt, bietet aber am Ende genug Spannung, um definitiv Lust auf den zweiten Band der Reihe zu machen. Sehr lesenswert!

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„Die Psychoanalytikerin“

von Melanie Metzenthin

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2025
Verlag: Heyne
Ausgaben: Paperback, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3453292567
Seitenanzahl: 384 Seiten
Preise: 17€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/melanie-metzenthin-die-psychoanalytikerin/paperback/

Klappentext:
„Hamburg 1920: Die Psychoanalytikerin Vera hat die Praxis ihres Mannes im Stadtteil Uhlenhorst übernommen, nachdem er fünf Jahre zuvor im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Ihre Patienten haben die unterschiedlichsten seelische Narben – die meisten aufgrund ihrer Kriegsvergangenheit. Als es unter ihnen zu mysteriösen Todesfällen kommt, bittet Kommissar Bender Vera um Hilfe. Sie soll tiefer in der Vergangenheit der Betroffenen bohren, ein Zusammenhang scheint naheliegend. Dann wird der gesichtsverletzte ehemalige Soldat Willi Schuster von seiner Frau als vermisst gemeldet – wieder ein Patient von Vera. Und ihr wird klar: Offenbar rächt sich jemand an dessen ehemaligem Regiment …“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Mit ihrem neuen Buch „Die Psychoanalytikerin“ entführt uns die Hamburger Autorin Melanie Metzenthin in das Jahr 1920 und liefert einen atmosphärisch dichten Roman, der geschickt historische Fakten, psychologische Tiefe und eine spannende Kriminalgeschichte miteinander verbindet.

„Schon als Kind hatte Vera sich ausgemalt, welche Geschichten hinter den Menschen steckten, und als Psychoanalytikerin fragte sie sich, wie sie zu den Personen geworden waren, die sie nun vor sich sah.“

[Seite 15, Kapitel 1]

Im Mittelpunkt der Handlung steht Vera, die nach dem Tod ihres Mannes im Ersten Weltkrieg dessen Praxis in Hamburg-Uhlenhorst übernommen hat und als Praxis für Psychoanalyse weiterführt. Trotz ihres eigenen großen Verlusts hat sie sich ein eigenständiges Leben aufgebaut und ist für andere Menschen da, die teilweise mit den seelischen und körperlichen Narben des Krieges zu kämpfen haben.
Ich mochte die Vera von der ersten Seite an und baute sofort eine Verbindung zu ihr auf. Veras Stärke, ihre Resilienz und ihr Engagement für ihre Patienten machen sie zu einer faszinierenden und sehr nahbaren Figur, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.

Melanie Metzenthin fängt die Atmosphäre der frühen Weimarer Republik, die oft verklärt als die „Goldenen Zwanziger“ betrachtet wird, hervorragend ein. Sie wirft einen genauen Blick auf die Schattenseiten dieser Ära, wie beispielsweise die tiefen Wunden, die der Erste Weltkrieg in der Gesellschaft und in der Psyche der Menschen hinterlassen hat.
Die Autorin beschreibt die Nachwirkungen des Krieges, von den körperlichen Verletzungen der Versehrten bis hin zu den psychischen Traumata und Kriegszitterern, mit großer Authentizität und Sensibilität. Diese düstere, realistische Kulisse bildet den perfekten Nährboden für die folgende Kriminalhandlung und verleiht dem Roman eine beeindruckende Tiefe.

Die Handlung nimmt Fahrt auf, als es unter Veras Patienten zu mysteriösen Todesfällen kommt. Kommissar Bender bittet die Psychoanalytikerin um Hilfe, um die Vergangenheit der Betroffenen zu durchleuchten. Als der Mann einer Patienten von Vera, der gesichtsverletzte ehemalige Soldat Willi Schuster, vermisst gemeldet wird, wird klar, dass sich jemand an einem ehemaligen Regiment rächt.
Melanie Metzenthin hat die perfekte Balance zwischen dem psychoanalytischen Aspekt (Veras Arbeit mit ihren Patienten) und den kriminalistischen Ermittlungen gefunden.
Die Geschichte konnte mich durchweg fesseln und ich konnte zudem die Zusammenhänge gut nachvollziehen. Ein besonderes Highlight ist der gelungene Plot-Twist, der die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält. Das führte dazu, dass ich das Buch nur sehr ungern aus den Händen gelegt habe und durch die Geschichte gerauscht bin. Und ich habe mich so sehr gefreut, dass ich auch die ein oder andere Figur aus der Buchreihe „Die Hafenschwester“ wieder treffen durfte, die kleine aber wichtige Auftritte haben. Was für ein freudiges Wiedersehen.
Herzlichen Dank für dieses lehrreiche und gelungene Leseerlebnis. Melanie Metzenthin hat wieder einmal gezeigt, warum sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört.

Fazit: „Die Psychoanalytikerin“ von Melanie Metzenthin ist ein packender und intelligenter historischer Kriminalroman, der mich mit seinen starken Hauptfiguren, der authentischen Darstellung der Nachkriegszeit und der spannenden Handlung absolut überzeugt hat. Sehr lesenswert!

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