„Die Fasern der Welt – Schwelende Stürme“

von Lia Scott

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2026
Verlag: SP
Ausgabe: eBook
Seitenanzahl: 277 Seiten
Preise: 02,69€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 03 von 03

Klappentext:
„Yorkshire, 1869: Im unbarmherzigen Bradford kämpft June um ihren Platz im Leben. Doch während sie mit den Konsequenzen ihrer Offenheit ringt und alles zu verlieren droht, gerät die Welt um sie herum vollends aus den Fugen. Journalist Jacob Ford wird mit einem ungewollten Erbe konfrontiert, die Bruntys landen nach einem Streik im Elend und Conal hinter Gittern. Zu allem Überfluss wird June von den Geistern der Vergangenheit verfolgt: Seit Monaten fehlt von Franky jede Spur. Hat er einmal mehr alle im Stich gelassen? June will ihn vergessen, ist sich sicher, dass es besser so ist. Doch das Schicksal hat andere Pläne …“

Kontakt:
https://www.instagram.com/die.landschreiberin/?hl=de

*Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin Lia Scott keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
– Das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Der historische Roman „Schwelende Stürme“ von Lia Scott ist der dritte Band der Saga „Die Fasern der Welt“, spielt im Jahr 1869 im englischen Yorkshire und thematisiert das Schicksal und den Überlebenskampf verschiedener liebgewonnener Charaktere inmitten der sozialen Ungerechtigkeiten der Industrialisierung.

Bei fortlaufenden Reihen habe ich nach einer längeren Pause ehrlicherweise immer ein wenig Angst, ob ich wieder gut in die Geschichte hineinfinde. Diese Sorge war hier jedoch völlig unbegründet. Ich war ab der ersten Seite sofort wieder in der Handlung angekommen. Es war eine riesige Freude, die vielen liebgewonnenen Figuren wiederzutreffen und sie ein weiteres Stück auf ihrem steinigen Lebensweg zu begleiten. Die düstere, unbarmherzige Atmosphäre des viktorianischen Bradfords hatte mich augenblicklich wieder im Griff – und doch schwang beim Lesen immer auch die wertvolle Hoffnung mit, dass es selbst in so dunklen Zeiten gute Menschen gab.
Lia Scott schildert den extremen Kontrast zwischen der wohlhabenden Oberschicht und den armen Arbeiterfamilien absolut authentisch und ungeschönt. Das Jahr 1869 markiert eine Epoche, in der der rücksichtslose Kapitalismus der Industrialisierung seinen Höhepunkt erreichte. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte damals meilenweit auseinander. Während die Fabrikbesitzer immensen Reichtum anhäuften, versank die neu entstandene Arbeiterklasse in bitterer Armut und Elend.
Besonders die gesellschaftlichen Hintergründe und die fehlenden sozialen Absicherungen haben mich tief berührt und gleichzeitig so wütend gemacht. Ein Streik bedeutete für die Familien damals sofort den existenziellen Ruin. Wenn die Sprache auf die Kinderarbeit in den Fabriken kam, ging mir das wirklich unter die Haut: Junge Kinder mussten unter lebensgefährlichen Bedingungen schuften und riskierten jeden Tag, an den riesigen Webstühlen schwer verletzt oder gar getötet zu werden. Und das für einen ohnehin niedrigen Lohn, der von den mächtigen Herren der Oberschicht immer weiter gekürzt wurde. Puh, diese historische Realität hat die Autorin extrem greifbar und bewegend eingefangen.
Ein weiterer großer Pluspunkt dieses Bandes ist das häufige Hin- und Herspringen zwischen den verschiedenen Charakteren und ihren Geschichten. Was vielleicht kompliziert klingt, macht die Geschichte in Wahrheit unglaublich dynamisch und verleiht ihr ordentlich Tempo.

Wichtig ist mir an dieser Stelle ein Blick hinter die Kulissen: Die ersten beiden Teile der Reihe („Der Wind von Yorkshire“ und „Glimmende Himmel“) sind im Verlag Tinte & Feder erschienen. Da der Verlag die Reihe leider nicht mehr weiterführen wollte, hat Lia Scott sich dazu entschlossen, diesen dritten Band in Eigenregie auf den Markt zu bringen. Dafür hat sie meine absolute Hochachtung und hat mich mit dieser Entscheidung sehr glücklich gemacht. Und noch glücklicher bin ich, dass Lia Scott uns Leser und Leserinnen auch nach diesem dritten Band nicht im Regen stehen lässt … denn es geht weiter! Weil am Ende noch so viele Handlungsstränge offen sind und so viele Fragen unbeantwortet bleiben, fiebere ich nun dem 25. Oktober 2026 entgegen. Denn dann erscheint mit „Wolkenglühen“ der vierte Band der Buchreihe.

Herzlichen Dank für das großartige Leseerlebnis.

Fazit: Lia Scott hat es auch bei diesem Band geschafft, mich mit auf eine Reise in die Vergangenheit zu nehmen, von der ich nur schwer zurückkehren kann. „Schwelende Stürme“ ist emotional, erschreckend, lehrreich und einfach großartig. Sehr lesenswert!

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„Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“

von Rebekka Eder

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. August 2026 (eBook) & 14. August 2026 (Taschenbuch)
Verlag: Rowohlt
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3499017049
Seitenanzahl: 432 Seiten
Preise: 14€ (TB), 04,99€ (eBook)
Reihe: „Die Elbinsel-Saga“ 01/02

Klappentext:
„Finkenwerder, 1892: In dem alten, verwilderten Garten ihrer verstorbenen Mutter träumt die junge Kea davon, den perfekten Apfel zu züchten. Doch der erste vielversprechende Sämling keimt ausgerechnet hinter der Landesgrenze zwischen Preußen und Hamburg, auf den Ländereien der verfeindeten Familie Rentfeld. Als Kea dennoch hinüberschleicht, wird sie von Kristen, dem Knecht der Rentfelds, erwischt. Was Keas Plänen ein jähes Ende bereiten könnte, ist der Beginn einer großen Liebesgeschichte, obwohl Kea und Kristen in unterschiedlichen Welten leben. Doch dann bricht die Cholera aus, und auf den Grenzübertritt steht die Todesstrafe.“

Homepage:
https://www.rowohlt.de/buch/rebekka-eder-der-geheime-apfelgarten-getrennte-welten-9783499017049

https://www.rebekkamitk.de

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Rowohlt Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Der historische Roman „Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“ von Rebekka Eder spielt im Jahr 1892 auf der Elbinsel Finkenwerder und thematisiert den leidenschaftlichen Kampf einer jungen Frau um ihre Träume inmitten von familiären Fehden und der Bedrohung durch die große Hamburger Cholera-Epidemie. Für mich war es das erste Buch der Autorin – und ich bin restlos begeistert!

