„Venusmuscheln in Venedig“

von Dorothe Zürcher

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: September/ Oktober 2025
Verlag: acabus
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3862828890
Seitenanzahl: 250 Seiten
Preise: 18€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Zeit der Kreuzzüge“, Band 03 von 03

Homepage:
https://www.dorothe-zürcher.ch/veröffentlichungen/index

Klappentext:
„Mandelplätzchen und Dattelmilch 1190 von Akkon bis Venedig: Die begnadete Delikatessköchin Alkmene hat die Ehre, für die Hochzeit des künftigen Königs von Jerusalem zu kochen. Inzwischen kehrt Diethelm zum Kreuzritterheer zurück, das unaufhörlich gegen die uneinnehmbaren Mauern Akkons im heutigen Israel anrennt. Zerrissen zwischen der Loyalität zu seinem Lehnsherrn und wachsenden Zweifeln am Kreuzzug, muss er eine Entscheidung treffen. Alkmene erfährt, dass der Königsanwärter das Heer für Gold verraten hat. Nicht nur sie, sondern auch Kreuzritter Diethelm und ihre gemeinsame Tochter Sophia geraten in tödliche Gefahr. Zwischen dampfenden Kesseln und duftenden Gewürzen kämpft Alkmene mit der unmöglichen Entscheidung: Kann sie mit ihren Kochkünsten Leben retten – oder muss sie vergiften, um ihre Lieben zu schützen. Es wird gebraten, gepökelt und gebrüht, verliebt, vergiftet und vergeben.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr die ersten beiden Bände der Reihe „Die Zeit der Kreuzzüge“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise Acabus Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

–  Hier findet ihr meine ausführliche Rezension zu den vorherigen Bänden:
Band 1: „Bittermandeln in Byzanz“
Band 2: „Anisbrot in Antiochia“

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Das Buch „Venusmuscheln in Venedig“ von Dorothe Zürcher ist der dritte und abschließende Band der Reihe „Die Zeit der Kreuzzüge“ und spielt in den Jahren 1190/1191 vorwiegend in dem Kreuzfahrerlager vor der Stadt Akkon.

„Sie war mit Pio und dem Kämmerer verschwunden, ohne eine Erklärung zu geben. Aber mit diesem Gesichtsausdruck. Diethelm kannte ihn. Sie führte etwas im Schilde. Wenn es ums Kochen ging, war Alkmene nicht zu bremsen. In ihrer Begeisterung riss sie die Männer mit.“

[Kapitel 15]

Mit „Venusmuscheln in Venedig“ legt Dorothe Zürcher einen emotional berührenden und historisch fesselnden Abschluss ihrer Reihe über die Zeit der Kreuzzüge vor.
Vor zwei Jahren habe ich den ersten Band „Bittermandeln in Byzanz“ mit großer Begeisterung gelesen. Auch der zweite Band „Anisbrot in Antiochia“, der im September 2024 erschienen ist, konnte mich bestens unterhalten. Deshalb war klar, dass ich auch den dritten und abschließenden Band lesen wollte, um zu erfahren, wie es mit den vielen und liebgewonnen Charakteren weitergehen wird und wie die Trilogie zu Ende gebracht wird. Ich kann nur empfehlen, die ersten beiden Bände vor dem dritten Band zu lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut, und die Charaktere sich kontinuierlich weiter entwickeln.
Das Cover des dritten Bandes greift einige Elemente der Handlung und des Titels auf und fügt sich perfekt in die Reihe ein, was für einen harmonischen Gesamteindruck der Buchreihe sorgt:


Obwohl der Titel eine „venediglastige“ Handlung suggeriert, entführt das Buch die Leser und Leserinnen hauptsächlich in das karge Kreuzritterlager vor Akkon und schildert schonungslos die schrecklichen Lebensbedingungen des Jahres 1190 an diesem unwirtlichen Ort. Hier verknüpft Dorothe Zürcher auf geschickte Weise fiktive und historische Elemente zu einer fesselnden und lehrreichen Geschichte.
Die Stärke des Romans liegt in der authentischen Weiterentwicklung seiner Charaktere. Wir treffen auf vertraute Figuren aus den vorherigen Bänden, deren persönliche Entwicklung tiefgreifend nachgezeichnet wird. Besonders hervorzuheben ist die Delikatessköchin Alkmene, die als fiktive Figur eine ganz wunderbare Zeichnung erhält. Ihre neue Rolle als Mutter von Tochter Sophia lässt sie einerseits zu einer rührend besorgten und fürsorglichen Person werden, treibt sie andererseits aber auch in gefährliche Situationen. So gewinnt die Handlung an einer neuen emotionalen Tiefe.
Der historische Kreuzritter Diethelm, der bereits in den vorherigen Büchern eine Rolle gespielt hat, entwickelt sich in „Venusmuscheln in Venedig“ ebenfalls sehr lebensecht. Seine innere Zerrissenheit und seine zunehmenden Zweifel am Kreuzzug und dessen Erfolg werden spürbar und machen ihn zu einer überzeugenden Figur, die den damaligen Zeitgeist und die Ambivalenz des Dritten Kreuzzuges widerspiegelt. Die Figuren stehen in direktem Bezug zu den historischen Hintergründen wie der Belagerung von Akkon und werden unweigerlich von den Umständen und Ereignissen geprägt.

Die chronologisch verlaufende Handlung stellt Alkmene, Diethelm und Pio in den Mittelpunkt. Ihre Geschichten und Geheimnisse werden hautnah miterlebt, wodurch eine starke emotionale Bindung zu den Hauptcharakteren entsteht. Intrigen, wie die am Hof, denen Alkmene zu Beginn ausgesetzt ist, sorgen für zusätzliche Spannung. Die historischen Hintergründe der Belagerung von Akkon nehmen einen großen Raum ein, ohne die fiktiven Elemente zu überlagern. Im Gegenteil: Die Fiktion ist logisch mit der Geschichte verbunden und verleiht den historischen Ereignissen eine persönliche Note. Die genauen Beschreibungen der Lebensbedingungen im Kreuzritterlager sind ein starker Kontrast zum Titel des Buches, der eher an die romantisierte Atmosphäre Venedigs erinnert.
Der klare und dennoch bildhafte Schreibstil von Dorothe Zürcher trägt maßgeblich zur emotionalen Wirkung des Buches bei. Besonders gelungen sind die kulinarischen Elemente, die durch die Rezepte am Beginn jedes Kapitels in den Vordergrund gestellt werden. Sie geben einen Einblick in die Esskultur der damaligen Zeit und sind sowas wie ein Markenzeichen dieser lesenswerten Buchreihe.

„Doch erst durch seinen Herzog wurde Diethelm zu dem, der er war, bekam Ehre und seinen Platz. Hier im Zelt von vor dem Herzog knieend, erkannte Diethelm, dass er Friedrich von Schwaben nie hintergehen könnte.“

[Kapitel 6]

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich bei Dorothe Zürcher ganz herzlich für dieses wunderbare und lehrreiche Leseerlebnis bedanken. Es war wunderschön, dass ich die vielen interessanten Figuren kennengelernt habe und sie ein Stück in ihrem Leben begleiten durfte. Ich werde sie und ihre Geschichten definitiv noch lange in meinem Herzen tragen, auch wenn ich nun Abschied von ihnen nehmen muss.
Außerdem habe ich durch diese Buchreihe eine Menge geschichtliches und kulinarisches Wissen dazugewonnen. Und genau so muss das sein! Danke dafür.
Außerdem möchte ich mich auch ganz herzlich beim Acabus Verlag für die Bereitstellung und Zusendung des Buches als kostenloses Rezensionsexemplar bedanken.

Fazit: Obwohl der Titel „Venusmuscheln in Venedig“ den Eindruck erweckt, das Buch würde hauptsächlich in Venedig spielen, was leider nicht der Fall ist, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Die Geschichte vor Akkon ist so fesselnd und berührend, dass die begrenzte Darstellung Venedigs in den letzten Kapiteln verzeihlich ist. Das Buch ist ein intensives und lehrreiches Leseerlebnis, das die emotionale Reise seiner Charaktere mit den harten Realitäten des Dritten Kreuzzuges verbindet. Für Fans historischer Romane und der Geschichte der Kreuzzüge ist dieser Abschluss der Reihe absolut empfehlenswert.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Frauen vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ mutiger Kampf um ihr Glück“

von Inès Keerl

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2025
Verlag: emons
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-7408-2600-0
Seitenanzahl: 496 Seiten
Preise: 18,00€ (Taschenbuch), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Catharina Ustings“, Band 2 von 2

Homepage:
https://emons-verlag.de/p/die-frauen-vom-tafelberg.-catharina-ustings-mutiger-kampf-um-ihr-glueck-7597

https://www.ineskeerl.com

Klappentext:
„Liebe und Verrat am Kap der Guten Hoffnung
Kapstadt, 1672. Sieben Jahre nach den dramatischen Ereignissen am Tafelberg steht Catharina Ustings erneut vor einer existenziellen Bedrohung: Sie wird des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Zusätzlich drohen ihre heimliche Affäre mit einem neuen Kommandanten und ein gefährliches Geheimnis sie zu vernichten. Gemeinsam mit der ehemaligen Sklavin Amisha und Krotoa, der »Urmutter Südafrikas«, riskiert Catharina alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr Glück zu retten.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr den ersten Band „Die Löwin vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ kühner Weg in die Freiheit“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Emons Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars, der Verlinkung der Homepages des Verlages und der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Das Buch „Die Frauen vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ mutiger Kampf um ihr Glück“ von Inès Keerl ist der zweite und abschließende Band der Buchreihe, die im 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung spielt und das Leben der historischen Catharina Ustings nachzeichnet.

