„Montmartre – Traum und Schicksal“

von Marie Lacrosse

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 12. November 2025
Verlag: Goldmann Verlag
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN:  978-3442206551
Seitenanzahl: 608 Seiten
Preise: 17,00€ (Paperback), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Montmartre“ 02/02

Homepage:
 https://www.penguin.de/buecher/marie-lacrosse-montmartre-traum-und-schicksal/paperback/9783442206551

Klappentext:
„Paris 1889: Elise Lambert und Valérie Dumas wurden am selben Tag geboren. Sonst haben die beiden Frauen nicht viel gemeinsam. Nach der Eröffnung des Moulin Rouge steigt Elise Lambert rasch zum Star des Tanz-Ensembles auf. Darunter leidet ihre Freundschaft mit der Tänzerin La Goulue. Obwohl der Maler Toulouse-Lautrec sie durch seine Werke immer bekannter macht, betrachtet La Goulue Elise zunehmend als Konkurrentin. Die Situation eskaliert, als sich ein reicher Adeliger für Elise interessiert. Unterdessen heiratet die aus gutem Hause stammende Valérie Dumas auf Drängen ihres Vaters den konservativen Künstler Baptiste Germain. Sie findet sich nur mühsam in den engen Schranken dieser Ehe zurecht und kämpft weiter um ihre eigene Zukunft als Malerin. Können Elise und Valérie ihre großen Träume verwirklichen?“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr den ersten Band „Montmartre – Licht und Schatten“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Goldmann Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages des Verlages und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Mit dem Buch „Montmartre – Traum und Schicksal“ legt die Autorin Marie Lacrosse (ein Pseudonym von Marita Spang) den zweiten und abschließenden Band ihrer Dilogie vor, die die Leser und Leserinnen zurück in das pulsierende, widersprüchliche Paris des Jahres 1889 entführt. Der Roman ist ein faszinierendes Porträt einer Epoche des Umbruchs und bietet von der ersten bis zur letzten Seite fesselnde Unterhaltung, die mich nachhaltig beeindruckt hat.

„Ich darf mich nicht entmutigen lassen. Französische Ehefrauen leben schon fast ein ganzes Jahrhundert mit diesen schändlichen Bestimmungen des Code Civil. Auch ich muss das Beste daraus machen, da hat Suzanne recht.“

[Kapitel 5, Seite 108]


Ab der ersten Seite war ich wieder in der Geschichte angekommen. Marie Lacrosse schafft es mühelos, die Fäden der Handlung des ersten Bandes wieder aufzunehmen und die wichtigsten Ereignisse geschickt in den Erzählfluss einzubinden. Ich war sofort wieder bei den Protagonistinnen Elise Lambert und Valérie Dumas, deren Leben sich an den Extremen der Pariser Gesellschaft abspielen. Die Balance zwischen Altbekanntem und neuen Entwicklungen ist perfekt ausbalanciert, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.
Der Roman folgt konsequent den Wegen der beiden Hauptfiguren, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
Elise Lambert steigt im neuen Moulin Rouge zur gefeierten Star-Tänzerin auf. Ihr Weg ist gezeichnet von Konkurrenz, insbesondere zur realhistorischen Tänzerin La Goulue.
Valérie Dumas, aus gutem Hause stammend, kämpft in ihrer Zwangsehe mit dem konservativen Maler Baptiste Germain um ihren Platz als ernstzunehmende Künstlerin.
Beide Figuren wirken in ihrer Entwicklung außerordentlich authentisch und lebensecht. Die gesellschaftlichen Hürden, vor denen sie stehen, werden eindrücklich geschildert. Besonders Valéries Situation machte mir die Rechtlosigkeit verheirateter Frauen im späten 19. Jahrhundert in Frankreich schmerzhaft bewusst.
Doch der Roman gewinnt durch einen dritten, emotional sehr mitnehmenden Erzählstrang an Tiefe: Das Schicksal von Elises Schwester Simone, die in die Abgründe der Prostitution und die schrecklichen Zustände in billigen Etablissements gerät. Diese düstere Thematik steht in starkem Kontrast zum Glanz des Moulin Rouge und verleiht dem Buch eine beeindruckende und gleichzeitig realistische Schwere. Bei diesen Szenen musste ich oft schwer schlucken.

Marie Lacrosse nutzt das Paris der Belle Époque nicht nur als Kulisse, sondern als einen wichtigen Bestandteil der Handlung: Das Jahr 1889 ist geprägt von der Weltausstellung und der Eröffnung des Eiffelturms. Es sind Symbole des Fortschritts und der Moderne, doch unter der glänzenden Oberfläche brodelt es. Die Autorin fängt diesen Dualismus meisterhaft ein: Der glamouröse Aufstieg des Moulin Rouge als Zentrum des Vergnügens und der Bohème steht in scharfem Kontrast zur bitteren Armut in den Arbeitervierteln. Der Roman beleuchtet die Klassengesellschaft, in der die Schicksale der Protagonistinnen unerbittlich durch ihre Herkunft bestimmt werden.
Ein zentrales Element ist auch der Kampf der Frauen um Selbstbestimmung. Ob als Tänzerin, die ihren Körper zur Schau stellt, um zu überleben, oder als Malerin, die gegen die männlich dominierte Kunstwelt kämpft, die Hürden sind immens. Der Roman thematisiert eindringlich die rechtliche Ohnmacht der Frau innerhalb der Ehe und die Schwierigkeit, als Künstlerin ernst genommen zu werden.
Darüber hinaus fängt die Autorin die politische Unsicherheit der Zeit ein, indem sie die aufkeimenden sozialen Spannungen und die Bedrohung durch anarchistische Attentate thematisiert, die das Leben vieler Menschen überschatteten.
Die Integration historischer Persönlichkeiten in die Handlung ist Marie Lacrosse wieder einmal perfekt gelungen: Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec und Tänzerinnen wie La Goulue sind keine bloßen Statisten, sondern eng mit den Schicksalen und Lebenswegen der fiktiven Figuren verwoben. Sie bereichern die Geschichte ungemein und sorgen für eine dichte, immersive Atmosphäre. Ich konnte völlig in die Atmosphäre und das Setting abtauchen und rauschte nur so durch die 608 Seiten.

Nun heißt es von dieser Buchreihe und den liebgewonnen Charakteren Abschied zu nehmen. Ganz herzlichen Dank für dieses wunderbare und lehrreiche Lesevergnügen und für eine Buchreihe, die mit Sicherheit noch lange in meinem Kopf und Herzen bleiben werden.

Fazit: „Montmartre – Traum und Schicksal“ ist ein historischer Roman, der Unterhaltung und Bildung auf höchstem Niveau verbindet. Marie Lacrosse gelingt ein faszinierendes Porträt einer Epoche im Umbruch. Wer historische Romane mit starken Frauenfiguren, lebendigem Zeitkolorit, emotionaler Tiefe und einer fundierten Einbindung gesellschaftlicher Realitäten liebt, wird von diesem Buch, und der gesamten Dilogie, begeistert sein. Eine ganz große Leseempfehlung.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Farben der Welt“

von Johanna von Wild

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2022
Verlag: Gmeiner
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3839202500
Seitenanzahl: 448 Seiten
Preise: 16,00€ (Paperback), 12,99€ (eBook)

Homepage:
https://www.johanna-von-wild.de

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/die-farben-der-welt.html

Klappentext:
„Nürnberg, 1591. Nach dem Tod ihrer Eltern nimmt der Apotheker Basilius Besler seine Nichte Ida bei sich auf und schickt sie zur Schule. Dort findet sie in der Kaufmannstochter Luisa eine Freundin fürs Leben und entdeckt ihre Liebe zur Malerei. Doch es gibt auch Mädchen, die ihr übel mitspielen. Zum Studium geht Ida nach Florenz und erhält nach ihrer Rückkehr vom Eichstätter Fürstbischof den Auftrag, Zeichnungen für den Prachtfolianten seines Gartens anzufertigen. Aber Neid und Missgunst bestehen noch immer. Eine Intrige sorgt nicht nur für den Bruch zwischen ihr und Luisa, sondern bringt Ida in Lebensgefahr.“

Hinweise:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wiederdas Buch habe ich mir selbst gekauft.

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Der Roman entführt uns in das pulsierende Nürnberg des Jahres 1591. Nach einem tragischen Verlust findet die junge Ida ein neues Zuhause bei ihrem Onkel, dem Apotheker Basilius Besler. Sie knüpft eine tiefe Freundschaft zur Kaufmannstochter Luisa und entdeckt ihre wahre Berufung: Die Malerei. Ihr Talent führt sie bis ins künstlerische Zentrum Florenz. Nach ihrer Rückkehr erhält sie einen hochkarätigen Auftrag: Sie soll die Pflanzen für den berühmten „Hortus Eystettensis“ des Fürstbischofs von Eichstätt zeichnen. Doch Erfolg weckt Neid. Eine perfide Intrige spinnt sich, die nicht nur ihre Freundschaft zu Luisa auf die Probe stellt, sondern Ida in tödliche Gefahr bringt.

