„Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“

von Julia Heinecke

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Dezember 2018
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808902
Seitenanzahl: 272 Seiten
Preis: 13,90€

Klappentext:
„Südbaden Anfang der 1940er-Jahre: Weil die Lebensmittelversorgung in Freiburg immer schwieriger wird, entschließen sich Miggis Eltern, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben. Während Miggi auf dem ersten Hof schlecht behandelt wird, fühlt er sich bei seiner zweiten Hütestelle fast wie zuhause. Doch der Krieg hält auch im Alltag der Bauern Einzug, und die Lage auf dem Hof eskaliert, als 1945 die Franzosen im Schwarzwald einmarschieren …“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Mit dem Roman „Kalte Weide – ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke bin ich auf ein Buch gestoßen, das mich emotional tief bewegt und gleichzeitig mit dem historischen Hintergrund intensiv mitgerissen hat. Die Autorin versteht es meisterhaft, eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, die ab der ersten Seite eine enorme Sogwirkung entfaltet.

„Heimweh zerriss ihm fast das Herz, und wieder konnte er nicht verhindern, dass seine Augen sich mit Tränen füllten, die ihn bis in den Schlaf folgten.“

[II. Kapitel, Seite 44]

Die Geschichte führt uns in das Südbaden der frühen 1940er-Jahre. Aus purem Überlebenskampf und wegen der dramatischen Lebensmittelknappheit in der Großstadt Freiburg sehen sich die Eltern des jungen Miggi gezwungen, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben.

Was heute unvorstellbar und völlig unwirklich erscheint, war damals bittere Realität: Eine Kindheit, die im Grunde gar keine sein durfte, geprägt von harter körperlicher Arbeit und dem frühen Verlust der familiären Geborgenheit.
Miggis Schicksal hat mich zutiefst erschüttert. Wie er auf seinem ersten Hof behandelt wurde, hat bei mir pures Entsetzen ausgelöst. Die emotionale Härte und die Schutzlosigkeit des Jungen mit zuerleben, tat weh. Mehr als einmal kamen mir beim Lesen selbst die Tränen, weil Miggis Heimweh und seine Sehnsucht nach der Familie so greifbar und schmerzhaft authentisch beschrieben sind. Umso mehr atmete ich auf, als er bei seiner zweiten Hütestelle endlich einen Ort gefunden hat, an dem er sich fast wie zu Hause fühlen darf.
Besonders fasziniert und erschreckt hat mich, wie Julia Heinecke das Zusammenspiel zwischen dem vermeintlich abgelegenen Bauernalltag und den großen Weltgeschehnissen darstellt. Es wird im Buch überdeutlich, dass der Zweite Weltkrieg im Schwarzwald ein ganz anderes Gesicht hatte als im zerbombten Freiburg. Und dennoch war er allgegenwärtig.
Miggi steht mittendrin in diesem Spannungsfeld: Während er versucht, auf den Höfen zu überleben, bangt er um seine Familie in der Stadt. Die Autorin zeichnet ein sehr bildhaftes und ungeschöntes Bild dieser Zeit. Die Präsenz von Zwangsarbeitern auf den Höfen und schließlich die finale Eskalation im Jahr 1945, als die französischen Truppen in den Schwarzwald einmarschieren, werden so eindringlich geschildert, dass die Bedrohung förmlich spürbar wird.
Julia Heineckes Schreibstil ist packend, feinfühlig und zeugt von einer exzellenten historischen Recherche. Sie verharmlost nichts, verfällt aber auch nicht in reine Effekthascherei. Sie gibt den einfachen Menschen und vergessenen Schicksalen dieser Epoche eine kraftvolle Stimme.
Danke für dieses eindrucksvolle Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: Ich kann das Buch „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist eine zutiefst berührende, menschliche Familiengeschichte, die noch lange nach dem Lesen der letzten Seite im Kopf widerhallt. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Kopfnote Glück“

von Luise Loewe

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 04. März 2026
Verlag: SP
Ausgabe: Hardcover, Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3819444333 (HC), 978-3695606160 (TB)
Seitenanzahl: 488 Seiten
Preise: 32,99€ (HC) 19,99€ (TB), 06,99€ (eBook)

Klappentext:
„Glück ist so flüchtig wie die Kopfnote eines Dufts. Europas Sommerresidenz Baden-Baden, 1862: Zwei, die nicht füreinander bestimmt sind, werden miteinander verheiratet. Die junge Auguste träumt von der großen Liebe, Apotheker Hieronymus sehnt sich nach Freiheit als Botaniker auf Capri. Während Auguste alles gibt, damit aus der Ehe mehr wird als bloße Notwendigkeit, zieht sich Hieronymus immer weiter von ihr zurück. Alleingelassen in der Ehe ohne Liebe, entdeckt Auguste die Welt der Düfte und versucht sich in der Kunst, ein Parfum herzustellen. Dann schlägt das Schicksal zu und verändert alles. Ausgerechnet in dieser schweren Zeit, und als sie Hieronymus am meisten gebraucht hätte, lässt er sie allein. Kopfnote Glück erzählt von Liebe, aufbrechenden Konventionen, von Verlust und Neubeginn. Und vom Duft eines Lebens, das man sich selbst ermöglicht.“

Homepage:
https://www.luiseloewe.com/kopfnoteglueck

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Luise Loewe als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe ist ein historischer Roman, der in den 1860er Jahren vorwiegend in Baden-Baden spielt und das Leben der jungen Auguste erzählt, die zwischen aufbrechenden Konventionen, schweren Verlusten und dem Mut eines Neubeginn steht.
Eines vorweg: Diese Geschichte hat mich auf eine Weise berührt, die ich selten beim Lesen erlebe. Es war ein wahres Wechselbad der Gefühle, das mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig gefesselt und nicht mehr losgelassen hat.