„»Du strahlst eine Stärke aus, die nie vergehen wird. Einen Willen, der nicht zu brechen ist. Ungebärdigkeit, Unruhe. Es bricht sich durch deine Augen, durch dein ganzes Sein.«“

[Seite 425, 50. Kapitel]

Am Kap der Guten Hoffnung, Südafrika im Jahr 1672: Catharina Ustings ist in ihrer neuen Heimat angekommen und hat sich mit ihrem Ehemann Hans ein Leben aufgebaut. Sieben Jahre sind seit den dramatischen Ereignissen vergangen, die ihr und ihrer Familie fast das Leben kosteten.
Doch für Catharina gibt es keine Ruhe. Nach dramatischen persönlichen Verlusten wird sie des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Catharina gibt nicht auf und gibt alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr persönliches Glück gegen die schrecklichen Geister der Vergangenheit zu verteidigen.

Vor etwa zwei Jahren habe ich mit großer Begeisterung den ersten Band „Die Löwin vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ kühner Weg in die Freiheit“ gelesen. Es war ein absoluter Lesegenuss und ich war sehr gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.
Freundlicherweise bekam ich auch den zweiten Band vom Emons Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Die Handlung dieses zweiten Bandes knüpft an die Handlung des ersten Bands an, weshalb ich empfehle, dass man den ersten Band vorher gelesen hat. Im Prinzip geht es auch ohne die Vorkenntnisse, allerdings fehlen dann eventuell Hintergründe zur Entwicklung der Figuren und die geschichtlichen Hintergründe.
Sehr gelungen empfinde ich die Cover-Gestaltung. Es ist das gleiche Cover, nur die Hintergrundfarbe ist unterschiedlich, womit direkt ersichtlich wird, dass es sich um eine Buchreihe handelt und es gleichzeitig einen gelungenen Wiedererkennungswert vermittelt:

Obwohl ich den ersten Band vor zwei Jahren gelesen habe, fand ich mich (nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten) wieder in die Geschichte ein – auch Dank des hilfreichen Personenregisters am Ende des Buches. Obwohl der Klappentext einiges vorwegnimmt, konnte mich die Handlung dennoch überraschen und bis zum Schluss fesseln. Nur ungern legte ich das Buch zur Seite und tauchte völlig in die Geschichte ab. Zudem sind die die Beschreibungen der südafrikanischen Landschaft und Tiere sind so lebendig, dass ich mich oft so fühlte, als wäre ich direkt vor Ort.
Zudem hat mich die Autorin mit ihrer bildhaften und lebendigen Sprache sofort in die Geschichte hinein gezogen, sie schafft eine dichte und realistische Atmosphäre, die mich nicht mehr losließ.

Die Charaktere, insbesondere Catharina, Amisha und Krotoa sind bereits aus dem ersten Band bekannt und entwickeln sich in diesem Band authentisch weiter.
Catharina, nach wie vor mutig und kämpferisch, durchlebt immense Verluste, an denen sie fast zerbricht, sie findet jedoch wieder ihre „innere Löwin“. Auch wenn sie immer wieder fällt, steht sie wieder auf. Damit ist sie eine absolut starke und unvergessliche Figur, welche ich bereits im ersten Band liebgewonnen habe und mit Sicherheit noch lange in meinem Leseherz tragen werde. Ich weinte mit ihr, wenn das Schicksal erbarmungslos zuschlug und freute mich mit ihr, wenn es wieder etwas bergauf ging.
Krotoa, auch bekannt als Eva, war eine Khoikhoi-Frau, die eine wichtige Rolle in der frühen Geschichte Südafrikas spielte. Sie war eine der ersten Einheimischen, die Kontakt mit den niederländischen Siedlern hatte, und diente als Übersetzerin und Vermittlerin. Ihre Geschichte, die mit diesem Roman wieder lebendig wird, ist ein Beispiel für die komplexen Beziehungen zwischen den Kolonialherren und der einheimischen Bevölkerung.
Ein Großteil der vielfältigen Figuren sind historisch belegt, was für eine gelungene Authentizität des Romans sorgt. Die wenigen fiktiven Figuren des Romans werden gut mit den Geschichten und Schicksalen der historischen Figuren verwoben und mit den historischen Hintergründen verbunden und wirken dadurch sehr lebensecht.

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund bilden die 1670er Jahre:
Das Kap der Guten Hoffnung war zu dieser Zeit eine wichtige Versorgungsstation der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) und ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Die VOC war eine der mächtigsten Handelsgesellschaften des 17. Jahrhunderts und spielte eine zentrale Rolle in der Kolonialisierung Südafrikas. Die Kompanie nutzte das Kap als Versorgungsstation für ihre Schiffe und förderte die Ansiedlung von freien Siedlern, um die Versorgung zu sichern.
Das Leben am Kap der Guten Hoffnung war hart und gefährlich. Die Siedler mussten sich gegen Angriffe der einheimischen Bevölkerung, Krankheiten und die raue Natur behaupten. Die VOC verlangte von den Farmern, dass sie einen Teil ihrer Ernte abgaben, um die Schiffe zu versorgen.
Wie beim ersten Band gibt es auch mitunter brutale, grausame und traurige Szenen, die (neben Tränen) auch für eine hohe Glaubwürdigkeit der Geschichte sorgen. Inès Keerl führt mit viel Wissen und Begeisterung ihre Leser und Leserinnen an die Orte des Geschehens. Ich habe wieder eine Menge zu der Geschichte von Kapstadt, der Kolonialisierung und der Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOG) dazugelernt. Inès Keerl hat die historischen Ereignisse und Hintergründe am Kap der Guten Hoffnung in den 1670er Jahren sorgfältig recherchiert und authentisch in die Geschichte eingebaut.

Nun heißt es Abschied von dieser wunderbaren Buchreihe und den liebgewonnen Charakteren zu nehmen. Danke für dieses lehrreiche und absolut gelungene Leseerlebnis, das ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde.

„Man hatte sie einst Löwin genannt; jetzt war es an der Zeit , wieder diese Löwin zu sein.“

[Seite 390, 46. Kapitel]

Fazit: „Die Frauen vom Tafelberg“ ist ein spannender historischer Roman, der mich tief in die Geschichte Südafrikas hat eintauchen lassen. Inès Keerl hat eine Geschichte geschrieben, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist. Absolut empfehlenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“

von Maria Nikolai

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. September 2025
Verlag: Penguin Verlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3328111771
Seitenanzahl: 512 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Bäckerinnen von Manhattan“ 02/02

Homepage:
https://www.marianikolai.de

https://www.penguin.de/buecher/maria-nikolai-little-germany-der-geschmack-von-freiheit/taschenbuch/9783328111771

Klappentext:
„Little Germany, Manhattan, 1904: Eine verheerende Katastrophe hat das deutsche Viertel in Schockstarre versetzt. Trotz des schweren Schicksalsschlags, der auch sie getroffen hat, kämpfen Lissi und Julia weiter für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch bald schon zeichnet sich ab, dass Little Germany nie mehr die Heimat sein wird, zu der es für sie geworden war. Noch einmal müssen die beiden jungen Frauen von vorn beginnen – und eröffnen »Lissi’s Kleine Konditorei« auf der 86th Street in Yorkville. Wie ein aufstrebender Stern am German Broadway erobert die schwäbische Confiserie schnell die Herzen aller. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage. Zur selben Zeit beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin und dem Penguin Verlag als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Kurzrezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Kurzrezension als WERBUNG.

ACHTUNG: Solltet ihr den ersten Band „Little Germany – Der Duft der Neuen Welt“ noch nicht kennen, könnte euch diese Rezension spoilern!

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Das Buch „Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“ von Maria Nikolai ist der zweite und abschließende Band einer Buchreihe, die im beginnenden 20. Jahrhundert hauptsächlich in New York City spielt und den Weg zweier Frauen in ein neues Leben zeigt.

