„Die wilden Jahre“

von Susanne Goga

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. November 2025
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3-453-42965-9
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 13€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.susannegoga.de/?p=1158

https://www.penguin.de/buecher/susanne-goga-die-wilden-jahre/taschenbuch/9783453429659

Klappentext:
„Rheinland 1919. Die Geschwister Thora und Hannes Bernrath entstammen einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie aus München-Gladbach und stehen einander sehr nah. Sie leben in bewegten Zeiten von Krieg, Revolution und Besatzung. Thora nutzt die neue aufregende Zeit, um ein Schauspielstudium in Düsseldorf zu beginnen, während Hannes, der eigentlich Architektur studieren wollte, nach seiner Rückkehr von der Front orientierungslos ist. Eines Tages wird Hannes wegen Mordverdachts verhaftet, schweigt aber beharrlich. Im Zimmer ihres Bruders findet Thora einen Gedichtband von Eichendorff, in dem die Worte »Adler« und »Vulkan« markiert sind. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Rätsel, das sich dahinter verbirgt. Und erfährt vom geheimen Leben ihres Bruders. Thora begreift, dass sie mit allen Mitteln darum kämpfen muss, ihn aus dem Gefängnis zu befreien …“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der Roman „Die wilden Jahre“ von Susanne Goga entführt ins Rheinland des Jahres 1919: Die Geschwister Thora und Hannes Bernrath aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie in München-Gladbach stehen sich sehr nah. In einer Zeit von Revolution, Krieg und Besatzung nutzt Thora die neuen Freiheiten für ein Schauspielstudium in Düsseldorf, während der Kriegsheimkehrer Hannes orientierungslos bleibt. Als Hannes unter Mordverdacht verhaftet wird und schweigt, findet Thora einen geheimnisvollen Hinweis im Gedichtband ihres Bruders. Sie begibt sich auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit …

Susanne Goga ist mit „Die wilden Jahre“ ein außerordentlich gut geschriebener Roman gelungen, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Stärke des Buches liegt in der perfekten Symbiose aus einem packenden Kriminalfall, einem tiefgründigen Familiendrama und einer überzeugend gezeichneten historischen Kulisse. Die Handlung ist kontinuierlich spannend, was dazu führte, dass ich das Buch nur äußerst ungern zur Seite legte.
Die Charaktere sind das Herzstück der Geschichte. 
Thora Bernrath ist Protagonistin, die mir sofort sympathisch war: Sie ist gleichzeitig mutig, entschlossen und absolut loyal gegenüber ihren Mitmenschen, gesteht sich aber auch ihre Schwächen ein. Ihre Entwicklung von der jungen Fabrikantentochter zur selbstbewussten, ermittelnden Frau in einer von Männern dominierten Zeit wirkte auf mich authentisch und gut nachvollziehbar. Thora trägt die Handlung und riss mich mit ihrem unermüdlichen Engagement mit.
Ihr Bruder Hannes bildet den spannenden Gegenpol: Er bleibt über weite Strecken geheimnisvoll und undurchsichtig. Seine Geschichte wird erst nach und nach durch Rückblenden und Briefe enthüllt, was meine Neugier konstant hoch hielt. Die Suche nach der Wahrheit über Hannes‘ geheimes Leben treibt die Handlung an und sorgt für die nötige Tiefe des Familiendramas.
Besonders hervorzuheben ist, wie meisterhaft Susanne Goga die Atmosphäre der Nachkriegsjahre einfängt. Das Rheinland 1919 war ein Ort des Umbruchs: Das Ende des Ersten Weltkriegs, die Revolution, der Generalstreik in Düsseldorf und die alliierte Besatzung in Mönchengladbach. Die Autorin nutzt diese unterschiedlichen Schauplätze, um die politischen und gesellschaftlichen Spannungen greif- und fühlbar zu machen.
Die historischen Hintergründe sind tief in die Handlung integriert. Ich habe viel Neues über diese Zeit des Umbruchs gelernt und empfand den Roman zu keiner Zeit belehrend. Die Einblicke in die junge Düsseldorfer Schauspielschule, die Thora besucht, bieten zudem eine faszinierende Nebengeschichte, die den kulturellen Aufbruch jener Zeit widerspiegelt.
Meine anfängliche Verwirrung durch die vielen Zeitsprünge wich schnell der Faszination für die Erzählweise. Die einzelnen Abschnitte und Rückblenden fügen sich im Verlauf der Lektüre wie ein Puzzle zusammen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Diese Struktur verstärkt den kriminalistischen Aspekt und hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht.
Susanne Goga hat mit diesem spannenden und unvergesslichen Roman gezeigt, weshalb sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Danke für dieses gelungene Leseerlebnis.

Fazit: „Die wilden Jahre“ ist ein absolutes Lesehighlight, das ich uneingeschränkt und aus voller Überzeugung weiterempfehlen kann. Die Mischung aus Kriminalroman, Familiendrama und historischer Tiefe ist absolut gelungen. Sehr lesenswert!

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„Montmartre – Traum und Schicksal“

von Marie Lacrosse

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. November 2025
Verlag: Goldmann Verlag
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN:  978-3442206551
Seitenanzahl: 608 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Montmartre“ 02/02

Homepage:
 https://www.penguin.de/buecher/marie-lacrosse-montmartre-traum-und-schicksal/paperback/9783442206551

Klappentext:
„Paris 1889: Elise Lambert und Valérie Dumas wurden am selben Tag geboren. Sonst haben die beiden Frauen nicht viel gemeinsam. Nach der Eröffnung des Moulin Rouge steigt Elise Lambert rasch zum Star des Tanz-Ensembles auf. Darunter leidet ihre Freundschaft mit der Tänzerin La Goulue. Obwohl der Maler Toulouse-Lautrec sie durch seine Werke immer bekannter macht, betrachtet La Goulue Elise zunehmend als Konkurrentin. Die Situation eskaliert, als sich ein reicher Adeliger für Elise interessiert. Unterdessen heiratet die aus gutem Hause stammende Valérie Dumas auf Drängen ihres Vaters den konservativen Künstler Baptiste Germain. Sie findet sich nur mühsam in den engen Schranken dieser Ehe zurecht und kämpft weiter um ihre eigene Zukunft als Malerin. Können Elise und Valérie ihre großen Träume verwirklichen?“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr den ersten Band „Montmartre – Licht und Schatten“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Goldmann Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages des Verlages und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Mit dem Buch „Montmartre – Traum und Schicksal“ legt die Autorin Marie Lacrosse (ein Pseudonym von Marita Spang) den zweiten und abschließenden Band ihrer Dilogie vor, die die Leser und Leserinnen zurück in das pulsierende, widersprüchliche Paris des Jahres 1889 entführt. Der Roman ist ein faszinierendes Porträt einer Epoche des Umbruchs und bietet von der ersten bis zur letzten Seite fesselnde Unterhaltung, die mich nachhaltig beeindruckt hat.

„Ich darf mich nicht entmutigen lassen. Französische Ehefrauen leben schon fast ein ganzes Jahrhundert mit diesen schändlichen Bestimmungen des Code Civil. Auch ich muss das Beste daraus machen, da hat Suzanne recht.“

[Kapitel 5, Seite 108]


Ab der ersten Seite war ich wieder in der Geschichte angekommen. Marie Lacrosse schafft es mühelos, die Fäden der Handlung des ersten Bandes wieder aufzunehmen und die wichtigsten Ereignisse geschickt in den Erzählfluss einzubinden. Ich war sofort wieder bei den Protagonistinnen Elise Lambert und Valérie Dumas, deren Leben sich an den Extremen der Pariser Gesellschaft abspielen. Die Balance zwischen Altbekanntem und neuen Entwicklungen ist perfekt ausbalanciert, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.
Der Roman folgt konsequent den Wegen der beiden Hauptfiguren, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
Elise Lambert steigt im neuen Moulin Rouge zur gefeierten Star-Tänzerin auf. Ihr Weg ist gezeichnet von Konkurrenz, insbesondere zur realhistorischen Tänzerin La Goulue.
Valérie Dumas, aus gutem Hause stammend, kämpft in ihrer Zwangsehe mit dem konservativen Maler Baptiste Germain um ihren Platz als ernstzunehmende Künstlerin.
Beide Figuren wirken in ihrer Entwicklung außerordentlich authentisch und lebensecht. Die gesellschaftlichen Hürden, vor denen sie stehen, werden eindrücklich geschildert. Besonders Valéries Situation machte mir die Rechtlosigkeit verheirateter Frauen im späten 19. Jahrhundert in Frankreich schmerzhaft bewusst.
Doch der Roman gewinnt durch einen dritten, emotional sehr mitnehmenden Erzählstrang an Tiefe: Das Schicksal von Elises Schwester Simone, die in die Abgründe der Prostitution und die schrecklichen Zustände in billigen Etablissements gerät. Diese düstere Thematik steht in starkem Kontrast zum Glanz des Moulin Rouge und verleiht dem Buch eine beeindruckende und gleichzeitig realistische Schwere. Bei diesen Szenen musste ich oft schwer schlucken.