„»Spüren, was jemand nicht spricht, aber denkt oder nur fühlt. Solche Töne hören wir nur, wenn es still ist und das eigene Herz willens, das Gefühl zu hören.«

[Kapitel 19, Seite 154]

Was mich an diesem Buch am meisten fasziniert hat, ist die enorme und fast greifbare Entwicklung der Hauptfigur Auguste. Zu Beginn begegnen wir einer sehr jungen, träumerischen Frau, die im Jahr 1862 in eine lieblose und arrangierte Ehe gedrängt wird. Die gesellschaftlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts lassen ihr kaum Raum zum Atmen und von ihrem Ehemann Hieronymus erfährt sie anfangs fast nur Ablehnung. Doch Auguste zerbricht nicht daran. Sie wächst zu einer starken Mutter heran, die im Laufe der Handlung einen furchtbaren Schicksalsschlag erleiden muss. Ihr Weg hat mich tief bewegt: Denn trotz dieser immensen Rückschläge und des tiefen Schmerzes gibt sie sich selbst und ihren großen Traum von einem eigenen Duftwasser niemals auf. Sie kämpft für ihre Träume und für die Liebe … eine Resilienz, die mich zutiefst berührt hat.

Besonders stark fand ich, wie präzise die Autorin Luise Loewe das historische Fundament dieser Epoche nutzt, um Augustes Kampf greifbar zu machen:
Im Jahr 1862 war eine Ehefrau rechtlich und wirtschaftlich komplett unmündig. Eine arrangierte Ehe bedeutete für eine Frau damals oft das Ende jeglicher persönlicher Freiheit: Ihr Vermögen ging an den Mann über, und ohne sein Einverständnis durfte sie weder reisen, noch ein Geschäft gründen oder gar eigenständig arbeiten. Dass Auguste inmitten dieser patriarchalen Strukturen versucht die Herstellung von Parfum zu erlernen, enthält eine enorme Sprengkraft. Es ist eben kein bloßes Hobby, sondern ihr zutiefst revolutionärer Ausbruchsversuch aus einer gesellschaftlichen Gefangenschaft. 
Die Dynamik zwischen Auguste und dem Apotheker Hieronymus ist außergewöhnlich. Wer hier eine klassische, klischeehafte Liebesgeschichte erwartet, wird angenehm überrascht. Hieronymus bleibt fast bis zum Ende der Geschichte sehr undurchsichtig. Genau das verleiht der Handlung jedoch eine außerordentliche Tiefe und eine konstante, unterschwellige Spannung. Man versucht als Leser/ Leserin unwillkürlich, hinter seine Fassade zu blicken.
Diese emotionale Distanz der beiden Eheleute wird durch die zwei völlig unterschiedlichen Handlungsorte meisterhaft spürbar und fühlbar gemacht. Auf der einen Seite das elegante und glanzvolle Baden-Baden, das damals als „Sommerhauptstadt Europas“ die internationale Elite, Monarchen und Künstler anzog. Doch hinter dieser prunkvollen, glitzernden Fassade der Kurstadt verbarg sich für Auguste ein unheimlich enges Korsett aus gesellschaftlichen Zwängen und Verpflichtungen. Auf der anderen Seite steht die Sehnsucht nach dem fernen, wilden und freien Capri, wohin es den Botaniker Hieronymus zieht. Die geografische Trennung spiegelt die Zerrissenheit ihrer beiden Seelen perfekt wider. 
Ein besonders schönes Element ist das Thema der Parfumherstellung. Entgegen meiner ersten Erwartung nimmt dieses Thema gar nicht so extrem viel Raum in der Geschichte ein. Und genau das fand ich perfekt gelöst. Die Welt der Düfte ist nicht überladen, sondern wird wohlstrukturiert und fein dosiert eingesetzt. Das was beschrieben wird, ist dafür umso intensiver: Ich konnte die Aromen und Essenzen beim Lesen förmlich riechen. Zudem habe ich ganz nebenbei eine Menge über die faszinierende historische Geschichte der Duftwasser gelernt. Die Düfte werden zu einem Symbol für Augustes Befreiung und für das Glück, das man sich selbst ermöglichen muss.

Herzlichen Dank liebe Luise Loewe für dieses berührende und gleichzeitig wunderschöne Leseerlebnis – und das signierte Rezensionsexemplar. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung „Herznote Liebe“.

Fazit: Der historische Roman „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe hält genau das, was der Klappentext verspricht: Es ist eine Geschichte über aufbrechende Konventionen, Verlust und den Mut zum Neubeginn. Die Kernbotschaft, die mich nach dem Lesen begleitet, ist klar: Gib niemals deine Träume auf, egal wie schwer die Schicksalsschläge auch sein mögen. Für mich ein absolutes Lese-Highlight! 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Das Rad der Welt“

von Hendrik Lambertus

*Werbung

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2026
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499016875
Seitenanzahl: 624 Seiten
Preise: 15€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Lüneburg um 1300. Die junge Agnes leidet unter den Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, der entschlossen ist, seine Tochter an einen Adeligen zu verheiraten. Doch Agnes‘ Liebe gilt der Wissenschaft: Begeistert studiert sie Werke der Naturkunde und Geografie. Sie erstellt Skizzen für eine eigene Darstellung der Welt, eine Karte, in die ihr gesamtes Wissen einfließen soll.
Bei ihrer Recherche begegnet sie dem jungen Krämer Liudger, der ihre Leidenschaft teilt und in den sie sich verliebt. Sie plant, mit ihm davonzulaufen, den Standeszwängen zu entfliehen und endlich etwas von der Welt zu sehen, als ihr Vater hinter die Affäre kommt und sie zur Buße für den Rest ihrer Tage ins Heidekloster Ebstorf schickt.
Agnes ist verzweifelt, bis sie den großen Wissensschatz des Klosters entdeckt: die Bibliothek. Während ihr Traum zu reisen in unerreichbare Ferne rückt, wächst die Entschlossenheit, ihre Karte fertigzustellen. Ein prunkvolles Dokument, das die Welt als großes Ganzes abbildet – eine Karte, die in die Geschichte eingehen könnte. Wenn es Agnes gelingt, sie zu vollenden ..“


Homepage:
https://www.hendrik-lambertus.de/buecher/historische-romane/das-rad-der-welt

https://www.rowohlt.de/buch/hendrik-lambertus-das-rad-der-welt-9783499016875

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Als begeisterte Leserin von historischen Romanen suche ich immer nach Geschichten, die mich nicht nur gut unterhalten, sondern mich auch tief in die damalige Epoche eintauchen lassen. Mit dem über 600 Seiten starken Schmöker „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus bin ich fündig geworden und eines vorweg: Dieser Roman ist ein Meisterwerk – genau so muss ein guter historischer Roman sein: Emotional, lehrreich und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ich muss gestehen, dass ich vor der Lektüre noch nie etwas von der berühmten „Ebstorfer Weltkarte“ gehört hatte. Doch nach diesem Buch bin ich restlos fasziniert von ihrer (möglichen) Geschichte.