„Wo an Donnerstagen sonst reges Treiben herrschte, war Leere, wo sonst gerufen, geschimpft und gelacht wurde, waren Kümmernis und Schweigen.“

[5. Kapitel, Seite 37]

1904, Little Germany in Manhattan: Lissi und Julia, zwei junge Frauen, kämpfen für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch das Schiffsunglück der General Slocum auf dem East River mit mehr als 1000 Toten versetzt das Viertel in eine Schockstarre und trifft auch die beiden Frauen persönlich schwer.
Die Beiden wagen trotz dieses schweren Schicksalsschlags einen Neuanfang und eröffnen in Yorkville eine Konditorei.
Auch die Vergangenheit holt Lissi und Julia wieder ein und damit steht auch ihre gemeinsame Zukunft in New York infrage. Parallel dazu beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River.

Im April 2025 habe ich mit großer Begeisterung den Auftakt „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“ gelesen und wartete seit dem Beenden mit großer Vorfreude auf den zweiten Band der Reihe. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit all den liebgewonnen Figuren weitergeht.
Man sollte unbedingt vor dem zweiten Teil auch den ersten Band gelesen haben, da die beiden Bände eine Geschichte erzählen und ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten Band könnte es schwierig sein, den Figuren und der Handlung richtig zu folgen.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Penguin Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar.
Die Handlung des Buches setzt direkt an das Ende des ersten Bandes an, was dafür sorgte, dass ich sofort wieder mitten im Geschehen war und direkt wieder in die Geschichte abgetaucht bin. Dazu trug zusätzlich auch der angenehme und äußerst bildhafte Sprachstil von Maria Nikolai bei, der mich durch die emotionale und spannende Geschichte getragen hat.
Das Buch hat insgesamt 512 Seiten, die sich auf 60 Kapitel, das Personenregister, die historischen Romanhintergründe, ein Glossar, liebevoll ausgewählten Rezepten aus „Lissi’s kleiner Konditorei“ und dem Dank der Autorin aufteilen.
Die Cover der beiden Bände passen wunderbar zusammen und werden so als Reihe erkenntlich:

Lissi und Julia sind zwei junge Frauen mit unterschiedlichen Stärken, deren tiefe Freundschaft und unerschütterliche Loyalität die Geschichte tragen und bereichern.
Lissi, mit ihrer kreativen Seele und Leidenschaft für die Bäckerei, erlebt durch das tragische Schiffsunglück der General Slocum einen Verlust, der sie tief erschüttert und ihr den Boden unter den Füßen wegreißt. Ihre Art und Weise wie sie mit Schmerz umgeht, zeigt ihre Verletzlichkeit gleichzeitig aber auch ihre innere Stärke.
Julia hingegen, pragmatisch und organisatorisch begabt, ist eine seelische Stütze für Lissi. Ihre gegenseitige Ergänzung und tiefe Verbundenheit macht ihre Freundschaft besonders authentisch.
Beide Charaktere wachsen durch die Herausforderungen und finden Wege zum Neuanfang, ohne ihre Vergangenheit zu vergessen, diese bleibt immer ein Teil von ihnen.
Auch die vielen anderen Charaktere, von denen einige fiktiv, andere historisch sind, hat Maria Nikolai wunderbar zum Leben erweckt. Ich werde sie alle und ihre unvergesslichen Geschichten mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen.

Die historischen Kontexte um Little Germany in Manhattan im Jahre 1904 sind hervorragend recherchiert und intensiv in die Handlung eingebunden, sodass die Leser und Leserinnen eine lebendige Vorstellung von dieser aufregenden Zeit bekommen.
Das Schiffsunglück der General Slocum ist ein zentrales und emotional überwältigendes Ereignis, das nicht nur die Charaktere, sondern auch die Gemeinschaft trifft und nachhaltige Spuren hinterlässt. Die General Slocum war ein Raddampfer, der am der am 15. Juni 1904 auf dem New Yorker East River in Brand geriet und sank. Dabei kamen 1021 der 1342 Personen an Bord ums Leben. Dieses tragische Ereignis hat direkte Auswirkungen auf die Hauptfiguren Lissi und Julia, erschüttert ihre Leben und prägt ihre weiteren Wege. Das Unglück steht somit für Verluste und Herausforderungen, vor denen die Charaktere stehen und die sie zu überwinden versuchen. Schmerz, Trauer und die Suche nach einem weiteren Neuanfang sind die Folgen dieser Tragödie, die die Geschichte emotional und thematisch vertiefen.
Die Darstellung der deutschen Einwanderung, des Lebens in Little Germany und der damaligen Gesellschaft schafft eine authentische und eindringliche Kulisse, die die Geschichte und die vielfältigen Emotionen vertieft. Die gelungene Verflechtung der historischen Hintergründe und der persönlichen Geschichte der fiktiven Hauptfiguren gibt dem Buch eine besondere Tiefe und gelungene Glaubwürdigkeit.
Die großen Themen wie Freundschaft, Liebe, Verlust und Neuanfang sind absolut überzeugend und mitreißend dargestellt, sie durchziehen die Erzählung wie ein roter Faden. Trotz dem tiefem Schmerz und der Tragödie schwingt immer wieder Hoffnung auf bessere Zeiten mit, ein Element, das der Geschichte ein Gefühl von Wärme gibt. Die Loyalität und Verbundenheit zwischen Lissi und Julia, ihre gemeinsamen Träume und die Unterstützung von den anderen Figuren sind besonders berührend und tragen die Erzählung. Der Neuanfang mit „Lissi’s Kleine Konditorei“ in Yorkville zeigt, wie die Charaktere ihre Wege suchen und finden, immer vorangehen und Vergangenes verarbeiten.

Nun heißt es endgültig von der wunderbaren Buchreihe und den vielen liebgewonnen Figuren Abschied zu nehmen. Ich werde sie und die Geschichte noch lange in meinem Herzen tragen und bedanke mich ganz herzlich bei Maria Nikolai für dieses emotionale und absolut gelungene Leseerlebnis.

„Mit dem Wind in den Haaren, Frederick an ihrer Seite und einem freudigen Klopfen ihres Herzens in der Brust fand sie zum ersten Mal das, was sie in Amerika gesucht hatte: Freiheit.“

[12. Kapitel, Seite 111]

Fazit: „Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“ ist ein Buch, das ich mit Tränen der Trauer begonnen und mit Tränen der Freude und des Abschieds beendet habe. Ich bin tief bewegt und berührt von dieser eindrucksvollen Buchreihe und Geschichte und werde die wunderbaren Figuren mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen. Eine absolut empfehlenswerte Buchreihe.


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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Fasern der Welt – Der Wind von Yorkshire“

von Lia Scott

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2025
Verlag: Tinte&Feder
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-2496719222
Seitenanzahl: 265 Seiten
Preise: 11,99€ (TB), 04,49€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 01 von 02

Klappentext:
„Yorkshire, 1868: June Barlow wächst mit ihren beiden Schwestern in den malerischen Craven Dales auf. Am liebsten unterstützt sie ihre Tante Eliza, die als Hebamme und Heilerin die Menschen versorgt. Doch als Junes ältere Schwester Schwindsucht bekommt, ist sie gezwungen, sich Arbeit in einer der zahlreichen Spinnereien von Bradford zu suchen – eine der schmutzigsten Städte Englands. Hier rauchen die Schornsteine so sehr, dass der Himmel nie richtig hell wird.
Dort trifft June ausgerechnet auf Franky O’Donovan. Sie kennt den eigensinnigen irischen Wollsortierer von früher. Er hat ein besonderes Feingefühl, das es ihm ermöglicht, die gute Wolle von der schlechten zu unterscheiden. Tatsächlich scheint er die ganze Welt zu erfühlen.
Doch June weiß, dass Franky auch eine dunkle Seite hat, denn die beiden verbinden die Geschehnisse einer besonders düsteren Nacht. Und trotzdem konnte sie ihn nie vergessen …“

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Die Fasern der Welt – Der Wind von Yorkshire“ ist der Auftakt einer fesselnden Buchreihe, die in den 1860er Jahren in Nordengland spielt.

Dieser erste Band der Reihe ist ein berührender Roman, der in den Craven Dales in Yorkshire spielt (vor allem dort, wo June Barlow mit ihren Schwestern aufwächst). Die Geschichte folgt June Barlow, die ihrer Tante Eliza, einer Hebamme und Heilerin, zur Seite steht. June trifft auf Franky O’Donovan, einen eigensinnigen irischen Wollsortierer mit einem besonderen Feingefühl für Wolle und einer undurchsichtigen Vergangenheit und Gegenwart. Als Junes ältere Schwester an Schwindsucht erkrankt sucht June sich Arbeit in einer der Spinnereien im dunklen, rauchverhangenen Bradford – eine der schmutzigsten Städte Englands im Jahr 1868.

