„Das Erbe derer von Thurn und Taxis“

von Johanna von Wild

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. April 2023
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839204344
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 18,00€ (Paperback), 13,99€ (eBook)

Klappentext:
„Mitten im Dreißigjährigen Krieg begegnen sich Silas von Maringer, Sohn des Oberstallmeisters des Mainzer Kurfürsten, und Gräfin Alexandrine von Taxis. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Als ihr Ehemann stirbt, wird Alexandrine zur Generalpostmeisterin ernannt. Doch um das Erbe ihrer Kinder zu bewahren, darf sie nicht erneut heiraten. Als Silas in ihren Dienst tritt, wird es immer schwerer standhaft zu bleiben. Erst als er von einem Ritt nicht mehr zurückkehrt, ändert sich alles und Alexandrine muss um ihre Liebe fürchten.“

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/das-erbe-derer-von-thurn-und-taxis.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars, der Verlinkung zur Verlagshomepage und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In dem historischen Roman „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ entwirft Johanna von Wild ein faszinierendes und sehr gut recherchiertes Epochenbild zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, das mich tief bewegt und trotz anfänglicher Hürden vollkommen in seinen Bann gezogen hat. 

Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg in das Buch nicht ganz leichtgefallen ist. Die Autorin wirft die Leserinnen und Leser direkt in das komplexe, politische Geschehen des 17. Jahrhunderts. Die Fülle an historischen Fakten, wechselnden Allianzen und die Vielzahl der Charaktere verlangten mir auf den ersten Seiten einiges an Konzentration ab. Doch das Durchhalten lohnte sich: Denn als ich diesen geschichtlichen Berg erst einmal erklommen hatte und ich so richtig angekommen war, entfaltete das Buch einen Sog, dem ich mich kaum noch entziehen konnte – doch man muss während des Lesens konzentriert bleiben.

Die Atmosphäre des Romans ist von Beginn an greifbar: Sie ist düster, beklemmend, bedrückend und von einer permanenten Bedrohung überschattet. Die Brutalität des Dreißigjährigen Krieges wird ungeschönt und spürbar transportiert. Besonders nahegegangen sind mir dabei die Grausamkeiten gegen die zivile Bevölkerung. Das tragische Schicksal von Silas’ Familie steht hier stellvertretend für das unendliche Leid der damaligen Zeit und hat mich emotional zutiefst mitgenommen. 
Wie in all ihren Romanen habe ich auch hier unglaublich viel gelernt, denn Johanna von Wild verwebt die fiktive Geschichte meisterhaft mit realen Fakten. Im Fokus steht die historische Figur der Gräfin Alexandrine von Taxis, die von 1628 bis 1646 (also in der wohl kritischsten Phase des Krieges) stellvertretend für ihren minderjährigen Sohn die Kaiserliche Reichspost leitete. Der Roman zeigt eindringlich, dass Nachrichten und das Postwesen damals keine bloße Dienstleistung waren, sondern ein kriegsentscheidendes, hochgradig umkämpftes Machtinstrument. Wie die Autorin die Logistik hinter dem Postwesen darstellt – die ständige Gefahr für die Postreiter, zerstörte Stationen und die Herausforderung, das Netz gegen landesherrliche Konkurrenz zu verteidigen – ist absolut fesselnd und lebendig gelungen. 

Im Zentrum stehen zwei lebensechte Protagonisten, mit denen ich von Anfang bis Ende mitgefiebert habe. Auf der einen Seite Silas von Maringer, der pferdebegeisterte Sohn des Mainzer Oberstallmeisters, auf der anderen Seite Alexandrine. Obwohl beide völlig verschiedene Leben führen, müssen sie auf ihre eigene Weise für ihre Ziele und ihre Plätze im Leben und der Gesellschaft kämpfen. 
Besonders fasziniert hat mich Alexandrines Rolle als eine der ersten echten Großunternehmerinnen der deutschen Geschichte. Die Autorin beleuchtet wunderbar den rechtlichen Hintergrund: Dass das kaiserliche Generalpostmeisteramt dank eines Privilegs von 1615 auch im Frauenstamm vererbt werden durfte, öffnete Alexandrine die Tür zu dieser absoluten Männerdomäne. Um das Erbe ihrer Kinder jedoch nicht an eine andere Familie zu verlieren, ist sie an ein striktes Wiederverheiratungsverbot gebunden. Die daraus resultierende, fiktive Liebesgeschichte zwischen ihr und Silas ist feinfühlig gezeichnet. Ihre Verbundenheit wirkt wie ein emotionaler Anker in einer aus den Fugen geratenen Welt. 
Auch wenn die Zeiten dunkel sind, verliert das Buch nie seinen Kern: Neben all dem Schrecken gibt es immer diesen einen Funken Hoffnung, tiefe Verbundenheit und echte Freundschaften.

Danke für dieses großartige, lehrreiche Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ von Johanna von Wild ist ein grandios recherchierter, emotional aufwühlender historischer Roman, der die harten Realitäten des Dreißigjährigen Krieges und die faszinierenden Anfänge des europäischen Postmonopols meisterhaft miteinander verbindet. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Geschenks, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Das Restaurant der Träume“

von Julia Kröhn

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2026
Verlag: Lübbe
Ausgabe: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3757702137
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 26€ (Hardcover), 19,99€ (eBook)

Klappentext:
„Paris, 1765: Anne träumt von einem selbstbestimmten Leben, ihre kleine Schwester Aurore von Bildung und Freiheit. Der junge Benoît kennt den Hunger, aber auch den Duft von Rosmarin, Trüffel und Vanille wie kein Zweiter. Gemeinsam wagen sie das Ungeheuerliche: Sie wollen das erste Restaurant der Weltgeschichte eröffnen. Während in Frankreich alle Zeichen auf Revolution stehen, geraten ihre Lebenswege in den Strudel gesellschaftlicher Umwälzungen. Ein sinnlicher, packend erzählter Roman über die Geburt der Gastronomie, über Träume, Leidenschaft und den Mut, seinen Platz in der Welt zu behaupten.“

Homepage:
https://juliakroehn.at/portfolio-item/das-restaurant-der-traeume

https://bastei-luebbe.de/Buecher/Historische-Romane/Das-Restaurant-der-Traeume/9783757702137

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Lübbe Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG

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In ihrem historischen Roman „Das Restaurant der Träume“ entführt die Autorin Julia Kröhn ihre Leser und Leserinnen in das Paris des ausgehenden 18. Jahrhunderts, um inmitten der gesellschaftlichen Umwälzungen der Französischen Revolution die faszinierende Entstehungsgeschichte der modernen Gastronomie zu erzählen.