Der Einstieg in den Roman fiel mir unglaublich leicht. Der Autor besitzt einen sehr angenehmen und bildhaften Sprachstil, der mich ab der ersten Seite regelrecht in die Geschichte hineingezogen hat. Die Schauplätze, das geschäftige Lüneburg um 1300 und das spätere Heidekloster Ebstorf, werden so lebendig beschrieben, dass ich die Atmosphäre während des Lesens richtig spüren konnte. 
Im Mittelpunkt steht die junge (fiktive) Agnes, die ich unheimlich schnell ins Herz geschlossen habe. Sie ist keine makellose, typische Heldin, sondern eine wunderbar ambivalent und tiefgründig gezeichnete Figur. Agnes brennt für die Wissenschaft und Geografie, muss aber unter den grausamen Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, leiden. Obwohl sie immer wieder mit sich hadert, herbe Rückschläge erleidet und an den harten Standeszwängen zu zerbrechen droht, gibt sie sich und ihre Träume niemals auf. Seine Tochter wegen einer nicht standesgemäßen Liebe für den Rest ihres Lebens in ein Kloster zu verbannen, ist aus heutiger Sicht ein unvorstellbar heftiger Akt. Umso spannender und faszinierender fand ich es zu erleben, wie Agnes im Kloster Ebstorf ihren ganz eigenen Weg geht – und dort auch gehen darf. Das Kloster entpuppt sich als Ort, an dem sie geschützt ist und die seltene Möglichkeit bekommt, sich intellektuell weiterzubilden.
Die Liebesgeschichte zwischen Agnes und dem jungen (ebenfalls fiktiven) Krämer Liudger hat mich zutiefst berührt. Da die beiden auch nach Agnes‘ Verbannung den Kontakt nicht verlieren, bleibt das emotionale Band durchgehend spürbar. Die Romanze wirkt zu keinem Zeitpunkt kitschig oder aufgesetzt, sondern ist extrem stark und glaubwürdig erzählt. Ich habe bis zum Schluss ununterbrochen mit den beiden mitgefiebert.

Besonders begeistert hat mich die Verwebung von Fiktion und Realität. Die Entstehungsgeschichte der „Ebstorfer Weltkarte“, wie Hendrik Lambertus sie hier aufbaut, wirkt auf mich absolut authentisch, fundiert und glaubhaft. Beim Lesen dachte ich mir immer wieder: Ganz genau so könnte es sich damals tatsächlich abgespielt haben! Man spürt in jeder Zeile das fundierte historische Wissen des Autors, das er jedoch mit einer ungeheuren Leichtigkeit vermittelt.
Danke für dieses großartige Leseerlebnis und ein herzliches Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der historische Roman „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus ist emotional, lehrreich und bis zur letzten Seite extrem spannend. Ich empfehle dieses Buch von ganzem Herzen allen Leserinnen und Lesern, die Lust auf einen historischen Schmöker der Superlative haben. Ein echtes Lese-Highlight und absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Der Rosenhof“

von Priska Buchsbaum

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Februar 2026
Verlag: Goldmann
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3442495511
Seitenanzahl: 736 Seiten
Preise: 15€ (TB), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Freiburg im Breisgau 1914: Als ihr einziger Sohn in den Krieg zieht, muss die vermögende Witwe Else das Weingut ihrer Familie, den Rosenhof, allein weiterführen. Zwei junge Frauen, die ebenfalls auf sich gestellt sind, finden dort Zuflucht: Helene und Pauline. Die Krankenschwester Helene arbeitet in einem Freiburger Lazarett und ist insgeheim dankbar für die Abwesenheit ihres herrschsüchtigen Ehemanns. Pauline dagegen möchte möglichst nah an der Grenze zu Frankreich sein, wo sowohl ihr Bruder als auch ihre heimliche Liebe, der Franzose André, kämpfen. Noch ahnen die drei Frauen nicht, dass ihre Schicksalsgemeinschaft auf dem Rosenhof ihr Leben für immer verändern wird …“

Homepage:
https://www.priska-locascio.com/priska-buchsbaum-1

https://www.penguin.de/buecher/priska-buchsbaum-der-rosenhof/taschenbuch/9783442495511

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Manchmal liest man ein Buch, das einem nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern den Blick auf die eigene Heimat für immer verändert. So ging es mir mit „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum. Als Freiburgerin war dieser historische Roman für mich ein ganz besonderes Erlebnis, das mich tief bewegt und zugleich sprachlos zurückgelassen hat.

Wir schreiben das Jahr 1914 in Freiburg im Breisgau. Der Erste Weltkrieg bricht aus und reißt Lücken in das Leben der Menschen. Auf dem Weingut „Rosenhof“ bildet sich eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft aus drei Frauen: Die vermögende Witwe Else, die Krankenschwester Helene und die junge Pauline.