„Die Farben der Welt“ hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und durchweg begeistert. Es ist ein Buch, das man einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Besonders hervorzuheben ist die Protagonistin Ida: Obwohl sie eine fiktive Figur ist, wirkt sie unglaublich lebensecht und authentisch. Johanna von Wild hat eine vielschichtige Figur geschaffen, der ich durch alle Höhen und Tiefen ihres Lebensweges gefolgt bin. Idas Kampfgeist, ihre Leidenschaft für die Kunst und ihre Fähigkeit, sich selbst treu zu bleiben und nie den Mut zu verlieren, machen sie zu einer Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Ich fieberte und litt mit ihr mit und freute mich über jeden ihrer Erfolge.
Aber auch die Nebenfiguren sind meisterhaft gezeichnet. Ob der väterliche Onkel Basilius, die ambivalente Freundin Luisa oder der mächtige Fürstbischof – sie alle tragen zur Dichte der Geschichte bei und wirken in ihrer Zeit verwurzelt und glaubwürdig. Die Dynamik zwischen den Figuren ist sehr überzeugend dargestellt, insbesondere der schmerzhafte Bruch zwischen Ida und Luisa ist emotional spürbar.

Der Schreibstil der Autorin ist ein wahrer Genuss. Sie verwendet eine bildhafte Sprache, die mich mühelos in das späte 16. Jahrhundert entführt hat. Die Beschreibungen der Nürnberger Gassen, der florentinischen Ateliers und der prächtigen Gärten Eichstätts sind so detailliert und atmosphärisch, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Die akribische Recherchearbeit, für die Johanna von Wild bekannt ist, scheint auf jeder Seite durch und verleiht dem Roman eine beeindruckende Authentizität.
Der Roman schafft eine perfekte Balance zwischen ruhigen, detailreichen Momenten, die das Leben und die Kunst der Zeit beleuchten, und spannenden Wendungen. Die angedeutete Intrige sorgt für eine konstant hohe Spannung. Vor allem im letzten Drittel des Buches spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu – ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Danke für dieses mitreißende und lehrreiche Lesevergnügen.

Fazit: „Die Farben der Welt“ von Johanna von Wild ist weit mehr als nur ein historischer Roman; es ist eine fesselnde Reise in eine Zeit, in der eine Frau für ihren Platz in der Kunstwelt kämpfen musste. Mit einer starken Protagonistin, einem brillant recherchierten historischen Kontext und einem mitreißenden Schreibstil ist dieses Buch ein absolutes Muss für alle, die tiefgründige und emotional packende Geschichten lieben. Ein rundum gelungenes Leseerlebnis, das ich euch ans Herz legen möchte. Sehr lesenswert!

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„Rauch überm Land“

von Michael Paul

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: November 2025
Verlag: Bunte Hunde
Ausgaben: Hardcover & eBook
ISBN: 978-3-947081-22-6
Seitenanzahl: 604 Seiten
Preise: 26,00€ (Hardcover)

Homepage:
https://www.michael-paul.eu/bücher

Klappentext:
„Zwei Männer. Zwei Welten. Eine Freundschaft, die Geschichte schreibt.
1918: Der Krieg ist vorbei – doch für Ernest Feist und Philipp F. Reemtsma beginnt nun erst der wahre Kampf. Der eine, jüdischer Fabrikant, gründet im badischen Lahr die ,,Roth-Händle“. Der andere will das väterliche Tabakunternehmen groß machen, richtig groß. Was als geschäftliche Bekanntschaft beginnt, wird zu einer außergewöhnlichen Männerfreundschaft. Doch in diesen Zeiten müssen beide Männer entscheiden, wie weit sie für Erfolg, Loyalität, Familie, Überleben und Ehre gehen. Ein epischer Roman über Mut, Verrat und den Preis der Freundschaft, der zeigt, wie selbst im dunkelsten Kapitel Deutschlands Hoffnung und Menschlichkeit überleben können. Packend, bewegend und inspiriert von den Biografien zweier bedeutender Unternehmer – ein spannendes Panorama deutscher Geschichte voller menschlicher Dramen.“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Autor als vorzeitiges Rezensionsexemplar erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Michael Paul gelingt mit Rauch überm Land, dem ersten Teil eines historischen Zweiteilers, ein packendes und emotionales Panorama der deutschen Zwischenkriegszeit. Inspiriert von wahren Begebenheiten, erzählt der Roman die Geschichte der ungleichen Unternehmer Ernest Feist und Philipp F. Reemtsma und zieht die Leser und Leserinnen mit Authentizität, Detailreichtum und einer durchdachten Erzählstruktur in seinen Bann.

„Aber sein Verhältnis zu Philipp Reemtsma war anders. Es war eine außergewöhnliche geschäftliche Männerfreundschaft, eine kollegiale Verbindung, die sich vom beruflichen Interesse und Austausch längst auf das Private ausgeweitet hatte.“

[Kapitel 44]

Der Roman lebt von seinen vielschichtigen Figuren. Während der jüdische Tabakfabrikant Ernest Feist nach dem Krieg und dem Verlust des Werks und der Heimat in Straßburg sich im badischen Lahr ein neues Leben aufbaut, ringt der im Krieg schwerverletzte Philipp F. Reemtsma in Erfurt um sein Erbe. Die beiden Hauptprotagonisten, die in abwechselnden Kapiteln im Fokus stehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch wirkt ihre Freundschaft, die sich aus geschäftlichen Kontakten entwickelt, überraschend glaubwürdig und ehrlich. Der Autor schafft es, ihre inneren Konflikte und moralischen Dilemmata eindringlich zu schildern, sodass man als Leser/ Leserin die Gedanken und Gefühle der beiden Männer hautnah miterlebt. Neben den historisch verbürgten Figuren überzeugen auch die fiktiven Charaktere, wie der Chauffeur Emil und ein intrigantes Zwillingspaar, durch ihre Authentizität. Sie dienen nicht nur als Beiwerk, sondern stützen teilweise die Hauptfiguren und treiben die Handlung mit voran. Diese Balance zwischen bekannten Persönlichkeiten und fiktiven Charakteren ermöglicht eine stimmige und lebendige Darstellung der Zeit. 

Die historische Kulisse der Jahre 1918 bis 1933 ist akribisch recherchiert und atmosphärisch dicht eingefangen. Michael Paul entführt seine Leser/ Leserinnen an verschiedene Schauplätze und beschreibt die Hintergründe der Nachkriegszeit und der Weimarer Republik mit vielen Details. Insbesondere die turbulenten Wirtschaftsjahre der Hyperinflation werden so plastisch dargestellt, dass man als Leser/ Leserin die Herausforderungen und Ängste der Zeit hautnah miterlebt. 
Besonders bedrückend und fesselnd ist die Darstellung des aufkommenden Nationalsozialismus. Michael Paul verarbeitet den schleichenden Vormarsch der Ideologie, indem er zunächst kleinere, dann immer dramatischere Vorfälle beschreibt, die sich schließlich auf das Schicksal der Protagonisten und ihrer Betriebe und ihrer Freunde und Verwandten auswirken. Diese subtile, aber stetig zunehmende Bedrohung erzeugt eine konstante Spannung.
Die kapitelweise Abwechslung zwischen den beiden Hauptfiguren erzeugt einen geschickten „Cliffhanger-Effekt“, der die Leserschaft am Ball hält. Das Erzähltempo ist gut gewählt; der Autor nimmt sich die nötige Zeit für die Entwicklung der Figuren und der Handlung, ohne dass Langeweile aufkommt. 
Michael Pauls Schreibstil ist fesselnd, detailliert, emotional und lehrreich zugleich. Die Sprache ist direkt und nimmt den Leser mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Man fühlt mit den Charakteren, ihren Hoffnungen und Ängsten und versinkt völlig in der Geschichte und Handlung. Die Darstellung, wie der Nationalsozialismus in der Bevölkerung Anklang fand, ist besonders nachdenklich stimmend und ein denkwürdiger Aspekt des Buches. 