Marie Lacrosse nutzt das Paris der Belle Époque nicht nur als Kulisse, sondern als einen wichtigen Bestandteil der Handlung: Das Jahr 1889 ist geprägt von der Weltausstellung und der Eröffnung des Eiffelturms. Es sind Symbole des Fortschritts und der Moderne, doch unter der glänzenden Oberfläche brodelt es. Die Autorin fängt diesen Dualismus meisterhaft ein: Der glamouröse Aufstieg des Moulin Rouge als Zentrum des Vergnügens und der Bohème steht in scharfem Kontrast zur bitteren Armut in den Arbeitervierteln. Der Roman beleuchtet die Klassengesellschaft, in der die Schicksale der Protagonistinnen unerbittlich durch ihre Herkunft bestimmt werden.
Ein zentrales Element ist auch der Kampf der Frauen um Selbstbestimmung. Ob als Tänzerin, die ihren Körper zur Schau stellt, um zu überleben, oder als Malerin, die gegen die männlich dominierte Kunstwelt kämpft, die Hürden sind immens. Der Roman thematisiert eindringlich die rechtliche Ohnmacht der Frau innerhalb der Ehe und die Schwierigkeit, als Künstlerin ernst genommen zu werden.
Darüber hinaus fängt die Autorin die politische Unsicherheit der Zeit ein, indem sie die aufkeimenden sozialen Spannungen und die Bedrohung durch anarchistische Attentate thematisiert, die das Leben vieler Menschen überschatteten.
Die Integration historischer Persönlichkeiten in die Handlung ist Marie Lacrosse wieder einmal perfekt gelungen: Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec und Tänzerinnen wie La Goulue sind keine bloßen Statisten, sondern eng mit den Schicksalen und Lebenswegen der fiktiven Figuren verwoben. Sie bereichern die Geschichte ungemein und sorgen für eine dichte, immersive Atmosphäre. Ich konnte völlig in die Atmosphäre und das Setting abtauchen und rauschte nur so durch die 608 Seiten.

Nun heißt es von dieser Buchreihe und den liebgewonnen Charakteren Abschied zu nehmen. Ganz herzlichen Dank für dieses wunderbare und lehrreiche Lesevergnügen und für eine Buchreihe, die mit Sicherheit noch lange in meinem Kopf und Herzen bleiben werden.

Fazit: „Montmartre – Traum und Schicksal“ ist ein historischer Roman, der Unterhaltung und Bildung auf höchstem Niveau verbindet. Marie Lacrosse gelingt ein faszinierendes Porträt einer Epoche im Umbruch. Wer historische Romane mit starken Frauenfiguren, lebendigem Zeitkolorit, emotionaler Tiefe und einer fundierten Einbindung gesellschaftlicher Realitäten liebt, wird von diesem Buch, und der gesamten Dilogie, begeistert sein. Eine ganz große Leseempfehlung.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Fräulein Gold – Der Preis der Freiheit“

von Anne Stern

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. November 2025
Verlag: Rowohlt
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3644018396
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 18,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)
Reihe: „Die Hebamme von Berlin“ 08/08

Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/anne-stern-fraeulein-gold-der-preis-der-freiheit-9783499013416?srsltid=AfmBOoom4NExOrZk9qnqhgSfvGY_iobegqH7vzOP5HnSERVXw797bYSI

https://www.annestern.de/romane

Klappentext:
„Berlin, 1932: Hulda Gold hat eine neue Wirkungsstätte als Hebamme gefunden. Im berüchtigten Frauengefängnis Barnimstraße versorgt sie inhaftierte Schwangere und entwickelt einen guten Draht zu den oftmals verzweifelten Frauen. Als innerhalb der Gefängnismauern eine junge Insassin völlig unerwartet stirbt, kann Hulda nicht untätig bleiben. Bald kommen Zweifel wegen der Todesursache auf, und der Verdacht fällt auf Anna Marwitz, die bereits wegen Mordes verurteilt ist. Doch Hulda kann nicht glauben, dass diese verschüchterte Frau, die kurz vor der Entbindung ihres ersten Kindes steht, wirklich eine mehrfache Mörderin sein soll. Mit der Aufklärung des Falls wird ausgerechnet Irma Siegel betraut. Hulda und die Kriminalkommissarin kennen sich von früher, und sie gingen nicht als Freundinnen auseinander. Aber während sich die politischen Kräfte in Deutschland immer mehr radikalisieren, müssen sie nun gemeinsam gegen das Unrecht kämpfen – für die Zukunft aller Frauen und auch die ihrer eigenen Familien.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr die Bände 1 – 7 noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar (PDF-Fahne) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars, der Verlinkung der Homepages des Verlages und der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

– Hier findet ihr meine ausführliche Rezension zu den vorherigen Bänden:
Band 6: „Fräulein Gold – Die Lichter der Stadt“
– Band 1: „Fräulein Gold – Schatten und Licht“
– Band 2: „Fräulein Gold – Scheunenkinder“
– Band 3: „Fräulein Gold – Der Himmel über der Stadt“
– Band 4: „Fräulein Gold – Die Stunde der Frauen“
– Band 5: „Fräulein Gold – Die Rote Insel“
Band 6: „Fräulein Gold – Die Lichter der Stadt“
– Band 7: „Fräulein Gold – Nacht über der Havel“

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Das Buch „Fräulein Gold – Der Preis der Freiheit“ von Anne Stern ist der achte Band der Buchreihe um die Hebamme Hulda Gold und spielt im Jahr 1932 in Berlin.

„Nein, Hulda lebte nicht für den Moment, sondern hatte ihre Nasenspitze stets ein paar Zentimeter in der Zukunft.“

[Kapitel 2, Seite 30]

Berlin im Jahr 1932: Hulda Gold ist eine verheiratete Frau und stolze Mutter und findet als Hebamme im Frauengefängnis eine neue Wirkungsstätte. Dort betreut sie die inhaftierte Schwangere und baut schnell eine Beziehung zu ihnen auf. Als eine der Insassinnen überraschend stirbt und herauskommt, dass es keine natürliche Todesursache war, fällt der Verdacht auf die schwangere Anna Marwitz, die bereits wegen Mordes verurteilt wurde. Hulda und auch der Kommissarin Irma Siegel kommen Zweifel.
Während die dunklen Wolken des erstarkenden Nationalsozialismus immer bedrohlicher werden, muss Hulda Gold nicht nur für Gerechtigkeit für Anna Marwitz kämpfen, sondern auch für ihre eigene Zukunft und die Zukunft ihrer Familie einstehen.

Bereits zum achten Mal ist Hulda Gold (auch wenn sie in diesem Buch eigentlich gar nicht mehr „Gold“ hießt) zurück, eine Buchfigur, die mir mittlerweile so vertraut wie eine gute Freundin ist.
Seit dem Auftakt „Fräulein Gold – Schatten und Licht“ (erschienen 2020), bin ich von dieser Buchreihe eingenommen, trage Hulda in meinem Herzen und freue mich auf jeden neuen Band der Buchreihe.
Huldas außerordentlicher Dickschädel und ihre untrügliche Spürnase für Ungerechtigkeiten und Straftaten in Kombination mit jeder Menge Zeitgeschichte, können mich immer wieder begeistern. So war absolut klar, dass ich auch den hier vorliegenden achten Band unbedingt lesen musste, welchen ich freundlicherweise als Vorab-Exemplar in Form von einer PDF-Fahne und als Paperback vom Verlag zugesendet bekommen habe – an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön dafür an den Rowohlt Verlag.
Das Cover des Buches passt wunderbar zu den bereits erschienen Bänden – damit besitzt die Buchreihe einen gelungenen Wiedererkennungswert:

Dieser achte Band der Reihe ist in der Farbe grün gehalten und besticht wieder einmal durch die hochwertige und liebevoll gestaltete Klappbroschur mit 432 Seiten.