Was mich an diesem Buch besonders nachhaltig beeindruckt hat, ist die Darstellung des Ersten Weltkriegs fernab der Schützengräben. Da Freiburg so nah an der französischen Grenze liegt, war die Stadt eine der ersten in Deutschland, die den modernen Luftkrieg in seiner ganzen Härte zu spüren bekam. Die Schilderungen der heftigen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung haben mich traurig und sprachlos gemacht. Mir war das Ausmaß dieser frühen Angriffe auf meine Heimatstadt in dieser Form nicht bewusst.
Ein ganz persönlicher Moment war für mich die Erwähnung des Lazaretts indem Helene als Krankenschwester arbeitet: Die Autorin beschreibt ein Lazarett in einer Schule, die sich ganz in der Nähe meines heutigen Wohnhauses befand. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, und ohne dieses Buch hätte ich nie geahnt, welche dramatischen Szenen sich dort, wo ich heute lebe, abgespielt haben. Die Schilderungen des Lazarett-Alltags sind ungeschönt und machen das Leid der Verwundeten greifbar, ohne dabei den Respekt vor den Schicksalen zu verlieren.
Obwohl Else, Helene und Pauline charakterlich völlig unterschiedlich sind, hat mich ihre gemeinsame Stärke fasziniert. Jede trägt ihr eigenes Päckchen, doch in der Krise finden sie auf dem Rosenhof zusammen. Diese Darstellung weiblicher Solidarität in einer Zeit des Umbruchs ist der emotionale Anker der Geschichte.
Ein großes Lob verdient auch der Sprachstil von Priska Buchsbaum. Sie schreibt wunderbar eindringlich und so detailliert, dass man das Gefühl hat, den Duft der Reben auf dem Rosenhof in der Nase zu haben oder den Staub der Freiburger Straßen zu spüren. Trotz der historischen Tiefe und der vielen Details kam niemals Langeweile auf. Die Sprache ist so lebendig und packend, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen. Es ist diese perfekte Mischung aus informativer Geschichtsschreibung und emotionalem Storytelling, die diesen über 700 Seiten starken Schmöker, so lesenswert und unvergesslich macht.

Danke für dieses lehrreiche und emotionale Leseerlebnis.

Fazit: Der historische Roman „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum ist eine Liebeserklärung an die Widerstandskraft der Frauen und ein wichtiges Stück Freiburger Zeitgeschichte. Wer packende Schicksale mag und Freiburg einmal mit ganz anderen Augen sehen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird.

_ _ _

„Melodie der Neuen Welt – Auftakt in New York“

von Susanne Popp

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. April 2026 (eBook), 29. April 2026 (Taschenbuch)
Verlag: S. Fischer Verlage
Ausgaben: Taschenbuch, eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3596712656
Seitenanzahl: 544 Seiten
Preise: 13€ (TB), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Melodie der neuen Welt“ 01/ 02

Klappentext:
„1850: Dorettas Familie hat schon in Deutschland Klaviere gebaut. Jetzt wagt sie den Sprung nach New York. Trotz harter Arbeit ist der Anfang schwer in den Mietskasernen des deutschen Viertels, aber Doretta findet als Klavierlehrerin Eingang in die Prachthäuser der Reichen. Instrumente von Steinway & Sons werden zum »Must-have« der New Yorker Gesellschaft.
1925: Dorettas Urenkelin Florence begibt sich auf die Suche nach den deutschen Wurzeln ihrer Familie und stößt dabei auf Schweigen und Geheimnisse, die sie sich nicht erklären kann. Wie einst Doretta vor fünfundsiebzig Jahren fragt auch sie sich, wer sie wirklich ist und wo sie ihr Glück finden kann.“


Homepage:
https://susannepopp.de

https://www.fischerverlage.de/buch/susanne-popp-melodie-der-neuen-welt-auftakt-in-new-york-9783596712656

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

_ _ _

_ _ _

Das Buch „Melodie der Neuen Welt – Auftakt in New York“ von Susanne Popp ist ein bewegender Roman zwischen Little Germany und dem Glanz der Zwanziger Jahre. 

»Frauen haben oftmals den klareren Blick. Sie erkennen, was möglich ist und was nicht, während die Männer sich nicht selten von ihrem Ehrgeiz zu riskanten Unternehmungen verleiten lassen und von ihrer Wichtigkeit so überzeugt sind, dass sie über das Ziel hinausschießen.«

[Kapitel „1856“]

Ich habe schon einige Reihen über die deutsche Auswanderungsgeschichte in den USA gelesen, aber Susanne Popp hat mich mit dem Auftakt ihrer neuen Dilogie noch einmal ganz neu begeistert. Es ist eine Geschichte, in die ich tief abtauchen und alles um mich herum vergessen konnte und bei der ich nebenbei noch einiges gelernt habe.

Die Handlung ist auf zwei faszinierenden Zeitebenen miteinander verwoben: 1850 begleiten wir Doretta, deren Familie in Deutschland Klaviere baute und nun in New York bei Null anfangen muss. In den engen Mietskasernen des Little Germany von Manhattan ist das Leben hart, doch Doretta und ihre Familie kämpfen sich mit großen Ehrgeiz bis in die Oberschicht vor. 1925 begibt sich ihre Urenkelin Florence auf eine geheimnisvolle Spurensuche nach ihren Wurzeln und stößt dabei auf ein Schweigen, das viele Fragen aufwirft.

Susanne Popp schafft es meisterhaft, das New York der Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Dieses historische New York war ein völlig anders als das heutige New York und doch fühlt es sich während des Lesens absolut greifbar an. Besonders die Einblicke in das quirlige Little Germany haben mich sehr berührt.
Der Name „Steinway & Sons“ war mir natürlich ein Begriff, aber die Geschichte hinter dem Aufbau dieses Weltunternehmens mit deutschen Wurzeln so hautnah mitzuerleben, war unglaublich spannend. Besonders fasziniert hat mich dabei, die Frauen hinter der Firma kennenzulernen. Es war erschütternd und zugleich fesselnd zu sehen, wie wenig Rechte die Frauen damals hatten und gegen welche Widerstände sie ankämpfen mussten, während die Männer das Imperium aufbauten und die Frauen zur Randnotiz in den Geschichtsbüchern wurden.
Anfangs musste ich mich sortieren und orientieren, da es viele Namen und Akteure gibt und es eine Menge Verbindungen zu behalten gilt, aber irgendwann war ich so in der Geschichte angekommen und die Schicksale der vielen Figuren ließen mich nicht mehr los. Es ist absolut faszinierend, wie die beiden Ebenen nach und nach ineinandergreifen und zu einer großen und ganzen Geschichte verschmelzen.
Aber Achtung: Diese Geschichte endet mit einem absoluten Cliffhanger. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Teil in den Händen zu halten, um endlich zu erfahren, wie sich die Familiengeheimnisse auflösen. Der zweite Band erscheint voraussichtlich im Februar 2027.