Rauch überm Land“ ist mehr als nur ein historischer Roman. Es ist ein wichtiger Roman, der in seiner Thematik auch in der heutigen Zeit von größter Relevanz ist. Durch die intensive Charakterzeichnung und die detailgetreue Darstellung der historischen Umstände zeigt der Roman, wie schnell eine Gesellschaft von politischen Umbrüchen erfasst und verändert werden kann. Er behandelt zeitlose Themen wie Freundschaft, Loyalität, Mut und Moral und wirft die Frage auf, wie weit man für seine Werte und sein Überleben gehen würde. Das Buch ist ein kraftvolles Zeugnis der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes in finsteren Zeiten. Wer packende historische Romane mit Tiefgang und authentischen Figuren schätzt, wird von „Rauch überm Land“ begeistert sein. Unbedingt lesen!

„Wie konnte Ernest als Unternehmer in einem Land dauerhaft erfolgreich sein, zudem als Jude, in Ruhe leben, wenn sich das Klima im Land so negativ veränderte?“

[Kapitel 30]

Nach seinen fulminanten historischen Romanen „Das Haus der Bücher“, „Versteckt im Schwarzwald“, „Die Trostbriefschreiberin“ und dem Thriller „TABUN – Tod aus der Ostsee“ hat Michael Paul mit seinem neuen Roman erneut bewiesen, dass er ein ganz großer Erzähler ist. Es sind Geschichten, die im Kopf bleiben und noch lange nach dem Lesen nachhallen. Danke für dieses gelungene Leseerlebnis! Ich freue mich schon so sehr auf den zweiten Band der Geschichte.
Herzlichen Dank an Michael Paul für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als vorzeitiges Rezensionsexemplar.

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*Ich habe für diese Rezension vom Autor keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage des Autors ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.


„Venusmuscheln in Venedig“

von Dorothe Zürcher

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: September/ Oktober 2025
Verlag: acabus
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3862828890
Seitenanzahl: 250 Seiten
Preise: 18€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Zeit der Kreuzzüge“, Band 03 von 03

Homepage:
https://www.dorothe-zürcher.ch/veröffentlichungen/index

Klappentext:
„Mandelplätzchen und Dattelmilch 1190 von Akkon bis Venedig: Die begnadete Delikatessköchin Alkmene hat die Ehre, für die Hochzeit des künftigen Königs von Jerusalem zu kochen. Inzwischen kehrt Diethelm zum Kreuzritterheer zurück, das unaufhörlich gegen die uneinnehmbaren Mauern Akkons im heutigen Israel anrennt. Zerrissen zwischen der Loyalität zu seinem Lehnsherrn und wachsenden Zweifeln am Kreuzzug, muss er eine Entscheidung treffen. Alkmene erfährt, dass der Königsanwärter das Heer für Gold verraten hat. Nicht nur sie, sondern auch Kreuzritter Diethelm und ihre gemeinsame Tochter Sophia geraten in tödliche Gefahr. Zwischen dampfenden Kesseln und duftenden Gewürzen kämpft Alkmene mit der unmöglichen Entscheidung: Kann sie mit ihren Kochkünsten Leben retten – oder muss sie vergiften, um ihre Lieben zu schützen. Es wird gebraten, gepökelt und gebrüht, verliebt, vergiftet und vergeben.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr die ersten beiden Bände der Reihe „Die Zeit der Kreuzzüge“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise Acabus Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

–  Hier findet ihr meine ausführliche Rezension zu den vorherigen Bänden:
Band 1: „Bittermandeln in Byzanz“
Band 2: „Anisbrot in Antiochia“

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Das Buch „Venusmuscheln in Venedig“ von Dorothe Zürcher ist der dritte und abschließende Band der Reihe „Die Zeit der Kreuzzüge“ und spielt in den Jahren 1190/1191 vorwiegend in dem Kreuzfahrerlager vor der Stadt Akkon.

„Sie war mit Pio und dem Kämmerer verschwunden, ohne eine Erklärung zu geben. Aber mit diesem Gesichtsausdruck. Diethelm kannte ihn. Sie führte etwas im Schilde. Wenn es ums Kochen ging, war Alkmene nicht zu bremsen. In ihrer Begeisterung riss sie die Männer mit.“

[Kapitel 15]

Mit „Venusmuscheln in Venedig“ legt Dorothe Zürcher einen emotional berührenden und historisch fesselnden Abschluss ihrer Reihe über die Zeit der Kreuzzüge vor.
Vor zwei Jahren habe ich den ersten Band „Bittermandeln in Byzanz“ mit großer Begeisterung gelesen. Auch der zweite Band „Anisbrot in Antiochia“, der im September 2024 erschienen ist, konnte mich bestens unterhalten. Deshalb war klar, dass ich auch den dritten und abschließenden Band lesen wollte, um zu erfahren, wie es mit den vielen und liebgewonnen Charakteren weitergehen wird und wie die Trilogie zu Ende gebracht wird. Ich kann nur empfehlen, die ersten beiden Bände vor dem dritten Band zu lesen, da die Handlung aufeinander aufbaut, und die Charaktere sich kontinuierlich weiter entwickeln.
Das Cover des dritten Bandes greift einige Elemente der Handlung und des Titels auf und fügt sich perfekt in die Reihe ein, was für einen harmonischen Gesamteindruck der Buchreihe sorgt:


Obwohl der Titel eine „venediglastige“ Handlung suggeriert, entführt das Buch die Leser und Leserinnen hauptsächlich in das karge Kreuzritterlager vor Akkon und schildert schonungslos die schrecklichen Lebensbedingungen des Jahres 1190 an diesem unwirtlichen Ort. Hier verknüpft Dorothe Zürcher auf geschickte Weise fiktive und historische Elemente zu einer fesselnden und lehrreichen Geschichte.
Die Stärke des Romans liegt in der authentischen Weiterentwicklung seiner Charaktere. Wir treffen auf vertraute Figuren aus den vorherigen Bänden, deren persönliche Entwicklung tiefgreifend nachgezeichnet wird. Besonders hervorzuheben ist die Delikatessköchin Alkmene, die als fiktive Figur eine ganz wunderbare Zeichnung erhält. Ihre neue Rolle als Mutter von Tochter Sophia lässt sie einerseits zu einer rührend besorgten und fürsorglichen Person werden, treibt sie andererseits aber auch in gefährliche Situationen. So gewinnt die Handlung an einer neuen emotionalen Tiefe.
Der historische Kreuzritter Diethelm, der bereits in den vorherigen Büchern eine Rolle gespielt hat, entwickelt sich in „Venusmuscheln in Venedig“ ebenfalls sehr lebensecht. Seine innere Zerrissenheit und seine zunehmenden Zweifel am Kreuzzug und dessen Erfolg werden spürbar und machen ihn zu einer überzeugenden Figur, die den damaligen Zeitgeist und die Ambivalenz des Dritten Kreuzzuges widerspiegelt. Die Figuren stehen in direktem Bezug zu den historischen Hintergründen wie der Belagerung von Akkon und werden unweigerlich von den Umständen und Ereignissen geprägt.

Die chronologisch verlaufende Handlung stellt Alkmene, Diethelm und Pio in den Mittelpunkt. Ihre Geschichten und Geheimnisse werden hautnah miterlebt, wodurch eine starke emotionale Bindung zu den Hauptcharakteren entsteht. Intrigen, wie die am Hof, denen Alkmene zu Beginn ausgesetzt ist, sorgen für zusätzliche Spannung. Die historischen Hintergründe der Belagerung von Akkon nehmen einen großen Raum ein, ohne die fiktiven Elemente zu überlagern. Im Gegenteil: Die Fiktion ist logisch mit der Geschichte verbunden und verleiht den historischen Ereignissen eine persönliche Note. Die genauen Beschreibungen der Lebensbedingungen im Kreuzritterlager sind ein starker Kontrast zum Titel des Buches, der eher an die romantisierte Atmosphäre Venedigs erinnert.
Der klare und dennoch bildhafte Schreibstil von Dorothe Zürcher trägt maßgeblich zur emotionalen Wirkung des Buches bei. Besonders gelungen sind die kulinarischen Elemente, die durch die Rezepte am Beginn jedes Kapitels in den Vordergrund gestellt werden. Sie geben einen Einblick in die Esskultur der damaligen Zeit und sind sowas wie ein Markenzeichen dieser lesenswerten Buchreihe.