Der Prolog des Buches setzt am 07. März 1932 an, mit dem ersten Kapitel befinden wir uns am 26. März 1932. Die Handlung wird chronologisch erzählt, der Epilog endet am 24. April 1932. Somit umfasst die gesamte Handlung des Buches nur wenige Wochen und setzt etwa eineinhalb Jahre nach dem Ende des letzten Bandes „Fräulein Gold – Nacht über der Havel“ an.
Auch wenn die Geschichten innerhalb eines Buches abgeschlossen sind, empfehle ich, dass man die vorherigen Bände vor diesem Band gelesen hat, da immer wieder Bezug auf Geschehnisse in der Vergangenheit genommen wird. Zudem ist es ist ein größeres Lesevergnügen, da man die Entwicklungen und Entscheidungen der Figuren besser verstehen und nachvollziehen kann.
Wie bei den vorherigen Bänden konnte ich ab dem ersten Kapitel wieder schnell in die Geschichte abtauchen. Anne Stern nimmt ihre Leser und Leserinnen mit viel Ortkenntnis in das Berlin der 1930er Jahre und lässt mit ihrem wunderbaren, detaillierten, bildgewaltigen und flüssigen Sprache auf keiner Seite Langeweile aufkommen. Es ist absolut unmöglich das Buch zur Seite zu legen.

„Es waren dieselben Gräben, dachte Hulda, die auch durchs Land gingen. Sie wurden immer tiefer. Und irgendwann würde der Tag kommen, an dem es keine noch so wacklige Brücke mehr gab, die darüber führte.“

[Kapitel 25, Seite 270]

Den geschichtlichen Hintergrund bildet das Jahr 1932 in Berlin. Anne Stern zeichnet die Atmosphäre der Unsicherheit und des Umbruchs in Berlin meisterhaft und erschreckend authentisch nach: Der erstarkende Nationalsozialismus, der zunehmende Hass auf Juden, Sozialisten und Homosexuelle sind allgegenwärtig und berührend dargestellt. Die Bedrohung, die von diesen Kräften ausgeht, ist greifbar und spürbar. Huldas Gutgläubigkeit und auch ihre Unfähigkeit, die Tragweite dieser Bedrohung vollständig zu realisieren, macht die Darstellung umso authentischer.
Im berüchtigten Frauengefängnis Barnimstraße zeigt Hulda unter schwierigen Bedingungen großes Engagement für die inhaftierten schwangeren Frauen. Die Zustände im Gefängnis sind hart und finster, doch Huldas Einsatz bringt Wärme und Zuversicht an diesen Ort der Verzweiflung. Besonders die Verbindung zu Anna Marwitz, einer des Mordes beschuldigten Insassin, die kurz vor der Entbindung steht, berührte mich sehr. Und mit der Geschichte von Huldas kleiner und liebenswerten Tochter Meta wird diesem Roman eine weitere emotionale Ebene hinzugefügt. 
Hulda Gold und Kriminalkommissarin Irma Siegel, eine Bekanntschaft die bereits aus vorherigen Bänden bekannt ist, arbeiten trotz anfänglicher Spannungen zusammen, um den Fall aufzuklären, während sich die politischen Kräfte in Deutschland immer mehr radikalisieren. Die Kooperation der beiden Frauen vor dem Hintergrund des erstarkenden Nationalsozialismus zeigt, dass gemeinsamer Widerstand gegen das Unrecht möglich ist.
Anne Stern stellt die Themen Freiheit, Widerstand, Mutterschaft und das Überleben in einer immer totalitäreren Gesellschaft packend dar – es machte mich mitunter sehr nachdenklich. Huldas Geschichte regt zum Nachdenken über den „Preis der Freiheit“ an – besonders eindrücklich ist dabei der Spagat zwischen Mutterschaft und Beruf, der in Zeiten äußerer Bedrohung noch schwieriger wird.

Auch diesen achten Band stelle ich wieder zufrieden ins Regal und bedanke mich bei Anne Stern für dieses wunderbare, mitreißende und emotionale Leseerlebnis.
Die Leseprobe des neunten Bandes der Reihe am Ende des Buches zeigt, dass wir uns auf ein weiteres Wiedersehen mit Hulda und all den anderen liebgewonnenen Charakteren freuen dürfen: „Fräulein Gold – Zwischen Himmel und Erde“ erscheint voraussichtlich im November 2026.

„Doch wenn sie anderen Frauen wie heute Abend dabei half, Kinder zur Welt zu bringen, fühlte sie, dass sie tief in ihrem Inneren immer noch die Alte war – das einstige Fräulein Gold, das nicht aus ihr herauszukriegen sein würde, solange sie lebte.“

[Kapitel 5, Seite 69]

Fazit: „Fräulein Gold – Der Preis der Freiheit“ ist ein bewegender Roman, der durch seine authentische Darstellung der Weimarer Republik, des aufkommenden Nationalsozialismus und des Hasses auf Minderheiten besticht. Anne Stern verwebt historische Fakten und fiktive Charaktere meisterhaft und schafft eine Atmosphäre, die mich absolut in den Bann gezogen hat. Ein packendes, nachdenkliches und atmosphärisch dichtes Leseerlebnis.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars (PDF und Paperback) muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die an den Tod nicht glauben – Ein Fall für die Totenleserin“

von Cleo Sternberg

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 03. November 2025
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgaben: Paperback & eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3-426-44973-8
Seitenanzahl: 400 Seiten
Preise: 16,99€ (Paperback), 12,99€ (eBook)
Reihe: „Ein Fall für die Totenleserin“ 01/01

Homepage:
https://www.droemer-knaur.de/buch/cleo-sternberg-die-an-den-tod-nicht-glauben-9783426449738?srsltid=AfmBOopYOpWnI-h32fmUjdeH9Z7141WNRvb94yRiiVSYAKJzqZr_MA9L

Klappentext:
„Berlin, 1910. Als eine weibliche Leiche aus der Spree gezogen wird, wird ihr Fall vom zuständigen Rechtsmediziner schnell und nachlässig abgehandelt: Vermutlich hat die bitterarme ledige Mutter schlicht Selbstmord begangen.
Ganz anders sieht das die angehende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke. Ein Detail an der Leiche hat ihre Aufmerksamkeit geweckt. Und weil ihre Mutter sich ebenfalls das Leben genommen haben soll – was Perdita bis heute nicht glaubt –, nimmt sie den Fall persönlich. Bei ihren Ermittlungen stößt sie bald auf den ebenso geheimnisumwitterten wie charmanten Bestatter Charon Czerny. Perdita misstraut ihm zutiefst, scheint er doch aus dem Tod eine Show für sein Geschäft zu machen. Versucht Charon gar, den Mörder zu decken? Erst als es für sie beide gefährlich wird, erkennen Perdita und Charon, dass sie auf derselben Seite stehen …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise bei der Autorin im Zuge eines Gewinnspiels auf Facebook gewonnen – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.

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Mit „Die an den Tod nicht glauben – Ein Fall für die Totenleserin“ legt Cleo Sternberg (auch bekannt als Charlotte Lyne/ Charlotte Roth) den fesselnden Auftakt ihrer neuen Reihe vor und entführt die Lesenden in das pulsierende, aber auch von tiefen gesellschaftlichen Gräben geprägte Berlin des Jahres 1910. Der Roman, der lose auf wahren Begebenheiten basiert, überzeugt durch eine intensive Atmosphäre, ein starkes Ermittler-Duo und eine Kriminalgeschichte, die mich bis zur letzten Seite fesseln konnte.

„Alles, was sie wollte, war den Toten ihre Geheimnisse abzuringen, sie ihre Geschichten erzählen zu lassen, die andernfalls nie mehr ein Mensch zu hören bekommen würde.“

[Kapitel 3]

Die größte Stärke des Buches ist zweifellos das historische Setting: Cleo Sternberg schafft es mit einer bildhaften und starken Sprache, die Atmosphäre der wilhelminischen Zeit einzufangen. Ich spürte die Luft der Seziersäle, roch das Pflaster Berlins und fühlt die gesellschaftlichen Zwänge, die besonders auf den Frauen dieser Zeit lasten. Die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe sind hervorragend recherchiert, authentisch in die Handlung eingewebt und werden ohne Effekthascherei erzählt. Somit liefert die Autorin ein dichtes und glaubwürdiges Bild einer spannenden Epoche.