Lia Scott erschafft mit ihrem wunderbaren und bildhaften Sprachstil eine atemberaubende Kulisse: Der Kontrast zwischen den Craven Dales und der industriell geprägten, düsteren Stadt Bradford mit ihren harten Lebens- und Arbeitsbedingungen wird eindrücklich geschildert. Ihr Sprachstil, der mich bereits bei ihrer „Sturmjahre-Reihe“ begeistert hat, zog mich auch hier wieder sofort in den Bann.

June Barlow ist eine sympathische und vielschichtige Protagonistin. Sie steht zwischen ihrer vernünftigen älteren und ihrer freiheitsliebenden jüngeren Schwester – die Zusammengehörigkeit der drei Schwestern ist berührend dargestellt. Junes Loyalität und Aufopferung gegenüber ihrer erkrankten Schwester sind stark herausgearbeitet. Themen wie Familie, Krankheit und Tod, mit denen June und Tante Eliza immer wieder konfrontiert sind, werden sensibel und eindrücklich behandelt.
Franky O’Donovan ist ein sehr undurchsichtiger Charakter und ich bin gespannt, wie es mit ihm und June und auch den vielen anderen Figuren im nächsten Band weitergehen wird.

Sehr lesenswert. Herzlichen Dank für dieses großartige Leseerlebnis.

Fazit: Dramatisch, emotional und dazu eine Prise Spannung. Genau so müssen historische Romane sein. Sehr lesenswert!

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„Liebesrausch – Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“

von Charlotte von Feyerabend

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. September 2025
Verlag: Droemer
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3426282861
Seitenanzahl: 336 Seiten (Paperback), 337 Seiten (eBook)
Preise: 19,00€ (Paperback), 16,99€ (eBook)

Homepage:
https://vonfeyerabend.de/liebesrausch-anais-nin-und-henry-miller-in-paris (Autorin)

https://www.droemer-knaur.de/autor/charlotte-von-feyerabend-3005718?srsltid=AfmBOopzCL8OGc_5Pujiw69c5HIqTignPPJZLBgSXSgILkJG17hN7PYN (Verlag)

Klappentext:
„Paris, 1931. Als Anaïs Nin den zwölf Jahre älteren Henry Miller trifft, wird ein Feuer entfacht: Beide inspirieren sich nicht nur literarisch, zwischen ihnen brennt auch eine ungezügelte Leidenschaft. Das Leben mit allen Sinnen zu fassen, alle Schranken zu sprengen und dafür die perfekten Worte zu finden, das streben beide an – koste, was es wolle. Sie tanzen auf den rauschendsten Festen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.
Doch während sich Henry voll und ganz den Exzessen hingibt, führt Anaïs auch eine konventionelle Ehe mit Hugo, der sie über alles liebt und finanziell für sie und ihre Künstlerfreunde sorgt. Den emotionalen Spagat zwischen Hemmungslosigkeit und Konventionen kann Anaïs nur in ihren berühmt-berüchtigten Tagebüchern verarbeiten: Gehören Erotik und Sinnlichkeit in den Mittelpunkt des Lebens? Und darf man dafür die Menschen belügen, die einen lieben?“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Droemer Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Liebesrausch – Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ von Charlotte von Feyerabend handelt von der Suche der Schriftstellerin Anaïs Nin nach sich selbst, ihrer Identität und ihrer künstlerischen Inspiration.

„Ich bevorzuge es zu lachen. Auf jeden Fall in der Öffentlichkeit. Lautstark. Manchmal diente das dazu, mein trauriges Herz zu übertönen.“
[1. Partie]

Paris in den 1930er Jahren: Hier lebt die Anaïs Nin zusammen mit ihrem Ehemann Hugo. Als sie auf den zwölf Jahre älteren Schriftsteller Henry Miller trifft, entbrennt zwischen den Beiden eine leidenschaftliche Beziehung. Anaïs‘ Ehe mit Hugo ist eher konventionell geprägt, er liebt sie über alles und unterstützt sie und ihre Künstlerfreunde auch finanziell. Sie muss sich zwischen ihrer Leidenschaft für Henry und ihrer Ehe mit Hugo entscheiden und verstrickt sich immer mehr in Lügen und Geheimnisse.

Die Autorin Charlotte von Feyerabend fragte im Mai 2025 an, ob ich ihr neues Buch „Liebesrausch – Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ lesen und rezensieren möchte. Auch wenn mir der Name Anaïs Nin nichts sagte, war mein Interesse nach dem Lesen des Klappentexts schnell geweckt. Ich mag Geschichten, die mir berühmte Figuren näher bringen – und dann auch noch in meinem absoluten Sehnsuchtsort Paris spielen. Deshalb sagte ich der Autorin zu und bekam das Buch Mitte August als Rezensionsexemplar vom Droemer Verlag zugesendet. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.

Dieser Roman hat mich unmittelbar in das Paris der 1930er Jahre entführt. Die Autorin hat die Stimmung der Stadt und die Atmosphäre der künstlerischen und literarischen Szene authentisch wiedergegeben. Die Geschichte von Anaïs Nin und Henry Miller ist faszinierend und komplex, und die Autorin hat ihre Charaktere nuanciert und ambivalent dargestellt.
Anaïs Nin, geboren 1903 in Neuilly-sur-Seine, war eine französisch-kubanische Schriftstellerin, die für ihre Tagebücher bekannt ist. Sie war eine der ersten Frauen, die offen über ihre sexuellen Erfahrungen schrieb und ihre Werke sind bis heute ein wichtiger Teil der feministischen Literatur.
Henry Miller, geboren 1891 in New York, war ein amerikanischer Schriftsteller, der für seine Romane wie „Wendekreis des Krebses“ und „Wendekreis des Steinbocks“ bekannt ist. Seine Werke wurden kontrovers behandelt, da sie explizite Inhalte und Obszönitäten enthielten.
Durch die Perspektive von Henry Miller bekommen die Leser und Leserinnen einen Blick von außen auf Anaïs Nin, die sich immer weiter in Lügen verstrickt. Diese Perspektive ermöglicht es, Anaïs Nin aus einer anderen Sicht zu sehen und ihre komplexe Persönlichkeit besser zu verstehen. Die Autorin hat die Beziehung zwischen Anaïs Nin und Henry Miller authentisch und detailliert dargestellt, und zeigt, wie die Beiden sich gegenseitig inspirierten und beeinflussten.
Die 1930er Jahre in Paris waren eine Zeit großer kultureller und künstlerischer Blüte. Die Stadt war ein Zentrum der Avantgarde, und Künstler wie Pablo Picasso, Salvador Dalí und André Breton prägten die Szene. Gleichzeitig war die Zeit jedoch auch von politischer Unsicherheit und sozialer Veränderung geprägt: Die Weltwirtschaftskrise hatte Europa erreicht, und die Menschen suchten nach neuen Wegen, um ihre Träume und Wünsche auszudrücken. Die Autorin hat diese Atmosphäre authentisch wiedergegeben und zeigt, wie die künstlerische Szene von der politischen und sozialen Situation beeinflusst wurde.

Die Sprache des Buches ist äußerst atmosphärisch und bildhaft und die Autorin hat die Figuren sehr lebendig dargestellt. Allerdings störten die mitunter derben Ausdrücke und die vielen Szenen im Bett etwas meinen Lesefluss.
Trotzdem war es ein sehr intensives Lese-Erlebnis, für das ich mich am Ende dieser Rezension ganz herzlich bedanken möchte. Das war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch der Autorin.

„Warum fühlte sich das Leben manchmal so leicht an und dann wiederum so, als ob es einen zerdrücken wollte, wie eine Fliege.“
[8. Partie]

Fazit: Das Buch „Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend ist ein Roman, der mich in die Welt der 1930er Jahre mitgenommen hat und eine faszinierende Geschichte von Liebe, Kunst und Identität erzählt. Die Autorin hat die Charaktere nuanciert und ambivalent dargestellt und sie gibt einen intensiven Einblick in die Leben und Werke von Anaïs Nin und Henry Miller. Sehr lesenswert.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Rezensionsexemplars und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.

„Was die Liebe ersehnt – Die Sternberg-Saga“

von Kristina Herzog

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. August 2025
Verlag: Eigenverlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3910798090
Seitenanzahl: 508 Seiten (Taschenbuch), 523 Seiten (eBook)
Preise: 15,99€ (Taschenbuch), 4,99€ (eBook)
Reihe: „Die Sternberg-Saga“ 04/04

Homepage:
https://www.kristinaherzog.de

Klappentext:
„Zürich, 1934: Hannahs Traum von einem eigenen Krankenhaus ist endlich wahr geworden. Doch über die viele Arbeit hat sie das Gefühl, dass ihre eigene Familie auseinanderbricht. Daniel ist ständig beruflich im Ausland und bringt sich dabei in große Gefahr und Alma liebäugelt mit einer lebensverändernden Entscheidung. Lucies Beziehung zu Paul stürzt in eine tiefe Krise, als er mit dem erstarkenden Nationalsozialismus sympathisiert.
Ariel verliebt sich, doch der Verbindung werden Steine in den Weg gelegt. Die jüdische Familie muss um ihr Glück kämpfen. Als Hannah entdeckt, dass mit ihrem Vertrauen gespielt wird, fasst sie einen Entschluss, der ihr bisheriges Leben auf die Probe stellt. Wird es ihr gelingen, ihre Familie zu retten?“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Was die Liebe ersehnt“ von Kristina Herzog ist der vierte Band um die Familie Friedländer/ Sternberg, die vor dem Nationalsozialismus in die Schweiz geflohen ist, sich dort ein neues Leben aufgebaut hat und trotzdem immer wieder mit Herausforderungen und Problemen zu kämpfen hat.