„Doch erst durch seinen Herzog wurde Diethelm zu dem, der er war, bekam Ehre und seinen Platz. Hier im Zelt von vor dem Herzog knieend, erkannte Diethelm, dass er Friedrich von Schwaben nie hintergehen könnte.“

[Kapitel 6]

Am Ende dieser Rezension möchte ich mich bei Dorothe Zürcher ganz herzlich für dieses wunderbare und lehrreiche Leseerlebnis bedanken. Es war wunderschön, dass ich die vielen interessanten Figuren kennengelernt habe und sie ein Stück in ihrem Leben begleiten durfte. Ich werde sie und ihre Geschichten definitiv noch lange in meinem Herzen tragen, auch wenn ich nun Abschied von ihnen nehmen muss.
Außerdem habe ich durch diese Buchreihe eine Menge geschichtliches und kulinarisches Wissen dazugewonnen. Und genau so muss das sein! Danke dafür.
Außerdem möchte ich mich auch ganz herzlich beim Acabus Verlag für die Bereitstellung und Zusendung des Buches als kostenloses Rezensionsexemplar bedanken.

Fazit: Obwohl der Titel „Venusmuscheln in Venedig“ den Eindruck erweckt, das Buch würde hauptsächlich in Venedig spielen, was leider nicht der Fall ist, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Die Geschichte vor Akkon ist so fesselnd und berührend, dass die begrenzte Darstellung Venedigs in den letzten Kapiteln verzeihlich ist. Das Buch ist ein intensives und lehrreiches Leseerlebnis, das die emotionale Reise seiner Charaktere mit den harten Realitäten des Dritten Kreuzzuges verbindet. Für Fans historischer Romane und der Geschichte der Kreuzzüge ist dieser Abschluss der Reihe absolut empfehlenswert.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Die Frauen vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ mutiger Kampf um ihr Glück“

von Inès Keerl

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2025
Verlag: emons
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-7408-2600-0
Seitenanzahl: 496 Seiten
Preise: 18,00€ (Taschenbuch), 13,99€ (eBook)
Reihe: „Catharina Ustings“, Band 2 von 2

Homepage:
https://emons-verlag.de/p/die-frauen-vom-tafelberg.-catharina-ustings-mutiger-kampf-um-ihr-glueck-7597

https://www.ineskeerl.com

Klappentext:
„Liebe und Verrat am Kap der Guten Hoffnung
Kapstadt, 1672. Sieben Jahre nach den dramatischen Ereignissen am Tafelberg steht Catharina Ustings erneut vor einer existenziellen Bedrohung: Sie wird des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Zusätzlich drohen ihre heimliche Affäre mit einem neuen Kommandanten und ein gefährliches Geheimnis sie zu vernichten. Gemeinsam mit der ehemaligen Sklavin Amisha und Krotoa, der »Urmutter Südafrikas«, riskiert Catharina alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr Glück zu retten.“

Hinweise:
– Lest diese Rezension bitte nicht, wenn ihr den ersten Band „Die Löwin vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ kühner Weg in die Freiheit“ noch nicht gelesen habt, diese aber noch lesen möchtet – Spoilergefahr!
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Emons Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Vorab-Exemplars, der Verlinkung der Homepages des Verlages und der Autorin und der ausdrücklichen Leseempfehlung kennzeichne ich diese Rezension als WERBUNG. Ich habe keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten.

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Das Buch „Die Frauen vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ mutiger Kampf um ihr Glück“ von Inès Keerl ist der zweite und abschließende Band der Buchreihe, die im 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung spielt und das Leben der historischen Catharina Ustings nachzeichnet.

„»Du strahlst eine Stärke aus, die nie vergehen wird. Einen Willen, der nicht zu brechen ist. Ungebärdigkeit, Unruhe. Es bricht sich durch deine Augen, durch dein ganzes Sein.«“

[Seite 425, 50. Kapitel]

Am Kap der Guten Hoffnung, Südafrika im Jahr 1672: Catharina Ustings ist in ihrer neuen Heimat angekommen und hat sich mit ihrem Ehemann Hans ein Leben aufgebaut. Sieben Jahre sind seit den dramatischen Ereignissen vergangen, die ihr und ihrer Familie fast das Leben kosteten.
Doch für Catharina gibt es keine Ruhe. Nach dramatischen persönlichen Verlusten wird sie des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Catharina gibt nicht auf und gibt alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr persönliches Glück gegen die schrecklichen Geister der Vergangenheit zu verteidigen.

Vor etwa zwei Jahren habe ich mit großer Begeisterung den ersten Band „Die Löwin vom Tafelberg – Catharina Ustings‘ kühner Weg in die Freiheit“ gelesen. Es war ein absoluter Lesegenuss und ich war sehr gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.
Freundlicherweise bekam ich auch den zweiten Band vom Emons Verlag als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.
Die Handlung dieses zweiten Bandes knüpft an die Handlung des ersten Bands an, weshalb ich empfehle, dass man den ersten Band vorher gelesen hat. Im Prinzip geht es auch ohne die Vorkenntnisse, allerdings fehlen dann eventuell Hintergründe zur Entwicklung der Figuren und die geschichtlichen Hintergründe.
Sehr gelungen empfinde ich die Cover-Gestaltung. Es ist das gleiche Cover, nur die Hintergrundfarbe ist unterschiedlich, womit direkt ersichtlich wird, dass es sich um eine Buchreihe handelt und es gleichzeitig einen gelungenen Wiedererkennungswert vermittelt:

Obwohl ich den ersten Band vor zwei Jahren gelesen habe, fand ich mich (nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten) wieder in die Geschichte ein – auch Dank des hilfreichen Personenregisters am Ende des Buches. Obwohl der Klappentext einiges vorwegnimmt, konnte mich die Handlung dennoch überraschen und bis zum Schluss fesseln. Nur ungern legte ich das Buch zur Seite und tauchte völlig in die Geschichte ab. Zudem sind die die Beschreibungen der südafrikanischen Landschaft und Tiere sind so lebendig, dass ich mich oft so fühlte, als wäre ich direkt vor Ort.
Zudem hat mich die Autorin mit ihrer bildhaften und lebendigen Sprache sofort in die Geschichte hinein gezogen, sie schafft eine dichte und realistische Atmosphäre, die mich nicht mehr losließ.

Die Charaktere, insbesondere Catharina, Amisha und Krotoa sind bereits aus dem ersten Band bekannt und entwickeln sich in diesem Band authentisch weiter.
Catharina, nach wie vor mutig und kämpferisch, durchlebt immense Verluste, an denen sie fast zerbricht, sie findet jedoch wieder ihre „innere Löwin“. Auch wenn sie immer wieder fällt, steht sie wieder auf. Damit ist sie eine absolut starke und unvergessliche Figur, welche ich bereits im ersten Band liebgewonnen habe und mit Sicherheit noch lange in meinem Leseherz tragen werde. Ich weinte mit ihr, wenn das Schicksal erbarmungslos zuschlug und freute mich mit ihr, wenn es wieder etwas bergauf ging.
Krotoa, auch bekannt als Eva, war eine Khoikhoi-Frau, die eine wichtige Rolle in der frühen Geschichte Südafrikas spielte. Sie war eine der ersten Einheimischen, die Kontakt mit den niederländischen Siedlern hatte, und diente als Übersetzerin und Vermittlerin. Ihre Geschichte, die mit diesem Roman wieder lebendig wird, ist ein Beispiel für die komplexen Beziehungen zwischen den Kolonialherren und der einheimischen Bevölkerung.
Ein Großteil der vielfältigen Figuren sind historisch belegt, was für eine gelungene Authentizität des Romans sorgt. Die wenigen fiktiven Figuren des Romans werden gut mit den Geschichten und Schicksalen der historischen Figuren verwoben und mit den historischen Hintergründen verbunden und wirken dadurch sehr lebensecht.

Den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund bilden die 1670er Jahre:
Das Kap der Guten Hoffnung war zu dieser Zeit eine wichtige Versorgungsstation der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) und ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Die VOC war eine der mächtigsten Handelsgesellschaften des 17. Jahrhunderts und spielte eine zentrale Rolle in der Kolonialisierung Südafrikas. Die Kompanie nutzte das Kap als Versorgungsstation für ihre Schiffe und förderte die Ansiedlung von freien Siedlern, um die Versorgung zu sichern.
Das Leben am Kap der Guten Hoffnung war hart und gefährlich. Die Siedler mussten sich gegen Angriffe der einheimischen Bevölkerung, Krankheiten und die raue Natur behaupten. Die VOC verlangte von den Farmern, dass sie einen Teil ihrer Ernte abgaben, um die Schiffe zu versorgen.
Wie beim ersten Band gibt es auch mitunter brutale, grausame und traurige Szenen, die (neben Tränen) auch für eine hohe Glaubwürdigkeit der Geschichte sorgen. Inès Keerl führt mit viel Wissen und Begeisterung ihre Leser und Leserinnen an die Orte des Geschehens. Ich habe wieder eine Menge zu der Geschichte von Kapstadt, der Kolonialisierung und der Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOG) dazugelernt. Inès Keerl hat die historischen Ereignisse und Hintergründe am Kap der Guten Hoffnung in den 1670er Jahren sorgfältig recherchiert und authentisch in die Geschichte eingebaut.