Danke für dieses großartige und gleichzeitig lehrreiche Leseerlebnis. 

Fazit: Das Buch „Melodie der Neuen Welt- Auftakt in New York“ von Susanne Popp ein gut recherchierter historischer Roman über starke Frauen, die Suche nach der eigenen Identität und dem Mut des Neuanfangs. Sehr lesenswert. 

_ _ _

„Das Schicksal der Herzogin“

von Johanna von Wild

[Werbung*]

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. März 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839280546
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)

Klappentext:
„Sibylla von Anhalt wächst Mitte des 16. Jahrhunderts unbeschwert auf Schloss Dessau auf, teilt das Interesse ihrer Stiefmutter an Heilkräutern und heiratet Friedrich von Mömpelgard. Für beide ist es eine Liebesheirat und die Familie wächst schnell. Doch bald trübt sich das Glück. Als Friedrich Herzog von Württemberg wird, kommt es nicht nur zwischen den Eheleuten, sondern auch mit den Landständen zu Spannungen. Sibyllas einzige Lichtblicke sind die Arzneikammer und die heimlich erblühende Liebe zum Arzt von St. Catharina.“

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de/news/

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/das-schicksal-der-herzogin.html

Hinweise:
– Das Buch durfte ich freundlicherweise testlesen. Außerdem habe ich von der Autorin ein Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Das Buch Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild spielt im ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhundert und entführt die Leserinnen und Leser an den glanzvollen, aber auch mitunter gnadenlosen Hof von Württemberg. Die Geschichte begleitet das Leben der jungen Sibylla von Anhalt, die durch ihre Heirat mit Herzog Friedrich I. in einer Welt voller politischer Ränkespiele, persönlicher Entbehrungen und medizinischer Entdeckungen zu Hause ist. 

Es gibt Bücher, die liest man, und es gibt Bücher, die erlebt man hautnah. Johanna von Wild hat es auch mit ihrem neuen Buch wieder einmal geschafft, dass ich das Gefühl hatte, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern mitten im Geschehen am Stuttgarter Hof des 16. Jahrhunderts zu sein. 
Im Zentrum steht Sibylla von Anhalt (1564–1614), die spätere Herzogin von Württemberg. Selten ist mir eine historische Figur so schnell ans Herz gewachsen. Um die politischen Verbindungen zwischen Anhalt und Württemberg zu festigen, heiratete sie mit gerade einmal 16 Jahren den fast zehn Jahre älteren Friedrich I. – und das aus anfänglicher und gegenseitiger Liebe. Sibylla ist unglaublich sympathisch und so glaubhaft gezeichnet, dass ich im gesamten Verlauf der Handlung mit ihr mitgefiebert habe. Es gab Momente, da hätte ich sie am liebsten einfach nur fest gedrückt. Sie nimmt vieles hin, doch Johanna von Wild macht deutlich, dass Sibylla in der damaligen Zeit oft keine andere Wahl blieb. Besonders fasziniert hat mich ihre historische Rolle als heilkundige Herzogin. Ihr großes Interesse an der Heilkunde und Pharmazie, das sie später in ihrem berühmten Lustgarten in Leonberg auslebte, war für mich wie ein innerer Ausbruch aus den starren, oft erstickenden Konventionen des Hoflebens.
Ein persönliches Highlight ist für mich die fiktive Figur Ava, Sibyllas engste Vertrauensperson und „Milchschwester“. Ava fungiert wie ein Bindeglied zwischen uns Lesenden und der Herzogin; durch ihre Augen wird Sibyllas stoisches Ertragen der Demütigungen durch ihren Ehemann Friedrich I. erst so richtig greifbar. Friedrich wird hier als das dargestellt, was er wohl auch historisch war: Ein egozentrischer, oft rücksichtsloser Herrscher. Er bildet den perfekten Gegenpol zur empathischen Sibylla, die sich trotz der 15 Kinder, die sie ihm gebar, nie in der reinen Mutterrolle verlor, sondern sich stets ihren Intellekt bewahrte.
Der Schreibstil von Johanna von Wild ist gewohnt lebendig, farbenfroh und absolut mitreißend. Von Sibyllas schicksalhafter Geburt in Bernburg über die prachtvolle, aber kühle Hochzeit in Stuttgart bis hin zu ihrem Witwensitz in Leonberg: Ich spürte in jeder Zeile die fundierte Recherche. Die Autorin verknüpft die biografischen Fakten, wie Sibyllas Einsatz für die Armen und Kranken, meisterhaft mit einer fesselnden, unvergesslichen und teilweise fiktiven Geschichte.

Vielen Dank für dieses lesenswerte und lehrreiche Lesevergnügen. Und auch ein herzliches Dankeschön, dass ich dieses Buch testlesen durfte.

Fazit: „Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild ist ein tief bewegender Roman über eine starke Frau, die trotz aller Widerstände (und eines schwierigen Ehemanns) ihren Weg suchte und in der Medizin ihre Bestimmung fand. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne in reale Schicksale vergangener Zeiten ein- und abtauchen – unbedingt lesen!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Frei-Exemplars, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Der Getreue des Herzogs“

von Johanna von Wild

[Werbung*]

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. August 2020
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3-8392-2699-5
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 16,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)

Klappentext:
Tübingen 1498. Der erst elfjährige Ulrich wird zum Herzog von Württemberg ernannt, Küchenjunge Johannes steht ihm als treuer Freund zur Seite. In den Folgejahren muss Johannes, inzwischen Arzt, miterleben, wie der verschwenderische Herzog das Land in den Ruin treibt und seine große Liebe, Sophie Breuning, den eiskalten Volland heiratet. Während Ulrich immer zügelloser handelt und es zum Bauernaufstand kommt, verschwindet Sophie spurlos. Als Johannes von ihrem Geheimnis erfährt, beginnt für ihn eine Odyssee …

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de/news/

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/der-getreue-des-herzogs.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Der historische Roman „Der Getreue des Herzogs“ von Johanna von Wild entführt die Leser und Leserinnen in das Württemberg des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts und erzählt die packende Lebensgeschichte des fiktiven Arztes Johannes, der als enger Vertrauter des ebenso glanzvollen wie tyrannischen Herzogs Ulrich zwischen tiefer loyaler Freundschaft, einer verbotenen Liebe und den blutigen Unruhen der Bauernaufstände bestehen muss.