„Ein warmes Gefühl breitete sich in Hannahs Brust aus. Auf einmal schien der Ärger des Tages weit weg. (…) Sie war zu Hause und im Kreis ihrer Familie. Das war alles, was zählte.“
[Kapitel 7]

Der vierte Band der Sternberg-Saga spielt in Zürich im Jahr 1934 und folgt der Familie Friedländer, die vor dem Nationalsozialismus geflohen ist. Hannah hat endlich ihr Ziel erreicht und ein eigenes Krankenhaus eröffnet, aber ihre Familie steht vor großen Herausforderungen. Daniel ist beruflich im Ausland unterwegs, während Alma mit einer wichtigen Entscheidung kämpft. Lucies Beziehung zu Paul ist in einer Krise, da er mit dem Nationalsozialismus sympathisiert und sie auf eine baldige Hochzeit drängt. Ariel verliebt sich – es ist jedoch eine Liebe, die nicht sein darf. Als Hannah entdeckt, dass jemand ihr Vertrauen missbraucht hat, fasst sie einen Entschluss, der ihr komplettes Leben verändern könnte.

Im Mai 2022 habe ich „Was der Morgen verspricht“ – den Auftakt der „Sternberg-Saga“ – mit großer Begeisterung gelesen. Auch die Folgebände „Was die Hoffnung bringt“ und „Was das Herz erträumt“ konnten mich bestens unterhalten und ich habe die vielen Charaktere sehr in mein Herz geschlossen. Ich war sehr traurig, als der dritte Band gelesen war, mit dem die Saga eigentlich enden sollte … und war um so glücklicher, als Kristina Herzog einen vierten Band ankündigte.
Auch diesen Band bekam ich freundlicherweise von der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

Das Cover des vierten Bandes gliedert sich perfekt in die Reihe ein, wodurch die Reihe auch optisch einen gelungenen und harmonischen Gesamteindruck hinterlässt:

Band 1
Band 2
Band 3
Band 4

Obwohl „Was die Liebe ersehnt“ der vierte Band der Sternberg-Saga ist, kann er auch ohne Vorkenntnisse der vorherigen Bände gelesen werden. Die Autorin hat es geschafft, die Geschichte so zu erzählen, dass neue Leser und Leserinnen problemlos in diese Buchreihe einsteigen können und ein Personenregister zu Beginn des Buches sorgt für einen guten Überblick über die Figuren. Dennoch empfehle ich, die vorherigen Bände zu lesen, um die Charaktere und ihre Entwicklung besser zu verstehen und die Geschichte noch tiefer zu erleben.
Ich war ab der ersten Seite wieder in der Geschichte angekommen und es fühlte sich einfach wieder wie ein nach Hause kommen an.
Der Schreibstil von Kristina Herzog ist flüssig, spannend und emotional, was das Buch zu einem echten Pageturner macht. Die Handlung ist abwechslungsreich und voller überraschender Wendungen, die mich bis zum Schluss fesseln konnten.
Die Charaktere sind gut entwickelt und authentisch, insbesondere Hannah Friedländer (geborene Sternberg), die starke und entschlossene Protagonistin, die trotz aller beruflichen und privaten Herausforderungen und Probleme nicht aufgibt und den Mittelpunkt der Familie bildet.
Die neuen Charaktere, die in diesem Band eingeführt werden, fügen sich perfekt in die Geschichte ein und geben ein authentisches Bild der damaligen Gesellschaft ab.
Die 1930er Jahre waren eine turbulente Zeit in Europa, und die Schweiz war ein wichtiger Zufluchtsort für viele Juden und andere Verfolgte. Die Autorin hat diese historischen Hintergründe sehr gut recherchiert und in die Geschichte integriert, ohne dass es sich wie eine trockene Geschichtsstunde anfühlt. Kristina Herzog macht hier Geschichte erleb- und fühlbar. Es ist einfach die perfekte Mischung zwischen historischen Ereignissen, Familienbeziehungen und Liebesgeschichten: Der Nationalsozialismus ist ein zentrales Thema, aber auch die Familienbeziehungen und die Liebesgeschichten der verschiedenen Charaktere spielen eine wichtige Rolle. Die Flucht der Familie Friedländer/ Sternberg vor dem Nationalsozialismus und ihre Erfahrungen in der Schweiz sind ein wichtiger Teil der Geschichte und werden authentisch und vor allem emotional dargestellt.
Die Themen Familie, Liebe, Überwindung von Herausforderungen und Identität sind alle präsent und werden gut thematisiert. Die Arbeit von Daniel ist ein wichtiger Aspekt der Geschichte und zeigt die Entschlossenheit und den Mut der vielfältigen Charaktere.

Danke für dieses wunderbare Lesevergnügen. Und ja: Irgendwie hoffe ich auf einen fünften Band der Reihe. 🙂

Fazit: „Die Sternberg-Saga – Was die Liebe ersehnt“ ist ein großartiger vierter Band einer absolut lesenswerten Buchreihe. Das Buch entführt seine Leser und Leserinnen in eine andere Zeit und lässt diese mit den Charakteren mitfühlen. Kristina Herzog hat einen überzeugenden Roman geschaffen, der bis zum Schluss fesselt und einen emotionalen Einblick in die Geschichte und die Erfahrungen der Menschen in dieser Zeit gibt. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Rezensionsexemplars und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.

„Die Palmengarten-Saga – Wir fangen das Glück“

von Juliane Michel

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. April 2025
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-453-42586-6
Seitenanzahl: 496 Seiten
Preise: 12,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)
Reihe: „Die Palmengarten-Saga“ Band 02/02

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/juliane-michel-wir-fangen-das-glueck/taschenbuch/9783453425866

Klappentext:
„Frankfurt 1946. Beim Fotografieren der Frankfurter Trümmer wird Helga von einem Kommissar gefragt, ob sie Polizeifotografin werden will. Unversehens gerät die junge Frau in eine abenteuerliche Mordermittlung, in der sie den verschwundenen Peter aus dem Odeon-Club wiedersieht – und seine jüdische Mutter, die den Holocaust überlebt hat. Aus dem Frauenheld ist ein ernster junger Mann geworden. Sie hilft Peter, seine Unschuld zu beweisen, und kommt ihm dabei immer näher. Als Helgas Freund Walther endlich aus der russischen Gefangenschaft zurückkehrt und einen neuen Jazzclub gründet, ist Helga hin- und her gerissen. Doch dann deckt sie ein Geheimnis auf, das alles verändert.“

Hinweise:
Achtung: Spoiler für diejenigen, die den ersten Band „Wir tanzen in die Freiheit“ noch nicht gelesen haben!
– Das Buch habe ich freundlicherweise als signiertes Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Wir fangen das Glück“ von Juliane Michel ist der zweite Band der „Palmengarten-Saga“, spielt vorwiegend in der Nachkriegszeit in Frankfurt am Main und zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die die Menschen in dieser Zeit erlebt haben.

„Jedes Mal das Gleiche. Da traf man endlich einen lange vermissten Bekannten und könnte sich freuen, erfuhr dann aber vom Tod weiterer Freunde.“

[Seite 189]

Frankfurt am Main 1946: Der jungen Helga wird ein Jura-Studium verwehrt. Sie bekommt eine Arbeit als Polizeifotografin und wird in eine Mordermittlung verwickelt. Dabei trifft sie auf Peter, einen jungen Mann, den sie aus dem Odeon-Club kennt. Peter ist in Schwierigkeiten und Helga hilft ihm, seine Unschuld zu beweisen.
Währenddessen muss Helga auch ihre eigenen Beziehungen zu Walther, ihrem Freund, der aus der russischen Gefangenschaft zurückkehrt, und Peter, den sie immer näher kommt, neu überdenken.
Doch sie alle tragen die offenen Wunden der Vergangenheit.