Der Klappentext verspricht ein ungleiches Ermittler-Duo, und die Erwartungen werden voll erfüllt.
Perdita Menke ist eine ambitionierte, angehende Gerichtsmedizinerin, die für ihren Traum kämpft, doch immer wieder von den damals geltenden Frauenbildern ausgebremst wird. Ihre Geschichte liegt größtenteils offen zutage und man schließt sie schnell ins Herz. Charon Czerny, der Bestatter, bleibt hingegen bis fast zum Schluss geheimnisvoll und undurchdringlich.
Die Chemie zwischen diesen beiden Hauptfiguren, anfangs von Ablehnung geprägt, dann von gegenseitigem Respekt, ist spürbar und macht den großen Reiz der Geschichte aus.
Überraschend positiv fallen auch die Nebencharaktere auf, die im Klappentext ausgespart bleiben. Besonders Perditas Vater, ein unglaublich toller und liebenswerter Charakter, sowie das Paar Dieter und Isolde, bereichern die Handlung ungemein und geben der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Der Kriminalfall ist absolut spannend inszeniert. Die Ermittlungen schreiten gut voran und sind geschickt mit den historischen Gegebenheiten der damaligen Gerichtsmedizin verbunden. Der Fall ist weit davon entfernt, vorhersehbar zu sein. Stattdessen bietet er einige unvorhersehbare Wendungen, die dazu führten, dass ich das Buch nur ungern aus den Händen gelegt habe.
Danke für dieses großartige Leseerlebnis.

Fazit: „Die an den Tod nicht glauben“ von Cleo Sternberg ist ein historischer Kriminalroman, der nachklingt. Die Kombination aus facettenreichen Figuren, dem intensiven Setting und der starken Sprache machen diesen Reihenauftakt zu einem absoluten Highlight und weckt definitiv die Lust auf weitere Bände der Reihe. Sehr lesenswert!

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„Die Farben der Welt“

von Johanna von Wild

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2022
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839202500
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 16,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-farben-der-welt.html

Klappentext:
„Nürnberg, 1591. Nach dem Tod ihrer Eltern nimmt der Apotheker Basilius Besler seine Nichte Ida bei sich auf und schickt sie zur Schule. Dort findet sie in der Kaufmannstochter Luisa eine Freundin fürs Leben und entdeckt ihre Liebe zur Malerei. Doch es gibt auch Mädchen, die ihr übel mitspielen. Zum Studium geht Ida nach Florenz und erhält nach ihrer Rückkehr vom Eichstätter Fürstbischof den Auftrag, Zeichnungen für den Prachtfolianten seines Gartens anzufertigen. Aber Neid und Missgunst bestehen noch immer. Eine Intrige sorgt nicht nur für den Bruch zwischen ihr und Luisa, sondern bringt Ida in Lebensgefahr.“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wiederdas Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der Roman entführt uns in das pulsierende Nürnberg des Jahres 1591. Nach einem tragischen Verlust findet die junge Ida ein neues Zuhause bei ihrem Onkel, dem Apotheker Basilius Besler. Sie knüpft eine tiefe Freundschaft zur Kaufmannstochter Luisa und entdeckt ihre wahre Berufung: Die Malerei. Ihr Talent führt sie bis ins künstlerische Zentrum Florenz. Nach ihrer Rückkehr erhält sie einen hochkarätigen Auftrag: Sie soll die Pflanzen für den berühmten „Hortus Eystettensis“ des Fürstbischofs von Eichstätt zeichnen. Doch Erfolg weckt Neid. Eine perfide Intrige spinnt sich, die nicht nur ihre Freundschaft zu Luisa auf die Probe stellt, sondern Ida in tödliche Gefahr bringt.

„Die Farben der Welt“ hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und durchweg begeistert. Es ist ein Buch, das man einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Besonders hervorzuheben ist die Protagonistin Ida: Obwohl sie eine fiktive Figur ist, wirkt sie unglaublich lebensecht und authentisch. Johanna von Wild hat eine vielschichtige Figur geschaffen, der ich durch alle Höhen und Tiefen ihres Lebensweges gefolgt bin. Idas Kampfgeist, ihre Leidenschaft für die Kunst und ihre Fähigkeit, sich selbst treu zu bleiben und nie den Mut zu verlieren, machen sie zu einer Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Ich fieberte und litt mit ihr mit und freute mich über jeden ihrer Erfolge.
Aber auch die Nebenfiguren sind meisterhaft gezeichnet. Ob der väterliche Onkel Basilius, die ambivalente Freundin Luisa oder der mächtige Fürstbischof – sie alle tragen zur Dichte der Geschichte bei und wirken in ihrer Zeit verwurzelt und glaubwürdig. Die Dynamik zwischen den Figuren ist sehr überzeugend dargestellt, insbesondere der schmerzhafte Bruch zwischen Ida und Luisa ist emotional spürbar.

Der Schreibstil der Autorin ist ein wahrer Genuss. Sie verwendet eine bildhafte Sprache, die mich mühelos in das späte 16. Jahrhundert entführt hat. Die Beschreibungen der Nürnberger Gassen, der florentinischen Ateliers und der prächtigen Gärten Eichstätts sind so detailliert und atmosphärisch, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Die akribische Recherchearbeit, für die Johanna von Wild bekannt ist, scheint auf jeder Seite durch und verleiht dem Roman eine beeindruckende Authentizität.
Der Roman schafft eine perfekte Balance zwischen ruhigen, detailreichen Momenten, die das Leben und die Kunst der Zeit beleuchten, und spannenden Wendungen. Die angedeutete Intrige sorgt für eine konstant hohe Spannung. Vor allem im letzten Drittel des Buches spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu – ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Danke für dieses mitreißende und lehrreiche Lesevergnügen.

Fazit: „Die Farben der Welt“ von Johanna von Wild ist weit mehr als nur ein historischer Roman; es ist eine fesselnde Reise in eine Zeit, in der eine Frau für ihren Platz in der Kunstwelt kämpfen musste. Mit einer starken Protagonistin, einem brillant recherchierten historischen Kontext und einem mitreißenden Schreibstil ist dieses Buch ein absolutes Muss für alle, die tiefgründige und emotional packende Geschichten lieben. Ein rundum gelungenes Leseerlebnis, das ich euch ans Herz legen möchte. Sehr lesenswert!

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„Rauch überm Land“

von Michael Paul

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: November 2025
Verlag: Bunte Hunde
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3-947081-22-6
Seitenanzahl: 604 Seiten
Preise: 26,00€ (Hardcover)

Homepage:
https://www.michael-paul.eu/bücher

Klappentext:
„Zwei Männer. Zwei Welten. Eine Freundschaft, die Geschichte schreibt.
1918: Der Krieg ist vorbei – doch für Ernest Feist und Philipp F. Reemtsma beginnt nun erst der wahre Kampf. Der eine, jüdischer Fabrikant, gründet im badischen Lahr die ,,Roth-Händle“. Der andere will das väterliche Tabakunternehmen groß machen, richtig groß. Was als geschäftliche Bekanntschaft beginnt, wird zu einer außergewöhnlichen Männerfreundschaft. Doch in diesen Zeiten müssen beide Männer entscheiden, wie weit sie für Erfolg, Loyalität, Familie, Überleben und Ehre gehen. Ein epischer Roman über Mut, Verrat und den Preis der Freundschaft, der zeigt, wie selbst im dunkelsten Kapitel Deutschlands Hoffnung und Menschlichkeit überleben können. Packend, bewegend und inspiriert von den Biografien zweier bedeutender Unternehmer – ein spannendes Panorama deutscher Geschichte voller menschlicher Dramen.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor als vorzeitiges Rezensionsexemplar erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Michael Paul gelingt mit Rauch überm Land, dem ersten Teil eines historischen Zweiteilers, ein packendes und emotionales Panorama der deutschen Zwischenkriegszeit. Inspiriert von wahren Begebenheiten, erzählt der Roman die Geschichte der ungleichen Unternehmer Ernest Feist und Philipp F. Reemtsma und zieht die Leser und Leserinnen mit Authentizität, Detailreichtum und einer durchdachten Erzählstruktur in seinen Bann.