Als ich die letzte Seite von Julia Kröhn neuem Roman Das Restaurant der Träume gelesen hatte, klappte ich das Buch mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit zu. Als Liebhaberin historischer Romane wurde ich hier nicht nur fantastisch unterhalten, sondern habe auch unheimlich viel dazu gelernt.
Die Handlung empfand ich von der ersten bis zur letzten Seite als unheimlich mitnehmend und lebendig. Julia Kröhn beweist hier wieder einmal ihr ganzes Können als Historikerin: Sie transportiert das Paris ab dem Jahr 1765 so bildhaft, dass man den Duft von Rosmarin, Trüffel und Vanille förmlich in der Nase hat. Doch das Buch verweilt nicht in idyllischer Kulinarik. Meisterhaft wird spürbar, wie die Atmosphäre in der Stadt zunehmend umschlägt. Der Hunger und die Unzufriedenheit der Bevölkerung werden immer größer, bis die Französische Revolution ausbricht und alles Gewohnte komplett aus den Fugen gerät. Zum Finale hin zieht das Erzähltempo dadurch noch einmal ordentlich an und ließ mich das Buch kaum mehr aus den Händen legen. 

Im Zentrum stehen drei wunderbare Hauptfiguren: Die nach Selbstbestimmung strebende Anne, ihre wissbegierige Schwester Aurore und der feinsinnige (Koch) Benoît. Obwohl alle drei völlig unterschiedliche Träume und Gedanken haben, eint sie der tiefe Wunsch, etwas aus ihrem Leben zu machen. Am meisten mitgefiebert habe ich persönlich mit Aurore auf ihrem Weg nach Bildung und Freiheit. Ein echtes Highlight des Buches ist für mich aber, dass auch die Charaktere um dieses Trio herum extrem tiefgründig und interessant gezeichnet sind – das gilt übrigens bis hin zum Antagonisten, was der Geschichte eine tolle Dynamik verleiht.

Besonders fasziniert hat mich der historische Hintergrund. Vor dem Lesen war mir überhaupt nicht bewusst, wie das Restaurant als solches eigentlich entstanden ist und woher der Begriff überhaupt stammt. Der Wandel von den alten Gasthäusern – in denen man schlicht das essen musste, was eben auf den Tisch kam – hin zu Einzeltischen, Speisekarten und der Idee, dass Essen dem Wohlbefinden dient, wird hier absolut beeindruckend in die Geschichte eingeflochten.
Am Ende der Rezension noch ein kleiner Warnhinweis: Man sollte beim Lesen definitiv ein paar Snacks bereithalten, denn das Buch macht während des Lesens … hungrig!

Danke für dieses großartige Leseerlebnis und ein herzliches Dankeschön an den Lübbe Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Das Restaurant der Träume“ von Julia Kröhn ist eine Geschichte über tiefe Freundschaften, bedingungslosen Zusammenhalt und die Liebe zur Kulinarik in extrem schwierigen Zeiten. Sehr lesenswert! 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“

von Julia Heinecke

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2020
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808933
Seitenanzahl: 312 Seiten
Preis: 14,80€
Reihe: „Kalte Trilogie“ 02/03

Klappentext:
„Südbaden 1952. Als die 18-jährige Sekretärin Irmi aus Freiburg unverheiratet schwanger wird, wirft ihr Vater sie aus dem Haus. Mithilfe ihres Bruders Miggi findet sie im Schwarzwald Unterschlupf auf dem Nonnenfeldhof und arbeitet dort als Magd. – Der technische Fortschritt hält allmählich Einzug und bringt Erleichterung bei der schweren Arbeit auf Feld und Hof. Doch der Krieg hat seine unauslöschlichen Spuren hinterlassen. Immer wieder kommt es zu Konflikten, besonders zwischen Irmi und Jungbäuerin Maria. In ihrer Notlage als ledige Mutter sucht Irmi nach einem Ausweg.“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“ von Julia Heinecke ist ein fesselnder historischer Roman über gesellschaftliche Zwänge, den Wandel der Nachkriegszeit und den Überlebenskampf einer jungen ledigen Mutter im Jahr 1952.

„Irmi wusste nun, welches Gefühl sie überfallen hatte und sie so lähmte. Ein Gefühl, das sie bis jetzt noch gut zu ignorieren geschafft hatte, das aber heute mit aller Macht Besitz von ihr genommen hatte. Es würde immer da sein. Es war die Scham.“

[Seite 184, XIII. Kapitel]

Als Freiburgerin, die viel im Schwarzwald unterwegs ist, war dieser Roman für mich eine tief berührende Zeitreise in die Vergangenheit meiner Heimat. Julia Heinecke hat mich mit ihrem wunderbar lebendigen und bildhaften Schreibstil von der ersten Seite an komplett in die Geschichte hineingezogen.

Die Handlung führt uns ins Südbaden des Jahres 1952:
Die 18-jährige Irmi wird unverheiratet schwanger. Aus heutiger Sicht ist es kaum zu fassen, mit welcher extremen Härte die damalige Gesellschaft und sogar Irmis eigener Vater reagierten. Dass sie verstoßen wird und als Magd auf dem Nonnenfeldhof im Schwarzwald Unterschlupf suchen muss, zeigt eindringlich die unbarmherzigen moralischen Normen jener Nachkriegszeit. Auf dem Hof angekommen, fand ich die Atmosphäre zu Beginn erstaunlich herzlich – auch wenn es mich stellenweise sehr schockiert hat, wie schwer Irmi dort trotz ihrer Schwangerschaft körperlich mitarbeiten musste.