Vor Kurzem habe ich mit großer Begeisterung den Reihenauftakt „Wir tanzen in die Freiheit“ gelesen. Diese packende und emotionale Geschichte mit authentischen Charakteren hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und ich war schon sehr gespannt auf den zweiten Band der Reihe, den ich ebenfalls freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar erhalten habe.
Die aussagekräftigen Cover der beiden Bände passen wunderbar zusammen und sie sind damit perfekt als Buchreihe zu erkennen:

Da die Handlungen des ersten Bandes weiter erzählt werden, empfehle ich es sehr, dass ihr den ersten Band bereits vor der Lektüre des zweiten Bandes gelesen haben solltet – nur so kann man das Verhalten der Figuren richtig verstehen und deren Entwicklung gut folgen.
Ich war ab der ersten Seite wieder völlig in der Geschichte angekommen und wurde von dem bildhaften und wunderschönen Sprachstil der Autorin mitgenommen. Stellenweise mochte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen – die fast 500 Seiten flogen nur so dahin.

Helga ist eine sympathische und authentische Figur, die sich lebensecht entwickelt und mit Rückschlägen und auch ihren eigenen Fehlern zu kämpfen hat. Sie ist eine junge Frau, die sich in einer schwierigen Zeit zurechtfinden muss und ihre eigenen Ziele und Träume verfolgt. Ihre Beziehung zu Peter und Walther ist komplex und vielschichtig und Juliane Michel zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die Helga in ihren Beziehungen erlebt.
Auch die Geschichten und Hintergründe von Peter und Walther selbst sind sehr ergreifend dargestellt.
Die Autorin hat die historische Kulisse hervorragend eingefangen und zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Nachkriegszeit. Ruinen prägen das Stadtbild, die Bevölkerung ist arm und die Prozesse gegen Nazis rollen an.
Die Rückblenden in die Zeit des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkriegs helfen, die Charaktere und ihre Erfahrungen und Geschichten besser zu verstehen. Die Autorin zeigt die Verfolgung und Ausgrenzung der Juden, aber auch die Jugend im Dritten Reich, die durch Verbote und Einschränkungen ihrer Freiheit beraubt wurde.
Juliane Michel hat eine großartige Atmosphäre geschaffen, die mich in die Welt der Nachkriegszeit mitgenommen hat: Die Beschreibung der Stadt Frankfurt, der Menschen und der Zeit ist sehr detailliert und authentisch. Die Geschichte hält die Spannung bis zum Ende und ist voller Emotionen.

Danke für dieses gelungene und emotionale Leseerlebnis. Da bleibt nur noch ein Wunsch offen: Ein drittes Wiedersehen mit Elfie, Klaus, Helga, Peter und Walther. 🙂

„Die dunklen Mauerreste vor dem tiefblauen Himmel erinnerten Helga an Theaterkulissen. Wer wohl in den Häusern gelebt hatte? Und wie viele waren dort gestorben? Wer wird sich noch an sie erinnern, wenn auch alle Fotos, Tagebücher oder Briefe darin verbrannt sind? Am Ende bleiben nur Schutt und Asche.“

[Seite 71]

Fazit: Insgesamt ist das Buch „Wir fangen das Glück“ von Juliane Michel ein großartiger Roman, der mich in die Zeit der Nachkriegszeit in Frankfurt am Main mitgenommen hat und mich nicht mehr losgelassen hat. Es ist unvergessliche Geschichte, die mich emotional berührt hat und mit Sicherheit noch lange nachklingen wird. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Palmengarten-Saga – Wir tanzen in die Freiheit“

von Juliane Michel

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. September 2024
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3453428515
Seitenanzahl: 480 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)
Reihe: „Die Palmengarten-Saga“ Band 01/02

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/juliane-michel-wir-tanzen-in-die-freiheit/taschenbuch/9783453428515

Klappentext:
„April 1945. Flakhelferin und Swing-Girl Elfie kehrt ins zerstörte Frankfurt zurück. Sie ergattert eine Arbeitsstelle als Gärtnerin im amerikanisch besetzten Palmengarten, wo sie sich mit Hilfsgärtner Klaus um den Gemüseanbau kümmert. Als ein Freund Elfies aus der Gefangenschaft zurückkehrt, verrät er, dass Klaus ein Deserteur ist, und droht Ärger an. Elfie steht Klaus bei. Aus Dankbarkeit hilft er ihr bei der Suche nach dem Gestapobeamten, der sie und ihre Swing-Freunde misshandelt hat. Doch dann stellt sich heraus, wer den Odeon-Club damals verraten hat – und für Elfie bricht eine Welt zusammen. Zum Glück hat sie immer ihre beste Freundin Helga an ihrer Seite. Und Klaus …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als signiertes Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Wir tanzen in die Freiheit“ von Juliane Michel ist der Auftakt der „Palmengarten-Saga“ und spielt hauptsächlich im Jahr 1945 in Frankfurt am Main.

„Jeder Ton, jede Melodie gingen Elfie durch und durch, sie spürte sie in ihrem Herz und wusste, sie würde sie nie mehr vergessen.“

[Seite 62]

Im April 1945 kehrt Elfie von ihrem Einsatz als Flakhelferin in ihre Heimatstadt Frankfurt am Main zurück. Doch die Stadt ist durch den Krieg schwer beschädigt und wird von den Amerikanern besetzt. Sie findet eine Arbeitsstelle im botanischer Garten Palmengarten im Frankfurter Stadtteil Westend. Dort arbeitet sie mit dem schweigsamen Klaus zusammen und die beiden kümmern sich um den Gemüseanbau. Doch Klaus scheint ein großes Geheimnis aus seiner Vergangenheit mit sich herum zu tragen, welches auf gar keinen Fall ans Licht kommen darf.
Auch Elfie hadert mit ihrer Vergangenheit: Denn in ihrer Jugend gehörte sie dem Odeon-Club an – dort war sie in sogenanntes Swing-Girl. Allerdings war diese Art der Musik verboten und Elfie und ihre Freunde gerieten ins Visier der Gestapo.

Die Autorin Juliane Michel schrieb mich im Juni 2025 auf Instagram an und stellte mir ihre „Palmengarten-Saga“ vor. Außerdem fragte sie Rezensionen für die beiden Bände an, welche ich gerne zusagte, da diese Buchreihe genau in mein bevorzugtes Genre fällt und ich Geschichten rund um das Dritte Reich und die Nachkriegszeit sehr gerne lese. Die Buchreihe war bisher an mir vorbeigegangen und ich freute mich sehr auf die Lektüre. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Juliane Michel für die signierten Rezensionsexemplare bedanken.

Bereits ab der ersten Seite hat mich die Geschichte mitgenommen und ich versank völlig darin. Es gibt immer mal wieder Zeitsprünge zurück in die Vergangenheit, wodurch sich Elfies Vergangenheit und ihre Erfahrungen und Erlebnisse Stück für Stück aufdecken.
Ich konnte mich zeitlich und örtlich gut orientieren – dazu trug auch der bildhafte, lebendige und wunderschöne Sprachstil von Juliane Michel bei.

Die Hauptfigur Elfie ist eine starke und sympathische Protagonistin, die trotz der widrigen Umstände und persönlicher Schicksalsschläge positiv bleibt und stets für andere da ist. Die Autorin hat die Zeit des Dritten Reiches und die Nachkriegszeit sehr authentisch abgebildet, mit all den Konflikten und Herausforderungen, die diese Zeit mit sich brachte. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Jugendlichen, denen im Dritten Reich die Jugend genommen wurde – die Verbote, die Bespitzelungen und die Bestrafungen, die ihre Jugend prägten, sind sehr eindrucksvoll beschrieben. Die Autorin zeigt, wie die Jugendlichen unter der Nazi-Herrschaft litten und wie sie trotzdem versuchten, ihre eigene Identität und Freiheit zu bewahren. Das Buch ist somit auch eine Hommage an die Swing-Jugend, die sich in den 1940er Jahren gegen die Nazi-Herrschaft auflehnte. Hierbei beschreibt Juliane Michel die Musik, die Mode und die Kultur der Swing-Jugend sehr authentisch – und sorgt nebenbei für einige Ohrwürmer.
Die Beziehung zwischen Elfie und Klaus ist komplex und vielschichtig, zwischen ihnen herrscht eine tiefe emotionalen Verbindung. Die Autorin zeigt, wie die beiden sich langsam näherkommen und wie ihre Beziehung durch die gemeinsamen Erfahrungen und Herausforderungen gestärkt wird.
Das Ende des Buches ist überraschend und hat mich sehr berührt – ich musste sehr mit den Tränen kämpfen. „Wir tanzen in die Freiheit“ ist ein Roman, der die Leser und Leserinnen mit auf eine Reise durch die Geschichte nimmt und gleichzeitig dazu anregt, über die Vergangenheit nachzudenken – und genau das sollte ein guter historischer Roman erreichen. Nun freue ich mich auf den zweiten Band der Buchreihe „Wir fangen das Glück“ und bedanke mich ganz herzlich bei Juliane Michel für dieses emotionale und großartige Leseerlebnis.