Rebekka Eder ist der Einstieg in diese Geschichte unglaublich gut gelungen, denn ich war ab der allerersten Seite in der Handlung und dem historischen Setting angekommen. Besonders die Aufarbeitung der Hamburger Cholera-Epidemie von 1892 hat mich tief beeindruckt. Die Autorin fängt die allgegenwärtige Angst, die katastrophalen hygienischen Zustände der damaligen Zeit und das schleichende Gift der Krankheit meisterhaft ein. Die Seuche ist nicht nur eine Randnotiz, sondern eine spürbare, düstere Bedrohung, die das Leben der Menschen von heute auf morgen komplett lähmt. Als die Grenze zwischen Hamburg und Preußen schließlich dichtgemacht wird und das Überschreiten massiv bestraft wird, erreicht die Dynamik des Buches hier einen packenden Höhepunkt.
Gepaart mit der Liebe zum Detail beim Obstanbau habe ich beim Lesen unheimlich viel über diese Zeit dazugelernt.

Die Protagonistin Kea Loop hat mein Leseherz im Sturm erobert. Sie ist eine sehr authentische, leidenschaftliche und starke Figur, die für ihre Träume und Wünsche alles in Bewegung setzt. Besonders interessant fand ich den gesellschaftlichen Konflikt der damaligen Zeit: Kea setzt sich zwar oft mutig über die Autorität ihres Vaters hinweg, leidet gleichzeitig aber auch oft unter einem schlechten Gewissen ihm gegenüber. Das macht sie so wunderbar menschlich. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren ist großartig. Es ist nicht gleich alles perfekt, sondern es gibt echte Missverständnisse und Unstimmigkeiten … auch wenn das Knistern zwischen Kea und Kristen von Anfang an spürbar ist.
Und auch Keas Cousine Rosa ist eine sehr interessante Figur, die mich das ein oder andere Mal sehr überraschen konnte.
An dieser Stelle habe ich eine ganz wichtige Warnung: Bitte lest nicht den Klappentext in den Onlineshops! Der Verlag hat es auf der Buchrückseite des gedruckten Buches toll gelöst, aber im Internet wird ein riesiger Plot-Point, der eigentlich erst auf den letzten 100 Seiten überhaupt eine Rolle spielt, vorab verraten. Da ich diesen Online-Text leider vorab gelesen hatte, hat mich dieser Spoiler beim Lesen etwas beeinflusst, weil ich im Mittelteil ständig das Gefühl hatte, nur auf dieses eine Ereignis zu warten. Spart euch den Online-Text also lieber und springt blind in die Geschichte! Hinweis: In meiner Rezension habe ich den spoilerfreien Klappentext des Buches verwendet.

Ich bin jetzt schon gespannt auf den zweiten Band „Der geheime Apfelgarten – Geteilte Träume“, der im April 2027 erscheinen soll. Ich freue mich, all die vielen und teilweise sehr liebgewonnen Charaktere wieder zutreffen.
Herzlichen Dank an Rebekka Eder für das spannende Leseerlebnis und an den Rowohlt Verlag ein großes Dankeschön für das vorzeitige Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“ von Rebekka Eder ist ein spannender und vor allem lehrreicher Reihen-Auftakt. Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite mitgerissen und es ist so schwer, das Buch zur Seite zu legen. Sehr lesenswert – und ich freue mich so sehr auf die Fortsetzung.

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„Das Mündel des Königs“

von Beatrice Braun

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 03. August 2026
Verlag: Ullstein
Ausgaben: eBook
ISBN: 9783843737500
Seitenanzahl: 550 Seiten
Preise: 09,99€ (eBook)

Klappentext:
„Zwischen der Treue zu Land und König und der Liebe zu einem Mann trotzt eine junge Frau allen Stürmen
Die Fränkin Aldana ist das Mündel Karls des Großen, der über weite Teile Europas herrscht. Aldanas Verlobter stirbt in der Schlacht gegen die Sachsen. Auf der Flucht vor den Kriegswirren verliebt sie sich in einen verletzen Knecht. In Wahrheit ist der verwundete Mann der sächsische Rebellenführer Eike und der meistgesuchte Mann des Reiches, der zudem Aldanas Bräutigam ermordet hat. Als sie das herausfindet, muss sie zwischen Liebe und der Treue zum König entscheiden.
Ein mitreißender Roman, der Sie ins Frühmittelalter unter Karl dem Großen entführt: spannend, sinnlich, fesselnd!
„

Homepage:
https://www.beatricebraun.com

https://www.ullstein.de/werke/das-muendel-des-koenigs/epub/9783843737500

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Beatrice Braun als vorzeitiges Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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Mit ihrem historischen Roman „Das Mündel des Königs“ entführt die Autorin Beatrice Braun ihre Leserschaft in die brutale und umkämpfte Epoche des Frühmittelalters, um vor dem Hintergrund der Sachsenkriege unter Karl dem Großen eine dramatische Geschichte über verbotene Liebe, Loyalität und Emanzipation zu erzählen. Der Klappentext verspricht eine packende Dreiecksgeschichte: Die Fränkin Aldana, Mündel des mächtigen Königs Karl, verliert ihren Verlobten im Krieg. Auf der Flucht verliebt sie sich ausgerechnet in den verletzten sächsischen Rebellenführer Eike – ohne zu ahnen, dass er der meistgesuchte Mann des Reiches und der Mörder ihres Bräutigams ist. Ein Konflikt zwischen der Treue zum eigenen König und den Gefühlen für den Feind ist damit vorprogrammiert. 