Nun heißt es Abschied von dieser wunderbaren Buchreihe und den liebgewonnen Charakteren zu nehmen. Danke für dieses lehrreiche und absolut gelungene Leseerlebnis, das ich mit Sicherheit nie wieder vergessen werde.

„Man hatte sie einst Löwin genannt; jetzt war es an der Zeit , wieder diese Löwin zu sein.“

[Seite 390, 46. Kapitel]

Fazit: „Die Frauen vom Tafelberg“ ist ein spannender historischer Roman, der mich tief in die Geschichte Südafrikas hat eintauchen lassen. Inès Keerl hat eine Geschichte geschrieben, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist. Absolut empfehlenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung des Verlages in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

„Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“

von Maria Nikolai

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 24. September 2025
Verlag: Penguin Verlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook & Hörbuch
ISBN: 978-3328111771
Seitenanzahl: 512 Seiten
Preise: 13,00€ (Taschenbuch), 09,99€ (eBook)
Reihe: „Die Bäckerinnen von Manhattan“ 02/02

Homepage:
https://www.marianikolai.de

https://www.penguin.de/buecher/maria-nikolai-little-germany-der-geschmack-von-freiheit/taschenbuch/9783328111771

Klappentext:
„Little Germany, Manhattan, 1904: Eine verheerende Katastrophe hat das deutsche Viertel in Schockstarre versetzt. Trotz des schweren Schicksalsschlags, der auch sie getroffen hat, kämpfen Lissi und Julia weiter für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch bald schon zeichnet sich ab, dass Little Germany nie mehr die Heimat sein wird, zu der es für sie geworden war. Noch einmal müssen die beiden jungen Frauen von vorn beginnen – und eröffnen »Lissi’s Kleine Konditorei« auf der 86th Street in Yorkville. Wie ein aufstrebender Stern am German Broadway erobert die schwäbische Confiserie schnell die Herzen aller. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage. Zur selben Zeit beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River …“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin und dem Penguin Verlag als signiertes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank dafür.
– Ich habe von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistungen erhalten, die Kurzrezension spiegelt meinen persönlichen Lese-Eindruck wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der Verlinkung der Homepages und der Leseempfehlung kennzeichne ich diese Kurzrezension als WERBUNG.

ACHTUNG: Solltet ihr den ersten Band „Little Germany – Der Duft der Neuen Welt“ noch nicht kennen, könnte euch diese Rezension spoilern!

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Das Buch „Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“ von Maria Nikolai ist der zweite und abschließende Band einer Buchreihe, die im beginnenden 20. Jahrhundert hauptsächlich in New York City spielt und den Weg zweier Frauen in ein neues Leben zeigt.

„Wo an Donnerstagen sonst reges Treiben herrschte, war Leere, wo sonst gerufen, geschimpft und gelacht wurde, waren Kümmernis und Schweigen.“

[5. Kapitel, Seite 37]

1904, Little Germany in Manhattan: Lissi und Julia, zwei junge Frauen, kämpfen für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch das Schiffsunglück der General Slocum auf dem East River mit mehr als 1000 Toten versetzt das Viertel in eine Schockstarre und trifft auch die beiden Frauen persönlich schwer.
Die Beiden wagen trotz dieses schweren Schicksalsschlags einen Neuanfang und eröffnen in Yorkville eine Konditorei.
Auch die Vergangenheit holt Lissi und Julia wieder ein und damit steht auch ihre gemeinsame Zukunft in New York infrage. Parallel dazu beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River.

Im April 2025 habe ich mit großer Begeisterung den Auftakt „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“ gelesen und wartete seit dem Beenden mit großer Vorfreude auf den zweiten Band der Reihe. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit all den liebgewonnen Figuren weitergeht.
Man sollte unbedingt vor dem zweiten Teil auch den ersten Band gelesen haben, da die beiden Bände eine Geschichte erzählen und ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten Band könnte es schwierig sein, den Figuren und der Handlung richtig zu folgen.
Ich bedanke mich ganz herzlich beim Penguin Verlag für die Zusendung und Bereitstellung des Buches als Rezensionsexemplar.
Die Handlung des Buches setzt direkt an das Ende des ersten Bandes an, was dafür sorgte, dass ich sofort wieder mitten im Geschehen war und direkt wieder in die Geschichte abgetaucht bin. Dazu trug zusätzlich auch der angenehme und äußerst bildhafte Sprachstil von Maria Nikolai bei, der mich durch die emotionale und spannende Geschichte getragen hat.
Das Buch hat insgesamt 512 Seiten, die sich auf 60 Kapitel, das Personenregister, die historischen Romanhintergründe, ein Glossar, liebevoll ausgewählten Rezepten aus „Lissi’s kleiner Konditorei“ und dem Dank der Autorin aufteilen.
Die Cover der beiden Bände passen wunderbar zusammen und werden so als Reihe erkenntlich:

Lissi und Julia sind zwei junge Frauen mit unterschiedlichen Stärken, deren tiefe Freundschaft und unerschütterliche Loyalität die Geschichte tragen und bereichern.
Lissi, mit ihrer kreativen Seele und Leidenschaft für die Bäckerei, erlebt durch das tragische Schiffsunglück der General Slocum einen Verlust, der sie tief erschüttert und ihr den Boden unter den Füßen wegreißt. Ihre Art und Weise wie sie mit Schmerz umgeht, zeigt ihre Verletzlichkeit gleichzeitig aber auch ihre innere Stärke.
Julia hingegen, pragmatisch und organisatorisch begabt, ist eine seelische Stütze für Lissi. Ihre gegenseitige Ergänzung und tiefe Verbundenheit macht ihre Freundschaft besonders authentisch.
Beide Charaktere wachsen durch die Herausforderungen und finden Wege zum Neuanfang, ohne ihre Vergangenheit zu vergessen, diese bleibt immer ein Teil von ihnen.
Auch die vielen anderen Charaktere, von denen einige fiktiv, andere historisch sind, hat Maria Nikolai wunderbar zum Leben erweckt. Ich werde sie alle und ihre unvergesslichen Geschichten mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen.

Die historischen Kontexte um Little Germany in Manhattan im Jahre 1904 sind hervorragend recherchiert und intensiv in die Handlung eingebunden, sodass die Leser und Leserinnen eine lebendige Vorstellung von dieser aufregenden Zeit bekommen.
Das Schiffsunglück der General Slocum ist ein zentrales und emotional überwältigendes Ereignis, das nicht nur die Charaktere, sondern auch die Gemeinschaft trifft und nachhaltige Spuren hinterlässt. Die General Slocum war ein Raddampfer, der am der am 15. Juni 1904 auf dem New Yorker East River in Brand geriet und sank. Dabei kamen 1021 der 1342 Personen an Bord ums Leben. Dieses tragische Ereignis hat direkte Auswirkungen auf die Hauptfiguren Lissi und Julia, erschüttert ihre Leben und prägt ihre weiteren Wege. Das Unglück steht somit für Verluste und Herausforderungen, vor denen die Charaktere stehen und die sie zu überwinden versuchen. Schmerz, Trauer und die Suche nach einem weiteren Neuanfang sind die Folgen dieser Tragödie, die die Geschichte emotional und thematisch vertiefen.
Die Darstellung der deutschen Einwanderung, des Lebens in Little Germany und der damaligen Gesellschaft schafft eine authentische und eindringliche Kulisse, die die Geschichte und die vielfältigen Emotionen vertieft. Die gelungene Verflechtung der historischen Hintergründe und der persönlichen Geschichte der fiktiven Hauptfiguren gibt dem Buch eine besondere Tiefe und gelungene Glaubwürdigkeit.
Die großen Themen wie Freundschaft, Liebe, Verlust und Neuanfang sind absolut überzeugend und mitreißend dargestellt, sie durchziehen die Erzählung wie ein roter Faden. Trotz dem tiefem Schmerz und der Tragödie schwingt immer wieder Hoffnung auf bessere Zeiten mit, ein Element, das der Geschichte ein Gefühl von Wärme gibt. Die Loyalität und Verbundenheit zwischen Lissi und Julia, ihre gemeinsamen Träume und die Unterstützung von den anderen Figuren sind besonders berührend und tragen die Erzählung. Der Neuanfang mit „Lissi’s Kleine Konditorei“ in Yorkville zeigt, wie die Charaktere ihre Wege suchen und finden, immer vorangehen und Vergangenes verarbeiten.