Besonders faszinierend fand ich es zu beobachten, wie der Einzug des technischen Fortschritts das Hofleben verändert. Doch nicht nur die Technik bringt Unruhe, sondern auch die zwischenmenschliche Dynamik. Ein zentraler Reibungspunkt ist die Jungbäuerin Maria. Ganz ehrlich: Maria hat es mir unheimlich schwergemacht, sie zu mögen. Sie ist ein extrem schwieriger Mensch. Obwohl das Buch ihre Beweggründe beleuchtet, konnte ich mich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt kaum hineinversetzen. Genau das macht sie aber zu einem hochgradig interessanten und wunderbar ambivalenten Charakter, der der Geschichte viel Tiefe verleiht.
Ein absolutes Highlight war für mich das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern: Dass Figuren aus dem ersten Band „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ wieder auftauchen, allen voran mein absoluter Liebling Miggi, hat mein Leserinnenherz höher schlagen lassen.
Das Finale hat mich emotional vollkommen abgeholt und absolut zufrieden zurückgelassen. Ich habe bis zum Schluss intensiv mit Irmi gefühlt, gehofft und um ihren Ausweg aus dieser Notlage gebangt. 

Danke für dieses großartige Leseerlebnis. Ich freue mich jetzt schon auf den dritten Band der Reihe: „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“, den ich mit Sicherheit bald lesen werde.  

Fazit: Julia Heinecke gelingt mit ihrem Roman „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“ eine bildgewaltige und emotionale Zeitreise in das Südbaden der Nachkriegszeit. Unbedingt lesen!

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„Die Töchter von Zürich“

von Erika Weigele

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839280836
Seitenanzahl: 336 Seiten
Preise: 18€ (Paperback), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Der Buchmaler von Zürich“ 02/02

Klappentext:
„Zürich 1291: Buchmaler Bertram führt ein ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Fides und ihren drei Töchtern. Doch der Tod des Königs und ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit könnten ihm alles nehmen: das Dach über dem Kopf, die Liebe seiner Frau und die Ehre seiner Tochter Hedwig, die ihr Herz gleich an zwei Männer verloren hat – den Seidenhändler Jakob und den mysteriösen Jean. In seiner Verzweiflung trifft Bertram eine fatale Entscheidung. Dann steht Herzog Albrecht mit gewaltigem Heer vor der Stadt – und das Schicksal Zürichs liegt in den Händen der Frauen.“

Homepage:
https://www.erikaweigele.de/die-toechter-von-zuerich/

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-toechter-von-zuerich.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Erika Weigele als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

– Meine ausführliche Rezension zum ersten Band „Der Buchmaler von Zürich“ findet ihr hier: https://buechertanz.de/?p=6396

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Es sind bereits einige Jahre vergangen, seit ich den ersten Band „Der Buchmaler von Zürich“ von Erika Weigele mit großer Begeisterung gelesen habe. Ich war unglaublich gespannt auf die Fortsetzung „Die Töchter von Zürich“ und vorweg:
Erika Weigele hat es mir spielend leicht gemacht, sofort wieder in die packende Geschichte und Zeit einzutauchen und ich freute mich total, viele liebgewonnene Charaktere wieder zu treffen. Ich empfinde es nicht als zwingend erforderlich, dass man den ersten Band unbedingt vorher gelesen haben muss. Die Geschichte funktioniert auch eigenständig, ohne Vorkenntnisse.

Besonders fasziniert hat mich erneut das historisch fundierte Setting. Die Autorin weiß als gelernte Germanistin und Kunsthistorikerin genau, wovon sie schreibt. Die Orte, Bräuche und die Kunst des Buchmalerhandwerks sind so detailliert und bildhaft beschrieben, dass ich wir während des Lesens alles bestens vorstellen konnte.
Ein absolutes Highlight ist dabei die geschickte Verwebung von Fiktion und Realität. Erika Weigele bettet die Geschichte meisterhaft in die realen Ereignisse des Jahres 1291 ein: Das ewige, dramatische Gerangel um die Königsnachfolge nach dem Tod Rudolfs I. von Habsburg. Eigentlich sollte dessen Sohn, Herzog Albrecht, die Krone erben – doch die Mächtigen entschieden sich anders. Es machte mir unheimlich viel Spaß zu sehen, wie die fiktiven Charaktere nahtlos mit den realen historischen Figuren agieren, während der abgewiesene und wütende Herzog Albrecht mit seinem gewaltigen Heer vor der Stadt Zürich steht.
Diese bewaffneten Konflikte von 1291 bis 1474/1511 zwischen der entstehenden Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstengeschlecht der Habsburger sind als die „Schweizer Habsburgerkriege“ in die Geschichte eingegangen. Eine spannende und aufreibende Zeit.

Auch wenn Bertram wieder im Mittelpunkt der Geschichte steht, liegt bei diesem Band auch der Fokus auf seinen drei sehr unterschiedlichen Töchtern – vor allem auf der ältesten Tochter Hedwig. Sie ist zu Beginn noch sehr jung und ein wenig naiv, was absolut authentisch wirkt. Dennoch habe ich sie schnell ins Herz geschlossen, und ihre persönliche Entwicklung im Laufe der dramatischen Ereignisse ist hervorragend gelungen.
Aber auch die ältere Generation verlangte mir während des Lesens emotional einiges ab: Als Bertram aus purer Verzweiflung eine fatale Entscheidung trifft, um seine Familie zu schützen, löste das bei mir ein absolutes Gefühlschaos aus. Ich konnte seine Zwangslage total verstehen … und habe mich im nächsten Moment wieder furchtbar über ihn und seine Taten geärgert! Genau diese Ecken und Kanten machen die Figuren so lebendig. Es gibt aber auch Momente, in denen ich mit den Tränen gekämpft habe. Das Buch ist somit eine emotionale Achterbahnfahrt.
Das Finale hat mich dann vollends gefesselt. Als das Schicksal der Stadt schließlich in den Händen der Frauen liegt, zieht die Spannung massiv an. Alle Fäden laufen perfekt zusammen und die Geschichte findet einen absolut gelungenen, runden Abschluss. Zufrieden klappte ich das Buch nach der letzten Seite zu. Doch ich finde, dass die Geschichte um Bertram, seine Frau Fides und die drei Töchter noch nicht auserzählt ist – da wäre auf jeden Fall noch Platz für einen dritten Band …

Herzlichen Dank liebe Erika Weigele für das großartige und lehrreiche Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der historische Roman „Die Töchter von Zürich“ von Erika Weigele ist eine rundum gelungene Fortsetzung und verknüpft Fiktion und die packende, wahre Historie perfekt miteinander. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Der Gesang des Falken“

von Lea Gerstenberger

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2026
Verlag: Droemer-Knaur
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3426564301
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 18€ (Paperback), 5,99€ (eBook)