„Alles hatte sich verändert. Anstelle wohligwarmer Stille, dem leichten Plätschern des Wasserfalles und dem süßen Duft der Blumen empfing Elfie staubige Kälte. Das grüne Paradies voller exotischer Düfte gab es nicht mehr.“

[Seite 94]

Fazit: Der Roman „Wir tanzen in die Freiheit“ von Juliane Michel ist ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die gerne historische Romane lesen und sich für die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit interessieren. Die Autorin hat eine packende und emotionale Geschichte mit authentischen Charakteren geschrieben, die die Leser und Leserinnen von Anfang an in ihren Bann zieht.
Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.


„Das Lied der Rose“

von Julia Kröhn

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 27. Juni 2025
Verlag: Lübbe
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3-7577-0120-8
Seitenanzahl: 720 Seiten
Preise: 26,00€ (Hardcover), 19,99€ (eBook)

Homepage:
https://bastei-luebbe.de/Buecher/Historische-Romane/Das-Lied-der-Rose/9783757701208

Klappentext:
„Regensburg, 1096: Der junge Novize Marian träumt davon, mit gregorianischen Chorälen Gott zu preisen. Doch als er einen Juden vor der Zwangstaufe rettet, nutzt dies ein Rivale, um ihm ein schweres Verbrechen vorzuwerfen. Reinwaschen kann Marian sich davon nur, wenn er sich auf eine Pilgerfahrt begibt. Auf der abenteuerlichen Reise verschlägt es ihn an den Hof von Herzog Guillaume IX. von Aquitanien und dessen Frau Philippa. Hier lernt er die maurische Sängerin Sahar kennen. Marian verfällt ihrer Art der Musik sofort – ebenso wie der jungen Frau selbst. Doch bis die beiden die Liebe, von der sie singen, auch leben können, gilt es Kreuzzüge und Kirchenbann, Intrigen und Machtkämpfe zu überwinden.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Das Lied der Rose“ von Julia Kröhn ist ein historischer Roman, der im späten 11. und frühen 12. Jahrhundert spielt und hauptsächlich über die Entstehung der Liebeslieder erzählt.

„Wenn sie schwiegen oder er einfach nur seine Lieder sang, dann vermeinte er, sie wären Zwillingsseelen, die einander blind verstanden. Doch sobald sie Wörter gebrauchten, gerieten sie in Verlegenheit.“

[Seite 203]

Inmitten der Wirren des Jahres 1096 findet der junge Novize Marian sich in einer Welt wieder, in der Glaube und Macht eng miteinander verflochten sind. Als er einen Juden vor der Zwangstaufe rettet, wird er von einen Rivalen eines schweren Verbrechens beschuldigt. Um seine Unschuld zu beweisen, muss Marian sich auf eine gefährliche Pilgerfahrt begeben, die an den Hof von Herzog Guillaume IX. von Aquitanien und dessen Frau Philippa führt. Dort trifft er auf die faszinierende maurische Sängerin Sahar, deren Musik und Schönheit ihn sofort in seinen Bann ziehen. Doch ihre Liebe darf nicht sein und die beiden müssen sich gegen die Gefahr von Kreuzzügen, Kirchenbann und höfischen Intrigen behaupten, um die Musik ihrer Seelen zu finden.

Julia Kröhn gehört schon seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Sie schreibt unter verschiedenen Namen, doch jeder ihrer Romane überzeugt mich durch die Tiefe und die Stärke vielfältigen Figuren und den historischen Hintergründen, welche akribisch recherchiert sind und mich emotional immer sehr mitnehmen.
Dieses Buch bekam ich freundlicherweise vom Lübbe Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.


Mit „Das Lied der Rose“ hat Julia Kröhn ein Meisterwerk des historischen Romans geschaffen, das mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte von Marian und Sahar, die sich durch die Wirren des Mittelalters kämpfen, ist authentisch und spannend erzählt. Die Autorin versteht es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken und die Leser auf eine Reise durch die Zeit zu nehmen.
Anfangs hatte ich Respekt vor den 700 Seiten, aber die Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch kaum und nur ungern aus den Händen legen konnte. Die Kulisse des Mittelalters ist detailliert und lebendig, die historischen Figuren werden gekonnt in die Geschichte integriert und zum Leben erweckt.
Die Themen Liebe, Musik und Toleranz werden sensibel und überzeugend behandelt.
Julia Kröhn’s Sprachstil ist einzigartig, kraftvoll und bildhaft – er trägt die Leser und Leserinnen durch die Geschichte und lässt sie nicht mehr los. Die Autorin hat eine besondere Fähigkeit, die Leser und Leserinnen in die Welt des Mittelalters zu versetzen und sie die Geschichte hautnah erleben zu lassen.
Die Charaktere sind authentisch und komplex gestaltet. Marian und Sahar sind zwei Figuren, die mich besonders berührt haben. Ihre Geschichte ist eine von Liebe, Verlust und Hoffnung, und ich habe mich sehr mit ihnen identifizieren können. Die Beziehung zwischen den beiden ist tief und vielschichtig, und ich bin mir sicher, dass ich diese noch lange in meinem Herzen tragen werde.
Die historischen Ereignisse sind sorgfältig recherchiert und in die Geschichte integriert. Die Autorin hat eine gute Balance zwischen Fakten und Fiktion gefunden.
Außerdem hat mich das Buch auch zum Nachdenken angeregt: Die Themen Liebe, Musik und Toleranz sind sehr aktuell, und ich habe mich gefragt, wie wir heute mit diesen Themen umgehen. Die Autorin zeigt uns, dass diese Themen schon seit Jahrhunderten aktuell sind.
Das wunderschöne Cover und die einzigartige Haptik des Hardcovers haben das Lesevergnügen noch weiter gesteigert. Das Buch ist ein Genuss für die Sinne, und ich habe mich sehr gefreut, es in den Händen zu halten.

Fazit: Insgesamt ist „Das Lied der Rose“ von Julia Kröhn ein großartiges Buch, das ich Liebhabern und Liebhaberinnen historischer Romane wärmstens empfehlen kann. Es ist eine Geschichte, die berührt, zum Nachdenken anregt und die Leser und Leserinnen in eine andere Welt versetzt. Julia Kröhn ist eine Autorin, die es versteht, ihre Leser bestens zu unterhalten – und gleichzeitig vermittelt sie viel Wissen. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Das Pensionat an der Mosel – Der Weg der Frauen“

von Marie Pierre

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 11. Juni 2025
Verlag: Heyne
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3-453-42724-2
Seitenanzahl: 560 Seiten
Preise: 16,00€ (Taschenbuch), 12,99€ (eBook)
Reihe: „Das Pensionat an der Mosel“, Band 03 von 03

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/marie-pierre-der-weg-der-frauen/paperback/9783453427242

Klappentext:
„1912: Pauline Martin ist schockiert, als sie erfährt, dass ihre Schülerin Sophie in Metz bei einer Kundgebung für Frauenrechte verhaftet wurde. Obwohl sie bald darauf wieder entlassen wird, hat das Ganze Konsequenzen für Pauline, denn der Ruf ihres Pensionats hat erheblichen Schaden genommen. Als Sophie kurze Zeit später aus Luxemburg zurückkehrt, ist sie vollkommen verändert. Das einst selbstbewusste Mädchen ist nun blass, still, bisweilen geradezu apathisch. Pauline forscht nach und stößt in Sophies Elternhaus auf Ungeheuerliches. Gleichzeitig taucht Paulines ehemaliger Verlobter Roland in Diedenhofen auf und wirbt erneut um sie. Als Erich von Pliesnitz davon erfährt, zieht er sich enttäuscht zurück. Pauline muss sich entscheiden – und könnte dadurch alles verlieren.“

Hinweise:
– Bitte lest diese Rezension nicht, wenn ihr den ersten Band „Das Pensionat an der Mosel – Töchter des Aufbruchs“  und den zweiten Band „Das Pensionat an der Mosel – Schwestern im Geiste“ noch nicht gelesen habt – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise als Vorab-Exemplar (PDF) und als Rezensionsexemplar (Paperback) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Das Pensionat an der Mosel – Der Weg der Frauen“ von Marie Pierre ist der dritte Band der Buchreihe, spielt hauptsächlich in der Stadt Diedenhofen (Thionville) im ehemaligen Reichsland Elsaß-Lothringen im Jahr 1912 und erzählt die spannenden Geschichten um das Pensionat und seiner Bewohnerinnen weiter.