Nun heißt es endgültig von der wunderbaren Buchreihe und den vielen liebgewonnen Figuren Abschied zu nehmen. Ich werde sie und die Geschichte noch lange in meinem Herzen tragen und bedanke mich ganz herzlich bei Maria Nikolai für dieses emotionale und absolut gelungene Leseerlebnis.

„Mit dem Wind in den Haaren, Frederick an ihrer Seite und einem freudigen Klopfen ihres Herzens in der Brust fand sie zum ersten Mal das, was sie in Amerika gesucht hatte: Freiheit.“

[12. Kapitel, Seite 111]

Fazit: „Little Germany – Der Geschmack von Freiheit“ ist ein Buch, das ich mit Tränen der Trauer begonnen und mit Tränen der Freude und des Abschieds beendet habe. Ich bin tief bewegt und berührt von dieser eindrucksvollen Buchreihe und Geschichte und werde die wunderbaren Figuren mit Sicherheit noch lange in meinem Herzen tragen. Eine absolut empfehlenswerte Buchreihe.


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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Homepage der Autorin und der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.

„Die Fasern der Welt – Der Wind von Yorkshire“

von Lia Scott

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 09. September 2025
Verlag: Tinte&Feder
Ausgabe: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-2496719222
Seitenanzahl: 265 Seiten
Preise: 11,99€ (TB), 04,49€ (eBook)
Reihe: „Die Fasern der Welt“ Band 01 von 02

Klappentext:
„Yorkshire, 1868: June Barlow wächst mit ihren beiden Schwestern in den malerischen Craven Dales auf. Am liebsten unterstützt sie ihre Tante Eliza, die als Hebamme und Heilerin die Menschen versorgt. Doch als Junes ältere Schwester Schwindsucht bekommt, ist sie gezwungen, sich Arbeit in einer der zahlreichen Spinnereien von Bradford zu suchen – eine der schmutzigsten Städte Englands. Hier rauchen die Schornsteine so sehr, dass der Himmel nie richtig hell wird.
Dort trifft June ausgerechnet auf Franky O’Donovan. Sie kennt den eigensinnigen irischen Wollsortierer von früher. Er hat ein besonderes Feingefühl, das es ihm ermöglicht, die gute Wolle von der schlechten zu unterscheiden. Tatsächlich scheint er die ganze Welt zu erfühlen.
Doch June weiß, dass Franky auch eine dunkle Seite hat, denn die beiden verbinden die Geschehnisse einer besonders düsteren Nacht. Und trotzdem konnte sie ihn nie vergessen …“

Hinweis:
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und keinerlei Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder – das eBook habe ich mir selbst gekauft.

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Das Buch „Die Fasern der Welt – Der Wind von Yorkshire“ ist der Auftakt einer fesselnden Buchreihe, die in den 1860er Jahren in Nordengland spielt.

Dieser erste Band der Reihe ist ein berührender Roman, der in den Craven Dales in Yorkshire spielt (vor allem dort, wo June Barlow mit ihren Schwestern aufwächst). Die Geschichte folgt June Barlow, die ihrer Tante Eliza, einer Hebamme und Heilerin, zur Seite steht. June trifft auf Franky O’Donovan, einen eigensinnigen irischen Wollsortierer mit einem besonderen Feingefühl für Wolle und einer undurchsichtigen Vergangenheit und Gegenwart. Als Junes ältere Schwester an Schwindsucht erkrankt sucht June sich Arbeit in einer der Spinnereien im dunklen, rauchverhangenen Bradford – eine der schmutzigsten Städte Englands im Jahr 1868.

Lia Scott erschafft mit ihrem wunderbaren und bildhaften Sprachstil eine atemberaubende Kulisse: Der Kontrast zwischen den Craven Dales und der industriell geprägten, düsteren Stadt Bradford mit ihren harten Lebens- und Arbeitsbedingungen wird eindrücklich geschildert. Ihr Sprachstil, der mich bereits bei ihrer „Sturmjahre-Reihe“ begeistert hat, zog mich auch hier wieder sofort in den Bann.

June Barlow ist eine sympathische und vielschichtige Protagonistin. Sie steht zwischen ihrer vernünftigen älteren und ihrer freiheitsliebenden jüngeren Schwester – die Zusammengehörigkeit der drei Schwestern ist berührend dargestellt. Junes Loyalität und Aufopferung gegenüber ihrer erkrankten Schwester sind stark herausgearbeitet. Themen wie Familie, Krankheit und Tod, mit denen June und Tante Eliza immer wieder konfrontiert sind, werden sensibel und eindrücklich behandelt.
Franky O’Donovan ist ein sehr undurchsichtiger Charakter und ich bin gespannt, wie es mit ihm und June und auch den vielen anderen Figuren im nächsten Band weitergehen wird.

Sehr lesenswert. Herzlichen Dank für dieses großartige Leseerlebnis.

Fazit: Dramatisch, emotional und dazu eine Prise Spannung. Genau so müssen historische Romane sein. Sehr lesenswert!

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„Liebesrausch – Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“

von Charlotte von Feyerabend

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Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 01. September 2025
Verlag: Droemer
Ausgaben: Paperback & eBook
ISBN: 978-3426282861
Seitenanzahl: 336 Seiten (Paperback), 337 Seiten (eBook)
Preise: 19,00€ (Paperback), 16,99€ (eBook)

Homepage:
https://vonfeyerabend.de/liebesrausch-anais-nin-und-henry-miller-in-paris (Autorin)

https://www.droemer-knaur.de/autor/charlotte-von-feyerabend-3005718?srsltid=AfmBOopzCL8OGc_5Pujiw69c5HIqTignPPJZLBgSXSgILkJG17hN7PYN (Verlag)

Klappentext:
„Paris, 1931. Als Anaïs Nin den zwölf Jahre älteren Henry Miller trifft, wird ein Feuer entfacht: Beide inspirieren sich nicht nur literarisch, zwischen ihnen brennt auch eine ungezügelte Leidenschaft. Das Leben mit allen Sinnen zu fassen, alle Schranken zu sprengen und dafür die perfekten Worte zu finden, das streben beide an – koste, was es wolle. Sie tanzen auf den rauschendsten Festen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.
Doch während sich Henry voll und ganz den Exzessen hingibt, führt Anaïs auch eine konventionelle Ehe mit Hugo, der sie über alles liebt und finanziell für sie und ihre Künstlerfreunde sorgt. Den emotionalen Spagat zwischen Hemmungslosigkeit und Konventionen kann Anaïs nur in ihren berühmt-berüchtigten Tagebüchern verarbeiten: Gehören Erotik und Sinnlichkeit in den Mittelpunkt des Lebens? Und darf man dafür die Menschen belügen, die einen lieben?“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise vom Droemer Verlag als Rezensionsexemplar (eBook) erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Liebesrausch – Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ von Charlotte von Feyerabend handelt von der Suche der Schriftstellerin Anaïs Nin nach sich selbst, ihrer Identität und ihrer künstlerischen Inspiration.

„Ich bevorzuge es zu lachen. Auf jeden Fall in der Öffentlichkeit. Lautstark. Manchmal diente das dazu, mein trauriges Herz zu übertönen.“
[1. Partie]

Paris in den 1930er Jahren: Hier lebt die Anaïs Nin zusammen mit ihrem Ehemann Hugo. Als sie auf den zwölf Jahre älteren Schriftsteller Henry Miller trifft, entbrennt zwischen den Beiden eine leidenschaftliche Beziehung. Anaïs‘ Ehe mit Hugo ist eher konventionell geprägt, er liebt sie über alles und unterstützt sie und ihre Künstlerfreunde auch finanziell. Sie muss sich zwischen ihrer Leidenschaft für Henry und ihrer Ehe mit Hugo entscheiden und verstrickt sich immer mehr in Lügen und Geheimnisse.

Die Autorin Charlotte von Feyerabend fragte im Mai 2025 an, ob ich ihr neues Buch „Liebesrausch – Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ lesen und rezensieren möchte. Auch wenn mir der Name Anaïs Nin nichts sagte, war mein Interesse nach dem Lesen des Klappentexts schnell geweckt. Ich mag Geschichten, die mir berühmte Figuren näher bringen – und dann auch noch in meinem absoluten Sehnsuchtsort Paris spielen. Deshalb sagte ich der Autorin zu und bekam das Buch Mitte August als Rezensionsexemplar vom Droemer Verlag zugesendet. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.