Klappentext:
„Paris, 1514. Der königliche Hof glänzt vor Pracht und Reichtum, doch hinter den Kulissen herrschen Missgunst und Intrigen. Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, verabscheut dieses Theater. Wirklich glücklich ist sie nur fernab des Hofes beim Zeichnen und mit ihrem einzigen Freund Jean, dem Sohn des Großfalkners.
Als Marcelle von ihrem Vater gezwungen wird, sich als Hofdame der englischen Braut des Königs zu beweisen, wird ihr ein junges Mädchen zur Seite gestellt – Anne Boleyn. Sie scheint alle höfischen Tugenden zu verkörpern: elegant, gebildet, unnahbar. Deshalb darf sie auch in Frankreich bleiben, als ein neuer König den Thron besteigt. Doch Marcelle blickt bald hinter die Fassade der Engländerin und entdeckt in Anne eine Verbündete, deren Scharfsinn und verborgener Freiheitsdrang ihr imponieren. Kann ihre Freundschaft den beiden helfen, sich zwischen höfischen Intrigen und großen Träumen zu behaupten und ihren eigenen Weg zu finden?“


Homepage:
https://lea.gerstenberger.de/autorin/
https://www.droemer-knaur.de/buch/lea-gerstenberger-der-gesang-des-falken-9783426564301

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Lea Gerstenberger als Vorab-Exemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Das Buch „Der Gesang des Falken“ von Lea Gerstenberger ist ein historischer Roman, der im 16. Jahrhundert in Frankreich spielt und eine berührende Geschichte über eine Freundschaft der jungen Anne Boleyn mit der fiktiven Marcelle erzählt.

Wir reisen zurück an den prachtvollen französischen Königshof des Jahres 1514. Es ist eine Epoche des extremen Umbruchs: Der Übergang vom Spätmittelalter zur Renaissance ist überall spürbar.
Im Mittelpunkt steht Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, die das von starren Konventionen und Intrigen geprägte Hofleben eigentlich verabscheut. Als sie jedoch gezwungen wird, Hofdame zu werden, trifft sie auf ein junges englisches Mädchen: Die historisch reale Anne Boleyn. Obwohl Anne auf den ersten Blick die perfekte, unnahbare höfische Eleganz verkörpert, blickt Marcelle bald hinter ihre Fassade. Zwischen den beiden ungleichen jungen Frauen entsteht eine tiefe Verbindung.

Besonders faszinierend an dieser Geschichte ist, wie präzise Lea Gerstenberger die engen gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Zeit einfängt und veranschaulicht. Ehen wurden strategisch geschlossen, um Allianzen zu schmieden. In diesem Geflecht aus Machtansprüchen und dem beginnenden Epochenwechsel unter dem späteren König Franz I., der als großer Förderer von Kunst und Humanismus gilt, müssen sich die Figuren des Romans behaupten.
Der Autorin ist es absolut gelungen, die beginnende Renaissance unter Ludwig XII. und später Franz I. lebendig werden zu lassen. Das Setting ist so bildhaft beschrieben, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst durch die imposanten Palasthallen zu wandeln.
Was mich an diesem Buch am meisten begeistert hat, ist die großartige Charakterzeichnung vor diesem realhistorischen Hintergrund. Die Dynamik, die Kontraste und die Freundschaft zwischen der naturverbundenen, freiheitsliebenden Marcelle und der eleganten Anne Boleyn sind wunderschön, absolut überzeugend und lebensecht dargestellt. Für Kenner und Kennerinnen der Geschichte ist es zudem ein intellektueller Genuss zu sehen, wie Anne Boleyns prägende Jahre in Frankreich (die sie später zu der strategisch klugen Frau machten) hier psychologisch feinfühlig hergeleitet werden.
Ein besonderes Highlight war für mich Jean, der Sohn des Großfalkners. Jean fungiert hier als perfektes Bindeglied, er verwebt die Welten der beiden so unterschiedlichen jungen Frauen mit- und untereinander. Außerdem wird durch ihn die hochentwickelte Kunst der Beizjagd (Falknerei) thematisiert, die damals weit mehr als nur ein Zeitvertreib des Adels war: Sie war ein Statussymbol, ein diplomatisches Werkzeug und ein Spiegelbild der höfischen Hierarchie. Ich habe während des Lesens unheimlich viel über die Falknerei dazu gelernt. Lea Gerstenberger beschreibt die Ausbildung der Vögel, die Handhabung des Geschirrs und die Psychologie zwischen Mensch und Greifvogel so fundiert, dass ich hier echtes Fachwissen mitnehme. 

Besonders hervorheben möchte ich den gelungenen Schreibstil: Lea Gerstenberger erzählt unglaublich spannend und einfühlsam, wunderbar detailliert und gleichzeitig angenehm unaufgeregt. Obwohl das Buch auch ruhigere Passagen besitzt, wird es an keiner Stelle langatmig. Die Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und unbedingt wissen musste, wie es mit Marcelle und Anne weitergeht. Man spürt auf jeder Seite die fundierte historische Expertise der Autorin.

Herzlichen Dank für dieses lehrreiche und großartige Lesevergnügen und für das Vertrauen, dieses Buch als Testleserin begleiten zu dürfen.

Fazit: Der historische Roman „Der Gesang des Falken“ von Lea Gerstenberger ist ein rundum gelungenes, tiefgründiges und eindrucksvolles Debüt. Ich hoffe inständig, dass wir noch viele weitere Bücher von dieser großartigen neuen Stimme des historischen Romans hören werden. Unbedingt lesen!