Nachdem ich die letzte Seite von „Der Getreue des Herzogs“ gelesen hatte, war ich noch ganz von der dichten Atmosphäre des spätmittelalterlichen Württembergs erfüllt. Es kommt selten vor, dass mich ein historischer Roman so sehr packt, dass ich mich regelrecht zwingen musste, diesen ab und zu zur Seite zu legen, doch hier war es definitiv der Fall. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und die 448 Seiten waren innerhalb weniger Tage gelesen. 
Im Mittelpunkt steht die außergewöhnliche Bindung zwischen dem späteren Arzt Johannes und Herzog Ulrich. Johanna von Wild ist es meisterhaft gelungen, die komplexe Figur des Ulrich von Württemberg lebendig werden zu lassen. Ich fühlte mich während der gesamten Lektüre wie eine unsichtbare Begleiterin am Hofe, die miterlebt, wie aus einem Jungen ein verschwenderischer und völlig unberechenbarer Herrscher wird.
Mein Verhältnis zum Protagonisten Johannes war dabei von einer absoluten Ambivalenz geprägt: Einerseits habe ich ihn für seine unerschütterliche Loyalität bewundert. In einer Zeit des Verrats ist seine Treue zu Ulrich ein moralischer Anker. Andererseits hätte ich ihn manchmal am liebsten kräftig geschüttelt, wenn er trotz Ulrichs Zügellosigkeiten und Ungerechtigkeiten weiterhin zu ihm stand. Dieser innere Konflikt hat Johannes für mich unglaublich menschlich und greifbar gemacht.

Besonders beklemmend, und zugleich der besondere Reiz des Buches, ist die Darstellung von Ulrichs Schreckensherrschaft. Die Autorin zeigt hautnah, wie der Herzog das Land durch seine maßlose Verschwendungssucht und kriegerischen Ambitionen buchstäblich in den Ruin treibt. Während am Hofe geprasst wird, hungert das Volk. Ich fand es erschütternd zu lesen, wie aus der drückenden Steuerlast und der Willkür des Adels eine brodelnde Unzufriedenheit erwuchs. Die Schilderung der Unruhen durch den „Armen Konrad“ ist Johanna von Wild meisterhaft gelungen: Man spürt förmlich die Verzweiflung der Bauern, die nichts mehr zu verlieren haben. Johannes, der als Arzt die Wunden dieser Zeit heilen will, steht mittendrin in diesem hochexplosiven Gemisch aus politischem Versagen und menschlichem Leid.
Die (fiktive) Liebesgeschichte zwischen Johannes und Sophie Breuning war für mich der Teil des Romans, der mich emotional am stärksten mitgenommen hat. In der düsteren Atmosphäre der Bauernaufstände waren die heimlichen Begegnungen der beiden wie kleine Strahlen der Hoffnung. Das Verschwinden von Sophie und das damit verbundene Geheimnis waren ein zusätzlicher Antrieb beim Lesen. Der Antagonist Volland bildet dazu das perfekte, abgrundtief böse Gegenstück. Seine Eiseskälte spiegelt die Gnadenlosigkeit der damaligen Zeit wider und machte für mich das Mitfiebern umso intensiver.
Was mich besonders an diesem Roman beeindruckt hat, ist die historische Tiefe. Man merkt in jedem Kapitel, wie akribisch Johanna von Wild recherchiert hat. Ob es die politischen Verwicklungen, die medizinischen Details oder die Vorboten der Reformation sind … alles wirkt authentisch.
Mit ihrem bildhaften Stil hat sie es zudem geschafft, dass das historische Wissen mit dem Schicksal der Figuren verschmilzt. Ich habe das Gefühl, echte historische Persönlichkeiten wie beispielsweise Ulrich von Württemberg wirklich kennengelernt zu haben – einfach die Menschen hinter den Namen, die man aus zahlreichen Geschichtsbüchern kennt. Und genau das sollte ein guter historischer Roman liefern.

Danke für dieses großartige und lehrreiche Leseerlebnis und für das signierte Frei-Exemplar.

Fazit: „Der Getreue des Herzogs“ von Johanna von Wild hat mich emotional aufgewühlt auch historisch bereichert. Ich bin tief in die Geschichte Württembergs eingetaucht und habe einiges dazu gelernt. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Geschenks, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Im Glanz der Freiheit“

von Clara Langenbach

[Werbung*]

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 19. November 2025
Verlag: S. Fischer Verlage
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3596709267
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Henriette Becker stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist eine wahre Überlebenskünstlerin. Als sie Egon kennenlernt, scheint sich ihr Schicksal endlich zum Besseren gewendet zu haben. Sie entdeckt ihre Leidenschaft für die Bühne und avanciert zu einer begabten Schülerin an der Mary-Wigman-Tanzschule in Dresden. Doch der anfangs so fürsorgliche Egon verwandelt sich schnell in einen Tyrann. Bei einer Auseinandersetzung mit ihm verletzt sich Hetty schwer. Der Traum vom Tanzen scheint unwiderruflich zerstört zu sein. Nach dieser Erfahrung schwört Hetty, nie wieder ihr Herz an einen Mann zu verschenken. Doch sie schließt Freundschaft mit dem Schauspieler Philipp vom Thalia-Theater, wo sich ihr ganz neue Möglichkeiten eröffnen.“

Homepage:
https://www.fischerverlage.de/buch/clara-langenbach-im-glanz-der-freiheit-9783596709267

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Mit ihrem historischen Roman „Im Glanz der Freiheit“ ist Clara Langenbach ein fesselndes Porträt der 1920er Jahre gelungen. Nachdem Henriette „Ennie“  bereits im Vorgängerband „Im Takt des Herzens“ als Nebenfigur auftauchte, rückt sie hier mit einer solch emotionalen Wucht ins Zentrum, die mich von der ersten Seite an gepackt hat.