„Sie musste sich der Realität stellen. Und sich vor allem anpassen! Sie war noch immer des Königs Mündel. Dennoch war sie als Frau schutzlos allem ausgeliefert. Und sie war ganz allein in einem fremden Land.“

[Kapitel „Karlsburg Paderborn, September 782“]

Als regelmäßige Leserin von Romanen, die im 19. und 20. Jahrhundert spielen, musste ich mich zu Beginn der Geschichte immer wieder selbst erinnern: Wir befinden uns hier im rauen 8. Jahrhundert. Zu Beginn des Romans bin ich leider über ein paar Anachronismen und Klischees gestolpert. Dass Aldana als adliges Mündel des Königs enorme Freiheiten genießt, sich stellenweise komplett unbewacht bewegen darf und aus Langeweile in der Krankenpflege mithilft, widerspricht dem starren höfischen Korsett jener Zeit sehr.
Doch genau hier liegt der Schlüssel zu diesem Buch: Man darf es nicht als trockenes historisches Fachbuch lesen. Beatrice Braun schreibt auch keinen rein wissenschaftlichen Geschichtsroman, sondern einen lebendig erzählten historischen Roman, bei dem das emotionale Prickeln und die Figurenentwicklung im Vordergrund stehen. Als die Liebesgeschichte zeitweise etwas in den Hintergrund trat, nahm die Handlung massiv an Fahrt auf und ich konnte den Reader nur noch schwer aus den Händen legen.
Der Schreibstil der Autorin ist von Anfang an unglaublich bildhaft, detailliert und niemals langweilig. Es ist ihr hervorragend gelungen, den komplexen, tief recherchierten Hintergrund des Franken-Sachsen-Konflikts unbeschönigt und extrem greifbar darzustellen. Die Szenen zeigen eindringlich, wie unerbittlich dieser jahrzehntelange Krieg geführt wurde, in dem es um weit mehr als Territorien ging: Es war ein brutaler Kultur- und Glaubenskrieg zwischen dem christlichen Frankenreich und den sächsischen Stämmen, die verzweifelt an ihren alten Göttern und Traditionen festhielten. Die Autorin zeigt hautnah, wie sehr die einfache Bevölkerung unter den Plünderungen, den grausamen Strafen und den ständigen Vergeltungsschlägen litt und wie wertlos ein Menschenleben in diesem blutigen Konflikt oft war.
Auch die Darstellung von Karl dem Großen hat mir sehr gut gefallen. Er wird angenehm ambivalent gezeichnet: Als weitsichtiger Herrscher, aber eben auch als unerbittlicher Kriegsherr. Und er ist in der Geschichte stets spürbar präsent, ohne die eigentliche Handlung zu erdrücken.
Ein weiteres emotionales Thema war für mich das Schicksal, das Aldana mit ihrem zweitem Ehemann erfuhr: Es führt uns die schreckliche Rechtlosigkeit der Frauen in dieser Epoche sehr real und ungeschönt vor Augen.

Trotz der anfänglichen leichten Schwierigkeiten hat mich das Buch absolut mitgerissen. Aldana ist mir mit all ihren modernen Facetten schlussendlich so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie und auch die anderen Figuren nach dem Lesen der letzten Seite richtig vermisse.

Herzlichen Dank für das spannende und lehrreiche Leseerlebnis und das vorzeitige Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Das Mündel des Königs“ von Beatrice Braun ist ein glänzend erzählter historischer Roman, der in einer brutalen Zeit spielt und doch zeigt, dass es damals Liebe, Freundschaften und Hoffnung gegeben haben muss. Ein süffiges, fesselndes Leseerlebnis für alle, die große Gefühle vor einer dramatischen, historischen Kulisse suchen. Lesenswert!

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„Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“

von Bettina Lausen

Werbung*

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 31. Juli 2026
Verlag: between pages Piper
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-492-50939-8
Seitenanzahl: 352 Seiten
Preise: 18,00€ (Taschenbuch), 06,99€ (eBook)
Reihe: „Neue Zeiten auf der Kö“ 03/03

Klappentext:
„1954 lebt Grace in einem Londoner Arbeiterviertel und arbeitet als Kellnerin, doch in ihrer Fantasie entstehen elegante Kleider. Als ihre Freundin Zuria sie zur Hochzeit nach Düsseldorf einlädt, verbietet ihr Vater die Reise – zu groß ist sein Hass auf die Deutschen, die ihm im Krieg den Sohn nahmen. Trotzdem folgt Grace ihrem Freiheitsdrang und dem Wunsch, die Heimat ihrer Großmutter kennenzulernen. In Düsseldorf lernt sie den charmanten Schneider Luciano kennen. Zwischen ihnen entsteht eine leise Liebe und die Idee, gemeinsam eine Modemarke zu gründen. Grace wagt ein neues Leben in Deutschland, doch als ihre Modenschau scheitert und Zukunft und Beziehung zu zerbrechen drohen, muss sie entscheiden, ob sie zu hoch hinauswollte – oder endlich über sich hinauswächst.“

Homepage:
https://www.piper.de/buecher/neue-zeiten-auf-der-koe-die-designerin-isbn-978-3-492-50939-8

https://www.bettinalausen.de/bücher-1/

*Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Piper Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, den Verlinkungen der Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem Roman „Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“ entführt uns Bettina Lausen in das quirlige Düsseldorf der Wirtschaftswunderzeit und erzählt eine mitreißende Geschichte über Emanzipation, Mode und die Kraft des Neuanfangs im Jahr 1954.

Es ist nach „Die Journalistin“ und „Die Fotografin“ der dritte Band der starken und packenden Reihe „Neue Zeiten auf der Kö“, die ich einfach unglaublich gerne gelesen habe.
Vorweg sei gesagt: Es ist nicht zwingend erforderlich, dass man die ersten beiden Bände kennt, um der Handlung zu folgen. Dennoch ist es für treue Leser und Leserinnen wunderschön, die vielen liebgewonnenen Figuren wiederzutreffen und ihre Entwicklung weiterzuverfolgen. Alle bekannten Charaktere haben sich wunderbar weiterentwickelt und es hat mir eine große Freude bereitet, erneut Zeit mit ihnen zu verbringen und sie auf ihrem weiteren Lebensweg zu begleiten.
Gleichzeitig haben sich auch die beiden neuen Hauptfiguren in mein Herz geschlichen: Grace mochte ich von der ersten Seite an mit ihrer ehrlichen und lebensechten Art. Ihr Kampf um ihren Platz im Leben und für ihre Träume ist absolut greifbar. Der charmante Schneider Luciano war für mich anfangs zwar etwas schwerer zu fassen, aber auch ihn habe ich schnell sehr liebgewonnen.