„Aber sein Verhältnis zu Philipp Reemtsma war anders. Es war eine außergewöhnliche geschäftliche Männerfreundschaft, eine kollegiale Verbindung, die sich vom beruflichen Interesse und Austausch längst auf das Private ausgeweitet hatte.“

[Kapitel 44]

Der Roman lebt von seinen vielschichtigen Figuren. Während der jüdische Tabakfabrikant Ernest Feist nach dem Krieg und dem Verlust des Werks und der Heimat in Straßburg sich im badischen Lahr ein neues Leben aufbaut, ringt der im Krieg schwerverletzte Philipp F. Reemtsma in Erfurt um sein Erbe. Die beiden Hauptprotagonisten, die in abwechselnden Kapiteln im Fokus stehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch wirkt ihre Freundschaft, die sich aus geschäftlichen Kontakten entwickelt, überraschend glaubwürdig und ehrlich. Der Autor schafft es, ihre inneren Konflikte und moralischen Dilemmata eindringlich zu schildern, sodass man als Leser/ Leserin die Gedanken und Gefühle der beiden Männer hautnah miterlebt. Neben den historisch verbürgten Figuren überzeugen auch die fiktiven Charaktere, wie der Chauffeur Emil und ein intrigantes Zwillingspaar, durch ihre Authentizität. Sie dienen nicht nur als Beiwerk, sondern stützen teilweise die Hauptfiguren und treiben die Handlung mit voran. Diese Balance zwischen bekannten Persönlichkeiten und fiktiven Charakteren ermöglicht eine stimmige und lebendige Darstellung der Zeit. 

Die historische Kulisse der Jahre 1918 bis 1933 ist akribisch recherchiert und atmosphärisch dicht eingefangen. Michael Paul entführt seine Leser/ Leserinnen an verschiedene Schauplätze und beschreibt die Hintergründe der Nachkriegszeit und der Weimarer Republik mit vielen Details. Insbesondere die turbulenten Wirtschaftsjahre der Hyperinflation werden so plastisch dargestellt, dass man als Leser/ Leserin die Herausforderungen und Ängste der Zeit hautnah miterlebt. 
Besonders bedrückend und fesselnd ist die Darstellung des aufkommenden Nationalsozialismus. Michael Paul verarbeitet den schleichenden Vormarsch der Ideologie, indem er zunächst kleinere, dann immer dramatischere Vorfälle beschreibt, die sich schließlich auf das Schicksal der Protagonisten und ihrer Betriebe und ihrer Freunde und Verwandten auswirken. Diese subtile, aber stetig zunehmende Bedrohung erzeugt eine konstante Spannung.
Die kapitelweise Abwechslung zwischen den beiden Hauptfiguren erzeugt einen geschickten „Cliffhanger-Effekt“, der die Leserschaft am Ball hält. Das Erzähltempo ist gut gewählt; der Autor nimmt sich die nötige Zeit für die Entwicklung der Figuren und der Handlung, ohne dass Langeweile aufkommt. 
Michael Pauls Schreibstil ist fesselnd, detailliert, emotional und lehrreich zugleich. Die Sprache ist direkt und nimmt den Leser mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Man fühlt mit den Charakteren, ihren Hoffnungen und Ängsten und versinkt völlig in der Geschichte und Handlung. Die Darstellung, wie der Nationalsozialismus in der Bevölkerung Anklang fand, ist besonders nachdenklich stimmend und ein denkwürdiger Aspekt des Buches. 

Rauch überm Land“ ist mehr als nur ein historischer Roman. Es ist ein wichtiger Roman, der in seiner Thematik auch in der heutigen Zeit von größter Relevanz ist. Durch die intensive Charakterzeichnung und die detailgetreue Darstellung der historischen Umstände zeigt der Roman, wie schnell eine Gesellschaft von politischen Umbrüchen erfasst und verändert werden kann. Er behandelt zeitlose Themen wie Freundschaft, Loyalität, Mut und Moral und wirft die Frage auf, wie weit man für seine Werte und sein Überleben gehen würde. Das Buch ist ein kraftvolles Zeugnis der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes in finsteren Zeiten. Wer packende historische Romane mit Tiefgang und authentischen Figuren schätzt, wird von „Rauch überm Land“ begeistert sein. Unbedingt lesen!

„Wie konnte Ernest als Unternehmer in einem Land dauerhaft erfolgreich sein, zudem als Jude, in Ruhe leben, wenn sich das Klima im Land so negativ veränderte?“

[Kapitel 30]

Nach seinen fulminanten historischen Romanen „Das Haus der Bücher“, „Versteckt im Schwarzwald“, „Die Trostbriefschreiberin“ und dem Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ hat Michael Paul mit seinem neuen Roman erneut bewiesen, dass er ein ganz großer Erzähler ist. Es sind Geschichten, die im Kopf bleiben und noch lange nach dem Lesen nachhallen. Danke für dieses gelungene Leseerlebnis! Ich freue mich schon so sehr auf den zweiten Band der Geschichte.
Herzlichen Dank an Michael Paul für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als vorzeitiges Rezensionsexemplar.

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*Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage des Autors ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.


„Venusmuscheln in Venedig“

von Dorothe Zürcher

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: September/ Oktober 2025
Verlag: acabus
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3862828890
Seitenanzahl: 250 Seiten
Preise: 18€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Zeit der Kreuzzüge“, Band 03 von 03

Homepage:
https://www.dorothe-zürcher.ch/veröffentlichungen/index

Klappentext:
„Mandelplätzchen und Dattelmilch 1190 von Akkon bis Venedig: Die begnadete Delikatessköchin Alkmene hat die Ehre, für die Hochzeit des künftigen Königs von Jerusalem zu kochen. Inzwischen kehrt Diethelm zum Kreuzritterheer zurück, das unaufhörlich gegen die uneinnehmbaren Mauern Akkons im heutigen Israel anrennt. Zerrissen zwischen der Loyalität zu seinem Lehnsherrn und wachsenden Zweifeln am Kreuzzug, muss er eine Entscheidung treffen. Alkmene erfährt, dass der Königsanwärter das Heer für Gold verraten hat. Nicht nur sie, sondern auch Kreuzritter Diethelm und ihre gemeinsame Tochter Sophia geraten in tödliche Gefahr. Zwischen dampfenden Kesseln und duftenden Gewürzen kämpft Alkmene mit der unmöglichen Entscheidung: Kann sie mit ihren Kochkünsten Leben retten – oder muss sie vergiften, um ihre Lieben zu schützen. Es wird gebraten, gepökelt und gebrüht, verliebt, vergiftet und vergeben.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr die ersten beiden Bände der Reihe „Die Zeit der Kreuzzüge“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise Acabus Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

–  Hier findet ihr meine ausführliche Rezension zu den vorherigen Bänden:
Band 1: „Bittermandeln in Byzanz“
Band 2: „Anisbrot in Antiochia“

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Das Buch „Venusmuscheln in Venedig“ von Dorothe Zürcher ist der dritte und abschließende Band der Reihe „Die Zeit der Kreuzzüge“ und spielt in den Jahren 1190/1191 vorwiegend in dem Kreuzfahrerlager vor der Stadt Akkon.

„Sie war mit Pio und dem Kämmerer verschwunden, ohne eine Erklärung zu geben. Aber mit diesem Gesichtsausdruck. Diethelm kannte ihn. Sie führte etwas im Schilde. Wenn es ums Kochen ging, war Alkmene nicht zu bremsen. In ihrer Begeisterung riss sie die Männer mit.“

[Kapitel 15]

Mit „Venusmuscheln in Venedig“ legt Dorothe Zürcher einen emotional berührenden und historisch fesselnden Abschluss ihrer Reihe über die Zeit der Kreuzzüge vor.
Vor zwei Jahren habe ich den ersten Band „Bittermandeln in Byzanz“ mit großer Begeisterung gelesen. Auch der zweite Band „Anisbrot in Antiochia“, der im September 2024 erschienen ist, konnte mich bestens unterhalten. Deshalb war klar, dass ich auch den dritten und abschließenden Band lesen wollte, um zu erfahren, wie es mit den vielen und liebgewonnen Charakteren weitergehen wird und wie die Trilogie zu Ende gebracht wird. Ich kann nur empfehlen, die ersten beiden Bände vor dem dritten Band zu lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut, und die Charaktere sich kontinuierlich weiter entwickeln.
Das Cover des dritten Bandes greift einige Elemente der Handlung und des Titels auf und fügt sich perfekt in die Reihe ein, was für einen harmonischen Gesamteindruck der Buchreihe sorgt:


Obwohl der Titel eine „venediglastige“ Handlung suggeriert, entführt das Buch die Leser und Leserinnen hauptsächlich in das karge Kreuzritterlager vor Akkon und schildert schonungslos die schrecklichen Lebensbedingungen des Jahres 1190 an diesem unwirtlichen Ort. Hier verknüpft Dorothe Zürcher auf geschickte Weise fiktive und historische Elemente zu einer fesselnden und lehrreichen Geschichte.
Die Stärke des Romans liegt in der authentischen Weiterentwicklung seiner Charaktere. Wir treffen auf vertraute Figuren aus den vorherigen Bänden, deren persönliche Entwicklung tiefgreifend nachgezeichnet wird. Besonders hervorzuheben ist die Delikatessköchin Alkmene, die als fiktive Figur eine ganz wunderbare Zeichnung erhält. Ihre neue Rolle als Mutter von Tochter Sophia lässt sie einerseits zu einer rührend besorgten und fürsorglichen Person werden, treibt sie andererseits aber auch in gefährliche Situationen. So gewinnt die Handlung an einer neuen emotionalen Tiefe.
Der historische Kreuzritter Diethelm, der bereits in den vorherigen Büchern eine Rolle gespielt hat, entwickelt sich in „Venusmuscheln in Venedig“ ebenfalls sehr lebensecht. Seine innere Zerrissenheit und seine zunehmenden Zweifel am Kreuzzug und dessen Erfolg werden spürbar und machen ihn zu einer überzeugenden Figur, die den damaligen Zeitgeist und die Ambivalenz des Dritten Kreuzzuges widerspiegelt. Die Figuren stehen in direktem Bezug zu den historischen Hintergründen wie der Belagerung von Akkon und werden unweigerlich von den Umständen und Ereignissen geprägt.

Die chronologisch verlaufende Handlung stellt Alkmene, Diethelm und Pio in den Mittelpunkt. Ihre Geschichten und Geheimnisse werden hautnah miterlebt, wodurch eine starke emotionale Bindung zu den Hauptcharakteren entsteht. Intrigen, wie die am Hof, denen Alkmene zu Beginn ausgesetzt ist, sorgen für zusätzliche Spannung. Die historischen Hintergründe der Belagerung von Akkon nehmen einen großen Raum ein, ohne die fiktiven Elemente zu überlagern. Im Gegenteil: Die Fiktion ist logisch mit der Geschichte verbunden und verleiht den historischen Ereignissen eine persönliche Note. Die genauen Beschreibungen der Lebensbedingungen im Kreuzritterlager sind ein starker Kontrast zum Titel des Buches, der eher an die romantisierte Atmosphäre Venedigs erinnert.
Der klare und dennoch bildhafte Schreibstil von Dorothe Zürcher trägt maßgeblich zur emotionalen Wirkung des Buches bei. Besonders gelungen sind die kulinarischen Elemente, die durch die Rezepte am Beginn jedes Kapitels in den Vordergrund gestellt werden. Sie geben einen Einblick in die Esskultur der damaligen Zeit und sind sowas wie ein Markenzeichen dieser lesenswerten Buchreihe.

„Doch erst durch seinen Herzog wurde Diethelm zu dem, der er war, bekam Ehre und seinen Platz. Hier im Zelt von vor dem Herzog knieend, erkannte Diethelm, dass er Friedrich von Schwaben nie hintergehen könnte.“

[Kapitel 6]

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich bei Dorothe Zürcher ganz herzlich für dieses wunderbare und lehrreiche Leseerlebnis bedanken. Es war wunderschön, dass ich die vielen interessanten Figuren kennengelernt habe und sie ein Stück in ihrem Leben begleiten durfte. Ich werde sie und ihre Geschichten definitiv noch lange in meinem Herzen tragen, auch wenn ich nun Abschied von ihnen nehmen muss.
Außerdem habe ich durch diese Buchreihe eine Menge geschichtliches und kulinarisches Wissen dazugewonnen. Und genau so muss das sein! Danke dafür.
Außerdem möchte ich mich auch ganz herzlich beim Acabus Verlag für die Bereitstellung und Zusendung des Buches als kostenloses Rezensionsexemplar bedanken.

Fazit: Obwohl der Titel „Venusmuscheln in Venedig“ den Eindruck erweckt, das Buch würde hauptsächlich in Venedig spielen, was leider nicht der Fall ist, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Die Geschichte vor Akkon ist so fesselnd und berührend, dass die begrenzte Darstellung Venedigs in den letzten Kapiteln verzeihlich ist. Das Buch ist ein intensives und lehrreiches Leseerlebnis, das die emotionale Reise seiner Charaktere mit den harten Realitäten des Dritten Kreuzzuges verbindet. Für Fans historischer Romane und der Geschichte der Kreuzzüge ist dieser Abschluss der Reihe absolut empfehlenswert.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Frauen vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ mutiger Kampf um ihr Glück“

von Inès Keerl

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2025
Verlag: emons
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-7408-2600-0
Seitenanzahl: 496 Seiten
Preise: 18,00€ (Taschenbuch), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Catharina Ustings“, Band 2 von 2

Homepage:
https://emons-verlag.de/p/die-frauen-vom-tafelberg.-catharina-ustings-mutiger-kampf-um-ihr-glueck-7597

https://www.ineskeerl.com

Klappentext:
„Liebe und Verrat am Kap der Guten Hoffnung
Kapstadt, 1672. Sieben Jahre nach den dramatischen Ereignissen am Tafelberg steht Catharina Ustings erneut vor einer existenziellen Bedrohung: Sie wird des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Zusätzlich drohen ihre heimliche Affäre mit einem neuen Kommandanten und ein gefährliches Geheimnis sie zu vernichten. Gemeinsam mit der ehemaligen Sklavin Amisha und Krotoa, der »Urmutter Südafrikas«, riskiert Catharina alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr Glück zu retten.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr den ersten Band „Die Löwin vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ kühner Weg in die Freiheit“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Emons Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars, der Verlinkung der Homepages des Verlages und der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Das Buch „Die Frauen vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ mutiger Kampf um ihr Glück“ von Inès Keerl ist der zweite und abschließende Band der Buchreihe, die im 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung spielt und das Leben der historischen Catharina Ustings nachzeichnet.

„»Du strahlst eine Stärke aus, die nie vergehen wird. Einen Willen, der nicht zu brechen ist. Ungebärdigkeit, Unruhe. Es bricht sich durch deine Augen, durch dein ganzes Sein.«“

[Seite 425, 50. Kapitel]

Am Kap der Guten Hoffnung, Südafrika im Jahr 1672: Catharina Ustings ist in ihrer neuen Heimat angekommen und hat sich mit ihrem Ehemann Hans ein Leben aufgebaut. Sieben Jahre sind seit den dramatischen Ereignissen vergangen, die ihr und ihrer Familie fast das Leben kosteten.
Doch für Catharina gibt es keine Ruhe. Nach dramatischen persönlichen Verlusten wird sie des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Catharina gibt nicht auf und gibt alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr persönliches Glück gegen die schrecklichen Geister der Vergangenheit zu verteidigen.

Vor etwa zwei Jahren habe ich mit großer Begeisterung den ersten Band „Die Löwin vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ kühner Weg in die Freiheit“ gelesen. Es war ein absoluter Lesegenuss und ich war sehr gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.
Freundlicherweise bekam ich auch den zweiten Band vom Emons Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Die Handlung dieses zweiten Bandes knüpft an die Handlung des ersten Bands an, weshalb ich empfehle, dass man den ersten Band vorher gelesen hat. Im Prinzip geht es auch ohne die Vorkenntnisse, allerdings fehlen dann eventuell Hintergründe zur Entwicklung der Figuren und die geschichtlichen Hintergründe.
Sehr gelungen empfinde ich die Cover-Gestaltung. Es ist das gleiche Cover, nur die Hintergrundfarbe ist unterschiedlich, womit direkt ersichtlich wird, dass es sich um eine Buchreihe handelt und es gleichzeitig einen gelungenen Wiedererkennungswert vermittelt:

Obwohl ich den ersten Band vor zwei Jahren gelesen habe, fand ich mich (nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten) wieder in die Geschichte ein – auch Dank des hilfreichen Personenregisters am Ende des Buches. Obwohl der Klappentext einiges vorwegnimmt, konnte mich die Handlung dennoch überraschen und bis zum Schluss fesseln. Nur ungern legte ich das Buch zur Seite und tauchte völlig in die Geschichte ab. Zudem sind die die Beschreibungen der südafrikanischen Landschaft und Tiere sind so lebendig, dass ich mich oft so fühlte, als wäre ich direkt vor Ort.
Zudem hat mich die Autorin mit ihrer bildhaften und lebendigen Sprache sofort in die Geschichte hinein gezogen, sie schafft eine dichte und realistische Atmosphäre, die mich nicht mehr losließ.