Dieser Roman hat mich unmittelbar in das Paris der 1930er Jahre entführt. Die Autorin hat die Stimmung der Stadt und die Atmosphäre der künstlerischen und literarischen Szene authentisch wiedergegeben. Die Geschichte von Anaïs Nin und Henry Miller ist faszinierend und komplex, und die Autorin hat ihre Charaktere nuanciert und ambivalent dargestellt.
Anaïs Nin, geboren 1903 in Neuilly-sur-Seine, war eine französisch-kubanische Schriftstellerin, die für ihre Tagebücher bekannt ist. Sie war eine der ersten Frauen, die offen über ihre sexuellen Erfahrungen schrieb und ihre Werke sind bis heute ein wichtiger Teil der feministischen Literatur.
Henry Miller, geboren 1891 in New York, war ein amerikanischer Schriftsteller, der für seine Romane wie „Wendekreis des Krebses“ und „Wendekreis des Steinbocks“ bekannt ist. Seine Werke wurden kontrovers behandelt, da sie explizite Inhalte und Obszönitäten enthielten.
Durch die Perspektive von Henry Miller bekommen die Leser und Leserinnen einen Blick von außen auf Anaïs Nin, die sich immer weiter in Lügen verstrickt. Diese Perspektive ermöglicht es, Anaïs Nin aus einer anderen Sicht zu sehen und ihre komplexe Persönlichkeit besser zu verstehen. Die Autorin hat die Beziehung zwischen Anaïs Nin und Henry Miller authentisch und detailliert dargestellt, und zeigt, wie die Beiden sich gegenseitig inspirierten und beeinflussten.
Die 1930er Jahre in Paris waren eine Zeit großer kultureller und künstlerischer Blüte. Die Stadt war ein Zentrum der Avantgarde, und Künstler wie Pablo Picasso, Salvador Dalí und André Breton prägten die Szene. Gleichzeitig war die Zeit jedoch auch von politischer Unsicherheit und sozialer Veränderung geprägt: Die Weltwirtschaftskrise hatte Europa erreicht, und die Menschen suchten nach neuen Wegen, um ihre Träume und Wünsche auszudrücken. Die Autorin hat diese Atmosphäre authentisch wiedergegeben und zeigt, wie die künstlerische Szene von der politischen und sozialen Situation beeinflusst wurde.

Die Sprache des Buches ist äußerst atmosphärisch und bildhaft und die Autorin hat die Figuren sehr lebendig dargestellt. Allerdings störten die mitunter derben Ausdrücke und die vielen Szenen im Bett etwas meinen Lesefluss.
Trotzdem war es ein sehr intensives Lese-Erlebnis, für das ich mich am Ende dieser Rezension ganz herzlich bedanken möchte. Das war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch der Autorin.

„Warum fühlte sich das Leben manchmal so leicht an und dann wiederum so, als ob es einen zerdrücken wollte, wie eine Fliege.“
[8. Partie]

Fazit: Das Buch „Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend ist ein Roman, der mich in die Welt der 1930er Jahre mitgenommen hat und eine faszinierende Geschichte von Liebe, Kunst und Identität erzählt. Die Autorin hat die Charaktere nuanciert und ambivalent dargestellt und sie gibt einen intensiven Einblick in die Leben und Werke von Anaïs Nin und Henry Miller. Sehr lesenswert.

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*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Rezensionsexemplars und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.

„Was die Liebe ersehnt – Die Sternberg-Saga“

von Kristina Herzog

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 18. August 2025
Verlag: Eigenverlag
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3910798090
Seitenanzahl: 508 Seiten (Taschenbuch), 523 Seiten (eBook)
Preise: 15,99€ (Taschenbuch), 4,99€ (eBook)
Reihe: „Die Sternberg-Saga“ 04/04

Homepage:
https://www.kristinaherzog.de

Klappentext:
„Zürich, 1934: Hannahs Traum von einem eigenen Krankenhaus ist endlich wahr geworden. Doch über die viele Arbeit hat sie das Gefühl, dass ihre eigene Familie auseinanderbricht. Daniel ist ständig beruflich im Ausland und bringt sich dabei in große Gefahr und Alma liebäugelt mit einer lebensverändernden Entscheidung. Lucies Beziehung zu Paul stürzt in eine tiefe Krise, als er mit dem erstarkenden Nationalsozialismus sympathisiert.
Ariel verliebt sich, doch der Verbindung werden Steine in den Weg gelegt. Die jüdische Familie muss um ihr Glück kämpfen. Als Hannah entdeckt, dass mit ihrem Vertrauen gespielt wird, fasst sie einen Entschluss, der ihr bisheriges Leben auf die Probe stellt. Wird es ihr gelingen, ihre Familie zu retten?“

Hinweise:
– Das Buch habe ich freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar erhalten – ganz herzlichen Dank dafür!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Das Buch „Was die Liebe ersehnt“ von Kristina Herzog ist der vierte Band um die Familie Friedländer/ Sternberg, die vor dem Nationalsozialismus in die Schweiz geflohen ist, sich dort ein neues Leben aufgebaut hat und trotzdem immer wieder mit Herausforderungen und Problemen zu kämpfen hat.

„Ein warmes Gefühl breitete sich in Hannahs Brust aus. Auf einmal schien der Ärger des Tages weit weg. (…) Sie war zu Hause und im Kreis ihrer Familie. Das war alles, was zählte.“
[Kapitel 7]

Der vierte Band der Sternberg-Saga spielt in Zürich im Jahr 1934 und folgt der Familie Friedländer, die vor dem Nationalsozialismus geflohen ist. Hannah hat endlich ihr Ziel erreicht und ein eigenes Krankenhaus eröffnet, aber ihre Familie steht vor großen Herausforderungen. Daniel ist beruflich im Ausland unterwegs, während Alma mit einer wichtigen Entscheidung kämpft. Lucies Beziehung zu Paul ist in einer Krise, da er mit dem Nationalsozialismus sympathisiert und sie auf eine baldige Hochzeit drängt. Ariel verliebt sich – es ist jedoch eine Liebe, die nicht sein darf. Als Hannah entdeckt, dass jemand ihr Vertrauen missbraucht hat, fasst sie einen Entschluss, der ihr komplettes Leben verändern könnte.

Im Mai 2022 habe ich „Was der Morgen verspricht“ – den Auftakt der „Sternberg-Saga“ – mit großer Begeisterung gelesen. Auch die Folgebände „Was die Hoffnung bringt“ und „Was das Herz erträumt“ konnten mich bestens unterhalten und ich habe die vielen Charaktere sehr in mein Herz geschlossen. Ich war sehr traurig, als der dritte Band gelesen war, mit dem die Saga eigentlich enden sollte … und war um so glücklicher, als Kristina Herzog einen vierten Band ankündigte.
Auch diesen Band bekam ich freundlicherweise von der Autorin als vorzeitiges Rezensionsexemplar zugesendet, wofür ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte.

Das Cover des vierten Bandes gliedert sich perfekt in die Reihe ein, wodurch die Reihe auch optisch einen gelungenen und harmonischen Gesamteindruck hinterlässt:

Band 1
Band 2
Band 3
Band 4

Obwohl „Was die Liebe ersehnt“ der vierte Band der Sternberg-Saga ist, kann er auch ohne Vorkenntnisse der vorherigen Bände gelesen werden. Die Autorin hat es geschafft, die Geschichte so zu erzählen, dass neue Leser und Leserinnen problemlos in diese Buchreihe einsteigen können und ein Personenregister zu Beginn des Buches sorgt für einen guten Überblick über die Figuren. Dennoch empfehle ich, die vorherigen Bände zu lesen, um die Charaktere und ihre Entwicklung besser zu verstehen und die Geschichte noch tiefer zu erleben.
Ich war ab der ersten Seite wieder in der Geschichte angekommen und es fühlte sich einfach wieder wie ein nach Hause kommen an.
Der Schreibstil von Kristina Herzog ist flüssig, spannend und emotional, was das Buch zu einem echten Pageturner macht. Die Handlung ist abwechslungsreich und voller überraschender Wendungen, die mich bis zum Schluss fesseln konnten.
Die Charaktere sind gut entwickelt und authentisch, insbesondere Hannah Friedländer (geborene Sternberg), die starke und entschlossene Protagonistin, die trotz aller beruflichen und privaten Herausforderungen und Probleme nicht aufgibt und den Mittelpunkt der Familie bildet.
Die neuen Charaktere, die in diesem Band eingeführt werden, fügen sich perfekt in die Geschichte ein und geben ein authentisches Bild der damaligen Gesellschaft ab.
Die 1930er Jahre waren eine turbulente Zeit in Europa, und die Schweiz war ein wichtiger Zufluchtsort für viele Juden und andere Verfolgte. Die Autorin hat diese historischen Hintergründe sehr gut recherchiert und in die Geschichte integriert, ohne dass es sich wie eine trockene Geschichtsstunde anfühlt. Kristina Herzog macht hier Geschichte erleb- und fühlbar. Es ist einfach die perfekte Mischung zwischen historischen Ereignissen, Familienbeziehungen und Liebesgeschichten: Der Nationalsozialismus ist ein zentrales Thema, aber auch die Familienbeziehungen und die Liebesgeschichten der verschiedenen Charaktere spielen eine wichtige Rolle. Die Flucht der Familie Friedländer/ Sternberg vor dem Nationalsozialismus und ihre Erfahrungen in der Schweiz sind ein wichtiger Teil der Geschichte und werden authentisch und vor allem emotional dargestellt.
Die Themen Familie, Liebe, Überwindung von Herausforderungen und Identität sind alle präsent und werden gut thematisiert. Die Arbeit von Daniel ist ein wichtiger Aspekt der Geschichte und zeigt die Entschlossenheit und den Mut der vielfältigen Charaktere.