Besonders begeistert hat mich die dichte und einnehmende Atmosphäre der Geschichte, die mich sofort wieder komplett mitgenommen hat. Bettina Lausen arbeitet hier mit faszinierenden Kontrasten: Auf der einen Seite das ärmliche, triste Leben von Grace im engen Londoner Elternhaus. Eine Enge, die sowohl wohnlich als auch emotional durch den tiefen Kriegshass ihres Vaters auf die Deutschen spürbar ist. Auf der anderen Seite das quirlige, freie Leben in Düsseldorf. Obwohl im Stadtbild des Jahres 1954 noch immer die Ruinen des Zweiten Weltkriegs zu sehen sind, pulsiert hier bereits der Aufbruchsgeist rund um die berühmte Modemeile der Königsallee.
Die Handlung selbst hat mich emotional völlig gefesselt. Als Graces große Modenschau scheitert und ihre Zukunft sowie die leise Liebe zu Luciano zu zerbrechen drohen, habe ich absolut mitgefiebert und mitgelitten. Die dramatischen Wendungen sind packend erzählt und ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen.
Für mich zeigt diese Geschichte auf wunderschöne Weise, wie wichtig es ist, mutig für seine eigenen Träume und Ziele zu kämpfen. Gleichzeitig erinnert uns die Geschichte daran, dass wir solche Wege nicht alleine gehen müssen. Denn die Familie und der bedingungslose Zusammenhalt im Freundeskreis sind am Ende das, was uns trägt.
Ganz herzlichen Dank für die wunderbaren Lesestunden und das vorzeitige Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der Roman „Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“ von Bettina Lausen ist ein atmosphärisch dichter, emotional tiefgründiger und rundum gelungener Finalband, den ich euch absolut weiterempfehlen kann. Obwohl … vielleicht geht es ja mit einem vierten Band weiter? 

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„Schlosshotel Fuschl“

von Caren Benedikt

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juli (eBook), 15. Juli (Paperback)
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3764508524
Seitenanzahl: 416 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 04,99€ (eBook)

Klappentext:
„Ein malerisch gelegenes Hotel. Eine Besitzerin, die um ihre Existenz kämpft. Und eine Familie voller abgrundtiefer Geheimnisse.
Salzburger Land, Sommer 1955: Theresa von Reuschenberg, Hotelière mit Herz und Vision, steht vor dem Chaos. Die Festspiele laufen, »Sissi« wird gedreht, die High Society geht bei ihr ein und aus – und plötzlich taucht ihr tot geglaubter Bruder Benedikt auf. Gezeichnet von der Kriegsgefangenschaft, fordert er seinen Anteil am Familienerbe. Während Theresa von finanziellen Schwierigkeiten geplagt um ihre Hotels kämpft, droht Benedikt, alles zu zerstören. Doch Theresa lässt sich ihre Liebe und Leidenschaft nicht nehmen und tut alles, um ihre Hotels, vor allem aber ihre Familie, beisammenzuhalten.“


Homepage:
https://petra-mattfeldt.de/schlosshotel-fuschl/ (Homepage Autorin)
https://www.penguin.de/buecher/caren-benedikt-schlosshotel-fuschl/paperback/9783764508524
(Homepage Verlag)

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. 
– Das eBook habe ich mir selbst gekauft.
– Da diese Rezension Links zur Homepage der Autorin und des Verlages enthält, kennzeichne ich diese Rezension als Werbung.

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In ihrem fesselnden Roman „Schlosshotel Fuschl“ entführt uns die Autorin Caren Benedikt in das glanzvolle Salzburger Land des Jahres 1955 und verwebt dort eine packende Hotel- und Familiensaga mit den Schatten der Nachkriegszeit.

Die Geschichte nimmt uns mit in das Salzburger Land des Sommers 1955: Die Salzburger Festspiele laufen, die High Society feiert und der legendäre „Sissi“-Film mit Romy Schneider wird gerade gedreht. Caren Benedikt schafft es meisterhaft, eine extrem dichte Atmosphäre zu erzeugen. Man spürt beim Lesen förmlich die Aufbruchstimmung und den schillernden Glanz dieser Epoche.
Doch das Buch ist weit mehr als nur eine glamouröse Kulisse. Durch das plötzliche Auftauchen von Theresas tot geglaubtem Bruder Benedikt, der gezeichnet aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt, wird die schillernde Fassade durchbrochen. Die Autorin zeigt eindringlich, dass die Schrecken des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1955 noch lange nicht vergessen waren. Dieser Kontrast zwischen dem neuen Luxus und den tiefen, nachwirkenden Wunden der Vergangenheit verleiht dem Roman eine enorme emotionale Tiefe.

Die Hauptfigur Theresa von Reuschenberg ist eine faszinierende Persönlichkeit. Zu Beginn war sie für mich zwar etwas schwer zu greifen, doch im Laufe der Handlung ist sie mir absolut ans Herz gewachsen. Ihr Kampf um ihre Hotels, ihre finanziellen Sorgen und vor allem ihr Wille, die Familie trotz Benedikts Forderungen zusammenzuhalten, haben mich tief berührt. Ich konnte in jeder Sekunde mit ihr mitfühlen.
Als treuer Fan von Caren Benedikt wurde ich auch dieses Mal nicht enttäuscht: Mit ihrem gewohnt detaillierten, farbenfrohen und lebendigen Sprachstil gehört sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Bei „Schlosshotel Fuschl“ gab es für mich keine Sekunde Langeweile, die Seiten flogen beim Lesen einfach nur so dahin. Danke für dieses großartige Leseerlebnis. 