„Und nun unterrichtete sie in einer weitgehend deutschsprachigen Region Lothringens, mit weitgehend deutschsprachigen Schülerinnen und versuchte, dort die französische Sprache, Kultur und Tradition am Leben zu halten.“

[Kapitel 09]

Diedenhofen (Thionville) im Reichsland Elsaß-Lothringen im Jahr 1912: Pauline Martin, Schulleiterin des Pensionats an der Mosel, ist schockiert, als sie erfährt, dass ihre Schülerin Sophie in Metz bei einer Kundgebung für Frauenrechte verhaftet wurde. Obwohl Sophie bald darauf entlassen wird, hat das Ereignis weitreichende Konsequenzen – nicht nur für Sophie selbst, sondern auch für Pauline: Der Ruf ihres Pensionats ist in großer Gefahr.
Als Sophie kurze Zeit später wieder in das Pensionat zurückkehrt, ist sie nicht wiederzuerkennen: Das einst selbstbewusste Mädchen ist blass und still und wirkt apathisch. Pauline ist besorgt und stellt Nachforschungen an. Hierbei stößt sie auf ein dunkles Geheimnis.
Inzwischen taucht Paulines ehemaliger Verlobter Roland in Diedenhofen auf und wirbt erneut um Paulines Gunst. Doch Pauline hat sich verändert und ihre Gefühle für den preußischen Hauptmann Erich von Pliesnitz sind stärker denn je. Als dieser sich enttäuscht zurückzieht, steht Pauline vor einer schwierigen Entscheidung, die ihre und auch die Zukunft des Pensionats für immer verändern könnte.

Marie Pierre ist das offene Pseudonym der Autorin Maria W. Peter, welche mich mit ihren starken und unvergesslichen Büchern wie „Die Festung am Rhein“„Die Melodie der Schatten“ und „Eine Liebe zwischen den Fronten“ begeistert hat.
Als die Autorin ihre neue Buchreihe ankündigte, wusste ich sofort, dass ich diese unbedingt lesen wollte, da mich die Bücher und die tiefgründigen Geschichten dieser Autorin immer wieder beeindrucken und auch der spannend klingende Klappentext sprach mich an. Die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts empfinde ich als eine sehr spannende Zeit, aus der sich zudem vieles ableiten lässt, was dann im weiteren Verlauf des Jahrhunderts geschehen ist.
Der Auftakt „Das Pensionat an der Mosel – Töchter des Aufbruchs“ empfand ich durch die Spannung, die tiefe und dichte Atmosphäre, die vielfältigen Charaktere und der wunderbar dargestellten geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe als rundum gelungen. Ich habe so viel Neues über diese spannende Epoche gelernt und erfahren. Der zweite Band „Das Pensionat an der Mosel – Schwestern im Geiste“ stand dem ersten Band in nichts nach und natürlich wollte ich wissen, wie es mit all den Figuren und auch der Handlung weitergeht – weshalb ich den hier vorliegenden dritten Band auch unbedingt lesen musste. Freundlicherweise bekam ich das Buch einmal als Vorab-Exemplar (PDF) und einmal als Rezensionsexemplar (Paperback) zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Heyne Verlag bedanken möchte.

Das Buch ist ein wunderschön gestaltetes Paperback mit insgesamt 560 Seiten, die in 56 Kapitel aufgeteilt sind. An das letzte Kapitel schließen sich, wie bereits in den ersten Bänden, ein Epilog, ein ausführliches Nachwort, ein Glossar (Fachbegriffe), ein Glossar (Fremdsprachlich), ein Überblick über die wissenschaftliche Beratung und Reise- und Stöbertipps zu den Schauplätzen und Hintergründen an.
Das erste Kapitel beginnt im Mai 1912, mit dem Epilog endet die Handlung im August 1912. Somit umfasst die gesamte Handlung des Buches also etwa drei Monate und beginnt unmittelbar nach den Geschehnissen des ersten Bandes. Da die Handlung und die Geschehnisse des ersten und zweiten Bandes immer wieder aufgenommen werden, empfehle ich, dass ihr diese Bände vor diesem Band gelesen haben solltet. Nur so ist es möglich, die Entwicklung der Charaktere nachzuvollziehen und auch deren Handlungen und Denkweisen richtig einzuordnen und zu verstehen. Alle drei Bände bilden eine zusammenhängende Geschichte.

Als ich den dritten Band der Buchreihe in den Händen hielt, wusste ich, dass ich mich (wieder) auf eine emotionale Achterbahnfahrt begeben würde. Marie Pierre hat es erneut geschafft, mich in die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts in Lothringen zu entführen, genauer gesagt in die Stadt Diedenhofen, heute bekannt als Thionville. Diese Region hat eine reiche Geschichte, die von der Autorin wunderbar herausgearbeitet wurde.
Lothringen, eine Region im Nordosten Frankreichs, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Industriestandort und ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen – eine ehemals französische Region war nun unter preußischer Regierung. Außerdem war die Region von der Schwerindustrie geprägt, insbesondere der Eisen- und Stahlproduktion, die viele Menschen aus verschiedenen Teilen Europas anzog. Die Autorin hat diese geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe meisterhaft in ihre Geschichte eingebaut und zeigt anhand ihrer vielfältigen Figuren auf, wie das Leben in dieser Zeit aussah.
Und genau diese Figuren sind es, die diese Buchreihe so besonders machen: Jede von ihnen hat ihre eigenen Konflikte und Herausforderungen, mit denen sie sich auseinandersetzen muss. Marie Pierre stellt sie alle so lebendig und authentisch da, dass ich mich absolut in ihre Geschichten hineinversetzen konnte. Und ja: Der Abschied fällt nun schwer, da ich die Figuren so lieb gewonnen und ganz fest in mein Leseherz geschlossen habe.

„Wieviel mehr konnte man doch erreichen, wenn man sich zusammentat, als Frauen in dieser von Männern beherrschten Welt. Wie sehr konnte man die Gesellschaft verbessern, solange man gemeinsam an einem Strang zog.“

[Kapitel 46]


Ein großes Thema, das Marie Pierre in diesem Band zur Sprache bringt, ist die Rolle der Frauen in der damaligen Gesellschaft: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Frauen in der Gesellschaft in ihren Rechten, Freiheiten und Möglichkeiten noch stark eingeschränkt. Die Autorin zeigt anhand ihrer weiblichen Figuren auf, wie schwierig es war, in dieser männerdominierten Gesellschaft Fuß zu fassen.
Die Formation der Frauenbewegung hatte gerade erst begonnen und Frauen wie die Suffragetten in Großbritannien kämpften für ihre Rechte und Freiheiten. Doch ihre Bestrebungen wurden oft unterdrückt und ihre Stimmen ignoriert. Es wird deutlich, wie die Frauen von den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen, aber auch von den Männern selbst eingeschränkt wurden und wie sie begannen sich gegen die Unterdrückung zu wehren.
Die Unterdrückung der Frauen war ein komplexes Phänomen, das von verschiedenen Faktoren bestimmt wurde: Die patriarchalische Gesellschaft und die staatliche Machtstrukturen wollten die Frauen in ihren Rollen halten und ihre Rechte weiter beschränken.
Der Kampf der Frauen für ihre Rechte war nicht nur ein Kampf für die Gleichberechtigung, sondern auch ein Kampf für die Selbstbestimmung und die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen. Marie Pierre zeigt auf, wie Frauen begannen, ihre eigenen Wege zu finden, ihre Ziele zu erreichen, und wie sie sich nach und nach gegen die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen auflehnten.

Mit ihrem bildhaften und wunderschönen Sprachstil hat Marie Pierre eine wunderbare Atmosphäre geschaffen, die mich in die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts entführt hat. Die Beschreibung der Stadt Diedenhofen und ihrer Bewohner ist so detailliert und authentisch, dass mich die Geschichte ab der ersten Seite wieder mitnehmen konnte und ich mich direkt wieder in der Handlung zurecht fand. Stellenweise konnte und wollte ich nicht aufhören zu lesen.
Nun heißt es Abschied nehmen: Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit den Figuren und der Geschichte verbracht habe. Der Abschied von ihnen fällt mir schwer, aber ich bin auch dankbar für die vielen Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich durch die Buchreihe gewonnen habe.
Dieser dritte Band ist ein wunderbarer Abschluss einer Buchreihe, die mich ab dem ersten Band bestens unterhalten und überzeugt hat – einfach Muss für alle Liebhaber anspruchsvoller historischer Romane. Danke für dieses lehrreiche und mitreißende Leseerlebnis.

„Dinge im Leben änderten sich nun einmal, das war der Lauf der Welt. Sinnlos, zu versuchen, sie aufzuhalten.“

[Kapitel 50]

Fazit: Das Buch „Das Pensionat an der Mosel – Der Weg der Frauen“ von Marie Pierre ist der krönende Abschluss einer absolut lesenswerten Buchreihe.
Es ist eine farbenprächtige Zeitreise und eine Reise durch die menschlichen Emotionen und Erfahrungen und eine Geschichte, die mit ihren vielfältigen Themen und Charakteren zum Nachdenken anregt. Unbedingt lesen!

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Vorab-Exemplars und eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.