Die Charaktere, insbesondere Catharina, Amisha und Krotoa sind bereits aus dem ersten Band bekannt und entwickeln sich in diesem Band authentisch weiter.
Catharina, nach wie vor mutig und kämpferisch, durchlebt immense Verluste, an denen sie fast zerbricht, sie findet jedoch wieder ihre „innere Löwin“. Auch wenn sie immer wieder fällt, steht sie wieder auf. Damit ist sie eine absolut starke und unvergessliche Figur, welche ich bereits im ersten Band liebgewonnen habe und mit Sicherheit noch lange in meinem Leseherz tragen werde. Ich weinte mit ihr, wenn das Schicksal erbarmungslos zuschlug und freute mich mit ihr, wenn es wieder etwas bergauf ging.
Krotoa, auch bekannt als Eva, war eine Khoikhoi-Frau, die eine wichtige Rolle in der frühen Geschichte Südafrikas spielte. Sie war eine der ersten Einheimischen, die Kontakt mit den niederländischen Siedlern hatte, und diente als Übersetzerin und Vermittlerin. Ihre Geschichte, die mit diesem Roman wieder lebendig wird, ist ein Beispiel für die komplexen Beziehungen zwischen den Kolonialherren und der einheimischen Bevölkerung.
Ein Großteil der vielfältigen Figuren sind historisch belegt, was für eine gelungene Authentizität des Romans sorgt. Die wenigen fiktiven Figuren des Romans werden gut mit den Geschichten und Schicksalen der historischen Figuren verwoben und mit den historischen Hintergründen verbunden und wirken dadurch sehr lebensecht.

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund bilden die 1670er Jahre:
Das Kap der Guten Hoffnung war zu dieser Zeit eine wichtige Versorgungsstation der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) und ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Die VOC war eine der mächtigsten Handelsgesellschaften des 17. Jahrhunderts und spielte eine zentrale Rolle in der Kolonialisierung Südafrikas. Die Kompanie nutzte das Kap als Versorgungsstation für ihre Schiffe und förderte die Ansiedlung von freien Siedlern, um die Versorgung zu sichern.
Das Leben am Kap der Guten Hoffnung war hart und gefährlich. Die Siedler mussten sich gegen Angriffe der einheimischen Bevölkerung, Krankheiten und die raue Natur behaupten. Die VOC verlangte von den Farmern, dass sie einen Teil ihrer Ernte abgaben, um die Schiffe zu versorgen.
Wie beim ersten Band gibt es auch mitunter brutale, grausame und traurige Szenen, die (neben Tränen) auch für eine hohe Glaubwürdigkeit der Geschichte sorgen. Inès Keerl führt mit viel Wissen und Begeisterung ihre Leser und Leserinnen an die Orte des Geschehens. Ich habe wieder eine Menge zu der Geschichte von Kapstadt, der Kolonialisierung und der Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOG) dazugelernt. Inès Keerl hat die historischen Ereignisse und Hintergründe am Kap der Guten Hoffnung in den 1670er Jahren sorgfältig recherchiert und authentisch in die Geschichte eingebaut.

Nun heißt es Abschied von dieser wunderbaren Buchreihe und den liebgewonnen Charakteren zu nehmen. Danke für dieses lehrreiche und absolut gelungene Leseerlebnis, das ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde.

„Man hatte sie einst Löwin genannt; jetzt war es an der Zeit , wieder diese Löwin zu sein.“

[Seite 390, 46. Kapitel]

Fazit: „Die Frauen vom Tafelberg“ ist ein spannender historischer Roman, der mich tief in die Geschichte Südafrikas hat eintauchen lassen. Inès Keerl hat eine Geschichte geschrieben, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist. Absolut empfehlenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die kleine Nymphe“

von Ann-Kathrin Wasle

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2025
Verlag: TintenSchwan
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3949198205
Seitenanzahl: 208 Seiten
Preise: 18,00€ (Hardcover), 07,99€ (eBook)
Lesealter: Ab 8 Jahren

Homepage:
https://tintenschwan.de/die-kleine-nymphe

Klappentext:
„Seit sie denken kann, lebt die kleine Nymphe am Quell eines Waldbachs. Schon immer fragt sie sich, wo ihr Gewässer wohl hinfließt. Wird es ein großer Fluss werden, der einmal das Meer erreicht?
Als nun die alte Weide ihren letzten Ast verliert, verspricht die Nymphe ihr, dass sie ihrem Fluss folgen und den Weidenzweig bis zum großen Wasser tragen wird. Nur begleitet von ihrem Freund, dem Fledermauser, macht sie sich auf die lange und abenteuerliche Reise.
Aber nicht jeder Fluss mündet einmal ins Meer – viele versickern unterwegs oder sie fließen in größere Gewässer ein. Vor der Nymphe liegt eine weite Reise und niemand kann sagen, ob sie ihr heißersehntes Ziel am Ende erreichen wird.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Die kleine Nymphe“ von Ann-Kathrin Wasle ist ein wunderschönes Kinderbuch, das mich auf eine fantasievolle Reise mitgenommen hat.

Die Geschichte handelt von einer kleinen Nymphe, die sich auf den Weg macht, um ein Versprechen einzulösen und gleichzeitig den Fluss zu erkunden, der aus ihrer Quelle eines Waldbachs entspringt. Begleitet von ihrem Freund, dem Fledermauser, erlebt sie viele Abenteuer und gefährliche Situationen und sie entdeckt die Schönheit der Natur. 

»Dein Fluss wird meinen Zweig bis zum Meer bringen, der Nordstern wird ihn leiten. Und so wird zumindest ein Teil von mir bis zu dem großen Gewässer gelangen.«
[2. Kapitel, Seite 25]

Die kleine Nymphe ist ein sympathischer Charakter und sie hat mich durch ihre Neugier und Loyalität überzeugt. Ihre Reise ist eine Metapher für die Entdeckung der Welt und die Bedeutung von Freundschaft und Loyalität. Als sie sich auf den Weg macht, um den letzten Wunsch der alten Weide zu erfüllen, zeigt sie eine beeindruckende Hingabe und Entschlossenheit. Die Autorin hat die kleine Nymphe als einen Charakter gezeichnet, der sowohl neugierig als auch mutig ist, und die kleinen und großen Leser und Leserinnen können sich leicht mit ihr identifizieren. Und auch der liebenswerte Fledermauser, der fest an der Seite der kleinen Nymphe fliegt, brachte mich immer wieder zum schmunzeln.
Die Geschichte ist fantasievoll und spannend. Ann-Kathrin Wasle hat schafft es ihren kleinen und großen Leser und Leserinnen auf eine Reise mitzunehmen, die sie mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werden. Die Beschreibungen der vielfältigen Landschaften und der Natur sind sehr lebendig und eindrucksvoll. Ich konnte mir diese leicht vorstellen und auch, wie die kleine Nymphe durch die verschiedenen Landschaften reist.
Die wunderschönen und detaillierten Illustrationen von Vanessa Hahn vertiefen diese Eindrücke und ergänzen und erwecken die Geschichte noch mehr zum Leben. Sie unterstützen die Fantasie und machen die Geschichte noch eindrucksvoller und das Buch zu einem ganz besonderen Buch im Bücherregal.

Vor etwa einem Jahr habe ich das Buch „Rungholt“ von Ann-Kathrin Wasle gelesen und war von diesem historischen Roman mit einer Brise Fantasie sehr begeistert.
Auch ihr neues Buch „Die kleine Nymphe“ bekam ich als Rezensionsexemplar, zusammen mit liebevoll ausgewählten Goodies, zugesendet. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken, und natürlich auch ein herzliches Dankeschön für das wunderbare Lesevergnügen.