Fazit: Das Buch „Schlosshotel Fuschl“ von Caren Benedikt ist ein absolut packender Roman, den ich allen Leserinnen und Lesern weiterempfehlen möchte, die Geschichten über Hotels, tiefgründige Familiensagas und lebendig erzählte Geschichte lieben. Sehr lesenswert. 

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„Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“

von Astrid Lehmann

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 08. Juli 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3839281161
Seitenanzahl: 288 Seiten
Preise: 17,00€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)

Klappentext:
„Bretagne, Gegenwart. Die achtzigjährige Alice ist so rau wie die bretonische Küste und am liebsten allein mit ihrer Hündin Marguerite. Doch in ihr tobt ein Sturm. Lange schon hütet sie ein dunkles Geheimnis. Als die Schatten ihrer Geschichte sie einholen, beginnt eine Reise zurück in den Schwarzwald – und vielleicht auch zu sich selbst. Schwarzwald, 1942. Elsa, eine tüchtige Magd, lernt beim Tanz den älteren Soldaten Heinrich kennen. Bereits beim nächsten Heimaturlaub läuten die Hochzeitsglocken, dann verliert sich von Heinrich jede Spur im Krieg. Beim französischen Soldaten Antoine findet Elsa Trost. Doch hat ihre Liebe Zukunft?“

Homepage:
https://astridlehmann.de/index.php/buecher

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/und-der-wind-steht-still.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Gmeiner-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Rezensionsexemplars, der Verlinkung zur Verlagshomepage und der Homepage der Autorin, sowie der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In ihrem Roman „Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“ erzählt Astrid Lehmann ein bewegendes historisches Drama, das eine verbotene Liebe im Jahr 1942 mit einer familiären Spurensuche in der Gegenwart verknüpft und dabei ein wichtiges, oft tabuisiertes Stück deutsch-französischer Geschichte in den Mittelpunkt stellt.

Der Roman verwebt meisterhaft zwei Zeitebenen miteinander. In der Gegenwart begegnen wir der achtzigjährigen Alice an der rauen bretonischen Küste, in deren Innerem ein düsteres Geheimnis tobt. In der Vergangenheit, mitten im Kriegsjahr 1942, erleben wir die Magd Elsa im Schwarzwald, die nach dem Verschwinden ihres Ehemanns Trost beim französischen Soldaten Antoine sucht – eine Liebe, die in Zeiten des Krieges eigentlich nicht existieren darf.

Für mich ist es unmöglich zu entscheiden, welcher der beiden Handlungssträngen mich mehr begeistern konnte. Die Schicksale von Elsa und Alice sind so untrennbar miteinander verwoben, dass die Geschichte erst durch diese Verbindung ihre volle emotionale Wucht entfaltet. Während ich Elsa in der Vergangenheit sehr tief kennenlernen durfte, hat mich Alices Weg im Hier und Jetzt ebenso intensiv im Herzen berührt. Es wird deutlich, wie die Traumata der Vorfahren in den nachfolgenden Generationen nachwirken.
Die bedrohliche Atmosphäre des Zweiten Weltkriegs verleiht der heimlichen Liebe zwischen Elsa und Antoine eine ungemeine Tragik. Diese Beziehung stand unter ständiger Lebensgefahr, was jede Annäherung umso intensiver und herzzerreißender macht. Doch das Buch blickt noch weiter: Es beleuchtet schonungslos, wie grausam die unmittelbare Nachkriegszeit war, insbesondere für viele Frauen, die zwischen die Fronten verfeindeter Nationen gerieten, und für die sogenannten „Besatzungskinder“. Astrid Lehmann bricht hier feinfühlig, aber bestimmt das Schweigen über Themen, die viel zu lange tabuisiert wurden.
Die Schauplätze sind absolut stimmig gewählt und spiegeln die innere Zerrissenheit der Protagonistinnen perfekt wider. Die stürmische Bretagne steht für Alices inneren Aufruhr, während der mystische Schwarzwald Elsas Heimat darstellt. Da das Buch teilweise auch in Freiburg spielt, war das Lesen für mich zusätzlich eine ganz besondere, magische Zeitreise in die Vergangenheit meiner eigenen Heimatstadt. Durch die detaillierten Beschreibungen hatte ich die vertrauten Straßen sofort vor Augen, was die Geschichte für mich noch realer und greifbarer gemacht hat.
Astrid Lehmanns Schreibstil ist einfach wunderschön: Ungemein detailliert, bildhaft und doch kurzweilig und sehr poetisch. Sie schafft es, historische Fakten mit großen Gefühlen zu verknüpfen, ohne jemals in Kitsch abzudriften. Die wichtigste Botschaft, die ich nach der letzten Seite für mich mitnehme, ist, wie existenziell wichtig es für einen Menschen ist, seine eigenen Wurzeln zu kennen, um Frieden mit sich selbst zu schließen. 

Danke für dieses großartige Leseerlebnis und auch herzliches Dankeschön an den Gmeiner-Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der Roman „Und der Wind steht still – Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne“ von Astrid Lehmann ist ein emotionales Buch, das mich zu Tränen gerührt und zum Nachdenken anregt hat und mit Sicherheit noch sehr lange nachklingen wird. Sehr lesenswert. 

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„Das Erbe derer von Thurn und Taxis“

von Johanna von Wild

[Werbung*]

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. April 2023
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839204344
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 18,00€ (Paperback), 13,99€ (eBook)

Klappentext:
„Mitten im Dreißigjährigen Krieg begegnen sich Silas von Maringer, Sohn des Oberstallmeisters des Mainzer Kurfürsten, und Gräfin Alexandrine von Taxis. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Als ihr Ehemann stirbt, wird Alexandrine zur Generalpostmeisterin ernannt. Doch um das Erbe ihrer Kinder zu bewahren, darf sie nicht erneut heiraten. Als Silas in ihren Dienst tritt, wird es immer schwerer standhaft zu bleiben. Erst als er von einem Ritt nicht mehr zurückkehrt, ändert sich alles und Alexandrine muss um ihre Liebe fürchten.“

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/das-erbe-derer-von-thurn-und-taxis.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Frei-Exemplar erhalten. Ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines Frei-Exemplars, der Verlinkung zur Verlagshomepage und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

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In dem historischen Roman „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ entwirft Johanna von Wild ein faszinierendes und sehr gut recherchiertes Epochenbild zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, das mich tief bewegt und trotz anfänglicher Hürden vollkommen in seinen Bann gezogen hat. 

Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg in das Buch nicht ganz leichtgefallen ist. Die Autorin wirft die Leserinnen und Leser direkt in das komplexe, politische Geschehen des 17. Jahrhunderts. Die Fülle an historischen Fakten, wechselnden Allianzen und die Vielzahl der Charaktere verlangten mir auf den ersten Seiten einiges an Konzentration ab. Doch das Durchhalten lohnte sich: Denn als ich diesen geschichtlichen Berg erst einmal erklommen hatte und ich so richtig angekommen war, entfaltete das Buch einen Sog, dem ich mich kaum noch entziehen konnte – doch man muss während des Lesens konzentriert bleiben.

Die Atmosphäre des Romans ist von Beginn an greifbar: Sie ist düster, beklemmend, bedrückend und von einer permanenten Bedrohung überschattet. Die Brutalität des Dreißigjährigen Krieges wird ungeschönt und spürbar transportiert. Besonders nahegegangen sind mir dabei die Grausamkeiten gegen die zivile Bevölkerung. Das tragische Schicksal von Silas’ Familie steht hier stellvertretend für das unendliche Leid der damaligen Zeit und hat mich emotional zutiefst mitgenommen. 
Wie in all ihren Romanen habe ich auch hier unglaublich viel gelernt, denn Johanna von Wild verwebt die fiktive Geschichte meisterhaft mit realen Fakten. Im Fokus steht die historische Figur der Gräfin Alexandrine von Taxis, die von 1628 bis 1646 (also in der wohl kritischsten Phase des Krieges) stellvertretend für ihren minderjährigen Sohn die Kaiserliche Reichspost leitete. Der Roman zeigt eindringlich, dass Nachrichten und das Postwesen damals keine bloße Dienstleistung waren, sondern ein kriegsentscheidendes, hochgradig umkämpftes Machtinstrument. Wie die Autorin die Logistik hinter dem Postwesen darstellt – die ständige Gefahr für die Postreiter, zerstörte Stationen und die Herausforderung, das Netz gegen landesherrliche Konkurrenz zu verteidigen – ist absolut fesselnd und lebendig gelungen. 

Im Zentrum stehen zwei lebensechte Protagonisten, mit denen ich von Anfang bis Ende mitgefiebert habe. Auf der einen Seite Silas von Maringer, der pferdebegeisterte Sohn des Mainzer Oberstallmeisters, auf der anderen Seite Alexandrine. Obwohl beide völlig verschiedene Leben führen, müssen sie auf ihre eigene Weise für ihre Ziele und ihre Plätze im Leben und der Gesellschaft kämpfen. 
Besonders fasziniert hat mich Alexandrines Rolle als eine der ersten echten Großunternehmerinnen der deutschen Geschichte. Die Autorin beleuchtet wunderbar den rechtlichen Hintergrund: Dass das kaiserliche Generalpostmeisteramt dank eines Privilegs von 1615 auch im Frauenstamm vererbt werden durfte, öffnete Alexandrine die Tür zu dieser absoluten Männerdomäne. Um das Erbe ihrer Kinder jedoch nicht an eine andere Familie zu verlieren, ist sie an ein striktes Wiederverheiratungsverbot gebunden. Die daraus resultierende, fiktive Liebesgeschichte zwischen ihr und Silas ist feinfühlig gezeichnet. Ihre Verbundenheit wirkt wie ein emotionaler Anker in einer aus den Fugen geratenen Welt. 
Auch wenn die Zeiten dunkel sind, verliert das Buch nie seinen Kern: Neben all dem Schrecken gibt es immer diesen einen Funken Hoffnung, tiefe Verbundenheit und echte Freundschaften.

Danke für dieses großartige, lehrreiche Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ von Johanna von Wild ist ein grandios recherchierter, emotional aufwühlender historischer Roman, der die harten Realitäten des Dreißigjährigen Krieges und die faszinierenden Anfänge des europäischen Postmonopols meisterhaft miteinander verbindet. Sehr lesenswert. 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung der Autorin in Form eines Geschenks, muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Das Restaurant der Träume“

von Julia Kröhn

*Werbung

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2026
Verlag: Lübbe
Ausgabe: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3757702137
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 26€ (Hardcover), 19,99€ (eBook)

Klappentext:
„Paris, 1765: Anne träumt von einem selbstbestimmten Leben, ihre kleine Schwester Aurore von Bildung und Freiheit. Der junge Benoît kennt den Hunger, aber auch den Duft von Rosmarin, Trüffel und Vanille wie kein Zweiter. Gemeinsam wagen sie das Ungeheuerliche: Sie wollen das erste Restaurant der Weltgeschichte eröffnen. Während in Frankreich alle Zeichen auf Revolution stehen, geraten ihre Lebenswege in den Strudel gesellschaftlicher Umwälzungen. Ein sinnlicher, packend erzählter Roman über die Geburt der Gastronomie, über Träume, Leidenschaft und den Mut, seinen Platz in der Welt zu behaupten.“

Homepage:
https://juliakroehn.at/portfolio-item/das-restaurant-der-traeume

https://bastei-luebbe.de/Buecher/Historische-Romane/Das-Restaurant-der-Traeume/9783757702137

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Lübbe Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG

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In ihrem historischen Roman „Das Restaurant der Träume“ entführt die Autorin Julia Kröhn ihre Leser und Leserinnen in das Paris des ausgehenden 18. Jahrhunderts, um inmitten der gesellschaftlichen Umwälzungen der Französischen Revolution die faszinierende Entstehungsgeschichte der modernen Gastronomie zu erzählen.