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„Die Leiden der jungen Weiber – Das Goethe-Komplott“

von Ulrich Land

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 29. Juli 2024
Verlag: 8 grad
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3910228399
Seitenanzahl: 216 Seiten
Preis: 24€

Klappentext:
„Sieben Frauen um Christiane Vulpius und Charlotte von Stein erfinden sich einen Dichter. Aus dem amüsanten Gedankenspiel wird ein Reigen von Täuschungen und Intrigen, der immer mehr Fahrt aufnimmt. Der fiktive Johann Wolfgang von Goethe entpuppt sich als Erfolgsmodell, und die Verschwörerinnen werden den Geist, den sie riefen, nicht mehr los. Goethe einmal nicht als literarisches Schwergewicht, sondern im zeitgenössischen Kleid mit den Augen seiner Musen gesehen. »Ein Dichter! Ein Gerücht in Gestalt eines Mannes. Eine grandiose Schimäre!«“

Homepage:
https://www.ulrichland.de/homeland
https://www.ulrichland.de/projekte/die-leiden-der-jungen-weiber/romanwerkstatt

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Das Buch „Die Leiden der jungen Weiber – Das Goethe-Komplott“ von Ulrich Land ist ein Roman, der die deutsche Literaturgeschichte auf herrlich provokante Weise auf den Kopf stellt und das Fundament der Weimarer Klassik kräftig ins Wanken bringt. Es ist eine literarische Spurensuche, die mich als Leserin aus der Komfortzone lockte und zeigt, wie aus einem emanzipatorischen Verwirrspiel ein bitterernster Überlebenskampf werden kann.

„Frauen aus gutem Hause hatten allenfalls als zahlungskräftige Nutznießerinnen der Dichtung parat zu stehen, während die Macher Männer waren. Die Schreiber, die Verleger, die Kritikaster. Alles, was Kleider trug, hatte entgegenzunehmen, hatte Lesezirkel zu unterhalten, aber sich gefälligst aus dem Getriebe der Literaturproduktion rauszuhalten.“

[Seite 85]

Ich bin ehrlich: Als ich das Buch aufschlug, wirkte die Ausgangslage auf mich absolut gewöhnungsbedürftig. Der Gedanke, dass der größte Dichterfürst der deutschen Literaturgeschichte, Johann Wolfgang von Goethe, kein echtes Genie, sondern eine bloße Erfindung von sieben Frauen im Hintergrund sein soll, forderte meine ganze Vorstellungskraft heraus. Doch ich habe mich auf dieses radikale, feministische Gedankenspiel eingelassen und wurde belohnt. Erstaunlich schnell konnte ich mich in die Prämisse hineinfühlen.

Was als amüsantes Verwirrspiel beginnt, entwickelt schon bald eine unerwartete Eigendynamik. Die Handlung nimmt rasant an Fahrt auf und wandelt sich spürbar: Aus dem anfänglichen, fast spielerischen Triumph der Frauen um Christiane Vulpius und Charlotte von Stein wird ein handfester psychologischer Thriller. Der fiktive Goethe entpuppt sich als Erfolgsmodell, doch die Schöpferinnen werden den Geist, den sie riefen, nicht mehr los. Besonders packend fand ich die Darstellung dieser ausweglosen Verstrickung. Es gibt für die Frauen einfach keinen Weg mehr heraus, ohne dass sie ihr Gesicht und ihre gesellschaftliche Existenz komplett verlieren. Diese perfide, allgegenwärtige Angst vor der Aufdeckung ist beim Lesen förmlich greifbar. Ulrich Land zeigt schonungslos, wie die patriarchale Welt der Weimarer Klassik zurückschlägt: Einige der Frauen erkranken unter dem immensen Druck schwer, sowohl körperlich als auch seelisch. Das erzeugte beim Lesen eine zunehmend bedrückende, dichte Stimmung. Die Figuren blieben mir dabei in ihren Handlungen zwar stellenweise fremd, doch genau in diesem psychologischen Verfall konnte ich zutiefst mit ihnen mitfühlen.

Das absolute Highlight des Romans ist für mich jedoch die Sprache. Ulrich Lands Stil ist extrem faszinierend und absolut stimmig. Zwar brauchte ich zu Beginn ein wenig Zeit, um mich auf den gehobenen, historisch angehauchten Sprachstil einzulassen, doch dann hat er mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Besonders genial gelingen dem Autor vereinzelte, modern angehauchte Ausreißer. Sie wirken nie deplatziert, sondern passen perfekt in das emanzipatorische Konzept des Buches und frischen die historische Kulisse elegant auf.

Danke für dieses außergewöhnliche und großartige Leseerlebnis und für das signierte Rezensionsexemplar.

Fazit: Das Buch „Die Leiden der jungen Weiber – Das Goethe-Komplott“ von Ulrich Land ist kein klassischer historischer Roman, sondern ein intelligentes, atmosphärisch dichtes Verwirrspiel um Macht, Ohnmacht und die Konstruktion von Ruhm. Nach anfänglicher Skepsis hat mich die Geschichte mit ihrer bedrückenden Tiefe und der sprachlichen Eleganz so gepackt, dass ich das Buch kaum noch aus den Händen legen konnte. Ich bin absolut begeistert und möchte euch dieses Buch sehr ans Herz legen.

*Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“

von Julia Heinecke

*Werbung

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Dezember 2018
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808902
Seitenanzahl: 272 Seiten
Preis: 13,90€
Reihe: „Kalte Trilogie“ 01/03

Klappentext:
„Südbaden Anfang der 1940er-Jahre: Weil die Lebensmittelversorgung in Freiburg immer schwieriger wird, entschließen sich Miggis Eltern, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben. Während Miggi auf dem ersten Hof schlecht behandelt wird, fühlt er sich bei seiner zweiten Hütestelle fast wie zuhause. Doch der Krieg hält auch im Alltag der Bauern Einzug, und die Lage auf dem Hof eskaliert, als 1945 die Franzosen im Schwarzwald einmarschieren …“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Mit dem Roman „Kalte Weide – ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke bin ich auf ein Buch gestoßen, das mich emotional tief bewegt und gleichzeitig mit dem historischen Hintergrund intensiv mitgerissen hat. Die Autorin versteht es meisterhaft, eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, die ab der ersten Seite eine enorme Sogwirkung entfaltet.

„Heimweh zerriss ihm fast das Herz, und wieder konnte er nicht verhindern, dass seine Augen sich mit Tränen füllten, die ihn bis in den Schlaf folgten.“

[II. Kapitel, Seite 44]

Die Geschichte führt uns in das Südbaden der frühen 1940er-Jahre. Aus purem Überlebenskampf und wegen der dramatischen Lebensmittelknappheit in der Großstadt Freiburg sehen sich die Eltern des jungen Miggi gezwungen, ihren ältesten Sohn als Hirtenbuben in den Schwarzwald zu geben.