Danke für dieses wunderbare Lesevergnügen. Und ja: Irgendwie hoffe ich auf einen fünften Band der Reihe. 🙂

Fazit: „Die Sternberg-Saga – Was die Liebe ersehnt“ ist ein großartiger vierter Band einer absolut lesenswerten Buchreihe. Das Buch entführt seine Leser und Leserinnen in eine andere Zeit und lässt diese mit den Charakteren mitfühlen. Kristina Herzog hat einen überzeugenden Roman geschaffen, der bis zum Schluss fesselt und einen emotionalen Einblick in die Geschichte und die Erfahrungen der Menschen in dieser Zeit gibt. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines Rezensionsexemplars und der uneingeschränkten Leseempfehlung ist diese Rezension als Werbung gekennzeichnet.

„Die Palmengarten-Saga – Wir fangen das Glück“

von Juliane Michel

[Werbung*]

Bibliografische Angaben:
Erscheinungsdatum: 16. April 2025
Verlag: Heyne
Ausgaben: Taschenbuch & eBook
ISBN: 978-3-453-42586-6
Seitenanzahl: 496 Seiten
Preise: 12,00€ (Taschenbuch), 07,99€ (eBook)
Reihe: „Die Palmengarten-Saga“ Band 02/02

Homepage:
https://www.penguin.de/buecher/juliane-michel-wir-fangen-das-glueck/taschenbuch/9783453425866

Klappentext:
„Frankfurt 1946. Beim Fotografieren der Frankfurter Trümmer wird Helga von einem Kommissar gefragt, ob sie Polizeifotografin werden will. Unversehens gerät die junge Frau in eine abenteuerliche Mordermittlung, in der sie den verschwundenen Peter aus dem Odeon-Club wiedersieht – und seine jüdische Mutter, die den Holocaust überlebt hat. Aus dem Frauenheld ist ein ernster junger Mann geworden. Sie hilft Peter, seine Unschuld zu beweisen, und kommt ihm dabei immer näher. Als Helgas Freund Walther endlich aus der russischen Gefangenschaft zurückkehrt und einen neuen Jazzclub gründet, ist Helga hin- und her gerissen. Doch dann deckt sie ein Geheimnis auf, das alles verändert.“

Hinweise:
Achtung: Spoiler für diejenigen, die den ersten Band „Wir tanzen in die Freiheit“ noch nicht gelesen haben!
– Das Buch habe ich freundlicherweise als signiertes Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen, ganz herzlichen Dank!
– Ich habe für diese Rezension von der Autorin und/ oder vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder.
– Aufgrund der Gegenleistung in Form eines kostenlosen Rezensionsexemplars und der Verlinkung zur Verlag-Homepage muss diese Rezension als Werbung gekennzeichnet sein.

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Der Roman „Wir fangen das Glück“ von Juliane Michel ist der zweite Band der „Palmengarten-Saga“, spielt vorwiegend in der Nachkriegszeit in Frankfurt am Main und zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die die Menschen in dieser Zeit erlebt haben.

„Jedes Mal das Gleiche. Da traf man endlich einen lange vermissten Bekannten und könnte sich freuen, erfuhr dann aber vom Tod weiterer Freunde.“

[Seite 189]

Frankfurt am Main 1946: Der jungen Helga wird ein Jura-Studium verwehrt. Sie bekommt eine Arbeit als Polizeifotografin und wird in eine Mordermittlung verwickelt. Dabei trifft sie auf Peter, einen jungen Mann, den sie aus dem Odeon-Club kennt. Peter ist in Schwierigkeiten und Helga hilft ihm, seine Unschuld zu beweisen.
Währenddessen muss Helga auch ihre eigenen Beziehungen zu Walther, ihrem Freund, der aus der russischen Gefangenschaft zurückkehrt, und Peter, den sie immer näher kommt, neu überdenken.
Doch sie alle tragen die offenen Wunden der Vergangenheit.

Vor Kurzem habe ich mit großer Begeisterung den Reihenauftakt „Wir tanzen in die Freiheit“ gelesen. Diese packende und emotionale Geschichte mit authentischen Charakteren hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und ich war schon sehr gespannt auf den zweiten Band der Reihe, den ich ebenfalls freundlicherweise von der Autorin als signiertes Rezensionsexemplar erhalten habe.
Die aussagekräftigen Cover der beiden Bände passen wunderbar zusammen und sie sind damit perfekt als Buchreihe zu erkennen:

Da die Handlungen des ersten Bandes weiter erzählt werden, empfehle ich es sehr, dass ihr den ersten Band bereits vor der Lektüre des zweiten Bandes gelesen haben solltet – nur so kann man das Verhalten der Figuren richtig verstehen und deren Entwicklung gut folgen.
Ich war ab der ersten Seite wieder völlig in der Geschichte angekommen und wurde von dem bildhaften und wunderschönen Sprachstil der Autorin mitgenommen. Stellenweise mochte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen – die fast 500 Seiten flogen nur so dahin.

Helga ist eine sympathische und authentische Figur, die sich lebensecht entwickelt und mit Rückschlägen und auch ihren eigenen Fehlern zu kämpfen hat. Sie ist eine junge Frau, die sich in einer schwierigen Zeit zurechtfinden muss und ihre eigenen Ziele und Träume verfolgt. Ihre Beziehung zu Peter und Walther ist komplex und vielschichtig und Juliane Michel zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die Helga in ihren Beziehungen erlebt.
Auch die Geschichten und Hintergründe von Peter und Walther selbst sind sehr ergreifend dargestellt.
Die Autorin hat die historische Kulisse hervorragend eingefangen und zeigt die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Nachkriegszeit. Ruinen prägen das Stadtbild, die Bevölkerung ist arm und die Prozesse gegen Nazis rollen an.
Die Rückblenden in die Zeit des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkriegs helfen, die Charaktere und ihre Erfahrungen und Geschichten besser zu verstehen. Die Autorin zeigt die Verfolgung und Ausgrenzung der Juden, aber auch die Jugend im Dritten Reich, die durch Verbote und Einschränkungen ihrer Freiheit beraubt wurde.
Juliane Michel hat eine großartige Atmosphäre geschaffen, die mich in die Welt der Nachkriegszeit mitgenommen hat: Die Beschreibung der Stadt Frankfurt, der Menschen und der Zeit ist sehr detailliert und authentisch. Die Geschichte hält die Spannung bis zum Ende und ist voller Emotionen.

Danke für dieses gelungene und emotionale Leseerlebnis. Da bleibt nur noch ein Wunsch offen: Ein drittes Wiedersehen mit Elfie, Klaus, Helga, Peter und Walther. 🙂

„Die dunklen Mauerreste vor dem tiefblauen Himmel erinnerten Helga an Theaterkulissen. Wer wohl in den Häusern gelebt hatte? Und wie viele waren dort gestorben? Wer wird sich noch an sie erinnern, wenn auch alle Fotos, Tagebücher oder Briefe darin verbrannt sind? Am Ende bleiben nur Schutt und Asche.“

[Seite 71]

Fazit: Insgesamt ist das Buch „Wir fangen das Glück“ von Juliane Michel ein großartiger Roman, der mich in die Zeit der Nachkriegszeit in Frankfurt am Main mitgenommen hat und mich nicht mehr losgelassen hat. Es ist unvergessliche Geschichte, die mich emotional berührt hat und mit Sicherheit noch lange nachklingen wird. Sehr lesenswert!

*Ich habe für diese Rezension von der Autorin und vom Verlag keinerlei finanzielle Gegenleistung bekommen, sie spiegelt mein persönliches Leseempfinden wieder. Aufgrund der Gegenleistung eines kostenlosen Rezensionsexemplars, der uneingeschränkten Leseempfehlung und der Verlinkung der Verlagshomepage, ist diese Rezension als WERBUNG gekennzeichnet.