Als ich die letzte Seite von Julia Kröhn neuem Roman Das Restaurant der Träume gelesen hatte, klappte ich das Buch mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit zu. Als Liebhaberin historischer Romane wurde ich hier nicht nur fantastisch unterhalten, sondern habe auch unheimlich viel dazu gelernt.
Die Handlung empfand ich von der ersten bis zur letzten Seite als unheimlich mitnehmend und lebendig. Julia Kröhn beweist hier wieder einmal ihr ganzes Können als Historikerin: Sie transportiert das Paris ab dem Jahr 1765 so bildhaft, dass man den Duft von Rosmarin, Trüffel und Vanille förmlich in der Nase hat. Doch das Buch verweilt nicht in idyllischer Kulinarik. Meisterhaft wird spürbar, wie die Atmosphäre in der Stadt zunehmend umschlägt. Der Hunger und die Unzufriedenheit der Bevölkerung werden immer größer, bis die Französische Revolution ausbricht und alles Gewohnte komplett aus den Fugen gerät. Zum Finale hin zieht das Erzähltempo dadurch noch einmal ordentlich an und ließ mich das Buch kaum mehr aus den Händen legen. 

Im Zentrum stehen drei wunderbare Hauptfiguren: Die nach Selbstbestimmung strebende Anne, ihre wissbegierige Schwester Aurore und der feinsinnige (Koch) Benoît. Obwohl alle drei völlig unterschiedliche Träume und Gedanken haben, eint sie der tiefe Wunsch, etwas aus ihrem Leben zu machen. Am meisten mitgefiebert habe ich persönlich mit Aurore auf ihrem Weg nach Bildung und Freiheit. Ein echtes Highlight des Buches ist für mich aber, dass auch die Charaktere um dieses Trio herum extrem tiefgründig und interessant gezeichnet sind – das gilt übrigens bis hin zum Antagonisten, was der Geschichte eine tolle Dynamik verleiht.

Besonders fasziniert hat mich der historische Hintergrund. Vor dem Lesen war mir überhaupt nicht bewusst, wie das Restaurant als solches eigentlich entstanden ist und woher der Begriff überhaupt stammt. Der Wandel von den alten Gasthäusern – in denen man schlicht das essen musste, was eben auf den Tisch kam – hin zu Einzeltischen, Speisekarten und der Idee, dass Essen dem Wohlbefinden dient, wird hier absolut beeindruckend in die Geschichte eingeflochten.
Am Ende der Rezension noch ein kleiner Warnhinweis: Man sollte beim Lesen definitiv ein paar Snacks bereithalten, denn das Buch macht während des Lesens … hungrig!

Danke für dieses großartige Leseerlebnis und ein herzliches Dankeschön an den Lübbe Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar. 

Fazit: Das Buch „Das Restaurant der Träume“ von Julia Kröhn ist eine Geschichte über tiefe Freundschaften, bedingungslosen Zusammenhalt und die Liebe zur Kulinarik in extrem schwierigen Zeiten. Sehr lesenswert! 

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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„Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“

von Julia Heinecke

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2020
Verlag: Badischer Landwirtschafts-Verlag
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3981808933
Seitenanzahl: 312 Seiten
Preis: 14,80€
Reihe: „Kalte Trilogie“ 02/03

Klappentext:
„Südbaden 1952. Als die 18-jährige Sekretärin Irmi aus Freiburg unverheiratet schwanger wird, wirft ihr Vater sie aus dem Haus. Mithilfe ihres Bruders Miggi findet sie im Schwarzwald Unterschlupf auf dem Nonnenfeldhof und arbeitet dort als Magd. – Der technische Fortschritt hält allmählich Einzug und bringt Erleichterung bei der schweren Arbeit auf Feld und Hof. Doch der Krieg hat seine unauslöschlichen Spuren hinterlassen. Immer wieder kommt es zu Konflikten, besonders zwischen Irmi und Jungbäuerin Maria. In ihrer Notlage als ledige Mutter sucht Irmi nach einem Ausweg.“

Homepage:
https://www.julia-heinecke.de/index.php/buecher

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin/ dem Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Das Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“ von Julia Heinecke ist ein fesselnder historischer Roman über gesellschaftliche Zwänge, den Wandel der Nachkriegszeit und den Überlebenskampf einer jungen ledigen Mutter im Jahr 1952.

„Irmi wusste nun, welches Gefühl sie überfallen hatte und sie so lähmte. Ein Gefühl, das sie bis jetzt noch gut zu ignorieren geschafft hatte, das aber heute mit aller Macht Besitz von ihr genommen hatte. Es würde immer da sein. Es war die Scham.“

[Seite 184, XIII. Kapitel]

Als Freiburgerin, die viel im Schwarzwald unterwegs ist, war dieser Roman für mich eine tief berührende Zeitreise in die Vergangenheit meiner Heimat. Julia Heinecke hat mich mit ihrem wunderbar lebendigen und bildhaften Schreibstil von der ersten Seite an komplett in die Geschichte hineingezogen.

Die Handlung führt uns ins Südbaden des Jahres 1952:
Die 18-jährige Irmi wird unverheiratet schwanger. Aus heutiger Sicht ist es kaum zu fassen, mit welcher extremen Härte die damalige Gesellschaft und sogar Irmis eigener Vater reagierten. Dass sie verstoßen wird und als Magd auf dem Nonnenfeldhof im Schwarzwald Unterschlupf suchen muss, zeigt eindringlich die unbarmherzigen moralischen Normen jener Nachkriegszeit. Auf dem Hof angekommen, fand ich die Atmosphäre zu Beginn erstaunlich herzlich – auch wenn es mich stellenweise sehr schockiert hat, wie schwer Irmi dort trotz ihrer Schwangerschaft körperlich mitarbeiten musste.

Besonders faszinierend fand ich es zu beobachten, wie der Einzug des technischen Fortschritts das Hofleben verändert. Doch nicht nur die Technik bringt Unruhe, sondern auch die zwischenmenschliche Dynamik. Ein zentraler Reibungspunkt ist die Jungbäuerin Maria. Ganz ehrlich: Maria hat es mir unheimlich schwergemacht, sie zu mögen. Sie ist ein extrem schwieriger Mensch. Obwohl das Buch ihre Beweggründe beleuchtet, konnte ich mich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt kaum hineinversetzen. Genau das macht sie aber zu einem hochgradig interessanten und wunderbar ambivalenten Charakter, der der Geschichte viel Tiefe verleiht.
Ein absolutes Highlight war für mich das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern: Dass Figuren aus dem ersten Band „Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald“ wieder auftauchen, allen voran mein absoluter Liebling Miggi, hat mein Leserinnenherz höher schlagen lassen.
Das Finale hat mich emotional vollkommen abgeholt und absolut zufrieden zurückgelassen. Ich habe bis zum Schluss intensiv mit Irmi gefühlt, gehofft und um ihren Ausweg aus dieser Notlage gebangt. 