Was heute unvorstellbar und völlig unwirklich erscheint, war damals bittere Realität: Eine Kindheit, die im Grunde gar keine sein durfte, geprägt von harter körperlicher Arbeit und dem frühen Verlust der familiären Geborgenheit.
Miggis Schicksal hat mich zutiefst erschüttert. Wie er auf seinem ersten Hof behandelt wurde, hat bei mir pures Entsetzen ausgelöst. Die emotionale Härte und die Schutzlosigkeit des Jungen mit zuerleben, tat weh. Mehr als einmal kamen mir beim Lesen selbst die Tränen, weil Miggis Heimweh und seine Sehnsucht nach der Familie so greifbar und schmerzhaft authentisch beschrieben sind. Umso mehr atmete ich auf, als er bei seiner zweiten Hütestelle endlich einen Ort gefunden hat, an dem er sich fast wie zu Hause fühlen darf.
Besonders fasziniert und erschreckt hat mich, wie Julia Heinecke das Zusammenspiel zwischen dem vermeintlich abgelegenen Bauernalltag und den großen Weltgeschehnissen darstellt. Es wird im Buch überdeutlich, dass der Zweite Weltkrieg im Schwarzwald ein ganz anderes Gesicht hatte als im zerbombten Freiburg. Und dennoch war er allgegenwärtig.
Miggi steht mittendrin in diesem Spannungsfeld: Während er versucht, auf den Höfen zu überleben, bangt er um seine Familie in der Stadt. Die Autorin zeichnet ein sehr bildhaftes und ungeschöntes Bild dieser Zeit. Die Präsenz von Zwangsarbeitern auf den Höfen und schließlich die finale Eskalation im Jahr 1945, als die französischen Truppen in den Schwarzwald einmarschieren, werden so eindringlich geschildert, dass die Bedrohung förmlich spürbar wird.
Julia Heineckes Schreibstil ist packend, feinfühlig und zeugt von einer exzellenten historischen Recherche. Sie verharmlost nichts, verfällt aber auch nicht in reine Effekthascherei. Sie gibt den einfachen Menschen und vergessenen Schicksalen dieser Epoche eine kraftvolle Stimme.
Danke für dieses eindrucksvolle Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: Ich kann das Buch „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ von Julia Heinecke uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist eine zutiefst berührende, menschliche Familiengeschichte, die noch lange nach dem Lesen der letzten Seite im Kopf widerhallt. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Kopfnote Glück“

von Luise Loewe

*Werbung

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 04. März 2026
Verlag: SP
Ausgabe: Hardcover, Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3819444333 (HC), 978-3695606160 (TB)
Seitenanzahl: 488 Seiten
Preise: 32,99€ (HC) 19,99€ (TB), 06,99€ (eBook)

Klappentext:
„Glück ist so flüchtig wie die Kopfnote eines Dufts. Europas Sommerresidenz Baden-Baden, 1862: Zwei, die nicht füreinander bestimmt sind, werden miteinander verheiratet. Die junge Auguste träumt von der großen Liebe, Apotheker Hieronymus sehnt sich nach Freiheit als Botaniker auf Capri. Während Auguste alles gibt, damit aus der Ehe mehr wird als bloße Notwendigkeit, zieht sich Hieronymus immer weiter von ihr zurück. Alleingelassen in der Ehe ohne Liebe, entdeckt Auguste die Welt der Düfte und versucht sich in der Kunst, ein Parfum herzustellen. Dann schlägt das Schicksal zu und verändert alles. Ausgerechnet in dieser schweren Zeit, und als sie Hieronymus am meisten gebraucht hätte, lässt er sie allein. Kopfnote Glück erzählt von Liebe, aufbrechenden Konventionen, von Verlust und Neubeginn. Und vom Duft eines Lebens, das man sich selbst ermöglicht.“

Homepage:
https://www.luiseloewe.com/kopfnoteglueck

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Luise Loewe als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Das Buch „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe ist ein historischer Roman, der in den 1860er Jahren vorwiegend in Baden-Baden spielt und das Leben der jungen Auguste erzählt, die zwischen aufbrechenden Konventionen, schweren Verlusten und dem Mut eines Neubeginn steht.
Eines vorweg: Diese Geschichte hat mich auf eine Weise berührt, die ich selten beim Lesen erlebe. Es war ein wahres Wechselbad der Gefühle, das mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig gefesselt und nicht mehr losgelassen hat.

„»Spüren, was jemand nicht spricht, aber denkt oder nur fühlt. Solche Töne hören wir nur, wenn es still ist und das eigene Herz willens, das Gefühl zu hören.«

[Kapitel 19, Seite 154]

Was mich an diesem Buch am meisten fasziniert hat, ist die enorme und fast greifbare Entwicklung der Hauptfigur Auguste. Zu Beginn begegnen wir einer sehr jungen, träumerischen Frau, die im Jahr 1862 in eine lieblose und arrangierte Ehe gedrängt wird. Die gesellschaftlichen Konventionen des 19. Jahrhunderts lassen ihr kaum Raum zum Atmen und von ihrem Ehemann Hieronymus erfährt sie anfangs fast nur Ablehnung. Doch Auguste zerbricht nicht daran. Sie wächst zu einer starken Mutter heran, die im Laufe der Handlung einen furchtbaren Schicksalsschlag erleiden muss. Ihr Weg hat mich tief bewegt: Denn trotz dieser immensen Rückschläge und des tiefen Schmerzes gibt sie sich selbst und ihren großen Traum von einem eigenen Duftwasser niemals auf. Sie kämpft für ihre Träume und für die Liebe … eine Resilienz, die mich zutiefst berührt hat.