„Wenn sie eins von Mary Wigman gelernt hatte, dann dass der wahre Geist des Tanzens irgendwo zwischen Magie und expressionistischer Wahrnehmung angesiedelt war.“

[Kapitel 8, Seite 158

Ein Wichtiger Hinweis vorab:
Obwohl das Cover einen klassischen historischen Roman vermuten lässt, behandelt der Roman sehr ernste Themen. Das Buch enthält eine Inhaltswarnung zu Sexismus, Misogynie, Gewalt und versuchtem Femizid. Diese Szenen sind teilweise sehr heftig und überraschend, was man beim Lesen unbedingt berücksichtigen sollte.

Die Einbettung in den historischen Kontext ist Clara Langenbach meisterhaft gelungen. Dresden war damals ein Zentrum der Avantgarde. Die Darstellung der Mary-Wigman-Schule fängt den Geist des Ausdruckstanzes perfekt ein: Weg vom starren Ballett, hin zu einer neuen Freiheit. Dieser Glanz bildet einen schmerzhaften Kontrast zur Realität: Dass Ennie in einer Metzgerei für ihren Lebensunterhalt arbeiten muss, zeigt die tiefe soziale Kluft der Weimarer Republik zwischen Lebenshunger und gleichzeitiger Armut.
Egon entpuppt sich schnell als besitzergreifender Tyrann. Trotz meiner dunklen Vorahnung trafen mich seine Übergriffe mitunter unvorbereitet. Clara Langenbach verdeutlicht hier die beklemmende rechtliche Lage der Frau: Trotz des neuen Frauenwahlrechts waren Frauen im Privaten oft völlig den Männern ausgeliefert. Das damals geltende Gesetz verlieh Ehemännern fast alle Entscheidungsrechte, was Egons Machtanspruch eine zusätzliche, systemische Schwere verleiht.
Was mich besonders begeistert hat, ist Ennies unbändiger Kampfgeist. Als ihr Traum vom Tanz durch eine schwere Verletzung zerstört scheint, gibt sie nicht auf. Hier tritt Philipp vom Thalia-Theater in ihr Leben. Er ist ein wunderbarer Charakter: Ein Retter in der Not, der ihr jedoch stets auf Augenhöhe begegnet. Auch die Nebenfiguren, wie Philipps Vater und sein Patenonkel sind so authentisch und warmherzig gezeichnet, dass ich sie mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen werde: Ennies Schwester Lizzy ist ebenfalls ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter, ich habe sie sehr gerne begleitet.
Der Roman ist absolut spannend geschrieben. Stellenweise konnte und wollte ich das Buch nicht aus den Händen legen. Einzig das Ende ließ mich etwas wehmütig zurück: Ein plötzlicher Zeitsprung überspringt ein großes Ereignis, auf das die Handlung intensiv hinführte. Hier fühlte ich mich als Leserin etwas ausgeschlossen, da dies nur im Nachgang erzählt wurde und ich einfach gerne „live“ dabei gewesen wäre. 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Clara Langenbach für das spannende Leseerlebnis und für das signierte Rezensionsexemplar.

»Ich wünschte, wir würden in einer Welt leben, in der die Menschen frei entscheiden können, wer sie sind und wen sie lieben. Und das sie niemanden Rechenschaft schuldig sind. Aber leider leben wir in einer Welt, in der manche nur darauf brennen, das Glück anderer Menschen zu zerstören. (…)«

[Kapitel 18, Seite 360]

Fazit: Der Roman „Im Glanz der Freiheit“ von Clara Langenbach ist eine packende Reise in eine Zeit des Umbruchs. Es feiert Frauen, die sich trotz körperlicher und seelischer Narben nicht unterkriegen lassen, und zeigt, wie wichtig Freundschaft ist. Ein Muss für Fans historisch fundierter Romane mit starken Protagonistinnen. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Die Papierschöpferin“

von Anna Thaler

[Werbung*]

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 02. Februar 2026
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3426529645
Seitenanzahl: 320 Seiten
Preise: 13,99€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Norditalien im 15. Jahrhundert: Der plötzliche Tod ihres Vaters lässt Sofia di Maderno mit drei jüngeren Geschwistern zurück. Jetzt muss sie, auf sich allein gestellt, die Papiermühle der Familie führen. Als Sofia sich weigert, den Sohn eines anderen Müllers zu heiraten, werden aus den Nachbarn Konkurrenten, die ihr die Gesellen abwerben. Bald steht die Mühle kurz vor dem Ruin. Erst die Unterstützung des väterlichen Freunds Sebastiano, eines Franziskaner-Mönchs, lässt Sofia wieder Hoffnung schöpfen. Sebastianos Novize Gianluca lässt Sofias Herz höher schlagen. Schließlich führt der Kampf um ihr Erbe Sofia nach Augsburg, wo nach den Erfindungen Johannes Gutenbergs der Buchdruck revolutioniert wird. Und nach Venedig, wo ihr Vater einen gefährlichen Plan verfolgt hat …“

Homepage:
https://www.seitenrauschen.de/anna-thaler/
(Homepage Autorin)

https://www.droemer-knaur.de/buch/anna-thaler-die-papierschoepferin-9783426529645
(Homepage Verlag)

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Droemer-Knaur Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Als ich zu dem Buch „Die Papierschöpferin“ griff, wusste ich noch nicht, dass mich Anna Thaler mit ihrem historischen Roman so schnell in ihren Bann ziehen würde. Es war mein erstes Buch der Autorin, aber definitiv nicht mein letztes: Ich habe die 320 Seiten innerhalb von nur zwei Tagen regelrecht weggeatmet.

Norditalien im 15. Jahrhundert: Nach dem Tod ihres Vaters steht Sofia di Maderno plötzlich vor den Trümmern ihrer Existenz. Mit drei jüngeren Geschwistern im Rücken muss sie die familieneigene Papiermühle leiten. Und das in einer Zeit, in der Frauen in dieser Position kaum geduldet werden. Sofia kämpft gegen missgünstige Konkurrenten, drohenden Ruin und ihre eigenen Gefühle. Ihr Weg führt sie schließlich von der Idylle des Gardasees bis in das geschäftige Augsburg und das glanzvolle Venedig, immer auf den Spuren einer Erfindung, die die Welt verändern wird: Dem Buchdruck.