Danke für dieses großartige Leseerlebnis. Ich freue mich jetzt schon auf den dritten Band der Reihe: „Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl“, den ich mit Sicherheit bald lesen werde.  

Fazit: Julia Heinecke gelingt mit ihrem Roman „Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald“ eine bildgewaltige und emotionale Zeitreise in das Südbaden der Nachkriegszeit. Unbedingt lesen!

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„Die Töchter von Zürich“

von Erika Weigele

*Werbung

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2026
Verlag: Gmeiner
Ausgabe: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839280836
Seitenanzahl: 336 Seiten
Preise: 18€ (Paperback), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Der Buchmaler von Zürich“ 02/02

Klappentext:
„Zürich 1291: Buchmaler Bertram führt ein ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Fides und ihren drei Töchtern. Doch der Tod des Königs und ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit könnten ihm alles nehmen: das Dach über dem Kopf, die Liebe seiner Frau und die Ehre seiner Tochter Hedwig, die ihr Herz gleich an zwei Männer verloren hat – den Seidenhändler Jakob und den mysteriösen Jean. In seiner Verzweiflung trifft Bertram eine fatale Entscheidung. Dann steht Herzog Albrecht mit gewaltigem Heer vor der Stadt – und das Schicksal Zürichs liegt in den Händen der Frauen.“

Homepage:
https://www.erikaweigele.de/die-toechter-von-zuerich/

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-toechter-von-zuerich.html

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin Erika Weigele als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder dem Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG.

– Meine ausführliche Rezension zum ersten Band „Der Buchmaler von Zürich“ findet ihr hier: https://buechertanz.de/?p=6396

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Es sind bereits einige Jahre vergangen, seit ich den ersten Band „Der Buchmaler von Zürich“ von Erika Weigele mit großer Begeisterung gelesen habe. Ich war unglaublich gespannt auf die Fortsetzung „Die Töchter von Zürich“ und vorweg:
Erika Weigele hat es mir spielend leicht gemacht, sofort wieder in die packende Geschichte und Zeit einzutauchen und ich freute mich total, viele liebgewonnene Charaktere wieder zu treffen. Ich empfinde es nicht als zwingend erforderlich, dass man den ersten Band unbedingt vorher gelesen haben muss. Die Geschichte funktioniert auch eigenständig, ohne Vorkenntnisse.

Besonders fasziniert hat mich erneut das historisch fundierte Setting. Die Autorin weiß als gelernte Germanistin und Kunsthistorikerin genau, wovon sie schreibt. Die Orte, Bräuche und die Kunst des Buchmalerhandwerks sind so detailliert und bildhaft beschrieben, dass ich wir während des Lesens alles bestens vorstellen konnte.
Ein absolutes Highlight ist dabei die geschickte Verwebung von Fiktion und Realität. Erika Weigele bettet die Geschichte meisterhaft in die realen Ereignisse des Jahres 1291 ein: Das ewige, dramatische Gerangel um die Königsnachfolge nach dem Tod Rudolfs I. von Habsburg. Eigentlich sollte dessen Sohn, Herzog Albrecht, die Krone erben – doch die Mächtigen entschieden sich anders. Es machte mir unheimlich viel Spaß zu sehen, wie die fiktiven Charaktere nahtlos mit den realen historischen Figuren agieren, während der abgewiesene und wütende Herzog Albrecht mit seinem gewaltigen Heer vor der Stadt Zürich steht.
Diese bewaffneten Konflikte von 1291 bis 1474/1511 zwischen der entstehenden Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstengeschlecht der Habsburger sind als die „Schweizer Habsburgerkriege“ in die Geschichte eingegangen. Eine spannende und aufreibende Zeit.

Auch wenn Bertram wieder im Mittelpunkt der Geschichte steht, liegt bei diesem Band auch der Fokus auf seinen drei sehr unterschiedlichen Töchtern – vor allem auf der ältesten Tochter Hedwig. Sie ist zu Beginn noch sehr jung und ein wenig naiv, was absolut authentisch wirkt. Dennoch habe ich sie schnell ins Herz geschlossen, und ihre persönliche Entwicklung im Laufe der dramatischen Ereignisse ist hervorragend gelungen.
Aber auch die ältere Generation verlangte mir während des Lesens emotional einiges ab: Als Bertram aus purer Verzweiflung eine fatale Entscheidung trifft, um seine Familie zu schützen, löste das bei mir ein absolutes Gefühlschaos aus. Ich konnte seine Zwangslage total verstehen … und habe mich im nächsten Moment wieder furchtbar über ihn und seine Taten geärgert! Genau diese Ecken und Kanten machen die Figuren so lebendig. Es gibt aber auch Momente, in denen ich mit den Tränen gekämpft habe. Das Buch ist somit eine emotionale Achterbahnfahrt.
Das Finale hat mich dann vollends gefesselt. Als das Schicksal der Stadt schließlich in den Händen der Frauen liegt, zieht die Spannung massiv an. Alle Fäden laufen perfekt zusammen und die Geschichte findet einen absolut gelungenen, runden Abschluss. Zufrieden klappte ich das Buch nach der letzten Seite zu. Doch ich finde, dass die Geschichte um Bertram, seine Frau Fides und die drei Töchter noch nicht auserzählt ist – da wäre auf jeden Fall noch Platz für einen dritten Band …

Herzlichen Dank liebe Erika Weigele für das großartige und lehrreiche Leseerlebnis und das signierte Rezensionsexemplar. 

Fazit: Der historische Roman „Die Töchter von Zürich“ von Erika Weigele ist eine rundum gelungene Fortsetzung und verknüpft Fiktion und die packende, wahre Historie perfekt miteinander. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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