Besonders stark fand ich, wie präzise die Autorin Luise Loewe das historische Fundament dieser Epoche nutzt, um Augustes Kampf greifbar zu machen:
Im Jahr 1862 war eine Ehefrau rechtlich und wirtschaftlich komplett unmündig. Eine arrangierte Ehe bedeutete für eine Frau damals oft das Ende jeglicher persönlicher Freiheit: Ihr Vermögen ging an den Mann über, und ohne sein Einverständnis durfte sie weder reisen, noch ein Geschäft gründen oder gar eigenständig arbeiten. Dass Auguste inmitten dieser patriarchalen Strukturen versucht die Herstellung von Parfum zu erlernen, enthält eine enorme Sprengkraft. Es ist eben kein bloßes Hobby, sondern ihr zutiefst revolutionärer Ausbruchsversuch aus einer gesellschaftlichen Gefangenschaft. 
Die Dynamik zwischen Auguste und dem Apotheker Hieronymus ist außergewöhnlich. Wer hier eine klassische, klischeehafte Liebesgeschichte erwartet, wird angenehm überrascht. Hieronymus bleibt fast bis zum Ende der Geschichte sehr undurchsichtig. Genau das verleiht der Handlung jedoch eine außerordentliche Tiefe und eine konstante, unterschwellige Spannung. Man versucht als Leser/ Leserin unwillkürlich, hinter seine Fassade zu blicken.
Diese emotionale Distanz der beiden Eheleute wird durch die zwei völlig unterschiedlichen Handlungsorte meisterhaft spürbar und fühlbar gemacht. Auf der einen Seite das elegante und glanzvolle Baden-Baden, das damals als „Sommerhauptstadt Europas“ die internationale Elite, Monarchen und Künstler anzog. Doch hinter dieser prunkvollen, glitzernden Fassade der Kurstadt verbarg sich für Auguste ein unheimlich enges Korsett aus gesellschaftlichen Zwängen und Verpflichtungen. Auf der anderen Seite steht die Sehnsucht nach dem fernen, wilden und freien Capri, wohin es den Botaniker Hieronymus zieht. Die geografische Trennung spiegelt die Zerrissenheit ihrer beiden Seelen perfekt wider. 
Ein besonders schönes Element ist das Thema der Parfumherstellung. Entgegen meiner ersten Erwartung nimmt dieses Thema gar nicht so extrem viel Raum in der Geschichte ein. Und genau das fand ich perfekt gelöst. Die Welt der Düfte ist nicht überladen, sondern wird wohlstrukturiert und fein dosiert eingesetzt. Das was beschrieben wird, ist dafür umso intensiver: Ich konnte die Aromen und Essenzen beim Lesen förmlich riechen. Zudem habe ich ganz nebenbei eine Menge über die faszinierende historische Geschichte der Duftwasser gelernt. Die Düfte werden zu einem Symbol für Augustes Befreiung und für das Glück, das man sich selbst ermöglichen muss.

Herzlichen Dank liebe Luise Loewe für dieses berührende und gleichzeitig wunderschöne Leseerlebnis – und das signierte Rezensionsexemplar. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung „Herznote Liebe“.

Fazit: Der historische Roman „Kopfnote Glück“ von Luise Loewe hält genau das, was der Klappentext verspricht: Es ist eine Geschichte über aufbrechende Konventionen, Verlust und den Mut zum Neubeginn. Die Kernbotschaft, die mich nach dem Lesen begleitet, ist klar: Gib niemals deine Träume auf, egal wie schwer die Schicksalsschläge auch sein mögen. Für mich ein absolutes Lese-Highlight! 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Das Rad der Welt“

von Hendrik Lambertus

*Werbung

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2026
Verlag: Rowohlt
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499016875
Seitenanzahl: 624 Seiten
Preise: 15€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Lüneburg um 1300. Die junge Agnes leidet unter den Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, der entschlossen ist, seine Tochter an einen Adeligen zu verheiraten. Doch Agnes‘ Liebe gilt der Wissenschaft: Begeistert studiert sie Werke der Naturkunde und Geografie. Sie erstellt Skizzen für eine eigene Darstellung der Welt, eine Karte, in die ihr gesamtes Wissen einfließen soll.
Bei ihrer Recherche begegnet sie dem jungen Krämer Liudger, der ihre Leidenschaft teilt und in den sie sich verliebt. Sie plant, mit ihm davonzulaufen, den Standeszwängen zu entfliehen und endlich etwas von der Welt zu sehen, als ihr Vater hinter die Affäre kommt und sie zur Buße für den Rest ihrer Tage ins Heidekloster Ebstorf schickt.
Agnes ist verzweifelt, bis sie den großen Wissensschatz des Klosters entdeckt: die Bibliothek. Während ihr Traum zu reisen in unerreichbare Ferne rückt, wächst die Entschlossenheit, ihre Karte fertigzustellen. Ein prunkvolles Dokument, das die Welt als großes Ganzes abbildet – eine Karte, die in die Geschichte eingehen könnte. Wenn es Agnes gelingt, sie zu vollenden ..“


Homepage:
https://www.hendrik-lambertus.de/buecher/historische-romane/das-rad-der-welt

https://www.rowohlt.de/buch/hendrik-lambertus-das-rad-der-welt-9783499016875

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Als begeisterte Leserin von historischen Romanen suche ich immer nach Geschichten, die mich nicht nur gut unterhalten, sondern mich auch tief in die damalige Epoche eintauchen lassen. Mit dem über 600 Seiten starken Schmöker „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus bin ich fündig geworden und eines vorweg: Dieser Roman ist ein Meisterwerk – genau so muss ein guter historischer Roman sein: Emotional, lehrreich und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Ich muss gestehen, dass ich vor der Lektüre noch nie etwas von der berühmten „Ebstorfer Weltkarte“ gehört hatte. Doch nach diesem Buch bin ich restlos fasziniert von ihrer (möglichen) Geschichte.

Der Einstieg in den Roman fiel mir unglaublich leicht. Der Autor besitzt einen sehr angenehmen und bildhaften Sprachstil, der mich ab der ersten Seite regelrecht in die Geschichte hineingezogen hat. Die Schauplätze, das geschäftige Lüneburg um 1300 und das spätere Heidekloster Ebstorf, werden so lebendig beschrieben, dass ich die Atmosphäre während des Lesens richtig spüren konnte. 
Im Mittelpunkt steht die junge (fiktive) Agnes, die ich unheimlich schnell ins Herz geschlossen habe. Sie ist keine makellose, typische Heldin, sondern eine wunderbar ambivalent und tiefgründig gezeichnete Figur. Agnes brennt für die Wissenschaft und Geografie, muss aber unter den grausamen Machtspielen ihres Vaters, des Fürsten Otto, leiden. Obwohl sie immer wieder mit sich hadert, herbe Rückschläge erleidet und an den harten Standeszwängen zu zerbrechen droht, gibt sie sich und ihre Träume niemals auf. Seine Tochter wegen einer nicht standesgemäßen Liebe für den Rest ihres Lebens in ein Kloster zu verbannen, ist aus heutiger Sicht ein unvorstellbar heftiger Akt. Umso spannender und faszinierender fand ich es zu erleben, wie Agnes im Kloster Ebstorf ihren ganz eigenen Weg geht – und dort auch gehen darf. Das Kloster entpuppt sich als Ort, an dem sie geschützt ist und die seltene Möglichkeit bekommt, sich intellektuell weiterzubilden.
Die Liebesgeschichte zwischen Agnes und dem jungen (ebenfalls fiktiven) Krämer Liudger hat mich zutiefst berührt. Da die beiden auch nach Agnes‘ Verbannung den Kontakt nicht verlieren, bleibt das emotionale Band durchgehend spürbar. Die Romanze wirkt zu keinem Zeitpunkt kitschig oder aufgesetzt, sondern ist extrem stark und glaubwürdig erzählt. Ich habe bis zum Schluss ununterbrochen mit den beiden mitgefiebert.