Fazit: „Die kleine Nymphe“ ist ein wunderbares Buch, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird. Die Geschichte ist fantasievoll, die Charaktere sind liebenswert und die liebevollen Illustrationen komplettieren dieses schöne Buch. Sehr lesenswert.

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Rezensionsexemplars und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.

„Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“

von Maria Nikolai

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. September 2025
Verlag: Penguin Verlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3328111771
Seitenanzahl: 512 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Bäckerinnen von Manhattan“ 02/02

Homepage:
https://www.marianikolai.de

https://www.penguin.de/buecher/maria-nikolai-little-germany-der-geschmack-von-freiheit/taschenbuch/9783328111771

Klappentext:
„Little Germany, Manhattan, 1904: Eine verheerende Katastrophe hat das deutsche Viertel in Schockstarre versetzt. Trotz des schweren Schicksalsschlags, der auch sie getroffen hat, kämpfen Lissi und Julia weiter für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch bald schon zeichnet sich ab, dass Little Germany nie mehr die Heimat sein wird, zu der es für sie geworden war. Noch einmal müssen die beiden jungen Frauen von vorn beginnen – und eröffnen »Lissi’s Kleine Konditorei« auf der 86th Street in Yorkville. Wie ein aufstrebender Stern am German Broadway erobert die schwäbische Confiserie schnell die Herzen aller. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage. Zur selben Zeit beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin und dem Penguin Verlag als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Kurzrezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Kurzrezension als WERBUNG.

ACHTUNG: Solltet ihr den ersten Band „Little Germany – Der Duft der Neuen Welt“ noch nicht kennen, könnte euch diese Rezension spoilern!

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Das Buch „Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“ von Maria Nikolai ist der zweite und abschließende Band einer Buchreihe, die im beginnenden 20. Jahrhundert hauptsächlich in New York City spielt und den Weg zweier Frauen in ein neues Leben zeigt.

„Wo an Donnerstagen sonst reges Treiben herrschte, war Leere, wo sonst gerufen, geschimpft und gelacht wurde, waren Kümmernis und Schweigen.“

[5. Kapitel, Seite 37]

1904, Little Germany in Manhattan: Lissi und Julia, zwei junge Frauen, kämpfen für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch das Schiffsunglück der General Slocum auf dem East River mit mehr als 1000 Toten versetzt das Viertel in eine Schockstarre und trifft auch die beiden Frauen persönlich schwer.
Die Beiden wagen trotz dieses schweren Schicksalsschlags einen Neuanfang und eröffnen in Yorkville eine Konditorei.
Auch die Vergangenheit holt Lissi und Julia wieder ein und damit steht auch ihre gemeinsame Zukunft in New York infrage. Parallel dazu beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River.

Im April 2025 habe ich mit großer Begeisterung den Auftakt „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“ gelesen und wartete seit dem Beenden mit großer Vorfreude auf den zweiten Band der Reihe. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit all den liebgewonnen Figuren weitergeht.
Man sollte unbedingt vor dem zweiten Teil auch den ersten Band gelesen haben, da die beiden Bände eine Geschichte erzählen und ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten Band könnte es schwierig sein, den Figuren und der Handlung richtig zu folgen.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Penguin Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar.
Die Handlung des Buches setzt direkt an das Ende des ersten Bandes an, was dafür sorgte, dass ich sofort wieder mitten im Geschehen war und direkt wieder in die Geschichte abgetaucht bin. Dazu trug zusätzlich auch der angenehme und äußerst bildhafte Sprachstil von Maria Nikolai bei, der mich durch die emotionale und spannende Geschichte getragen hat.
Das Buch hat insgesamt 512 Seiten, die sich auf 60 Kapitel, das Personenregister, die historischen Romanhintergründe, ein Glossar, liebevoll ausgewählten Rezepten aus „Lissi’s kleiner Konditorei“ und dem Dank der Autorin aufteilen.
Die Cover der beiden Bände passen wunderbar zusammen und werden so als Reihe erkenntlich:

Lissi und Julia sind zwei junge Frauen mit unterschiedlichen Stärken, deren tiefe Freundschaft und unerschütterliche Loyalität die Geschichte tragen und bereichern.
Lissi, mit ihrer kreativen Seele und Leidenschaft für die Bäckerei, erlebt durch das tragische Schiffsunglück der General Slocum einen Verlust, der sie tief erschüttert und ihr den Boden unter den Füßen wegreißt. Ihre Art und Weise wie sie mit Schmerz umgeht, zeigt ihre Verletzlichkeit gleichzeitig aber auch ihre innere Stärke.
Julia hingegen, pragmatisch und organisatorisch begabt, ist eine seelische Stütze für Lissi. Ihre gegenseitige Ergänzung und tiefe Verbundenheit macht ihre Freundschaft besonders authentisch.
Beide Charaktere wachsen durch die Herausforderungen und finden Wege zum Neuanfang, ohne ihre Vergangenheit zu vergessen, diese bleibt immer ein Teil von ihnen.
Auch die vielen anderen Charaktere, von denen einige fiktiv, andere historisch sind, hat Maria Nikolai wunderbar zum Leben erweckt. Ich werde sie alle und ihre unvergesslichen Geschichten mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen.

Die historischen Kontexte um Little Germany in Manhattan im Jahre 1904 sind hervorragend recherchiert und intensiv in die Handlung eingebunden, sodass die Leser und Leserinnen eine lebendige Vorstellung von dieser aufregenden Zeit bekommen.
Das Schiffsunglück der General Slocum ist ein zentrales und emotional überwältigendes Ereignis, das nicht nur die Charaktere, sondern auch die Gemeinschaft trifft und nachhaltige Spuren hinterlässt. Die General Slocum war ein Raddampfer, der am der am 15. Juni 1904 auf dem New Yorker East River in Brand geriet und sank. Dabei kamen 1021 der 1342 Personen an Bord ums Leben. Dieses tragische Ereignis hat direkte Auswirkungen auf die Hauptfiguren Lissi und Julia, erschüttert ihre Leben und prägt ihre weiteren Wege. Das Unglück steht somit für Verluste und Herausforderungen, vor denen die Charaktere stehen und die sie zu überwinden versuchen. Schmerz, Trauer und die Suche nach einem weiteren Neuanfang sind die Folgen dieser Tragödie, die die Geschichte emotional und thematisch vertiefen.
Die Darstellung der deutschen Einwanderung, des Lebens in Little Germany und der damaligen Gesellschaft schafft eine authentische und eindringliche Kulisse, die die Geschichte und die vielfältigen Emotionen vertieft. Die gelungene Verflechtung der historischen Hintergründe und der persönlichen Geschichte der fiktiven Hauptfiguren gibt dem Buch eine besondere Tiefe und gelungene Glaubwürdigkeit.
Die großen Themen wie Freundschaft, Liebe, Verlust und Neuanfang sind absolut überzeugend und mitreißend dargestellt, sie durchziehen die Erzählung wie ein roter Faden. Trotz dem tiefem Schmerz und der Tragödie schwingt immer wieder Hoffnung auf bessere Zeiten mit, ein Element, das der Geschichte ein Gefühl von Wärme gibt. Die Loyalität und Verbundenheit zwischen Lissi und Julia, ihre gemeinsamen Träume und die Unterstützung von den anderen Figuren sind besonders berührend und tragen die Erzählung. Der Neuanfang mit „Lissi’s Kleine Konditorei“ in Yorkville zeigt, wie die Charaktere ihre Wege suchen und finden, immer vorangehen und Vergangenes verarbeiten.

Nun heißt es endgültig von der wunderbaren Buchreihe und den vielen liebgewonnen Figuren Abschied zu nehmen. Ich werde sie und die Geschichte noch lange in meinem Herzen tragen und bedanke mich ganz herzlich bei Maria Nikolai für dieses emotionale und absolut gelungene Leseerlebnis.

„Mit dem Wind in den Haaren, Frederick an ihrer Seite und einem freudigen Klopfen ihres Herzens in der Brust fand sie zum ersten Mal das, was sie in Amerika gesucht hatte: Freiheit.“

[12. Kapitel, Seite 111]

Fazit: „Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“ ist ein Buch, das ich mit Tränen der Trauer begonnen und mit Tränen der Freude und des Abschieds beendet habe. Ich bin tief bewegt und berührt von dieser eindrucksvollen Buchreihe und Geschichte und werde die wunderbaren Figuren mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen. Eine absolut empfehlenswerte Buchreihe.


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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.