Sofia ist eine wunderbare Protagonistin, gerade weil sie nicht perfekt ist. Sie zeigt unternehmerischen Mut, macht aber auch Fehler und kann nicht alles. Dadurch wirkt sie herrlich nahbar und authentisch.
Auch die Schauplätze sind meisterhaft gezeichnet: Als absoluter Venedig-Fan war es für mich ein Genuss, die Stadt lesend neu zu entdecken, aber auch die Atmosphäre in der Papiermühle am Gardasee war sehr greif- und spürbar. 
Besonders fasziniert hat mich die Darstellung der Medienrevolution. Anna Thaler verknüpft Sofias Schicksal geschickt mit dem technologischen Umbruch des 15. Jahrhunderts. Während in Augsburg die Erfindungen von Johannes Gutenberg immer wichtiger werden, wird gleichzeitig deutlich, dass der Buchdruck ohne das richtige Papier nicht funktioniert.  
Der Roman beleuchtet eindrucksvoll den Wissenstransfer zwischen den Handelsmetropolen: Augsburg als Zentrum der Innovation und Venedig als Knotenpunkt für den frühen Buchhandel. Es war extrem lehrreich zu erfahren, wie gefährlich die Pläne waren, das Wissen um den Buchdruck zu verbreiten, und wie Sofia zwischen die Fronten von Handwerkstradition und technischem Fortschritt gerät. Diese historischen Details sind nicht trocken, sondern sie treiben die Spannung des Romans massiv voran.
Anna Thalers Schreibstil hat einen unglaublichen Sog. Die Mischung aus hohem Tempo, der emotionalen Bindung zu den Geschwistern und der tiefen Recherche zur Frühzeit des Buchdrucks hat mich absolut begeistert.

Am Ende der Rezension möchte ich mich ganz herzlich bei Anna Thaler für die wunderbaren Lesestunden bedanken. Und auch an den Droemer-Knaur Verlag ein liebes Dankeschön für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar. 

Fazit: Für mich war der Roman „Die Papierschöpferin“ eine sehr positive Entdeckung. Anna Thaler versteht es meisterhaft, eine tief bewegende Familiengeschichte mit den spannenden Anfängen einer technischen Revolution zu verweben. Dieser historische Roman hat mich in eine andere Welt und Zeit versetzt und mir gleichzeitig viel neues Wissen vermittelt. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _

„Der Pfeiler der Gerechtigkeit“

von Johanna von Wild

[Werbung*]

_ _ _

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 07. Juli 2021
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839200124
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)

Klappentext:
„Würzburg 1574: Bäckerlehrling Simon leidet unter seinem brutalen Stiefvater und dessen Sohn Wulf. Als die Streitigkeiten eskalieren, muss er die Stadt verlassen und erlernt in Venedig die Kunst der Zuckerbäckerei. Nach Jahren in der Ferne kehrt Simon nach Würzburg zurück. Dort übernimmt er die Backstube des Juliusspitals und gewinnt die Zuneigung des mächtigen, unnahbaren Fürstbischofs Julius Echter. Doch Simons Stiefbruder Wulf, getrieben von Neid und Missgunst, lässt nichts unversucht, um ihm zu schaden …“

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de/news/

https://www.gmeiner-verlag.de/autoren/autor/888-johanna-von-wild.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Geschenk erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

_ _ _

_ _ _

Nachdem ich bereits mehrere Bücher von Johanna von Wild mit großer Begeisterung gelesen habe, war meine Vorfreude auf ihr Werk „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ groß – und ich wurde nicht enttäuscht. Wieder einmal hat es die Autorin geschafft, mich auf eine wunderbare Reise in die Vergangenheit mitzunehmen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Im Mittelpunkt steht der Bäckerlehrling Simon, dessen Schicksal mich tief berührt hat. Der Kontrast zwischen seinem harten Leben unter dem brutalen Stiefvater in Würzburg und seiner Flucht nach Venedig ist erzählerisch brillant gelöst. Besonders fasziniert hat mich die Darstellung der Zuckerbäckerei. Johanna von Wild versteht es meisterhaft, Details über dieses alte Handwerk so einzubauen, dass man beim Lesen nicht nur eine Menge lernt, sondern die Düfte der Backstube förmlich in der Nase hat. Es ist diese Liebe zum Detail, die ihre Bücher für mich so besonders macht.
Ein Highlight war für mich die Begegnung mit der historischen Figur des Julius Echter. Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Roman noch nichts über ihn wusste. Zu Beginn wirkte er, wie im Klappentext beschrieben, unnahbar und distanziert. Doch im Laufe der Handlung hat Johanna von Wild aus dieser geschichtlichen Persönlichkeit einen Charakter geformt, den ich sehr zu schätzen gelernt habe. Man lebt und leidet einfach mit. Und das ist die große Kunst der Autorin: Sie macht aus Namen in Geschichtsbüchern echte Menschen aus Fleisch und Blut.
Was diesen Roman für mich besonders auszeichnet, ist das hohe Erzähltempo. Es passiert unheimlich viel und durch den Neid und die Missgunst von Simons Stiefbruder Wulf wird eine ständige Spannung aufrechterhalten. Die Konflikte der Figuren haben mich sehr mitgerissen, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein herzliches Dankeschön für dieses wunderbare Lesevergnügen und auch dafür, dass ich das Buch als Geschenk erhalten habe.

Fazit: In meinem persönlichen Ranking steht „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ von Johanna von Wild ganz weit oben, auch wenn ich bisher alle Bücher der Autorin gleichermaßen liebe. Es ist die perfekte Mischung aus akribischer Recherche, handwerklicher Detailverliebtheit und packender Action. Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der gerne gut recherchierte und gleichzeitig hochgradig unterhaltsame historische Romane liest. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Geschenks, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

_ _ _