Besonders begeistert hat mich die Verwebung von Fiktion und Realität. Die Entstehungsgeschichte der „Ebstorfer Weltkarte“, wie Hendrik Lambertus sie hier aufbaut, wirkt auf mich absolut authentisch, fundiert und glaubhaft. Beim Lesen dachte ich mir immer wieder: Ganz genau so könnte es sich damals tatsächlich abgespielt haben! Man spürt in jeder Zeile das fundierte historische Wissen des Autors, das er jedoch mit einer ungeheuren Leichtigkeit vermittelt.
Danke für dieses großartige Leseerlebnis und ein herzliches Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der historische Roman „Das Rad der Welt“ von Hendrik Lambertus ist emotional, lehrreich und bis zur letzten Seite extrem spannend. Ich empfehle dieses Buch von ganzem Herzen allen Leserinnen und Lesern, die Lust auf einen historischen Schmöker der Superlative haben. Ein echtes Lese-Highlight und absolut lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension vom Autor und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Der Rosenhof“

von Priska Buchsbaum

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. Februar 2026
Verlag: Goldmann
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3442495511
Seitenanzahl: 736 Seiten
Preise: 15€ (TB), 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Freiburg im Breisgau 1914: Als ihr einziger Sohn in den Krieg zieht, muss die vermögende Witwe Else das Weingut ihrer Familie, den Rosenhof, allein weiterführen. Zwei junge Frauen, die ebenfalls auf sich gestellt sind, finden dort Zuflucht: Helene und Pauline. Die Krankenschwester Helene arbeitet in einem Freiburger Lazarett und ist insgeheim dankbar für die Abwesenheit ihres herrschsüchtigen Ehemanns. Pauline dagegen möchte möglichst nah an der Grenze zu Frankreich sein, wo sowohl ihr Bruder als auch ihre heimliche Liebe, der Franzose André, kämpfen. Noch ahnen die drei Frauen nicht, dass ihre Schicksalsgemeinschaft auf dem Rosenhof ihr Leben für immer verändern wird …“

Homepage:
https://www.priska-locascio.com/priska-buchsbaum-1

https://www.penguin.de/buecher/priska-buchsbaum-der-rosenhof/taschenbuch/9783442495511

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Manchmal liest man ein Buch, das einem nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern den Blick auf die eigene Heimat für immer verändert. So ging es mir mit „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum. Als Freiburgerin war dieser historische Roman für mich ein ganz besonderes Erlebnis, das mich tief bewegt und zugleich sprachlos zurückgelassen hat.

Wir schreiben das Jahr 1914 in Freiburg im Breisgau. Der Erste Weltkrieg bricht aus und reißt Lücken in das Leben der Menschen. Auf dem Weingut „Rosenhof“ bildet sich eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft aus drei Frauen: Die vermögende Witwe Else, die Krankenschwester Helene und die junge Pauline.

Was mich an diesem Buch besonders nachhaltig beeindruckt hat, ist die Darstellung des Ersten Weltkriegs fernab der Schützengräben. Da Freiburg so nah an der französischen Grenze liegt, war die Stadt eine der ersten in Deutschland, die den modernen Luftkrieg in seiner ganzen Härte zu spüren bekam. Die Schilderungen der heftigen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung haben mich traurig und sprachlos gemacht. Mir war das Ausmaß dieser frühen Angriffe auf meine Heimatstadt in dieser Form nicht bewusst.
Ein ganz persönlicher Moment war für mich die Erwähnung des Lazaretts indem Helene als Krankenschwester arbeitet: Die Autorin beschreibt ein Lazarett in einer Schule, die sich ganz in der Nähe meines heutigen Wohnhauses befand. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, und ohne dieses Buch hätte ich nie geahnt, welche dramatischen Szenen sich dort, wo ich heute lebe, abgespielt haben. Die Schilderungen des Lazarett-Alltags sind ungeschönt und machen das Leid der Verwundeten greifbar, ohne dabei den Respekt vor den Schicksalen zu verlieren.
Obwohl Else, Helene und Pauline charakterlich völlig unterschiedlich sind, hat mich ihre gemeinsame Stärke fasziniert. Jede trägt ihr eigenes Päckchen, doch in der Krise finden sie auf dem Rosenhof zusammen. Diese Darstellung weiblicher Solidarität in einer Zeit des Umbruchs ist der emotionale Anker der Geschichte.
Ein großes Lob verdient auch der Sprachstil von Priska Buchsbaum. Sie schreibt wunderbar eindringlich und so detailliert, dass man das Gefühl hat, den Duft der Reben auf dem Rosenhof in der Nase zu haben oder den Staub der Freiburger Straßen zu spüren. Trotz der historischen Tiefe und der vielen Details kam niemals Langeweile auf. Die Sprache ist so lebendig und packend, dass die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen. Es ist diese perfekte Mischung aus informativer Geschichtsschreibung und emotionalem Storytelling, die diesen über 700 Seiten starken Schmöker, so lesenswert und unvergesslich macht.

Danke für dieses lehrreiche und emotionale Leseerlebnis.

Fazit: Der historische Roman „Der Rosenhof“ von Priska Buchsbaum ist eine Liebeserklärung an die Widerstandskraft der Frauen und ein wichtiges Stück Freiburger Zeitgeschichte. Wer packende Schicksale mag und Freiburg einmal mit ganz anderen Augen sehen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ein Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird.

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